Christian Frchtegott Gellert - C F Gellerts Smmtliche Schriften_3144

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ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html C. F. Gellerts sämmtliche Schriften . Zweyter Theil. \Mit Königl. Preuß. allergnädigstem Privilegio. &Berlin und Stettin, "bey Joachim Pauli , 1772. 6Innhalt des zweyten Theils. " &Moralische Gedichte " &Der Menschenfreund. S. " &Reichthum und Ehre. 15 " Der Christ. 33 " Der Stolz. 57 " "Die Freundschaft. 71 " Der Ruhm. 76 " (Vermischte Gedichte. 3 " An den Herrn Grafen Hanns Moritz von Brühl; bey seinem vierzehnten Geburtstage. S. 81 " lAn Herrn Johann Andreas Cramer; bey seiner Verbindung. 84 " ,Auf Herrn Willens Tod. 87 " 6Geistliche Oden und Lieder. " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " " Bitten. S. 107 Danklied. 108 Das Gebet. 111 Von der Quelle der guten Werke. 155 (Preis des Schöpfers. 158 &Trost der Erlösung. 160 (Lied am Geburtstage. 163 "Vom Worte Gottes. 165 Weihnachtslied. 167 Geduld. 169 6Gottes Macht und Vorsehung. 172 .Die Liebe des Nächsten. 175 Abendlied. 178 BAuf die Himmelfahrt des Erlösers. 179 "Am Communiontage. 182 Page 1 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html " DZufriedenheit mit seinem Zustande. 184 " Vom Tode. 186 " BWider den Aufschub der Bekehrung. 188 " Bußlied. 194 " *Die Liebe der Feinde. 195 " Demuth. 197 " Weihnachtslied. 200 " @Das Glück eines guten Gewissens. 202 " Der Fürst an seine Seite setzt, JUnd laut mir seinen Beyfall schenket! HAlsdann wird mein Verdienst bekannt; BDann denkt von mir das ganze Land >Groß, wie mein Ehrgeitz denket. DWer ist der Grosse, der dich ehrt? LSprich, kennt er der Verdienste Werth? HSetz ihn im Geist aus seinem Stande! NVielleicht wird dir sein Beyfall klein; RVielleicht hältst dus, ihm werth zu seyn, 2Nunmehr für eine Schande. DWenn itzt des Dichters Lobgedicht, HDer Redner göttlich von dir spricht, JUnd laut dich die Geschichte preisen; DWenn, auf ihr Wort, die halbe Welt BDich für den größten Weisen hält; 4Wirst du darum zum Weisen? Und hast du deinen Ruhm in dir; >Was sorgst du kummervoll dafür, 0Den äussern zu besitzen? Dich tausend noch nicht kennen? @Ist dieß des Nachruhms Ewigkeit; BWenn ein Scribent der Trockenheit BSich künftig an dein Leben waget? HUnd wenn dem Wandrer einst noch spät DDer Stein, vor dem er müßig steht, Von DDie DDas ist das Glück so ungemein, einer Welt gerühmt zu seyn, oft den wahren Ruhm verkennet; Laster rühmet, wenn es gleißt, Page 25 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html HDie Wildheit Muth, den Unsinn Geist, 6Und Ehrsucht Grösse nennet? HDu strebst mit Eifersucht und Angst, :Damit du ihren Ruhm erlangst, PWohlan, du sollst ihn schnell erstreben! >Doch welch unsichres Eigenthum! NVielleicht reut bald die Welt der Ruhm, 8Den sie dir schnell gegeben. FDie Zahl der Klugen ist nicht groß. @Verlangst du ihren Beyfall bloß, DSo such ihn still in ihrer Sphäre. FDer Kluge sieht auf dein Verdienst; NUnd bist du das nicht, was du schienst, .So bist du sonder Ehre. >Erwirb dir Tugend und Verstand; HNicht, um sie, von der Welt genannt, Die nur ein Cramer singen soll. >So wie sich deine Jahre mehren, LMehrt dein Verdienst sich um die Welt. ^Stets seh ich dich Geschmack und Tugend lehren, NUnd beides, wenn du schreibst, gefällt. NDein Geist stürzt bald den Aberglauben, DUnd bald das Laster von dem Thron, VUnd rettet uns, was schlaue Spötter rauben, 2Das größte, die Religion. HDann merkt die Welt auf deine Gaben; JUnd wenn sie sie nicht recht erkennt: vSo scheut sie doch den Schimpf, den nicht belohnt zu haben, @Den man des Lohnes würdig nennt. FSie schmücket dich mit neuen Ehren; [1] Nimmt mich in deinem Leben ein, Ich weis es, wahre warten dein. JUnd wär es gnug, es wieder zu bereun: RSo würd ich gleich um eine dich beneiden. [1]ž Der Herr Oberhofprediger Cramer war damals noch Pastor in dem Dorfe Crellwitz. [2]^ Der jüngre Racine in dem Leben seines Vaters: En présence męme d'étrangers, il osoit ętre Pere: il étoit de tous nos jeux: je me souviens de processions dans lesquelles mes sS urs étoient le Clergé, j'étois le Curé, et l'auteur d'Athalie chantant avec nous, portoit la croix. Memoires sur la vie de Jean Racine. p. 6. Page 28 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html Auf Herrn Willens Tod. |Du, dem ein weiser Gebrauch der Jugend, welche dich schmückte, TDas Ziel der glücklichsten Greise verhieß; vDer, würden Jahre verdient, sie durch sein Herze verdiente, BO Wille! Redliche weinen um dich! |Du stirbst, von Freunden beklagt, die mit unrühmlichen Thränen NNoch nie die Gabe des Mitleids entehrt. nSie haben niemals geweint, als vor dem Grabe der Edlen, HUnd von dem Reize der Tugend bewegt. jAus PDes |Sie FUnd allen klaget Ein Herz. So klagen zärtliche Brüder jüngsten rühmlichen Bruders Verlust; sehn ihn blühend im Sarg, und rufen ängstlich: Ach Bruder! Thränen reden das Uebrige fort. ŠDu stirbst, von Freunden verehrt, die selbst den Größten nicht ehren, RWenn ohne Tugend der Purpur ihn schmückt. pO! Wille, seliger Freund! in welcher glücklichen Gegend, PIn welchem Himmel frohlocket dein Geist? lEntrücket in das Gebiet der vielen tausendmal tausend, JDie sich in heiliger Wollust erfreun, xWenn eine Seele noch mehr, gleich ihnen, glücklich geworden, FWie viel, o Seliger, fühlest du da! „Dein Geist, der Unschuld geweiht, fand schon im sterblichen Leibe, `Schon hier in Freundschaft und Liebe sein Glück; zUnd nun, vom Fleische getrennt, sieht er im göttlichen Lichte RDen Reiz der Tugend, und kennet sie ganz. tEr findt die Stimme bewährt, die hier im Herzen ihm sagte: T»Sey weis und gütig! Gott schuf dich dazu. zDu lebst, mit Freyheit begabt, hier in dem Lande der Prüfung, FUnd Ewigkeiten erwarten dich dort.« „Er findt die Stimme bewährt, jauchzt himmlisch, daß er ihr folgte, PDa jauchzen Schaaren der Himmel mit ihm; €Er kömmt, geleitet durch sie, zum Thron des göttlichen Mittlers, NFällt dreymal nieder, und betet ihn an. ŠHier, hier verliert sich sein Blick im Glanz der Herrlichkeit Gottes; FDer Liebe Wunder eröffnen sich ihm. €So steht ein Jüngling erstaunt, dem, blind vom Leibe der Mutter, NDer Arzt die Binde vom Angesicht zieht. xEr sieht die Wunder der Welt mit starren Augen, und zittert. VWo bin ich? ruft er, und zittert noch mehr. xEr sah die Sonne noch nicht; doch nun verläßt sie die Wolke, BUnd unbeweglich bewundert er sie. pO Freund! glückseliger Freund! wir segnen deine Gebeine, FUnd ehren ewig dein liebendes Herz. ~Dich liebe, wer dich gekannt! dein Beyspiel lehre den Jüngling, DDamit er lebe, zu sterben, wie du! tVor deinem Grabe sitz einst der Freunde künftige Nachwelt, Page 29 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html TUnd er, der Liebling des guten Geschmacks, pBestreu mit Rosen dein Grab und sag aus deinen Gedichten PDie schönsten Stellen den Fühlenden vor! ZEin Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, TDas bin ich dir und meinem Heile schuldig. ^Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, "Täglich ermessen. TBin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? ZBin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? VThu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage $Standhaft ertrage? DWie oft, o Gott! wenn wir das Böse dulden, TErdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, VUnd nennen Lohn, den wir verdient bekommen, (Trübsal der Frommen! TIst Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, `Sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, fDes Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, (Christliches Leiden? VIst deren Quaal, die deinen Rath verachtet, ZNach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, `Und die sich itzt in finstrer Schwermuth quälen, &Prüfung der Seelen? ZDoch selbst, o Gott! in Strafen unsrer Sünden TLäßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, TWenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, "Züchtigen lassen. RJag ich nur nach dem Frieden im Gewissen: PWird alles mir zum Besten dienen müssen. ZDu, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. TIch bin ein Gast und Pilger auf der Erden, lNicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; XUnd gegen euch, was sind, ihr ewgen Freuden, &Dieser Zeit Leiden? `Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; jWenn ich als Mensch, als Christ, hier leid und dulde: NSo kann ich mich der Hülfe der Erlösten "Sicher getrösten. \Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; VDoch in der Noth an seinen Schöpfer denken, XUnd ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen, (Mitten in Schmerzen. XSchau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? `Merk auf! Wer spricht: Bis hieher! zu dem Meere? VIst er nicht auch dein Helfer und Berather, Ewig dein Vater? Page 30 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html XWillst du so viel, als der Allweise, wissen? XItzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; LAllein du wirst, was seine Wege waren, $Nachmals erfahren. PEr züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, LDie Heiligung des Geistes zu empfahen, XUnd mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, "Andre zu stärken. bDas Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; ZErfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. \Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! 6Gottes Macht und Vorsehung. &Gott ist mein Lied! 6Er ist der Gott der Stärke; ZHehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, 8Und alle Himmel sein Gebiet. *Er will und sprichts; 2So sind und leben Welten. XUnd er gebeut; so fallen durch sein Schelten @Die Himmel wieder in ihr Nichts. *Licht ist sein Kleid, 2Und seine Wahl das Beste; \Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste >Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Unendlich reich, 2Ein Meer von Seligkeiten, TOhn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! HHerr aller Welt, wer ist dir gleich? Was ist und war, 2In Himmel, Erd und Meere, NDas kennet Gott, und seiner Werke Heere 6Sind ewig vor ihm offenbar. Er ist um mich, :Schafft, daß ich sicher ruhe; VEr schafft, was ich vor oder nachmals thue, @Und er erforschet mich und dich. Er .Du ROb 4So ist dir nah, sitzest oder gehest; du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest: ist er allenthalben da. &Er kennt mein Flehn 2Und allen Rath der Seele. REr weis, wie oft ich Gutes thu und fehle, @Und eilt, mir gnädig beyzustehn. Er wog mir dar, 0Was er mir geben wollte, bSchrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, Page 31 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html 6Da ich noch unbereitet war. 0Nichts, nichts ist mein, 0Das Gott nicht angehöre. NHerr, immerdar soll deines Namens Ehre, Daß deine Hand mein Leben hält? *Ist Gott mein Schutz, :Will Gott mein Retter werden: \So frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, BUnd biete selbst der Hölle Trutz. .Die Liebe des Nächsten. DSo jemand spricht: Ich liebe Gott! 6Und haßt doch seine Brüder, JDer treibt mit Gottes Wahrheit Spott, :Und reißt sie ganz darnieder. HGott ist die Lieb, und will, daß ich HDen Nächsten liebe, gleich als mich. 6Wer dieser Erden Güter hat, 8Und sieht die Brüder leiden, FUnd macht den Hungrigen nicht satt, 8Läßt Nackende nicht kleiden; JDer ist ein Feind der ersten Pflicht, >Und hat die Liebe Gottes nicht. BWer seines Nächsten Ehre schmäht, 8Und gern sie schmähen höret, RSich freut, wenn sich sein Feind vergeht, :Und nichts zum Besten kehret; DNicht dem Verläumder widerspricht; FDer liebt auch seinen Bruder nicht. NWer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz 4Den Nächsten unterstützet, DDoch nur aus Stolz, aus Eigennutz, :Aus Weichlichkeit ihm nützet; LNicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; Page 32 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html JDer liebt auch seinen Nächsten nicht. >Wer harret, bis, ihn anzuflehn, :Ein Dürftger erst erscheinet, FNicht eilt, dem Frommen beyzustehn, 2Der im Verborgnen weinet; LNicht gütig forscht, obs ihm gebricht; JDer liebt auch seinen Nächsten nicht. BWer Andre, wenn er sie beschirmt, 8Mit Härt und Vorwurf quälet, JUnd ohne Nachsicht straft und stürmt, :So bald sein Nächster fehlet; Mit @Dem 6Das Der für der Armen Heil und Zucht Rath und That nicht wachet, Uebel nicht zu wehren sucht, oft sie dürftig machet; sorglos ihnen Gaben giebt; hat sie wenig noch geliebt. DWahr ist es, du vermagst es nicht, >Stets durch die That zu lieben. JDoch bist du nur geneigt, die Pflicht *Getreulich auszuüben, BUnd wünschest dir die Kraft dazu, @Und sorgst dafür: so liebest du. :Ermattet dieser Trieb in dir: .So such ihn zu beleben. LSprich oft: Gott ist die Lieb, und mir 2Hat er sein Bild gegeben. LDenk oft: Gott, was ich bin, ist dein; PSollt ich, gleich dir, nicht gütig seyn? >Wir haben Einen Gott und Herrn, 4Sind Eines Leibes Glieder; @Drum diene deinem Nächsten gern; 4Denn wir sind alle Brüder. PGott schuf die Welt nicht bloß für mich; JMein Nächster ist sein Kind, wie ich. :Ein Heil ist unser aller Gut. 2Ich sollte Brüder hassen, BDie Gott durch seines Sohnes Blut 0So hoch erkaufen lassen? NDaß Gott mich schuf, und mich versühnt, JHab ich dieß mehr, als sie, verdient? NDu schenkst mir täglich so viel Schuld, 2Du Herr von meinen Tagen! 