Jenseits 9

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Unabhängige Jugendzeitung, teil des KuKuMA Netzwerkes, Jugendzeitung, Erscheint in Wien

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9/27/2008
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JENSEITS es gibt ein leben nach der schule E AUSGABE: 1/06 PREIS: 50 cents JENSEITS es gibt ein leben nach der schule JENSEITS SUCHT DICH, DICH UND DICH SCHREIB | ZEICHNE | MACH WAS JENSEITS@KUKUMA.INFO  es gibt ein leben nach der schule JENSEITS 4 Globalisierung I 5 Mayday 6 Armut und Glück 8 Überwachung 9 Asyl 10 Geschichte mal Anders 11 Gender 1 Sozial GESCHAFFT! EIN NEUES JENSEITS LIEGT IN EUREN HÄNDEN Neu nicht nur deshalb, weil wir ein neues Layout haben, nein, diese Ausgabe ist erstmals auch gedruckt und hat eine Auflage von über 1500 Stück. Mit 40 Seiten, so dick wie noch nie, sammeln sich seitenweise Texte aneinander. 14 Freiheit 0 KuKuMA  Gedicht  Links 4 Tagebuch 5 Working Man`s Death 6 Lady Tutti Frutti 8 Freiraum 0 Erzählwettbewerb alt 1 Gschichtl drucken  Globalisierung II Die beiden Schwerpunkte dieser Ausgabe liegen bei Globalisierung und Freiheit. Beides nicht unrelevante Themen in unserer Welt. Auch sonst können wir mit vielem Interessanten aufwarten; von Armut über prekäres Leben und Abschiebung in Österreich, über Neues von KuKuMA bis zum Freiraum für LeserInnen, geht der Flug durch die Zeitung. Wir hoffen jedenfalls, dass wir euch mit dieser Ausgabe ein wenig zum Nachdenken anregen konnten, ihr vielleicht die Welt ein wenig mehr hinterfragt als zuvor, oder wir eure Fantasie ein wenig angeregt haben, ihr gar vielleicht selbst etwas ändern wollt, anstatt passiv mit dem Strom zu treiben. Somit viel Spaß, verliert den Boden unter den Füßen nicht und bis zum nächsten Mal Kraft, Friede und Freiheit Das Jenseits Redaktionsteam  Nestle 4 Leben im Überfluss 5 Mc Junkfood 6 Kochen 7 Comic 8 Veranstalltungskalender 40 Impressum  JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Der aus der Ökonomie und Soziologie stammende Begriff Globalisierung dringt nach 1990 in die öffentlichen Debatten, und bezeichnet eine Zunahme der Nationenübergreifenden wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen. DIE; GLO|BA|LI|SIE|RUNG, DOCH WAS HAT ES MIT „GLOBALISIERUNG“ NUN WIRKLICH AUF SICH? Der versuch einer Klärung und das Vorstellen einiger „Globalen“ SpielerInnen wird hier versucht. Unter Globalisierung versteht Mensch das weltweite Vernetzten. Sprich die Vernetzung wird Länder, Staaten, Kontinental übergreifend. Dieser Prozess wird vor allem durch das fortschreiten der Technik vorangetrieben. Braucht Mensch noch vor einhundert Jahren mehrere Tage/ Wochen von Wien nach New Jork, so geht dies heute in wenigen Stunden. Die Welt wächst sozusagen zusammen. Am Beispiel Informationen/ Internet ist das schön zu sehen. Wer wissen möchte welches Wetter es in Tokio hat braucht dafür nur ein paar Mausklicks, wer Nachrichten aus Australien lesen möchte muss nur eine Australische Nachrichtenhomepage aufsuchen. Von dieser globalen Vernetzung sind natürlich nicht nur Informationen und Verkehr betroffen, in nahezu jeden Bereich des menschlichen Daseins hat das Auswirkungen. Hier einige Punkte: Kapital- und Warenverkehr Der weltweite statistisch nachweisbare Warenhandel stieg zwischen 1950 und 1998 um das 17-fache, während die statistisch dokumentierte Produktion von Gütern sich nur um das sechsfache vergrößerte. Die Zahl der direkten Auslandsinvestitionen stieg zwischen 1970 und 1998 von 21 auf 227 Milliarden US-Dollar. Transport und Personenverkehr Die Zahl der Personen-Kilometer im internationalen Flugverkehr hat sich seit 1950 mehr als verhundertfacht. Auch die Menge der Luftfracht hat sich seit 1950 mehr als ver4 hundertfacht. Der Umfang der zu See transportierten Güter steigt seit 1920 stark. Mit den Ausweitung des Zug-, Automobil und Luftverkehrs weiten sich der grenzüberschreitende Personenverkehr und der Tourismus stark aus. Kommunikation Die Zahl der Telefonanschlüsse am weltweiten Telefonnetz hat sich seit 1960 verzehnfacht. Ein ständiger Kontakt zu nahezu überall auf der Welt ist möglich. Kultur Durch das verschwimmen von Staatsgrenzen und Nationalitäten, durch mehr Handel und Verkehr werden auch verschiedenste Kulturen miteinander konfrontiert und kombiniert. Beispiele was das Konkret bedeutet: Warenverkehr: eine Ware wird nicht mehr dort produziert wo sie benötigt wird sondern dort wo die Produktion z.B.: am günstigsten ist. Wird durch die Möglichkeit das Produkt oder Teile von ihm quer über den Erdball zu transportieren (siehe Grafik). Kultur: dadurch dass der momentane Globalisierungsprozess vor allem Westlich geprägt ist bedeutet das für Kultur eine massive Verbreitung westlicher Werte. Vor allem durch Medien wie Internet und Fernsehen werden westliche wert wie Schönheitsideale, westliche Musik und Modetrends verbreitet. Der Massentourismus in die exotischen Urlaubsländer allerdings führt dort öfter zum deutlichen Rückgang der dortigen kulturellen Traditionen, weil im Zuge einer wachsenden Abhängigkeit fast nur obendrein für die Touristen gelebt und gearbeitet wird. Befürworter von Kultureller Globalisierung sehen darinnen einen Austausch der Kulturen. z.B.: Österreichische Kost (FORTSETZUNG FOLGT AUF SEITE 32) es gibt ein leben nach der schule JENSEITS „befreit“, während die papierlose und dadurch umfassend entrechtete Sexarbeiterin versucht, sich ihr Leben zu regeln. Wir aber wollen soziale Sicherheiten für ein Leben, das flexibel, aber ohne den fremdbestimmten Zwang zur Flexibilität gestaltet werden kann und wir wollen noch vieles mehr! Darum und aus vielen anderen Gründen schreien wir „MayDay!“ Das Alarmsignal von in Seenot geratenen Schiffen haben wir jedoch nicht bloß deshalb zum „Schlachtruf“ erkoren, um diesen Zustand zunehmender Entsicherung zu betonen. „MayDay!“ wird auch die Losung unseres Kampftags, des 1. Mai, sein. Wir sind drauf und dran, unsere prekären Kämpfe zu vernetzen! Seid dabei! !! Prekär Kämpfen, Prekär Tanzen !! PREKÄR ARBEITEN, PREKÄR LEBEN?? AUFRUF ZUR EUROMAYDAY- PARADE 2006 IN WIEN Scheinbar unaufhaltsam schreitet die Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse voran. Doch auch die Kämpfe für das Recht auf soziale Rechte gewinnen immer mehr an Bewegung. Deshalb wird es am 1. Mai wieder eine EuroMayDay-Parade in Wien geben, um diesen Kämpfen als Verstärkerin zu dienen und ihre Vernetzung voranzutreiben. Wir wollen uns durch lautstarke, bunte und kreative Formen des Kampfes und der Organisierung sowie durch vielfältige und hierarchiefreie Aktionsformen - jenseits der üblichen Repräsentationsspektakel - selbst zum Sprechen und Handeln ermächtigen. So sollen verschiedene Aspekte der gegenwärtigen Prekarisierungsprozesse sicht- und hörbar werden; nicht um die Unterschiede zu verwischen, sehr wohl jedoch um den vorherrschenden Zustand der Zersplitterung und Vereinzelung zu überwinden und eine Basis für gemeinsames politisches Agieren zu schaffen. Illegalisiert, saisonal und befristet Beschäftigte, Scheinund so genannte „Neue Selbstständige“, NiedriglohnjobberInnen, Erwerbsarbeitslose und FreiberuflerInnen, Projekt-, Teilzeit- oder LeiharbeiterInnen sowie alle ihre Zwischen- und Mischformen haben eines gemeinsam - sie alle leben und arbeiten mehr oder weniger prekär. Während die Supermarktangestellte zu Niedrigstlöhnen schuftet und sich die Studentin durch geringfügige Jobs und unbezahlte Praktika wurstelt, werken Kulturarbeiter zumeist sozialversicherungslos. Der Erwerbsarbeitslosen wird durch ständige Disziplinarandrohungen der Handlungsrahmen eingeschränkt und der freiberuflich arbeitende Webdesigner ist auch von längerfristigen Perspektiven 5 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule die mir in den Sinn kommt und mich an einen lieben Menschen, eine schöne Situation, einen tollen Augenblick erinnert. Glücklich zu sein ist für mich eine Grundeinstellung, sozusagen der normale Zustand. Ich glaube, dass es aus einer Zufriedenheit heraus viele Situationen schöner und leichter zu bewältigen macht und von innen herauskommt und nicht von außen zuführbar ist. Ein schönes buntes Herbstblatt als Geschenk kann viel mehr wert sein und viel glücklicher machen als es 100 Euro tun würden. Anzumerken ist jedoch, dass Glück, Einsamkeit und Elend, um nicht alles negativ zu formulieren, für jeden Menschen unterschiedlich definiert sind und ich daher nur meine Meinung dazu kundtun kann. Niemand kann beurteilen, wer glücklich/einsam ist oder genauso wenig wie elende Umstände für den anderen als Luxus bezeichnet werden könnten, was mich zu einem etwas anderem Ansatz abschweifen lässt. Glück und glücklich sein Auch wenn es seltsam klingt, wenn ich, als verwöhnter bürgerlicher Mensch Derartiges meine. Ich glaube, dass es ein Mensch in der Hand hat, glücklich zu sein und das Gefühl sich selbst viel öfter gönnen könnte als es der Durchschnittsmensch heute tut. Glück kommt für mich von Zufriedenheit. Die Zufriedenheit und auch Dankbarkeit wird in unserer Wohlstandsgesellschaft immer seltener. Um zufrieden zu sein, muss bewusst ge- und erlebt werden. Jedoch ist das Zufriedensein mit, zu allererst, sich selbst in einer Leistungsgesellschaft mit Rollenbildern wie den vorherrschenden sehr schwierig, um nicht zu sagen unmöglich geworden. Ich glaube, dass es um ein bewussteres Tun unter Bedenken vieler Umstände geht. Wir sehen uns in einen täglichen routinierten Ablauf eingebunden, aus dem wir nicht herauskommen. Es fehlt uns an der Fähigkeit, auf Tätigkeiten, die wir ausüben, zu fokussieren, seien sie noch so banal. Kurz innehalten auch um einen kleinen Moment zu warten, uns zu konzentrieren, ARMUT UND GLÜCK „Das gemeingermanische Adjektiv mittel- bzw. althochdeutsch: ‚arm‘ gotisch: ‚arms‘, altenglisch: ‚earm‘ und schwedisch: ‚arm‘ gehört wahrscheinlich im Sinne von verwaist zu der indogermanischen Wortgruppe von ‚Erbe‘. Das Adjektiv wurde zunächst für „vereinsamt, bemitleidenswert, unglücklich“ verwendet. An diese Bedeutung schließen sich an ‚barmherzig‘ und ‚Erbarmen‘; beachte auch die Verwendung von ‚arm‘ im christlichen Sinne, z.B. „arme Seele, armer Sünder“. Im Sinne von besitzlos wurde ‚arm‘ im westgermanischen Gegenwort zu ‚reich‘. Ableitungen: verarmen (mhd. verarmen, für älteres armen, ahd. arm~en arm werden oder sein), ärmlich (mdh. ermelich, ahd. armal~ih dürftig; unglücklich); Armut (mdh. armuot(e), ahd. armuot~i, mit dem Suffix, mit dem auch Einöde und Heimat gebildet sind); armselig (15. Jh., von einem Nhd. untergegangenen Substantiv mdh. armsal „Armut“, „Elend“).“1 SPRACHE SCHAFFT BEWUSSTSEIN Unglück, Elend und Einsamkeit ...sind etymologisch (siehe 2) mit dem Fehlen von Geld und Gütern gleichgesetzt. Der Ausspruch „arm sein“ beinhaltet viel mehr als einfach nur das Fehlen finanzieller Mittel, aber inwiefern trifft dies in der Realität zu? Und wieso? Weiß nicht jedes kleines Kind, dass Freunde und Freundinnen nicht zu erkaufen sind und wer liebt, der achtet nicht auf finanzielles Vermögen, oder? Womit die Einsamkeit meiner Meinung nach unabhängig von Einkommen und Vermögen ist, im Gegenteil, die Solidarität wird durch Leiden oft größer und der Zusammenhalt, vor allem einem scheinbaren Sündenbock gegenüber, meist verstärkt. Glück ist für mich jede noch so kleine Blume, die sich durch die Asphaltschichten gekämpft hat und ihren Kopf in die Sonne hält, ein freundliches Lächeln oder eine Melodie, 6 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS bevor ein Liter Wasser unnötig den Abfluss hinunter rinnt und einmal ganz bewusst beim Zähneputzen jeden Zahn zu fühlen, einfach versuchen, auf alles Acht zu geben und alle Sinneswahrnehmungen aufzunehmen, kann glücklich machen, kann Spaß machen, allein das Neuerfahren gewohnter Dinge. Einerseits spenden wir, andererseits denkt kaum einer darüber nach, beim Verlassen eines Zimmers das nicht mehr benötigte Licht abzudrehen oder um die Zahnbürste zu befeuchten nicht den Hahn voll aufzudrehen. Wieso nicht einfach ein langärmeliges Leiberl anziehen anstatt auf 24 Grad einzuheizen? Für wen sparen? Für uns? „Na so lang ich leb wird schon nix passieren“. Für unsere Kinder? „Wer weiß, ob ich welche haben werd und ich mein wenn ich das mach, bringt das eh gar nix, das müssen schon mehr machen als einer“. Die Nachkriegsgeneration hat Sparen an allen Ecken und Enden eingetrichtert bekommen, sie ist es gewohnt und ab und zu kommt ihnen der Grund ihrer angewöhnten Entbehrungen zu Bewusstsein. Die Gottgegebenheit reich zu sein, wird nicht nur ausgenutzt, sondern als selbstverständlich erachtet, „ist doch ohnehin der Normalzustand“. Für “uns” herrscht ein derartig hoher Lebensstandard vor, dass wir uns nicht einmal Situationen, die gleich nebenan passieren, vorstellen können. Doch wenn wir uns damit befassen, vertrauen wir auf falsche Fakten, wie dass „bei unserem tollen Sozialsystem eh jeder selber schuld ist wenn er arm ist und auf der Straße schlafen muss“. Dass Menschen durch dieses ach so fein gestrickte Sozialnetz fallen, kann schneller passieren als jeder von uns glauben würde. Armut bringt tagtäglich Menschen an ihr Ende oder diesem entscheidend näher. http://www.armutskonferenz.at/ http://www.augustin.or.at/ http://www.arbeiterkammer.com/www-5872.html ABO Da Jenseits bisher nur verteilt wurde, haben wir uns nach fixen Plätzen umgesehen, an denen du das neueste Jenseits erhalten kannst. Lichtensteinstraße 10 im Deewan; Mo-Sa: 11-21h Schwarzspanierstr. 