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Jason Zweig. Gier

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					Gier
Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es um Geld geht

Zusammenfassung des Buchs von Jason Zweig (XXX)

Das Gehirn, ein Apparat, mit dem wir denken, dass wir denken (Ambrose Bierce).

Was spielt sich im Gehirn ab, wenn wir Entscheidungen über Geld treffen? Um den größten Nutzen
aus einem Werkzeug oder einem Gerät zu ziehen, sollte man zumindest in groben Zügen verstehen,
wie es funktioniert.

Die neusten Erkenntnisse der Neuroökonomie – ein Hybrid aus Neurologie, Ökonomie und
Psychologie – lassen vermuten, dass vieles von dem was wir über Investitionen zu wissen glaubten,
falsch ist.

Wir alle wissen, dass…

      man Aktien billig kaufen und teurer verkaufen sollte.
      es praktisch unmöglich ist den Markt zu schlagen.
      Panikkäufe nicht gut sind.
      Wall Street Strategen nicht vorhersagen können.
      die Jagd auf „heiße“ Aktien eine sichere Methode ist, sich die Finger zu verbrennen.

Unser Gehirn war ursprünglich darauf ausgelegt, uns möglichst viel von den Ressourcen zu
verschaffen, die unser Überleben ermöglichen, und alles zu vermeiden, was unsere
Überlebenschancen schmälerte… instinktiv nach allem gieren, was einträglich sein könnte und alles
meiden, was riskant ist.

Wenn Sie Geld gewinnen, verlieren oder aufs Spiel setzen, erleben Sie einige der intensivsten
Gefühle, die ein Mensch haben kann… Gefühle wie Hoffnung, Gier, Hochmut, Erstaunen, Angst,
Panik, Reue und Freude.

Die Neuroökonomie zeigt, dass Sie die besten Ergebnisse erzielen, wenn Sie Ihre Emotionen zügeln –
aber nicht, wenn Sie sie unterdrücken… also ein Gleichgewicht zwischen Gefühl und
Verstand/Vernunft, zwischen Intuition und Analyse.

Wissen und Glauben
Intuition kann wunderbar schnelle und auch zutreffende Einschätzungen liefern, doch nur unter den
richtigen Voraussetzungen, nämlich dann, wenn die Regeln, die zur richtigen Entscheidung führen,
einfach und verlässlich sind… leider ist dies bei Investitionsentscheidungen selten der Fall…

      Wenn es um Vertrauen geht, dann folgen Sie Ihrem Bauchgefühl… betrachten Sie ein
       ungutes Gefühl Ihre Emotionen als Daten… Ein Verdacht ist ein Signal dafür, dass Sie Ihre
       Entscheidung zurückstellen sollten.
      Fragen Sie nach… „Woher weiß ich das?“ oder „Welche Anzeichen gibt es dafür?“ oder
       „Brauche ich zusätzliche Informationen?“ oder „Bin ich sicher?“.
      Versuchen Sie das Gegenteil zu beweisen… dass Sie falsch liegen.

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      Setzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein… analysieren Sie aus unterschiedlichen
       Blickwinkeln.
      Stellen Sie Regeln auf und halten Sie sich dran (z.B. Überlegen Sie zweimal, schlafen Sie eine
       Nacht drüber, seien Sie kritisch,…).
      Machen Sie Ihre Hausaufgaben rechtzeitig (vor einer Investition), so bewahren Sie Ruhe,
       wenn der Markt nervös wird… konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und behalten Sie
       den „globalen Überblick“ (sowohl in Bezug auf das Unternehmen und seinen Newsflow als
       auch in Bezug auf Ihr gesamtes Portfolio und seine Schwankungen).
      Auf lange Sicht hat eine Aktie kein Eigenleben, sie ist lediglich ein übertragbarer Anteil eines
       Unternehmens… Unternehmenswerte ändern sich im Laufe der Zeit, nicht jederzeit (wie der
       Kurs der Aktie). Fragen Sie sich: „Verstehe ich das Unternehmen, sein Geschäft, seine
       Produkte oder Dienstleistungen?

