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VPI-Rundschreiben

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                      Rundschreiben Nr. 2/2005 vom 20. Juli 2005


 INHALTSÜBERSICHT:                                                  te und unbestrittene Nutzen der Pri-
                                                                    vatgüterwagen für die verladende
                                                                    Wirtschaft setze passende und faire
1.   VPI-JAHRESMITGLIEDERVERSAMMLUNG 2005                           Rahmenbedingungen voraus. Dem
                                                                    künftigen AVV komme dabei eine
2.   ALLGEMEINER VERWENDUNGSVERTRAG (AVV):                          entscheidende Bedeutung zu. Er ent-
     VERHANDLUNGEN AM 28.06.2005                                    halte die rechtlichen und technisch-
3.   VERHANDLUNGEN MIT STINNES/RAILION ÜBER
                                                                    betrieblichen Bedingungen für die
     NEUES LEERLAUFFRACHTENSYSTEM                                   Nutzung der Wagen bei den europäi-
                                                                    schen Bahnen. Der Bedeutung des
4.   LEERLAUFPAUSCHALE BEI                                          Themas trage die VPI durch die bei-
     UNTERWEGSREPARATUREN                                           den anschließenden Gastvorträge
5.   RADSATZTAUSCHABKOMMEN:
                                                                    Rechnung.
     BETRIEBSWERTUNTERSCHIED-PAUSCHALEN
                                                                    Als Höhepunkt der VPI-Aktivitäten im
6.   RAILION-RUNDSCHREIBEN IN P-WAGEN-                              vergangenen Jahr bezeichnete Herr
     ANGELEGENHEITEN                                                Hüllen den UIP-Kongress am 01.
7.   VERANSTALTUNGSHINWEISE
                                                                    Oktober 2004 in Wiesbaden. Das
                                                                    Leitthema „Privatgüterwagen – eine
8.   IN EIGENER SACHE                                               Chance für die Schiene“ wurde auf
                                                                    dem UIP-Kongress unter verschiede-
Anlage 1: Bericht des Vorsitzenden auf der
          Jahresmitgliederversammlung der VPI                       nen Aspekten behandelt. Dabei hat-
Anlage 2: Charts zum Vortrag von Herrn Dr. Leimgruber               ten neben kritischer Bestandsauf-
                                                                    nahme und umfangreichen Forde-
                                                                    rungskatalogen auch optimistische
1      VPI-JAHRESMITGLIEDER-
       VERSAMMLUNG 2005
                                                                    Visionen Platz. Die verkehrspolitische
                                                                    Bedeutung des Kongresses wurde
                                                                    durch die Teilnahme hochrangiger
       Die diesjährige ordentliche Mitglie-                         Vertreter des Europäischen Parla-
       derversammlung der VPI fand am 10.                           ments, der Europäischen Kommissi-
       Juni 2005 in Bonn statt. Sie hatte mit                       on und des Deutschen Bundestages
       über 150 Teilnehmern, darunter 30                            unterstrichen.
       Gästen aus Wirtschaft und Verwal-
       tung sowie der Presse, eine erfreuli-                        Als wichtigste aktuelle Themen, mit
       che Resonanz.                                                denen sich die VPI befasst, nannte
                                                                    der Vorsitzende das von Stinnes/Rail-
       Der Vorsitzende Jürgen Hüllen ging                           ion ab 01.01.2006 angestrebte neue
       in seinem Rechenschaftsbericht auf                           nationale Leerlauffrachtensystem.
       die schwierigen Verhandlungen über                           Nach den Vorstellungen von Stin-
       einen künftigen Allgemeinen Verwen-                          nes/Railion soll die bisherige Unter-
       dungsvertrag (AVV) ein. Der bekann-                          scheidung zwischen Allgemeinen