15 im Weltcafe; Mo-So: 9-02h An den beiden Orten solltet ihr immer ein aktuelles Jenseits finden. Auch sonst kannst du das Jenseits ab jetzt regelmäßig via Abo beziehen. Um 10€ (wegen Versandkosten) schicken wir euch alle Ausgaben nach Hause (ca. 5 im Jahr). Wenn du selber mehrere Ausgaben zum verteilen haben möchtest, einfach Mail an jenseits@kukuma.info, Betreff „Verteilen“ und wir sagen dir, wo du welche abholen kannst. Mehr Infos für Abo und Sonstiges jenseits.kukuma.info 7 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule PERMANNENTÜBERWACHUNG VON TELEFON UND INTERNET VORATSDATENSPEICHERUNG; EINE SICHERHEITSPOLITISCHE SACKGASSE Permanentüberwachung von Telefonverbindungen, eMail und SMS gefährden Grundfreiheiten - mit Grundwerten einer offenen Gesellschaft unvereinbar - Wirtschaftsspionage wird auf Knopfdruck möglich - Redaktions-, Anwaltsund Ärztegeheimnis gehen verloren - massive wirtschaftliche Belastung droht Unter dem Schlagwort „Vorratsdatenspeicherung“ sollen in Zukunft alle per Telefon, SMS oder eMail zustande gekommenen Kommunikationsverbindungen mindestens ein Jahr (auf Vorrat) gespeichert werden. Es soll damit möglich sein auch nachträglich die Kontakte einer Person oder eines Unternehmens zu analysieren und offen zu legen. Im Falle diffuser Bedrohungsbilder, wie Terrorismus oder „organisierte Kriminalität“ könnte damit flächendeckend das Kommunikationsverhalten aller BürgerInnen offengelegt und ausgeforscht werden. Mit den Grundwerten einer offenen Gesellschaft unvereinbar Art. 10a des Staatsgrundgesetzes (StGG) garantiert das Recht auf unbeobachtete elektronische Kommunikation (Kommunikationsgeheimnis), das auch das Recht umfasst, unbeobachtet seinen Kommunikationspartner auswählen zu dürfen. Eine offene, demokratische Gesellschaft lebt davon, dass Menschen unbeobachtet, unkommentiert und unzensuriert Ideen und Meinungen austauschen. Das Wissen der permanenten Beobachtung, die Gefahr ein bestimmtes Kommunikationsverhalten rechtfertigen zu müssen, schränkt die Bereitschaft zur offenen Kommunikation ein. Die ÖsterreicherInnen werden von Politikern wie Schüssel oder Gorbach bewusst belogen und in die Irre geführt, wenn behauptet wird, dass schon heute „Verbindungsdaten sechs Monate aufbewahrt werden“ (O-Ton Dr. Schüssel) oder dass das Speichern der Verbindungsdaten bloß ein geringfüger, quasi zu vernachlässigender Grundrechtseingriff ist (BM Gorbach). Speicherung mit falschen Argumenten gerechtfertigt Vielfach wird behauptet, dass ja nur die Daten aufgehoben, nicht jedoch ausgewertet würden. Tatsache ist, dass ein nichtverwerteter Datenfriedhof keinen Sicherheitsgewinn bringen würde. Es müssten daher umfangreiche und teure Auswertungseinrichtungen angeschafft werden. Schon in der Vergangenheit zeigte sich regelmäßig, dass einmal aufgebaute Datenbestände auch für andere Zwe8 cke genutzt werden. Wenn es keinen Terroranschlag gibt, könnte man doch damit sehr gut nach „organisiertem Verbrechen“, Geldwäsche, Menschen- und Drogenhandel, Asylmissbrauch, Sozialhilfemissbrauch, Steuerhinterziehung oder Verkehrsübertretungen forschen. Je geringfügiger das Delikt, desto höher auch die Erfolgschancen, da niemand bei Schnellfahren (zu rascher Funkzellenwechsel) Sicherheitsmaßnahmen gegen Überwachung trifft. Fest steht, schon um bei gezielten Überwachungen einen positiven Treffer (Täter) zu landen, müssen Daten von mehreren tausend unschuldigen Personen ausgewertet werden, bei der geplanten ziellosen Überwachung wird das Kommunikationsverhalten hunterttausender Personen offengelegt. Aberwitzige Kosten sind zu erwarten In Österreich bestehen rund 12-14 Millionen Telefonanschlüsse, die etwa 20-40 Mrd. Telefonanrufen pro Jahr entsprechen, rund 40 Mrd. Mails werden jährlich verschickt bzw. empfangen. Sollten diese Daten gespeichert werden und nimmt man nur einen Kostenersatz von 1 Cent/pro Datensatz an, wären das immerhin 2-400 Millionen EUR pro Jahr. Fest steht, dass diese viele hundert Millionen EUR teure Überwachung von den BürgerInnen zu bezahlen sein wird. Überwachung durch Kriminelle leicht zu unterlaufen Im Gegenzug können Personen und Gruppen, die tatsächlich zum engeren Kern organisierter Kriminalität oder terroristischer Vereinigungen zählen, die Überwachungsmaßnahmen leicht unterlaufen. Sei es durch Nutzung anonymer Wertkartenhandys, das benutzen von Verschlüsselungssystemen oder es wird schlicht mit kodierten Nachrichten gearbeitet. Aufgedeckt werden können Kleinkriminalität oder Taten, bei denen das Unrechtsbewusstsein fehlt (Steuer- und Verkehrsdelikte). Bürger die nichts zu verbergen haben, daher ihre Telefon- und Interneteinrichtungen korrekt angemeldet haben, stehen dann im Visier der Überwacher. Die Netzwerke der Querdenker und Regierungskritiker, der Opposition könnten dann aufgedeckt werden. Text gekürzt :Volle Version und mehr Infos unter http://www.argedaten.at/ Vorratsdatenspeicherung eine sicherheitspolitische Sackgasse es gibt ein leben nach der schule JENSEITS RECHT AUF ASYL GEGEN ABSCHIEBUNG Relly Jakubowitsch, Schülerin im Gymnasium an der Ödenburgerstraße, ist von der Abschiebung bedroht. Sie ist seit zwei Jahren in Wien, spricht perfekt deutsch, aber vor kurzen wurde der Asylantrag ihrer Mutter Maria abgelehnt. 2002 flüchtete Maria, von Moldawien nach Österreich. Sie hatte als Steuerinspektorin gearbeitet und sich dadurch Feinde gemacht. Zuletzt schob ihr der eigene Mann, ein hoher Staatsanwalt, einen Einbruch in die Schuhe, ließ sie polizeilich verfolgen und nützte seine Verbindungen zum korrupten Milieu um sie fertig zu machen. Als sie in Österreich ankam wurde sie sofort inhaftiert für sie kein vertrauensbildender Anfang. Sie kam erst nach einem 19tägigen Hungerstreik frei. Maria behauptete, aus Tschetschenien zu kommen, so seien die Chancen besser, erzählte man/frau ihr. Ein Fehler, wie sich später herausstellte – nicht aus Gründen der Moral, sondern weil ihr jetzt nicht geglaubt wird. Im Berufungsverfahren hat sie die Wahrheit gesagt – zu spät. Trotzdem das Verfahren natürlich objektiv hätte sein sollen wurde sie auf Grund dieser Vorbringung neuer Tatbestände (die durchaus rechtsmäßig ist) erneut abgelehnt. Wenige Tage später kam sie in Schubhaft. Marias Tochter Relly ist erst seit zwei Jahren in Wien, hat aber innerhalb weniger Monate Deutsch gelernt und zählt in ihrer Klasse am Gymnasium in der Ödenburgerstraße (Wien 21.) bereits zu den Klassenbesten. Sie ist sehr engagiert, nimmt am Redewettbewerb teil und nimmt sich trotz des langen Schulwegs täglich Zeit für andere AsylwerberInnen ehrenamtlich bei Amtsgängen zu dolmetschen. Trotz der widrigen Umstände, im Flüchtlingsheim deutsch gelernt zu haben, hat sie sich bestens eingelebt. Die Verhaftung ihrer Mutter und die auch für sie drohende Abschiebung kamen wie ein böser Albtraum. Entsetzt warnten sich nun ihre SchulkollegInnen mit einer Petition an das Innenministerium. Eine Kampagne wurde gestartet und der Protest der Schülerinnen und Schüler des GRG Ödenburgerstraße war erfolgreich. Das Innenministerium hat eingelenkt. Prokops Pressesprecher Rauch (der vor einigen Tagen zum „Puls TV“ noch gemeint hatte, er sähe keine große Chance) hat nun öffentlich erklärt, Relly könne bei der MA 20 einen Antrag auf Aufenthaltsbewilligung als Schülerin stellen. Vergessen wir über diesem Erfolg in einem Einzelfall nicht die vielen tausenden Menschen, die in der Schubhaft verschwinden und keine Lobby haben Seit Anfang 2006 um 24,9 Prozent mehr Schubhäftlinge. Beschleunigte Verfahren für kriminelle Asylwerber. Anwendung des Dublin- Verfahrens Personen die über EuStaaten einreisen und deren Flüchtlingsroute rückverfolgt werden können werden sofort in Schubhaft genommen. Sie werden in die Länder, aus dem sie eingereist sind, zurückgeschickt. Zusätzlich gibt es eine Steigerung bei Zurückweisungen von 26.280 auf 27.043 Personen pro Jahr. http://www.asyl.at/ http://www.asyl-in-not.org http://www.integrationsportal.at/ http://no-racism.net/deportatiNO/ 9 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule SEX SELLS SEXUELLE SIGNALE ERREGEN IMMER AUFMERKSAMKEIT Werbung soll auffallen. Schlussfolgerung: Werbung mit Sex wird beachtet. So einfach ist das! Der Mensch wird dadurch zur Ware/ Schönheitsideale werden erzeugt. Das Eigentliche bleibt auf der Strecke. Mensch sollte sich im eigenen Körper wohlfühlen. 10 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS der Wasserpreis hatte sich beinahe verdoppelt. Das fanden die „Cochambinos“ nicht so schön. Irgendwie machte es sie auch wütend. Also begannen sie einen Krieg, den „Guerra del Agua“. Sie gingen nun in der Früh nicht mehr in die Arbeit, sondern auf die Straße demonstrieren. Dort stießen sie immer wieder mit der Polizei und dem Militär zusammen. Diese Zusammenstöße wurden immer blutiger, bis im April des Jahres 2000 das Kriegsrecht über Cochabamba, die Kapitale der Unterprovinz, der Notstand verhängt wurde. Irgendwann wusst die Provinz-Regierung dann echt nicht mehr weiter und kaufte das cochambianische Wasser zurück. Es wurde eine aus Volksvertretern bestehende Kommission gebildet, die das Wasser von nun an verwalten sollte und alles wurde gut...Fast* GESCHICHTE MAL ANDERS DIE SCHLACHT VON COCHABAMBA, O. ALS DIE COCHAMBINOS SICH IHR WASSER ZURÜCKHOLTEN Once upon a time there was: eine kleine US-Provinz in den Anden–Bergen namens Bolivia. Obwohl die Provinz einen sehr (gas)reichen Boden hatte, waren die Menschen, die in ihr lebten, sehr arm. Die Provinzbewohner waren soo arm, dass sogar die (US)amerikanischen Politiker, samt ihrer Banken und Fonds bemerkten, dass es ihnen nicht so gut ging. Also beschlossen sie „einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Bevölkerung zu leisten.“ Um ihren Beschluss verwirklichen zu können mussten sie Maßnahmen treffen. Also erstellten sie ein Maßnahmenpaket und nannten es „Strukturanpassung“. Den Bolivianern erklärten sie, dass sich die Provinz durch eine Anpassung ihrer Struktur entwickeln würde und dass es entwickelte Menschen besser hätten. Um sich zu entwickeln, verkaufte die Provinz im Jahre 1977 ihr Wasser. Das Wasser einer Unterprovinz namens Cochabamba, was auf Indianersprache so viel wie sumpfige Ebene heißt, wurde von dem aus US-Amerika stammenden „multilateralen Konzern“ Bechtel gekauft. Bechtel hatte sehr viele schöne Vorhaben. Unter anderem wollte er die „Infrastruktur“ ausbauen, so dass alle „Cochambinos“ mit Wasser versorgt werden würden. Nach einiger Zeit aber bemerkten die Cochambinos, dass sich ihre Infrastruktur kaum entwickelt hatte. Dies war jedoch nicht genug des Guten: Es war nicht nur ihre Infrastruktur nicht ausgebaut worden, nein es waren auch ihre Wasserrohre „marod“ geworden, die Wasserqualität war ganz allgemein schlechter geworden, Trinkwasserbrunnen waren zerstört worden und ... *na ja Bechtel hat da noch um 5 Millionen US-Dollar für in der Zukunft entgangene Gewinne geklagt und die Provinzbewohner sind wahrscheinlich immer noch nicht reich. 