8Ich aber sollte nicht Geduld 4Mit meinen Brüdern tragen? JDem nicht verzeihn, dem du vergiebst, HUnd den nicht lieben, den du liebst? @Was ich den Frommen hier gethan, Das 6Als PUnd DUnd sieht Er, mein Erlöser, an, hätt ichs ihm erwiesen. ich, ich sollt ein Mensch noch seyn, Gott in Brüdern nicht erfreun? 4Ein unbarmherziges Gericht ,Wird über den ergehen, FDer nicht barmherzig ist, der nicht 6Die rettet, die ihn flehen. NDrum gieb mir, Gott! durch deinen Geist LEin Herz, das dich durch Liebe preist. Abendlied. 6Für alle Güte sey gepreist, FGott Vater, Sohn und heilger Geist! .Ihr bin ich zu geringe. "Vernimm den Dank, Den Lobgesang, 6Den ich dir kindlich singe. DDu nahmst dich meiner herzlich an, @Hast Grosses heut an mir gethan, 0Mir mein Gebet gewähret; Hast väterlich $Mein Haus und mich 0Beschützet und genähret. JHerr, was ich bin, ist dein Geschenk; FDer Geist, mit dem ich dein gedenk, (Ein ruhiges Gemüthe; Was ich vermag Bis diesen Tag, *Ist alles deine Güte. JSey auch, nach deiner Lieb und Macht, NMein Schutz und Schirm in dieser Nacht; 2Vergieb mir meine Sünden. &Und kömmt mein Tod, Herr Zebaoth, 2So laß mich Gnade finden. BAuf die Himmelfahrt des Erlösers. zJauchzt, ihr Erlösten, dem Herrn; Er hat sein Werk vollendet; DDeß müsse sich der Erdkreis freun! fEr fährt verkläret hinauf zu dem, der ihn gesendet, @Und nimmt die Himmel wieder ein. jDer Herr, nachdem er das Heil und unvergänglich Leben @Auf Erden an das Licht gebracht, rDen Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben, FFährt auf zur Rechten seiner Macht. fSein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, BUnd uns hat er das Heil verdient. vWer sein Wort gläubet und hält, soll nicht verloren werden; DEr hat die Welt mit Gott versühnt. bHoch über alle Vernunft besiegt er ihr Verderben, Page 34 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html 6Und seine Lieb ermüdet nie. fEin unvergängliches Glück den Menschen zu erwerben, DSo heiligt er sich selbst für sie. xJauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn, und preiset seinen Namen! DIhm danken, das ist unsre Pflicht. lWir sind glückselig in ihm. Sein Wort ist Ja und Amen; Und seiner Liebe sich zu freun. lDieß ist des Gläubigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen, FUnd sich durch Tugend ihm zu weihn. xWer des Erlösers sich schämt, deß wird auch er sich schämen; >Den wieder ehren, der ihn ehrt. fLaß uns das Leben von dir und Gnad um Gnade nehmen, FHerr, dessen Herrschaft ewig währt! lIch bin ein DUnd leitest rMachst mich 8Und tilgest irrendes Schaf, du weisest mich zu rechte, mich nach deinem Rath; vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte, meine Missethat. tWas ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig. HDu kleidest ihn mit Ruhm und Pracht. nWas ist die Hoheit der Welt? Zum Priester und zum König HBin ich durch dich vor Gott gemacht. vDank sey dem Heiland der Welt! Er hat sein Werk vollführet. HFrohlock ihm, Volk der Christenheit! jEr sitzt zur Rechten des Herrn. Er lebet und regieret 2Von Ewigkeit zu Ewigkeit. "Am Communiontage. @Ich komme, Herr, und suche dich, *Mühselig und beladen. @Gott, mein Erbarmer, würdge mich 4Des Wunders deiner Gnaden. @Ich liege hier vor deinem Thron, DSohn Gottes und des Menschen Sohn, 2Mich deiner zu getrösten. 8Ich fühle meiner Sünden Müh; 8Ich suche Ruh, und finde sie 0Im Glauben der Erlösten. >Dich bet ich zuversichtlich an, 8Du bist das Heil der Sünder. BDu hast die Handschrift abgethan, 6Und wir sind Gottes Kinder. BIch denk an deines Leidens Macht, HUnd an dein Wort: Es ist vollbracht! 8Du hast mein Heil verdienet. DDu hast für mich dich dargestellt. Page 35 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html BGott war in dir, und hat die Welt 4In dir mit sich versühnet. BSo freue dich, mein Herz, in mir! .Er tilget deine Sünden, :Und läßt an seiner Tafel hier 4Dich Gnad um Gnade finden. FDu rufst, und er erhört dich schon, TSpricht liebreich: Sey getrost, mein Sohn! 8Die Schuld ist dir vergeben. Sieh, ich vereine mich mit dir; HIch bin der Weinstock, bleib an mir: 8So wirst du Früchte bringen. >Ich helfe dir, ich stärke dich; Dem 6Die 8Ist schenkt der Stand, nie schenken Güter Menschen die Zufriedenheit. wahre Ruhe der Gemüther Tugend und Genügsamkeit. DGeniesse, was dir Gott beschieden, BEntbehre gern, was du nicht hast. FEin jeder Stand hat seinen Frieden, @Ein jeder Stand auch seine Last. FGott ist der Herr, und seinen Segen FVertheilt er stets mit weiser Hand; Page 36 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html NNicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, DDoch so, wie ers uns heilsam fand. DWillst du zu denken dich erkühnen, :Daß seine Liebe dich vergißt? JEr giebt uns mehr, als wir verdienen, FUnd niemals, was uns schädlich ist. @Verzehre nicht des Lebens Kräfte 4In träger Unzufriedenheit; BBesorge deines Stands Geschäffte, 6Und nütze deine Lebenszeit. PBey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, @Ein ewig Glück in Hoffnung sehn, DDieß ist der Weg zu Ruh und Leben. BHerr, lehre diesen Weg mich gehn! Vom Tode. :Meine Lebenszeit verstreicht, >Stündlich eil ich zu dem Grabe, BUnd was ists, das ich vielleicht, 6Das ich noch zu leben habe? Würden, die dir Menschen gaben; @Nichts wird dich im Tod erfreun; 8Diese Güter sind nicht dein. Das vor Gott dir Zeugniß giebt, Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Und ^Ach FWie ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, meine Thränen sind vor dir. Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? lang entfernst du dich von mir? \Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, JVergilt mir nicht nach meiner Schuld. Page 39 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html ZIch suche dich; laß mich dein Antlitz finden, @Du Gott der Langmuth und Geduld. XFrüh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, >Gott, Vater der Barmherzigkeit. JErfreue mich um deines Namens willen; FDu bist ein Gott, der gern erfreut. TLaß deinen Weg mich wieder freudig wallen, BUnd lehre mich dein heilig Recht, VMich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; NDu bist mein Gott, ich bin dein Knecht. XHerr, eile du, mein Schutz, mir beyzustehen, Mit Güte will ich ihm begegnen, 8Nicht drohen, wenn er droht. RWenn er mich schilt, will ich ihn segnen; 2Dieß ist des Herrn Gebot. >Er, der von keiner Sünde wußte, :Vergalt die Schmach mit Huld, DUnd litt, so viel er leiden mußte, 2Mit Sanftmuth und Geduld. LWill ich, sein Jünger, wiederschelten, 2Da er nicht wiederschalt? DMit Liebe nicht den Haß vergelten, .Wie er den Haß vergalt? JWahr ists, Verläumdung dulden müssen, 2Ist eine schwere Pflicht. BDoch selig, wenn ein gut Gewissen .Zu unsrer Ehre spricht! DDieß will ich desto mehr bewahren; 6So bessert mich mein Feind, JUnd lehrt mich, weiser nur verfahren, *Indem ers böse meynt. HIch ,Die DUnd 2Die will mich vor den Fehlern hüten, er von mir ersann; auch die Fehler mir verbieten, er nicht wissen kann. PSo will ich mich durch Sanftmuth rächen, *An ihm das Gute sehn, BUnd dieses Gute von ihm sprechen; 8Wie könnt er länger schmähn! Page 40 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html :In seinem Haß ihn zu ermüden, 6Will ich ihm gern verzeihn, LUnd als ein Christ bereit zum Frieden, 0Bereit zu Diensten seyn. BUnd wird er, mich zu untertreten, 0Durch Güte mehr erhitzt: DWill ich im Stillen für ihn beten, @Und Gott vertraun; Gott schützt. Demuth. XHerr! lehre mich, wenn ich der Tugend diene, ZDaß nicht mein Herz des Stolzes sich erkühne, @Und nicht auf sie vermessen sey. XHerr! lehre mich, wie oft ich fehle, merken. XWas ist der Mensch bey seinen besten Werken? BWenn sind sie von Gebrechen frey? ZWie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! TWie oft, wenn ich auch dein Gebot erfülle, BErfüll ichs minder, als ich soll! \Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe LDer guten That, der unterlaßnen Sünde? DUnd ist mein Herz des Eifers voll? NGedenke nicht der Sünden meiner Jugend, LGedenke nicht der unvollkommnen Tugend Was ist denn meine Frömmigkeit? `Wenn ich den Geiz aus Furcht der Schande fliehe, RAus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, Nur Früchte der Natur und Zeit! NWenn fühlen wir der Tugend ganze Würde? TWenn ist dein Joch uns eine leichte Bürde, :Und dein Gebot Zufriedenheit? ^Doch, Herr, mein Gott! wenn auch zu deiner Ehre PMein Herze rein, rein meine Tugend wäre; Der Friede Gottes nur ist Heil. "Welch ein Gewinn, 6Wenn meine Sünde schweiget; TWenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, >Daß ich sein Kind und Erbe bin! Und diese Ruh, 4Den Trost in unserm Leben, ZSollt ich für Lust, für Lust der Sinne geben? BDieß lasse Gottes Geist nicht zu! In jene Pein, 2Mich selber zu verklagen, PDer Sünde Fluch mit mir umher zu tragen; >In diese stürz ich mich hinein? *Laß auch die Pflicht, 0Dich selber zu besiegen, dDie schwerste seyn! Sie ists; doch welch Vergnügen JWird sie nach der Vollbringung nicht! (Welch Glück! zu sich 4Mit Wahrheit sagen können: VIch fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen; NDoch, Dank sey Gott! ich schützte mich. $Und welch Gericht! 8Selbst zu sich sagen müssen: \Ich konnte mir den Weg zum Fall verschliessen; JUnd doch verschloß ich mir ihn nicht. "Was :Den LEin 8Dir kann im Glück Werth des Glücks erhöhen? ruhig Herz versüßt im Wohlergehen, jeden frohen Augenblick. &Was kann im Schmerz >Den Schmerz der Leiden stillen; \Im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? BEin in dem Herrn zufriednes Herz. $Was giebt dir Muth .Die Güter zu verachten, Page 43 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html \Wornach mit Angst die niedern Seelen trachten? @Ein ruhig Herz, dieß größre Gut. $Was ist der Spott, 2Den ein Gerechter leidet? VSein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, BDaß Gute thut, hat Ruhm bey Gott. Im Herzen rein, 4Hinauf gen Himmel schauen, \Und sagen: Gott! du Gott, bist mein Vertrauen! RWelch Glück, o Mensch, kann grösser seyn? &Sieh, alles weicht, :Bald wirst du sterben müssen. TWas wird alsdenn dir deinen Tod versüssen? DEin gut Gewissen macht ihn leicht. &Heil dir, o Christ! 