Gier
Obwohl Geld kein primäres Bedürfnis befriedigen kann – man kann es nicht essen oder sich damit
paaren – ist die Assoziation zwischen Geld und Belohnung sehr stark… der Nervenkitzel bei der
Erwartung eines finanziellen Gewinns wird nur durch Ihre Vorstellungskraft eingeschränkt.

Die Rückschau auf Vergangenes (Antizipationsschaltkreise) zwingt uns, sehr genau auf Chancen
künftiger Belohnungen zu achten, verleitet uns aber auch zu der Annahme, dass die Zukunft besser
sein wird, als sie sich dann tatsächlich erweist.

      An der Börse ist nichts sicher. Fragen Sie sich bei Anlagetipps: „Warum weiht mich jemand in
       sein Geheimnis ein?“
      Der Blitz schlägt nicht zweimal in denselben Baum. Analysieren Sie das hinter einer Aktie
       stehende Unternehmen sorgfältig. Versuchen Sie nicht einen Gewinn, den Sie in der
       Vergangenheit gemacht haben blind zu wiederholen (ähnliche Aktien kaufen), um sich dieses
       Hochgefühl wieder zu verschaffen.
      Begrenzen Sie den Betrag den Sie bei spekulativen Investments riskieren, wenn Sie nicht
       widerstehen können.
      Agieren Sie nicht im Affekt, sondern überlegen Sie (zweimal, schlafen Sie eine Nacht drüber).

Erwartung
Die Experten können mit ihren Prognosen kauf ein Scheunentor treffen, selbst wenn sei in der
Scheune stehen. Der Markt… die kollektive Intelligenz von Abermillionen von Investoren… hat
meistens recht.

Der Mensch hat eine phänomenale Fähigkeit, einfache Muster zu erkennen und zu interpretieren.
Wenn es um Geldanlagen geht, verleitet uns diese Fähigkeit dazu Muster zu suchen, wo keine sind…
Ordnung anzunehmen, wo keine herrscht… einen Trend zu erwarten, wo keiner ist.

      Fragen Sie nach Belegen und verfallen Sie nicht in törichter Autoritäts- / Expertengläubigkeit.
      Üben Sie anhand von fiktiven Portfolios, die Sie ein Jahr lang beobachten (z.B. auf Yahoo!
       Finance, Google Finance, OnVista,…)
      Achten Sie auf die Basisrate! Fragen Sie sich: „Wie hoch ist die Basisrate?“. Das ist die Rate /
       Rendite, die man auf Basis sehr umfangreicher und langfristiger Daten logischerweise
       erwarten kann.


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       Korrelation ist nicht Kausalität. Die meisten Marktprophezeiungen beruhen auf zufälligen
        Mustern.
       Wenn Sie Ihr Geld jeden Tag nachzählen, machen Sie sich unglücklich. Wenn Sie langfristig in
        Aktien investieren, ist es eine schlechte Idee die Kurse ständig zu beobachten.

Selbstvertrauen
Ein übersteigertes Selbstvertrauen ist nicht nur negativ, sondern positiv:

       Wenn wir unsere Erfolgschancen stets richtig einschätzen würden, wären wir zu entmutigt,
        um überhaupt ein Risiko einzugehen (im Durchschnitt scheitern etwa 50% aller neu
        gegründeten Firmen innerhalb der ersten fünf Jahre).
       Die Kombination aus Optimismus und übersteigertem Selbstvertrauen ist eine der
        wichtigsten Triebfedern, die den Kapitalismus am Leben erhalten.