11 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule GROSSFAMILIE IN WG MÖGLICH ÜBER SOZIALE WOHNGEMEINSCHAFTEN Soziale Wohngemeinschaften werden oft als Großfamilien hingestellt, doch stellt sich die Frage, ob das bei so vielen, verschiedenen Kindern überhaupt möglich ist. Zurzeit wird (wie in allen anderen Sozialbereichen auch) bei Fremdunterbringungen von „schwer erziehbaren Kindern“ oder einfach bei Kindern ohne Eltern stark gespart, was fatale Auswirkungen auf deren Leben hat. Bis vor kurzem gab es noch vom Staat so genannte „Heime“, welche ein eigenes Gelände mit Wohnhäusern, eigener Schule, Spielplatz etc. darstellten. Die Gruppen bestanden aus 8 Kindern und einemR BetreuerIn, jedoch gab es auch kleinere und besser betreute Gruppen für schwierigere bzw. für Kinder, die sich nicht gut in die Heimund Gruppenstrukturen einfügen konnten. Dadurch, dass es mehr Gruppen gab, waren immer mehrere SozialpädagogenInnen griffbereit. Somit konnte eine Überreizung einer jeden Situation entgegengesteuert und effektiv geholfen werden. Doch nun werden diese Grundstücke aufgelassen und die Betroffenen in sog. WG’ s gesteckt, wodurch durch eine größere Gruppenzahl und nur einemR BetreuerIn automatisch Problemsituationen entstehen, die von vornherein nicht zu lösen sind. David, 4 Jahre alt, Sprachverzögerung, hört jetzt schon nicht mehr auf seine Mutter, Isabella, 9 Jahre alt, Schulverweigerung, Martin, 10 Jahre, von Eltern abgelehnt, aggressiv, Renate, 12 Jahre, Suizid gefährdet, starke Depressionen, Manuel, 8 Jahre, Vater gewalttätig, Mutter Alkoholikerin, Siegfried, 13 Jahre, Waise. 1 Was haben all diese Kinder gemeinsam? Sie wohnen mit noch anderen Kindern der MA11 in Wien. WG’ s sind die modernste Form von Fremdunterbringungen in wien und haben die Kinder- u. Jugendheime abgelöst. Sie alle erfahren gegenwärtig nicht die Unterstützung durch ihre Familien, die sie benötigen würden. Sie leben in einer völlig neuen, fremden Umgebung, sollen mit fremden Kindern wie mit Geschwistern leben und sollen Sozialpädagoginnen vertrauen und gehorchen. Kaum jemand von uns kann sich vorstellen, wie schwierig das sein muss. es gibt ein leben nach der schule JENSEITS Morgens, 7 Uhr In der Früh beim Erwachen findet sich der neue Matthias in einem fremden Bett wieder. Neben ihm im zweiten Bett ein unbekannter Junge und nicht die Mutter, sondern ein großer, dunkelhaariger Mann weckt ihn. Eine große Unsicherheit überkommt ihn und am liebsten würde er sich einfach wieder ins Bett verkriechen. Nachdem Matthias endlich seine gewaschene Wäsche gefunden und seine Schultasche gepackt hat, sitzt er tatenlos am Frühstückstisch und wartet darauf, dass irgendjemand ihm zeigt, wo der Honig ist. Niemand kümmert sich um ihn. Der Sozialpädagoge hat heute nur zu ihm gesagt, er könne frühstücken, sich ein Schulbrot machen und müsse sich um zehn nach halb acht auf den Schulweg machen. Danach war keine Zeit mehr für weitere Erklärungen…. Stresssituationen beginnen für Kinder und ErzieherInnen schon in der Früh. Jemand braucht eine Unterschrift oder Geld für die Schule, eine besorgte Mutter ruft an, ein Kind hat seine HÜ vergessen, der 4-Jährige braucht Hilfe beim Klo- gehen, ein Kind will nicht aufstehen usw. Dadurch bleibt keine Zeit, die neuen schüchternen Kinder bei jeder Kleinigkeit zu fragen. Nachmittag, 15 Uhr Matthias hat Probleme bei seiner Hausübung und kommt nicht voran. Der Erzieher ist wieder weg und stattdessen ist eine etwas ältere, aber doch lustige Frau da, die sich um die Kinder kümmert. Jedoch können sie sich beide nicht auf die Aufgabe konzentrieren, da sie dauernd weggeht, der 4- Jährige schreit, herumläuft und immer wer anderer noch etwas will. Es läutet an der Tür, eine Mutter beginnt ein Gespräch mit der Sozialpädagogin. Wut und Enttäuschung steigen in ihn ihm hoch. Er ist total entnervt und verspürt schon wieder den Drang, etwas zu zerstören. Er kann sich jedoch zurückhalten, verschwindet einfach in „seinem“ Zimmer und verbarrikadiert sich in seinem Bett. Alle sollen ihn in Ruhe lassen!! Schon diese zwei geschilderten Situationen aus einer WG zeigen, dass es für nur eineN SozialpädagogenInnen unmöglich ist, allen acht Kindern, die in der WG leben, die nötige Zuwendung zu geben. Zu verschieden sind die Kinder- vom Alter, Temperament, Problemen, Wünschen usw.-, sodass nur die individuelle Betreuung jedes einzelnen Kindes sinnvoll erscheint. Neben den ganz spezifischen Problemen eines Kindes, muss auch noch der Alltag bewältigt werden. Dazu gehören Arztbesuche, Einkäufe, Hausübungen usw. Darüber hinaus müssen SozialpädagogenInnen sich auch noch mit Eltern, Ämtern, LehrerInnen, Nachbarn und deren Vorstellungen bzw. Wünschen, Beschwerden auseinander setzen. Und das ganze fällt auf eine einzige Person zurück, welche das alles in 24 Stunden für 8! Kinder bewältigen soll. LÖSUNGEN Die nächstgelegene & einfachste Möglichkeit wäre, das Kontingent an SozialpädagogenInnen zu erhöhen. Was zur Folge hätte, dass ein angemessenes Zusammenleben aller Betroffenen erst möglich werden würde. Wofür jedoch kein Geld vorhanden ist?!??! Auch die Gruppensituation könnte, durch genauere Überlegungen bei der Zusammenstellung der Kinder, leicht verbessert werden. Ähnliche Probleme oder eine geringere Altersstreuung wären hier zum Beispiel ein guter Ansatz für eine bessere Gruppendynamik. Bei Gleichaltrigen mit ähnlichen Interessen wäre schon eine bessere Integration in die Gruppe möglich. Wofür jedoch keine Zeit vorhanden ist?!??! Viele Probleme und viele einfache Lösungsmöglichkeiten die nur durch „zu wenig Geld & Zeit“ nicht umgesetzt werden können. Ja ist das denn wirklich so unmöglich?? Auch wenn der Alltag sich in WG’ s nicht optimal gestalten lässt, ist es doch ein Zufluchtsort für Kinder und immer wieder gelingt es ihnen und SozialpädagogenInnen, Probleme zu lösen, Beziehungen aufzubauen und schwierige Situationen zu überwinden. Eine Wohngemeinschaft ist und bleibt eine Wohngemeinschaft und kann niemals mit einer Großfamilie gleichgesetzt werden. 1 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Der Anarchismus beklagt einen gegenwärtigen Mangel an Freiheit und kritisiert, dass persönliche Freiheit (etwa die Freiheit, selbst über seine Zeit zu verfügen) oftmals eine Frage des Wohlstands ist. Er stellt die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Freiheit, und fordert Autonomie. Der Biologismus und manche Strömungen der Hirnforschung verneinen die Möglichkeit einer echten individuellen Freiheit und sehen den Menschen durch seine Gene und das evolutionäre Programm „Mensch“ als konditioniert an.“ www.wikipedia.org Suchbegriff: „Freiheit“ „..Ich bin FREIHEIT EINE DEFINITION „Freiheit ist ein subjektives Empfinden, dass sich nur aus seiner Relation zum Phänomen von Gebundenheit charakterisieren und daher nicht objektivieren lässt, insbesondere strebt es danach, sich soweit wie möglich ohne Zwänge und Beschränkungen zu sehen. Insofern bezeichnet Freiheit auch die Möglichkeit, unter mehreren Optionen wählen zu können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Beiträge zu einer Philosophie der Freiheit lieferten viele Philosophen. Historisch wichtige Beiträge kamen u.a. von John Stuart Mill, Jean Paul Sartre, John G. Bennett und Rudolf Steiner. Verschiedenste Gruppierungen denken über Freiheit.... Der Existentialismus sieht den Menschen zur Freiheit verurteilt, mit allen positiven und negativen Konsequenzen, die das hat. Die Kunst sieht sich manchmal als letzte Bastion der Freiheit (vgl. Manifest der Gruppe SPUR). Der Konservatismus sieht die menschliche Freiheit durch menschliche Determiniertheit, Moral, und durch höhere Mächte (etwa: Gott) beschränkt. Die 68er wollten u.a. mehr persönliche Freiheit erkämpfen. Der Liberalismus betont besonders die Vertragsfreiheit und den Schutz des Privateigentums, das beliebig genutzt werden kann. Er setzt die Freiheit in Gegensatz zum Kollektivismus. Damit wird etwa auch der ökonomische Liberalismus (Neoliberalismus) begründet. nur wählen „..Ich bin nicht frei nicht frei und ich kann nur wählen Welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen Ich bin tausendmal verhungert Ich bin tausendmal verblutet und sie waren vollgefressen...“ und sie haben mich vergessen 14 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS Warum/ Freiheit! Warum erfährt jeder und jede den Wert einer Tatsache erst so richtig und in einer Intensität, die sich anders kaum herbeiführen lässt, wenn an dessen Vorhandensein fehlt oder zumindest dessen Existenz gefährdet oder eingeschränkt ist? Das Gefühl gefangen zu sein, dass die wenigsten von uns kennen ist grauenhaft. Ein Gefühl von Wahnsinn kommt und geht. Totale Lustlosigkeit überkommt Menschen in solchen Situationen. Das Gefühl bei jeder Tätigkeit an seine Grenzen zu stoßen, weil den meisten Menschen die Fähigkeit durch Wände zu gehen nicht innewohnt. Eine 60m² große Wohnung kann sich in verschlossenem Zustand wie ein bettgroßer Betonkasten anfühlen. Dieser oft zitierte Satz von „Als ich eines morgens aufwachte, bemerkte ich, dass ...“ aus Kafkas Verwandlung, beschreibt die Situation, die ich erlebt habe und die der Auslöser für diesen Text, war ganz gut. Das ewige Hin und Her von Pärchen, in welchem Zuhause denn die Nacht verbracht werden sollte, ist vielen, die nicht schon zusammen wohnen, wahrscheinlich bekannt. Wir haben bei IHM geschlafen, ja gut, tut nichts zur Sache, aber ER ging morgens um ca. 5h herum, also zu einer unchristlichen Zeit, arbeiten und in morgendlicher Verschlafenheit und Routine versperrte er die Tür. 5 Stunden später, die ich so glücklich war länger schlafen zu dürfen, mache ich die Augen auf „ja toll, es is eh erst 10, es scheint die Sonne, was will ma mehr“. Beim Aufrichten, bei dem gleichzeitig mein Geist auch realisitierte, dass ich wach geworden bin, schoss es mir in den Sinn, dass ein Freund, wenn er nicht ohnehin zu spät kommen würde, jetzt vor meiner Haustüre steht. Diesem Faktum gewahr werdend, zog ich mich in Windeseile an und wollte hinausgehen ... Übliche Vorgangsweise; sich der Tür nähern, den Arm (zumeist den rechten) leicht nach vorne bewegen, die Türklinke zu fassen bekommen, hinunterdrücken und die Tür in diesem Falle zu sich ziehen. Zu! ... Zweiter Versuch; sie klemmt nicht oder sonst irgendwas, sie ist einfach zu.... zugesperrt. Die erste halbe Stunde habe ich immer wieder probiert, die Tür aufzumachen. Ich habe alle Schlüssel, die irgendwie in dieser Wohnung herumlagen, von Wasch küchen- bis Kellerschlüssel durchprobiert. Dann kamen zuerst so rationelle Gedanken, wie einmal in Ruhe zu frühstücken, dann jede Menge, die den Wohnungsbesitzern nicht sehr gefallen hätten, wobei es nie um Sachbeschädigung meinerseits ging. Mir wurde nur die Tatsache bewusst, dass ich zum Beispiel, die ach so lärmempfindlichen Nachbarn die Polizei alarmieren lassen könnte, weil mir bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Tür aufgebrochen ist, nichts passieren kann. Hätte ich mein Instrument dabei gehabt, ich hätte gespielt. Zu alle dem, dass es einfach keinen Ausweg gab aus diesem auf drei andere gestapelte Wiener Gemeindebauhamsterkäfige kam noch dazu, dass sich in dieser Wohnung weder ein fester, noch ein mobiler Telefonanschluss befand. Die Kontaktaufnahme zu einer weiter als vielleicht 5 Meter von der Begrenzung der Wohnung entfernten Umwelt war ausschließlich über das Internet möglich- nur zu blöd, dass jede/r meine Hilfe-E-mails erst las, als ich bereits aus einem Zufall heraus befreit wurde, indem einer der Wohnungsbewohner nachhause kam. Im Nachhinein sind mir meine Gedankengänge bewusster geworden als sie es mir in der Situation waren. Aggression wie ich sie als eingesperrtes Wesen nicht gehabt habe, sind mit der plötzlichen drastischen Änderung durch das ganz normale Ereignis, das jemand nachhause kommt, zum Vorschein gekommen. Plötzlich waren Gedanken da, dass ich eigentlich vorher gerne etwas zerstört hätte. 