Charles Darwin und der Ursprung des Lebens
– Erkenntnisse und Diskussionen damals und heute
Charles Darwin - dessen 200. Geburtstag 2009 medienwirksam gefeiert wird – suchte in seinen Forschungen vor allem nach Erklärungen für den Ursprung der unterschiedlichen Arten von Lebewesen. Er formulierte Denkansätze, die sich für die wissenschaftliche Forschung bis heute als fruchtbar erweisen. Zur Frage der Entstehung des Lebens hat er sich nur sporadisch geäußert, obwohl einige seiner Zeitgenossen diese Frage intensiv erforscht und diskutiert haben. 1862 - drei Jahre nach Erscheinen von Darwins Origin of Species (1959) veröffentlichte L. Pasteur die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die spontane Entstehung von Mikroorganismen. Er konnte zeigen, dass Leben nur aus Leben hervorgeht und war davon überzeugt, damit die Diskussion über die spontane Lebensentstehung zum Abschluss gebracht zu haben. Die Erfahrungen Pasteurs gelten bis heute unverändert, noch nie konnte beobachtet werden, wie Leben ohne Beteiligung von Organismen auftritt. Aber die Diskussion, dass über diese Erfahrung hinaus Leben spontan entstehen könnte wird unvermindert engagiert und kontrovers bis in die Gegenwart hinein weiter geführt. E.A. Schaefer, der Präsident der Britischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft stellte seinen Antrittsvortrag 1912 unter den Titel: „Stehen wir kurz vor der chemischen Erschaffung von Leben?“ Seine Ausführungen sind von einer sehr optimistischen Einschätzung über die Erfolgsaussichten geprägt. Unter anderem hat sich ein berühmter Mitstreiter von Charles Darwin, Alfred R. Wallace, kritisch zu Schaefers Darstellungen geäußert. Derzeit wird die Diskussion um Vorstellungen zur
Lebensentstehung vor allem mit chemischen und molekularbiologischen Argumenten geführt. Stichworte wie RNA-Welt, Selbstorganisation, künstliche Zellen, … spielen dabei eine Rolle. In diesem Zusammenhang wurden in Labors sehr interessante chemische Reaktionssysteme entwickelt, die spannende Perspektiven für die Biotechnologie eröffnen. Allerdings zeigen diese Bemühungen auch, dass für solche Konzepte viel know how aus Chemie und Labortechnologie investiert werden muss. Sollte tatsächlich in Zukunft ein chemisches Reaktionssystem erzeugt werden können, das von einer lebenden Zelle nicht unterschieden werden kann, dann ist dies keinesfalls ein Hinweis auf spontane Entstehung von Leben. Vielmehr wäre lediglich gezeigt, dass Menschen in der Lage sind, die aller einfachsten Formen von Leben nachzubauen. Bis dieses mit hohem Aufwand verfolgte Ziel aber erreicht ist, bleibt zu bedenken, dass wir auch angesichts der faszinierenden Einsichten in molekulare Abläufe in Zellen von einem wirklichen Verständnis dessen, was Leben eigentlich ist nach wie vor weit entfernt sind. Immer noch ist es so, dass wir Lebewesen einfach vorfinden, beschreiben und dabei staunen können. Angesichts der begrenzten substantiellen Fortschritte in der Frage nach dem Lebensursprung liegt die Frage nahe, ob die an sich sehr erfolgreichen Naturwissenschaften mit ihren Methoden letztlich überhaupt eine angemessene Antwort erwarten lassen. Es ist denkbar, dass der Ursprung des Lebens wissenschaftlich gar nicht zu fassen ist. Vielleicht ist in Lebewesen gerade auch in ihrer staunenswerten Vielfalt und den faszinierenden Details vielleicht ein Hinweis etwas Größeres enthalten. In biblischen Texten zum Thema Leben und dessen Entstehung kann man entdecken, dass Gott der Schöpfer gerade in der belebten Schöpfung Hinweise auf sein Wirken hinterlassen hat mit der Einladung seine Spuren zu beobachten und ihn auch in anderen Zusammenhängen kennen zu lernen.
Biographische Notizen: Dr. rer. nat. Harald Binder:
1959 in Böblingen geboren. Ausbildung zum Chemisch Technischen Assistenten (CTA) Chemiestudium an der Fachhochschule Reutlingen und an den Universitäten Tübingen und Konstanz 1992 Promotion an der Universität Konstanz 3 Jahre Lehrer für Biologie und Chemie für Sekundarstufe I+II aneinem Internat (deutsche Auslandsschule) in der Schweiz. Zusammen mit Ehefrau Elisabeth und den 4 Kindern wohnhaft in Konstanz.Engagement in der christliche Jugendarbeit: Ev. Landeskirche in Württemberg, CVJM, EC, SMD.Mitglied der Ev. Stadtmission (Chrischona Gemeinde). Seit 1987 Mitarbeit in der Gemeindeleitung. 1996 Berufung durch die Studiengemeinschaft Wort und Wissen als wissenschaftlichen Mitarbeiter: Forschung (50 %), Öffentlichkeitsarbeit (50 %)Regelmäßige Mitarbeit in Seminaren für Gemeinden, Schüler, Studenten und in der Lehrerfortbildung.Vortragstätigkeit in Gemeinden und an Hochschulen.