                                                    Seite 1 von 7
und Ermäßigten Leerlauffrachten                     Der Generalsekretär des Internatio-
aufgehoben und stattdessen eine                     nalen     Eisenbahntransportkomitees
einheitliche Leerlauffracht einge-                  (CIT), Dr. Thomas Leimgruber, refe-
führt werden. Legt man den ersten                   rierte über das Thema „Einstellungs-
von Stinnes/Railion vorgelegten Ent-                vertrag heute – Verwendungsvertrag
wurf einer neuen, ab 01.01.2006 vor-                morgen: Die wesentlichen Unter-
gesehenen Preisliste für Leerläufe                  schiede aus rechtlicher Sicht.“ Er
zugrunde, ergibt sich eine Vervielfa-               machte deutlich, dass die Liberali-
chung der bisherigen Leerlauffrach-                 sierung die Rechtsbeziehungen zwi-
ten. Stinnes hat zwar erklärt, dass die             schen den Beteiligten im Eisenbahn-
Umstellung auf das neue System für                  sektor komplizierter mache; insbe-
Railion, Verlader und Halter insge-                 sondere gelte dies für das Verhältnis
samt kostenneutral sein soll; unklar                zwischen den Eisenbahnverkehrsun-
blieb, wie dieses Ziel bei den einzel-              ternehmen (EVU) als vertraglichen
nen Beteiligten konkret erreicht wer-               und ausführenden Beförderern, den
den kann. Herr Hüllen kündigte weite-               Betreibern der Infrastruktur und nicht
re harte Verhandlungen mit Stin-                    zuletzt den Haltern der als Trans-
nes/Railion an (siehe unten Punkt 3).               portmittel verwendeten Güterwagen.
                                                    Das Wagenrecht habe eminente Be-
Für die Einsteller von Privatgüterwa-               deutung, sei aber leider auch ein sehr
gen hat das Radsatztauschabkom-                     komplexes      Rechtsgebiet.    Dabei
men ebenfalls große wirtschaftliche                 müssten verschiedene Interessen
Bedeutung. Der Vorsitzende wies                     unter einen Hut gebracht werden.
daraufhin, dass angesichts gestiege-
ner Materialpreise die Regelungen                   Die Versicherbarkeit der Haftungs-
über    den    Wertausgleich     beim               risiken setze eine klare Haftungslage
Radsatztausch durch ein marktge-                    voraus. Herr Dr. Leimgruber bedauer-
rechtes und praktikables Abrech-                    te, dass die Einheitlichen Rechtsvor-
nungssystem verbessert werden                       schriften CUV im Gegensatz zu ande-
müssen (siehe unten Punkt 5).                       ren Anhängen des noch nicht in Kraft
                                                    getretenen COTIF 1999 nicht zwin-
Große Aufmerksamkeit wird die VPI                   gend ausgestaltet seien. Wird bei-
weiterhin den Fragen der Zulassung                  spielsweise ein Güterwagen als Gut
von Güterwagen für den internatio-                  nach der CIM befördert, so ergebe
nalen Verkehr und in diesem Zusam-                  sich daraus eine zwingende, für den
menhang den Technischen Spezifika-                  Absender vorteilhafte Haftungsrege-
tionen für die Interoperabilität (TSI)              lung. Im Verwendungsvertrag gemäß
widmen. Es wäre geradezu grotesk,                   CUV ist der Wagen aber kein Beför-
wenn im Zuge der Umsetzung der                      derungsgut sondern Beförderungs-
Europäischen Interoperabilitätsrichtli-             mittel. Das vom CIT entwickelte CIM-
nie die Zulassungsverfahren für inter-              Frachtbriefmuster sehe für den Wa-
national verkehrende Fahrzeuge                      gen beide Alternativen vor. Herr Dr.
durch eine Vielzahl von Einzelzulas-                Leimgruber betonte, dass es für den
sungen in den EU-Mitgliedstaaten                    CUV-Verwendungsvertrag           keine
gegenüber dem bisherigen, insge-                    Formvorschrift gebe. Der AVV diene
samt bewährten RIV-Verfahren gra-                   als multilateraler Vertrag der notwen-
vierend erschwert und verteuert wür-                digen rechtlichen Standardisierung
den.                                                der Verwendungsverträge. Insofern
                                                    seien Bahnen und Halter zum Erfolg
Der vollständige Text der Ansprache                 verdammt. Bei pragmatischer Haltung
des Vorsitzenden ist diesem Rund-                   beider Seiten seien Anpassungen
schreiben als Anlage 1 beigefügt.                   aufgrund von Erfahrungen jederzeit
                                                    möglich.