15 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Das einzige Gefühl, das ich wahrnahm, während ich unfähig war, mich wirklich auf ein Buch, das mir eigentlich gefallen hat, zu konzentrieren, war eine enorme Lustlosigkeit allem gegenüber. Eigentlich hätte ich ja um meiner selbst willen gedacht, dass mein Kopf mich an Dinge denken lässt, die einfach sonst nicht ohne die verwunderten Blicke anderer möglich sind, wie nackt durch die Wohnung laufen und die Wände mit Marmelade einreiben oder sonst irgendeinen kontraproduktiven Schwachsinn. Die ersten Stunden konnte ich an nichts anderes denken als dass ich eingesperrt bin. Gedanken wie die Küche lehr fressen, sind mir in den Sinn gekommen, aber dazu war der Appetit nicht da. Das produktive Arbeiten, also irgendeine sinnvolle Beschäftigung, der ich sonst ohne diesen Vorfall nachgegangen wäre, war partout nicht zur Hand. Die Tatsache, dass ich eigentlich Essen für eine Woche, ein Bett und jede Menge Dinge um mich, es schön warm um mich und so weiter gehabt hätte, änderte rein gar nichts daran, dass diese Situation ein Unbehagen auslöste, das nicht so schnell verging. Den Freiheitstrieb, der im Menschen mindestens so vorhanden ist, wie die Notwendigkeit von Nahrung, merkt ein durchschnittlicher Mensch in der westliche Gesellschaft kaum. Ich hätte unterschätzt, wie wichtig mir meine Freiheit ist. Dies Spontanität, die Situation zu nehmen wie sie ist und das Beste draus zu machen, konnte ich einfach nicht aufbringen. Ich habe ein Buch gelesen, das mich interessiert hat, aber von Freude, dass ich jetzt Zeit dazu hätte, war keine rede. Was mich im Nachhinein bedenklich stimmt . Ich werde alt.....? Wenn ich irgendwann nicht mehr die Freiheit besitze, von mir aus einfach in den Zug zu steigen und auf das nächste Fest’l zu fahren wo ich hin will, einfach so aus dem Grauen oder auch Farbenfrohen, das mich sonst erwartet hätte, ins Blaue hinein. Wenn Erwartungshaltungen von mir zu streng genommen werden und ich Situationen nicht mehr genießen kann wie sie sind, weil ich eigentlich gerne grüne Wolken statt blauen gehabt hätte, dann will ich nicht mehr leben. Dieses Erlebnis hatte für mich keine weiteren Folgen, außer einen Ferientag vertan zu haben und den Anstoß für diesen Text zu erhalten, aber die Schicksale vieler Menschen sind mir begreiflicher geworden. „Freiheit“ war übrigens der Gruß der Eisernen Front. PROKLAMATION Zu Freiheit gibt es viel zu sagen. Viele Menschen haben es sich zum Ziel gesetzt „Frei“ zu „sein“. Viele Menschen (vor allem PolitikerInnen) reden gerne und viel darüber und sie wird als ein wichtiger Grundstein angesehen. In unserer Gesellschaft (sowie auch im Reste der Welt) ist dieses einfache und wunderschöne Wort, hinter dem wirklich viel steck. Leider viel zu wenig IST- Zustand. Denn wer kann heute denn schon wirklich FREI sein… Doch bevor ich ewig labere, möchte ich zu diesem Thema einen Text sprechen lassen, der mir unlängst in die Hände fiel und der trefflich den Umgang mit unserer Welt spiegelt. Lautsprecher : ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN… Lautsprecher 1: -SOFERN SIE NICHT EINER SUBVERSIVEN ORGANISATION ANGEHÖREN ODER SICH IN SONSTIGER WEISE GEGEN DIE WÜRDE UND DAS RECHT DES STAATES VERGEHEN! Lautsprecher : JEDER MENSCH HAT ANSPRUCH AUF DIE IN DIESER ERKLÄRUNG VERKÜNDETEN RECHTE UND FREIHEITEN OHNE IRGENDEINEN UNTERSCHIEDWIE ETWA NACH RASSE , FARBE, GESCHLECHT, SPRACHE, RELIGION, POLITISCHER ODER SONSTIGER ÜBERZEUGUNG, NATIONALER ODER SOZIALER HERKUNFT, NACH EIGENTUM ODER SONSTIGEN UMSTÄNDEN Lautsprecher 1: -SOFERN ER DIE IN DIESER ERKLÄRUNG VERKÜNDETEN RECHTE UND FREIHEITEN NICHT MISSBRAUCHT GEGEN DAS RECHT UND DIE FREIHEIT DES STAATES! Lautsprecher : JEDER HAT DAS RECHT AUF LEBEN, FREIHEIT UND SICHERHEIT DER PERSON… Lautsprecher 1: -SOFERN ER DIESE RECHTE, NAMENTLICH DAS RECHT AUF LEBEN, NICHT MISSBRAUCHT, UM DIE SICHERHEIT DES STAATES ZU UNTERGRABEN Lautsprecher : NIEMAND DARF IN SKLAVEREI ODER LEIBEIGENSCHAFT GEHALTEN WEREN; SKLAVEREI UND 16 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS SKLAVENHANDEL SIND IN ALLEN IHREN FORMEN VERBOTEN. Lautsprecher 1: -SOFERN NICHT TRIFTIGE GRÜNDE VORLIEGEN DIESE BESTIMMUNGEN ZUM SCHUTZ VON SICHERHEIT UND ORDNUNG ZU ANNULLIEREN! Lautsprecher : NIEMAND DARF DER FOLTER ODER GRAUSAMER, UNMENSCHLICHER ODER ERNIEDRINGENDER BEHANDLUNG ODER STRAFE UNTERWORFEN WERDEN. Lautsprecher 1: -SOFERN ER NICHT AUS EIGENEM VERSCHULDEN ANLASS ZUR ANWENDUNG DIESER MITTEL GEGEBEN HAT! Lautsprecher : JEDER MENSCH HAT ÜBERALL ANSPRUCH AUF ANERKENNUNG ALS RECHTSPERSON Lautsprecher 1: -SOFERN ER KEINEN ANLASS DAZU GIBT, DIESE BESTIMMUNG AUSSER KRAFT ZU SETZEN Lautsprecher : -ALLE MENSCHEN SIND VOR DEM GESETZ GLEICH UND HABEN OHNE UNTERSCHIED ANSPRUCH AUF GLEICHEN SCHUTZ DURCH DAS GESETZ… Lautsprecher 1: -SOFERN SIE SICH NICHT GEGEN DAS GESETZ VERGANGEN HABEN. Lautsprecher : NIEMAND DARF WILLKÜRLICH FESTGENOMMEN, IN HAFT GEHALTEN ODER DES LANDES VERWIESEN WERDEN. Lautsprecher 1: -SOFERN NICHT BESONDERE ZUSTÄNDE, SITUATIONEN, UMSTÄNDE, LAGEN, GESCHEHNISSE ODER PHÄNOMENE DIESE BESTIMMUNG AUSSER KRAFT SETZEN! Lautsprecher : ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN… Lautsprecher 1: -SOFERN NICHT BESONDERE ZUSTÄNDE, UMSTÄNDE, GESCHEHNISSE, PHÄNOMENE, LAGEN ODER SITUATIONEN DEN STAAT DAZU ZWINGEN, DAS WOHL DER ALLGEMEINHEIT ÜBER DAS WOHL DES EINZELNEN ZU STELLEN! Lautsprecher : ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN… Lautsprecher 1: -SOFERN SIE DIESE FREIHEIT NICHT MISSBRAUCHEN, UM IN SUBVERSIVER ODER KONSPIRATIVER ODER ABWERTENDER ODER VERRÄTERISCHER ODER BÖSARTIGER ODER DESTRUKTIVER ABSICHT SICH GEGEN DAS WOHL DES STAATES ZU VERGEHEN… Lautsprecher : ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN!!! Lautsprecher 1: -SOFERN SIE SICH NICHT GEGEN DIE WÜRDE UND DAS RECHT DES STAATES VERGEHEN!!! Lautsprecher : (LAUT) ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN! Lautsprecher 1: (LACHT AMÜSIERT) Lautsprecher : (NOCH LAUTER) ALLE MENSCHEN SIND FREI UND GLEICH AN WÜRDE UND RECHT GEBOREN! SIE SIND MIT VERNUNFT UND GEWISSEN BEGABT… Lautsprecher 1: (LACHT SEHR AMÜSIERT) Lautsprecher : UND SOLLEN EINANDER IM GEISTE DER GLEICHHEIT BEGEGNEN Lautsprecher 1: (LACHT BRÜLLEND) AUS AN-KLAGEN: SCHRIFTEN FÜR AMNESTIE INTERNATIONAL ISBN -88-100- Links: http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte 17 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Natürlich habe ich, als der „kleine“ Mensch, der ich nun mal bin, nicht auf alles, was mir passiert, Einfluss, aber es liegt bei mir, mit welcher Einstellung ich durchs Leben gehe, und die hat sehr wohl Einfluss auf mein Leben. Es gibt so viele Menschen, besonders in Österreich, die sich den ganzen Tag beschweren, wie unzufrieden sie mit ihrem Leben, oder dem „System“ sind. Ich finde das System auch nicht mehr sehr „menschenwürdig“, aber ändern kann ich nur etwas, wenn ich alternativ denke und lebe. Meiner Meinung nach ist jeder verantwortlich für seinen eigenen Misthaufen, und wenn mensch unzufrieden ist mit dem Leben, sollte mensch etwas ändern – auch, wenn das einen ungeheuren Zuwachs an Risiko bedeuten sollte. Denn frei zu sein, ist nicht immer einfach, und vor allem nicht frei zu bleiben. ÜBER DIE FREIHEIT SEINEN EIGENEN WEG ZU GEHEN DU BIST FREI, ZU ENTSCHEIDEN, WAS DU MIT DEINER ZEIT ANFANGEN WILLST! Dieser Artikel ist ein Aufruf an alle, sich über sich selbst und den eigenen Weg, der immer auch die Wege anderer kreuzt und beeinflusst, Gedanken zu machen. Die Gedanken sind frei, oder? Zuallererst möchte ich sagen, dass meine Gedanken über die Freiheit persönlichen Erfahrungen entspringen. Aber vielleicht kann die eine, oder der andere mit meinen Gedanken etwas anfangen, denn die Gedanken sind frei, oder? Ich bin bisher schon oft in Situationen gekommen, die eine Entscheidung verlangten. Ich hatte also die „freie Wahl“. Existiert überhaupt ein freier Wille? Natürlich handelt es sich eher um eine Glaubensfrage. Die einen glauben an das Schicksal, und sprechen sich selbst in ihrem Leben ein „Mitspracherecht“ ab, die anderen glauben, jede falsche Entscheidung könne das Morgen belasten, usw. Könnte ich mich nicht, wenn ich wollte, jeden Tag für ein anderes Leben entscheiden? Wir werden in ein System geboren, das wir jeden Tag besser kennen lernen. Irgendwann kommt dann der Tag, an dem wir das System so gut kennen, dass wir anfangen, es zu hinterfragen. Es gibt so viel mehr als das, was die Gesellschaft uns anbietet! An jenem Tag, an dem wir begreifen, dass wir selbst in der Lage sind, Alternativen ins Leben zu rufen, beginnen wir „frei“ zu sein, zumindest in Gedanken. 18 Frei ist, wer bereit ist, sich immer wieder neu zu verlieren. Vielleicht kann man Freiheit mit Selbstfindung vergleichen: Kaum haben wir uns gefunden, beginnen wir schon wieder uns zu verlieren. Kaum haben wir uns befreit von Normen, Erwartungen und Konventionen, und den Platz verlassen, der uns von der Gesellschaft von Anfang an zugedacht war, beginnen wir, uns wieder einen bequemen Sessel zurechtzumachen. Immer wieder in Frage zu stellen. Ich glaube, „Freiheit“ bedeutet, immer wieder in Frage zu stellen, d.h. immer wieder alles umzuschmeißen, mit der Veränderung leben zu lernen, ohne aus Bequemlichkeit sesshaft zu werden, weil ja gerade alles so gemütlich ist.Solange ich zwanghaft versuche, an etwas festzuhalten, bin ich unfrei. Frei zu sein bedeutet loslassen, heißt zu entscheiden, was ich mit meiner Zeit, die sowieso begrenzt ist, anfangen will. Eigentlich ist das Einzige, das wir zu geben haben, Zeit, und diese können wir frei einteilen. Das System bietet uns einen vorgefertigten Zeitplan an. Ob wir diesen annehmen, oder selbst eine Alternative aufbauen, bleibt uns überlassen. Natürlich erfordert eine Alternative auch viel Mut und Stärke, aber wenn mensch es alleine nicht schafft, gibt es unzählige mutige hilfsbereite Köpfe da draußen, die bereit sind, einem unter die Arme zu greifen. es gibt ein leben nach der schule JENSEITS FREIE GEDANKEN ÜBER DIE FREIHEIT AUSBRECHEN AUS SYSTEMEN Mensch braucht ein System, das sie/er gut kennt, um es an der richtigen Stelle zu hinterfragen, zu brechen, und einen anderen Weg zu gehen. Frei wird Mensch im Kopf. Frei zu sein, heißt: Mut haben, bereit zu sein, ein Risiko einzugehen, vorbereitet zu sein, auch andere Meinungen gelten zu lassen, aber sich nicht hauptsächlich von anderen Meinungen leiten zu lassen, sich zu kennen, zu wissen, was mensch will, unerschöpflich nach Alternativen Ausschau zu halten, um schlussendlich eine eigene ins Leben zu rufen, sich Fehler einzugestehen, Tabus zu brechen, nicht zu schlucken, was einem vorgesetzt wird, mitzubestimmen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, anders zu entscheiden, wenn alles schon feststeht, sich Zeit zu nehmen, Respekt zu haben vor der Freiheit des Gegenübers,…. n ve n kla tste .“ S r e eit he itt ih on lic erb Fre ie v ch r a ck lü die er a nb „G nd de d M he sc si ein -E F er n Eb „Za - wi „Um un stellt sere Fre . Wa hrsch iheit ist e s se einli als a ch hat es hr traurig uf de m Pa nie ande bersw pie Marle r gegebe o n n Ha usho .“ fer Diese Zeilen sollen der Anfang einer Debatte über alternatives Denken werden, also falls Du etwas zu sagen hast, schreib einfach an: kaukasus@kukuma.info im ist enn “ it« , d t. he e ich d ei Lüg t n Frie h Fr ht ine rsc ch sc h e her Eri rr c it he u e er r a ih Hi ode Fre » n: m ge Irrtu sa in u „Z er e m lieFreihei hrliche htschaft.“ die gefä nec „Mir ist ine ruhige K Rousseau e acques ber als Jean-J „E s me gi hr bt Wo M k Gr rt »f issb ein un rei rau W de «. , w Ich ch g ort h eil e ke traue trieb eutzu ine tag de en rd ie m W wird e, m Fre ort ihe nic als m it d de it für ht, a it d em r e u a Ot will s lle w s de m to ie ill; m vo n B für si jeism ch. a rc “ k Vö von gel sin der g lde Fre en V Aut ögel fl iheit ie or U nbe gen. kan nt hme Der Me nsch is t und üb erall lie frei geboren , Jean-J gt er in Kette acques n.“ Rousse au Von http://de.wikiquote.org 19 an i t: m n n dhe sun en, we t.“ e ie G chätz en ha w al t ist t zu s erlor v ihei enth s „Fre sie er an sie n Wies ß o m wei Sim „D lä er u fig Fre di ihe e i Ve t fol ra gt z n w Er two an ns rt g t F ung ser .“ st l r nu ht äh nic ch zu W die mi s für ms da ige tet yste eißt ne e len“ eu s S ch h e i ä h ed it b eine mi en m u w rihe für ab m z lb lte Fre erha der zu h yste o A ak S on it , w pr e inn , s ke n e s lich en Jung ie len glich ög keit d r m ich ein eil Mö nu ögl nn s, w njäh o e us eh ist hlm s a eit r . W m nfz n, eih , W en rden s Fü önne it de “ „Fr en teh k ihe ig. we de tiv es na h b eiter ohn hren Fre l wen pler e e c tis fsarb en L entb ürgt wah d Ep s Hil ern d icht verb eruf rhar E B Elt en n die rig t ihm f hil „Die Verteid iger der Freiheit werden imm er nur Geäch tete sein, solange eine Horde von „Di e Schurken regi A ert!“ ng me Maximilien de Robespierre lier st, d isten e ass M ne n, n n wen sie ensc gl eic icht n sie ihre hen hze gla F h itig ube liebe reihe abe d ie n, d n, un it ve n a g der rößte ss di d kö rne Fre E ihe ntwic Liebe it b klu ng Eri ed ch eutet Fro .