jenseits 8

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Unabhängige Jugendzeitung, teil des KuKuMA Netzwerkes, Jugendzeitung, Erscheint in Wien

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9/27/2008
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unabhängige Jugendzeitung für Wien Ausgabe: 04/05 50 Cent Jenseits es gibt ein Leben nach der Schule JENSEITS sucht dich!! Neue MitarbeiterInnen werden gesucht. Wenn du Lust hast dich zum Mitschreiben rekrutieren zu lassen dann melde dich -> willi.hejda@reflex.at Denn vergiss nicht, es gibt ein Leben nach der Schule!!!! (Mach mit!!!) Inhalt Seite 4 Seite 5 Seite 6 Seite 7 Seite 8-9 Seite10 Überwachung p. 1 Seibane Wague Bildung/ Gehrer LSV Leben im Müll Geschichte mal Anders Seite 11 Seite 12 Seite 13 EKH// Freiräume African Abroad HomoEhe KuKuMA Wurde aber auch Zeit!!!! Ein neues Jenseits (und noch dazu kein schlechtes?) Eigenlob stinkt, wie wir wissen, trotzdem sind wir zufrieden mit dem, was da vor dir liegt. Aber keine Zurückhaltung, mach dir selbst ein Bild, zerlege unsere Vorschusslorbeeren und drück uns zu Boden. Wir wären dank kräftiger Mithilfe der Polizei sicherlich nicht die ersten die in dieser Position verenden. Aber keine Sorge: wir lassen uns nicht unterkriegen und machen weiter. Schreiben über das ach so "freie Österreich", versuchen Geschichte "mal anders" als immer zu erzählen und werfen kritische Blicke auf die, die uns beobachten. Auch du kannst uns gerne überwachen, leider wirst du nicht der/ die erste sein denn einige hundert(-tausend) Kameras sind schon längst dabei. Aber keine Angst wir beruhigen dich wieder, zeigen dir wie schön die Welt ist / bzw. Mülldeponien sind und lassen dir Platz für Eigenes. Denn du bist gefragt, wenn es darum geht Geschichten zu schreiben, Selbstgeschreibseltes zu veröffentlichen und uns mit Kritik zu überhäufen. Denn auch wir wollen besser werden und nicht wie das österreichische Schulsystem in fünfzigminütigen Schlafeinheiten enden. Zum Abschluss bieten wir auf dem achtundzwanzigseitigen Bastelwerk ein wenig Ausgehvergnügen, organisiert von und für Menschen in den besten Jahren. Also denn bis zum nächsten Mal Liebe Grüße die Redaktion Seite 14-15 Seite 16 Tagebuch Seite 17-18 G.A.S Leseprobe Seite 18 Seite 19 Seite 20 Mehr Kunst Operation Spring Freiraum für LeserInnen Seite 21 Seite 22 Seite 23 Erzählwettbewerb Niemand ist Frei Funktionierst du noch// Lebst du schon Seite 24 Seite 25 Seite 26 Seite 27 Überwachung p2 Ganz Normal Comic Veranstalltungen Ps: und wenns dir nicht gefällt dann machs besser! jenseits . . . Überwachung Wikipedia (offenes Internetlexikon) hier zu: Überwachung oder Observation (v. lat. observare = beobachten) ist die aufmerksame Beobachtung von Personen bzw. Objekten zu technischen, politischen, militärischen oder anderen Zwecken. Mensch unterscheidet u.a.: 1. Verkehrsüberwachung skandinavischen Ländern und in Großbritannien die neuen Formen der elektronischen Kontrolle als "Errungenschaft der Demokratie" gepriesen, andererseits befürchtet beispielsweise der Europäische Gerichtshof in seiner Herleitung für das Recht auf Datenschutz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wenn die Bürger nicht mehr wissen, wann und in welchem Maße sie beobachtet werden, werden sie sich aus Angst vor Repression auch vorsichtiger verhalten. Überwachung mittels Videokamera: Eine Form der Überwachung, die an öffentlichen Plätzen, z.B. Bahnhöfen, aus Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt wird. In Deutschland wurden diesbezüglich Modellprojekte, etwa in Regensburg durchgeführt, die auf heftigen Widerstand unter DatenschützerInnen stießen. Mittlerweile ist die Video Überwachung kein Modellprojekt mehr, sondern wird in vielen Städten offiziell eingesetzt. Auch Kaufhäuser werden in der Regel Video überwacht, um Ladendiebstählen vorzubeugen. Es gibt Anstrengungen, die Videoaufnahmen mittels einer Software, häufig Gesichtserkennung auch pattern matching genannt, automatisch auszuwerten und mit bestehenden Personenbildern zu vergleichen. Zur zweifelsfreien Erkennung genügen inzwischen schon kurze Aufnahmen von wenigen Signalen, beispielsweise der Augenpartie. Mit dem Einsatz dieser Technik wäre es nicht mehr möglich, anonym an beispielsweise politischen Demonstrationen teilzunehmen. BürgerrechtlerInnen befürchten eine globale DemonstrantInnen-Datenbank oder enorme Repressalien, wenn beispielsweise die Polizei Fotos von DemonstrantInnen an die jeweiligen ArbeitgeberInnen weiter geben würde. Audio - Überwachung Neben den konventionellen Methoden wie versteckten Wanzen gibt es noch die ausgefallenere Methode der optischen Mithöreinrichtung. -> fortsetzung Seite 24 2. Technische Überwachung von Anlagen oder die Überwachung von Umweltdaten (z.B. des Ozonlochs) Erstere dient vor allem der Vermeidung von Störfällen (z.B. TÜV), letztere zur Aufdeckung und Kontrolle von Umweltschäden. 3. Medizinische Überwachung (z. B. die Überwachung von Kranken in der Intensivstation) Hier werden ständig lebenswichtige Daten wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung kontrolliert, um im Notfall schnell eingreifen zu können. 4. Elektronische Überwachung wird oft benutzt, um eine Beobachtung aus der Distanz mittels elektronischer Ausrüstung oder anderer technischer Mittel zu beschreiben. 5. Neben technischen Maßnahmen kann Überwachung auch mit "low-tech" durchgeführt werden, etwa durch Beschattung. 6. Militärische Überwachung von Räumen bzw. Gelände Die oben genannten werden von staatlichen Geheimdiensten und der Polizei eingesetzt, können aber auch der Kontrolle von ArbeitnehmerInnen in Unternehmen dienen. Diese zweite Art der Überwachung ist in Deutschland in hohem Maße illegal, während in USA oder auch in Großbritannien ArbeitgeberInnen Angestellte beispielsweise völlig legal mittels am Arbeitsplatz installierten Kameras überwachen dürfen. Auch das Mitlesen des EMail-Verkehrs der Angestellten ist Firmen in den USA im Gegensatz zu Deutschland erlaubt. Der Grad der Überwachung ist ein heissumstrittenes und sehr problematisches Thema. Einerseits werden beispielsweise in den es gibt ein Leben nach der Schule Weggeschaut: Seibane Wague Am 9. November 2005 sprach Richter Pohnert das Urteil im Prozess wegen fahrlässiger Tötung von Seibane Wague (noch nicht rechtskräftig). Zwei der Angeklagten wurden zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt, die restlichen acht Angeklagten wurden freigesprochen! Das milde Urteil zeichnete sich schon im Laufe des Verfahrens ab. Nie war davon auszugehen, dass die Verantwortichen zur Rechenschaft gezogen werden. Und nun steht es fest: Der Notarzt und ein Polizist (er hatte Seibane Wague mit seinem ganzen Körpergewicht über lange Zeit belastet) wurden wegen fahrlässiger Tötung zu sieben Monaten bedingter Haft (noch nicht rechtskräftig) verurteil. Die restlichen Angeklagten wurden freigesprochen. Unter anderem, weil es keine entsprechenden Schulungen gegeben hätte und sich die BeamtInnen "schulungskonform" verhalten hatten. Mit anderen Worten: Die Amtshandlung war zwar rechtswidrig, wie der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) und der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) erkannten, jedoch können die Angeklagten nichts für ihr Verhalten, da sie es ja nicht besser wissen konnten. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Stellungnahme Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague vom 9. November 2005 zum Urteil im Prozess. (gekürzt) Die Hoffnung auf ein halbwegs gerechtes Urteil, ist mit der heutigen Urteilsverkündigung durch Richter Dr. Pohnert zerschlagen worden. Von den zehn Beklagten deren Handlungen zum Tod von Herrn Wague geführt haben, wurden lediglich zwei (der Notarzt und ein Beamter) "schuldig" gesprochen wegen fahrlässiger Tötung sind sie zu jeweils 7 Monaten bedingter Haft symbolisch verurteilt worden. Die Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague ist entsetzt über den Urteilspruch, der in keinster Weise nachvollziehbar oder logisch ist. Sie stellt sich weiters die Frage, wie es in einem Rechtstaat möglich ist, obwohl die Beweislast gegen jeden der Angeklagten erdrückend war, wieder einmal und gegen jede Vernunft zu so einem Urteilspruch kommen konnte. Weder die Sicht der Staatsanwaltschaft und der Anwältin der Privatbeteiligten, noch die Erkenntnisse der gerichts medizinischen Gutachter (Prof. Dr. Risser & Prim. Dr. Hudabiunigg) die bestätigt haben, dass Herr Wague unter der Last der Beamten und zwar mehrerer! gestorben ist kommen im Urteil zum Ausdruck. Bei Herrn Wague handelt es sich nicht um einen Einzellfall. Wie viele Menschen afrikanischer Herkunft müssen noch sterben, bis sich die Polizei nicht mehr auf ihre mangelhafte Ausbildung berufen kann? Auch die Tatsache, dass im Prozess seitens der Polizeibeamten wieder einmal ganz offensichtlich gelogen wurde, als auch in der Behandlung von Herrn Wague , -( er wurde beschimpft und geschlagen, während er an Beinen und Händen gefesselt am Boden unter den Füssen und Knien der einzelnen Beamten und Sanitäter lag) sieht Richter Dr. Pohnert keinen Handlungsbedarf. 