Extremer Optimismus und übersteigertem Selbstvertrauen sind gefährlich:

       Selbsteinschätzung ist oft Selbstbetrug… wir lügen uns in die Tasche und stärken damit unser
        Selbstwertgefühl.
       Alle Menschen wollen glauben, sie seien etwas Besonderes und besser als der Durchschnitt.
       Sie denken, Sie können den Markt auf ihre eigene, besondere Art schlagen… selbst
        angesichts gegenteiliger Belege hält sich diese Illusion hartnäckig.
       Die Gegenwart von vertrauten Dingen (auch wenn sie uns nicht bewusst sind) hebt unser
        Stimmung… wir kaufen was wir kennen… mögen das Bekannte, das Vertraute, die Marke,…
       Das Gefühl etwas unter Kontrolle zu haben – oder das zumindest zu glauben – lässt uns
        entsprechend engagierter handeln und die Folgen vergessen… Kontrollillusion erzeugt
        Wohlbefinden.
       Eine anfängliche Erfolgsserie lässt uns glauben, wir hätten plötzlich Macht über einen völlig
        zufälligen Vorgang… wir glauben das Glück und nicht der Zufall ist auf unserer Seite.
       Die menschliche Abneigung, zu sagen: „Ich weiß es nicht“, hat immense Auswirkungen.

Worauf es für die meisten Menschen beim Investieren ankommt, ist nicht, wie viel sie wissen,
sondern wie realistisch sie definieren können, was sie nicht wissen (Warren Buffett).

       Legen Sie sich ein Tagebuch / Notizbuch an und schreiben Sie auf, was Sie denken, wenn Sie
        Vorhersagen treffen – und zwar sofort (bevor Sie kaufen). Schreiben Sie Ihre Erwartungen
        auf und prüfen Sie diese nach einem Jahr.
       Verfolgen Sie auch die Aktien, die Sie verkauft haben, oder deren Kauf Sie verworfen haben,
        um zu protokollieren was funktioniert hat und was schiefgegangen ist. Schreiben Sie die
        Lektion auf, die Sie aus Ihren Fehlinvestitionen gelernt haben.
       Fragen Sie sich selbst:
            - Für wie durchschnittlich gut halte ich mich?
            - Welche Performance kann ich meiner Einschätzung nach erzielen?
            - Wie gut war die durchschnittliche Performance von anderen über einen längeren
                 Zeitraum?
       Machen Sie Ihre Hausaufgaben und kaufen Sie nie eine Aktie nur weil Ihnen das
        Unternehmen bekannt / sympathisch ist.
       Diversifizierung ist die beste Verteidigung.


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       Fragen Sie immer „Warum“ – mehrmals hintereinander. Menschen, die nicht wirklich wissen
        wovon sie reden, können kaum öfter als zweimal die Frage „Warum?“ beantworten.

Risiko
Die Wahrnehmung von Investmentrisiken ändert sich ständig. Die Höhe des Risikos hängt ab,

       von Ihrer Erinnerung an frühere Erfahrungen.
       ob Sie in einer Gruppe oder allein sind.
       wie vertraut und beherrschbar Ihnen das Risiko erscheint.
       in welcher momentanen Stimmung Sie sich zufällig befinden.
       wie Sie das Risiko wahrnehmen (Bezugsrahmen / Framing Effekt: das Glas ist halb voll / das
        Glas ist halb leer, 80% Gewinnchance / 20% Verlustrisiko / 5 von 100 Investoren verlieren).
       wie vermögend Sie bereits haben (je weniger ein Mensch hat, desto bereitwilliger geht er
        zusätzliche Risiken ein).