“ mm JENSEITS es gibt ein leben nach der schule wird, fordern wir diesen auch aktiv. Wir sammeln deshalb auch Anliegen von diversen Gruppen zusammen, um uns gemeinsam für Freiraum zu engagieren und Aktionen in diese Richtung zu starten. Es soll eine Möglichkeit geschaffen werden sich zu präsentieren. Jeder und jede soll die Möglichkeit bekommen, zumindest virtuell seine/ ihre Werke zu präsentieren. Auch bei eigenen Festen und Veranstaltungen soll allen nach Möglichkeit die Chance gegeben werden, ihre Werke vorzustellen. Ein Vernetzungsforum soll geschaffen werden. Kunst-, Kultur- und Medien-Projekte sollten unserer Meinung nach vernetzt arbeiten, ein gemeinsamer Austausch sollte stattfinden. Wir wollen dazu beitragen, dass so ein Forum zustande kommt. KUKUMA KUNST KULTUR UND MEDIEN ALTERNATIVEN Gemeinsam weiterkommen, vernetzt arbeiten, etwas am Bestehenden ändern, all das sind Gründe warum es uns gibt. Doch wer sind wir? Was wollen wir? Wir sind eine Gruppe von Leuten, die sich Ende 2005 zusammengefunden haben und eine Plattform (namens: KuKuMA- Verein für Kunst, Kultur und Medien Alternativen) gegründet haben. Von SchülerInnen über Studierende arbeitenden Menschen und Arbeitslosen sind wir bunt durchgemischt, so wie auch die Ideen und Projekte, die wir mit KuKuMA verwirklichen wollen. Was wir wollen: Kunst-, Kultur- und Medien-Projekte vernetzen, verwirklichen und unterstützen. Das Herz von KuKuMA bildet somit eine Gruppe von Leuten, die versuchen, diverse Projekte und Gruppen zusammenzubringen, Projekte mit „know how“ zu unterstützen, Ressourcen zu organisieren und diese bereitzustellen. Was wir erreichen wollen? Projekten soll es möglich gemacht werden, dass sie unabhängig und auf eigenen Beinen stehen können. Sprich, sich nicht alle paar Wochen Sorgen machen zu müssen, wo sie die nötige Kohle, die nötigen Räume, die nötige Technik herbekommen, um weitermachen zu können. Freiraum soll geschaffen werden. Offene Räume sind kaum bzw. nicht vorhanden. Wenn Mensch selbständig für eine Ausstellung/ ein Fest/ Räumlichkeiten für Bandproben nutzen möchte, rennt er/sie früher oder später gegen Wände. Da „Freiraum“ nicht einfach vom Himmel fallen 0 Da wir doch noch eine relativ kleine und junge Gruppe sind, gehen viele dieser Punkte leider noch mehr in Richtung „soll so ein“ als „das ist schon so“. Momentan sind wir damit beschäftigt, bereits bestehende Projekte (wie z.B.: Jenseits eines ist) zu festigen, eine Homepage aufzubauen (http://kukuma.info), ein Logo zu finden (was wirklich schwer war bei fast 80 Vorschlägen) Feste zu organisieren und Förderungen aufzustellen. Ihr seid daher herzlich dazu eingeladen, mit uns gemeinsam etwas weiterzubringen. Konkret suchen wir vor allem noch Leute die Interesse daran hätten, Feste zu mitzuorganisieren, Leute, die eigene Projekte einbringen wollen und Menschen, die genauso wie wir der Meinung sind, dass sich kunst-, kultur- und medientechnisch einfach mehr zu ändern hat als sich momentan (nicht)tut. Termine von allgemeinen Treffen unter http://forum.kukuma.info Mehr infos: http://kukuma.info Mail an: büro@kukuma.info KUKUMA PROJEKTE HIER EINE KURZE VORSTELLUNG BEREITS BESTEHENDER KUKUMAGRUPPEN UND PROJEKTE Jenseits: Eine Gruppe von Jugendlichen, die Informationen von Jugendlichen für Jugendliche aufbereiten. Der Output besteht aus einer Zeitung, die in Zukunft 5-mal jährlich erscheinen soll. Redaktionsteam-Treffen finden regelmäßig statt. Alle die es interessiert, sind zum Mitschreiben/ Zeichnen/ Texten eingeladen. Jongliergruppe: Jeden Dienstag in der Area 51 Leberstrasse 96, ab 19h Diverseste Leute, die einfach gern Jonglieren. Frei besuchbar für alle, die auch Lust haben dasselbe zu tun. (ein freiwilliger Solibeitrag von 2 € wird eingesammelt) Impro Theater: 3-mal im Monat jeweils montags im WUK, Stiege 4/ 2. Stock. Ab 19h/ aktuelle Termine dem Forum (forum.kukuma.info) entnehmen. Verschiedenstes zum Thema Improvisationstheater, von klassischen Körper- und Wahrnehmungs-Übungen bis zum Aufbau von imaginären Räumen und diversesten „in Rollen schlüpf Übungen“ ist da alles dabei. Frei zugänglich für alle, die spielen möchten. Sonstige Aktivitäten von und mit KuKuMA der nächsten Zeit: Siehe beiliegenden Flyer Anti-Überwachungsprojekt: Gemeinsam mit midea4 (www.midea4.net) und engagierten Menschen haben wir eine Plattform gegen Überwachung gegründet. Weil uns einfach ankotzt, dauernd und überall von Kameras beobachtet zu werden. Weil Überwachung schon viel zu weit ins Private geht. (Treffen siehe Forum) Poicussion: Eine Jongliergruppe mit instrumentaler Begleitung. KuKuMA/ Jenseits Fest Es findet ein Jenseits Soli Fest statt, um die für diese Ausgabe anfallenden Druckkosten abzudecken. Da wir lieber unabhängig bleiben wollen als von diversesten Firmen Anzeigen zu schalten, laden wir euch ein, mit uns zu feiern: Wann: 0.06.006; Wo: Tüwi Programm: Live- Band, Jonglier- und Impro- Theater Dj-Line+Soli cocktails, free Chai-Tee und vieles mehr. KuKuMA trifft LSV KUKA: Gemeinsam mit der Kunst- und Kultur-Arbeitsgruppe der Landes SchülerInnen Vertretung Wien werden wir ein Fest im Tüwi feiern. Zusätzlich gibt’s untertags vorm Fest diverseste Workshops, bei denen mitzumachen ihr eingeladen seid. zB: Improtheater, Jonglage, Trommelei, Offene Malerei Wenn der Flyer fehlt, nähere Infos und überhaupt mehr zu KuKuMA unter KuKuMA.info. 1 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule FREIHEIT Das Gras kitzelt an meinen Füßen als ich über die Wiese laufe. Die Sonne brennt nieder auf die Felder, aber die Erde glüht nicht. Sondern wird gekühlt durch den Wind, welcher mein Haar zerzaust... und meinen erschöpften Körper belebt. Ich fange an schneller zu laufen, möchte mit dem Wind fliegen, wie die Vögel, die hoch in der Luft ihre Kreise ziehen. Ich renne über das Gras, mein Kleid klebt an meinem Körper, Haarsträhnen hängen mir ins Gesicht. Aber ich nehme es nicht wahr. Ich will frei sein. Renne bis zur Erschöpfung. Lasse mich neben einem kleinen Bach ins trockene Gras fallen. Nach Atem ringend kühle ich mich mit dem kalten Wasser des Baches. Dann liege ich im Gras. Ein seltsamer Friede durchströmt mich. Die Welt dreht sich, die Sonne brennt, der Wind erfrischt - und ich spüre die Freiheit, die in der Natur liegt. loonli...  es gibt ein leben nach der schule JENSEITS ONLINE WEBTIPPS FÜR LESERINNEN UND LESER Flash Filme Break free and fly away!!! Großartige geniale Filmchen in 2d sind unter http://www.bozzetto.com/flashfilms2.htm zu finden… Zu nettem (schwarzen) Humor werden so die olympischen Spiele beobachtet oder nett auf diverseste Stereotypen bei Männern und Frauen hingewiesen. Optimale Seite, wenn Mensch die Welt mal wieder so voll am Geist geht. Online Spiel Spring Spring…Bis zum Mond und weit hinaus. Unter www. newgrounds.com/portal/view/221520 kann Mensch als Giraffe herumhüpfen, komischen, seltsamen Irgendwasen ausweichen und dazu Energie sammeln. Immer weiter und weiter springt Giraffe so in den Himmel hinaus… Bis…? (Mit sehr netter Hintergrund-Musik!!) Büchertausch Buch gelesen und keine Ahnung wohin damit? Möchtest du es weitergeben? Dann hinterleg es einfach irgendwo und poste es online. Oder suchst du ein Buch? Na dann jag es: Alles unter www.bookcrossing.at/ Medienüberwachung Leider gibt es so etwas noch nicht in Österreich. Ein WebBlog, der die Bild Zeitung (das was bei uns ca. die Kronenzeitung ist) kritisch untersucht und über diverseste Ungereimtheiten, falsche Meldungen und ähnlichen Blödsinn berichtet. Wenn Mensch dies liest und bedenkt, dass die Krone mit Sicherheit ähnlich arbeitet, wird Ihm/Ihr gleich mal wieder ganz schön schlecht! Hier der Link: www.bildblog.de/ Über was so alles nicht berichtet wird ist auch so eine Sache für sich. Dank Internet sind wir nicht mehr von den klassischen (Print- ) Medien abhängig und können so die Spitze des Eisberges betrachten. Der erste Link bezieht sich auf eine Auflistung der Top 25 zensierten Nachrichten im Jahr 05. Der zweite auf ein Deutsches Projekt mit einer Top 10 Listung. Für Österreich leider auch noch keine ähnliche Seite. http://www.projectcensored.org/censored_2006/ http://www.nachrichtenaufklaerung.de/  JENSEITS es gibt ein leben nach der schule TAGEBUCH 24.04 Mathematikstunde: Stimulus: Ich habe meine verbesserte, unterschriebene usw. Schularbeit auf meinem Schreibtisch liegen lassen, kann sie demzufolge nicht abgeben. Response: Mädchen, wirst du jemals etwas zum gegebenen Termin abgeben? Hier seid ihr unter der Käseglocke, aber wie du dich an der Universität, geschweige denn in einem Unternehmen zurechtfinden sollst, das wollen wir uns gar nicht vorstellen. A. Wann wirst du endlich beginnen, dich in den gegebenen Rahmen einzufügen? 25.04. Der Rahmen ist 60×80 cm groß. [Zehen, Beckenknochen] o. [Beckenknochen, Scheitel] dranlassen? Zweiteres Intervall erweist sich als obsolet. Als Werkzeug dient: mein Mani- u. Pedicure-Set. Schere für Haut und Fett, Feile für Sehnen und Muskulatur. In die Breite geh‘ ich zweimal. Meine Beine bette ich in Bauchmasse der Marke Puppyfat. So werden die Lücken geschlossen, es kann kein Wind wehen und den Beinen wird nicht kalt. nen Wo mit so ll ic hn och an was den ken kön 26.04. In Gold gerahmt trete ich meine Entscheidungsprüfung in Physik an. In die Schule habe ich mich tragen lassen, auf meinen Sessel ließ ich mich heben. Da lehn ich nun. Laseraktive Stoffe sitzen, metastabiles Niveau sitzt, Inversion sitzt, Rubinlaser sitzt. Das wird wahrgenommen: „Boah, du bist ja wirklich nicht so dumm wie du immer tust. Ich mein, wenn du so in der Stunde dasitzt, dann denk ich mir halt... Also das ärgert mich jetzt. Ich mein nur aus lauter Faulheit... Des is so schad.“ 27.04. Mathematikstunde: „An was denkst du eigentlich?“ 4 ? es gibt ein leben nach der schule JENSEITS »Arbeit kann viel sein. Oft ist sie kaum sichtbar, manchmal schwer erklärbar, und in vielen Fällen nicht darstellbar.Schwere körperliche Arbeit ist sichtbar, erklärbar, darstellbar. Daher denke ich oft: sie ist die einzig wirkliche Arbeit.« Michael Glawogger (Regisseur) ARBEIT TÖTET WORKING MAN`S DEATH Helden: Donbass/Ukraine Ein eisiger Wind weht durch die ukrainische Steppe. 5 Kumpels steigen in eine vor Jahren stillgelegte Kohlegrube hinab. Der Schacht, in dem sie die Kohle im Liegen aus dem Gestein klopfen, ist gerade mal 50 cm hoch. Auf die Frage, ob sie nicht Angst haben, dass die Decke einstürzt, heißt es, „Wir haben immer Angst, das ist nicht etwas, was man am Anfang überwinden muss. Jede Minute müssen wir damit leben.“ Tag für Tag schuften sie, ohne Geld dafür zu bekommen, denn „Arbeit gibt es hier nicht,“ erzählt ein anderer Kumpel, „aber irgendwie muss man ja heizen, sonst erfriert man.“ Geister: Kawah Ijen/Indonesien Der Berg dampft und ein beißender Gestank liegt in der Luft. Es ist heiß. In diesen Bergen wird gelber Schwefel abgebaut. Eine Gruppe von Männern betet, dann springen sie auf und rennen zu den kochenden Rissen im Vulkan, dort wo der Schwefel noch flüssig ist. Sie halten sich den Mund mit Tüchern zu, doch länger als ein paar Minuten halten sie es in den Dämpfen auch nicht aus. „Ich trage 70 Kilo den Berg hinauf und dann über mehrere Kilometer ins Tal,“ erzählt ein junger Arbeiter. „Man darf sich bei dieser Arbeit nicht von Gefühlen leiten lassen. Überall lacht man über uns, aber irgendwie müssen wir überleben.“ Löwen: Port Harcourt/Nigeria Es ist ein drückend schwüler Morgen und es ist laut. Von überall hört man das Schreien von Tieren und der lehmige Boden ist durchtränkt von Blut. Mammut macht sein Messer scharf und schneidet einer Ziege den Hals durch. Das Blut spritzt nach allen Seiten und das Tier hört langsam auf zu zucken. „Manchmal schlachte ich 350 Ziegen am Tag. Ein andermal sind es nur noch 17,“ sagt er und erzählt, dass das der einzige Weg ist, um zu überleben. „Stehlen ist eine Sünde,“ sagt er leise. Überall wo man hinschaut, sieht man noch blutige Rinder, Ziegen und anderes Vieh. Dazwischen spazieren die Kunden. Alltag in einem Schlachthof in Nigeria. Epilog Der Film zeigt noch 2 andere Stätten, wo Menschen Tag für Tag schwere körperliche Arbeit leisten. Meistens ist sie gefährlich und eines hat sie überall gemeinsam: Sie ist schlecht bezahlt. Ob in einer Kohlegrube in der ärmsten Region der Ukraine oder an irgendeinem anderen Ort, wo Schwerarbeit verrichtet wird, es sind immer wieder Unfälle passiert, bei denen Menschen gestorben sind. Dieser Film zeigt in einer herzergreifenden Art und Weise Schicksale von einigen fast mittellosen Menschen. Sie stehen stellvertretend für Millionen anderer ArbeiterInnen, dessen/deren Leid wir niemals sehen werden, denn es wird viel zu gut vor unseren Augen versteckt. www.workingmansdeath.com/ (Film leider nicht mehr in den Kinos, haltet Ausschau nach der DVD, die´s sicher bald gibt). 