'Wir haben ein modernes Strafrecht', 'Es wird nicht vom Gedanken an Sühne beherrscht.' - wird Richter Pohnert zitiert, es sollte aber auch nicht von Willkür, Dummheit und Ungerechtigkeit beherrscht werden! Keine Strafe der Welt kann uns Seibane wieder in unsere Mitte bringen, aber ein gerechtes nachvollziehbares Urteil hätte eine Signalwirkung gehabt, die sagt, dass es in Österreich nicht sein kann, dass Menschen das Recht auf Leben genommen wird und es keine Konsequenzen dafür gibt. Die Plattform Ger. S. Wague fordert deshalb, die Staatsanwaltschaft Wien unbedingt auf ein Berufungsverfahren anzustrengen um in weiterer Folge einen zweiten unabhängigen Prozess zu führen. Die Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague kann und will dieses Urteil nicht akzeptieren - no peace without justice. ---------------------------------------------------------Links: no-racism.net/rubrik/98/ www.sosmitmensch.at/stories/516/ de.wikipedia.org/wiki/Seibane_Wague www.zara.or.at/_doc/ai_cheibani_wague.pdf Allgemein: www.zara.or.at/ jenseits . . . Blickpunkt: Bildung/ Gehrer Am 4. Mai 1995 wurde Elisabeth Gehrer zur Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten ernannt. Seit über 10 Jahren treibt sie somit bereits ihr (un-) Wesen in der Bildungspolitik unserer kleinen Republik. Während von ihrer Seite zuletzt mit "coole Schule" Werbung gemacht wird und eine "tolle neue Schule" versprochen wird sind viele mit dem was in den letzten 10 Jahren passiert ist bei weiten nicht zufrieden. Sparmaßnahmen, Erhöhung der Klassen SchülerInnenhöchstzahlen und steigende Soziale Hürden (wie Studiengebühren) sind nur einige Signalwörter die hier dargebracht werden. Massive Zugangsbeschränkungen (vor allem im Uni-Bereich) eine Schulpolitik die alles beim alten belässt und schlechtes Abschneiden bei Internationalen Vergleichen bestimmen das Bild das Gehrer in den letzten 10 Jahren zurückließ. Auf Forderungen wie die mit Anderen Mitteln zu Unterreichten, starre 50 min Modelle aufzubrechen und mehr in Richtung Projektunterricht zu gehen wurden von Ihr weitgehend ignoriert. Genauso wie verstärkte Forderungen in Richtung Gesamtschule (Schule für alle, mit keiner Aufteilung in Haup/Sonderschulen/Gymnasium) waren Ihr massive Proteste von Seiten der Schüler und Schülerinnen sowie Studierender Kräfte auch egal. Zum Werdegang: Elisabeth Gehrer wurde am 11. Mai 1942 in Wien geboren. 1949 übersiedelte die Familie nach Innsbruck. Nach Abschluss des Gymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck unterrichtete sie von 1961 bis 1964 in Hart im Zillertal, anschließend zwei Jahre an der Volksschule Lochau. Seit 1964 ist Elisabeth Gehrer mit Fritz Gehrer in Bregenz verheiratet, sie ist Mutter dreier erwachsener Söhne. Ihre politische Karriere begann 1980, als sie in Bregenz zur Stadträtin für Musik und regionale Zusammenarbeit gewählt wurde.1990 schließlich wurde sie als erste Frau Mitglied der Vorarlberger Landesregierung. Am 4. Mai 1995 wurde Elisabeth Gehrer zur Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten ernannt. Am 12. März 1996 wurde sie erneut angelobt. Am 4. Februar 2000 erfolgte die Angelobung als Mitglied der Bundesregierung Schüssel I. Ihre Zuständigkeitsbereiche sind Bildung, Wissenschaft und Kultur. Am 28. Februar 2003 wurde Elisabeth Gehrer neuerlich als Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur im Kabinett Schüssel II angelobt. Der bei den Big Brother Awards verliehene Lifetime Achievement-Award wurde in Österreich 2004 kurzerhand in „Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis für die nachhaltigste Annäherung an die Romanvorlage 1984“ umbenannt, nachdem Elisabeth Gehrer diesen Preis 3 Jahre hintereinander gewonnen hatte. Besonders großen Unmut zog sich Elisabeth Gehrer zu, als sie Jugendliche aufforderte, „Babys zu machen“ anstatt auf Partys zu gehen Links zum Thema: www.oevp.at/gehrer/ www.oeh.ac.at/ www.mundtot.at/ www.pisa-austria.at/ http://kurier.at/oesterreich/1199828.php www.bigbrotherawards.at/2005/Gewinner_Gallery es gibt ein Leben nach der Schule LSV- Wien Flo Engel Die LSV-Wien ist die gesetzliche Vertretung aller BMHS Wiener SchülerInnen, und besteht aus drei Bereichen (AHS, BMHS und Berufsschulen) mit insesamt 24 Mitgliedern unter denen sich drei LandesschulsprecherInnen (eine/n für jeden Bereich) befinden. SIP- möglichkeit zum Mitbestimmen. Die Geschichte des SchülerInnenparlaments, kurz SIP, begann im Jahr 1992 als von Martin Wolfram das erste BundesschülerInnenparlament (BSIP) veranstaltet wurde. Ein Jahr darauf gab es ein weiteres BSIP, dieses sollte das Letzte für die nächsten sieben Jahre sein. Im Jahr 2000 rief der Wr. AKS-Landesschulsprecher Martin Binder-Blumenthal wieder ein SIP, diesmal für den AHSBereich, ins Leben. 2001 kamen dann außerdem SIPs in Oberösterreich sowie in Wien für den BMHS-Bereich zustande. 2002/03 fanden in Wien 6 SchülerInnenparlamente im Wiener Landtagssaal statt bei denen bis zu 150 SchülerInnenvertreterInnen und SchülerInnen teilnahmen. Am SchülerInnenparlament können alle interessierten SchülerInnen teilnehmen. Stimmberechtigt ist nur SchülerInnenvertreterIn pro Schule, Rederecht hat jedoch jede/r SchülerIn. Am SIP werden bildungspolitische Themen wie z.B. Stundenkürzungen, Bildungs- Jasmin Unfried AHS Michaela Walter BS -abbau und Gesamtschule diskutiert und kommen als Anträge formuliert zur Abstimmung. Natürlich kommen auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen wie geschlechtsneutrale/ geschlechtssensible Sprache, oder der GATS-Vertrag(General Agreement on Trade in Services), der als Privatisierungsvertrag auch die Schulen betrifft, zur Sprache. Die vom SchülerInnen-parlament beschlossenen Anträge werden dann der Stadt Wien und Stadtschulrat für Wien übergeben. Auch die inhaltliche Pisitionierung der LSV passiert auf dem Sip mit Anträgen. Auch dieses Jahr wird dem Projekt SchülerInnenparlament ein enormes Gewicht verliehen. Geplant sind 5 SchülerInneparlamente die für alle drei Bereich vorgesehen sind. Zusätzlich gibt es noch ein Frauenparlament, wo sich nur Frauen geschlossen positionieren können und ein Berufsschuls-Sip, das am Abend für alle BerfusschülerInnen stattfinden wird. Das SIP gibt allen SchülerInnen die Möglichkeit ihre Meinung zu sagen und die Arbeit der LSV mitzubestimmen. Link: www.ahs-lsv.at/ jenseits . . . Blickpunkt: Leben im Müll Nehmt diesen Text als Anreiz dafür euch damit auseinanderzusetzten welche Möglickeiten ihr eigendlich habt, und um euch einmal zu überlegen in welch verdammt priveligierten Lage wir uns befinden. Denn im Gegensatz zu vielen Menschen in der sogenannten “dritten Welt” haben wir eindeutig die Möglichkeiten etwas an unser Situation zu ändern. Ich weiß, es bringt nichts weiter, wenn ich mich weinend am Boden zusammenkauere und verzweifle. Ich weiß auch, dass es nichts weiterbringt, wenn ich mir die Kehle heiser schreie. Aber manchmal geht es nicht anders. Manchmal will ich die Tränen nicht zurückhalten, sondern meinem Schmerz Ausdruck verleihen. Manchmal hab ich auch keine Kraft mehr. Manchmal schreit meine Stimme einfach, weil Menschen so taub wirken. Weißt du wie es ist, jeden Tag aufzustehen, und eigentlich nur für das "Gute" kämpfen zu wollen, und immer nur vor den Kopf gestoßen zu werden, eine Enttäuschung nach der anderen zu erleben, mit Arroganz und Unverständnis konfrontiert zu werden, mit einer Sicht der Welt, die ich nicht verstehe. Für den Versuch ein klein wenig Gerechtigkeit in die Welt zu bringen, anderen zu helfen, zu hoffen, dass andere dieses auch machen, erntet man schiefe Blicke. Kann mir jemand erklären wieso? "Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen", sagte ein Freund zu mir. Aber das geht nicht. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, dass die Kinder, die du jeden Tag in deine Arme genommen hast, unterernährt sind, keine oder nur eine sehr schlechte Schulbildung erlangen, keine Zukunftsperspektive haben, oft für einen Hungerlohn stundenlang hart arbeiten müssen, plötzlich kein Dach mehr über dem Kopf haben. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, dass wieder eine Mutter oder ein Vater mehr ihr Glück in den Staaten versuchen will und ihre Kinder zu Waisen macht. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, wenn dir ein Kind weinend in die Arme fällt, weil es in dem Heim, wo es ist, nicht bleiben will. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, wenn ein Kind verzweifelt zu dir kommt, du es bei dir zu hause aufnimmst, bevor es auf der Straße schlafen muss, weil du genau weißt, dass du die letzte Hoffnung für es bist. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, wenn du einem Mann gegenüber sitzt, der eine seiner Töchter vergewaltigt, die andere und noch ein kleines Mädchen missbraucht hat, du genau weißt, wie sehr er damit deren Leben ruiniert hat, auch wenn wir uns wohl alle nicht vorstellen können, was es heißt jahrelang auf der Straße zu leben, sich mit 16 Jahren schon zu prostituieren, um sich sein Crack leisten zu können. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, wenn du im Regen stundenlang einer Familie hilfst ihre Hütte aus Holzbrettern und Wellblech wiederaufzubauen, weil das viele Wasser sie weggeschwemmt hat. Lass es dir nicht zu Herzen gehen, lass dir all das Leid auf dieser Welt nicht zu Herzen gehen, wenn du es kannst. Ich kann es nicht. Ich habe jeden Tag versucht, meinen Kleinen ein paar schöne Stunden zu verschaffen. Aber ich musste die Realität sehen, dass diese Kinder nicht Kind sein dürfen. Dass für 2Std Fußball, 3mal in der Woche keine Zeit ist, wenn die Arbeit ruft. Dass die Kinder, wenn ein großer Müllwagen die Straße entlang, am Fußballfeld vorbei, Richtung Müllhalde fährt, vom Training davon und dem Wagen hinterherlaufen, aufspringen, und wie kleine Profis, blitzschnell alle Müllsäcke aufreißen, um die ersten zu sein, die Dinge, die viel- es gibt ein Leben nach der Schule leicht noch von Wert sind, zu finden. Ich habe Familien kennen gelernt, die jeden Tag um ihr Überleben kämpfen müssen, weil außer der Müllhalde einfach keine Einnahmequelle da ist, Menschen, die in der Nacht noch Müll verbrennen, um Licht zu haben, um weitersuchen zu können. Kinder deren Spielzeug Müllsäcke sind, deren Lebens- und Arbeitsraum verseucht ist, die mit kaputten Schuhen, zerrissener Kleidung, Schmutz auf Armen und Beinen, stinkend zu mir kamen. Es sagt sich leicht ich soll es mir nicht so zu Herzen nehmen, aber wenn du mal zwischen Geiern und Tierkadavern, Drogensüchtigen und erbärmlichen Unterschlüpfen, die als Schlafplatz dienen, über Müllberge, den Lebensraum der kleinen, süßen, so liebenswerten Kinder, mit denen ich arbeite, gestapft bist, die Armut mit eigenen Augen gesehen hast, dann wird es dich auch nicht mehr kalt lassen, dann wirst du mich verstehen, und auch etwas ändern oder zumindest beitragen wollen. Aber zum Glück ist ja alles weit weg, dort drüben, in der Dritten Welt, und wir brauchen uns nicht groß Gedanken darüber machen, was dort passiert. Nur für mich sind es nicht irgendwelche Leute. Für mich sind es die Menschen, mit denen ich mein letztes halbes Jahr verbracht habe, teilweise Freunde, deren Häuser, deren Familienumstände ich kennen gelernt und deren Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung ich hautnah zu spüren bekommen hab. Ich war jede Woche die Familien meiner Kinder besuchen, hab zu manchen eine sehr enge Beziehung aufgebaut, hab versucht zu unterstützen, wo es nur möglich war, wenn mal wieder kein Geld für die Miete oder für eine Glühbirne da war, die man aber braucht, wenn man die ganze Nacht kleine Speisen zubereiten muss, welche man am nächsten Tag verkaufen muss, damit am Abend eine Mahlzeit am Tisch steht. Ich saß in der Gosse neben jungen Menschen, die sich Heroin spritzten und Crack rauchten, hab versucht mit ihnen zu reden, für sie da zu sein. Mir sind diese Kinder ans Herz gewachsen, mir sind sie alles andere als egal, und ich will zumindest alles mir mögliche versuchen um ihnen ein gesundes Leben mit Perspektiven zu ermöglichen. Ich habe nämlich auch gesehen mit wie einfachen Mittel man diese Kinder glükklich machen kann. Traurig und wütend bin ich nicht wegen der Menschen, mit denen ich arbeite. Zum schreien, heulen, ausrasten zu mute ist mir wegen all derer, die Schuld haben an ihrer Armut. Wegen all jener, die sich genüsslich in ihren fetten Chefsessel setzen, den Krawattenknoten ein wenig lockern, sich einen Café bringen lassen, einen Blick aus dem Fenster auf ihren BMW M5 werfen und mir erzählen sie hätten kein Geld. Wegen all jener, die, wie die meisten von uns, im Überfluss leben, es sich in ihrer 4-Zimmer-Wohnung gemütlich machen, natürlich jeden Tag brav arbeiten gehen, sich somit ihren kleinen Luxus hart verdienen, vielleicht sogar einmal 10Euro an Licht ins Dunkel spenden um ihr Gewissen zu beruhigen aber weiterhin ohne Gewissensbisse mit jedem Einkauf Menschen ausbeuten. Sie sind ja weit weg, da drüben in der komischen Dritten Welt. Und ändern kann man ja eh nichts an der Situation, dazu sind wir alle zu müde geworden. Die Ungerechtigkeit auszugleichen ist hart, sobald man selbst auf etwas verzichten muss. Ich mach die Vorwürfe uns allen, einschließlich mir natürlich. Ich kann es nicht mehr hören, dass wir so machtlos sind gegen das System und die großen Mächte und uns deswegen darauf ausruhen und dieses unterstützen. Es liegt an jeder/m einzelnen, wie er/sie sein/ihr Leben lebt. Es ist alles andere als leicht etwas zu einer positiven Veränderung der Welt beizutragen, und ich kann mich nur jeden Tag selbst kritisieren und an mir arbeiten, und mit kleinen Schritten vorwärts gehen. Ich weiß aber, wo im Moment meine Hilfe gebraucht wird, nämlich bei Kindern, um die sich sonst niemand kümmert, die teilweise keine Eltern haben, niemanden, bei dem sie Aufmerksamkeit, Liebe und Geborgenheit erfahren. Tatsache ist: Wenn nicht ich eine Alternative zum Müllplatz schaffe, wird es in nächster Zeit wohl niemand tun. -------------------------------------Links: Verein Projekt: http://www.sonador.info/ Straßenkinder: www.kindernet.at/strassenkinder/ Sonstige allgemein Costa Rica: www.costa-rica.de/ de.wikipedia.org/wiki/Costa_Rica jenseits . . . Geschichte mal Anders Der amerikanische BürgerInnenrechtler Marcus Garvey sagte einmal: "Ein Volk, das nichts von seiner Vergangenheit weiß, ist wie ein Baum ohne Wurzeln." Das Meiste, was uns der Geschichtsunterricht in der Schule vermittelt, macht uns keinen Mut, hilft uns nicht, unsere eigene Identität als Mensch zu finden. In dieser Nachhilfestunde möchte ich dir von Menschen und Ereignissen berichten, die dir helfen mögen, deine Wurzeln zu entdecken. Im Jahre 1935 nach Christus ist ganz Afrika von europäschen Konoialisten besetzt. Ganz Afrika? Nein, denn ein kleines Dorf leistet den Eindringlingen seit jeher erbitterten Widerstand. Dies kleine Dorf nennt sich Äthiopien und der Zaubertrank, der ihnen übermenschliche Kräfte verlieh, hieß Stolz. Tatsächlich gab es bis zur Entkolonialisierung Afrikas nach dem zweiten Weltkrieg kein Land, außer Äthiopien, das nicht unter europäischer Fremdherrschaft stand. Viele Menschen sind sich nicht ganz bewusst, was es heißt, dass ein Land kolonialisiert ist oder wurde. Das bedeutet nicht nur wirtschaftliche und politische Abhängigkeit, Unterdrückung, Versklavung und mitunter sogar Mord. Es gibt einen Mord, der fast noch schwerer wiegt, als der an einem Menschen. Es ist der Massenmord, den die Kolonialisten begangen haben. Der Massenmord an Kultur, Geschichte und Identität eines ganzen Kontinents. Durchaus verständlich, dass sich das äthiopische Volk mit Händen und Füßen zur Wehr setzte. Die Arroganz der Europäer, im Besonderen die Italiens, erlaubte es natürlich nicht, dass es ein afrikanisches Land gibt, das seine Würde bewahrte. Also überfiel 1935 das damals schon faschistisch regierte Italien das souveräne Äthiopien. Einem der größten Helden der Geschichte, dem damaligen Negus Äthiopiens Haile Selassie I, ist es zu verdanken, dass das Land heute noch mehr ist, als ein weißer Fleck auf der Landkarte. Letztendlich hatte Äthiopien dem technisch überlegenen Feind allerdings nichts mehr entgegenzusetzen. Das Land wurde besetzt, Selassie musste ins Exil nach London gehen und der italienische König Victor Emanuel wurde zum äthiopischen Staatsoberhaupt erklärt. Unter seiner Herrschaft wurde ein Schreckensregime installiert. Ohne Rücksicht auf jegliche Humanität oder Nachhaltigkeit wurden die Menschen und Ressourcen des Landes ausgebeutet. Doch Haile Selassie hätte seinen Namen, der übersetzt soviel wie "Macht der Dreieinigkeit" bedeutet, nicht verdient wäre er nun untätig in England gesessen, während sein Volk leidet. Im militärischen Kampf um sein Vaterland gar von seinen eigenen Stammesfürsten verlassen organisierte er von London aus den Widerstand des Volkesgegen die Faschisten. Doch wieder machten sich die materielle Überlegenheit und die Skrupellosigkeit der ItalienerInnen bemerkbar. Zehntausende ÄthiopierInnen, die Widerstand leisteten wurden interniert, gefoltert und ermordet. Letztlich kam der Ausbruch des zweiten Weltkriegs den Plänen Selassies zu Hilfe. 1941 gelang es ihm, den englischen Premier Winston Churchill davon zu überzeugen, den faschistischen Feind nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika zu schlagen. Englische Truppen, unterstützt von kenianischen Freiwilligen, vertrieben Mussolinis Schergen aus Abessinien. Dieser vermeintliche Sieg leitete den Untergang des letzten ur-afrikanischen Kleinods ein: Das Land, wirtschaftlich und humanitär am Boden zerstört, bedurfte eines raschen Wiederaufbaus. Da die finanziellen Mittel hiezu nicht zur Verfügung standen und Hilfe aus dem Ausland fast gänzlich ausblieb verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung zunehmend. Das Leiden des Volkes schlug um in Zorn, der sich gegen das Königshaus unter Haile Selassie wandte. Der Plan der Kolonialisten ging auf: Wieder einmal gelang es ihnen Afrika gegen sich selbst aufzuhetzen. Nach einigen fehlgeschlagenen Putschversuchen ergriff 1974 das Militär unter Megistu Haile Mariam die Macht und errichtete eine leninistische Diktatur. Selassie, der unermüdliche Kämpfer für die Menschen, wurde in seinem Palast unter Arrest gestellt und schließlich exekutiert. Von da an war Äthiopien ein afrikanisches Land wie jedes andere, dessen Identität nur mehr durch Gewalt, Leiden und Hunger definiert wurde. Was es nun aus dieser kleinen Geschichte zu lernen gibt? Unzähliges! Aber vor allem lernen wir, dass wir für unser eigenes Leid nicht leichtfertig einen Schuldigen suchen dürfen. Tun wir das und erklären den nächstbesten Mächtigen zum Sündenbock, ergeht es uns wie den armen ÄthiopierInnen, die sich nach dem zweiten Weltkrieg langsam ihr eigenes Grab schaufelten. Und natürlich lernen wir, dass es sich immer zu kämpfen lohnt. Selbst wenn wir nur ein unterdrücktes verelendetes Volk sind und der Gegner Italien - sprich Rom - heißt. es gibt ein Leben nach der Schule EKH /// Freiräume Seit 5. August steht fest, dass das EKH, von der zum Einflussbereich der Stadt Wien gehörenden Baufirma Porr AG gekauft wird. Somit ist das Weiterbestehen Wiens einzigen autonomen Zentrum erstmals gesichert. Weiters werden die Benutzerinnen des Hauses einen Trägerverein gründen, der zukünftig die Verwaltung des Hauses übernehmen soll. EKH? Evangelisches Krankenhaus?? Häh??? Das EKH, die ehemalige Wielandschule, befindet sich im 10. Bezirk und trägt den Namen Ernst Kirchwegers, eines Kommunisten, der in den 1960ern auf einer antifaschistischen Demonstration von einem Neonazi ums Leben gebracht wurde. Bis voriges Jahr befand sich das EKH im Besitz der Kommunistischen Partei Österreich, wurde aber nicht von dieser verwaltet, da sich 1990 Aktivistinnen der Wiener Hausbesetzerinnenszene und des linken Türkischen Vereins atigf dazu entschieden das von der KPÖ nur minimal benutze Gebäude zu besetzten. Ihr Plan ging auf und das Haus wurde in ein Selbstverwaltetes, antinationalistisches, antifaschistisches