0Der diese Ruh empfindet, \Und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, FDaß nichts verdammlichs an ihm ist! "Laß Erd und Welt, 8So kann der Fromme sprechen, NLaß unter mir den Bau der Erde brechen! FGott ist es, dessen Hand mich hält. Hat mir das Recht zur Seligkeit .In seinem Sohn gegeben. JHerr, welch ein unaussprechlich Heil, Dich lieben und versichert seyn 2Von deines Geistes Gaben! DDein Wort, das Wort der Seligkeit, Erhalte mir, o Herr, mein Hort: DDen Glauben an dein göttlich Wort, 0Um deines Namens willen; DLaß ihn mein Licht auf Erden seyn, DIhn täglich mehr mein Herz erneun, 8Und mich mit Trost erfüllen! BErmunterung die Schrift zu lesen. Page 44 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html `Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, nChrist, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; `Bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, fDen Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. hMerk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; fMerk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! nSo lies; mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun, dUnd mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. hSprich fromm: O Gott! vor dem ich meine Hände falte, dGieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte; dUnd laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, \Die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn! lEr, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. zLies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, tSo viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit giebt, dWenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. lLies, frey von Leidenschaft und ledig von Geschäfften, bUnd sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. bDer beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, pUnd dann der Tag des Herrn, der sey der Schrift geweiht. tRührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, fDes Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zurücke; `Empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn VZum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. ^Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. nThu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, ^Die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist, bUnd dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. xSpricht sie geheimnißvoll: so laß dich dieß nicht schrecken. hEin endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; jGott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt: nSo glaube, was er spricht, nicht was dein Witz begehrt. xSich seines schwachen Lichts bey Gottes Licht nicht schämen, fIst Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, hWenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; jUnd weise Demuth ists, das glauben, was Gott spricht. vDrum ~Hier hDort tDort laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken. bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit. lVerehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten: rSo laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. nEin forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, \Ein angefochtnes Herz, hebt manche Dunkelheit. lHalt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, pUnd wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. `Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; rDie Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Page 45 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html Abendlied. 4Herr, der du mir das Leben .Bis diesen Tag gegeben, 2Dich bet ich kindlich an! .Ich bin viel zu geringe 2Der Treue, die ich singe, Du giebst mir Kraft und Stärke, .Gedeyn zu meinem Werke, HUnd schaffst ein reines Herz in mir. 8Gott, welche Ruh der Seelen, 4Nach deines Worts Befehlen *Einher im Leben gehn; ,Auf deine Güte hoffen, 4Im Geist den Himmel offen, JUnd dort den Preis des Glaubens sehn! 8Ich weis, an wen ich glaube, .Und nahe mich im Staube 4Zu dir, o Gott, mein Heil! 8Ich bin der Schuld entladen, 4Ich bin bey dir in Gnaden, BUnd in dem Himmel ist mein Theil. 2Bedeckt mit deinem Segen, 2Eil ich der Ruh entgegen; .Dein Name sey gepreist! 0Mein Leben und mein Ende 0Ist dein, in deine Hände @Befehl ich, Vater, meinen Geist. Paßionslied. VHerr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, PMich in das Meer der Liebe zu versenken, TDie dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen! dVereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, RUnd bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; TAn unsrer Statt gemartert und zerschlagen, "Die Sünde tragen; RWelch wundervoll hochheiliges Geschäffte! RSinn ich ihm nach: so zagen meine Kräfte, TMein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde (Den Fluch der Sünde. RGott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. ZGott ist die Lieb, und läßt die Welt erlösen. dDieß kann mein Geist, mit Schrecken und Entzücken, &Am Kreuz erblicken. bEs schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder, Page 46 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html ^Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; fLehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde $Zu Gottes Freunde. ZO Herr! mein Heil, an dessen Blut ich glaube, RIch liege hier vor dir gebückt im Staube, FVerliere mich mit dankendem Gemüthe In deine Güte. RSie übersteigt die menschlichen Gedanken; RAllein sollt ich darum im Glauben wanken? \Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, $Gott zu ergründen? ZDas Größt in Gott ist Gnad und Lieb erweisen: XUns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, ^Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, $Die Gnade steiget. dLaß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, VDein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; NDaß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, (Mich christlich übe. TDas Gute thun, das Böse fliehn und meiden, dHerr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. PKann ich zugleich das Böse mir erlauben, (Und an dich glauben? RDa du dich selbst für mich dahin gegeben, XWie könnt ich noch nach meinem Willen leben? TUnd nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner Ehre? VIch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, `Wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden; XDa du so viel für uns, die wirs verschuldet, &Liebreich erduldet? RFür VWie ZUnd &Für welche du dein Leben selbst gelassen, könnt ich sie, sie meine Brüder hassen? nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, sie noch beten? \Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, fWenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten. ZDu, Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder, 6Schaltst auch nicht wieder. XEin reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, ^Dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. ZUnd Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, "Dich nachzuahmen. PUnendlich Glück! Du littest uns zu gute. TIch bin versöhnt mit deinem theuren Blute. XDu hast mein Heil, da du für mich gestorben, $Am Kreuz erworben. XSo bin ich denn schon selig hier im Glauben? Page 47 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html \So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? VSo werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, "Einst ewig leben? VJa, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, VIm Glauben kämpf, im Glauben wach und bete: TSo ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, Als Jesus lebet. TLockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize: `So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze. NUnd werd ich matt im Laufe guter Werke: &So sey mirs Stärke. TSeh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden NEin Aergerniß und eine Thorheit werden: \So seys doch mir, Trotz alles frechen Spottes, (Die Weisheit Gottes. ^Gott, eile nicht, sie rächend zu zerschmettern; RErbarme dich, wenn einer von den Spöttern \Sich spät bekehrt, und den, den er geschmähet, Um Gnade flehet. \Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken: VSo laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; fDein Kreuz, dieß sey, wenn ich den Tod einst leide, *Mir Fried und Freude! In Krankheit. 0Ich hab in guten Stunden 6Des Lebens Glück empfunden; ,Und Freuden ohne Zahl: 2So will ich denn gelassen 6Mich auch in Leiden fassen; DWelch Leben hat nicht seine Quaal? :Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Was schreckt mich Grab und Tod? 0Auch auf des Todes Pfade 2Vertrau ich deiner Gnade; FDu, Herr, bist bey mir in der Noth. 6Ich will dem Kummer wehren, 6Gott durch Geduld verehren, 0Im Glauben zu ihm flehn. 4Ich will den Tod bedenken. 6Der Herr wird alles lenken; FUnd was mir gut ist, wird geschehn. Osterlied. B»Freywillig hab ichs dargebracht, :Und Niemand nimmt mein Leben. FEs selbst zu lassen, hab ich Macht, 8Macht, wieder mirs zu geben. @Und darum liebt mein Vater mich, >Daß ich mein Leben laß, und ich 2Für meine Feind es lasse. <»Ich bin in meiner Niedrigkeit 0Ein Aergerniß der Erden; HVerschmäht, gegeisselt und verspeyt, 6Gekreuzigt werd ich werden. »Geht hin und lehret alle Welt; 4Ich bin des Weibes Saamen, Gehorsam, bis zum Kreuze, seyn; :Dieß war des Heilands Grösse. NDu starbst am Kreuz. Doch war dir nicht 8Die Kraft des Herrn gegeben? @Wer gab den Blinden das Gesicht? 8Den Todten selbst das Leben? @Und wem gehorchte Wind und Meer? >Und wem der bösen Geister Heer? 6Du warst von Gott gekommen. NNun irren mich nicht Schmach und Spott, :Noch deines Kreuzes Schanden. JDu bist mein Herr, du bist mein Gott; 4Denn du bist auferstanden. PDu bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, FDer Herr, durch dessen mächtig Wort 2Auch ich einst ewig lebe. HWir sind nun göttlichen Geschlechts, :Durch dich des Himmels Erben. JDieß ist die Hoffnung deines Knechts, 6In dieser will ich sterben. Ist nicht ein ungestörtes Glück 8Weit schwerer oft zu tragen, @Als selbst das widrige Geschick, 6Bey dessen Last wir klagen? Die größte Noth $Hebt doch der Tod; 0Und Ehre, Glück und Habe 6Verläßt mich doch im Grabe. JAn dem, was wahrhaft glücklich macht, 6Läßt Gott es keinem fehlen; DGesundheit, Ehre, Glück und Pracht @Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath Vor Augen hat, 2Dem wird ein gut Gewissen 6Die Trübsal auch versüssen. @Was ist des Lebens Herrlichkeit? Was ist das Leiden dieser Zeit? 2Wie bald ists überwunden! (Hofft auf den Herrn! $Er hilft uns gern: :Seyd fröhlich, ihr Gerechten! >Der Herr hilft seinen Knechten. Wider den Geiz. DWohl dem, der beßre Schätze liebt, 2Als Schätze dieser Erden! BWohl dem, der sich mit Eifer übt, 4An Tugend reich zu werden; @Und in dem Glauben, deß er lebt, 8Sich über diese Welt erhebt! JWahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, .Hier Güter zu besitzen. JEr gab sie uns, und auch die Pflicht, 6Mit Weisheit sie zu nützen. Page 51 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html Der Geiz erniedrigt unser Herz, 6Erstickt die edlern Triebe. @Die Liebe für ein schimmernd Erz 6Verdrängt der Tugend Liebe, FUnd machet, der Vernunft zum Spott, Dich blind