Folgen des Hochwassers fuer heimische Forellen by cvuas

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Die Folgen des Hochwassers verursachen auch bei der heimischen Fischzucht Sch�den – betroffene Forellen d�rfen nicht mehr verzehrt werden.

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									14.06.2013




Folgen des Hochwassers für heimische
Forellen
Ein Bericht aus unserem Laboralltag


Die Folgen des Hochwassers verursachen auch bei der heimischen
Fischzucht Schäden – betroffene Forellen dürfen nicht mehr verzehrt
werden.


Durch sensorische und gaschromatographische Untersuchungen konnten
Rückstände von Heizöl in Forellenfleisch nachgewiesen werden. Die Fo-
rellen stammten aus einem Gewässer, das hochwasserbedingt mit Heizöl
belastet war.




Abb. 1: Lachsforellle (A 13047885) Probe aus heizölbelastetem Fischteich


In einen Fischteich war in Folge des diesjährigen Juni-Hochwassers Heiz-
öl eingeflossen. Dieser Unfall ereignete sich am 01.06.2013. Aus diesem
Teich wurden dem CVUA Stuttgart dann am 10.06. drei frisch gefangene
Lachsforellen zur Untersuchung vorgelegt. Als Vergleichsprobe erhielten
wir sechs Regenbogenforellen aus der gleichen Region, die am gleichen
Tag aus einem unbelasteten Teich entnommen worden waren.


Zunächst wurde das behutsam gegarte Fischfleisch in Dreieckstests sen-
sorisch geprüft. Beim Dreieckstest wurden die Fische aus dem belasteten

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und dem unbelasteten Gewässer den Prüfpersonen verdeckt vorgelegt.
Alle vier Sensoriker erkannten in jeweils 3 aufeinander folgenden Dreieck-
Prüfungen eindeutig die Proben aus dem belasteten Teich. Sie fielen we-
gen ihres starken Geruchs (olfaktorischer Eindruck), der an Mineralöl, bez.
an Terpentinöl erinnerte, eindeutig auf. Nur zwei der Prüfpersonen waren
bereit, die Proben auch zu verkosten (gustatorischer Eindruck): auch im
Geschmack wiesen diese Proben eine deutliche Heizölausprägung auf.
Auf Grund dieses eindeutigen Befundes wurden die Proben aus dem be-
lasteten Teich als nicht zum Verzehr durch den Menschen geeignet beur-
teilt.


Im Nachgang wurde das Fischfleisch der belasteten und der unbelasteten
Proben vergleichend mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie
(GC-MS) aus dem Gasraum über der Probe (Head-Space-GC-MS) unter-
sucht. Hierzu wurde die Gasphase, die sich über dem leicht erwärmten
(45      C)
         °      rohen   Fischfleisch   bildet,   analysiert.       Die   GC-MS-
Chromatogramme der beiden Proben weisen sehr deutliche Unterschiede
auf.




                                                               aus belastetem Teich




                                                          aus unbelastetem Teich



Abb. 2: Aroma-Chromatogramme der Forellen


Im Vergleich zu dem unbelasteten Forellenfleisch sind bei dem Fisch-
fleisch aus dem verunreinigten Teich zahlreiche intensive Signale zu er-
kennen. Sie stammen von für Heizöl typischen aromatischen Verbindun-
gen – wie Xylol, Alkylbenzolen sowie Naphthalin und Alkylnaphthalinen.
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Diese haben offensichtlich bereits innerhalb weniger Tage ihren Weg aus
dem verunreinigten Wasser in das Fleisch der Forellen gefunden.


Diese gaschromatographischen Untersuchungen bestätigt das Ergebnis
der sensorischen Prüfung.

Die Fische aus diesem Gewässer dürfen nicht mehr verzehrt werden.



Bildernachweis:
CVUA Stuttgart


Autor(en):
Dr. Helmut Köbler
Rolf Buschmann

								
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