5 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule DE LADY IN DE TUTTI FRUTTI HAT VON HAUSHOHEN BANANENHÜTEN UND HÄNGENDEN PFERDEKÖPFEN I say money, money, money, I say twenty words in English. I say money, money, money and I say hot dog! I say yes, no and I say money, money, money and I say turkey sandwich and I say grape juice. Carmen Miranda Eine Frau, sie ist zart gebaut und stark geschminkt. Sie trägt einen gelben Bikini und einen immens großen und beeindruckenden Bananen-Hut. Die Bananen sollen Phalli darstellen, die Erdbeeren Vulven. Sie baut sich vor uns auf, sieht uns herausfordernd an und beginnt zu sprechen. Was sie spricht ist irgendwie Unsinn, vermischt mit Humor und Absurdität. Sie spricht Englisch mit brasilianischem Akzent. Ist ihr nicht kalt? Frage ich mich. Wo führt das hin? Frage ich mich. Was passiert jetzt? Fragen sich alle. Wo befinden wir uns? Fragst du dich vielleicht. Unsere Antwort: Im Künstlerhaus-Theater, Karlsplatz 5, 1040 Wien. Warum? Wir möchten uns ein Musical ansehen, dessen Name „De Lady in de Tutti Frutti Hat“ ist, dessen Plakat uns fasziniert und dessen Preis uns ansprach (Pay as you can). Also machten wir uns eines schönen Abends auf zum Künstlerhaus, wo wir die letzten Karten bekamen, vorne, Mitte, Boden. Mit einem kurzen Blick durch die Runde eröffnet Irene Coticchio ihren eineinhalbstündigen EntertainMarathon, indem sie zwischen den großen Musicalnummern auf authentische Weise, oft mit einer fast infantilen Begeisterung am Schauspiel und am Sichpräsentieren, vom Leben einer der best Bezahltesten Hollywood-Ikonen der 40er Jahre, Carmen Miranda, erzählt. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Darstellerin und der eigentlich dargestellten Person zunehmend. Schlag auf Schlag folgen heiße Salsa-Rhythmen auf belanglos scheinendes Pausengelaber, was ein begeistertes, ein wenig verwirrtes und auf jeden Fall erstauntes Publikum zurücklassen wird. Wir sitzen auf einer Ebene mit der Protagonistin, quasi zu ihren Füßen, und so fühlen wir uns auch. Links hinten auf der Bühne steht ein junger Mann in weißem Anzug und hämmert begeistert auf seine Ukulele ein, wobei er die verblüffendsten Klänge und Rhythmen sowie eine unglaublich klischeehaft-südländische Atmosphäre zustande bringt. Während unentwegt gespielt, gesun- 6 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS gen, getanzt und gequatscht wird, wechseln die verschiedensten innovativen Bühnenbilder und Kostüme einander ab und gehen fast nahtlos ineinander über. Die Handlung spiegelt sich in Form verschiedener Hüte auf dem Kopf der Protagonistin wider. Ob sie mit einem blinkenden Leuchtturm als Kopfschmuck und einem Boot um die Hüften für die amerikanische Navy singt, oder als bizarres Cowgirl in Stiefeln und Jeansfetzen auf einem Holzpferd sitzend, (dessen unheimlich wirkender, wippender Kopf mehrere Male ins Publikum fällt und dabei uns, die wir schon fast auf der ‚Bühne’ sitzen, zusammenzucken lässt) ihrer neuen Heimat huldigt, die kitschüberladene Aufmachung überrascht uns immer wieder aufs Neue. Als nach der fast schon rührselig anmutenden Schlussnummer ‚Thai’ der sprichwörtliche Vorhang fällt, gibt es keine Buh- Rufe, viele Jubelrufe und natürlich lautstarken Applaus. Die Geschichte von Carmen Miranda ist weit vielschichtiger und ergreifender als man es von einer Frau erwarten würde, die Anfang der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kurzfristige Berühmtheit erlangte um schließlich als Inspiration für die Chiquita-Banane und für zahlreiche Drag Queen-Revuen auf ewige Zeiten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit einzugehen. Als die 1909 in Portugal geborene brasilianische Einwanderin 1939 im Alter von dreißig Jahren von Hollywood entdeckt wurde, war sie in ihrer Heimat längst als beliebter Rundfunk-, Bühnen- und Filmstar etabliert. Die amerikanische Filmindustrie suchte damals nach einem Ersatz für das vom Krieg zerrüttete Europa und fand dies südlich der Grenzen. In den nächsten Jahren dienten Frauen wie Carmen Miranda zur Bestätigung des westlichen Klischees der erotischen, frivolen, schnatterhaften Südländerinnen. In ihren Filmen werden Lateinamerika und seine Bewohner auf eine so weit hergeholte, utopisch- exotische, oftmals belächelnde Weise dargestellt, dass ihr Debüt „Down Argentine Way“ in Buenos Aires anfangs sogar verboten war. Während sie sich selbst als Inkarnation ihrer Kultur in der westlichen Welt ansah, wurde sie in ihrer Heimat des Verkaufs ihrer gemeinsamen Kultur bezichtigt und dafür geächtet; so bleibt sie ein Beispiel für die Schwierigkeiten des Multikulturalismus insbesondere vor kapitalistischkommerziellen Hintergründen. Im Alter von nur 46 Jahren brach die ehemalige Filmikone, die sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs gezwungenermaßen auf Auftritte in Nachtclubs beschränkte, körperlich von den vielen und anstrengenden Dreharbeiten verbraucht und seelisch durch die Ablehnung ihres eigenen Volkes zerrüttet, groteskerweise während der Aufzeichnungen für eine populäre Fernsehshow auf der Bühne zusammen. Sie hatte einen Herzinfarkt erlitten und starb wenige Stunden später im Krankenhaus. http://oe1.orf.at/highlights/52120.html http://www.carmenmiranda.net/ 7 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Wart ht nic H Tr a um in me W ar um in für er z Nic ht Nu geh n dein PUZZLE nun geh Halt Jed me ine r Ge Fü r ge n er FREIRAUM FÜR LESERINNEN Diese Seiten bieten Platz für euch! Egal was, ob Zeichnug, Kritzelei, Text, Gedicht, du kannst es auf dieser Doppelseite veröffentlichen. Mail an: jenseits@kukuma.info, Betreff „Freiraum“ Sic ht Flieh Phasen sich wiederholender Phrasen durchrasen mein Lästerorgan. Ich biet‘ meine Kehle feil bitt‘: füll meine Kelle voll nicht folter‘ mich nur sondern folter‘ nur mich und füll voll meine tour, oller völker und dur. Fast nur moll-ton- art hart zwar doch wahrt man sich werte: die aufgespart baren; dann, aufgebahrt, sparen kann sinnund auch zweckfrei wohl sein. Aufgrund von wollen-nach-mehr laufen Wellen im Meer auf Grund und ohne echo ächzt leise der steg: ächtet bahnsteiggeleise denn stet führt die reise in schneisen aus eisen dich, wahllos, ans ziel. Phasen, die wider sich rasen, sie fräsen mein kleinhirn klein und sie faseln, nein, raspeln das süßholz und kapseln sich ab; Sagen: Wehr Dich. Ich: Wer. Ich? Sie: Wehr Dich. Ich: Werd ich. Und wer dich begeistert, dem sage das auch, fass jetzt worte und lass sie gefasst aus dem bauch auch wenn werte sich blößen, lös knoten in zunge, mach lunge frei: Sei selbst dir jetzt treu und nicht nur papagei. Mich Fli ge eh m in n Fü eine r d r! W ra Si e a u ch i Ha m fü t Nu n nu rt nic n n r h n lt e ? N mei geh geh t! G nH ge r G ic jed ein e ht Wa sicht gen mich erz. Sic er w W h ru ar Tm trau art ! Fli n ich m fü nich eh m um t? r m t! e Ha e d ilt m in H ein ich erz. . 8 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS EIN TAG IM LEBEN DES EDUARD „SELTSAM“, DACHTE ER SICH „MERKWÜRDIG“... Denn vor ihm wand sich ein einen-guten-Steinwurf langer Wurm und er konnte weit werfen. Das Ungetüm brach seine Bewegung plötzlich ab. Er suchte nach verwundbaren Stellen und sein Auge, das mit dem eines Adlers gleichzusetzen war, entdak einen wunden Punkt. Diesen traf er zielsicher, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Einige sechzigstel einer Sanduhr-Umdrehung tat sich nichts. Dann stieß die Bestie vor ihm ein lautes gequältes Brummen aus – anscheinend hatte er es an der Flanke tödlich verwundet. In voller Montur, er rückte sich noch seine “Krone“, wie er sie zu nennen gepflogen war zurecht und kratzte sich instinktiv hinten an seinem Beinkleid, stob er mit aller ihm noch zur Verfügung stehenden Macht in das düst’re Innere des Bezwungenen vor. Ein abscheulicher Anblick bot sich ihm: Da befanden sich etliche, noch unverdaute Opfer des Gewürms und rührten sich nicht. Ein verdorbener Geruch stieg ihm in die Nase und plötzlich überfiel ihn akuter Brechreiz. Er musste hier raus, womöglich hatte er seinen Mut doch überstrapaziert, doch das Unvieh erwies sich als höchst lebendig, hatte seine - so mutmaßte erKörperöffnung bereits wieder geschlossen und ein Rauschen stieg ihm in die Ohren. Ihm wurde schwindlig und er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. In der Angst, noch zu ersticken und von so einem Unwurm in unritterlichem Kampf bezwungen und verdaut zu werden, hieb er ziellos um sich. Anscheinend traf er irgendwas essenzielles, denn auf einmal sah er ein blutrotes Aufleuchten vor sich: Das Vieh schien doch nicht unverwundbar zu sein und er hatte es besiegt. Etliche Körperöffnungen flogen kraftlos auf und das bestialische Unwesen gab seinen letzen, wieder mit Brummen versehenen Atemzug von sich. Er schritt wieder unter freien Himmel und war froh, die Sonne wiedersehen zu dürfen. Ein Gefühl hatte er, als ob 10 Königreiche nun seiner alleinigen Willkür unterlagen. Fortan wollte er sich daran machen, die Leichen zu bergen und dem Rachen des Gewürms eine Trophäe zu entreißen. Auf einmal ein Aufflackern, es blitzte aus heiterem Himmel und das Wesen, das wie reinkarniert zu sein schien, floh, wie von unsagbarer Furcht ergriffen. „Lass dich hier nie wieder blicken“, rief er hinterdrein. „Und deinen Artgenossen kannst du sagen, dass sie machtlos sind gegen mich! Ich kenne jetzt eure Schwächen und werde jeden der eurigen zu Tode bringen, der sich nocheinmal hierher zu wagen gedenken sollte!“ Das Ungetüm antwortete nur mit einem Geräusch, das einem „Bim, Bim!“ wohl sehr ähnlich kommt und lief, seine Spur entlang, weiter. Die Luft war von Jubelrufen erfüllt.Beseelt von neuem Glück, unter Beobachtung mehrerer Schaulustigen und Beglückwünschenden, machte er sich auf den Weg nach Hause und verließ die Straßenbahnstation. 9 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule ERZÄHLWETTBEWERB TEXT1: Denk darüber nach, wie die Welt ist. Überleg, wie sie dir vorgelegt wird. Frag dich einmal, ob das, was andere Menschen dir erzählen / was die Medien dir berichten / was deine Eltern dir anerziehen, wirklich so ist wie es ist. Dealen alle dunkelhäutigen AusländerInnen wirklich mit Drogen? Warum muss jemand überhaupt Flüchten, das Land, wo er/sie aufgewachsen ist oder gelebt hat, verlassen? Bist du dir sicher, dass überall die Menschenrechte eingehalten werden? Auch bei uns? Gibt es „gute“ und „böse“ Menschen? Und ist der Mensch, der den Augustin verkauft, wirklich nur deswegen VerkäuferIn, weil er/sie zu faul zum Arbeiten ist? Ich gebe dir Recht, es ist einfacher, darüber nicht nachzudenken, das was dir vorgelegt wird so zu nehmen wie es ist. Es ist leichter, nicht zu widersprechen. Aber willst du wirklich mit verbundenen Augen durch die Welt gehen? TEXT: Hallo, mein Name ist F., ich gehe in die Schule, habe Freunde und gebe mich mit meinem jetzigen Leben zufrieden. Ein wichtiges Detail darf natürlich nicht fehlen. Mir wurde nämlich schon bei meiner Geburt das Augenlicht genommen. Aus diesem Grund bin ich elaboriert ausgebildet– in dieses neue Wort weihte mich mein Freund L ein. Elaboriert ist ein so genanntes Synonym für differenziert. Mir sind mehr oder weniger gar keine Fremdwörter bekannt, was mir erstaunlicherweise gar nichts ausmacht. Denn ich bin mit mir und meinem Leben zufrieden und mache mir nicht sehr viele Gedanken. Letzte Woche führte ich ein sehr interessantes Gespräch mit L, welches mich so bewegte, dass ich es schriftlich wiedergeben muss:* 0 Letztens meinte L, ich sei so souverän – wieder ein mir gegenüber unbekanntes Wort – als Grund gab L an, er wünschte, er sei so wie ich, dann bestünde die Möglichkeit, dass er nicht so viel nachdenken und sich so viele Sorgen machen würde. Anscheinend mache ich einen glücklichen, sorglosen Eindruck, weil ich von der gemeinen, niederträchtigen, etc. Welt nicht so viel mitbekomme. Er hingegen fühlte sich unfrei, permanent – seht ihr, von wegen ich sei souverän, sogar permanent musste L. mir definieren- bedrängt ihn das Gefühl, nicht gut genug für die Welt zu sein, in Bezug auf schulische Leistungen, Lebenserfahrung, etc. Ich unterbrach ihn und erklärte ihn für einen hilfsbereiten, und auch relativ gut ausgebildeten Menschen, denn immerhin kam ich wegen ihm auf die Idee, mir ein Wörterbuch (in der Blindensprache versteht sich J) zu besorgen. Offensichtlich hatte ich hier einen wunden Punkt getroffen, ich spürte deutlich seine sich immer mehr steigernde Aufregung. „Genau das isses ja! Ich frage mich, wieso ich mich mit meinem jetzigen Leben abplage. Als ob wir schon von Geburt an in ein System hineingesteckt werden und man uns damit zwingt, zu resignieren und aufhören dagegen anzukämpfen, jeden Tag führe ich dasselbe monotone Leben. Ich stehe auf, gehe zu Schule, nachmittags sitze ich vorm Fernseher, obwohl ich danach überhaupt kein Bedürfnis habe, wenn nötig mühe ich mich mit dem Lernen ab. Und weißt du, was das Traurige dabei ist? ich habe schon lange aufgehört, es ändern zu wollen, ich friste nur mehr ein lebloses Dasein. Obwohl ich die Möglichkeit hätte, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, tue ich es nicht. Das ist für mich keine Freiheit.