Hastings et al. _2000_ The Development of Concern for Others in

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Hastings et al. _2000_ The Development of Concern for Others in Powered By Docstoc
					     Hastings et al. (2000)
The Development of Concern for
Others in Children With Behavior
           Problems




Referentin:
Undine Swoboda
Gliederung

 Allgemeines
 Begriffsklärung
 3 Blöcke mit: Hypothesen, Vorgehen,
  Ergebnis
 Diskussion
Allgemeines
 Längsschnittstudie mit 3 Messzeitpunkten:
  T1: 4-5 Jahre, T2: 6-7 Jahre, T3: 9-10 Jahre

   Stichprobe:

 82 Kinder mit durchschnittlichem Alter von:
    4,5 Jahren zu Beginn der Studie und
    9,7 Jahren am Ende der Studie

 die Kontaktaufnahme zu den Eltern erfolgte durch Zeitungsannoncen
  und Flyer (ausgelegt in Kindertagesstätten)
 Der sozioökonomische Status reichte von: mittel bis mittel-hoch
 Hauptsächlich städtische Umgebung
Begriffsklärung

 Concern for others:
 breitgefasster Ausdruck für
  Verhaltensfaktoren, affektive Faktoren und
  kognitive Faktoren, die mit Empathie und
  prosozialem Verhalten korrelieren
 einfacher: sich um das Wohlsein anderer
  sorgen
Begriffsklärung

 Externalisierendes Problemverhalten :
 nach außen oder auf andere gerichtetes
  Problemverhalten,
 bei Kindern z.B. sich auf den Boden werfen
  und schreien
 im Gegensatz dazu: internalisierendes
  Problemverhalten, nach innen gerichtet z.B.
  Depression, Rückzug
Hypothesen I

 Concern for others nimmt mit steigendem
  Alter zu.
 Es gibt Geschlechterunterschiede
  hinsichtlich des concern for others.
 Kinder mit niedrigerem Level von
  externalisierenden Problemen haben mehr
  concern for others.
Vorgehen I


 Unterteilung der Kinder in verschiedene
  Risikogruppen für externalisierende
  Verhaltensprobleme:
  hoch, mittel und niedrig
 Diese Aufteilung wird für jeden Messzeitpunkt neu
  vorgenommen aufgrund von Berichten der Mütter:
  (Child Behavior Checklist) und der Lehrer: (Teacher
  Report Form)
Vorgehen I

 Concern for others wird während der Simulation von
  „Distress“ (Schmerz, Not) von trainierten
  Verhaltensbeobachtern zum Messzeitpunkt 1 und 2
  kodiert:
 Während fortlaufender Aktivitäten gibt es zwei
  Simulationen von kleinen Unfällen: einmal simuliert
  die Mutter sich den Fuß zu verletzen und einmal der
  Experimentator
 Dabei werden auch Gegenstände auf den Boden
  fallen gelassen, das Gesicht verzogen,
  schmerzsignalisierende Laute geäußert und der
  „schmerzende Fuß“ gerieben.
                       Vorgehen I
Kodierung von concern for others aufgrund der:
    Ergebnis I

 4- Wege ANOVA (3 [Risiko] * 2 [Geschlecht] * 2 [Target] * 2[Zeitpunkt])
 Dabei fand man: HE des Geschlechts, HE des Zeitpunktes und eine Interaktion
  Risiko * Zeitpunkt

 Der erwartete Unterschied zwischen den Geschlechtern wird durch die Daten
  bestätigt: Jungs zeigen im Mittel weniger concern for others als Mädchen.

 Anstatt zu steigen, sinkt der concern for others entgegen den Erwartungen bis zum
  zweiten Messzeitpunkt ab.