zu jedem Frevel hin. >Um wenig Vortheil wird er schon :Aus dir mit Meyneid sprechen; >Dich zwingen, der Arbeiter Lohn 2Unmenschlich abzubrechen; BEr wird in dir der Wittwen Flehn, Der :Und 6Den BUnd LDie könnt ein Herz, vom Geize hart, Wohlthat Freuden schmecken, in des Unglücks Gegenwart Ruf zur Hülf entdecken? wo ist eines Standes Pflicht, nicht der Geiz entehrt und bricht? >Du bist ein Vater; und aus Geiz Aus Habsucht recht zu sprechen; FUnd selbst der Tugend größter Feind BErkauft an dir sich einen Freund. JGewinnsucht raubt dir Muth und Geist, 8Die Wahrheit frey zu lehren; PDu schweigst, wenn sie dich reden heißt, @Ehrst, wo du nicht sollst ehren, BUnd wirst um ein verächtlich Geld NEin Schmeichler, und die Pest der Welt. 8Erhalte mich, o Gott! dabey, Page 52 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html 2Daß ich mir gnügen lasse, 0Geiz ewig als Abgötterey 4Von mir entfern und hasse. Wenn deine Rechte mich bedeckt? BIch bin ja, Herr, in deiner Hand. DVon dir empfieng ich den Verstand; DErhalt ihn mir, o Herr! mein Hort, NUnd stärk ihn durch dein göttlich Wort. BLaß, deines Namens mich zu freun, @Ihn stets vor meinen Augen seyn. FLaß, meines Glaubens mich zu freun, DIhn stets durch Liebe thätig seyn. NDas ist mein Glück, was du mich lehrst. DDas sey mein Glück, daß ich zuerst FNach deinem Reiche tracht, und treu Daß ich den Sieg erlangen kann. >Gieb von den Gütern dieser Welt HMir, Herr, so viel, als dir gefällt; FGieb deinem Knecht ein mäßig Theil, BZu seinem Fleisse Glück und Heil. BSchenkt deine Hand mir Ueberfluß; 6So laß mich mäßig im Genuß, >Und, dürftge Brüder zu erfreun, :Mich einen frohen Geber seyn. BGieb mir Gesundheit, und verleih, DDaß ich sie nütz, und dankbar sey, :Und nie, aus Liebe gegen sie, FMich zaghaft einer Pflicht entzieh. Page 53 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html >Erwecke mir stets einen Freund, JDers treu mit meiner Wohlfahrt meynt, DMit mir in deiner Furcht sich übt, LMir Rath und Trost und Beyspiel giebt. DBestimmst du mir ein längres Ziel, 8Und werden meiner Tage viel: >So laß, Gott, meine Zuversicht, @Verlaß mich auch im Alter nicht. FUnd wird sich einst mein Ende nahn: @So nimm dich meiner herzlich an, HUnd sey durch Christum, deinen Sohn, TMein Schirm, mein Schild und grosser Lohn! HTrost eines schwermüthigen Christen. PDu klagst, o Christ! in schweren Leiden, NUnd seufzest, daß der Geist der Freuden *Von dir gewichen ist. PDu klagst und rufst: Herr, wie so lange? NUnd Gott verzeucht, und dir wird bange, >Daß du von Gott verlassen bist. >Sind meine Sünden mir vergeben; DHat Gott mir Sünder Heil und Leben 0In seinem Sohn verliehn: FWo sind denn seines Geistes Triebe? DWarum empfind ich nicht die Liebe, @Und hoffe nicht getrost auf ihn? DMühselig, sprichst du, und beladen LHör ich den Trost vom Wort der Gnaden, 4Und ich empfind ihn nicht; DBin abgeneigt, vor Gott zu treten; LIch bet, und kann nicht gläubig beten; @Ich denke Gott, doch ohne Licht. HSonst war mirs Freude, seinen Willen Und sein Erbarmen suchen heißt. JVertrau auf Gott. Er wohnt bey denen, DDie sich nach seiner Hülfe sehnen; :Er kennt und will dein Glück. >Er höret deines Weinens Stimme; FVerbirgt er gleich in seinem Grimme Und sehn, was Gottes Gnade sey. @Vor Sicherheit dich zu bewahren, FLäßt er dich seine Streng erfahren, 6Und schickt dir diese Last. DEr reinigt dich wie Gold im Feuer, HMacht dir das Heil der Seele theuer, Erbarmet Gott sich über Sünder, 0Die seinen Namen scheun. JDein Seufzen ist ihm nicht verborgen. BSo fern der Abend ist vom Morgen, >Läßt er von dir die Sünde seyn. BZwar ist um Trost dir itzo bange; Dem, der durch sie geübet ward. BFahr fort zu beten und zu wachen. NGott ist noch mächtig in den Schwachen, *Ist Güte für und für. >Laß dir an seiner Gnade gnügen. TSein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: >Ich stärke dich, ich helfe dir! BAuf, fasse dich in deinen Nöthen! RSprich: Wollte mich der Herr auch tödten: 2So harr ich dennoch sein. JMir bleibt das Erbtheil der Erlösten; LUnd will mich Gott nicht eher trösten, BWird er mich doch im Tod erfreun. Osterlied. :Jesus lebt, mit ihm auch ich. BTod, wo sind nun deine Schrecken? >Er, er lebt, und wird auch mich Page 55 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html 6Von den Todten auferwecken. >Er verklärt mich in sein Licht; 4Dieß ist meine Zuversicht. :Jesus lebt, ihm ist das Reich 0Ueber alle Welt gegeben; Gott verstößt in Christo nicht; 4Dieß ist meine Zuversicht. >Jesus lebt, sein Heil ist mein; @Sein sey auch mein ganzes Leben. :Reines Herzens will ich seyn, 8Und den Lüsten widerstreben. >Er verläßt den Schwachen nicht; 4Dieß ist meine Zuversicht. 4Jesus lebt, ich bin gewiß, FNichts soll mich von Jesu scheiden, 6Keine Macht der Finsterniß, @Keine Herrlichkeit, kein Leiden. BEr giebt Kraft zu dieser Pflicht; 4Dieß ist meine Zuversicht. 6Jesus lebt, nun ist der Tod :Mir der Eingang in das Leben. 4Welchen Trost in Todesnoth 6Wird er meiner Seele geben, @Wenn sie gläubig zu ihm spricht: :Herr, Herr, meine Zuversicht! ,Betrachtung des Todes. LWie sicher lebt der Mensch, der Staub! @Sein Leben ist ein fallend Laub; JUnd dennoch schmeichelt er sich gern, @Der Tag des Todes sey noch fern. HDer @Der DDer DUnd Jüngling hofft des Greises Ziel, Mann noch seiner Jahre viel, Greis zu vielen noch ein Jahr, keiner nimmt den Irrthum wahr. PSprich nicht: Ich denk in Glück und Noth 8Im Herzen oft an meinen Tod. HDer, den der Tod nicht weiser macht, BHat nie mit Ernst an ihn gedacht. 8Wir leben hier zur Ewigkeit, BZu thun, was uns der Herr gebeut, BUnd unsers Lebens kleinster Theil Heißt eingedenk des Todes seyn; :Und wachsen in der Heiligung, 2Ist wahre Todserinnerung. BWie oft vergeß ich diese Pflicht! HHerr, geh mit mir nicht ins Gericht; HDrück selbst des Todes Bild in mich, Daß ich mein Herz mit jedem Tag @Vor dir, o Gott! erforschen mag, BOb Liebe, Demuth, Fried und Treu, FDie Frucht des Geistes, in ihm sey; :Daß ich zu dir um Gnade fleh, FStets meiner Schwachheit widersteh, DUnd einstens in des Glaubens Macht FMit Freuden ruf; Es ist vollbracht! JUm Ergebung in den göttlichen Willen. \O Herr, mein Gott! durch den ich bin und lebe, RGieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; 8Laß ewig deinen Willen mein, DUnd was du thust, mir theuer seyn! `Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb und Stärke. VDu, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Page 57 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html :Was zag ich einen Augenblick? RDu bist mein Gott, und willst mein Glück. VVon Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. \Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. PDu wogst mein Glück, du wogst mein Leid, FUnd was du schickst, ist Seligkeit. HGefällt es dir: so müsse keine Plage TSich zu mir nahn; gieb mir zufriedne Tage. @Allein vermehrts mein ewig Heil: HSo bleibe nur dein Trost mein Theil. VDu giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; XAus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. HIst nur mein Weh nicht meine Schuld: FSo zag ich nicht. Du giebst Geduld. `Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, XUnd willst du, Gott! mich rauhe Wege führen: LSo wirst du, denn du hörst mein Flehn, :Mir dennoch eine Hülf ersehn. XVielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. ^Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, >Und dieser ist im Glauben mein, LWie kann der Tod mir schrecklich seyn? Am neuen Jahre. LEr ruft der Sonn und schafft den Mond, 8Das Jahr darnach zu theilen; HEr schafft es, daß man sicher wohnt, 6Und heißt die Zeiten eilen; >Er ordnet Jahre, Tag und Nacht; LAuf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, >Ruhm, Preis und Dank ertheilen. BHerr, der da ist, und der da war! 0Von dankerfüllten Zungen Gieb Glück zu jeder guten That, JUnd laß dich, Gott, mit Heil und Rath 4Auf unsern Fürsten nieder; Daß Treu und Liebe bey uns sey; @Dieß, lieber Vater, dieß verleih 2In Christo, deinem Sohne. ,Der Schutz der Kirche. FWenn Christus seine Kirche schützt: .So mag die Hölle wüten. BEr, der zur Rechten Gottes sitzt, 6Hat Macht, ihr zu gebieten. *Er ist mit Hülfe nah; 4Wenn er gebeut, stehts da. 0Er schützet seinen Ruhm, 4Und hält das Christenthum: 2Mag doch die Hölle wüten! HGott sieht die Fürsten auf dem Thron .Sich wider ihn empören; @Denn den Gesalbten, seinen Sohn, 6Den wollen sie nicht ehren. 6Sie schämen sich des Worts, 6Des Heilands, unsers Horts; @Sein Kreuz ist selbst ihr Spott; .Doch ihrer lachet Gott. .Sie mögen sich empören! JDer Frevler mag die Wahrheit schmähn; :Uns kann er sie nicht rauben. @Der Unchrist mag ihr widerstehn; 6Wir halten fest am Glauben. 0Gelobt sey Jesus Christ! 2Wer hier sein Jünger ist, 4Sein Wort von Herzen hält, .Dem kann die ganze Welt 6Die Seligkeit nicht rauben. HAuf, Christen! die ihr ihm vertraut, BLaßt euch kein Drohn erschrecken! HDer Gott, der von dem Himmel schaut, 0Wird uns gewiß bedecken. *Der Herr Herr Zebaoth *Hält über sein Gebot, 0Gieb uns Geduld in Noth, 4Und Kraft und Muth im Tod; Bald das Geräusche dieser Welt; FBald kämpft in seinem eignen Herzen LEin Feind, der öfter siegt, als fällt; NBald sinkt er durch des Nächsten Schuld 4In Kummer und in Ungeduld. DHier, wo die Tugend öfters leidet, @Das Laster öfters glücklich ist, @Wo man den Glücklichen beneidet, 8Und des Bekümmerten vergißt; NHier kann der Mensch nie frey von Pein, JNie frey von eigner Schwachheit seyn. THier such ichs nur, dort werd ichs finden; FDort werd ich, heilig und verklärt, DDer Tugend ganzen Werth empfinden, DDen unaussprechlich grossen Werth; BDen Gott der Liebe werd ich sehn, 8Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. DDa wird der Vorsicht heilger Wille FMein Will und meine Wohlfahrt seyn; DUnd lieblich Wesen, Heil die Fülle Der Gottes Weg mich gehen hieß, 2Und ihn zu Millionenmalen BNoch segnen, daß er mir ihn wies; @Da find ich in des Höchsten Hand FDen Freund, den ich auf Erden fand, @Da ruft, o möchte Gott es geben! DVielleicht auch mir ein Selger zu: LHeil sey dir! denn du hast mein Leben, 6Die Seele mir gerettet; du! FO Gott, wie muß dieß Glück erfreun, 8Der Retter einer Seele seyn! DWas seyd ihr, Leiden dieser Erden, :Doch gegen jene Herrlichkeit, BDie offenbart an uns soll werden, 2Von Ewigkeit zu Ewigkeit? JWie nichts, wie gar nichts gegen sie, BIst doch ein Augenblick voll Müh! 6Geistliche Oden und Lieder. Vorrede. Wenn die Sprache der Poesie vorzüglich geschickt ist, die Einbildungskraft zu beleben, den Verstand auf eine angenehme Weise zu beschäfftigen, und dem Gedächtnisse die Arbeit zu erleichtern; wenn sie geschickt ist, das Herz in Bewegung zu setzen, und die Empfindungen der Freude, der Liebe, der Bewunderung, des Mitleidens, des Schmerzes zu erwecken, oder zu unterhalten: so ist es unstreitig eine grosse Pflicht der Dichter, diese Kraft der Poesie vornehmlich den Wahrheiten und Empfindungen der Religion zu widmen. Da überdieses der Gesang eine grosse Gewalt über unsre Herzen hat, und von gewissen Empfindungen ein eben so natürlicher Ausdruck ist, als es die Mienen und Geberden des Gesichts sind: so sollte man der Religion besonders diejenige Art der Poesie heiligen, die gesungen werden kann. Ich habe in den nachstehenden Oden und Liedern diese Pflicht zu erfüllen gesucht. Habe ich sie mit dem gehörigen Fleisse, und zugleich mit Glücke, ausgeübt; sind diese Gesänge oder doch nur einige derselben, geschickt, die Erbauung der Leser zu befördern, den Geschmack an der Religion zu vermehren und Herzen in fromme Empfindungen zu setzen: so soll mich der glückliche Erfolg