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WDR de masque

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					Radio-Tipps



Pressetexte für die Programmwoche    50
vom 8. bis 14. Dezember 2007




Westdeutscher Rundfunk Köln
Pressestelle

Stefanie Schneck
Appellhofplatz 1
50667 Köln
Telefon 0221 220 2075
Fax 0221 220 6999
stefanie.schneck@wdr.de

Fotos abrufbar unter www.ard-foto.de
Redaktionsschluss 26. Oktober 2007
WDR 3, Samstag, 8. Dezember 2007, 9.05-11. 45 Uhr


Klassik Forum


Historische Aufnahmen mit dem Dirigenten Günter Wand
Mit Wolfgang Sandberger

Eine „Alterskarriere“ wurde Günter Wand stets attestiert. Doch der 1912 in Elberfeld geborene
Dirigent war alles andere als ein Spätberufener. Als der Zwölfjährige in seiner Geburtsstadt
den „Zigeunerbaron“ hörte, faszinierte ihn nicht das Gastspiel von Richard Tauber, sondern
der Kapellmeister. Heute ist es keine Respektlosigkeit, wenn man Günter Wand aus der
Tradition des deutschen Kapellmeisters heraus versteht. Er „pinselte“ ohne Show, mit der
Genauigkeit eines Handwerkers, die erst die Ekstase entfacht.

1939 gelang dem jungen Wand der Sprung an die Kölner Oper; der Domstadt ist er dann
jahrzehntelang treu geblieben als Generalmusikdirektor und Gürzenich-Kapellmeister. Doch
erst als er seine Bruckner- und Schubert-Interpretationen in den 1970er Jahren auf
Schallplatten zugänglich machte, mehrte sich sein Ruhm. Wand liebte die Live-Aufnahmen,
die Konzertmitschnitte; Nachbesserungen im Studio empfand er als Lüge. Werktreue hieß für
ihn „Werk-Erkenntnis, die Einsicht in die Richtigkeit von Wahl und Maß der
kompositorischen Mittel; diese Einsicht bestimmt die Aufführung.“
Wolfgang Sandberger stellt im Klassik Forum vor allem frühe Aufnahmen des Dirigenten vor.


Redaktion Michael Schwalb
WDR 3, Samstag, 8. Dezember 2007, 15.05-18.00 Uhr


WDR 3.pm


„Zu Hause, aber nicht daheim?“
Emigration
Von Michael Köhler

„Wir in der heimatlich gewordenen Fremde leben im Grunde am falschen Ort“, schrieb
Thomas Mann aus dem kalifornischen Exil nach Frankfurt. Der Literaturnobelpreisträger war,
wie viele andere Künstler, Musiker, Schriftsteller und Intellektuelle, nach Amerika emigriert.
Sie flohen vor der Verfolgung während des Zweiten Weltkriegs.

Man kann oder muss aus einem Land auswandern. Das kann politische oder soziale Gründe
haben. Kann man aber auch aus der Familie, einer Beziehung, dem Selbst auswandern?
Wohin führt der Weg dann? Kann man Emigration lernen? Lebt, wer emigriert, am falschen
Ort?


Redaktion Gabriele Faust
WDR 3, Samstag, 8. Dezember 2007, 18.15-20.00 Uhr


Vesper


Mariä Empfängnis

Am 8. Dezember feiert die katholische Kirche das Fest Mariä Empfängnis. Nach der Lehre
von der Unbefleckten Empfängnis wurde die Gottesmutter Maria von jedem Makel der
Erbsünde befreit, jedoch von ihrer Mutter Anna auf natürliche Art empfangen und geboren.
Deshalb wird Maria als Ersterlöste und Urbild des Christentums gefeiert.
Guillaume Bouzignacs „Tota pulchra est“ – „Schön bist du “ – mit dem Text aus dem Hohen
Lied des Alten Testaments besingt gleichsam die Reinheit Marias. Heinrich Isaak widmete der
Conceptionis Mariae einen umfangreichen Motetten-Zyklus. Aber auch Anna, Marias Mutter,
wird musikalisch für die Geburt der Gottesmutter gepriesen, zum Beispiel in Barbara Strozzis
überschwänglicher Huldigung Annas als Schutzpatronin.


Redaktion Werner Wittersheim
WDR 3, Samstag, 8. Dezember 2007, 23.05-24.00 Uhr


WDR 3 open: Studio Akustische Kunst


Pierre Henry zum 80. Geburtstag
Antagonismen
Von Pierre Henry
Realisation: der Autor
Produktion WDR/ Studio Son/Ré Paris 1996

Das Oeuvre des Komponisten und Radiopioniers Pierre Henry ist eng mit dem Studio
Akustische Kunst verbunden, für das er seit den 1980er Jahren viele Hörstücke realisiert hat.
So die 1997 mit dem Karl Sczuka-Preis ausgezeichnete Klangkomposition „Antagonismen“.
Anlässlich seines 80. Geburtstags wiederholt WDR 3 open: Studio Akustische Kunst dieses
persönliche Klangtagebuch, das Henrys ganze künstlerische Entwicklung reflektiert.

„Antagonismen“ ist eine mythologische Reise mit Klängen unterschiedlichster Herkunft in elf
Teilen und thematisierten Gegensätzen. Das belegen schon die Titel der Teile, z.B. Terre et
mer (Land und Meer), Enfer et piano (Hölle und Klavier), Rythme et châtiment (Rhythmus
und Bestrafung). Seine poesie sonore verglich Henry mit einem „Buch der Toten“, das dort
beginne, „wo die Geschichten enden“. Literarische Quellen seiner Ars Acustica zwischen
„Diesseits und Jenseits“ sind Henry Michaux, L’infini turbulent; Victor Hugo, La Mort de
Satan, Dieu Le Bardo Thödol; Yves Bonnefoy, Dictionnaire des mythologies; Antonin Artaud,
L’ombilic des Limbes.
Pierre Henry, 1927 in Paris geboren, begründete zusammen mit Pierre Schaeffer die musique
concrète. Zusammenarbeit mit dem Choreografen Maurice Béjart, später auch mit Spooky
Tooth und Violent Femmes. Henry hat seit den 1950er Jahren in seinen Produktionen neue
ästhetische Erfahrungsbereiche erschlossen und Grenzen überschritten zwischen „reiner“ und
„angewandter“ Musik, zwischen Musik, Sprache und Radiokunst. Für das Studio Akustische
Kunst realisierte er u.a. „Tagebuch meiner Töne “, „La Ville“, „Une maison de sons“ und
„Équivalences“.

Redaktion Stefan Fricke
WDR 4, Samstag, 8. Dezember 2007, 8.05-8.55 Uhr


In unserem Alter


Gut vorgesorgt für die Zukunft
Tipps rund um die Pflegeversicherung
Autor Michael Borgers

Pflegebedürftig kann jeder werden. Da empfiehlt es sich, rechtzeitig vorzusorgen. Seit zwölf
Jahren gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung. Sie war von Anfang an umstritten, weil sie
nur eine Grundversorgung gewährleistet. Deshalb bietet die Versicherungswirtschaft private
Zusatzleistungen an. Doch die lohnen sich nur selten.

Rund zwei Millionen Menschen beziehen mittlerweile Leistungen von der Pflegekasse. Wie
viel sie bekommen, hängt von der Pflegestufe ab. Über die Einstufung entscheiden die
Gutachter der Kassen. Aber da kann es zum Beispiel passieren, dass eigentlich
Pflegebedürftige einen guten Tag haben, bei der Untersuchung gesund wirken und falsch
eingestuft werden. Damit haben schon viele Angehörige schlechte Erfahrungen machen
müssen.
Wie man dem vorbeugen kann, was beim Antrag auf Pflegeleistungen zu beachten ist und
wie man am besten vorsorgt für den Pflegefall, erläutern im Anschluss an die Sendung auch
wieder Sachverständige interessierten Hörerinnen und Hörern am Expertentelefon.



Redaktion Ulla Foemer
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Samstag, 8. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Reagan und Gorbatschow unterzeichnen den INF-Vertrag
(8.12.1987)
Von Almut Finck

SS-20, Cruise Missile und Pershing II, der Nato-Doppelbeschluss – nie gehört? Oder schon so
lange nicht mehr? Es gab eine Zeit, da fielen diese Begriffe in nahezu jeder
Nachrichtensendung, und jeder halbwegs wache Zeitgenosse konnte erklären, was
„landgestützte Marschflugkörper“ sind oder die „SALT-Verträge“. In den 1980er Jahren war
das, nachdem die Nato 1979 beschlossen hatte, die sowjetische Stationierung von modernen
Mittelstreckenraketen in Osteuropa mit Aufrüstung ihrerseits zu beantworten. Was folgte,
waren Verhandlungen, die immer wieder scheiterten. Ab 1983 stationierte die NATO
tatsächlich Mittelstreckenraketen – gegen den wütenden Protest der immer stärker
werdenden Friedensbewegung. 1985 wurden die Gespräche zwischen den Blockmächten
wieder aufgenommen. Und zwei Jahre später, auch Glasnost sei Dank, unterzeichneten
Michail Gorbatschow und Ronald Reagan einen Vertrag über die Zerstörung nuklearer
Mittelstreckensysteme, auf englisch: Intermediate Range Nuclear Forces. Der INF-Vertrag war
ein Meilenstein in der Geschichte der atomaren Abrüstung. Zum ersten Mal seit
Menschengedenken wurde eine ganze Waffengattung abgeschafft, und es wurden Raketen
nicht nur außer Dienst gestellt, sondern tatsächlich vernichtet.


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 14.10-15.00 Uhr


LILIPUZ – Radio für Kinder


Herzfunk spezial – Der ist doch behindert!
Moderation Nicole Vergin

„Was ist das denn für ein Spasti! Mit dem will ich nichts zu tun haben!“ Solche und ähnliche
Sätze müssen sich Kinder oft anhören, die eine Behinderung haben. Ob durch einen
Geburtsfehler oder durch einen Unfall, Behinderungen fallen auf. Die Kinder sprechen oder
bewegen sich anders oder sehen etwas anders aus. Aber sie möchten gern überall mit dabei
sein. Für betroffene Kinder, aber auch für ihre Freunde oder Geschwister ist es gar nicht so
einfach, das Anderssein zu akzeptieren. Es braucht eine Menge Mut, das Kind mit der Spastik
oder dem Down-Syndrom anzunehmen, wie es ist. Wenn das klappt, erfahren Kinder und
Erwachsene das Zusammensein oft als eine echte Bereicherung.
Die Kinder am Radio können ihre eigenen Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema
beitragen, Tipps geben und Fragen stellen. Mit im Studio ist die Psychologin Elisabeth Raffauf
vom Herzfunk-Team.