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                              VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005
Die von Herrn Dr. Leimgruber bei sei-              ner wirtschaftlichen Tätigkeit und
nem Vortrag verwendeten Charts                     Existenz. Dieser Wagen sei aber
sind diesem Rundschreiben als Anla-                gleichzeitig auch eine wesentliche
ge 2 beigefügt.                                    Voraussetzung für die Liberalisierung
                                                   des Eisenbahnwesens. Es habe sich
Im Mittelpunkt des Vortrags von                    insbesondere in Deutschland gezeigt,
Gernot Schwayer, Präsident der                     dass Liberalisierungsfortschritte vor
GATX Rail Europe und Vizepräsident                 allem in den Bereichen stattfinden, in
der UIP, stand ein aktueller Bericht               denen es Privatgüterwagen gibt, ins-
über die AVV-Verhandlungen zwi-                    besondere also in den Marktsegmen-
schen UIC und UIP mit abschließen-                 ten Mineralöl und Chemie.
den Überlegungen über das weitere
Vorgehen. Herr Schwayer erinnerte                  Als weitere wichtige Punkte des künf-
daran, dass die UIP bereits vor mehr               tigen AVV nannte Herr Schwayer die
als zwei Jahren der UIC einen Ent-                 haftungsrechtliche Rolle des Infra-
wurf Allgemeiner Verwendungsbe-                    strukturbetreibers sowie die eindeu-
dingungen (AVB) übersandt hatte.                   tige Bestimmung des Halterbe-
Ein gutes Vierteljahr später reagierte             griffs. Die jetzige Definition könne
die UIC mit der Übersendung eines                  leicht zu Zweifeln an der Haltereigen-
Gegenentwurfs eines Allgemeinen                    schaft führen; es müsse daher als
Verwendungsvertrages (AVV).                        konstitutives Kriterium die Eintragung
                                                   im Register und die Anschrift am Wa-
Die sich anschließenden Verhand-                   gen hinzukommen. Dies sei auch
lungen begannen in einem konstruk-                 deswegen notwendig, weil das
tiven und positiven Klima. Zunächst                Zugriffsrecht des Halters auf den
schien es sogar, als könne das jahr-               Wagen Vorrang vor anderen Wagen-
zehntelang bewährte Haftungsab-                    dispositionen habe.
kommen in modifizierter Form beibe-
halten werden. Herr Schwayer wies in               Überrascht zeigte sich Herr Schwayer
diesem Zusammenhang daraufhin,                     über die Haltung der ERFA, des Eu-
dass die Analyse der jährlichen Bi-                ropäischen Verbandes der Nicht-UIC-
lanzen des Haftungsabkommens in                    Bahnen. Nach seiner Überzeugung
der Regel kein Verschulden des                     sind für zahlreiche Mitgliedsbahnen
Einstellers ergab. Diese Erkenntnis                der ERFA die Anhänge zum AVV
sei auch für die nun anzustrebende                 nicht erfüllbar. Gleichwohl habe die
versicherungstechnische     Lösung                 ERFA volle Übereinstimmung mit den
wichtig.                                           UIC-Bahnen erklärt.