meines Unternehmens mehr erfreuen, als wenn ich mir den Ruhm des größten Heldendichters, des beredtesten Weltweisen aller Nationen, ersiegt hätte. Scaliger sagt von einer gewissen Ode des Horaz, das er lieber der Verfasser derselben, als König in Arragonien seyn möchte. Ich weis alte Kirchengesänge, die ich mit ihren Melodien lieber verfertiget haben möchte, als alle Oden des Pindars und Horaz. Man wird es mir nicht zutrauen, daß ich die Meisterstücke des menschlichen Witzes verachte; aber wenn es selbst die heidnischen Dichter für eine Pflicht, oder für eine Ehre gehalten, die Poesie ihrer verderbten Religion zu widmen: sollten sichs christliche Dichter zu keiner Pflicht, zu keiner Ehre machen, für eine göttliche Religion zu dichten? v Vielleicht trägt die Geringschätzung, mit der die Welt auf ein geistliches Lied herabsieht, nicht wenig zur Verabsäumung dieser Pflicht bey. Aber sollen wir nur alsdann arbeiten, wenn der Ruhm und Beyfall der Welt sich zu unsrer Belohnung darbeut? Ist die Erfüllung seiner Pflicht nicht Ruhm genug, wenn auch alle Zungen der Menschen schwiegen? Ist der Beyfall seines Gewissens nicht Ehre genug, wenn uns auch die ganze Welt für einen fanatischen Geist Page 61 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html ansähe? Sollte die grosse Absicht, Weisheit und Tugend unter den Menschen auszubreiten, und die Ehre des Stifters unsrer Religion zu verherrlichen, kein Ruhm seyn, da nach demselben auch die Geister des Himmels, die so weit über uns erhaben sind, ringen? Ist der Vorwurf eines kleinen und einfältigen Geistes, eines Abergläubischen, oder Milzsüchtigen, den uns die Spötter machen können, ist er, aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, nicht der erhabenste Lobspruch für uns? Wer nicht groß genug ist, sich über diese falsche Schande hinwegzusetzen, der ist des Glückes werth, nur den Beyfall der Thoren und Leichtsinnigen zu haben. ¬ Zu der Verachtung der geistlichen Gesänge überhaupt tragen unstreitig die vielen schlechten Lieder dieser Gattung nicht wenig bey. Viele wackere und fromme Männer haben es gewagt, geistliche Lieder zu dichten, und ihren Eifer für die Geschicklichkeit zur Poesie angesehen. Aber wie die Frömmigkeit demjenigen, dem es an Kenntnissen der Staatskunst fehlet, nicht die Geschicklichkeit erteilen wird, in öffentlichen Geschäfften glücklich zu arbeiten: so wird auch ein frommer Mann, bloß darum, weil er fromm ist, noch nicht mit Glücke in der Poesie arbeiten, wenn er mit ihren Regeln nicht bekannt und mit keinem poetischen Genie begabt ist. Man kann ein sehr gutes Herz, auch Verstand und Wissenschaft, und doch einen übeln Geschmack besitzen. Man kann sich unnatürlich, unrichtig, abentheuerlich ausdrücken, wenn man von den heiligen Wahrheiten in der Sprache der Poesie reden will; und man kann es doch sehr gut meynen. Man kann wenn man, die Fesseln der Dichtkunst zu tragen, und die Menge ihrer Schwierigkeiten zu überwinden, nicht gewohnt ist, gezwungne, elende und frostige Lieder zur Andacht verfertigen, und doch ausserdem ein guter, ja gar ein grosser Redner seyn. Um desto mehr sollten diejenigen, die von der Natur die Gabe der Poesie empfangen haben, dieses Geschenke der Religion heiligen, da es nicht bloß auf unser gutes Herz, nicht bloß auf den Verstand und die Gelehrsamkeit, ja selbst nicht auf die Beredsamkeit allein ankömmt, wenn wir Gesänge der Religion verfertigen wollen. ¨ Noch eine Ursache, warum wir vielleicht in unsern Tagen mehr für die geistliche Poesie arbeiten sollten, ist diese, daß sich der Geschmack der Dichtkunst und Beredsamkeit in unserm Jahrhunderte sehr geändert hat. Vieles ist in der Sprache unsrer Väter, in ihrer Art zu denken, erlaubt, gebräuchlich und unanstößig gewesen, das es in unsern Tagen nicht mehr ist. Alle lebende Sprachen haben das Schicksal, daß sie sich ändern, wenn gleich nicht stets verbessern; daß Wörter veralten und ihren Werth verlieren, neue aufkommen und einen Werth erhalten, wenn er auch nur willkührlich seyn sollte. Endlich, wenn die Sitten feiner werden, so bekommen wir an einer nachläßigen, ungewählten und platten Schreibart einen Ekel. Dieser Ekel erstreckt sich auch auf die Schreibart in den Werken der Religion; und wir fangen an, oft die Uebungen der Andacht geringe zu schätzen, oder zu verachten, weil die Mittel, sie zu erwecken oder zu unterhalten, dem allgemeinen Geschmacke nicht mehr gemäß sind. Ich will diesen Ekel nicht ganz billigen; aber ich billige es auch nicht, daß man nicht eifriger ist, ihm vorzuwehren. Haben wir nicht eine Menge guter alter Predigten, und warum druckt man so viel neue mit Rechte? Der Geschmack in der Beredsamkeit hat sich geändert und gebessert; und viele können die rauhe und unbearbeitete Sprache und den sorglosen Ausdruck unsrer Väter nicht mehr dulden. Aus eben diesem Grunde wird man auch in der geistlichen Poesie, wenigstens wegen des gesittetern Theils unsrer Nation, neue Versuche wagen müssen; ob es gleich gewiß bleibt, daß wir viel schöne Lieder haben, die in hundert Jahren noch eben so verständlich und geistreich seyn werden, als sie vor hundert oder zweyhundert Jahren waren. Wer diese verdrängt, um nur neuere dafür unterzuschieben, der ist gegen unsre Väter undankbar, und gegen die Erbauung, welche sie schaffen, unempfindlich. Viele alte Lieder sind auch nur stellenweise verwerflich; und wäre zu wünschen, daß die Verbesserung derselben weniger Schwierigkeiten ausgesetzet seyn möchte. Ich glaube nicht, um nur ein Beyspiel anzuführen, daß unsre Väter durch die Stelle des Abendliedes: 6Oeffne deiner Güte Fenster, .Sende deine Wach herab, Page 62 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html JDaß die schwarzen Nachtgespenster &c. H sind beleidiget worden; aber ich glaube, daß sie in unsern Tagen beleidiget. Das Platte in der geistlichen Poesie ist weder die Schuld unsrer Sprache, noch der Andacht. Luther hat in seinen herrlichen Liedern die Sprache meistens glücklich gewählt, so entfernt er auch von unsern Tagen gewesen ist. Es ist auch nicht die Härte der alten Sprache, welche Leser von Geschmacke beleidiget, sondern das gezwungne, frostige, abentheuerliche Harte; nicht die Versetzung der Wörter, sondern die unnöthige und armselige Verwerfung. Man lese folgende Stelle: NEs ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab, JMein Leib, Seel und alls, was ich hab ,In diesem armen Leben; @Damit ichs brauch zum Lobe dein, LZum Nutz und Dienst des Nächsten mein, :Wollst mir deine Gnade geben! $ Sie hat viel Hartes nach unsrer itzigen Mundart und uns ungewöhnliche Verssetzungen; und dennoch, wer kann sie ohne Bewegung, ohne daß er fühlt, wie seine Seele von Dank und Demuth durchdrungen wird, singen oder lesen? Sie ist mehr werth, als ganze Bände neuer Lieder, die kein andres Verdienst haben, als daß sie rein sind. Und warum ist diese Stelle, ungeachtet ihrer Härte, so schön? Weil der Ausdruck stark und kräftig, weil der Innhalt des Gedankens groß, und doch der Gedanke nicht ausgedehnt ist; weil die Kürze und der Nachdruck das Harte entschuldigen; weil die Versetzungen der Deutlichkeit nicht schaden, sondern mehr die Aufmerksamkeit befördern. Aus den guten geistlichen Gesängen, die wir haben, und überhaupt aus der Natur derjenigen Gattung von Gedichten, die dem Gesange gewidmet sind, ist es leicht, sich die Regeln von dieser Art der geistlichen Poesie zu entwerfen. Es muß eine allgemeine Deutlichkeit darinne herrschen, die den Verstand nährt, ohne ihm Ekel zu erwecken; eine Deutlichkeit, die nicht von dem Matten und Leeren, sondern von dem Richtigen entsteht. Es muß eine gewisse Stärke des Ausdrucks in den geistlichen Gesängen herrschen, die nicht so wohl die Pracht und der Schmuck der Poesie, als die Sprache der Empfindung, und die gewöhnliche Sprache des denkenden Verstandes ist. Nicht das Bilderreiche, nicht das Hohe und Prächtige der Figuren ist das, was sich gut singen und leicht in Empfindung verwandeln läßt. Die Einbildungskraft wird oft so sehr davon erfüllt, daß das Herz nichts empfängt. Es muß in geistlichen Liedern zwar die übliche gewählte Sprache der Welt herrschen; aber noch mehr, wo es möglich ist, die Sprache der Schrift; diese unnachahmliche Sprache, voll göttlicher Hoheit und entzückender Einfalt. Oft ist der Ausdruck der Lutherischen Uebersetzung selbst der kräftigste; oft giebt das Alterthum desselben der Stelle des Liedes eine feyerliche und ehrwürdige Gestalt; oft werden die Wahrheiten, Lehren, Verheissungen, Drohungen der Religion dadurch am gewissesten in das Gedächtniß zurück gerufen, oder die Vorstellung davon am lebhaftesten in unserm Verstande erneuert. Ja, oft können auch selbst die Stellen und Ausdrücke der Schrift durch den Zusammenhang, in den sie der Liederdichter bringt, eine Art von Commentario erhalten, der für die Menge vielleicht sehr nöthig ist. ú Es giebt eine doppelte Gattung der geistlichen Oden; zu der einen gehören die Lehroden, zu der andern die Oden für das Herz. Wir benennen sie so, nachdem mehr Unterricht, oder mehr Empfindung darinne herrschet. Es wird also auch eine doppelte Schreibart dieser Oden geben. In den Lehroden wird Deutlichkeit und Kürze vornehmlich herrschen müssen; in der andern Gattung die Sprache des Herzens, die lebhafte, gedrungne, feurige und doch stets verständliche Sprache. Das der Verstand in den Liedern unterrichtet und genährt werde, ist eine sehr nothwendige Pflicht, wenn man die unrichtigen Begriffe, die sich die Menge von der Religion macht, den Mangel der Kenntniß in den Wahrheiten derselben, und die täglichen Zerstreuungen bedenkt, unter Page 63 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html denen unsre Einsicht in der Religion, oft Sätze, oft Bestimmungen und Beweise, oft wenigstens den Eindruck und die lebhafte Vorstellung davon verliert. & Die Lieder für das Herz, denen der Gesang vorzüglich eigen ist, müssen so beschaffen seyn, daß sie uns alles, was erhaben und rührend in der Religion ist, fühlen lassen; das Heilige des Glaubens, das Göttliche der Liebe, das Heldenmüthige der Selbstverleugnung, das Grosse der Demuth, das Liebenswürdige der Dankbarkeit, das Edle des Gehorsams gegen Gott und unsern Erlöser, das Glück, eine unsterbliche, zur Tugend und zum ewigen Leben erschaffne und erlöste Seele zu haben; daß sie uns die Schändlichkeit des Lasters, das Thierische der Lüste und Sinnlichkeit, das Niederträchtige des Geizes, das Kleine der Eitelkeit, das Schreckliche der Wollust, mit einem Worte, die Reizungen der Tugend und die Häßlichkeit des Lasters empfinden lassen; der Tugend, wie sie von Gott geliebt, befohlen, zu unserm Glücke befohlen wird; des Lasters, wie es vor Gott ein Aufruhr, für uns Schande, zeitliches Elend, ewige Pein ist. Z Da die geistlichen Gesänge nicht wie die andern Arten der Poesie das Vergnügen zu ihrer Hauptabsicht haben: so soll man für den Wohlklang weniger besorgt seyn, als für das Nachdrückliche und Kräftige. Das Ohr leide bey einer kleinen Härte, bey einem abgerißnen e, bey einem nicht ganz reinen Reime; wenn nur das Herz dabey gewinnt. Ein kleiner Fehler, ohne den eine größre Schönheit nicht wohl erreicht werden kann, hört auf an demselbigen Orte ein Fehler zu seyn. Dadurch will ich aber weder meinen Freyheiten eine Schutzrede halten, noch junge Dichter in der Nachläßigkeit des Wohlklanges und Versbaues bestärken. Genug, daß ich die Pflichten der Ausbesserung bey diesen Gesängen eben so wenig vergessen habe, als bey meinen übrigen Gedichten. Dieß Zeugniß, wenn ich mirs nicht selbst geben darf, können mir doch meine Freunde geben. Kommen in diesen Liedern hin und wieder ähnliche Ausdrücke und einerley biblische Stellen vor: so rechtfertiget entweder der Innhalt diese Freyheit, oder der Gedanke, daß Ein Lied für sich ein Ganzes ist, das man in einer Sammlung, als von den andern abgesondert, betrachten muß. Bey den meisten dieser Lieder habe ich auf Kirchenmelodien zurückgesehen, von denen ich zu Ende des Werkes ein Verzeichniß angehangen; und wie die Declamation des Redners seiner Rede das Leben giebt, so giebt oft die Melodie erst dem Liede seine ganze Kraft. Vieles wird durch den Gesang eindringender und sanfter, als es im Lesen war; und viele Lieder müssen aus diesem Gesichtspunkte am meisten betrachtet werden. Sind endlich die gegenwärtigen nicht alle im eigentlichen Verstande zum Singen geschickt: so wird es doch genug Belohnung für mich seyn, wenn sie sich mit Erbauung lesen lassen. :Leipzig, im Monat März, 1757. Bitten. @Gott, deine Güte reicht so weit, 2So weit die Wolken gehen; BDu krönst uns mit Barmherzigkeit, 6Und eilst, uns beyzustehen. NHerr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, NVernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; 8Denn ich will vor dir beten! 