“ Danach schaute ich meinen Freund lange andächtig an, denn logischerweise konnte ich ihm keine Antwort geben. Ich war leicht über- es gibt ein leben nach der schule JENSEITS rascht, wieso ich nie auf solche Gedanken gekommen war. Es wäre möglich, dass mein Freund ein so genannter „Late Bloomer“ ist und nicht weiß, was er will, worin seine Talente, Potentiale liegen. Deswegen zerbricht man sich den Kopf, aber man darf sich nicht zu sehr darauf einlassen, weil man sonst dem Teufelskreis nicht mehr entfliehen kann. Dazu gibt es Freunde, die in so einer Not sehr unterstützend wirken können. Ich selber muss zugeben, dass ich keine Ahnung von meinen Fähigkeiten habe (wer hat sie schon?), aber ich unterscheide mich von L, weil ich darüber nicht so viel nachgrüble. Schließlich diskutierten wir über die Welt, aber das diktiere ich meinem Schreiber ein andermal. G‘SCHICHTLN DRUCKEN NEUES BILD, NEUES G‘SCHICHTL Lass dich von diesem Bild inspirieren und dir eine Geschichte oder einen Text dazu einfallen. Umfang: max. eine halbe Seite A4 am computer oder eine Seite handgeschrieben. Die interessantesten G‘schichtln werden in der nächsten Ausgabe abgedruckt. e-mail an jenseits@kukuma.info betreff „Gschichtl“ oder Brief an Pantucekgasse 33/1/15 Einsendeschluss 20.05.06 1 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule in Afrika, Afrikanische Lokale in Österreich. Außerdem wird darauf hingewiesen das sich durch Kulturellen Austausch oft die Lebensbedingungen der dortigen Menschen (z.B.: Gleichberechtigung von Frauen) verbessern. Nun zur Vorstellung einiger Globalen SpielerInnen: Nationalsaaten (wie zB Österreich einer ist) Versuchen für ihre Volkswirtschaft, ihr Bevölkerung oder teile von Ihr optimale Bedingungen zu schaffen. Einflussgefälle zwischen „armen“ und „reichen“ Staaten (USA- Albanien) IWF: (Internationaler Währungsfond) vergibt Kredite an Staaten. Die Rückzahlung wird von der (aus seiner Sicht) günstigen oder weniger günstigen Entwicklung der Wirtschaftspolitik abhängig gemacht. Der IWF kann daher enormen Druck auf Staaten auswirken. In Korea bestand der IWF zB darauf, dass alle PräsidentschaftskandidatInnen ein Abkommen unterzeichen bei dessen Entwicklung sie keine/kaum eine Rolle gespielt haben. Weltbank: Vergibt im Gegensatz zum IWF Kredite ausschließlich an Entwicklungsländer. Die Kreditvergabe wird oft von Strukturanpassungsprogrammen abhängig gemacht. zB werden alle Bereiche die der Wirtschaft dienlich sind (Transport, Energieversorgung, etc) gefördert, die Restlichen Bereiche (Pension, Gesundheit, etc) werden auf ein Minimum gesetzt. Die finanzierten Projekte sind teilweise unrentabel und umweltzerstörerisch. WTO: Ziel der Welthandelsorganisation ist der Anstieg des globalen Handels. Fast alle Multinationalen Handelsabkommen (Abkommen die 2 oder mehr Staaten betreffen) sind durch die WTO geregelt. Zwei der Größten Verträge sind GATS (regelt Dienstleistungen) oder TRIPS (betrifft Patente). Diese Abkommen zielen darauf ab, möglichst alle momentanen staatlich organisierten Bereiche für private Wirtschaftstreibende zu öffnen. Konzerne sollen also die Möglichkeit bekommen, überall mitzumischen, von der Gesundheitsversorgung über Bildung bis zur Wasserversorgung. Verstöße gegen einen gültigen Vertrag (zB wenn ein Staat sein Wirtschaft durch Zölle schützt) werden sanktioniert. Auch innerhalb der WTO gibt es ein Machtgefälle, die USA und Europa sind tonangebend. Diese SpielerInnen regeln in Bereichen wie Dienstleistung, Wirtschaft und Geld einen grossteil des momentanen Globalisierungsprozesses. Personen die sich gegen diese Entwicklung stellen lassen sich in zwei Gruppen Teilen:  Grunsätzliche GlobalisierungsgegerInnen: Rechte nationalistisch veranlagte Parteien/ Personen/ Gruppen wie zB die FPÖ in Österreich mit ihren Anti- EU Begehren. Sie befürchten, dass durch den Globalisierungsprozess eigenes Kulturgut verloren geht. Auch der Nationalstaat als abgeschlossen Einheit wird als gefährdet angesehen. Diverse ökologische die die zunehmende Umweltzerstörung kritisiert, da die Abgase, beispielsweise von Flugzeugen, Autos und Fabriken, immer mehr zunehmen. Auch verbreiten sich durch den zunehmenden Tourismus Tropenkrankheiten in gemäßigten Breiten, weil man sich zum Beispiel im Flugzeug anstecken kann oder im Flugzeug Krankheitserreger schnell um den Globus transportiert werden können. GlobalisierungskritikerInnen: „eine Andere Welt ist Möglich“ Die (dem linken Spektrum zugeordnete) Globalisierungskritik vom Weltsozialforum (WSF), von Peoples Global Action (PGA), ATTAC, WEED und BUKO richtet sich nicht gegen dem Prozess der Globalisierung an sich, sondern die als neoliberal/ westlich bezeichnete Ausprägung sowie den Kapitalismus oder die freie Marktwirtschaft an sich. Soviel einmal zu Einführung in das Thema Globalisierung: In der nächsten Ausgab gibt’s denn mehr zu GATS und Co. Hier noch ein Haufen Links damit ihr euch einfach selbst ein Bild macht und eine Meinung bildet. Generell: http://www.ilexikon.com/Globalisierung.html; http:// de.wikipedia.org/wiki/Globalisierung; http://www.stoppgats.at/; http://www.handbuchderglobalisierung.de/; http:// www.globalisierung-online.de/; http://www.imf.org/external/np/exr/ib/2000/deu/041200g.htm; http://www1.unihamburg.de/RRZ/R.Tiwari/papers/China-Globalisierung Anti Globalisierung und Globalisierungskritik: http://www.zmag.de/thema.php?topic=3; http://www.andreas-moelzer.at/; http://www.humonde.de/; http://socialforum.at/; http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/; http:// www.theyesmen.org/ es gibt ein leben nach der schule JENSEITS ANTWORT AUF DIE FRAGE WARUM MAN NESTLÈ-PRODUKTE NICHT KAUFEN DARF UND WARUM WIR ALLE (ALLE!) MITSCHULDIG SIND Nun zu Beginn eine kurze Einführung in die Welt von Peter Brabeck-Letmathe, welcher sowohl der Geschäftsführer als auch der Verwaltungspräsident vom Nestlé- Konzern ist. Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern weltweit, mit einem Reingewinn von ca. 5,2 Milliarden € jährlich, mit 520 Fabriken in 82 Ländern, mit ca. 230.000 Beschäftigten – und allein von der Marke Nescafé werden pro Sekunde weltweit 3000 Tassen getrunken. Aber warum gerade Nestlé? Warum nicht über Unilever, Mc Donald’s, Nike oder Coca Cola schreiben? Über Siemens, Procter & Gamble oder Deichmann? Jeder dieser Konzerne hat genug verbrochen, über das es sich „lohnen“ würde zu schreiben, doch ist Nestlé für mich das beste Paradebeispiel. Der unsympathische, macht- und geldgierige Geschäftsführer, der tatsächlich von dem überzeugt zu sein scheint, was er vertritt, die extrem „bunten, vielfältigen“ und vor allem sich haltenden Vorwürfe, auf die sogar in fast grausamer Ironie in den Unternehmensgrundsätzen angespielt wird („Nestlé ist bestrebt, ein gutes Beispiel in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte zu geben…) Nestlé anerkennt ebenfalls, dass letzten Endes die Regierungen für die Errichtungen eines gesetzlichen Regelwerkes zur Wahrung der Menschenrechte verantwortlich sind. Maßnahmen zur Beseitigung der Kinderarbeit müssen dem Wohle und den Interessen der Kinder dienen, da eine unkluge Politik und unbesonnene betriebliche Maßnahmen die Situation der Kinder eher verschlimmern können (Aus den Unternehmensgrundsätzen von Nestlé). Die Verstöße an sich, die meiner Meinung nach besonders „geschmacklos“ und hinterlistig sind. Natürlich ist dies alles sehr subjektiv und letzten Endes ist es irrelevant und absurd, sich zu überlegen, welcher menschenrechtsverletzende Konzern wohl die schlimmsten Verstöße verursacht und durchführt, solange man sich dessen bewusst ist und Konsequenzen daraus zieht. Doch was sind jetzt diese so viel besprochenen und geleugneten Vorwürfe? Und wie stichhaltig sind sie? Zuallererst gibt es die häufige Kritik der Zwangskinderarbeit. Es handelt sich dabei um 12-14 jährige Kinder aus Mali, die an die Elfenbeinküste verschifft werden, wo sie laut Zeugen 14 Stunden am Tag auf Kakaoplantagen arbeiten müssen, ohne ausreichende Ernährung oder Schlaf und auch häufig unter physischer Gewalt. Ein weiterer Vorwurf ist die aggressive Vermarktung ihrer Babynahrung auf Märkten der Dritten Welt. Sie ködern die oft selbst unterernährten Mütter mit Gratis-Proben oder versuchen, sie mit offensiven Werbekampagnen davon abzubringen zu stillen, was insofern ein Problem darstellt, dass in ärmeren Ländern oft nur jede dritte Mutter Zugang zu keimfreiem Wasser hat und die teuren Produkte dann zwar verabreicht werden, nur leider mit schmutzigem Wasser, was zu Erkrankung, im schlimmsten Falle zum Tod des Kindes führt. Laut WHO sterben jährlich 1,5 Millionen Kinder, weil sie nicht gestillt werden und Nestlé hat weltweit am Markt der Babynahrung einen Anteil von rund 40%. Nestlé erklärte sich nach lang anhaltenden, schwer wiegenden Protesten dazu bereit, einen Kodex in Bezug auf Werbemethoden für Babynahrung, der 1981 von der WHO und UNICEF verabschiedet wurde, zu unterschreiben, welcher jedoch weiterhin umgangen wird. Der dritte schwere Vorwurf ist der, dass sie genveränderte Produkte sowohl unterstützen als auch selbst produzieren. Vor ein paar Jahren wurde ein Schokoriegel auf der Basis von genmanipuliertem Mais in Deutschland von Nestlé vertrieben, er musste aber nach schweren Protesten vom Markt genommen werden und wird heutzutage nur noch in Amerika verkauft. Mit jedem Kit-Kat, jeder Tasse Nescafé und jedem anderen Kauf eines Nestlé Produktes unterstützt man diesen Konzern und seine Machenschaften. Wer das mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sollte es trotzdem nicht tun und sich fragen, wieso ihn der Tod von Millionen Säuglingen und das Leiden Tausender Kinder nicht berührt. Wir alle sind schuld an ihrem Leiden, wenn wir uns nicht bewusst von ihren Verursachern distanzieren und ihnen unsere Unterstützung verweigern. Mit diesem „Schlussplädoyer“ und einem Gedicht von Erich Fried möchte ich mich nun von euch allen verabschieden. Markttag Sie stellen sich an vor den Tischen Wo Mitschuld verkauft wird Sie zahlen mit Blut mit ihrem und auch mit deinem Ich wende mich ab und seh aus dem Augenwinkel vorn in der Reihe mich stehen mit Messer und Krug Quellen: Bücher: Schwarzbuch Markenfirmen; Who is Who der internationalen Großkonzerne Internet: http://www.dienestreus.at www.nestle.com http://de.wikipedia.org www.humanrights.ch  JENSEITS es gibt ein leben nach der schule LEBEN IM ÜBERFLUSS UND HUNGER IN DER WELT Ich weiß und es tut mir auch leid, denn dieses Thema wurde schon so oft vertreten. Jeder ist sich dessen bewusst, jeder hat schon sicherlich einmal darüber nachgedacht, das Thema ist wahrscheinlich schon so abgenützt, wie ein hunderjähriges Buch, aus dem sich langsam die Seiten lösen. Aber trotzdem möchte noch einmal auf dieses alte und zugleich aktuelle Thema zurückkommen. Den Ansporn lieferte mir eigentlich der Film „We feed the world“. Ich möchte euch nicht mit all den Fakten quälen, die vermutlich vielen bekannt sind sondern eher von einer Stelle im Film erzählen, an die ich mich sehr gut erinnern kann. Diese Stelle ist auch der mutmaßliche Grund für diesen Artikel. Diese Filmszene ist noch immer so gut in meinem Kopf, weil sie mich so bewegt hat. Sie spielt nämlich in Brasilien, wo ein Familienvater am Ufer des Sees, der scheinbar verschmutztes Wasser beinhaltet, steht und auf die Fragen des Interviewers antwortet. Man sieht einen Jungen (vermutlich der Sohn), der Wasser aus dem See schöpft und es in einen Kanister gibt. Nun beginnt der Vater zu erzählen: Das Wasser ist verseucht, aber dennoch trinken sie es, weil sie keine andere Möglichkeit haben. Die Kinder bekommen davon starkes Fieber, während die Erwachsenen