Der augenblickliche Schwerpunkt der                Die Aussichten, dass UIC, ERFA und
Verhandlungen mit der UIC liege bei                UIP die bestehenden Meinungsunter-
einer fairen Regelung für Schäden                  schiede noch bis zum 01. Juli 2005
am Wagen. Nach dem von der UIC                     ausräumen können, bezeichnete Herr
vorgeschlagenen Text bestehe die                   Schwayer als gering. Er plädierte da-
Gefahr, dass der Halter eines be-                  für, dem Bemühen um eine bestmög-
schädigten Wagens mit seinem Scha-                 liche Lösung Vorrang vor schlechte-
densersatzanspruch von EVU zu                      ren, unter Zeitdruck verabschiedeten
EVU laufen müsse (Anmerkung: Rei-                  Varianten zu geben
ne Werksbahnen fallen nicht unter die
EVU im Sinne des AVV). Für die                     Herr Schwayer informierte, dass die
Bahnen, die zugleich Verwender und                 UIP eine für den 16. Juni 2005 vorge-
Halter von Wagen sind, sei dies we-                sehene weitere Verhandlungsrunde
niger dramatisch als für einen Nur-                wegen Meinungsverschiedenheiten
Halter von Güterwagen. Für diesen                  über den konkreten Verhandlungsge-
bedeute der Wagen das Zentrum sei-                 genstand abgesagt habe.
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                             VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005
 (Anmerkung: Nach der VPI-Mitglie-                  Kompromiss geben, mit dem alle le-
derversammlung haben sich UIC und                   ben könnten.
UIP auf einen neuen Verhandlungs-
termin am 28. Juni 2005 geeinigt,                   Bereits vor den Gastvorträgen und
siehe unten Punkt 2).                               der Diskussion hatte die Mitglieder-
                                                    versammlung einstimmig die Entlas-
In der anschließenden Diskussion                    tung des Vorsitzenden sowie die
wurde seitens einer namhaften Pri-                  Festsetzung des Mitgliedsbeitrags
vatbahn zum Ausdruck gebracht,                      für das Jahr 2006 in unveränderter
dass die in der ERFA organisierten                  Höhe beschlossen.
Bahnen mit der UIC-Auffassung über-
einstimmten, weil sich dies aus der                 Die Jahresmitgliederversammlung
Systematik des Eisenbahnverkehrs                    2006 findet am 9. Juni 2006 in
ergebe.                                             Bamberg statt.