8Ich bitte nicht um Ueberfluß 2Und Schätze dieser Erden. >Laß mir, so viel ich haben muß, 2Nach deiner Gnade werden. FGieb mir nur Weisheit und Verstand, HDich, Gott, und den, den du gesandt, 8Und mich selbst zu erkennen. @Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, Page 64 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html 8So sehr sie Menschen rühren; 4Des guten Namens Eigenthum :Laß mich nur nicht verlieren. FMein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, So bitt ich dich, Herr Zebaoth, 6Auch nicht um langes Leben. >Im Glücke Demuth, Muth in Noth, 2Das wollest du mir geben. @In deiner Hand steht meine Zeit; Und rief: O Herr, errette mich! NDa half mir Gott, der Mächtige, wieder, Womit mich deine Hand beglückt. JDir dank ich für die Güter der Erden, Nach einer Prüfung weniger Tage 8Erhebt er uns zur Seligkeit. HVergiß nicht deines Gottes, o Seele! @Vergiß nicht, was er dir gethan. >Verehr und halte seine Befehle, Und klage deine Noth dem Herrn. LWelch Glück, so hoch geehrt zu werden, >Und im Gebet vor Gott zu stehn! FDer Herr des Himmels und der Erden, @Bedarf der eines Menschen Flehn? PSagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? DIst des Gebetes Frucht nicht dein? LWer sich der Pflicht zu beten schämet, NDer schämt sich, Gottes Freund zu seyn. HSein Glück von seinem Gott begehren, FIst dieß denn eine schwere Pflicht? @Und seine Wünsche Gott erklären, Im Fleiß zu allen guten Werken, FIst diese Pflicht für dich betrübt? BBet oft in Einfalt deiner Seelen; RGott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. @Wie können dir die Worte fehlen, DWofern dein Herz dich beten heißt? HNicht Töne sinds, die Gott gefallen, DNicht Worte, die die Kunst gebeut. RGott ist kein Mensch. Ein gläubig Lallen, :Das ist vor ihm Beredsamkeit. Page 66 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html HWer das, was uns zum Frieden dienet, BIm Glauben sucht, der ehret Gott. @Wer das zu bitten sich erkühnet, HWas er nicht wünscht, entehret Gott. HWer täglich Gott die Treue schwöret, DUnd dann vergißt, was er beschwur; LUnd klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, BDer spottet seines Schöpfers nur. PBet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, FWie freundlich er, dein Vater, ist. HBet oft zu Gott, und fühl in Leiden, BWie göttlich er das Leid versüßt. JBet oft, wenn dich Versuchung quälet; RGott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. LBet oft, wenn innrer Trost dir fehlet; FEr giebt den Müden Stärk und Kraft. Die Kräfte der zukünftgen Welt. >Ein Glück von Millionen Jahren, NWelch Glück! Doch ists von jenem Glück, BDas dem der Herr wird offenbaren, HDer ihm hier dient, kein Augenblick. JBet oft; durchschau mit heilgem Muthe 8Die herzliche Barmherzigkeit BDeß, der mit seinem theuren Blute DDie Welt, der Sünder Welt befreyt. FNie wirst du dieses Werk ergründen; >Nein, es ist eines Gottes That. FErfreu dich ihrer, rein von Sünden, >Und ehr im Glauben Gottes Rath. @Bet oft; entdeck am stillen Orte >Gott ohne Zagen deinen Schmerz. JEr schließt vom Herzen auf die Worte, DNicht von den Worten auf das Herz. PNicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, HNicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, TNicht dein Gelübd rührt Gott; dein Sehnen, DDein Glaub an ihn und seinen Sohn. FBet oft; Gott wohnt an jeder Stäte, 6In keiner minder oder mehr. JDenk nicht: Wenn ich mit vielen bete: Auch öffentlich Gott anzuflehn, @Und seinen Namen mit den Seinen, Die Gottes Hand dir anvertraut. HKein Knecht des Hauses müsse fehlen; FEr ist ein Christ, und werd erbaut! BBet oft zu Gott für deine Brüder, DFür alle Menschen, als ihr Freund; FDenn wir sind Eines Leibes Glieder; HEin Glied davon ist auch dein Feind. HBet oft; so wirst du Glauben halten, BDich prüfen, und das Böse scheun, BAn Lieb und Eifer nicht erkalten, Und nimm an meiner Gnade Theil. "Prüfung am Abend. hDer lWie ^Hab pHab Tag hab ich ich ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens, mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? jWars in der Furcht des Herrn, das ich ihn angefangen? ^Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, fAls ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, hUnd züchtig, und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? \Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, pDurch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; dMir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, nWeil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? `Wie hab ich hHat mich im hErfreut ich fUnd hab ich diesen Tag mein Stillen oft ein mich des Herrn, im Vertraun auf eigen Herz regieret? Blick auf Gott gerühret? der unser Flehn bemerkt? ihn mein Herz gestärkt? \Dacht ich bey dem Genuß der Güter dieser Erden fAn den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? bVerehrt ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? fTrug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? dUnd wie genoß mein Herz des Umgangs süsse Stunden? €Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? €War auch mein Ernst noch sanft, mein Schmerz noch unschuldsvoll? `Und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? jHab jSie lWar bEin ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, durch mein Beyspiel still zum Guten unterrichtet? zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm? jWar mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? bBestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? ^Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, dBin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? jGott, der du alles weißt, was könnt ich dir verhelen? jIch fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. jVergieb durch Christi Blut mir die verletzte Pflicht; ^Vergieb, und gehe du nicht mit mir ins Gericht. `Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken; tDu liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. \Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; jLeb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! Gelassenheit. :Was ists, das ich mich quäle? 2Harr Seiner, meine Seele, .Harr und sey unverzagt! >Du weist nicht, was dir nützet; Page 69 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html @Gott weis es, und Gott schützet, HEr schützet den, der nach ihm fragt. *Er zählte meine Tage, 6Mein Glück und meine Plage, 2Eh ich die Welt noch sah. >Eh ich mich selbst noch kannte, 0Eh ich ihn Vater nannte, >War er mir schon mit Hülfe nah. 4Die kleinste meiner Sorgen :Ist dem Gott nicht verborgen, 2Der alles sieht und hält; 4Und was er mir beschieden, 8Das dient zu meinem Frieden, FWärs auch die größte Last der Welt. 2Ich lebe nicht auf Erden, 8Um glücklich hier zu werden; 4Die Lust der Welt vergeht. .Ich lebe hier, im Segen :Den Grund zum Glück zu legen, DDas ewig, wie mein Geist, besteht. 6Was dieses Glück vermehret, 2Sey mir von dir gewähret! 4Gott, du gewährst es gern. 6Was dieses Glück verletzet, Sind auch der Krankheit Plagen, 8Der Mangel schwer zu tragen, 8Noch schwerer Haß und Spott: 6So harr ich, und bin stille >Zu Gott; denn nicht mein Wille, @Dein Wille nur, gescheh, o Gott! 2Du bist der Müden Stärke, ,Und aller deiner Werke ,Erbarmst du ewig dich. 2Was kann mir widerfahren; :Wenn Gott mich will bewahren; BUnd er, mein Gott, bewahret mich. Die Wachsamkeit. LNicht, daß ichs schon ergriffen hätte; JDie beste Tugend bleibt noch schwach; @Doch, daß ich meine Seele rette, @Jag ich dem Kleinod eifrig nach. 8Denn Tugend ohne Wachsamkeit BVerliert sich bald in Sicherheit. @So lang ich hier im Leibe walle, NBin ich ein Kind, das strauchelnd geht. @Der sehe zu, daß er nicht falle, TDer, wenn sein Nächster fällt, noch steht. 8Auch die bekämpfte böse Lust HStirbt niemals ganz in unsrer Brust. Page 70 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html @Nicht jede Besserung ist Tugend; DOft ist sie nur das Werk der Zeit. 8Die wilde Hitze roher Jugend @Wird mit den Jahren Sittsamkeit; Erweckten dir so manchen Feind; LDu wirst behutsam, schränkst dich ein, \Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. PDu denkst, weil Dinge dich nicht rühren, DDurch die der Andern Tugend fällt: HSo werde nichts dein Herz verführen; >Doch jedes Herz hat seine Welt. PDen, welchen Stand und Gold nicht rührt, JHat oft ein Blick, ein Wort verführt, NOft schläft der Trieb in deinem Herzen. LDu scheinst von Rachsucht dir befreyt; RItzt sollst du eine Schmach verschmerzen, PUnd sieh, dein Herz wallt auf und dräut, DUnd schilt so lieblos und so hart, Das Herz im Stillen tugendhaft. DKaum lachet uns die Welt entgegen: @So regt sich unsre Leidenschaft. @Wir werden im Geräusche schwach, @Und geben endlich strafbar nach. HDu opferst Gott die leichtern Triebe @Durch einen strengen Lebenslauf; FDoch opferst du, wills seine Liebe, BIhm auch die liebste Neigung auf? @Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, FDie sich der Christ entreissen muß. LDu fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, HDie Welt, und liebst die Einsamkeit; HDoch bist du, forderts Gottes Wille, @Auch dieser zu entfliehn bereit? NDein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank? DFliehts Unmuth auch und Müßiggang? LDu bist gerecht; denn auch bescheiden? FLiebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? FDu dienest gern, wenn Andre leiden; Page 71 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html JVergiebst du Feinden auch die Schuld? BVon allen Lastern sollst du rein, 8Zu aller Tugend willig seyn. LSey nicht vermessen! Wach und streite; JDenk nicht, daß du schon gnug gethan. FDein Herz hat seine schwache Seite, LDie greift der Feind der Wohlfahrt an. DDie Sicherheit droht dir den Fall; >Drum wache stets, wach überall! (Wider den Uebermuth. fWas ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? *Ein unverdientes Gut. ZBewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe, 0Vor Stolz und Uebermuth. xWenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nütze; .Wer gab mir Kraft dazu? hUnd wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besitze; 0Wer gab mir ihn, als du? lWenn mir ein grösser Glück, als ihn erfreut, begegnet; 4Bin ich ein beßrer Knecht? dGiebt deine Gütigkeit, die mich vor Andern segnet, :Mir wohl zum Stolz ein Recht? fWenn ich, geehrt und groß, in Würden mich erblicke; .Gott, wer erhöhte mich? pIst nicht mein Nächster oft, bey seinem kleinern Glücke, .Viel würdiger, als ich? `Wie könnt ich mich, o Gott! des Guten überheben, 8Und meines schwachen Lichts? pWas ich besitz, ist dein. Du sprichst! so bin ich Leben; >Du sprichst! so bin ich Nichts. XVon dir kömmt das Gedeyn, und jede gute Gabe 2Von dir, du höchstes Gut! ZBewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe! 0Vor Stolz und Uebermuth. @Beständige Erinnerung des Todes. NWas sorgst du ängstlich für dein Leben? 