Zentrum umgewandelt. Zahlreiche Initiativen erhielten dort Unterschlupf, andere sprossen und wuchsen erst aus dem fruchtbaren Boden des EKH's. 15 Jahre lang konnte das EKH, so unter Einverständnis der eigentlichen Besitzerin des Hauses, der KPÖ, als autonomes Sozial und Kultur Zentrum fungieren. Ende letzten Jahres jedoch verkaufte diese, auf Grund einer schweren Finanzkrise, das EKH an den aus der Rechtsextremen Szene bekannten Immobilienspekulanten Christian Machowetz. Dieser kündigte prompt die Mietverträge für 2/3 des Hauses. Da die EKH - BenutzerInnen aber in keinster Weise daran dachten das Haus zu verlassen, wurden sie mit Räumungsklagen überhäuft, durften Besuch aus der Neonaziszene empfangen und mussten dabei zusehen wie ihre Haustüren entfernt wurde. Trotz allem ließen sie sich nicht davon abhalten durch Demonstrationen, Solidaritätsfesten und viele andere Aktionen ihren Protest kund zu tun, und die Forderung an die Stadt Wien eine für die Benutzerinnen vertretbare Lösung zu finden, immer wieder laut werden zu lassen. Aber auch sonst hat Wiens Besetzerinnenszene den Sommer über nicht geschlafen. So veranstalte die Gruppe Freiraum unter bzw. über anderem, zwischen 12. und 21. Juli eine Baumbesetzung. Besetzt wurde nicht irgendein x-beliebiger Baum, nein, seltsamer Weise wählte die Gruppe Freiraum einen Baum, der sich in dem hinter dem Narrenturm gelegenen, seit sechzig Jahren so gut wie unbenutztem Areal befand, welches von der Gruppe seit 2003 bereits 4 mal besetzt worden war. Auf dem eben genannten Baum wurde eine Baumbesetzterinnen Hütte errichtet, die Platz für zwei Aktivistinnen bot. Während der neun tagelangen Periode über welche hinweg der Baum besetzt war, wurden zur Unter/stützung/haltung der zwei auf dem Baum ausharrenden Aktivistinnen + zweier Secureties, welche eigens für die Bewachung des Baumes eingestellt worden wahren, viel Musik eine Lesung und ein Videoabend veranstaltet. Veranstalter waren der nicht besetzende Rest der Freiraumgruppe und Sympathisanten aus der linken ( / ) Hausbesetzerinnen Szene. Des Weiteren war in der Kunsthalle Exnergasse(WUK) von 30.6. bis 23.7. eine Ausstellung unter dem Titel Freibesetzt zu sehen. Den Kern bildete ein von niederländischen Künstlern aus Plakatwänden zusammengebasteltes Papierhaus, auf dessen Innenseite diverse Projekte aus der “HausbesetzerInnenmetropole” Rotterdam präsentiert wurden. Um das Paperhouse herum wurden Plakatwände aufgestellt, auf welchen Dokumaterial zur Geschichte und Gegenwärtigen Situation, der wenigen seienden oder gewesenen Wiener Freiräume wie z.B. zu V.E.K.K.S, Fluc und Arena, zu betrachten war. Außerdem würde für die Ausstellungsdauer ein Kostnixladen eingerichtet und die Abende wurden mit Diskussionsveranstaltungen und Filmvorführung zum Thema ("Überraschung") Freibesetzt zugebracht. (Möge der nächste Sommer so kühl werden wie der vergangene!) --------------------------------------Links: www.ekhbleibt.info www.umsonstladen.at www.freiraum.at.tt jenseits . . . Africans abroad Während die einen von einer multi-kulturellen Gesellschaft träumen, warnen die anderen vor dem Verlust der eigenen Identität, zahllosen Konflikten und muslimischen Attentätern. Die wahren Probleme, vor die wir im Zusammenhang mit Migration gestellt sind, werden vergessen Einst waren es die KolonialistInnenen, die AfrikanerInnen nach Europa und Amerika verschleppten, um sie zu versklaven und ihre Arbeitskraft auszubeuten. Ihre Nachkommen leben noch heute unter uns und sind ein nicht wegzudenkender Teil der europäischen und amerikanischen Bevölkerung. Die Geschichte der Zwangsumsiedlung hat auch heute noch kein Ende gefunden. Heute läuft sie unter dem Titel "Wirtschaftsflucht" in subtilerer Form weiter. Diese beiden Formen der Emigration von AfrikanerInnen haben unschätzbare Auswirkungen auf deren Lebensverhältnisse in ihrer neuen Heimat. AfrikanerInnen in Österreich, das niemals eine Kolonialmacht gewesen ist, gehören ausschließlich der zweiten Gruppe an. Ihre einzige Möglichkeit in den "goldenen Westen" zu gelangen war es, um politisches Asyl anzusuchen. Blickt man auf die Lebensverhältnisse afrikanischer AsylwerberInnen in Österreich, gelangt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es in diesem Land keine gute Idee ist, von der Staatsgewalt abhängig zu sein und obendrein noch eine dunkle Hautfarbe zu haben. Die Politik scheint bemüht AfrikanerInnen mit allen Mitteln aus dem gesellschaftlichen Treiben auszuschließen. Wie ist es nun um AfrikanerInnen in vergleichbaren europäischen Industriestaaten bestellt? Gut nicht, das ist sicher, aber auf jeden Fall besser. Vor allem sind sie in Ländern wie Frankreich oder Deutschland nicht in dem Maße sozial Aussätzige, wie bei uns. Zum Teil ist das natürlich darauf zurückzuführen, dass diese Länder ehemalige Kolonialstaaten sind und die Geschichte afrikanischer Immigration daher nicht so kurz wie in Österreich. Eine gänzlich befriedigende Antwort ist das allerdings nicht. Die eigentliche Herausforderung der "Multi-Kulti-Gesellschaft" sind die assimilierenden Aspekte der Integration. Dass wir verfolgten Menschen Asyl gewähren sollten, müsste eine Selbstverständlichkeit sein. Auch die so genannten "Wirtschaftsflüchtlinge" haben einen legitimen Grund, ihre Heimat zu verlassen, wenn ihnen daheim jegliche Lebensgrundlage fehlt. Ergo ist es unumgänglich, dass Menschen anderer Kulturen zum Beispiel nach Österreich emigrieren. Diese Menschen nun zu Deutschkursen zu verdonnern und sie dazu zu bringen sich einer "Leitkultur" anzupassen, hat Züge eines kolonialistischen Chauvinismus. Tut man dies allerdings nicht, bleiben Zuwanderer für immer vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Ihnen bleiben dann ungelernte Arbeiten, schlechte Ausbildung und im Extremfall Drogenhandel und Prostitution. Diese Zwickmühle verdeutlicht einmal wieder das Versagen großer Lebensgemeinschaften wie Staaten und Großstädten. Eine Gesellschaft, in der mehrere sehr unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Lebensgewohnheiten existieren ist zum jetzigen Entwicklungsstand des Menschen nicht problemlos realisierbar. Doch vielleicht sind es gerade diese Probleme des interkulturellen Konflikts, die uns inneres Wachstum zu wahrer, ehrlicher Toleranz ermöglichen. links: www.zara.or.at/ http://www.no-racism.net/ es gibt ein Leben nach der Schule Blickpunkt: Homoehe? Die Diskriminierung der anders-Liebenden hält an. Immer noch werden homosexuelle Menschen von der Gesllschaft benachteiligt und beeinträchtigt ... Homosexualität ist so normal, wie alle andere Formen von Sexualität. Das wird mittlerweile von PsychologInnen, und beinahe allen anderen und Wissenschaftlerinnen anerkannt. Nur in der Politik und in klerikalen Kreisen wird diesnicht wahrgenommen oder als abnormal und unnatürlich propagiert, gerade das wirft die Frage auf wie sich auf gesetzlicher Ebene überhaupt jemals etwas ändern soll. AntiDiskriminierungsgesetz für Homosexuelle? Tatsächlich wurde erst kürzlich ein Antidiskriminierungsgesetz abgesegnet, dass zwar rassistische, sexistische Diskriminierung und die Ungleichbehandlung von körperlich und geistig Behinderteten einschließt, jedoch das Thema Homosexualität vollkommen ausklammert. Dieses Gesetz ist zwar nur ein kleiner Schritt für Frauen, AusländerInnen und Menschen, die von der Gesellschaft behindert werden, dennoch können sie sich zumindest der Gewissheit hingeben wahrgenommen zu werden. Homosexualität wird hingegen gerne vergessen oder sogar totgeschwiegen, dass beweißt zu mindestens die Ablehnung der Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) ein Inserat eines Schwulen und Lesben Vereins zu schalten. Es sei nicht im Sinne der Blattlinie, gesetzlich durchaus nichts verbotenes. Wozu Ehe, wenn mensch sich liebt? Die Frage nach der Ehe oder einer gesetzlich eingetragenen Partnerschaft die der Ehe nahe kommen würdewieder und wieder damit abgetan, dass es doch nicht nötig sei sich zu verheiraten, wenn mensch sich liebt. Das ist doch nur bedingt ein Argument, denn nicht nur heterosexuelle Paare sollten die Möglichkeit haben sich offiziell zu lieben. Nebenbei sollte auch erwähnt werden, dass eine Ehe sehr wohl auch andere, zum Beispiel steuer-rechtliche Begünstigungen, hat und dass zum Beispiel bei dem Versterben einer der PartnerInnen, bei einer Ehe der Gatte oder die Gattin Haupterbe ist, jedoch der/die PartnerIn einer homosexuellen Beziehung leer ausgeht. Es ist Zeit, dass in Österreich, ein Staat, der sich als aufgeklärt definiert, Gesetze beschlossen werden, die solche Diskriminierungen verhindern und ein Umdenken in der heutigen Gesellschaft stattfindet. In allen Ländern rund um die Welt gibt es homosexuelle und bisexuelle Menschen. Über die Frage, wieviel Prozent aller Menschen homosexuell sind, ist schon viel geschrieben worden. Es ist kaum möglich, eine Prozentzahl anzugeben, die stimmt. Viele Menschen wissen nicht recht, ob sie homosexuell sind oder nicht, andere wissen es zwar, geben es aber nicht zu, wieder andere haben gleichgeschlechtlichen Sex, sind aber nicht homosexuell usw. Das macht statistische Aussagen sehr schwierig. Wahrscheinlich sind die wenigsten Menschen rein hetero- oder rein homosexuell, sondern irgendwo dazwischen. Sie mögen zwar das eine Geschlecht mehr, könnten sich aber befriedigenden Sex mit dem anderen Geschlecht vorstellen. Lange Zeit galt Homosexualität als etwas abartiges, widernatürliches, perverses und wurde strafrechtlich verfolgt. Im dritten Reich wurden Homosexuelle mit einem “rosa Winkel” gekennzeichnet und in Konzentrationslager abtransportiert. Obwohl sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert hat und mensch toleranter geworden ist, werden Homosexuelle auch heute noch von der Gesellschaft belächelt und als minderwertig betrachtet. "Hau ab, du schwule Sau! - Igitt, ich bin doch keine Lesbe!" ist nicht selten zu hören. Feindseeligkeiten und Vorurteile gegenüber Homosexuellen sind in der Gesellschaft noch immer häufig zu finden. Das muss sich ändern!!!!!! links: www.hosi.at www.tschau.ch/d/sexualitat/themenbereiche? sub_th=homosexualitaet_und_bisexualitaet http://www.rainbowgirls.ch/ jenseits . . . Alternativen müssen her!! Weil es einfach nicht passt wie es ist, weil es besser sein könnte; weil es anders sein kann! KuKuMA stellt sich vor: Ist es nicht toll, in einem freien Land zu leben? Ein Medienmonpol der APA (Austrian Press Agentur), die uns zwar mit einer breiten Palette an Tageszeitungen versorgt, von Pressefreiheit jedoch kaum die Rede sein kann. Ein Kunst und Kulturprogramm, dass aus Konservendosen zu kommen scheint und KünstlerInnen kaum die Möglichkeit bietet, sich selbst zu verwirklichen, wenn sie nicht über das nötige Kleingeld oder die richtigen Beziehungen verfügen. Als Reaktion darauf gibt es KuKuMA, Verein für Kunst Kultur und Medien -Alternativen. Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Gewürz, haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Freiräume für jugendliche KünstlerInnen zu schaffen und eine Vernetzungsplattform für alle darzustellen, die eigene Projekte verwirklichen oder an anderen in welcher Form auch immer Teil haben wollen. Unser erstes Projekt ist "Jenseits", das du gerade in deinen Händen hältst. Am 5.November hielten wir zum Gründungsauftakt in der SchülerInnenschule im WUK unser Eröffnungsfest unter dem Motto "No Idea(l)". Am Nachmittag gab es einen Improvisationstheater-Workshop, danach wurde gekocht und am Abend spielten 2 Bands und DJs. Um halb zwei war das Bier aus, ein Fehler, aus dem wir sicher gelernt haben. Von den etwa 100 Leuten waren am nächsten Tag nur noch eine Handvoll zum aufräumen da, vielleicht nicht so nett negativ lustig war's trotzdem. Zukünftig verwirklichen wir vielleicht eine Idee von und mit dir, mit ihr da Drüben oder von Ihm neben dir. Was ihr euch erträumt kann mit uns real werden. Ob Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Festln, Veranstaltungen oder was auch immer, das Programm kommt von euch. Wenn kommerzielles Interesse nicht im Vordergrund steht, fallen viele Einschränkungen der Individualität und Qualität eines Projektes weg. Dadurch hoffen wir, der grauen Kunstund Kulturland-schaft zu etwas mehr Farbe zu verhelfen und jungen KünstlerInnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Projekte zu verwirklichen. Warum überhaupt KuKuMA?? "um eine Alternative aufzubauen, offene Räume zu schaffen, um Menschen, die etwas ändern wollen, Perspektiven anzubieten" “aktuelle Kunst öffentlich zugänglich mache, einen Ort zu schaffen an dem Menschen verschiedenster Bereiche sich begegnen, austauschen, zusammen arbeiten können und die Möglichkeit haben sich zu Präsentieren" "um Verantwortung zu teilen, Türme zu bauen und am Morgen etwas zu ändern, um Fragen zu stellen, um Andere zu begleiten um zu bewegen, um eine Alternative anzubieten" "wichtig, dass alle Menschen ungeachtet ihrer Ressourcen und/ oder ihrer Beziehungen freien Zugang zu Kunst und die Möglichkeit haben diese frei auszuüben und sich selbst zu verwirklichen." "um eine alternative Austauschplattform zu schaffen für ALLE Bereiche, Menschen zusammenzubringen, zur Ermöglichung freier Ausdrucksmöglichkeiten" "Schaffung eines alternativen Mediennetzwerkes, beitragen zu einer sich selbst fördernden und Selbstorganisierten Kunst Kultur und Medienlandschaft." "Freie Entfaltung im Kunst Kultur und Medienbereich ohne kommerzieller Motivation ist für alle Schaffenden in einem NETZWERK möglich" Sammlung von Gründen die für uns persönlich wichtig sind und warum wir bei KuKuMA arbeiten. Von Willi, Vroni, André, Maria Auf bald !! es gibt ein Leben nach der Schule In der heutigen Gesellschaft werden dir Steine in den Weg geworfen, Hürden aufgestellt. Uns ist es wichtig das nicht zu Tun. Uns geht es nicht darum Geld zu verdienen, Kunst zu kommerzialisieren, geschlossene Kreise zu schaffen. KuKuMA soll offen und frei zugänglich sein. Was alles passiert hängt davon ab wie Viele Menschen sich beteiligen, was an Energie hineingesteckt wird und wie ernst das ganze genommen wird. Die ersten Projekte für 2006 stehen schon und warten auf eure Mitarbeit und Beteiligung. Denn gemeinsam sind wir immer stärker und das sollten wir nutzen. BOOKLET "ZEITKULT - KULTZEIT" soll Menschen, die Alternativen ins Leben rufen, die Möglichkeit bieten, sich vorzustellen Im Format eines Booklets werden Menschen, KünstlerInnen vorgestellt, die noch niemand kennt, die aber zum "HEUTE" Einiges zu sagen haben Start: Als Zusatz zu "Jenseits" Später: Eigenes Projekt "Die Ausstellung für Dich, kleiner Mensch" Dekonstruktion feministische Theorie in eine Theorie, die beide Geschlechter auf gleicher Ebene und in gleichem Maße anspricht, denn nur dann wird Gleichberechtigung denkbar nicht Differenzierung Frau/Mann, sondern Differenzierung "Mensch" AUSSTELLUNG: Portraits (Bilder, Fotos, Gedichte) + Fragen Fragen, groß auf Banner gedruckt. Jeder, egal ob Frau oder Mann, ob arm oder reich, soll sich durch sich selbst definieren Fragen: Woher kommst du? Wohin gehst du? Was kannst du? Was kannst du nicht? Was willst du? Wohin willst du? Improvisationstheater-Gruppe Einmal wöchentlich Studieren der Körpersprache, Erweiterung des eigenen Bewusstseins durch das Schlüpfen in die verschiedensten Rollen. Jongleur- Gruppe Ein- zweimal wöchentlich Jonglieren mit diversesten Mitteln. Indoor während der kalten Jahreszeit, wenn's warm wird draußen. Offen für alle die üben wollen oder sich was beibringen lassen wollen. Feste Immer wieder, zu allerlei Anlässen. Mitarbeit und gute Ideen immer gesucht und gebraucht! Bei all diesen Projekten und Gruppen könnt ihr euch beteiligen, und natürlich haben wir noch viel mehr vor. Wenn ihr eigene Ideen habt die hier noch nicht dabei sind dann meldet euch. Für Detaillierte Informationen und wie ihr Mitglieder werden könnt, einfach Mail an Veronika Geiger vroni.geiger@gmx.at Wir schicken euch dann eine Liste mit allen Projekten und Ansprechpersonen. Auf kreative Zusammenarbeit und ein schönes 2006 Das KuKuMA-Team jenseits . . . Tagebuch Montag 12. 9.: Gerade in meiner Gastwohnung angekommen. Wurde von Mme B. meiner mère d'accueil* am internationalen Flughafen von Montpellier aufs herzlichste Willkommen geheissen und freundlich dazu aufgefordert meinen Koffer auf ihren blauen Mini zuzuschleppen. Die Fahrt zu ihrem Apartement* brachten wir mit einem netten Pläuschchen zu. Dieses gestalte sich in etwa so: "Versteh nix" "Si,si" "Versteh noch immer nix" "Si,Si" "Hääääääääääh?" "Si, Scheisse das is ja Spanisch"; Zu Gasthause angekommen wurde ich meinem Zimmer vorgestellt. Wirklich bis aufs Äußerste reizend: ein Bett, ein Kasten, ein Tisch, eine Tür auf der ein Zettel befestigtist , auf welchem "Vous étes dans une famille française", in deutscher Sprache "Sie sind in einer FRANZÖSISCHEN Familie (zu Gast)", geschrieben steht, ein Fenster, vier Wände(himmelgrau), Plüschboden, Decke(weiß),..., ich glaub das wärs dann. Als ich es mir gerade heimelig machte, wurde ich von Mme B. zum Festmahl gerufen. herrlich, großartig - "Des raviolis laus de la micro", auf vorgewärmten Tellern serviert. Nach beendetem Mahl machte ich mich schließlich auf den Rückweg in mein Zimmer und erblickte vis à vis von meiner Tür ein waschmaschingroßes Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Oktoberfest", welches eine brennende Sehnsucht nach dem deutschen Sprachraum in mir erweckte. Jetzt sitze ich hier auf einem fremden Bettchen mit Blick auf das montpellieranische Hotel Mercure und versuche mein Sehnen nach der Heimat durch schriftstellerische Aktivität zu verarbeiten. Mittwoch 14.9.: Meinen ersten Arbeitstag hinter mich gebracht. Wurde von M. de Colbert, meinem Chef, aufs herzlichste Willkommen geheißen und einem Schreibtisch zugewiesen. Nach dem ich eine ausführliche Führung um den ebengenanten bekommen hatte bekam ich von M.C meinen ersten truc aufgetragen. Ich war begeistert, die Briefmarken hier schaun hier ganz anders, so sungetained und entspannt und erst die Briefumschläge die sind total extrovertiert und haben voll den medeteranean Lifestyle drauf. Mein nächster truc war leider etwas weniger amüsant. Ich musste mich mit Werbeaussendungen, die sich vehement dagegen wehrten in drei Teile gefaltet zu werden, herumschlagen. Ça'ts* it for today. Donnerstag 15.9.: Bin entsetzt. Wurde von meiner Gastmutter gerade eben über die immense Gefahr einer chinesischen Invasion Montpelliers ins Licht gesetzt. Wie kann es sein das meine Schule, meine Eltern, zul/a/äst/sen, dass ich zwei Wochen in einer Stadt verbringe, die sich in solch einer prekären Lage befindet. Ich kann, kann und will es einfach nicht glauben! PS: Es mag zwar jetzt unangebracht scheinen, aber ich bin heute draufgekommen das meine Selbsteinschätzung bezüglich meiner geschichtlichen Kenntnisse weit ab von der Realität liegt. Habe z.B. nicht gewusst das Montpellier über eine längere Zeitperiode hinweg unter sowjetischer Herrschaft stand. Sonntag 18.9.: Bin beflügelt. Das gute Wetter hier bringt mich auf so wunderbare Einfälle. Habe heute spontan ein kleines Picknick bei der Haltestelle "Olympisches Hallenbad" der Buslinie “douze” veranstaltet. Mein Buch, Anna und ihre Lektüre waren auch mit dabei. Dieses ging für anderthalb Stunden munter und ungestört dahin bis es leider Gottes wegen Ankunft eines Autobusses, auf dessen Stirn ein Schildchen mit der Nummer 12 befestigt war, abgebrochen werden musste. Nun, da mir der Sinn gerade so danach stand, beschloss ich mich den Bus zu besteigen und an meinen Arbeitsplatz zu fahren. Dort angekommen wurde ich darüber informiert, dass es sich bei Sonntag den 18.9. um den europäischen jour du patremoine handle und bekam die erwürdige Aufgabe übertragen, die hereinströmenden Besuchermassen abzuzählen und aufzuschreiben. Gerührt durfte ich feststellen das es heutzutage doch noch richtige Familien gibt: Oma und Opa, Mama und Papa, Susi und Peter; Alle kamen sie strahlenden Gesichtes, Hand in Hand und Arm in Arm um das Chateau de Flaugergues am jour du patremoine zum Spezialpreis zu genießen. mère d'accueil: Gastmutter apartement: Wohnung truc: Hackn ça: das douze: zwölf Chateau de Flaugerges: Schloß in dem ich zwei wochen gratis gearbeitet habe jour du patrimoine: Tag an dem der Zutritt zu den Museen eigentlich gratis sein sollte es gibt ein Leben nach der Schule Leseprobe: GAS Matt Ruff: "G.A.S.