Von UIC-Seite wurde bedauert, dass
bei den Verhandlungen über die Haf-          2      ALLGEMEINER
                                                    VERWENDUNGSVERTRAG (AVV):
tungsregelungen (Schaden durch den                  VERHANDLUNGEN AM 28.06.2005
Wagen und am Wagen) die gesetzli-
che Grundlage der CUV infrage ge-                   Am 28. Juni 2005 fanden zwischen
stellt und dadurch viel Zeit verloren               UIC/ERFA und UIP weitere Verhand-
worden sei. Man hätte erkennen sol-                 lungen über einen künftigen AVV statt.
len, dass bei fehlender Einigung die                Dabei konnten Fortschritte erzielt wer-
dispositive gesetzliche Haftungsrege-               den. Zu einer Einigung über den ge-
lung zwingend wird. Diese gesetzli-                 samten AVV-Text kam es allerdings
chen Haftungsgrundlagen seien im                    noch nicht. Einvernehmen besteht
Jahre 1999 unter maßgeblicher Betei-                zwischen UIC/ERFA und UIP mittler-
ligung der EU-Mitgliedstaaten verab-                weile über folgende Punkte:
schiedet worden. Aus jetziger Sicht
wäre es vielleicht klüger gewesen,                   - Der AVV soll – zunächst jedenfalls
der gesetzlichen Vorgabe zu folgen.                    – den Charakter eines multilatera-
                                                       len Vertrags zwischen allen beige-
Ein Vertreter der verladenden Wirt-                    tretenen Eisenbahnverkehrsunter-
schaft appellierte an UIC und UIP,                     nehmen (EVU) und Haltern haben.
beim AVV möglichst schnell zu einer
gemeinsamen Lösung zu kommen.                        - „Verwendung“ umfasst Last- und
                                                        Leerlauf sowie sonstigen Gewahr-
Ein weiteres Diskussionsthema wa-                       sam des EVU am Wagen.
ren die künftigen Leerlauffrachten.
Herr Dr. Hilker als Vertreter von Stin-              - Die Verpflichtung zur Instandhal-
nes zeigte sich optimistisch, dass                     tung der Wagen trifft grundsätzlich
man zu einer gemeinsamen Lösung                        den Halter.
kommen werde. Eine solche Lösung
würde den Liberalisierungszielen                     - Das verwendende EVU ist zur
Rechnung tragen und auf keinen Fall                    Durchführung betrieblicher Kon-
dazu führen, dass der Schiene Ge-                      trollen am Wagen verpflichtet.
schäft verloren gehe. Es müsse ver-
mieden werden, dass die Leerlauf-                    - Das Zugriffsrecht des Halters auf
frachtendiskussion bei den Kunden                      seinen Wagen hat im Zweifel Priori-
den     Eindruck      erwecke,     am                  tät.
01.01.2006 werde das Geschäft auf
der Schiene durch die neue Systema-                  - Das EVU darf den Wagen nur in
tik beeinträchtigt. Wie immer in der                   wenigen begründeten Fällen zu-
Vergangenheit, werde es einen guten                    rückweisen.
                                     Seite 4 von 7
                              VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005
- Leere Wagen – und zwar Bahnwa-                    - Strittig ist auch noch ein als Anlage
  gen ebenso wie P-Wagen – werden                     zum AVV vorgesehener Katalog, in
  mit einem einheitlichen Wagenbrief                  dem typische Wagenschäden auf-
  befördert; dadurch wird klar gestellt,              gelistet sind, die innerhalb einer Ba-
  dass der leere Wagen nicht Beför-                   gatellgrenze von EUR 750,00 ent-
  derungsgut sondern Beförde-                         weder vom EVU oder vom Halter zu
  rungsmittel ist und somit Verwen-                   tragen sind.
  dungsvertragsrecht gilt.
                                                    - Über einige weitere Anlagen zum
- Die Regelungen über Schadens-                       AVV muss noch im Detail verhandelt
  feststellung und Tatbestandsauf-                    werden, so insbesondere über eine
  nahme entsprechen weitgehend                        für den Wageneinsatz wichtige Er-
  dem bisherigen UIC-Merkblatt 433                    satzteilregelung sowie über die Be-
  für P-Wagen.                                        stimmung des Zeitwerts eines Wa-
                                                      gens bei wirtschaftlichem Totalver-
- Im Rahmen des Verwendungsver-                       lust und über die Berechnung von
  trags haftet ein EVU für Wagen-                     Nutzungsausfallentschädigung.
  schäden, wenn es sich nicht entlas-
  ten kann; sind an einem Transport                 Mit dem Internationalen Eisenbahn-
  mehrere EVU beteiligt, müssen sich                transportkomitee (CIT) werden noch
  – in der rückwärtigen Reihenfolge                 Einzelheiten des Musters eines CIM-
  ihres Einsatzes in der Transportket-              Frachtbriefs bzw. CUV-Wagenbriefs