Lernen Sie die wahrscheinlichsten Gefahrenquellen zu beherrschen:

       Legen Sie eine Denkpause ein. Schlafen Sie eine Nacht über Ihre Entscheidung.
       Nehmen Sie einen anderen Standpunkt ein.
       Blicke Sie zurück, lernen Sie aus der Finanzgeschichte.
       Haben Sie für ein Unternehmen einen (fairen) Unternehmenswert berechnet und fällt der
        Aktienkurs ohne dass es fundamentale Gründe dafür gibt, ist das eine gute Nachricht – Sie
        können nun mehr Aktien für weniger Geld kaufen. Sinkt der Börsenwert unter einen
        „fundamentalen“ Unternehmenswert (z.B. Buchwert, Nettobarwert,…), haben Sie eine der
        seltenen Chancen die Aktie mit einer Sicherheitsmarge zu kaufen.
       Stellen Sie Regeln für Ihre Investitionen auf, die Ihre Erwartungen und Ziele beschreiben (z.B.
        Zweck des Portfolios, Erwartungen, Zeithorizont, Diversifikationsstrategie,
        Auswertungshäufigkeit, Ein- und Auszahlungen, Tabus,…).
       Finden Sie den richtigen Bezugsrahmen (ist das Glas ist halb voll oder halb leer? / besteht
        eine 80%ige Gewinnchance oder ein 20% Verlustrisiko oder verlieren 5 von 100 Anleger?)
       Versuchen Sie zu beweisen, dass Sie Unrecht haben – besonders nachdem Ihre Aktien stark
        gestiegen sind (haben Sie immer noch Recht?).

Angst
Verhielten wir uns strikt logisch, würden wir die Wahrscheinlichkeit eines Risikos beurteilen, indem
wir uns fragen, wie oft ein negatives Ereignis bereits früher unter ähnlichen Begleitumständen
eingetreten ist… wir neigen aber dazu, die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses daran zu beurteilen,

       wie leicht wir uns es vorstellen können.
       ob sich ein ähnliches Ereignis erst vor kurzem zugetragen hat.
       ob wir lebhafte Erinnerungen daran haben.
       wie ungewiss, vage, unsicher, wenig erforscht das Risiko ist.
       ob wir alleine sind oder uns einer Gruppe angeschlossen haben.

Wir unterschätzen die Wahrscheinlichkeit und Schwere häufiger Risiken und überschätzen die
Wahrscheinlichkeit und Schwere seltener Risiken.



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Behalten Sie unter dem Einfluss von Angst einen kühlen Kopf:

       Halten Sie inne und entspannen Sie sich, lenken Sie sich ab.
       Drücken Sie es mit Ihren eigenen Worten aus und fragen Sie sich
            - Treffen meine ursprünglichen Gründe für diese Investition nach wie vor zu?
            - Sollte mir diese Aktie, die ich zu einem höheren Kurs gekauft habe, nach diesem
                Kurssturz nicht viel besser gefallen, da sie jetzt billiger ist?
            - Was muss ich wissen, um zu beurteilen, ob die Neuigkeiten wirklich so schlecht sind?
       Wiederstehen Sie dem Herdentrieb:
            - Bevor Sie sich einer Gruppe nähern (z.B. im Internet Chatroom) schreiben Sie Ihre
                Meinung über das Investment auf – formulieren Sie möglichst spezifisch.
            - Fragen Sie eine Person außerhalb der Gruppe: Klingen diese Leute vernünftig? Sind
                ihre Argumente schlüssig?

Schreck
Es ist das Gefühl des Erschreckens – über das Neue, das Unerwartete – das den Autopiloten Ihres
Gehirns ausschaltet um schnell genug auf Änderungen zu reagieren.

Jeder Investor sollte wissen, dass

       es nicht möglich ist, Unternehmensgewinne auf den Cent genau vorherzusagen.
       die vorherrschende Meinung darüber, was die Zukunft bringen wird, ist fast immer falsch.
       die Finanzmärkte werden uns auch in Zukunft weiter überraschen.
       die Finanzmärkte werden gerade diejenigen unbarmherzig überraschen, demütigen und
        früher oder später – manchmal schleichend manchmal erschreckend plötzlich – vernichten,
        die am hartnäckigsten daran glauben, zu wissen was kommen wir.