- Die Trilogie der Stadtwerke" Wichtige Personen: Harry Gant - Generaldirektor von Gant Industries, Multitrillionär und ein wirklich netter Kerl Joan Fine - Eine weisse liberale Katholikin und Ex-Frau von Harry Gant Lexa Thatcher - Herausgeberin des "Long Distance Call" und vielleicht so was wie die Heldin dieses Abenteuers Philo Dufresne - Kapitän des U-Boots "Yabba Dabba Doo", Öko-Pirat und einer der letzten überlebenden Schwarzafrikaner Vanna Domingo - Regulatorin der öffentlichen Meinung von Gant Industries Ernest G. Vogelsang - FBI Agent, Sektion für un-unamerikanische Umtriebe Kite Edmonds - einarmige hunderteinundachtzigjährige Veteranin des amerikanischen Bürgerkriegs und Freundin von Lexa Erstmal eine kleine Leseprobe: Das Negerproblem, mit dem Gant Industries zu kämpfen hatte, darf nicht mit dem Afroamerikanerproblem verwechselt werden, das ganz einfach darin bestand, dass es keine Afroamerikaner mehr gab - noch, was das angeht, Schwarzafrikaner; zumindest keine, die man zum Essen hätte einladen können. Kurz nach der Jahrhundertwende hatte ein neuzeitlicher - die Bezeichnung voll und ganz verdienender - Schwarzer Tod, dessen Herkunft und Ätiologie noch vollkommen unbekannt waren, über Nacht bundesweit Ghettos in Geisterstädte verwandelt, Nigeria und drei Dutzend weitere schwarzafrikanische Staaten entvölkert und die paar Handvoll Überlebenden in immer entlegener geheime Reservate getrieben. Der gefeierte Katastrophenchronist Tad Winston Peller hatte darüber ein Buch geschrieben, den Megabestseller >Es heisst, er kam aus Idaho: Geschichten über den Schwarzen Tod von 2004<. Dieses Erfolgsbuch hatte den Stoff zu nicht weniger als sieben Miniserien geliefert, ganz zu schweigen von einem wöchentlich ausgestrahlten Sci-fi-Drama >Dunkles Herz, Roter Planet< - über eine Familie Jazzliebender Astronauten, die einzig deswegen dem Massensterben entgeht, weil sie sich zu dem Zeitpunkt, als die Pandemie ausbricht, auf dem Mars befindet. Aber das ist alles eine andere Geschichte. Das Negerproblem hatte nichts mit Krankheit oder Kabelfernsehen zu tun; es war ein ausschliesslich verbrauchermarktspezifisches Phänomen. Der Selbstmotivierende Android im Jahr 2003 von einer Disney-Tochtergesellschaft versuchsweise auf den Markt gebracht und ab 2007 von der Neugegründeten Gant Industries unter der Produktbezeichnung Gant Automatic Servant serienmässig hergestellt eroberte sich anfangs beträchtliche Marktanteile als kostengünstiger Ersatz für Industrie- arbeiter. Die ersten Androiden wiesen ein nur entfernt menschenähnliches Äusseres auf, da sie eher nach funktionalen als nach ästhetischen Kriterien entwickelt worden waren, aber Harry Gant, der bereits für eine Zeit vorausplante, in der seine Diener nicht nur für Bergwerke und Fabriken, sondern auch für private Haushalte erschwinglich sein würden, bestand auf einem gefälligeren Design. Und so kam der Automatische Diener ab 2010 in einer breiten Palette realistischer Hautfarben und sonstiger Rassenmerkmale auf den Markt. Als überzeugter Verfechter des Rechts des Verbrauchers auf ein möglichst differenziertes Warenangebot forderte Gant seine Marketingexperten ganz gewiss nicht dazu auf, ein bestimmtes Modell zuungunsten eines anderen zu pushen; er war ebenso erstaunt wie jeder andere auch, als die Verkaufszahlen von Typ AS204 - dem Automatischen Diener in der schlichten schwarzen Ausführung - sprunghaft anstiegen und schon bald die aller übrigen Versionen zusammengenommen um das Zehnfache übertrafen. Lange Zeit deutete nichts darauf hin, dass das Käuferverhalten irgendwelche PRProbleme zur Folge haben würde. Die plötzliche Flut von - durchweg höflichen und arbeitsamen - dunkelhäutigen Dienern schien die Leute nicht nur nicht zu stören, sondern ihnen offenbar sogar ein merkwürdig tröstliches Gefühl zu verschafen. jenseits . . . Der wichtigste Aktivposten der Werbeindustrie ist das allgemeine menschliche Bedürfnis, Unerfreuliches zu minimieren oder wenigstens zu übersehen, und ebendiesem Bedürfnis kamen die AS204 wie eine Armee von Sidney Poitiers und Hattie McDaniels entgegen, mit dem Auftrag ausgesandt, jede Erinnerung an die Afrikanische Seuche restlos auszurotten; aber die Kehrseite dieses Aktivpostens ist die Gefahr unterschwellig verbleibender Schuldgefühle, und als Harry Gant erfuhr, eine ultrarepublikanische Baumwollerbin habe sich zwecks Einrichtung einer Art >Vom-Winde-verweht-Teil1<-Freizeitpark dreihundert Diener auf ihre Plantage liefern lassen, setzte er seinen ganzen Einfluss als Grossinserent ein, damit die Medien die Finger von dieser Story liessen. Der amerikanischen Umgangssprache konnte er allerdings keinen Maulkorb anlegen. Der in Gants Abteilung für Öffentliche Meinung als Faktotum beschäftigte Linguist der Universität Oxford schätzte, dass der Ausdruck >Elektro-Neger< irgendwann zwischen 2014 und 2016 Eingang ins gesprochene Englisch fand. >Elektro-Neger<: ein liebloser Spitzname, der nicht nur einer abscheulichen Verunglimpfung des Andenkens an die Toten gleichkam, sondern darüber hinaus eine Flut von Erinnerungen und Vorstellungen wachrief, die Gant Industries auf keinen Fall mit einem Qualitätsprodukt wie dem Automatischen Diener in Verbindung gebracht wissen wollte. Der Terminus hatte vor einigen Jahren angefangen, sich auch in die Print- und Elektronikmedien einzuschleichen: mehr als nur vereinzelte Erwähnungen in verschiedenen überregionalen Publikationen sowie eine heimtückische Verwendung in einer Late-Night-Show, auf die Vanna Domingo und die Abteilung für Öffentliche Meinung mit einer Breitseite von empörten Faxen und einem angedrohten Werbeboykott reagiert hatten. Eine Zeitlang schien sich das Problem in Wohlgefallen auflösen zu wollen, doch nur um mit umso grösserer Vehemenz wiederaufzuflammen, als eine Country-MetalFormation aus Delaware ein Album mit dem Titel >Electric Negroes on the Neon Prairie< veröffentlichte. Vergangenen August hatte sogar das >Wall Street Journal<, und dazu noch in einer Schlagzeile, den Ausdruck gebraucht, womit die Schlacht um die Heraushaltung von >Elektro-Neger< aus dem Wortschatz der Medien endgültig verloren zu sein schien. Und das war das Negerproblem. Kein grosses Problem, wie Harry Gant als erster eingeräumt hatte: bis dato hatte der Absatz nicht im Mindesten darunter gelitten, und die Verbraucher waren mit ihren Dienern so zufrieden wie eh un je - wie immer sie sie auch nenne mochten. Aber tatsächlich würde Harry Gant, was Elektro-Neger und deren landfriedenbrechendes Potential anbelangte, noch eine ganze Menge dazulernen müssen. Schmeckt ein bisschen nach Verschwörung, findet ihr nicht? Und das war erst ein Teil der Vorgeschichte zu einem der witzigsten, phantasievollsten und teilweise auch philosophischsten Trash-Pop-Romane, der mir je untergekommen ist. MATT RUFF Mit fünf Jahren fasste der Amerikaner den Beschluss, mit Schreiben sein Geld zu verdienen, und mit 23 konnte er sein erstes Buch veröffentlichten. Fool on the Hill wurde ein sowohl von Lesern als auch Kritikern geschätzter Bestseller. Für seine Bücher, die durch absurden Witz und abgefahrene Ideen bestechen, ist ihm die Philosophie, die dahinter steckt, wichtiger als der Humor, doch sein eigenes Leben hält er keiner Biographie würdig. Da der Amerikaner auch in Deutschland viele Fans hat, tourte er zur Vorstellung seines zweiten Buches mit Franka Potente als Co-Leserin durch Deutschland. für mehr kunst im öffentlichen Raum!!! http://www.graffiti-galerie.de/ es gibt ein Leben nach der Schule Angeschaut: Operation Spring In ihrem brisanten Dokumentarfilm "Operation Spring" hinterfragen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber die Gerichtsverfahren, die auf dem ersten "Großen Lauschangriff" aufbauten. Wien - Ende Mai 1999 geht ein "Polizeierfolg" gegen die organisierte Kriminalität durch die Medien, der unter dem Namen "Operation Spring" einige Berühmtheit erlangen wird: Österreichweit werden mehrere hundert Afrikaner verhaftet, angeblich wesentliche Proponenten eines Drogenrings. Gegen rund 120 Personen werden Justizverfahren eingeleitet, die überwiegend mit Schuldsprüchen enden. Der Coup verdankte sich einem neuen Ermittlungsverfahren: "Operation Spring" war die erste Aktion, die auf den Techniken des "Großen Lauschangriffs" aufbaute. Die Prozesse stützen sich auf Indizien, die bei der Videoüberwachung eines chinesischen Restaurants in Wien gesammelt werden konnten. Hier soll die Ware übergeben worden sein. Am "Cheftisch", wo die großen Haie beisammengesessen seien sollen. Operation Spring heißt auch der Dokumentarfilm, in dem sich die Filmemacherin Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber mit dem Fall noch einmal auf minutiöse Weise befassen. Sie haben die Vorgehensweise der Justiz und notwendigerweise deren politische Implikationen im