Die kostenlose LILIPUZ-Hotline: 0800 220 5555 ist auch nach der Sendung noch bis 15.30
Uhr geschaltet.

Redaktion Monika Frederking
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 15.05-16.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 05.03-06.00 Uhr


venus_fm – Das Frauenmagazin


„Ran an die Geräte, Mädels!“ – Immer mehr junge Frauen begeistern sich für Computerspiele
Von Marcela Drumm

Computerspiele sind etwas für Jungs. Denkt man. „Ran an die Geräte, Mädels!“, fordert
dagegen „Play Vanilla“, das erste weltweite PC- und Video-Spiele-Magazin für junge Mädchen.
Das Heft widmet sich einem Trend, der zeigt: Mädchen daddeln mittlerweile fast genauso
gern wie Jungs, nur bevorzugen sie andere Spiele. Da hat das 3D-animierte Rollen- oder
Phantasy-Spiel tendenziell bessere Karten als das kriegerische Ballerspiel. Aber natürlich
kennen junge Mädchen auch „World of Warcraft“ und kleben ebenso wie Jungs für Stunden
am Monitor fest.
venus_fm fragt: Was fasziniert junge Frauen an Computerspielen? Welche Spiele sind
besonders beliebt? Und wie sieht der weibliche „Nerd“
(= Computer-Spiele-Freak) heute aus?


Redaktion Ruth Dickhoven
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 16.05-17.55 Uhr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 00.05-01.55 Uhr


Unterhaltung am Wochenende


Hart an der Grenze
Moderation Wilfried Schmickler

„Du mich auch“ – das ist der Titel des aktuellen Programms von Christiane Weber und
Timm Beckmann, der nicht verrät, ob die beiden sich eigentlich mögen oder nicht. Aus dem
einfachen Grund: Sie wissen es selbst nicht – immer noch nicht! Und wie soll man dann von
zwei so unterschiedlichen Persönlichkeiten erwarten, sich einen Abend lang festzulegen? Sie
wirbelt weiterhin die Bühne auf und singt sich auf entspannt hysterische Weise die Seele aus
dem Leib. Er ist das krasse Gegenteil: cool, sarkastisch, schweigsam – na ja, fast. Eine brisante
Mischung. Moritz Netenjakob ist erfolgreicher Comedy-Autor unter anderem für die Kölner
Stunksitzung. Im vergangenen Herbst hat er sein erstes Soloprogramm „Multiple Sarkasmen“
herausgebracht, eine satirische Abrechnung mit typisch deutschen Befindlichkeiten. Bill
Mockridge setzt sich mit den Schwächen des Älterwerdens auseinander: „Ihr Zipperlein
kommet.“ Und auch der beliebteste Finanzbeamte der Nation Herr Heuser referiert wieder
aus dem Alltag seiner Behörde. Durch das Programm führt Wilfried Schmickler.


Aufnahme vom 24.11.2007 aus der Viller Mühle, Goch-Kessel


Redaktion Hans Jacobshagen
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


Ohrclip – Der Literaturabend


O du sinnliche, o du schreckliche!
Christine Westermann präsentiert Geschichten von Weihnachtslust und Weihnachtsfrust
Von Renate Naber

Alle Jahre wieder: Die Adventszeit kommt mit voller Breitseite und bringt romantisches
Glöckchengeklingel, Plätzchenduft, Tannenzweige und Geschichten. Das beflügelt natürlich
auch die Dichter. Manche schwelgen in Kindheitserinnerungen und Gerüchen und lassen sich
Weihnachtsgans und Bratäpfel literarisch auf der Zunge zergehen. Andere dagegen graust es
schier vor Weihnachten. Sie feiern wüste Feste, werden wehmütig und sogar richtig bissig.

Ohrclip sendet die schönsten, anrührendsten und schrägsten Geschichten zum Thema
Genuss, Lust und Frust vor und an Weihnachten in der Aufzeichnung einer Lesung aus der
Klangbrücke im Alten Kurhaus in Aachen. Die Musik dazu spielen „Herr Rössler und sein
Tiffany-Ensemble“.

Durch die Sendung führt Christine Westermann. Es lesen Lars Schmidtke, Nina Hoger und
Thomas Hackenberg.


Redaktion Volker Schaeffer
WDR 5, Samstag, 8. Dezember 2007, 22.05-24.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 03.03 - 05.00 Uhr


Jazzpoint


21. Internationales Jazzfestival Viersen 2007 (3)
McCoy Tyner Quartet: McCoy Tyner, Gerald L. Cannon, Eric Kaman Gravatt, Gary Bartz
International All Star Band: Uli Beckerhoff, Norma Winstone, Maria Pia De Vito, Matthias
Nadolny, Peter O`Mara, Glauco Venier, Gunnar Plümer, Bruno Castellucci
Aufnahmen vom 22. September 2007 aus der Festhalle Viersen
Mit Odilo Clausnitzer

Die „International All Star Band“ um den Bremer Trompeter Uli Beckerhoff ist eine rein
europäische Formation, deren Sicht auf den modernen Jazz von abendländischen Tugenden
geprägt ist: Ihr liegt eher das Filigrane als das kraftvoll Überwältigende.
Einen Gegenpol macht der bekannteste Musiker des diesjährigen Jazzfestivals Viersen aus: die
Klavierlegende McCoy Tyner. Seit seiner Mitgliedschaft im klassischen John Coltrane Quartet
gehört Tyner zu den stilprägenden Pianisten des Jazz. Begleitet wird er in Viersen u.a. von
dem Schlagzeuger Eric Gravatt, der sich nach seiner Zeit bei „Weather Report“ bis vor
kurzem ganz aus der Musikszene zurückgezogen hatte. Der Saxofonist Gary Bartz ist eine
weitere Legende – ein Ex-Miles-Davis-Sideman, der nach ambitionierten Experimenten im
Funkjazz schon lange zu einem feurigen Hardbop zurückgefunden hat.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Sonntag, 9. Dezember 2007, 8.30-9.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 22.35-23.05 Uhr


Lebenszeichen


Um Vergebung bitten, ändert das Leben
Über Schuld, Reue und Verzeihen
Von Doris Weber

In menschlichen Beziehungen sind Verletzungen und Enttäuschungen kaum zu vermeiden.
Menschen sind Täter und laden Schuld auf sich, sie sind Opfer, und andere machen sich
schuldig an ihnen. Sie machen sich das Leben gegenseitig schwer – manchmal zur Hölle. Und
als Gekränkte stellen sie die Frage: Wie konnte der oder die mir das antun? Alles in ihnen
schreit: Das verzeihe ich Dir nie! Es gibt Schuld, es gibt Reue – und es gibt kaum ein
wichtigeres Thema als Verzeihen. Denn ob sie vergeben und wie sie vergeben, wie viel Liebe
und wie viel Hass sie in sich spüren, das ist prägend für ihr weiteres seelisches und soziales
Leben. Erstaunlich ist es deshalb, dass sich die Psychologie noch gar nicht so lange mit der
elementaren menschlichen Fähigkeit des Verzeihens beschäftigt. Vergebung ist ein Akt der
Befreiung, wer verzeiht, macht sich unabhängig, wer nachträgt, bleibt an den anderen
gebunden. Wer um Vergebung bittet, ist danach ein anderer – und der Mensch, der vergibt,
ebenfalls. Vergebung ist die Kunst, einen neuen Anfang im Leben zu finden, ein Ausweg aus
der „Falle der Unumkehrbarkeit“ wie Hannah Arendt es nannte: „Geschehenes ist nicht
rückgängig zu machen. Ohne Vergebung bleiben wir auf ewig Gefangene der Konsequenzen
unserer Handlungen“.


Redaktion Theodor Dierkes
WDR 3, Sonntag, 9. Dezember 2007, 12.05-13.00 Uhr


Gutenbergs Welt


Bücher für die Weihnachtsinseln
Darin u. a. ein Gespräch mit Jens Sparschuh über seinen neuen Roman „Schwarze Dame“
Mit Manuela Reichart
Produktion WDR 2007

Gutenbergs Welt schaut in die Weihnachtszeit: Die Moderatorinnen und Moderatoren der
WDR 3-Büchersendung empfehlen ihre Lieblingsbücher: für den Vater mit Schlafstörungen,
für die Freundin mit Liebeskummer, für die Kollegin mit Reisefieber, für den Neffen, der nur
noch online liest.
Gast im Studio ist der Berliner Schriftsteller Jens Sparschuh. In seinem neuen Roman steht
eine „Schwarze Dame“ im Zentrum, eine viel versprechende, die ins Leben des Erzählers tritt,
um dann geheimnisvoll wieder zu verschwinden. Es ist die Dame auf dem Schachbrett, die
dem Erzähler einst schlaflose Nächte bescherte, als er in den 1970er Jahren Philosophie in
Leningrad studierte – und an die Freiheit der Logik im totalitären Kommunismus glaubte.

Bücher werden in dieser Ausgabe von Gutenbergs Welt aber nicht nur empfohlen, man kann
sie auch gewinnen: Das Rätsel von Gutenbergs Welt wird am Anfang der Sendung vorgestellt,
und die Hörerinnen und Hörer können während der Sendung anrufen.


Redaktion Imke Wallefeld
WDR 3, Sonntag, 9. Dezember 2007, 15.05-16.00 Uhr
WDR 3, Montag, 10. Dezember 2007, 22.00-23.00 Uhr


WDR 3 PHON


„Lieber Gott, nimm hin, dass ich was Besond’res bin“
Eine Hommage an Robert Gernhardt
Ein Feature von Barbara Entrup und Peter Moritz Pickshaus
Produktion RBB 2006

Er war Maler, Zeichner, Karikaturist, Dichter, Sprach- und Gesellschaftskritiker, Essayist und
nicht zuletzt Vortragskünstler: Robert Gernhardt (1937-2006). Er hat die Humorkritik
„Feuilleton-reif“ gemacht, die Satirezeitschrift Titanic und die sogenannte Neue Frankfurter
Schule mitbegründet und gehörte zur ersten Garde zeitgenössischer Dichter deutscher
Sprache.
An seine Begabung, Intelligenz und Produktivität erinnern u.a. Anita Albus, Bernd Eilert, Pit
Knorr, Antje Kunstmann, Loriot, Harry Rowohlt, Otto Waalkes, Klaus Cäsar Zehrer und der
Meister selbst.