Bereiten Sie sich auf das Unerwartete vor:

       Was immer auch „allgemein bekannt“ sein mag, ist bereits im Kurs einer Aktie, oder in den
        Erwartungen des gesamten Marktes enthalten. Wenn das was „allgemein bekannt“ ist
        eintritt, wird sich der Kurs einer Aktie nicht ändern.
       Je länger ein Unternehmen die Erwartungen der Börse übertrifft, desto mehr steigt die
        Nachfrage nach seinen Aktien, desto mehr steigt die Zuversicht der Investoren das der Trend
        anhält, das sie Aktie „berechenbar“ ist, desto mehr erhöht sich das Risiko eines großen
        Verlustes, falls die nächste Überraschung negativ ausfallen wird. Große Hoffnungen führen
        zu großen Enttäuschungen.
       Hinterfragen Sie die Ursachen von Überraschungen, fragen Sie sich: Was hat sich geändert?
        Warum sollte der zukünftige Unternehmenserfolg gefährdet sein?

Reue
Reue stellt sich im kühlen Licht des nächsten Morgen ein, wenn sie sich Vorwürfe machen. Reue über
unsere Fehler bewahrt und davor, sie umgehend zu wiederholen… eine Art Notbremse, die uns davor
bewahrt, jedem gierigen Impuls nachzugehen. Leider kann uns das aber auch von guten Investments
abhalten: Es ist ein seltsames Paradox, dass es häufig mehr schadet, Reue zu erwarten, als sie
tatsächlich zu erleben.




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Wenn Sie erst einmal ein Investment gemacht haben, können Sie nicht umhin, es als etwas Eigenes
zu betrachten… von diesem Moment an wird die Aussicht, sich wiederdavon zu trennen zu müssen,
zu einem schmerzhaften Gedanken. Wenn Sie eine Lieblingsaktie verkaufen… versetzen Sie Ihrem
Selbstbewusstsein einen direkten Schlag.

Angst vor der Reue: Ihr Instinkt sagt Ihnen, dass Sie einen Fehler der Tat (Fehler die aktiv
herbeigeführt werden) mehr bereuen würden als einen Fehler der Unterlassung (der Inaktivität). Das
Wissen, dass etwas passieren kann, ist beinahe so schlimm wie der Schmerz selbst.
Langfristig kehr sich dies um: Langfristig können Sie feststellen, dass Sie Ihre Untätigkeit viel mehr
bereuen… die Erinnerung an die Tat verblasst… es wird immer leichter sich im Nachhinein
einzureden, dass allerlei Alternativen Ihnen ähnlich attraktiv erschienen…

Sobald man eine Handvoll Optionen hat, verringern zusätzliche Wahlmöglichkeiten die
Wahrscheinlichkeit, eine gute Entscheidung zu treffen, während die Chancen steigen, dass Sie die
jeweils getroffene Entscheidung bereuen werden… zu viele Wahlmöglichkeiten bedeuten nichts als
Schwierigkeiten.

Ein Beinahe-Gewinn kann zwar einerseits schmerzlich sein, andererseits jedoch überwiegend
angenehme Gefühle auslösen, denn Sie könnten sich sagen, dass sie eigentlich nicht verloren,
sondern fast gewonnen hätten… das Verfehlens eines Gewinns ist eine milde Form eines Verlusts,
die Vermeidung eines Verlustes ist eine Abgeschwächte Form eines Gewinns.

Kurzfristig können Aktienmärkte schneller wachsen als die Wirtschaftssysteme, die sie
repräsentieren, und die Unternehmen, aus denen sie sich zusammensetzen. Langfristig ist das aber
unmöglich. Auf eine Periode ungewöhnlich hoher Erträge müssen normale Gewinne folgen… Das
Streben nach großem Wachstum trägt den Samen des Untergangs in sich… Die Tendenz von Trends,
sich im Laufe der Zeit umzukehren wird als Regression zum Mittelwert bezeichnet… Aktien oder
Fonds mit überdurchschnittlicher Rendite kehren früher oder später zu ihrem langfristigen
Mittelwert zurück…