  te – alle beteiligten EVU entlasten               erörtert.
  (Haftung für Wagenschäden).
                                                    Railion hat gegenüber der VPI erklärt,
- Verursacht der verwendete Wagen                   wegen des neuen AVV die laufenden
  einen Schaden, haftet der Halter,                 Einstellungsverträge fristgerecht zum
  wenn ihm Verschulden nachgewie-                   30. Juni 2007 zu kündigen. Da nach
  sen wird. Die nach dem UIC-Merk-                  den Vorstellungen der UIC der AVV
  blatt 433 bisher bestehende stren-                bereits ab 01.01.2006 europaweit gel-
  ge Kausalhaftung des Halters ent-                 ten soll, wird die VPI mit Railion die
  fällt ebenso wie das bisherige, den               konkreten Auswirkungen auf die zu-
  Halter von dieser Kausalhaftung                   nächst weiter bestehenden Einstel-
  weitgehend freistellende Haftungs-                lungsverträge klären. In diesem Zu-
  abkommen (Haftung für Schäden                     sammenhang stehen auch die Aktivitä-
  durch den Wagen).                                 ten einer neuen DB/VPI-Ad-hoc-
                                                    Arbeitsgruppe „Servicevertrag“. Ihre
Noch keine Einigung konnte über fol-                Aufgabe besteht darin, den Bedarf der
gende Punkte erzielt werden:                        Einsteller an Serviceleistungen neben
                                                    dem AVV und die möglichen Leis-
- Entgegen den Regelungen im künf-                  tungsangebote der Railion zu definie-
  tigen COTIF-Abkommen lehnen es                    ren.
  UIC und ERFA bislang ab, den
  Infrastrukturbetreiber als Erfül-
  lungsgehilfen des EVU anzuse-
  hen. Dies hätte zur Folge, dass der        3       VERHANDLUNGEN MIT STINNES/
                                                     RAILION ÜBER NEUES
  Halter eines vom Infrastruktur-                    LEERLAUFFRACHTENSYSTEM
  betreiber beschädigten Wagens
  Schadensersatzansprüche nur ge-                   Die Stinnes/Railion/VPI-Steuerungs-
  gen den Infrastrukturbetreiber auf                gruppe hat sich am 27. Juni 2005
  der Grundlage des jeweiligen an-                  intensiv mit den DB-Plänen eines
  wendbaren nationalen Rechts gel-                  neuen Leerlauffrachtensystems ab
  tend machen könnte.                               01.01.2006 befasst. Seitens Stin-
                                                    nes/Railion wurde klar gestellt, dass
                                     Seite 5 von 7
                              VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005
    bei Rundläufen, bei denen bislang                    vatgüterwagen, die bei Railion und
    keine separate Leerlauffracht in                     bei anderen UIC-Bahnen eingestellt
    Rechnung gestellt wird, dies auch in                 sind.
    Zukunft nicht geschieht. Im Übrigen
    sollen bei den Verladern die höheren                 Die Weiterleitung des Wagens nach
    Leerlauffrachten durch entspre-                      erfolgter Reparatur ist mit den
    chende Reduzierung der Lastlauf-                     Frachtzahlungen aus bestehenden
    frachten kompensiert werden.                         Beförderungsverträgen bereits abge-
                                                         golten.
    Strittig zwischen DB und VPI ist nach
    wie vor, wie bei den P-Wagen-                        Liegt der Grund für die Werkstattzu-
    Vermietern höhere Leerlauffrachten                   führung des beschädigten Privatgü-
    ausgeglichen werden können. Eine                     terwagens in der Haftung von Railion
    Weitergabe der Mehrkosten an die                     Deutschland, wird dem Einsteller für
    Mieter wird als marktschädlich ange-                 diesen Werkstattlauf kein Entgelt in
    sehen. Stinnes will nun einen neuen                  Rechnung gestellt.
    Vorschlag der Vermieterseite prüfen,
    wonach dem Halter eines Privatgü-                    Erteilt der Einsteller bzw. Verfü-
    terwagens für die mit diesem Wagen                   gungsberechtigte (Mieter) nach Be-
    erzielten Frachtumsätze Leerlaufki-                  endigung der Reparatur einen neuen
    lometer gutgeschrieben werden. Die-                  Transportauftrag, gilt die Preisliste
    ses Guthaben könnte dann für Werk-                   011400-9 (Ermäßigte Leerlauffracht)
    statt- und sonstige Servicefahrten                   gemäß den Bedingungen „Preise und
    genutzt werden und zu einem für alle                 Konditionen der Railion Deutschland
    Beteiligten gerechten System führen.                 AG, Heft Bestimmungen für Privatgü-
                                                         terwagen“.