Am 13. Dezember dieses Jahres wäre Robert Gernhardt 70 Jahre alt geworden.


Redaktion Annette Blaschke
WDR 3, Sonntag, 9. Dezember 2007, 20.05-21.30 Uhr


Bühne: Radio


Alfred
Masque in 3 Akten
Von Thomas Augustine Arne

„Herrsche, Britannien! Beherrsche die Wellen: Briten werden niemals Sklaven sein.“ – Wer
kennt es nicht, das Lied „Rule Britannia“: traditionelles Highlight der „Last Night of the
Proms“ und zugleich inoffizielle Nationalhymne Englands. Uraufgeführt wurde es am 1.
August 1740 in Cliveden House, dem Landsitz des Prince of Wales Frederick Lewis, und zwar
als Schlussnummer der Masque „Alfred“ von Thomas Augustin Arne. Der war einer der
populärsten englischen Lied- und Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts. Seine Masque
„Alfred“ – auf einen Text von David Mallet und James Thomson – ist ein Stück über
englischen Patriotismus und siegreiche Herrscher. Die Musik besticht durch ihre Leichtigkeit
und melodische Eleganz. Bei der Londoner Premiere im März 1745 wirkten internationale
Gesangstars mit, darunter die Sopranistin Giulia Frasi, eine bedeutende Händel-Interpretin
der Zeit, und Gaetano Guadagni, für den Christoph Willibald Gluck später seinen „Orfeo“
komponieren sollte.


Redaktion Richard Lorber
WDR 4, Sonntag, 9. Dezember 2007, 17.25-19.00 Uhr


Flimmerkiste


Musik aus Film und Musical
Schwerpunkt: „Es waren zwei Königskinder... “
Sissi und Ludwig II. in Film und auf der Bühne
Mit Katia Franke

Bully Herbigs „Lissi und der wilde Kaiser“ ist die jüngste Filmproduktion, die sich mit dem
Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich auseinandersetzt. Ähnlichkeiten mit der
historischen „Vorlage“ sind rein zufällig, Herbigs Kaiserin ist eine animierte Figur und
amüsiert sich mit ihrem Gatten täglich beim Regieren mit Mozartkugelgolfen und wird sogar
von einem Yeti entführt. Doch auch die berühmte Sissi-Vorlage mit Romy Schneider und
Karlheinz Böhm war wenig bis gar nicht historisch korrekt, sondern überzeichnete die
unglückliche Elisabeth als zuckersüßes herziges Mädel. Weit realistischer die Elisabeth im
gleichnamigen Musical: eine zerrissene Frau mit Todessehnsüchten, die dem höfischen Druck
nicht gewachsen ist und in ihre Träume und ins Ausland flieht.

Auch das Leben des Märchenkönigs Ludwig II. und sein Werk, die weltweit berühmten
Schlösser, waren mehrfach Thema von Filmproduktionen. Ein Stoff, wie er nicht besser
geeignet sein könnte für die Leinwand: Einsamer, verzweifelter Herrscher flüchtet sich in die
Musik, wendet sich von der Wirklichkeit ab und verwirklicht seine romantischen Ideale durch
den kostspieligen Bau prachtvoller Schlösser. Am Ende ertrinkt der entmündigte König unter
mysteriösen Umständen im Starnberger See. Sowohl Helmut Käutner als auch Luchino
Visconti versuchten in ihren Filmen, ein differenziertes Bild eines zerbrechlichen und
schließlich zerbrechenden Mannes zu zeichnen, der sich in seiner Traumwelt verfängt und
für wahnsinnig erklärt wird. Das Musical „Ludwig II.“ feiert den König als visionären Künstler
und Politiker, der seiner Zeit weit voraus war.

Katia Franke spielt Musik aus den Film- und Bühnenproduktionen, die sich um die Biografien
der beiden „Königskinder“ ranken.


Redaktion Jochen Robertz
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 7.05-7.30 Uhr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 19.05-19.30 Uhr


Erlebte Geschichten


„Ich verspüre keinen Hass gegen die Deutschen.“
Faye Cukier, nach 30 Jahren Exil zurück nach Köln
Eine Sendung von Sefa-Inci Suvak

Faye Cukier weiß, dass ihr Leben ohne die Nationalsozialisten anders verlaufen wäre. Anders,
aber nicht notwendigerweise besser – diesen Eindruck bekommt, wer hört, wie die Autorin
ihre Lebensgeschichte erzählt. Sie berichtet von der Kindheit in Köln-Mülheim, die durch die
Flucht der Familie vor den zunehmenden Pogromen gegen Juden 1938 ein jähes Ende fand,
von den Kriegsjahren in Antwerpen und ihrer anschließenden Emigration in die Vereinigten
Staaten. Stolz liegt in ihrer Stimme angesichts des Hauchs von Glamour, der über ihren
Tätigkeiten als Diamantenkurier und Bauchtanzlehrerin liegt. Faye Cukier genoss ihren
kosmopolitischen Lebenswandel, und doch zog es sie nach dem Scheitern ihrer Ehe Ende der
1960er Jahre nach Köln zurück. Bei ihrer Tochter stieß diese Entscheidung auf Unverständnis.
Wie kann man wieder in einer Stadt leben, aus der man einst vertrieben wurde?


Redaktion Mark vom Hofe
WDR 5, sonntags, 9. – 30. Dezember 2007, 7.30-8.00 Uhr
WDR 5, sonntags, 9. - 30. Dezember 2007, 22.05-22.35 Uhr

Feature: Serie

Protest im Wirtschaftswunder
Die 50er Jahre
Serie in 4 Folgen
Von Herbert Hoven und Wolfgang Kraushaar
Redaktion Ulrich Horstmann

Seit 1996 erscheint als Projekt des Hamburger Instituts für Sozialforschung die „Protest-
Chronik“. Diese andere Chronik der Republik sammelt, wertet aus, untersucht, verdichtet und
stellt dar, was die Deutschen seit der Gründung der Republik bewegt hat. Neben den großen
Themen – wie die Paulskirchenbewegung oder der Protest gegen die Atombewaffnung der
Bundeswehr – prägten auch kuriose Formen des Protestes die ersten Jahre der Republik. Da
ist zum Beispiel der Protest von 35 Mannequins vor dem Bundeshaus in Bonn gegen eine
Gesetzesinitiative, die ihnen vorschreibt, sich künftig nur noch über die Arbeitsämter
vermitteln zu lassen. Oder die Sternfahrt von 5.000 Gastwirten aus Nordrhein-Westfalen
nach Essen, um gegen die Getränkesteuer zu protestieren. Die sogenannten Wirtschafts-
wunderjahre von 1949 bis 1959 waren viel dynamischer als die gängigen Begriffe wie
„Adenauer-Zeit“ oder „Restauration“ unterstellen. Zusammen mit Herbert Hoven hat
Wolfgang Kraushaar Ausschnitte aus diesem opus magnum für und mit den Möglichkeiten
des Hörfunks aufbereitet. Die zweite Staffel über die unruhigen 60er Jahre des vorigen
Jahrhunderts folgt im April 2008.


Folge 1 / 9.12.2007:
Der Protest gegen ehemalige Nazis
Von Herbert Hoven und Wolfgang Kraushaar

Die ersten zehn Jahre der Bundesrepublik Deutschland waren auch geprägt von der
Etablierung soldatischer Verbände in die Nachkriegsgesellschaft. Der Übergang von der
Deutschen Wehrmacht zur Deutschen Bundeswehr vollzog sich oft nahtlos. Und das unter
den Augen der Besatzungsmächte. Das galt auch für die 580.000 ehemaligen Mitglieder der
Waffen-SS, gegen deren Begehr sich aber schon früh und deutlich vernehmbar, Widerstand
formierte. Ebenso wie gegen die massenhaften Schändungen jüdischer Friedhöfe. Oft waren
es Schulklassen, die sich auch in kleinen Gemeinden, wie in Karlshafen an der Weser, die
Pflege des jüdischen Friedhofs zur Aufgabe machten und damit ihren Beitrag zur
Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit leisteten.


Folge 2 / 16.12.2007:      Die Halbstarken
Folge 3 / 23.12.2007:      Die Paulskirchenbewegung
Folge 4 / 30.12.2007:      Die Atombewaffnung der Bundeswehr
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Sonntag, 9. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Friedrich II. wird zum König gekrönt
(9.12.1212)
Eine Sendung von Heiner Wember

Seine Zeitgenossen nannten ihn „Stupor mundi“, „Das Erstaunen der Welt“. Tatsächlich gab
es viel zu Staunen bei Kaiser Friedrich II. Der Enkel Barbarossas war ganz anders als seine
mittelalterlichen Vorgänger. Er wuchs in Palermo auf und verbrachte einen Großteil seines
Lebens südlich der Alpen. Friedrich sprach viele Sprachen. Er schrieb ein Meisterwerk über
die Falkenjagd und führte als wissbegieriger Monarch das Rechnen mit der Null ein. Friedrich
führte einen Kreuzzug ohne Blutvergießen. Als gebildetem Kaiser gelang es ihm, mit dem
Sultan für Jerusalem einen Kompromiss auszuhandeln. Der Kaiser führte eine moderne
Verwaltung ein und konnte den Einfluss des Papsttums zurückdrängen. Friedrich, als
„Wunderwesen“ beschrieben, gilt heute als erster moderner Mensch auf dem Kaiserthron, der
die Naturwissenschaften förderte und Universitäten gründete. Friedrich war seiner Zeit weit
voraus; entsprechend wurde er von seinen Gegnern verleumdet. Sie behaupteten, er sei in
Wirklichkeit ein Metzgerkind gewesen und untergeschoben worden; er sei ein Freund der
Moslems und im Grunde kein christlicher Herrscher.


Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 11.05-12.00 Uhr
WDR 5, Montag, 10. Dezember 2007, 20.05-21.00 Uhr


Dok 5 – Das Feature


Die Madames:
Frauen handeln Frauen
Von Lukas Roegler und Thorsten Nesch
Produktion WDR 2007

Das älteste Gewerbe der Welt ist um eine tragische Facette reicher: Nigerianische Frauen
haben sich als Zuhälterinnen etabliert. Diese so genannten Madames stehen an der Spitze des
einzigen, ausschließlich von Frauen organisierten Verbrechens weltweit. Sie leben in Italien
und leiten von dort aus ihr perfides Netzwerk. Aus Nigeria werden junge Mädchen nach
Europa geschleust, wo sie direkt auf dem Straßenstrich landen. Der Preis für die Reise ist
hoch: bis zu 60 000 Euro kostet die Fahrt, die manchmal zwei Jahre dauert. Die Kreditgeber:
die Madames. Die Summe wurde zuvor vertraglich festgelegt und mit einem okkulten Ritual
in einem Voodoo-Schrein besiegelt. Die Frauen, die über den Landweg kommen, müssen
dann das Geld verdienen, um die Reisekosten an die Madames zurückzuzahlen. Sie bieten
ihre Dienste vor allem an den Ausfallstraßen Italiens an.


Redaktion Gisela Corves
WDR 5, Sonntag, 9. Dezember 2007, 15.05-16.55 Uhr


SpielArt


Erwachen – Pubertätsgeschichten
Mit Roger Willemsen

Irgendwie ist es nicht mehr so wie früher. Aber was? Die Eltern sind plötzlich so spießig
geworden und das Kinderzimmer so kindisch, oft kann man sich selbst nicht leiden, doch
manchmal fühlt man sich allen überlegen. Man möchte weg. Aber wohin? Da sind Träume,
die faszinieren und verwirren, und ein Prickeln ist im ganzen Körper. „Es ist die Pubertät!“,
sagen die Erwachsenen. Aber die erinnern sich nicht gern an ihre eigene noch ungeordnete
Zeit der großen As: mit Angst, Anderssein, Abenteuerlust, Ablösungskämpfen, Albernheit –
und natürlich den Aknepickeln. Roger Willemsen lässt die Pubertät Revue passieren in einer
Reihe von Geschichten des Erwachens und des Umbruchs.


Redaktion Michael Lohse
WDR 3, Montag, 10. Dezember 2007, 15.05-17.00 Uhr


Musikpassagen


Glaube und Aberglaube
Mit Holger Noltze

Aberglaube, weiß das Grimmsche Wörterbuch, ist eigentlich „Über-Glaube“, ein Glauben, der
über die reine Lehre hinausgeht. Was es heißen kann, in Konfessionsdingen auf der falschen
Seite zu stehen, musste Claude Goudimel erfahren, Komponist erst katholischer, dann
hugenottischer Psalmen, der in der „Bartholomäusnacht“ 1572 ums Leben kam. Vom Abfall
vom rechten Glauben handeln, aus alttestamentarischer Sicht, die Antipoden der Musik des
20. Jahrhunderts: Igor Strawinsky in seiner Kurzkantate „Babel“ und Arnold Schönberg, als er
in „Moses und Aron“ den Tanz ums Goldene Kalb in strenge Form brachte. Die Bedrohung
aller Reinheitslehren durch die Macht der Sinnlichkeit gestaltet Hans Werner Henze in seinen
„Bassariden“ (1966); Pentheus, der Mann der Ordnung, wird von den Mänaden zerrissen. Ein
paar Jahre vorher war er selbst wegen zuviel Wohlklang von den Protagonisten der
Avantgarde geschnitten worden. Das Dämonische wird zum produktiven Tanz-Thema in
Listzs „Mephistowalzern“ und Mussorgskis „Hexensabbat auf dem kahlen Berge“. Der
dänische Außenseiter Rued Langgaard nimmt sich 1923 „Antikrist“ selbst als Thema einer
Oper, die seine Zeitgenossen nicht hören mochten. Gustav Mahler dagegen hatte Erfolg mit
seiner „Auferstehungssymphonie“: „O glaube: Du warst nicht umsonst geboren!“. Erik Satie
gründete lieber seine eigene Kirche.


Redaktion Harry Vogt
WDR 3, Montag, 10. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


12. Hildener Jazztage 2007
Mit Karsten Mützelfeldt

The Brasil Project feat. Tony Lakatos: Juliana da Silva - voc, Zélia Fonseca - git, - voc, Angela
Frontiera - dr, Tony Lakatos - ts, Davide Ptrocca – b.
Kazda & Indigo Streichquartett: Jens Thomas - voc, - p, Jan Kazda - b, Kurt Bilker - dr, Heike
Haushalter - vl, Petra Stalz - vl, Monika Malek - vla, Gesa Hangen – vc.

Antônio Carlos Jobim wäre in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum war Anlass
für eine neuerliche Begegnung von Jazzimprovisatoren mit Bossa-Nova-Musikern –
Musikerinnen in diesem Falle (unter ihnen die durch das Duo Rosanna & Zelia bekannt
gewordene Sängerin und Gitarristin Zelia Fonseca). Bei den Hildener Jazztagen trafen sie im
„Brasil Project“ auf einen der kraftvollsten und virtuosesten Tenorsaxofonisten, der sich hier
auch von seiner sanften und lyrischen Seite zeigt: Tony Lakatos.
Der Bassist und Komponist Jan Kazda zählt zu den umtriebigsten und vielseitigsten Musikern
in NRW. Die nach ihm benannte Formation Kazda (Jens Thomas, Kurt Bilker) bietet
keineswegs konventionellen Triojazz: Gemeinsam mit dem (ausschließlich weiblich besetzten)
Indigo Streichquartett entsteht eine originelle und energiegeladene Melange aus Jazz, Rock,
Drum’n’Bass, Underground und Kammermusik.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 4, Montag, 10. Dezember 2007, 21.05-22.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber – Schellack-Schätzchen


Ein Mann mit vielen Facetten
Georg Haentzschel, der ehemalige Leiter des „Kleinen Unterhaltungsorchesters“ des WDR,
würde am 23. Dezember 100 Jahre alt.
Von Jens-Uwe Völmecke

Er war ein Wanderer zwischen den verschiedenen Klangfarben der Unterhaltungsmusik. Noch
nicht volljährig, erlebt er in Paris den wilden, ungestümen Jazz der 20er Jahre. Es folgen Jahre
als viel gefragter Musiker im Schallplattenstudio, beim Rundfunk und Film. Er komponiert,
arrangiert und bleibt selbst unter der Nazi-Diktatur seiner musikalischen Philosophie treu. Er
schreibt 1943 die Musik zum großen UFA-Jubiläumsfilm „Münchhausen“ und leitet gemein-
sam mit Franz Grothe bis 1945 das „Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester“. Nach dem
Krieg zieht es Georg Haentzschel nach Köln, wo er für lange Jahre Leiter des „Kleinen
Unterhaltungsorchesters“ wird. Die von Jens-Uwe Völmecke moderierten Schellack-
Schätzchen sind eine Hommage an einen der bedeutendsten deutschen Jazzpioniere und an
eine WDR-Legende.


Redaktion Winfried Fechner
WDR 5, Montag, 10. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Montag, 10. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Gerhart Hauptmann
(10.12.1912)
Eine Sendung von Christoph Vormweg

Bei der zwölften Verleihung der Nobelpreise wurde bereits zum vierten Mal „deutscher Geist“
geehrt. Denken sei dabei, wie der für sein Drama „Die Weber“ ausgezeichnete Gerhart
Hauptmann mehrfach betonte, eigentlich gar nicht seine Sache. Zu Recht. Denn wie seine
Bühnenfiguren entpuppte sich der Schlesier schon zwei Jahre später als Gefangener
„elementarer“, „dämonischer“ Triebregungen. Als Hurrapatriot befeuerte er die
Kriegspropaganda mit peinlichen „ Poemen“. Die Bewunderer des frühen Hauptmann
mussten aber noch mehr verkraften, denn der Schriftsteller bezeugte auch Hitler, seinem
„Sternenschicksalsträger des Deutschtums“, bis zuletzt die Achtung. Wie viel „Schuld“ trug da
der Ruhm?


Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Montag, 10. Dezember 2007, 16.05- 7.00 Uhr
WDR 5, Montag, 10. Dezember 2007, 22.05-23.00 Uhr


Leonardo – Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt


Die Geschichte der Medizin
Serie in 12 Folgen

Folge 6: Renaissance – Der Mensch wird seziert
Von Susanne Billig und Petra Geist
Musik Thomas Wolter

In der Renaissance wird die Schönheit des menschlichen Leibes gepriesen. Künstler und Ärzte
betrachten den Körper des Menschen immer genauer. In öffentlichen Vorstellungen werden
Leichen zerschnitten und seziert. Die Mediziner begreifen den Körper als eine komplizierte
Maschine. Damit legt die Renaissance die Grundlage der wissenschaftlich-analytischen
Medizin. Die Praxis am Krankenbett bleibt von der wissenschaftlichen Neuorientierung so gut
wie unberührt. Wie im Mittelalter beherrschen Schröpfen und Aderlass sowie die einfachen
Techniken der Chirurgen die Therapie; das Volk verlässt sich weiterhin auf umherziehende
Heiler, Bader und Kräuterfrauen.


Redaktion Peter Ehmer und Christina Sartori
WDR 5, Montag, 10. Dezember 2007, 23.05-23.30 Uhr
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 02.30-03.00 Uhr


Jazz twenty 5


They call me Mr. Cleanhead
Der amerikanische Saxofonist und Sänger Eddie Vinson
Mit Hans W. Ewert

Im Mittelpunkt der Sendung steht der Blues – der Gesang und das Saxofonspiel eines der
großen Meister des gehaltvollen, erdigen und alles überdauernden Blues. Ob mit eigener
Band oder mit Cannonball Adderley, Cootie Williams und Oscar Peterson – für Viele waren
„Cleanheads“ Auftritte stets ein Grund zum Feiern.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Dienstag, 11. Dezember 2007, 15.05-17.00 Uhr


Musikpassagen


„Riding High“ – vom Klang der Pferde
Mit Günther Huesmann

„Das Paradies kann man nur finden auf dem Rücken eines Pferdes und in den Armen seiner
Geliebten“, heißt ein Sprichwort aus Arabien. Pferde sind faszinierende Wesen. Zu nur
wenigen Vierbeinern hat der Mensch ein so enges, produktives und intensives Verhältnis
aufgebaut wie zum Pferd.