6Es Gott gelassen übergeben, @Ist wahre Ruh und deine Pflicht. JDu sollst es lieben, weislich nützen, HEs dankbar, als ein Glück, besitzen, DVerlieren, als verlörst dus nicht. TDer Tod soll dich nicht traurig schrecken; FDoch dich zur Weisheit zu erwecken, BSoll er dir stets vor Augen seyn. HEr soll den Wunsch zu leben mindern, TDoch dich in deiner Pflicht nicht hindern, BVielmehr dir Kraft dazu verleihn. BErmattest du in deinen Pflichten: Page 72 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html BSo laß den Tod dich unterrichten, 6Wie wenig deiner Tage sind. RSprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? >Nein, meine Zeit, es auszuüben, LIst kurz, und sie verfliegt geschwind. DDenk an den Tod, wenn böse Triebe, BWenn Lust der Welt und ihre Liebe Dann ist ein unbeflecktes Erbe, FDann ist der Himmel Reichthum mein. HDenk an den Tod, wenn Leiden kommen; DSprich: alle Trübsal eines Frommen HIst zeitlich, und im Glauben leicht. >Ich leide; doch von allem Bösen JWird mich der Tod bald, bald erlösen; DEr ists, der mir die Krone reicht. FDenk an den Tod, wenn freche Rotten HDes Glaubens und der Tugend spotten, DUnd Laster stolz ihr Haupt erhöhn. \Sprich bey dir selbst: Gott trägt die Frechen; LDoch endlich kömmt er, sich zu rächen, BUnd plötzlich werden sie vergehn. NDenk an den Tod zur Zeit der Schrecken, DWenn Pfeile Gottes in dir stecken; BDu rufst, und er antwortet nicht. JSprich: Sollte Gott mich ewig hassen? LEr wird mich sterbend nicht verlassen; BDann zeigt er mir sein Angesicht. 8So suche dir in allen Fällen FDen Tod oft, lebhaft, vorzustellen; LSo wirst du ihn nicht zitternd scheun; FSo wird er dir ein Trost in Klagen, BEin weiser Freund in guten Tagen, Page 73 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html DEin Schild in der Versuchung seyn. Osterlied. BErinnre dich, mein Geist, erfreut @Des hohen Tags der Herrlichkeit; @Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Macht, Ruhm und Hoheit immerdar @Dem, der da ist, und der da war! 2Sein Name sey gebenedeyt, 6Von nun an bis in Ewigkeit; Den Menschenhaß; was würdest du 0Von diesem Gotte denken? JGott will, wir sollen glücklich seyn, 0Drum gab er uns Gesetze. DSie sind es, die das Herz erfreun, 8Sie sind des Lebens Schätze. DEr redt in uns durch den Verstand, >Und spricht durch das Gewissen, >Was wir, Geschöpfe seiner Hand, 6Fliehn, oder wählen müssen. FIhn Dein Gott und Herr und Meister. @Dich müsse nie des Frechen Spott 2Auf diesem Pfade hindern; BDer wahre Ruhm ist Ruhm bey Gott, Und Kräfte der zukünftgen Welt, .Die werden ihn beleben. FUnd endlich, Christ, sey unverzagt, Stets neue Schwachheit drücket. JGott sieht nicht auf die That allein, 6Er sieht auf deinen Willen. DEin göttliches Verdienst ist dein! 8Dieß muß dein Herze stillen. Die Güte Gottes. DWie groß ist des Allmächtgen Güte! PIst der ein Mensch, den sie nicht rührt? 6Der mit verhärtetem Gemüthe FDen Dank erstickt, der ihm gebührt? So lang ich dieß Gebot erfülle, DStell ich sein Bildniß in mir her. @Lebt seine Lieb in meiner Seele: HSo treibt sie mich zu jeder Pflicht. NUnd ob ich schon aus Schwachheit fehle, JHerrscht doch in mir die Sünde nicht. >O Gott! laß deine Güt und Liebe 8Mir immerdar vor Augen seyn! DSie stärk in mir die guten Triebe, >Mein ganzes Leben dir zu weihn. NSie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; FSie leite mich zur Zeit des Glücks; >Und sie besieg in meinem Herzen FDie Furcht des letzten Augenblicks. LDas natürliche Verderben des Menschen. dWer bin ich von Natur, wenn ich mein Innres prüfe? VO wie viel Greul läßt mich mein Herze sehn! bEs ist verderbt; darum verbirgt mirs seine Tiefe, RUnd weigert sich, die Prüfung auszustehn. nDer Weisheit erster Schritt ist, seine Thorheit kennen; \Und diesen Schritt, wie oft verwehrt mirs ihn! tVoll Eigenlieb und Stolz will sichs nicht strafbar nennen, \Der Reu entgehn, doch nicht den Fehler fliehn. dWahr ists, ich find in mir noch redendes Gewissen, ZIn der Vernunft noch Kenntniß meiner Pflicht. Page 77 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html jIch kann mein Auge nie der Tugend ganz verschliessen, \Und oft scheint mir ein Stral von ihrem Licht. rDoch schwaches Licht, das mir den Reiz der Tugend zeiget, ZUnd vom Verstand nicht bis zum Herzen dringt! `Vergebens lehret er, das Herz bleibt ungebeuget, RHat sein Gesetz, und folgt ihm unbedingt. jEin Richter in mir selbst stört oft des Herzens Ruhe; ZEr klagt mich an. Ich steh erschrocken still, \Und billige nicht mehr das Böse, das ich thue, LUnd thue nicht das Gute, das ich will. fVerstellung, die ich doch an meinem Nächsten hasse, NErlaub ich mir, und halt es für Gewinn, fWenn ich im falschen Licht mich Andern sehen lasse, `Und scheinen kann, was ich mir selbst nicht bin. ^Ich weis, daß der Besitz der Güter dieser Erden NDer Seele nie das wahre Glück verleiht; pDoch bleiben sie mein Wunsch; und um beglückt zu werden, LErring ich mir die Last der Eitelkeit. fIch weis, wie groß es sey, aus Ueberlegung handeln, LUnd handle doch aus sinnlichem Gefühl. xDurch falschen Schein getäuscht, eil ich, ihm nachzuwandeln, \Und Leidenschaft und Irrthum steckt mein Ziel. ZEin gegenwärtig Gut versäum ich zu geniessen, dFlieh, was mich sucht, und suche, was mich flieht. bIm Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen, DUnd ohne Ruh um Ruhe stets bemüht. nMein Nächster hat ein Recht auf viele meiner Pflichten; ZDoch wird dieß Recht so oft von mir entweiht. nVersagt er mir die Pflicht; so eil ich, hin zu richten; JUnd sein Versehn ist Ungerechtigkeit. lNicht Liebe gegen Gott heißt mich dem Nächsten dienen, JMehr Eigenlieb und niedrer Eigennutz. dAus ihnen fließt Betrug, Verstellung; und in ihnen ^Findt Neid und Haß, und Stolz und Härte Schutz. hGott ehren ist mein Ruf. Wenn ich den Ruf betrachte, TWas find ich da für Mängel meiner Pflicht! bDie Wunder der Natur, die Gott zu Lehrern machte, TStehn vor mir da, und diese hör ich nicht. rUnd bAuf nDas RUnd heißt ihr Anblick mich auf seine Weisheit schliessen, Güt und Macht: so schließt nur mein Verstand. Herz bleibt ungerührt, betäubt bleibt das Gewissen, Gott, mein Herr und Vater, unbekannt. hEr schenkt mir so viel Guts. Gebrauch ich seine Güte NZu meinem Glück; und geb ich ihr Gehör? xNein, durch den Mißbrauch selbst verschließ ich mein Gemüthe JDer Dankbarkeit und Liebe desto mehr. jOft sagt mir mein Verstand, daß des Allmächtgen Gnade RDas größte Gut, der Trost des Lebens ist, Page 78 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html ^Und welche Schulden ich auf mein Gewissen lade, ZWenn sie mein Herz für Menschengunst vergißt! pUnd RDir hFür PFür doch, o Gott! wie oft geb ich dieß Glück der Seelen, werth zu seyn, für kindischen Gewinn, einen Ruhm der Welt, für Lüste, die mich quälen, Eitelkeit, und für ein Nichts dahin! dGott ist der Herr der Welt; auf seine Hülfe bauen, ZIst meine Pflicht. Doch wenn gehorch ich ihr? vBald bebt mein Herz vor Furcht, und bald ist das Vertrauen, TDas mich beseelt, nur ein Vertraun zu mir. pDieß ist des Menschen Herz. Wer hat dieß Herz verheeret? RSo kam es nicht, o Gott! aus deiner Hand. lDer Mensch durch eigne Schuld hat seine Würd entehret; ZUnd beides fiel, sein Herz und sein Verstand. xDoch so verderbt wir sind, so schwach, uns selbst zu heilen; NSo steuert Gott doch der Verdorbenheit, jLäßt durch sein heilig Wort uns neue Kraft ertheilen, TLicht der Vernunft, dem Herzen Reinigkeit. nUnd du willst dieser Kraft, o Mensch! dich widersetzen? LSie beut sich an, du aber wehrest ihr? vUnd willst des größten Glücks dich selber unwerth schätzen? TErkenne Gott, noch steht dem Heil bey dir! (Der Weg des Frommen. dWer Gottes Wege geht, nur der hat grossen Frieden, :Er widersteht der bösen Lust; xEr kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, Und sieh, Herr, wie ichs meyne. FIch denk an deines Leidens Schmerz, 2An deine Lieb, und weine. Welch Wunder der Barmherzigkeit 4Hast du der Welt erwiesen! @Wenn hab ich dieß genug bedacht, >Und dich aus aller meiner Macht ,Genug dafür gepriesen? LRath, Kraft, und Friedefürst und Held! Des Zornes Gottes Stund ist da, 6Und Schrecken strömen über. HDu zagst, und fühlst der Höllen Weh: <»Ists möglich, Vater, o so geh 6Der Kelch vor mir vorüber!« XDein Schweiß wird Blut; du ringst und zagst, 8Und fällst zur Erden nieder; RDu, Sohn des Höchsten, kämpfst, und wagst .Die erste Bitte wieder. NDu fühlst, von Gott gestärkt im Streit, :Die Schrecken einer Ewigkeit, 0Und Strafen sonder Ende. NAuf dich nimmst du der Menschen Schuld, @Und giebst mit göttlicher Geduld 2Dich in der Sünder Hände. >Du trägst der Missethäter Lohn, 4Und hattest nie gesündigt; »Ich ruf und du antwortest nie, 0Und mich verlassen alle. 8In meinem Durste reichen sie .Mir Eßig dar und Galle. NWie Wachs zerschmelzt in mir mein Herz. HSie sehn mit Freuden meinen Schmerz, 2Die Arbeit meiner Seelen. >Warum verläßt du deinen Knecht? PMein Gott! mein Gott! ich leid und möcht 2All mein Gebeine zählen.« PDu neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. @Du stirbst! die Erd erschüttert. >Die Arbeit hab ich dir gemacht. 4Herr, meine Seele zittert. FWas ist der Mensch, den du befreyt? @O wär ich doch ganz Dankbarkeit! 8Herr, laß mich Gnade finden. 8Und deine Liebe dringe mich, DDaß ich dich wieder lieb, und dich 0Nie kreuzige mit Sünden! :Welch Warten einer ewgen Pein 8Für die, die dich verachten; BDie, solcher Gnade werth zu seyn, :Nach keinem Glauben trachten! Page 81 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html HFür FUnd .Als PWer VWer 6Ihm die, die dein Verdienst gestehn, dich durch ihre Laster schmähn, einen Sünderdiener! dich nicht liebt, kömmt ins Gericht. nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; bist du kein Versühner. FDu hasts gesagt. Du wirst die Kraft 6Zur Heiligung mir schenken. RDein Blut ists, das mir Trost verschafft, :Wenn mich die Sünden kränken. :Laß mich im Eifer des Gebets, BLaß mich in Lieb und Demuth stets 0Vor dir erfunden werden. JDein Heil sey mir der Schirm in Noth, NMein Stab im Glück, mein Schild im Tod, :Mein letzter Trost auf Erden! &Der thätige Glaube. PWer Gottes Wort nicht hält, und spricht: 6Ich kenne Gott! der trüget; DIn solchem ist die Wahrheit nicht, :Die durch den Glauben sieget. FWer aber sein Wort gläubt und hält, JDer ist von Gott, nicht von der Welt. DDer Glaube, den sein Wort erzeugt, 4Muß auch die Liebe zeugen. @Je höher dein Erkenntniß steigt, 6Je mehr wird diese steigen. DDer Glaub erleuchtet nicht allein; JEr stärkt das Herz und macht es rein. >Durch Jesum rein von Missethat, 6Sind wir nun Gottes Kinder. >Wer solche Hoffnung zu ihm hat, >Der flieht den Rath der Sünder; NFolgt Christi Beyspiel, als ein Christ, DUnd reinigt sich, wie Er rein ist. Und steure deiner Sinnlichkeit. BLaß nicht dein Auge dir gebieten; BUnd sey, die Wollust zu verhüten, DStets schamhaft gegen deinen Leib. NEntflieh des Witzlings freyen Scherzen, >Und such im Umgang edler Herzen JDir Beyspiel, Witz, und Zeitvertreib. LDer Mensch, zu Fleiß und Arbeit träge, Entzieh der Wollust ihre Kräfte >Im Schweisse deines Angesichts. JErwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen; JSo wach auch du, ihn früh zu