Visier. Anwälte, Verurteilte, ZeugInnen, sogar ein Richter legen in Interviews ihre Ansichten des Prozessverlaufs dar. Die Einsicht, die durch die Rekonstruktion der Verfahren gewonnen wird, weckt tiefes Unbehagen über den Zustand des heimischen Rechtsstaats. Schon am Anfang des Films kommt der Verdacht einer Vergeltungsaktion der Polizei auf. Mehrere der verhafteten Personen waren an Demonstrationen nach dem Tod des Schubhäftlings Marcus Omofuma beteiligt. War diese bildliche Übereinstimmung eindeutig, so bedurfte sie auf dem Beweismaterial der Überwachungsvideos der Interpretation: Die Aufnahmen waren nämlich von äußerst geringer Bildqualität. Die Zuordnung der Personen übernahm der nicht beeidete Übersetzer der aufgenommenen Gespräche. Unsauberes Verfahren Es ist nicht die einzige Unstimmigkeit in der Beweisführung, die Schuster und Sindelgruber ans Licht holen. Sie nähren Zweifel an der Unbefangenheit des Übersetzers, der selbst entscheiden konnte, welche Gesprächsteile er für relevant hält. Am Prozessverlauf hat das ebenso wenig geändert wie der Rückzug eines anonymen Zeugen, dessen Aussagen für die Anklage keine geringe Bedeutung hatten. Je mehr solcher unsauberen Verfahrenspraktiken in Operation Spring zum Vorschein kommen, desto stärker wird die Vermutung, dass es in diesem Fall weniger um die Wahrheit als um den Erfolg einer Fahndungsmethode ging. Die große Stärke des Films besteht darin, diesen Schluss auf äußerst sachliche Weise nahe zu legen, ohne einen Schuldigen zu suchen. Wenn er sich Emotionen leistet, dann teilt er sie mit einem Anwalt, der es schwer hat gegen die Anklage, der Beschuldigte habe "unbekannte Mengen an unbekannten Orten an unbekannte Menschen" verkauft. Neben seiner Funktion, eine Lücke innerhalb der kritischen Öffentlichkeit zu schließen, könnte der Film nun auch konkrete Reaktionen bewirken: Justizministerin Karin Gastinger hat angekündigt, sich mit dem Fall wieder befassen zu wollen. Derzeit im Wiener Stadtkino. --------------------Links: no-racism.net/rubrik/160/ -über Polizeiaktion www.film.at/operation_spring/ -über den Film www.sosmitmensch.at/stories/489/ allgemein jenseits . . . Freiraum für LeserInnen Diese Seite könnte dir gehören... Hast du Texte, Gedichte, Kurzgeschichten, Comic, Bilder oder sonstige Ideen die du abgedruckt haben möchtest?? Oder willst du einfach nur Kritik über dieses Zeitungsprojekt oder den Rest der Welt loswerden??? Dann ist dies hier der Platz wo all das hinsollte. mail to: willi.hejda@reflex.at Also lass dir was einfallen ! es gibt ein Leben nach der Schule Erz hlwettbewerb Lass dich von diesem Bild insprieren und dir eine Geschichte oder einen Text dazu einfallen. Umfang (max. eine halbe Seite A4 am computer oder eine Seite handgeschrieben) Die interessantesten Geschichten werden in der nächsten Ausgabe abgedruckt und natürlich auch ausgezeichnet. e-mail mit Text bis spätesten 27.01.06 an: sebastian.fiedler@reflex.at jenseits . . . Schau genau: Niemand Ist Frei! Rückblick// Am 26.10.5 ist es endlich soweit: 50 Jahre Österreich; und Niemand Ist Frei! Die Idee ist Folgende: Wir bilden eine Menschenkette indem wir unsere rechten Hände mit Kabelbinder aneinander hängen. An dieser Hand trägt jeder einen Handschuh. Vom Treffpunkt aus marschieren wir zum Heldenplatz und mischen uns unters Volk. Der Gedanke ist, die blinde Obrigkeitshörigkeit des Militärs zu demonstrieren indem die ganze Schlange dem Befehl des vordersten Gliedes gehorcht. D.h.: "Linke Hand zur Mitte; Knopf öffnen; Hose runter!" Und weiter marschieren - in Unterwäsche. [offen für Ideen] Wir wollen uns nicht lächerlich machen dabei. Das sollte es eigentlich nicht sein. Deswegen findet die Sache nur statt, wenn mind. dreißig Leute dazu bereit sind. Als Treffpunkt haben wir uns den Burggarten gedacht, auf der großen Wiese vor dem Brunnen, und zwar um 14h. Was lässt sich heutzutage denn machen, wenn knapp vierzig Prozent am Sonntag sogar das Wählen für sinnlos befunden haben?! Eine linke Demonstration etwa, mit 10 Bullen für jede/n Demonstranten/in, Parolenschreien und belächelt werden... im Angesicht wahrer militärischer Größe wie sie am 26.10 aufgefahren wird... Militärische Größe ist irrelevant. Natürlich sollen wir uns sicher fühlen können im Angesicht von Kampfhubschraubern, Panzern und Raketen, Jagdkommandos, Hundestaffeln... doch darf nicht zu vergessen sein, die unterschwellige Drohung welche uns damit noch vermittelt wird: Dass sie die Macht besitzen, jede Wucherung von Unkonventionalität, AntiEstablishment Haltung und anderen sozialen Missgeburten a u s z u m e r z e n. Das also, weswegen es einfach nichts bringt, zu sagen: Wir sind dagegen. Es macht keinen Sinn dagegen zu sein, weil auch das nur eine Position im System ist. Wir befinden, es gibt heutzutage keine Möglichkeiten für das Volk, zu Mitbestimmung und Veränderung. [Selbst wenn Zehntausende gegen Studiengebühren demonstrieren; Liesls kaltes Lächeln setzt sich darüber hinweg.] nichts macht Sinn. Es gibt keine Möglichkeiten. Weshalb also nicht etwas tun, was keinen Sinn ergibt!? Die Hosen runterlassen. Ganz offiziell zugeben, dass wir eh schon längst die Hosen unten haben. Nur belächelt werden. Das Volk das ein kleines, schreiendes Kind ist. Das kontrolliert werden muss um im Griff gehalten zu werden. Mit der Videoüberwachung in den Öffis steht die Kontrolle des/r Einzelnen und die Kontrolle der Masse bereits im Türrahmen. Unter dem Decknamen der Sicherheit schmuggelt sich da etwas in unsere Gesellschaft, das den ÜberwacherInnen die Macht gibt nach belieben "gut" und "böse" zu definieren, und jede/n Zuwider-Norm-Handelnde/n auszusondern. Wer seine Freiheit für Sicherheit opfert, wird im Endeffekt keines von beiden erhalten. Leider ist es so. Das Grauen klopft an die Tür und wir lehnen uns bequem zurück in die Sicherheit einer zivilisierten Demokratie. Schließlich wissen wir, das 'Böse' nur sein kann, was ein Bärtchen trägt… Aber das hat noch längst kaum jemand begriffen. Insbesondere die Tausenden die am Mittwoch das Heeresspektakel begaffen kommen sind noch immer genau dieselben. Ich denke es ist Zeit, denen mal einen Spiegel vorzuhalten: Denn sie selbst sind Kinder; das Militär ein 'braves', der Staat ein stärkeres und das Volk ein blindes. Wenn sich in mir nur das schwache Gefühl regt, dass ich nicht damit zufrieden bin, was derzeit passiert. Wenn ich mir nur ein bisschen wünsche etwas verändern zu können. Wenn ich auch nicht weiß wie es weiter gehen soll. Wenn ich aber spüre dass es momentan in die falsche Richtung rennt. Kann es da schaden, sich einen Handschuh überzuziehen und in den Burggarten zu kommen? Dabei ist nichts verloren. Selbst wenn wir nur zehn sind. Dann hats nicht sollen sein. Dann ist es ohnehin zu spät. Wie spät es ist, wird sich zeigen. Ich hoffe und glaube aber, dass es noch Stimmen gibt, die gehört werden wollen. Dass noch nicht alle resigniert haben. Dass in uns etwas schreit: Wir sind bereit! Zum Abschluss noch ein Zitat: “Die Gesellschaft ist verloren, wenn der Clown der Zensur zum Opfer fällt.” es gibt ein Leben nach der Schule Funktionierst du noch, oder lebst du schon? Tu dies nicht! Tu das nicht! Immerzu hören wir die selben Floskeln der Autorität. Wenn unsere Eltern diese Rolle nicht rechtzeitig einnehmen, tut es die Schule. Wenn unsere Eltern uns jeden Tag Strafen aufbinden, dann setzt die Schule trotzdem noch eine “gesunde” Portion Unterdrückung darauf. Wer hat noch nie von einer Lehrerin/ einem Lehrer gehört, dass das gegebene Verhalten nicht mehr konform genug ist? "Du hast das ganze Jahr gemacht was du willst!". Na und? Unser ganzes Leben bestimmen fremde Personen, statt wir selbst über uns. Anfangs sind wir minderjährig und müssen "erst mal groß" genug werden um auch zu wissen was "gut für uns" ist. Worte wie Erziehung sprechen für die Widerlichkeit des Verhaltens gegenüber der Jugend. Früher oder später werden wir von unseren Eltern und den sogenannten Bildungsanstalten entwöhnt. Die nächste offensichtliche Autorität heißt dann Staat. Schon zahlen Menschen Steuern, halten sich an Gesetze, geben dem Kanzler und seiner Regierung doch noch eine Chance, gehen Sonntags in die Kirche und glauben an die demokratische, freie Republik Österreich. Die Schule hat die Aufgabe uns genau das beizubringen. Unglaubwürdig erscheinen alle anderen Dinge die wir SchülerInnen in der Schule für unser Leben lernen sollen. Eine der weiteren beliebten Ausdrücke ist: "Wenn du hier bleiben willst, musst du dich anpassen". Auch das ist etwas, dass für das Leben gelernt sein will. An die gegebenen Strukturen anpassen ist die Devise die als Grundvoraussetzung für ein zufriedenes, friedvolles Leben aufgetischt wird. Denn von welchem Tisch willst du denn nach der Schule essen, wenn du nicht arbeiten willst unter den gegebenen Bedingungen? Trotzdem Menschen nicht über sich selbst entscheiden dürfen, sind sie für Fehler verantwortlich. Wer keinen "guten" Job für "gutes" Geld bekommt, hat sich wohl nicht genug angestrengt. Oder nicht genug angepasst. Unser ganzes System, von dem Normalzustand des Alltags über die Schule bis zur Gesellschaft ist darauf ausgerichtet den Menschen effektiv zu machen. Effektiv für die Produktion und die Wirtschaft. Am besten sind dafür im Generellen Maschinen, denn sie arbeiten ohne zu fragen konsequent dem Auftrag nach. Ist das die Erfüllung deines Lebens? Ein weiterer Faktor in der Schule ist das Schlucken und bei gegebener Zeit wieder herauskotzen. Die meisten Menschen besitzen die Gabe dies automatisch zu tun. Autoritäten werden im Normalfall nicht einmal angedacht zu hinterfragen. Sobald unter einer Verordnung eine Unterschrift einer "wichtigen" Person steht ist sie absolut. Eingegeben durch die 5 Sinne, verarbeitet durch