Schritt, Trab, Galopp – das Flucht- und Herdentier hat auch Musiker von Anfang an
begeistert. Ob hoch zu Ross, ob andächtig neben ihm schreitend oder aus sicherer Ferne das
Pferd beobachtend – Komponisten und Interpreten feiern in den Musikpassagen das Huftier
und den Sound des Reitens. Und nur die Wenigsten werden dabei aus dem Sattel gehoben.
Denn wie man in China sagt: „Ein gutes Pferd gleicht einem Edlen.“


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Dienstag, 11. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR 3 Kammerkonzert in NRW
Soloabend Roglit Ishay
Aufnahme aus Marl

Die israelische Pianistin Roglit Ishay gastierte in der Marler Dreifaltigkeitskirche mit einem
Soloprogramm, das musikalische Stimmungsbilder mit Virtuosenstücken kombinierte.
Herbststimmungen, tönende Schmetterlinge, Feuerfunken und Tagebuchnotizen
kontrastierten mit schwergewichtigen Balladen oder einem veritablen Sturm: Die
Werkauswahl von Chopn und Brahms bis zu Vladimir Horowitz und dem Zeitgenossen Zvi
Avni kann an Buntheit und spannendem Kontrast kaum überboten werden.


Redaktion Bernhard Wallerius
WDR 3, Dienstag, 11. Dezember 2007, 22.00-23.00 Uhr


WDR 3 DISKURS


Es ist, wie es ist
Wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel zum Philosophen wurde
Von Otto A. Böhmer

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831) war ein Spätentwickler. Als ältestes von drei
Kindern einer schwäbischen Beamtenfamilie behielt er den Status, der Älteste zu sein, lange
bei: Während des Studiums am Tübinger Stift, wo er sich mit Schelling und Hölderlin
anfreundete, verpasste man ihm den Spitznamen „der Alte“, und auch später als Professor
der Philosophie waren die meisten seiner Kollegen jünger als er. Hegel glich dieses Manko
durch zähe Beharrlichkeit aus; seine Stärke war, dass man ihn gern unterschätzte.

200 Jahre nach Erscheinen der „Phänomenologie des Geistes “ erzählt Otto A. Böhmer, wie
Hegel vom Hauslehrer zum Philosophen wurde. Schauplätze des Geschehens sind die Berner
Alpen, Frankfurt a. M. und Jena: In den Alpen, die Hegel zusammen mit drei nervenden, aus
Sachsen stammenden Kollegen durchwandert, wird er zum Naturverächter, der gegen das
„tote Gebirg’“ die Fliehkraft des „Geistes“ setzt, dem er in Frankfurt und Jena dann zu einer
eigenen Philosophie verhilft. Es geht aber auch um die Liebe, die Hegel erst spät ereilt, um
seine Trinkfestigkeit und um seine lyrischen Versuche, in denen der Philosoph die
Weltmission seines Geistes in gut gemeinten aber schlecht gemachten Versen preist.


Redaktion Imke Wallefeld
WDR 3, Dienstag, 11. Dezember, 2007, 23.05-24.00 Uhr


WDR 3 open: Soundworld


Alain Daniélou – Im Labyrinth der Klänge
Eine Hommage zum 100.Geburtstag des Musikforschers und Kulturphilosophen
Von Peter Pannke

Alain Daniélou war in vielerlei Hinsicht ein Pionier. Seine Schallplattenveröffentlichungen
stellten die erste Informations- und Inspirationsquelle einer ganzen Generation von Musikern,
Komponisten und Musikethnologen dar. Skeptisch gegenüber allen Notationen und
Schriftbildern, erkannte Daniélou, dass Schallplatten das entscheidende Medium sein würden,
um die Musik Asiens dem westlichen Publikum näherzubringen. Aber auch seine kritische
Haltung gegenüber der akademischen Disziplin der Musikethnologie wirkt nach.
Der Autor Peter Pannke ist Daniélou vor seinem Tod 1994 begegnet und zeichnet das
vielschichtige Bild einer Persönlichkeit, in dem auch seine Zeitgenossen zu Wort kommen
und verschollene Aufnahmen zum ersten Mal wieder zu hören sind.


Redaktion Werner Fuhr
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Dienstag, 11. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Das Kyoto-Protokoll wird verabschiedet
(11.12.1997)
Von Sven Preger

Die Begriffe sollen für eine entspannte Atmosphäre sorgen – schließlich geht es um den
Klima-Schutz: vom sauberen Entwicklungsmechanismus über die gemeinsame Umsetzung
und den Emissionsrechtehandel bis hin zur Lastenteilung. Worte, die positiv klingen sollen,
oftmals jedoch den Blick auf die Wirklichkeit verstellen. Für den normalen Mülltrenner und
Fahrradfahrer zu Hause sind sie ohnehin kaum zu verstehen. Geschaffen wurden diese
Wortungetüme 1997 auf der Weltklimakonferenz in Kyoto, bei der das wohl berühmteste
Umwelt-Abkommen verabschiedet wurde. Das Kyoto-Protokoll soll dafür sorgen, dass weniger
Treibhausgase ausgestoßen werden. Doch so wirklich funktioniert das nicht: Einige Staaten
haben das Protokoll zwar unterschrieben, aber nicht ratifiziert, und andere Länder kümmern
sich einfach nicht um ihre Zusagen. Das alles sorgt jedoch nicht gleich für schlechtes Klima
zwischen den Staaten. Denn eines ist im Kyoto-Protokoll nicht vorgesehen:
Sanktionsmöglichkeiten.


Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 10.15-10.35 Uhr


Neugier genügt


Verknotete Knochen – Deutschland im Yoga-Fieber
Von Andrea Rönsberg

Krähe, Hund, Heuschrecke – drei Millionen Menschen in Deutschland versuchen regelmäßig,
die Form dieser Tiere anzunehmen: im Yoga-Unterricht. Das schätzt der Berufsverband der
Yogalehrenden. Noch mehr würden es gerne mal ausprobieren: Über 70 Prozent der Frauen
und immerhin fast 60 Prozent der Männer, das kam bei einer Umfrage für die Zeitschrift
FOCUS heraus. „Rumsitzen und „Om“ singen“, das war vor wenigen Jahren noch das gängige
Klischee. Doch bei den in Deutschland so populär gewordenen Yogastilen wie Ashtanga und
Power Yoga kommen auch trainierte Menschen ins Schwitzen. Die Verbindung von
körperlicher Anstrengung und bewusster Atmung ermöglicht es vielen Yogaschülern, bei den
Übungen zu entspannen. Einer der wenigen Männer im Unterricht meint: „Es geht auf
Ausdauer, es geht auf Atmung, es geht auf Meditieren und es spricht Körper, Geist und Seele
gleichermaßen an – das gefällt mir beim Yoga.“


Redaktion Kirsten Pape
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 12.05-13.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 21.05-22.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


„Das Heidi und die Klara“
Die Schweiz zwischen Alpenidyll und Rechtspopulismus
Von Georg Seeßlen und Markus Metz

1880 hat Johanna Spyri „Heidi“ als wahrhafte Sehnsuchtsliteratur verfasst. Die Geschichte ist
denkbar einfach: Ein Waisenmädchen namens Heidi wächst bei der Tante in den Schweizer
Bergen auf. Als die Tante die Möglichkeit erhält, nach Frankfurt zu gehen, um bei einer
reichen Bürgerfamilie zu arbeiten, übergibt sie Heidi dem Alm-Öhi, einem brummigen
Einzelgänger. In dessen Berghütte freilich ist Heidi mit der Natur, den Ziegen und mit ihrem
Freund, dem unbeschwerten Hütebub Geißen-Peter, so richtig glücklich; auch der Alm-Öhi
lässt sich von dem Kind zu neuer Freundlichkeit erweichen. Die Idylle wird gestört, als die
Tante wieder auftaucht und Heidi mit nach Frankfurt nimmt, wo sie als Spielkameradin für
die Tochter des Hauses dienen soll.

Heute ziehen die Deutschen in die Schweiz zum Arbeiten. 2006 war die Schweiz wie schon
im Jahr zuvor das beliebteste Ziel deutscher Aus- und Abwanderer. Derweil ist die
rechtspopulistische Schweizer Volkspartei mit 27 Prozent stimmenstärkste im Land.
Trotzdem wirkt „Heidi“ nach wie vor als Markenzeichen für schweizerische Lebensart,
Tourismus und Kultur, das Japaner und Inder magnetisch ins „Heidiland" zieht.

Anlässlich der Wiederaufführung der „Heidi und Peter“-Verfilmung aus dem Jahr 1955 spürt
Scala dem „Heidi“-Mythos nach, der tief in die Sehnsucht nach heimatlicher Geborgenheit
reicht.


Redaktion Volker Schaeffer
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 15.05-16.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 00.05-01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


„Hier riecht es aber komisch!“
Wie man sich erfolgreich aus peinlichen Situationen rettet

Den Hochzeitstag vergessen? Mit dem Gesicht in die Torte gefallen? Einen Fremden von
hinten mit dem eigenen Ehemann verwechselt und umarmt? Wie konnte das passieren?
Peinlich wird es immer dann, wenn man ungewollt im Mittelpunkt steht. Weil man
irgendwas getan hat, das unpassend war. Egal, ob aus Ungeschicklichkeit, Unwissenheit oder
einfach „aus Versehen“. Jetzt steht man da und ist blamiert.
Die Sozialpädagogin Jeannette Schmid erklärt, wie man sich erfolgreich aus peinlichen
Situationen rettet.


Hörerinnen und Hörer können sich über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800 5678 555
live von 15.05 - 16.00 Uhr an der Sendung beteiligen.


Redaktion Jürgen Orthaus
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 20.05-21.00 Uhr


Das Hörspiel am Dienstag


Das Herz von Jayne Mansfield
Von Armin Frost
Regie Petra Feldhoff
Produktion WDR 2003

parallele Ausstrahlung in 5.1 Surround-Sound
Eine wahre Geschichte aus den letzten Tagen irgendeines fernen Jahrhunderts: Flint Nickels
ist Privatdetektiv auf Skylark. Sein neuer Auftraggeber sieht aus wie Rudolph Valentino, ist
aber in Wirklichkeit ein Miserlou-Roboter der letzten Generation, aus der Zeit des „Revival“,
in der ein gewisser Dr. Antonius Bellini das romantische zwanzigste Jahrhundert wieder
aufleben ließ, u.a. mit Vergnügungsschiffen, auf denen menschenähnliche Roboter Dienst
taten, die aussahen wie Filmstars. Rudolph Valentino hat auf der „El Dorado“ als Eintänzer
gearbeitet, zusammen mit Douglas Fairbanks, John Barrymore, Al Jolson, Tom Mix und
Groucho Marx. Damals verliebte er sich in eine Miserlou-Kollegin des Typs Jayne Mansfield.
Jetzt ist ihr Herz defekt, eine kleine, um sich selbst rotierende Spule. Nur Bellini kann es
reparieren oder austauschen. Es verdichten sich die Gerüchte, dass der alte Erfinder auf dem
entlegenen Vergnügungsplaneten Valmont Fair lebt; aber für die Reise dorthin hat Nickels
weder ein gültiges Visum noch ein taugliches Raumschiff.