dämpfen, @Eh er die Freyheit dir verwehrt. BIhn bald in der Geburt ersticken, TIst leicht; schwer ists, ihn unterdrücken, BWenn ihn dein Herz zuvor genährt. FOft kleiden sich des Lasters Triebe >In die Gestalt erlaubter Liebe, DUnd du erblickst nicht die Gefahr. HEin langer Umgang macht dich freyer; @Und oft wird ein verbotnes Feuer LAus dem, was Anfangs Freundschaft war. NDein fühlend Herz wird sichs verzeihen; JEs wird des Lasters Ausbruch scheuen, Und kleine Fehler dir erlauben, Und ohne daß wir sie vollenden, DVerletzen wir schon unsre Pflicht. DWenn du vor ihnen nicht erröthest, PNicht durch den Geist die Lüste tödtest; FSo rühme dich der Keuschheit nicht! Page 83 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html HErfülle dich, scheinst du zu wanken, >Oft mit dem mächtigen Gedanken: BDie Unschuld ist der Seele Glück. BEinmal verscherzt und aufgegeben, BVerläßt sie mich im ganzen Leben, @Und keine Reu bringt sie zurück. FDenk oft bey dir: Der Wollust Bande HSind nicht nur dem Gewissen Schande, JSie sind auch vor der Welt ein Spott, FUnd könnt ich auch in Finsternissen PDen Greul der Wollust ihr verschliessen: FSo sieht und findet mich doch Gott. DDie Wollust kürzt des Lebens Tage, Und seine Kräfte sind verzehrt. BVerwesung schändet sein Gesichte, LUnd predigt schrecklich die Geschichte BDer Lüste, die den Leib verheert. FSo rächt die Wollust an den Frechen @Früh oder später die Verbrechen, DUnd züchtigt dich mit harter Hand. FIhr Gift wird dein Gewissen quälen; HSie raubet dir das Licht der Seelen, Den Adel, welchen Gott ihm gab; 8Und unter deiner Lüste Bürde DSinkst du von eines Menschen Würde BZur Niedrigkeit des Thiers herab. DDrum fliehe vor der Wollust Pfade, @Und wach und rufe Gott um Gnade, :Um Weisheit in Versuchung an. BErzittre vor dem ersten Schritte; HMit ihm sind schon die andern Tritte 6Zu einem nahen Fall gethan. Morgengesang. HMein erst Gefühl sey Preis und Dank; .Erheb ihn, meine Seele! >Der Herr hört deinen Lobgesang; 2Lobsing ihm, meine Seele! HMich selbst zu schützen, ohne Macht, >Lag ich und schlief im Frieden. JWer schafft die Sicherheit der Nacht, .Und Ruhe für die Müden? Page 84 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html PWer wacht, wenn ich von mir nichts weis, .Mein Leben zu bewahren; JWer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, Nimm meines Lebens gnädig wahr; 6Auf dich hofft meine Seele. :Sey mir ein Retter in Gefahr, 4Ein Vater, wenn ich fehle. DGieb mir ein Herz voll Zuversicht, 4Erfüllt mit Lieb und Ruhe, DEin weises Herz, das seine Pflicht .Erkenn und willig thue. BDaß ich, als ein getreuer Knecht, 4Nach deinem Reiche strebe, Und meinen Lauf mit Freudigkeit Von der Quelle der guten Werke. FWenn zur Vollführung deiner Pflicht BDich Gottes Liebe nicht beseelet: >So rühme dich der Tugend nicht, @Und wisse, daß dir alles fehlet. BWenn Vortheil, Wollust, Eigensinn DUnd Stolz dir nur das Gute rathen: 8So thue noch so gute Thaten; Page 85 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html @Du hast vor Gott den Lohn dahin. :Sey durch die Gaben der Natur FDas Wunder und das Glück der Erden! >Beglückest du die Menschen nur, BUm vor der Welt geehrt zu werden; DErfüllt die Liebe nicht dein Herz: BSo bist du bey den größten Gaben, DBey dem Verstand, den Engel haben, BVor Gott doch nur ein tönend Erz. JBau Häuser auf, und brich dein Brodt, DDas Volck der Armen zu verpflegen; >Entreiß die Wittwen ihrer Noth, HUnd sey der Waisen Schutz und Segen! 2Gieb alle deine Habe hin! JNoch hast du nichts vor Gott gegeben. RWenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben: :So ist dir alles kein Gewinn. Gott achtet deiner Werke nicht. :Läg ihm an unsern Werken nur: HSo könnt er uns, sie zu vollbringen, FSehr leicht durch Fessel der Natur, JDurch Kräfte seiner Allmacht zwingen. JVor ihm, der alles schafft und giebt, \Gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. DEr will, die Absicht deiner Werke, HEin Herz, das ihn verehrt und liebt. Prüf dich vor Gottes Angesicht, :Ob seine Liebe dich beseelet. LEin Herz, dem nicht der Glaube fehlet, @Dem fehlet auch die Liebe nicht. Ist gütig; ohne List und Tücke; FBeneidet nicht des Nächsten Glücke; PSie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. BSie deckt des Nächsten Fehler zu, JUnd freut sich niemals seines Falles. >Sie suchet nicht bloß ihre Ruh; LSie hofft und gläubt und duldet alles. HSie ists, die dir den Muth verleiht, FDes Höchsten Wort gern zu erfüllen, FMacht seinen Sinn zu deinem Willen, Mein Gott, mein Herr und Vater! BMein Auge sieht, wohin es blickt, 0Die Wunder deiner Werke. FDer Himmel, prächtig ausgeschmückt, @Preist dich, du Gott der Stärke! >Wer hat die Sonn an ihm erhöht? :Wer kleidet sie mit Majestät? :Wer ruft dem Heer der Sterne? >Wer mißt dem Winde seinen Lauf? 8Wer heißt die Himmel regnen? LWer schließt den Schooß der Erden auf, 4Mit Vorrath uns zu segnen? DO Gott der Macht und Herrlichkeit! @Gott, deine Güte reicht so weit, 6So weit die Wolken reichen! HDich predigt Sonnenschein und Sturm, Und bildet uns durch seine Hand ,Zu allen guten Werken. Und ich zu seinem Kreuze trete: BSo weis ich, daß er mein gedenkt, 2Und thut, warum ich bete. Page 88 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html @Ich weis, daß mein Erlöser lebt, >Daß ich, erwecket aus der Erde, @Wenn er sich zum Gericht erhebt, :Im Fleisch ihn schauen werde. >Kann unsre Lieb im Glauben hier FFür den, der uns geliebt, erkalten? DDieß ist die Lieb, o Gott! zu dir, 8Dein Wort von Herzen halten. BErfüll mein Herz mit Dankbarkeit, Und hilf, daß ich dich allezeit 4Treu vor der Welt bekenne. FSoll ich dereinst noch würdig seyn, DUm deinetwillen Schmach zu leiden: DSo laß mich keine Schmach und Pein 4Von deiner Liebe scheiden! JUnd soll ich, Gott, nicht für und für FDes Glaubens Freudigkeit empfinden: BSo wirk er doch sein Werk in mir, 6Und reinge mich von Sünden. FHat D(So JWie :Mit Gott uns seinen Sohn geschenkt: laß mich noch im Tode denken!) sollt uns der, der ihn geschenkt, ihm nicht alles schenken! (Lied am Geburtstage. DDir dank ich heute für mein Leben; 8Am Tage, da du mirs gegeben, 4Dank ich dir, Gott, dafür. @Durch freye Gnad allein bewogen, HHast du mich aus dem Nichts gezogen; Und meine Leiden in mein Glück. :Ich bin der Treue zu geringe, DMit der du, Herrscher aller Dinge, 0Stets über mich gewacht. DO Gott! damit ich glücklich werde, JHast du an mich, mich Staub und Erde, >Von Ewigkeit her schon gedacht! NDu sahst und hörtest schon mein Sehnen, @Und zähltest alle meine Thränen, (Eh ich bereitet war; FUnd wogst, eh ich zu seyn begonnte, @Eh ich zu dir noch rufen konnte, HMir mein bescheiden Theil schon dar. Page 89 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html FDu ließt mich Gnade vor dir finden; @Und sahst doch alle meine Sünden (Vorher von Ewigkeit. >O welche Liebe! welch Erbarmen! NDer Herr der Welt sorgt für mich Armen, @Und ist ein Vater, der verzeiht. :Für alle Wunder deiner Treue, BFür alles, dessen ich mich freue, 2Lobsinget dir mein Geist. FEr selber ist dein größt Geschenke; PDein ists, daß ich durch ihn dich denke, FUnd dein, daß er dich heute preist. @Daß du mein Leben mir gefristet, JMit Stärk und Kraft mich ausgerüstet, 4Dieß, Vater, dank ich dir; >Daß du mich wunderbar geführet, @Mit deinem Geiste mich regieret, @Dieß alles, Vater, dank ich dir. HSoll ich, o Gott! noch länger leben; HSo wirst du, was mir gut ist, geben; Mich von dem Glauben schrecken! $Wo hätt ich Licht, "Wofern mich nicht Dein Wort giebt mir die Kräfte. "Herr, unser Hort, $Laß uns dieß Wort! 4Denn du hasts uns gegeben. $Es sey mein Theil, Es sey mir Heil, 4Und Kraft zum ewgen Leben! Weihnachtslied. FDieß ist der Tag, den Gott gemacht; @Sein werd in aller Welt gedacht! DIhn preise, was durch Jesum Christ 8Im Himmel und auf Erden ist! Bis daß die Zeit erfüllet ward; >Da sandte Gott von seinem Thron JDas Heil der Welt, dich, seinen Sohn. BWenn ich dieß Wunder fassen will: PSo steht mein Geist vor Ehrfurcht still; 6Er betet an, und er ermißt, Dein König, Zion, kömmt zu dir. D»Ich komm, im Buche steht von mir; DGott, deinen Willen thu ich gern.« DGelobt sey, der da kömmt im Herrn! FHerr, der du Mensch gebohren wirst, 2Immanuel und Friedefürst, >Auf den die Väter hoffend sahn, Mel. In allen meinen Thaten &c. Die Wachsamkeit. NNicht, daß ichs schon ergriffen hätte; 121 XMel. Wer nur den lieben Gott läßt walten &c. Osterlied. LErinnre dich, mein Geist, erfreut &c. 128 RMel. Vom Himmel hoch, da komm ich her &c. *Der Kampf der Tugend. POft klagt dein Herz, wie schwer es sey, 130 VMel. Durch Adams Fall ist ganz verderbt &c. Paßionslied. JErforsche mich, erfahr mein Herz &c. 143 ^Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld &c. &Der thätige Glaube. RWer Gottes Wort nicht hält, und spricht: 147 ZMel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt &c. Morgengesang. JMein erst Gefühl sey Preis und Dank; 152 ZMel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn &c. (Preis des Schöpfers. FWenn ich, o Schöpfer! deine Macht, 158 RMel. Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut &c. "Vom Worte Gottes. Page 92 ABC Amber Sony Converter, http://www.processtext.com/abcsonylrf.html (Gott ist mein Hort! 165 4Mel. Ach Gott und Herr &c. Weihnachtslied. NDieß ist der Tag, den Gott gemacht &c. 167 PMel. Vom Himmel hoch da komm ich her &c. Geduld. \Ein Herz, o Gott! in Leid und Kreuz geduldig, 169 dMel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen &c. .Die Liebe des Nächsten. FSo jemand spricht: Ich liebe Gott! 175 ZMel. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt &c. Abendlied. >Für alle Güte sey gepreist &c. 178 PMel. Mit meinem Gott geh ich zur Ruh &c. "Am Communiontage. BIch komme, Herr, und suche dich, 182 BMel. O König, dessen Majestät &c. Vom Tode. BMeine Lebenszeit verstreicht &c. 186 @Mel. Jesus, meine Zuversicht &c. BWider den Aufschub der Bekehrung. pWillst du die Busse noch, die Gott gebeut, verschieben: @Mel. O Gott, du frommer Gott &c. Weihnachtslied. ,Auf, schicke dich &c. 200 2Mel. Wir Christenleut &c. Herr, der du mir das Leben &c. 210 Mel. In allen meinen Thaten &c. Osterlied. BFreywillig hab ichs dargebracht, 218 NMel. Es ist das Heil uns kommen her &c. Nach einer Prüfung kurzer Tage 244 XMel. Wer nur den lieben Gott läßt walten &c. śEnd of the Project Gutenberg EBook of C. F. Gellerts Sämmtliche Schriften, by :Christian Fürchtegott Gellert Š*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK C. F. GELLERTS SÄMMTLICHE *** €***** This file should be named 22167-h.htm or 22167-h.zip ***** „This and all associated files of various formats will be found in: ^ http://www.gutenberg.org/2/2/1/6/22167/ pProduced by Arie Tuinman, Martin C. Doege, Jana Srna and Vthe Online Distributed Proofreading Team at &http://www.pgdp.net €Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed. „Creating the works from public domain print editions means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation „(and you!) can copy and distribute it in the United States without „permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to ‚copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to €protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project ~Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you Ścharge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you †do not charge anything for copies of this eBook, complying with the „rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose ~such as creation of derivative works, reports, performances and Śresearch. 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