4   LEERLAUFPAUSCHALE BEI
    UNTERWEGSREPARATUREN
                                                         Die Pauschale erspart die entfer-
                                                         nungsabhängige Berechnung der in
                                                         Punkt 3.5.4 des UIC-Merkblatts 433
    Die bereits mit VPI-Rundschreiben                    vorgesehenen Leerlauffracht bei Un-
    Nr. 4/2003 für 2004 angekündigte                     terwegsreparaturen und stellt insofern
    Regelung ist nun am 01.01.2005 in                    eine Vereinfachung dar.
    Kraft getreten. Railion hat die Einstel-
    ler im Juli 2005 hierüber informiert.
    Die Regelung hat folgenden mit VPI            5       RADSATZTAUSCHABKOMMEN:
                                                          BETRIEBSWERTUNTERSCHIED-
    abgestimmten Wortlaut:                                PAUSCHALEN

    Pauschalregelung für von Railion                     Kann bei einem Radsatztausch der
    Deutschland verfügte Werkstattläufe                  ausgebaute Radsatz nicht mehr auf-
    von Privatgüterwagen                                 gearbeitet werden, so hat nach den
                                                         Einstellungsbedingungen der Railion
    Railion Deutschland berechnet dem                    der Einsteller für den eingebauten
    Einsteller für den Lauf eines beschä-                einen gleichartigen und gleichwerti-
    digten leeren oder beladenen Privat-                 gen Radsatz zur Verfügung zu stellen
    güterwagens,      der   von    Railion               oder Wertausgleich zu leisten. Meis-
    Deutschland in eine Werkstatt – und                  tens übernimmt der Einsteller die
    falls erforderlich zu weiteren Werk-                 Kosten einer Instandhaltungsstufe 3.
    stätten – verfügt wird, einen Pau-                   Ein Ausgleich für den Betriebswertun-
    schalbetrag von EUR 35,00 nach                       terschied wurde in diesem Fall bisher
    Preislisten-Nr. 011500-6, sofern der                 nicht gezahlt. Nach längeren Ver-
    Einsteller den Schaden zu tragen hat.                handlungen mit der VPI hat sich Rai-
                                                         lion bereit erklärt, dem Einsteller für
    Die Regelung gilt einheitlich für Pri-               den Betriebswertunterschied eine
                                          Seite 6 von 7
                                   VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005
    Pauschale gutzuschreiben. Aufgrund
    der Erfahrungswerte soll die Pau-             7      VERANSTALTUNGSHINWEISE
    schale   einem   Betriebswertunter-                   12.-15. September 2005, Budapest
    schied von 35 mm entsprechen.                         Central & Eastern European Rail
                                                          2005
    Umgekehrt soll in den Fällen, in de-
    nen der ausgebaute Radsatz wieder                     Auskünfte unter:
    aufgearbeitet wird, der Einsteller stets              Telefon: +44 (0) 20 7242 2324
    eine    Betriebswertunterschiedspau-                  Fax:     +44 (0) 20 7242 2320
    schale von EUR 32,50 an Railion                       oder über die Website:
    zahlen. Auch dieser Pauschale liegen                  www.terrapinn.com/2005/rail_ce
    Erfahrungswerte zugrunde.

    Über eine neue Preisliste für die Auf-                22.-23. September 2005, Fulda
    arbeitung von Radsätzen im Rahmen                     Forum „Neustart Gleisanschluss“
    des Radsatztauschabkommens konn-
    te zwischen Railion und VPI noch                     Auskünfte unter:
    keine Einigung erzielt werden. Es ist                Telefon: +49 (0) 69 265-27400
    vorgesehen, die Verhandlungen im                     Fax:     +49 (0) 69 265-27439
    Juli 2005 wieder aufzunehmen und                     E-Mail: dzb.kundenservice@bahn.de
    zu einem Abschluss zu bringen. Bis                   oder über die Website:
    zum 31.07.2005 gelten die Preise aus                 www.db-bildung.de
    dem Jahre 2004.

                                                          25. Oktober 2005, Paris
6   RAILION-RUNDSCHREIBEN
    IN P-WAGEN-ANGELEGENHEITEN
                                                          UIC/CER-Workshop
                                                          „Rail Freight Noise Abatement in
                                                          Europe”
    Railion hat im Mai 2005 folgende
    neue Rundschreiben in Privatgüter-                    Auskünfte unter :
    wagen-Angelegenheiten herausgege-                     E-Mail: bergendorff@uic.asso.fr
    ben:                                                  oder r.orsini@cer.be

    Rundschreiben Nr: 5/2005
    Radsatzwelle Bauart 088 bis ein-                      30.01./01.02.2006, Brüssel
    schließlich Baujahr 12/80 Prüfung                     EuroRail 2006
    der Entlastungsmulde
                                                          Auskünfte unter:
    Rundschreiben Nr. 6/2005                              Telefon: +44 (0) 7242 2324
    Untersuchung     von   Güterwagen-                    oder über die Website:
    radsätzen auf Unrundheit                              www.terrapinn.com/2006/EuroRail

    Außerdem erschien eine überarbeite-
    te Fassung des Rundschreibens Nr.             8      IN EIGENER SACHE
    4/2004, das die Instandhaltung be-
    stimmter Radsatzbauarten zum Ge-                     Die Geschäftsstelle der VPI bleibt in
    genstand hat. Die Änderungen betref-                 der Zeit vom 01. bis 12. August 2005
    fen die Magnetpulverprüfung der                      geschlossen. In dringenden Fällen
    Radscheiben.                                         können Sie eine Nachricht auf dem tele-
                                                         fonischen Anrufbeantworter hinterlas-
                                                         sen, der regelmäßig abgehört wird.




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                                   VPI-Rundschreiben Nr. 2/2005

				
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