Armin Frost, geboren 1967, studierte nach seiner Schauspielausbildung Filmwissenschaft und
Nordamerikanistik in Hamburg und Berlin, kehrte 1993 zur Theaterarbeit zurück und
arbeitet seit 1999 als Redakteur und Sprecher für TV-Synchronisationen. 1996 produzierte
der NDR sein erstes Hörspiel „Rückkehr nach Memphis“.
Mit Hanns Jörg Krumpholz, Peter Davor, Heinrich Giskes, Alexander Hauff, Walter Renneisen
u.a.


Redaktion Georg Bühren
WDR 5, Dienstag, 11. Dezember 2007, 23.05-23.30 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 02.30-03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Way Out West
Der amerikanische Saxofonist Sonny Rollins
Mit Ariane Riefert

Miles Davis nannte Sonny Rollins den „größten Tenorsaxofonisten aller Zeiten“. Für John
Scofield ist er „einer der größten Musiker des 20. Jahrhunderts“. Die Improvisationen des
Saxofonisten sind geprägt von seiner kühnen Spielweise sowie seinem an Coleman Hawkins
geschulten Sound. „Sonny Rollins ist ein Meister der Improvisation, der binnen kurzer Zeit
durch Hunderte verschiedene Stimmungen und Variationen geht“, kommentierte der Musiker
Ronnie Scott die Spielweise des New Yorkers.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 15.05-17.00 Uhr


Musikpassagen


Stürmische See
Musikalische Irrfahrten und Odysseen
Mit Thomas Daun

„Glücklich, wer wie Odysseus eine weite Reise macht ...“ – in einem seiner berühmtesten
Sonette preist der französische Lyriker und Humanist Joachim du Bellay die Vorzüge des
Reisens. Manche seiner Zeitgenossen mochten darüber ganz anders denken. Etwa der
Komponist Johann Jakob Froberger, dessen Schiff bei der Überfahrt von Calais nach England
von Piraten geplündert wurde. Hungrig und mittellos kam der ausgeraubte Musikus nach
England und musste sich eine Zeitlang als Bettler durchs Land schlagen. Seine Erlebnisse
brachte er später in einer bewegenden „Plaincte“ – einer instrumentalen Klage – zum
Ausdruck.

Entbehrungsreich auch die raue Seefahrt, die manch’ spanischer Jesuitenmönch antrat, der
von seinem Orden nach Südamerika geschickt wurde. Wenn er sein Reiseziel in Caracas oder
Buenos Aires erreichte, half ihm die Musik, sein Heimweh zu vergessen – denn neben der
Bibel befand sich meist auch eine Gitarre oder Harfe im Reisegepäck.

Dem französischen Musiker Charles Tessier hingegen fiel das Reisen leichter; immerhin
verschlug es ihn bis in die arabischen Länder. Mit großen Ohren lauschte er den fremden
Klängen und veröffentlichte später seine Bearbeitungen italienischer, englischer und
türkischer Chansons.

Die Musikpassagen führen durch unruhige Gewässer und an fremde Gestade – Klänge von
Seereisen und maritimen Abenteuern.


Redaktion Richard Lorber
WDR 3, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR 3 Städtekonzert
Bielefelder Philharmoniker
Aufzeichnung aus der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld

Franz Schubert
Ouvertüre im italienischen Stil D 590

Frank Martin
Petite symphonie concertante

Hector Berlioz
Harold en Italie op. 16

Sylvia Hansen, Harfe
Carolin Nordmeyer, Cembalo
Ulrich Maier, Klavier
Stefan Neuhäuser, Viola
Bielefelder Philharmoniker
Peter Kuhn, Leitung

Ins „Land, wo die Zitronen blüh’n“ entführt das WDR 3 Konzert mit den Bielefelder
Philharmonikern unter der Leitung ihres Dirigenten Peter Kuhn. Franz Schubert ging im
Rossini-besessenen Wien eine Wette ein, es dem feurigen Italiener gleichtun zu können, und
schuf eine Ouvertüre im „italienischen Stil“. Auch Hector Berlioz blickt in „Harold en Italie“
in Richtung Mittelmeer. Die Motive lieferte der Romantiker Lord Byron, der Auftrag zu dieser
„Sinfonie mit Solobratsche“ kam von keinem Geringeren als Niccolò Paganini. Dazwischen
erklingt die „Petite symphonie con certante“ des Schweizer Komponisten Frank Martin. Das
originelle Werk verlangt zwei Streichorchester, denen Cembalo, Harfe und Klavier konzertant
gegenüberstehen.


Redaktion Christoph Held
WDR 3, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 22.00-23.00 Uhr


WDR 3 HOERSPIEL


Immer dein, tuissimus
Ein Kapitel aus „Dream“
Von Samuel Beckett
Aus dem Englischen von Wolfgang Held
Bearbeitung Bernd Heinz
Regie Oliver Sturm
Produktion HR 2006

Als 1993 der autobiografische Roman „Dream of Fair to Middling Women“ (1932) erschien,
den er zu Lebzeiten nie zur Veröffentlichung freigegeben hatte, trat ein mehr oder weniger
unbekannter Autor zutage. Der Roman erklärt unter anderem auch Becketts besonderes
Interesse an der deutschen Kultur. Zwischen 1928 und 1932 hielt sich Beckett acht Mal in
Deutschland auf und verbrachte mehrere Wochen bei Familie Sinclair in Kassel. Mit deren
Tochter Peggy verband ihn ein erstes intensives Liebesverhältnis. Im Roman trägt der Held
den Namen Bell und die Freundin den Namen Smerry. Schon wenige Wochen darauf besucht
Bell sie in Wien, wo sie sich in Eurythmie unterrichten lässt. Er ist hin und her gerissen
zwischen seinen intellektuellen Anstrengungen, eine emotionale Distanz zu gewinnen, und
seiner lähmenden Eifersucht auf Smerrys Lehrer, der ihren erotischen Reizen erliegen
könnten. Diesmal wird ein Wiedersehen über Weihnachten und Neujahr in Kassel geplant, zu
dem er, geplagt von Zweifeln und Koliken, aufbricht.
Die Hörspielbearbeitung beginnt mit dem „Kassel Kapitel“.

Der irische Schriftsteller Samuel Beckett, geboren1906 in Dublin, lebte ab 1937 bis zu seinem
Tod 1989 in Frankreich. Er schrieb seine Texte auf englisch und französisch. 1969 wurde er mit
dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein bekanntestes Werk wurde das 1953
uraufgeführte Stück „En attendant Godot“ („Warten auf Godot“).
Das Hörspiel „Immer dein, tuissimus“ wurde im Mai 2006 von der Deutschen Akademie der
Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats ausgezeichnet.

Unter anderem mit Graham F. Valentine, Florian von Manteuffel, Kathrin Angerer, Friedhelm
Ptok.


Redaktion Ursula Schregel
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Im Jahr 1037 stirbt der Arzt und Philosoph Ibn Sina, genannt Avicenna
(1037, ohne Tag)
Eine Sendung von Wolfgang Burgmer

„Hüte dich davor, immerzu betrunken zu sein, aber wenn es sich ergibt, dann einmal im
Monat.“ Ein Rat des Arztes und Philosophen Ibn Sina, der um das Jahr 1000 lebte. Avicenna,
wie ihn der Westen nannte, liebte das Leben und trank selbst gern einen Schluck. Kein Asket
also, der islamische Gelehrte. Als Wunderkind aufgewachsen in Turkmenistan, wurde er auf
seinem abenteuerlichen Lebensweg zum ketzerischen Welterklärer, stellte er doch den Philo-
sophen gleichrangig neben den Propheten Mohammed. Als Arzt wollte Ibn Sina den Körper
heilen, als Philosoph die Seele. In einer mystischen Vision sah er sie durch die
Himmelssphären ins Paradies aufsteigen – Vorbild für Dantes „Göttliche Komödie“. Das
Wissen der Welt fassten Avicennas Werke perfekt zusammen. Für die christlichen Gelehrten
des Mittelalters eine wahre Erleuchtung.


Redaktion Klaus Leymann
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 12.05-13.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 21.05-22.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Disco Diskurse
Eine Ausstellung zu 40 Jahren Pop am Rhein
Von Mithu M. Sanyal

1967 eröffneten Günther Uecker, Heinz Mack und Gerhard Richter das „Creamcheese“,
Deutschlands erste Multimedia-Discothek. Hier bedienten Künstler den Projektor, und hier
trank der Grafiker Heinz Edelmann sein Bier, wenn er nicht gerade an dem Trickfilm „Yellow
Submarine“ mit den Beatles zeichnete. Zehn Jahre später entstand im „Ratinger Hof“ das
Epizentrum der deutschen Popkultur. In den 80er Jahren malten hier die Jungen Wilden aus
Düsseldorf und Kölner Künstlergruppe der Mülheimer Freiheit. Daneben bewiesen Pioniere
der elektronischen Musik von Karlheinz Stockhausen bis Kraftwerk, dass Popkultur nicht auf
MTV gemacht wird, sondern in Clubs vor Ort und in lokalen Szenen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Pop am Rhein“ betrachtet das Kölnische Kunstmuseum
erstmals 40 Jahre Popkultur durch das Vergrößerungsglas der regionalen Perspektive.

Scala präsentiert Pop in allen Erscheinungsformen total lokal.