 Im Vorschulalter (4-5 Jahre) unterscheiden sich Kinder mit hohem, mittleren und
  niedrigem Level von externalisierenden Problemen hinsichtlich ihres concern for
  others nicht.
  Erst im Alter von 6-7 Jahren zeigen Kinder mit einem hohen Level von
  externalisierenden Problemen, ein deutliches Absinken ihres concern for others
  während die anderen Kinder in ihrem concern for others relativ stabil bleiben.
   (rechnerisch ermittelt durch gepaarte T-Tests)
Hypothese II

 Hohes concern for others mäßigt die
  Entwicklung von externalisierenden
  Verhaltensproblemen und wirkt als
  schützender Faktor gegen das
  Aufrechterhalten oder die Verschlimmerung
  von Verhaltensproblemen über die Zeit.
                    Vorgehen II
Schrittweise Regression:
wobei diesmal externalisierende Verhaltensprobleme als kontinuierliche
Variable verwendet wird (keine Einteilung der Kinder in Risikostufen)
              Ergebnis II
Mäßigende Rolle von concern for others auf
die Entwicklung externalisierender Probleme:
Ergebnis II
Ergebnis II




 Bei Kindern, die zu Verhaltensproblemen
 neigen, ist die Entwicklung zu ernsthaften
 Verhaltensstörungen gebremst, wenn sie
 mehr concern for others zeigen.
Hypothese III

 Concern for others wird durch den
  Erziehungsstil der Mütter beeinflusst.
Vorgehen III

 Erziehungsstil der Mütter wird gemessen durch den
  Child Rearing Practices Report
 Er enthält 91 Karten, auf denen mögliche
  Erziehungssituationen und Einstellungen dargestellt
  sind
 Mütter sollen diese in 7 gleichgroße Stapel aufteilen
  von 1= most undescriptive bis 7= most descriptive
 Das Kontinuum reicht von autoritär (zurückweisend
  und stark Macht ausübend) bis autoritativ
  (akzeptierend und klar strukturierend)
Ergebnis III

 Es gibt einen Einfluss des Erziehungsstils
  der Mütter auf concern for others:
 Kinder von autoritären Müttern zeigen
  niedrigeres concern for others als Kinder von
  autoritativen Müttern.
Diskussion

 Ursachen von abfallendem concern for others nach dem
  Schuleintritt:
 Kinder treffen mit neuen Gleichaltrigen zusammen – aggressive
  Kinder reizen andere Kinder stärker als nicht aggressive und
  erfahren deshalb auch mehr Gewalt von Gleichaltrigen, sie
  erfahren mehr Ablehnung und sind öfter in Gewaltsituationen
  und Konflikte involviert als andere – dadurch sind sie häufiger
  mit distress anderer konfrontiert und werden desensibilisiert

 vielleicht sinkt die Fähigkeit des concern for others nicht,
  sondern ist nur gehemmt – dies müsste man untersuchen
Diskussion
 Da man im Vorschulalter keine Unterschiede im concern for others bei Kindern
  mit verschiedenem Risikolevel für externalisierende Verhaltensprobleme fand,
  könnte man auch annehmen, dass diese beiden Systeme nichts miteinander zu
  tun haben
 Gegen diese Interpretation spricht aber der Befund, dass Jungen mit hohem
  Risiko für externalisierende Verhaltensprobleme später nicht nur Abwesenheit
  von concern for others zeigen, sondern auch deutlich negative Reaktionen auf
  den distress anderer, besonders dann wenn es sich um ihre Mutter handelt
  (Ärger, sich über das Ungeschick der Mutter lustig machen)
 Vielleicht erfuhren diese Jungen in ihrer Mutter-Kind-Beziehung mehr
  emotionalen und physikalischen Schmerz und nutzen die negativen Reaktionen
  zur Selbstregulation um sich selbst von dem distress zu distanzieren und ihr
  eigenes Arousal zu senken
 Oder aber, sie nehmen soziale Hinweisreize anders auf und reagieren
  dementsprechend mehr aggressiv
Interventionsmöglichkeiten


 Interventionsmöglichkeiten:
 Sensibilisierung der Kinder für Bedürfnisse anderer
  und für das Wohlbefinden anderer
 Elterntraining: mögliche Folgen von autoritärem
  Erziehungsstil bewusst machen, alternative
  (autoritative) Handlungsweisen aufzeigen,
  Selbstregulation trainieren um die eigenen
  Emotionen auch in Konfliktsituationen unter Kontrolle
  zu haben

				
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posted:1/14/2013
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