schon resistent sind. Und … ich verstehe das Ganze einfach nicht! Das Problem könnte wir in den Griff bekommen! Laut Berechnungen des Entwicklungsprogrammen der Vereinten Nationen (UNDP) werden weltweit genügend Nahrungsmittel produziert, was Mensch gut bei „We feed the world“ erkennen konnte, um alle Menschen ernähren zu können. Trotzdem wächst die Zahl der an Hunger leidenden Menschen weltweit stetig an: 852 Millionen Menschen leiden an Hunger, die meisten davon in Afrika und Lateinamerika. Mehr als 5 Millionen Kinder sterben jährlich an Unterernährung, so ein aktueller Report der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO mit Sitz in Rom. In Wien bestehet ein Viertel des Restmülls aus unverbrauchten Lebensmitteln, der Großteil davon wäre noch für den Verzehr geeignet (genug um gesamt Graz zu ernähren). Durch solche Fakten werden wir daran erinnert, wie gut es uns geht. Uns geht es körperlich so gut, dass sich das Ganze ins Negative neigt. In den Medien wird nur noch von Warnungen vor Übergewicht, Diäten und Verfettung geredet. Ist es nicht makaber, dass wir uns über unser Gewicht sorgen, während alle 5 Sekunden ein Kind unter zehn Jahren verhungert. Jeder/jede kann mit dem eigenen kritischen Konsumverhalten seinen Beitrag leisten. Produkte aus fairen Handel (meist auch aus biologischem Anbau) sind immer empehlenswert. Think global - act local Dann zeigt uns die Kamera den Bauernhof der Familien, wo kleine durstige Kinder nach Wasser fragen, worauf die Mutter einen Becher nimmt und das verunreinigte Wasser in den Becher gießt, darauf trinkt es das kleine Kind gierig aus. Schließlich wird nun auch die Mutter interviewt: Im Hintergrund hört man Tiere „schreien“. Die Mutter meint, dass sich die Tiere deswegen so laut verhalten, weil ihnen die für sie bestimmte Mich weggenommen wird, damit die Kinder nicht all zu sehr an Hunger leiden müssen. Schließlich wird uns vor Augen geführt, wie dürr die Tiere sind (ihre Rippen sind so gut sichtbar, dass man sie aus der Ferne zählen kann).Der Familienvater berichtet, dass es Hilfslieferungen seitens des Staates gibt, aber leider sehr selten. 4 Für mehr Informationen sucht folgende Web-Siten auf: http://www.vegan.at/stichworte/umwelt2.html http://www.vegetarismus.ch/info/oeko.htm http://www.we-feed-the-world.at/facts2.htm http://www.youthhearing.org/service_vc_food.html http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_7455.html http://www.fnb.bo-alternativ.net/html/fnb_wir.html es gibt ein leben nach der schule JENSEITS MC JUNKFOOD ETHIK-UNTERRICHT IN DER JENSEITSREDAKTION Junkfood ist böse. McJunkfood sowieso – als Summe aus Fleisch, Gentechnik und Globalisierung, Wirtschaftswachstum, zusätzlichen Kilojoule und künstlichen Geschmacksstoffen hat McD seit Jahren einen Fixplatz in den Top Ten der inoffiziellen Best of Böse. Möglicherweise überholen nur Bush, WTO und das BZÖ den Burgertempel: Klar, die haben auch nicht so gute Toiletten, öffentlich zugänglich und immer in der Nähe. McDonalds ist also böse - soviel hat man als linke Jugendliche zu wissen, hieß es. Das, und die Website eines unheimlich witzigen Onlinespiels: www.mcvideogame.com. McVideogame Du bist McManagerIn: In verschiedenen Modi kontrollierst du den Anbau von Soja sowie die Aufzucht und Mast von Kühen, den Verkauf von Burgern und die Werbung von McD. Das ganze ist jedoch nicht so einfach. Du hast ein beschränktes Kapital, um Pacht und Löhne, Genzusätze und Antibiotika, Werbungen und Strafen sowie Bestechungsgelder an LandbesitzerInnen, ErnährungswissenschaftlerInnen und PolitikerInnen zu zahlen. Schwierig wird die Sache dann, wenn deine Angestellten streiken, dich die Übergewichtigenlobby verklagt oder die linken Jugendlichen anfangen, gegen dich zu protestieren… McDonalds Ein Protest schadet deinem Image, das Ausbleiben von KundInnen jedoch deinem Budget. Das ist in Wirklichkeit nicht viel anders: Wenn du also nach dem Spiel die Seite zurückwechselst, kannst du noch ein bisschen sanfte Sabotage betreiben, indem du dich eine Zeit lang in diesen einschlägigen Lokalen nicht blicken lässt. Den BurgerJunkies erleichtert ein unheimlich gutes, menschen-, tier-, und umweltfreundliches Rezept für Do-It-Yourself-Burger die Abstinenz gewaltig: BUILD YOUR OWN BURGER AND SHARE IT WITH YOUR FRIENDS Das Rezept ist eigentlich kein solches. Es ist eher ein Konzept – beliebig veränderbar. Der Do-It-Yourself-Burger wird nämlich einfach immer gut. Wenn du einen besonders guten Vorschlag hast, mail ihn uns doch. Die Dinge, die hier stehen, sind eine ganz gute Basis. Die Menge reicht leicht für zwei Burger. MENSCH NEHME... Ein kleines Fladenbrot Ein Päckchen Tofu Eine kleine Zucchini Zwiebel Tomaten Käse Salatblätter, Oliven (und was du sonst noch magst Salz, Pfeffer und so weiter) Am besten schneidest du alle Zutaten klein und brätst einige davon nacheinander an: Die Zwiebel brätst du in etwas Olivenöl bis sie glasig und die Zucchini bis sie weich sind. Danach röstest du den gewürzten Tofu. Alle anderen Zutaten lässt du roh. Dann schneidest du das Fladenbrot in zwei Hälften, schlitzt diese auf und haust die Zutaten rein – voilà. Und? I’m loving it? („I`m loving it“ ist grammatikalisch nicht korrekt und kann deshalb patentrechtlich geschützt werden) 5 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule Becherkuchen: ½ Becher Öl 1 Becher Mehl 1 Becher Kakao 1 Becher Zucker 1 Becher Rahm ½ Becher Nüsse Vanillezucker Zitronensaft 1 Teelöffel Backpulver Alles zusammenwerfen und gut schaumig rühren, am besten mit einem Mixer, dann geht’s viel schneller. Danach oder davor eine Gugelhupfform einfetten und bemehlen, die Masse einfüllen. Das Rohr vorheizen auf 165°, die volle Gugelhupfform reinschieben und nach ca. 45 Minuten wieder rausholen. Auskühlen lassen und dann auf einen Teller oder so stürzen. Voilà! KOCHEN FÜR ALLE Immer wieder behaupten Menschen, dass sie nicht kochen können. Also für all jene die das behaupten, hier ein paar Rezepte, die so leicht wie nur irgendwie sind, damit ich nicht weiter ansehen muss, wie ihr euren Mikrowellen-Fraß in euch hineinstopft… Kartoffel-Käse: Topf 1x Messer (scharf) Kartoffel (1kg) Zwiebel 2-3 Stück Pfeffer, Salz Schüssel Sauerrahm (250g) Mensch nehme Kartoffeln (ca. nen Kilo) kocht diese bis sie weich sind (erkennbar daran, dass wenn ma reinsticht mit ner Gabel, diese nicht stecken bleibt, sondern ganz leicht wieder hinausgeht) Dann schält Mensch die „Erdäpfel“ und zermanscht sie in der Schüssel, haut die Zwiebeln (die vorher möglichst klein geschnitten wurden, natürlich ohne Schale) dazu mischt das ganze mit dem Sauerrahm und würzt das ganze mit Salz und Pfeffer bis es schmeckt. Sollte ein super Aufstrich für Brot rauskommen. Schoko-Mousse: 2 Becher Schlagobers 200 g Kuvertüre (spezielle Backschokolade vom billa, schmeckt feiner als normale Backschoko und schmilzt leichter) 1 Ei Das Ei schaumig schlagen, die Schoko schmelzen, abkühlen lassen, so dass ma sich nicht mehr verbrennt wenn ma kostet und vorsichtig unterheben. Dann das Schlagobers schlagen, ebenso vorsichtig unterheben. So… Das war Part eins des Koch- Nachhilfeteiles von Jenseits. Lasst es euch schmecken!!! 6 zwiebelring die fassung sprengt. E zw in kle m a iebe in d ins nch lring ing, e wir rolle s sc brin ein g h n un nicht . Tol on t d lt k - E quer r euz en inm fe sc alig ldein hie sc ? so nt‘ au hien nn e s ch d s, wie pon ie ein nen um d tra t un re ch s di r un ge wa ll‘, t wo sre ic h hen un d c r m är übe öffe de n m ll Tr ie s i o qu pfe. ein al d g au a e d k ö ic ht es m nun ge, n ed off u a j h R I B E ZW NG L IE es gibt ein leben nach der schule JENSEITS 7 JENSEITS es gibt ein leben nach der schule WIEN 006 1. 4. BIS 14. 5. 006 . INTERNATIONALES BALKAN FESTIVAL Von 21. April bis 14. Mai wird Wien wieder Schauplatz des bislang größten und prominentest besetzten Balkan-Festivals Mitteleuropas sein. An sechs Wiener Veranstaltungsorten wird das diesjährige BALKAN FEVER drei Wochen lang grassieren: ein Konzertreigen, der Kraft und Vielfalt der südosteuropäischen Kulturen in konzentrierter Form erlebbar macht. http://balkanfever.at/ TÜWI BLEIBT Eine der letzten wirklich netten Fortgeh- Locations, bei der es den BetreiberInnen net nur darum geht, Geld zu verdienen. Feine Feste, nette Leute, faire Preise, veganes Essen & gutes BIO-Bier. Einfach hinschauen!! http://tuewi.action.at/ WIEN WAR ANDERS August Stauda, Stadtfotograf um 1900 Wien Museum Karlsplatz, A-1040 Wien, Karlsplatz 27.04- 27.8.06 Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr; Geschlossen: 1. Mai 2006 Sonntag freier Eintritt EKH Immer noch von der Räumung bedroht, immer noch hier. Nicht nur als kulturelles Freiraum- und Lebensprojekt interessant. Auch zum Weggehen, zeitweise sehr nettes Programm. Von Punkigen bis Techno is alles dabei. http://www.med-user.net/ekh/ ALL MOST FAMOUS Club 3 € Eintritt, regelmäßig im Bach (Bachgasse). Sixties mit neuem Rock. Um eine alternative Basis zu schaffen zu allen anderen Visuals, Deko, … Für kreative Köpfe 21.4 + 20.5, Infos: www.bach.co.at PHONETIC ART Live Music, DJs, Kunst und Kulinarik Einmal im Monat im neuen KLUB OST, 1040 Wien Schwarzenbergplatz/Schwindgasse Nr1. Die nächsten Male am Donnerstag, dem 11.Mai und Donnerstag dem 15.Juni. Eine erfrischende Fusion von Funk, Jazz, Polka, Oriental und experimentellen Sounds. -> Für die nächsten beiden Ponetic Art´s gibt es je 2x2 Freikarten für euch zu haben. Einfach Mail an jenseits@kukuma.info Betreff „Karten“ bis eine Woche vor Termin. Wenn ihr Veranstaltungen/Ausstellungen etc. für den Kalender habt: Mail an jenseits@kukuma.info, Betreff „Veranstaltung“. 8 es gibt ein leben nach der schule JENSEITS VERANSTALT UNGS KAL EN DER DER INFOLADEN Der Infoladen versteht sich als undogmatische, linke Kommunikationsplattform, welche dafür Informationen und Infrastruktur zum Selbstkostenpreis, also ohne Profitabsicht zur Verfügung stellt. Die Meinung und Inhalte der von uns zur Verfügung gestellten Publikationen müssen nicht zwangsläufig mit unseren Anschauungen übereinstimmen. JedeR sollte sich durchaus der Anstrengung des „selber denkens“ unterziehen, es lohnt sich. Wielandg. 2 – 4, Mi. u. Do. 16 – 20; Fr. u. Sa 16 – 22 Uhr KOST-NIX LADEN V.E.K.K.S. Zentagasse 26 1050 Wien Öffnungszeiten: Mo 15:00-20:00 Do 15:00-20:00 Fr 15:00-20:00 Wie funktioniert der Kost-Nix-Laden? Du und jede/r andere kann etwas geben oder nehmen. Wenn du Dinge hast die du nicht mehr brauchst kannst du sie im Kost-Nix-Laden vorbeibringen - sie sollten aber bitte funktionieren und sauber sein. Jede/r darf mitnehmen was er glaubt zu brauchen, jedoch nur drei Dinge pro Tag. Wieso betreiben wir den Kost-Nix-Laden? Der Kost-Nix-Laden ist kein Sozialhilfe Projekt und wir sind keine bezahlten Sozial-arbeiterInnen. Uns geht es nicht gut in diesem System und anderen auch nicht. Konkurrenz, Armut und der Zwang (sich) zu verkaufen, um kaufen zu können, sind nicht die einzigen Prinzipien nach denen eine Gesellschaft funktionieren kann. Wir wollen mit dem Laden zeigen, dass es auch anders gehen könnte, und so zu anderen Formen des Zusammenlebens beitragen. Kontakt: info@umsonstladen.at Geben und Nehmen statt Kaufen und Verkaufen! 9 Schöne Zeit all den anderen. Feedback an jenseits@kukuma.info Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Juni. Danke an: Alle die sich aktiv für Freiräume einsetzen. Nicht Danke an: Geschlossenen und verschlossenen Räumen, LehrerInnen, die SchülerInnen unfair behandeln und benoten, die allgemeine Meinungsmanipulation (und ihre Verbesserung dank den Fellner- Brüdern), der Asylpolitik Österreichs, unserer Regierung, GATS, und so wie jedes Mal allen faschistischen DiktatorInnen/ PolitikerInnen, allen KriegstreiberInnen, kapitalistischen Großindustriellen und PolitikerInnen, Legalisierungs- GegnerInnen, so wie ganz speziell all jenen, die einfach nur rumjammern und nix tun. E Jenseits Redaktions-Team: Sophie Bitter, Sebastian Fiedler, Wilhelm Hejda, Anna Fox, Alex Huber, Anna Orthofer, Lijun Zhuo, Manuela Engel, Andre Reiter, Katharina Sodoma, Sahra Alway, Julian Wildauer; Gastautoren: Martin Zuba (Recht auf Asyl), Martin Barfuß (Freiraum für LeserInnen), Camilla Unfried (Soziale Wohngemeinschaften); Layout: Michael Chvatal; Druck: Sinnhuber Auflage: 1500 Träger-Verein: KuKuMA- Verein für Kunst Kultur und Medien Alternative Kontakt: jenseits@kukuma.info; Wer Fehler findet darf sie behalten

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