Reduzieren Sie Ihre Reue:

       Stehen Sie zu Ihren Fehlern… und lernen Sie daraus… Verkaufen Sie nie eine Aktie, nur weil
        der Kurs gefallen ist…
       Stellen Sie Investmentregeln und Ausschlusskriterien, so können Sie immer begründen
        warum Sie eine Aktie nicht gekauft haben…
       Begrenzen Sie Ihre Verluste durch „Stopp-Loss“, aber mit Maß: Ein Stopp-Loss das nicht
        mindestens 25% unter dem aktuellen Kurs liegt, macht nur Ihren Broker reich…
       Ändern Sie den Bezugsrahmen: Vergessen Sie den Sturz der Aktie und erinnern Sie sich daran
        zu welchem Kurs sie die Aktie gekauft haben und wie weit Sie jetzt noch immer im Plus sind.

Glück
Der moderne amerikanische Traum… besteht heute aus „Leben, Freiheit und dem Kaufen von
Glück“.

Unser „psychisches Immunsystem“… lässt uns negative Erfahrungen für viel schlimmer halten, als sie
tatsächlich sind… wir glauben, unser Reaktion darauf würde nie abklingen. Auf der andern Seite
gewöhnen wir uns an positive Ereignisse viel schneller als wir erwarten.


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Unser Vorstellungen sind auf den Moment des Werdens fixiert (z.B. reich werden, oder auch gelähmt
werden) nicht auf den Zustand des Seins (z.B. reich sein, oder auch gelähmt sein). Sein ist ganz
anders als Werden. Wenn wir uns die Zukunft vorstellen überschätzen wir die Dauerhaftigkeit
unserer Gefühle.

Erinnerungen sind nicht nur Rückschauen (Reminiszenzen), sondern auch Rekonstruktionen… in dem
Maße wie Ihre Erinnerungen an die tatsächlichen Ereignisse verblassen, scheinen sie immer mehr
Ihren ursprünglichen Erwartungen zu entsprechen… Höhen und Tiefen des Alltags werden im Laufe
der Zeit geglättet, Sie werden rückblickend zufriedener sein, als Sie tatsächlich waren, als Sie sie
erlebt haben…

Glück bedeutet, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort
ist…

Menschen, die häufig Glück haben,

       betrachten Pech als Erfahrung, aus der sie lernen können.
       sind aufgeschlossen und neugierig… an der Welt, in der sie leben, rege interessiert und eifrig
        bemüht sie zu erkunden.
       sehen die positive Seite.

Um glücklich zu werden sollten Sie

       wissen, dass Sie nicht reich sein müssen, um glücklich zu sein
       öfter mal tief durchatmen… sich jeden Tag ein paar Minuten Muße verschaffen…
       sich entspannen durch Sport, Musik, Kunst… um den Kopf frei zu bekommen
       den Fernseher abschalten
       auch, oder besonders, an schlechten Tagen feiern
       einen krönenden Abschluss schaffen
       öfter mal jemanden überraschen
       sich weiter bilden
       das Positive betonen
       sich auf ihre Ziele konzentrieren
       das Glück selbst in die Hand nehmen und jeden Tag etwas Neues in Ihrer Umgebung
        entdecken
       Dinge sofort erledigen und nicht aufschieben
       größere Aufgaben in kleine Schritte aufteilen

Tun und Sein ist besser als haben:

       Das Tun dreht sich um Erfahrungen und Aktivitäten… um das gute Leben… Hobby, Familie,
        Freunde…
       Das Sein dreht sich um etwas Größeres als Sie selbst… um das sinnvolle Leben… Ehrenamt,
        Religion,…
       Das Haben dreht sich um Anschaffungen und Besitz… um das angenehme Leben… Haus,
        Auto,…




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Description: Jason Zweig. Gier. Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht.
Olaf Stuhldreier Olaf Stuhldreier
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