Redaktion Sefa Inci Suvak
WDR 5, Mittwoch 12. Dezember 2007, 16.05-17.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch 12. Dezember 2007, 22.05-23.00 Uhr


Leonardo – Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt


Kein Ort für Träume
Erkundungen zur Mobilität der Zukunft im Automekka Aachen
Von Arndt Reuning und Sönke Gäthke

Die IAA war ein grünes Spektakel. Kaum ein Hersteller, der das Umweltthema nicht in den
Vordergrund rückte. Doch selbst der ADAC nennt das alles eine „Mogelpackung, eine hübsch
verpackte Fata Morgana“. Echte Innovationen zum Spritsparen, die man auch schon kaufen
kann, suchte der Automobilclub vergeblich. Vielleicht ist, was in Frankfurt vermisst wurde, in
Aachen zu entdecken. Denn dort ist nicht nur die Ford-Forschung zuhause – das Auto der
Zukunft haben auch die RWTH Aachen, die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen und die
FEV Motorentechnik im Blick.
Leonardo sagt, wie weit die Ideen fürs Auto nach der Öl-Ära gereift sind.

Redaktion Martin Gent
WDR 5, Mittwoch, 12. Dezember 2007, 23.05-23.30 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 02.30-03.00 Uhr


Jazz twenty 5


What’s Next?
Die Berliner Sängerin Pat Appleton und ihr CD-Debüt
Mit Jörg Heyd

Bisher wurde Pat Appleton immer nur in Zusammenhang mit einer Band erwähnt, ihr Name
wurde stets in einem Atemzug mit der Formation „De-Phazz“ genannt. Jetzt hat die in Berlin
lebende Sängerin mit ihrem Debütalbum „What’s Next?“ den Schritt in die künstlerische
Selbständigkeit gewagt. Ausgangsbasis ihrer CD waren verschiedene Reisen quer durch
Europa, bei denen Appleton neue Produzenten kennenlernte. Mit diesen „Reisebekannt-
schaften“ hat Appleton je einen Titel produziert, das Ergebnis ist ein bunter Stilmix zwischen
Jazz, Soul und Popmusik.


Redaktion Bernd Hoffmann
1LIVE, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 23.00-24.00 Uhr – Teil 1
1LIVE, Donnerstag, 20. Dezember 2007, 23.00-24.00 Uhr – Teil 2


1LIVE Plan B Krimi


1974
Von David Peace
Regie Annette Kurth
Produktion WDR 2007

Kurz vor Weihnachten wird die kleine Clare Kemplay als vermisst gemeldet. Wenige Tage
später wird sie unter grausigen Umständen tot aufgefunden: mit Schwanenflügeln, die ihr auf
den Rücken genäht wurden. Edward Dunford, zweitklassiger Reporter der örtlichen Zeitung,
wittert in dem Fall die Chance, seinen Ruhm als Starjournalist zu begründen. Besessen von
einem maßlosen Ehrgeiz und einem diffusen Gerechtigkeitsgefühl bemerkt Dunford nicht,
dass niemand sonst an der Aufklärung dieses Falles interessiert ist. Auch die Polizei nicht.
Zeugen verschwinden spurlos oder werden grausam ermordet. Dunford wird mehrmals
verhaftet und fast tot geschlagen. Je näher er der Lösung um die Ermordung des Mädchens
kommt, desto weniger durchschaut er das Netz von Intrigen, Korruption und Machtspielen,
das sich immer enger um ihn zieht.

David Peace, 1967 in Yorkshire geboren, arbeitete jahrelang als Englischlehrer in Istanbul,
bevor er sich als Schriftsteller einen Namen machte. Inzwischen lebt David Peace mit seiner
Familie in Tokio. „1974“ ist sein Debüt und der erste Band einer düsteren Chronik Englands
in den 70er und 80er Jahren. Dafür erhielt er 2006 den Deutschen Krimi Preis.
Unter anderem mit Wanja Mues, Gisela Keiner, Bernt Hahn, Udo Schenk, Florian Lukas,
Tommi Piper.


Redaktion Isabel Platthaus
WDR 3, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 15.05-17.00 Uhr


Musikpassagen


Gedämpft und gestopft
Von den Klangwirkungen präparierter Instrumente
Mit Wolfgang Hamm

„Präparierte“ Instrumente spielen in der Musik, nicht nur der abendländischen, eine spezielle
Rolle. Mit am Steg angebrachten Dämpfern bei Streichinstrumenten, „gestopften“ Trompeten
und Posaunen lassen sich außergewöhnliche klangliche Wirkungen erzielen. Von Mozarts
Streichquintett g-moll bis zu Werken des 20. Jahrhunderts (Bartok, Strawinskij,
Schostakowitsch, Eisler u.a.) – die Abweichung vom Normalklang ist immer einer besonderen
Intention des Ausdrucks geschuldet. In der zeitgenössischen komponierten wie improvisierten
Musik kennt die Experimentierlust natürlich gar keine Grenzen: Vom „vocoder“ als
Modulationsgerät für die Stimme (Laurie Anderson) bis zur live-elektronischen
Transformation von Instrumentalklängen – das Spektrum der Möglichkeiten ist endlos.


Redaktion Susanne Ockelmann
WDR 3, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


WDR 3 Konzert


KlangWelten 2007
Von Babette Michel
Aufnahmen vom 10.12.2007 aus der Landesstelle Unna-Massen

Mit
Samul Nori (Korea) Schamanistische Trommeln und Gongs
Houssaine Kili (Marokko) Lieder der nordafrikanischen Gnawa
Hong Yü (China) Archaische Klänge auf der Zither Guqin und der Hulusi-Kürbis-Flöte
Enkh Jargal (Mongolei) Obertongesang und Virtuoses auf der Pferdekopfgeige Morin Khoor
Rüdiger Oppermann (Europa) Keltische Harfen, Baumharfe, Morin Khoor

Das KlangWelten-Festival hat Tradition: Seit 21 Jahren bringt Festival-Initiator Rüdiger
Oppermann spannende Kombinationen verschiedenster traditioneller und zeitgenössischer
Musikstile der Welt auf deutsche Bühnen. Auch diesmal wird ein weiter Bogen gespannt:
durch drei Kontinente, sechs Kulturen und mehrere Jahrhunderte.
„Chinesische Qin über afrikanische Basslinien? Wüstengroove mit keltischer Harfe und
bretonischer Tröte? Mongolisch-marokkanischer Rap? Chinesische Musik – gespielt von
Langnasen? Afrikanische Songs – begleitet von der ungewöhnlichsten Welt-Musik-Gruppe,
die man sich vorstellen kann? Vieles ist möglich“, sagt Oppermann und verspricht: „Alle
Beteiligten präsentieren ihren kulturellen Hintergrund in Reinform, begeben sich aber auch
auf den Pfad des Dialogs. Neue Kombinationen werden dabei entstehen, die es noch nie gab.“


Redaktion Werner Fuhr
WDR 3, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 23.05-24.00 Uhr


WDR 3 open: WortLaut


„Magmaherz und Flügelrauschen“
Der Schriftsteller Werner Fritsch
Von Martin Becker
Produktion WDR 2006

Werner Fritsch ist nicht nur einer der produktivsten deutschen Dramatiker, auch in
Hörspielen, Filmen oder Prosa-Arbeiten entwirft er ein literarisches Universum, das
ungewöhnlich rau und wildwüchsig wirkt im Kontext der literarischen Gegenwart. 1960 in
der tiefsten Oberpfalz geboren, wuchs Fritsch ohne gleichaltrige Kinder auf und hörte nur
den vogelwilden Berichten des Knechts Wenzel zu; schon in frühen Jahren diktierte er sie
seiner Tante in die Schreibmaschine, und seither erzählt Werner Fritsch archaische und
anarchische Geschichten. Immer wieder sind es die Randfiguren, denen sonst niemand
zuhört, die Stimmlosen, denen Fritsch eine Stimme gibt.

Das Porträt in WDR 3 open: WortLaut blickt zurück auf die wichtigsten Arbeiten des
Schriftstellers und unternimmt den Versuch, sich den häufig als sperrig geltenden
Textbollwerken über Gespräche mit ihm zu nähern. Außerdem gibt Werner Fritsch Einblicke
in seine Werkstatt, liest aus aktuellen Texten und erzählt von seinen Utopien.


Redaktion Imke Wallefeld
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Otto Friedrich Antrick redet acht Stunden lang im Reichstag
(13.12.1902)
Eine Sendung von Ralf Gödde

Die bislang längste Rede der Welt hat 2003 ein Bankangestellter aus Simbabwe gehalten. Die
Plaudertasche referierte sage und schreibe 36 Stunden lang ohne Manuskript über die
verschiedensten Themen. Ganz so ausdauernd war der SPD-Abgeordnete Otto Friedrich
Antrick nicht, als er am 13. Dezember 1902 den bislang unerreichten Rede-Rekord in der
Geschichte des deutschen Parlamentarismus aufstellte. Acht Stunden lang schwadronierte der
Zigarettenfabrikant im Reichstag, um damit eine Abstimmung über die Erhöhung der
Getreidezölle zu verzögern. Diese konnte erst am nächsten Morgen um fünf Uhr früh
erfolgen. Erst 20 Jahre später wurden Gesamtredezeiten für die Fraktionen eingeführt und
die Sprechzeit für einzelne Abgeordnete auf höchstens eine Stunde beschränkt. Heute wird
im Bundestag nach der so genannten „Berliner Stunde “ debattiert: Aktuell haben SPD und
CDU/CSU daran einen Anteil von jeweils 19 Redeminuten, die FDP darf acht, DIE LINKEN
und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dürfen jeweils sieben Minuten sprechen.


Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 10.15-10.35 Uhr


Neugier genügt – Feature


Männer, die für Sex bezahlen
Von Ulli Schauen

Alf fährt fast jeden Abend hundert Kilometer auf dem Straßenstrich herum. Christian ergötzt
sich regelmäßig an den Körpern schöner lateinamerikanischer Frauen in den Bordellen seiner
Stadt. Bernd hat nach dem Tod seiner Frau die Suche nach einer neuen Partnerin aufgegeben
und geht stattdessen in seinen Stamm-Saunaclub.

Es sind ganz normale Männer, die regelmäßig Orte der Prostitution aufsuchen. Neugier
genügt begleitet sie dabei und erfährt dabei auch eine Menge über die alltägliche
Sprachlosigkeit in scheinbar gut funktionierenden Partnerschaften.