die Schaltzentrale im oberen Bereich. Ausgeführt wird meist durch die Organe oder die Gliedmaßen. Nicht im geringsten verwundert über sich selbst, ist der Mensch vielseitig nutzbar. Wie gut funktionierst du? In diesem Text sind Zitate einer Lehrerin eingebaut. So offensichtilch die Autorität meist auch ist, finden wir uns selbst oft in einem Moment des Zweifels, ob nicht alles eh noch ganz gut funktioniert. Der Alltag stumpft ab und betrügt unsere Sinne. Hier ist Platz um deine eigenen Zitate zu sammeln und die interessantesten kannst du uns auch zuschicken. jenseits . . . fortsetzung Überwachung Hierbei wird ausgenutzt, dass eine Fensterscheibe im Takt mit der Sprache schwingt. Um diese Schwingungen zu ermitteln, wird ein Laserstrahl auf die Scheibe gerichtet und wieder aufgefangen. Aus den Abweichungen des Laserstrahls werden die gesprochenen Worte elektronisch rekonstruiert. Kontaktloser RFID-Chip Völlig neue Möglichkeiten der Datensammlung und Überwachung bietet der Einsatz der RFIDTechnologie. RFID steht für Remote Frequency Identifier bzw. Radio Frequency Identification und erlaubt das kontaktlose Lesen von Daten (einer weltweit eindeutigen ID) über Distanz, ursprünglich entwickelt, um den Strichcode z.B. auf Lebensmitteln oder anderen Objekten abzulösen. Um ein Objekt mittels RFID zu markieren, muss ein so genannter RFID-Tag angebracht werden, der teilweise nur wenige Millimeter groß sein muss, um Daten über mehrere Meter senden zu können. RFID-Tags werden stillschweigend in immer mehr Produkten des täglichen Lebens eingearbeitet, ohne die KundenInnen zu informieren. Da solch ein "Produkt-Kennzeichen" theoretisch eine unbegrenzte Lebensdauer besitzt, wird der Kunde/ die Kundin zu einem wandelden Informationssender über die Waren bzw. Produkte, die er bei sich trägt. Der Einsatz von RFID ist unter anderem auch auf Ausweisdokumenten (Reisepaß) und in Geldkarten. Risiken Hauptrisiko der Überwachung ist, dass die bei der Überwachung anfallenden Daten zweckentfremdet oder gezielt missbraucht werden könnten. Während in den meisten EU-Ländern auf die spezifischen Probleme, die sich aus der Videoüberwachung ergeben, längst mit eigenen Regelungen reagiert wurde, wird das Problem in Österreich völlig ignoriert. Nicht in allen Ländern sind die Regelungen geglückt, doch dokumentieren die einzelnen Regelungen das Verhältnis und die Einstellung der Gesellschaft zum Schutz der Privatsphäre. Die Weigerung, auf langjährige technische Entwicklungen zu reagieren, kommt einem Offenbarungseid der politischen Kultur gleich. Trotz fehlender amtlicher statistischer Unterlagen, kann das Videoüberwachungspotential für Östereich abgeschätzt werden. Rund 5.000 Kameras dürften direkt öffentliche Bereiche, wie Fußgängerzonen, Parks und Plätze überwachen, mindestens weitere 5.000 Kameras der Strassen-Verkehrsüberwachung dienen. Wesentlich höher sind die Installationszahlen, wenn alle öffentlich zugänglichen Bereiche, also Sportstätten, Schwimmbäder, Kaufhäuser, Restaurants, Trafiken, Banken, Garagen usw. hinzugerechnet werden. Allein im Bankenbereich liegt die Installationszahl bei über 10.000 Kameras, insgesamt umfaßt diese Gruppe etwa 100.000 Installationen. Eine weitere Gruppe umfassen die Zutritts- und Objektschutzkameras, die an den Aussenwänden von Gebäuden angebracht sind. Hier liegt die Zahl um 50.000 Installationen. Quantitativ nicht so bedeutsam, jedoch besonders problematisch sind jene Kameras die unter dem Titel Tourismuswerbung, Lifestyle und Marketing in Orten, Cafe's und Geschäftslokalen angebracht werden und die Bilder im Internet veröffentlichen. Rund 500 derartige Installationen sind grundsätzlich geeignet Personen erkennbar darzustellen. --------------------------------Links: www.argedaten.at/ -> Datenschutz Österreich http://www.internet4jurists.at/intern27a.htm Internet-Datenschutz www.bmi.gv.at/datenschutz/- Innenministerium/ Datenschutzinfos Innenministerium http://www.wienerzeitung.at/aktuell/2002/biometrie/glossar.htm -> gute Sammlung zum Thema Biometrie de.wikipedia.org/ -> suchen unter Überwachung und Biometrie es gibt ein Leben nach der Schule Ich fühl mich Sicher. Tag für Tag fühle ich mich geborgen, geliebt. Denn die Augen der schönen neuen Welt begleiten mich und heben schützend ihre Hand über mich, wachen mit arglosen objektiven Augen über mich und verfolgen meinen Weg durch die Stadt. Denn wie außer sicher kann ich mich denn fühlen? Was soll bei tausenden Kameras schon passieren? Schon morgens wenn ich aufstehe werde ich beim Verlassen des Hauses von einem Nachbarn beobachtet, der auf dem Balkon stehend, ewig die kleinen verwelkten Blätter seiner eintönigen Balkonbepflanzung zupft und mich mit Blicken auf den Weg begleitet. Minuten später wenn ich den Bus hinter mich gelassen habe beginnt der wahre Überwachungswahnsinn erst wirklich. Gleich mehrere Kameras begleiten mich zur U-Bahn hinab, und warten mit mir gemeinsam auf das Eintreffen des Zuges, während eine Person in der Stationsaufsicht die Bilder der Kameras auf mögliche Störquellen absucht und auf Dienstschluss wartet. Doch auch das eintreffen der U- Bahn befreit mich nicht von unbekannten BeobachterInnen. Denn welch Freude, auch hier befinden sich neuerdings gläserne Augen, angebracht in schönen schwarzen Kugeln. Von der Decke aus sorgen sie für sichere Fahrt und beugen somit "zu meiner Sicherheit" vor den bösartigen Gefahren wie "schwarzafrikanische Drogendealer" oder "gefährliches Diebesgesindel". Was das betrifft haben mehrere Studien jedoch schon bewiesen, dass der Rückgang von Diebstählen nicht relevant ist, und im Übrigen eine Deckenkamera auch nicht viel hilft, wenn dich jemand in der U -Bahn blöd anmacht oder zusammenschlagen möchte. (sowie übrigens auch sehr viele DrogendealerInnen durchaus Österreicher sind, nämlich mehr als 73 %) Doch egal, Überwachung muss halt sein, sowie auch am Schwedenplatz, wo ich aussteige und mich die Augen, die nie schlafen, auf meinem morgendlichen Weg beobachten. Sie geleiten einen vorbei an dutzenden Geschäften, die, alle ausgestattet mit kleineren Kameras an der Außenwand, sich aufdringlich mit Waren anbieten. Wenigstens während der Arbeit lässt mich die Welt der digitalen Verfolgung vorübergehend in Frieden, und ich hinterlasse nur kleine Spuren in Form von Mittagseinkäufen mittels Bankomat -Karte und einiger dezenter von der Decke hängenden Kameras im inneren des Supermarktes. Unserem Chef scheinen kleine mobile Kameras anscheinend noch zu teuer zu sein. Und solange er noch keinen Zugang auf meine gespeicherten und mitgeschnittenen Arbeits- Handy Frust Gespräche hat, soll mir auch das ganz recht sein. Die ständige Arbeitsüberwachung bleibt somit aus und so bleiben mir wenigstens ein paar undokumentierte Verschnaufpausen in der wunderbaren Welt der (Lohn)Arbeit. Wenn dann endlich der Arbeitstag zu Ende geht muss ich dann aber dringend entspannen, und begebe mich hierfür in mein extrem gemütliches Lieblingslokal um den Wahnsinn meiner Umwelt zu entfliehen, bevor mir endgültig schlecht wird bei dem Gedanken wie viele stunden meines Lebens diesmal wieder dokumentiert wurden. Dort haben sie übrigens auch Kameras - damit sie sehen wann die Menschen bestellen, gehen, kommen… etc. Und damit ich in Zukunft auch mit Fingerdruck bezahlen kann kommt 2008 (laut Regierung) dann auch der verpflichtende digitale Fingerabdruck. http://www.unitedaliens.at/viecm/start.htm www.f13.at/texte/Niemandsland /Ueberwachungskameras.html jenseits . . . es gibt ein Leben nach der Schule Veranstalltungskalender Phonetic Art Live Music, DJs, Kunst und Kulinarik Jeden ersten Dienstag des Monats im neuen KLUB OST, 1040 Wien Schwarzenbergplatz/Schwindgasse 1. Eine erfrischende Fusion von Funk, Jazz, Polka, Oriental und experimentellen Sounds. All Most Famous Club Regelmässig im Bach (Bachgasse) Sixties mit neuem Rock Um eine alternative Basis zu schaffen zu allen anderen Visuals, Maki, Deko, … Für kreative Köpfe Nächstes mal 27.1. Infos: www.bach.co.at EKH immer noch von der Räumung betroht, immer noch hier nicht nur als kulturelles Freiraum und Lebensprojekt interessant. Auch zum weggehen zeitweise sehr nettes Programm. Von Punktigen bis Techno is alles dabei. http://www.med-user.net/ekh/ Cabaret RENZ Ein Projekt des Vereins Open Source „Verein zur Förderung und Präsentation subkultureller urbaner Kunst- und Kulturprojekte und der Creativ Industries“ Das Cabaret Renz, Wiens Ältester Nachtclub erlebt eine Renaissance jede menge netter Veranstalltungen! http://renz.uplink.at/ TüWI BLEIBT!!! eine der letzten wirklich netten VortgehLocations bei der es den BetreiberInnen net nur darum geht Geld zu verdienen. Feine Feste, nette Leute, faire Preise veganes Essen& gutes BIO-Bier. http://tuewi.action.at/ Impressum Jenseits Redaktions-Team: Michaela Jokl, Vera Höckner, Sebastian Fiedler, Wilhelm Hejda, Martina, Anna Fox, Alex Huber, Anna Orthofer, Julian Wildauer,Manuela Engel, Lotte, André Reiter Layout: Wilhelm Hejda Druck: KuKuMA & Theta Träger-Verein: KuKuMA- Die Kunst Kultur und Medienalternative Kontakt: Jenseits@reflex.at wer fehler findet darf sie behalten Danke an: alle die den Mut noch nicht verlohren haben und sich weiterhin auch nicht mit dem zufriedengeben was ihnen zum Frasse vorgesetzt wird. Nicht Danke: LehrerInnen die SchülerInnen unfair behandeln und benoten und ihnen ihre Meinung manipuliert (was leider nicht so selten geschieht), unserer Regierung, GATS, und so wie jedesmal den faschischtischen DikatorInnen, allen KriegstreiberInnen, kapitalistische Großindustriellen und PolitikerInnen, legalisierungs GegnerInnen, so wie ganz speziell all jenen die einfach weg schauen. schöne Zeit all den Anderen.

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