Redaktion Gesa Rünker
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 12.05-13.00 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 21.05-22.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Ecken und Kanten statt Blumen und Bäumen
Der Maler Piet Mondrian
Von Berit Hempel

Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, musste der Maler Piet Mondrian bunte
Blumenstillleben malen. Sein künstlerisches Interesse galt aber rechtwinkeligen Liniennetzen,
Quadraten und den Farben Rot, Gelb, Blau. Die Farbe Grün aus seinen Naturdarstellungen
benutzte er nie wieder: Die Bäume hatten sich zu dunklen Gerüsten weiterentwickelt. “Was
will ich in meinem Werk ausdrücken? Schönheit auf der ganzen Linie und Harmonie durch
das Gleichgewicht der Beziehungen zwischen Linien, Farben und Flächen“, so der Maler. Piet
Mondrian ließ sich zum Zeichenlehrer ausbilden, bevor er an der Amsterdamer
Kunstakademie studierte und schließlich zum großen abstrakten Maler avancierte. Das Kölner
Museum Ludwig zeigt im Winter eine große Retrospektive: „Piet Mondrian. Vom Abbild zum
Bild“. Scala porträtiert den abstrakten Maler.


Redaktion Nora Schattauer
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 15.05-16.00 Uhr
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 00.05-01.00 Uhr


WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten


Fit durch die Feiertage

Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und
Weihnachten. Dies ist eine beruhigende Erkenntnis: Wer das Jahr über ausgewogen lebt, sich
bewegt und gut ernährt, der kann auch an den Feiertagen feist genießen. Aber das schlechte
Gewissen bohrt schon nach dem ersten üppigen Menü, dem ersten Pfund Plätzchen und den
Weihnachtsnaschereien.
WDR 5 LebensArt steht stärkend zur Zeit und berichtet über kleine Tipps und Tricks, wie
man die kalorienreichen und bewegungsarmen Tage gut überstehen kann.

Hörerinnen und Hörer können sich über das kostenlose WDR 5 Aktionstelefon
0800 5678 555 live an der Sendung beteiligen.


Redaktion Gabriele Kraiczek
WDR 5, Donnerstag, 13. Dezember 2007, 23.05-23.30 Uhr
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 02.30-03.00 Uhr


Jazz twenty 5


Szene NRW
Special: Der Kölner Posaunist Tobias Wember
Mit Anja Buchmann

„Hornstrom“ heißt eine spannende Quartett-Formation des Posaunisten Tobias Wember:
Zwei Posaunen, Bass und Schlagzeug erzählen sich musikalische Geschichten – kraftvoll und
energetisch, klangverliebt und ineinander verschlungen. Die Musik dieses Quartetts wechselt
von swingendem Jazz über rockige Passagen bis zu modernen Drum’n’Bass-Anklängen.


Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Freitag, 14. Dezember 2007, 15.05-17.00 Uhr


Musikpassagen


Anrufung der Götter
Mit Andreas Kirchhoff

„Hört Ihr Götter, hört mein Klagen ...” Die Anrufung höherer Mächte in niederen Nöten war
schon immer ein Merkmal menschlicher Hoffnung. De Profundis clamavit – der Ruf aus der
Tiefe, aus der Nacht irdischer Existenz mit Bitte um Beförderung ins Licht des Wissens und
der Ewigkeit. Es gibt aber auch die Anrufung der Götter für den Augenblick, als Evokation,
der Beschwörung von göttlicher Gegenwart in den Kräften der Natur, siehe Debussys Ruf an
Pan, den Gott des Windes. Oder als Beschwörung einer imaginären Stadt als Fluchtpunkt
aufgewühlter Gedanken bei Vivier. Oder als anklagende Frage an die höheren Kräfte seitens
des gekreuzigten Jesus: „Mein Gott! Mein Gott! Warum hast Du mich verlassen?”


Redaktion Frank Hilberg
WDR 3, Freitag, 14. Dezember 2007, 20.05-22.30 Uhr


WDR 3 Konzert


WDR Sinfonieorchester Köln
Live-Übertragung aus der Kölner Philharmonie

Peter Tschaikowsky
Suite aus dem Ballett
„Der Nussknacker“ op. 71a

Francesca da Rimini op. 32
Fantasie nach Dantes „Göttlicher Komödie“

Konzert Nr. 1 b-moll für
Klavier und Orchester op. 23

Igor Tchetuev, Klavier
WDR Sinfonieorchester Köln
Semyon Bychkov, Leitung

Seit er 1998 den renommierten Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv gewann, ist der
junge russische Pianist Igor Tchetuev auf den großen Konzertpodien der Welt ein gern
gesehener Gast. In Köln interpretiert er zusammen mit dem WDR Sinfonieorchester unter
der Leitung von Semyon Bychkov Peter Tschaikowskys erstes Klavierkonzert. Zu Beginn des
Abends mit Werken des russischen Komponisten erklingen die bekannte „Nussknacker Suite“
und die meisterhafte Orchesterfantasie „Francesca da Rimini“. Mit dieser Konzertübertragung
beteiligt sich WDR 3 zum ersten Mal an den deutsch-französischen Freitagskonzerten, die
gemeinsam vom Saarländischen Rundfunk und von Radio France ausgerichtet werden.


Redaktion Christoph Held
WDR 3, Freitag, 14. Dezember 2007, 23.05-24.00 Uhr


WDR 3 open: FreiRaum


Take It, Satch!
von Scat und Tomming

„Hello, Dolly!“, „Mack the Knife“ oder „What a Wonderful World“ – Louis Armstrongs
Welterfolge bestimmen bis heute unsere Werbelandschaft, untermalen TV-Dokumentationen
oder finden jüngst auch ihren Einsatz als musikalisches Plädoyer für den Klimaschutz.
Während die einen Satchmo gerade wegen dieser unerschütterlich optimistischen Songs
lieben, sehen andere in diesen Hits den musikalischen Fauxpas eines großartigen Jazzmusikers
oder werfen dem harmlosen Entertainer gar „Tomming“ – eine reine Anbiederung an die
Kultur der Weißen – vor. Das DJ Kollektiv Scat & Tomming versucht nicht, die verhärteten
Fronten mit ihrer Mash up-Collage aufzuweichen, sondern arbeitet sich mit den Mitteln
heutiger Musiktechnologie an der Vaterfigur des Jazz ab. „Take it, Satch!“ ist eine ambivalente
Hommage an einen Jahrhunderttrompeter und seine Stimme, die wie kaum eine andere für
Schmalz und Authentizität steht.


Redaktion: Stefan Fricke
WDR 4, Freitag, 14. Dezember 2007, 20.05-22.00 Uhr


WDR 4 für Liebhaber


Operette nach Wunsch
Der Genuss in der Operette
Von Jürgen Gauert

Zu den vielen Genüssen in der Operette gehören auch Essen und Trinken. In dem Welterfolg
„Die Fledermaus“ von Johann Strauß wird dem Champagner gehuldigt, in „Saison in
Salzburg“ von Fred Raymond lässt man sich Salzburger Nockerln schmecken. Und Operetten
wie „Die Dubarry“ von Karl Millöcker und „Die schöne Helena“ von Jacques Offenbach
inspirierten die großen Köche sogar zu erlesenen Rezepten wie „Blumenkohl à la Dubarry“
oder „Birne Hélène“. Erinnert werden soll auch an den Operettenkomponisten Ludwig
Schmidseder, der in den 50er Jahren als allererster Fernsehkoch TV-Geschichte schrieb.
Bekannte Solisten wie Anneliese Rothenberger und Hermann Prey singen Lieder rund ums
Kochen und wünschen „Guten Appetit“.


Redaktion Winfried Fechner
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 9.05-9.20 Uhr
WDR 3, Freitag, 14. Dezember 2007, 11.45-12.00 Uhr


ZeitZeichen


Der Todestag der deutschen Kaiserin Agnes von Poitou
(14.12.1077)
Eine Sendung von Heiner Wember

Eine Frau an der Spitze Deutschlands, das gab es selten. Kaiserin Agnes regierte fünf Jahre
lang von 1056 bis 1061. Denn ihr Sohn Heinrich IV. war noch unmündig. Eine Kaiserin durfte
nicht in den Krieg ziehen. Also brauchte Agnes starke Herzöge. Sie band den hohen Adel
durch großzügige Lehen an sich, beendete die Auseinandersetzungen mit den Sachsen und
sorgte für Frieden mit Ungarn. Ein Wendepunkt für die gebildete und willensstarke Kaiserin
kam mit der Kirchenpolitik. Hier geriet sie zwischen die Stühle: Als Kaiserin musste sie
darauf bestehen, den kaiserlichen Kandidaten als Papst durchzusetzen; doch als Christin war
Agnes Anhängerin des Reformpapsttums. Nach einem von ihr mit verursachten Schisma trat
sie von den Regierungsgeschäften zurück. Als ihr Sohn den Thron besteigen konnte, siedelte
Agnes nach Rom um und verbrachte dort ihren Lebensabend. Sie musste zusehen, wie ihr
Sohn und Kaiser vom Papst gebannt wurde und am Ende in Canossa um Wiederaufnahme in
die Kirche bitten musste.


Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 12.05-13.00 Uhr


Scala – Aktuelles aus der Kultur


Die Poesie des Stahlbetons
Der Architekt Oscar Niemeyer wird 100
Von Karl-Ludolf Hübener

Sinnlich, leicht wie eine Wolke, frei schwingend, weibliche Formen – eine kleine Auswahl von
Beschreibungen für Oscar Niemeyers Werk. „Ich bin für die unbegrenzte plastische Freiheit,
die dazu befähigt, eine Atmosphäre der Ekstase, des Traumes und der Poesie zu erleben“,
sagt der brasilianische Stararchitekt. Kurvenreich modellierte er Stahlbeton wie Knete: für
Schulen, Ministerien, Kathedralen, Universitäten, Tankstellen, Ausstellungspavillons, das
„Memorial für Amerika“ …

Berühmt wurde Oscar Niemeyer als Chefarchitekt Brasilias. Die auf dem Reißbrett
entworfene neue Hauptstadt ist von Kritikern auch als seelenlos und inhuman bezeichnet
worden. „Die Stadt der Zukunft, an die ich glaube, wird auf der Grundlage einer Gesellschaft
gleicher Menschen gebaut“, entgegnete Niemeyer. Der überzeugte Kommunist, tolerant und
ohne Parteibuch, hasse den Kapitalismus wie den rechten Winkel, meinte ein Freund.

Am 15. Dezember wird er in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro 100 Jahre alt; in seinem
lichtdurchfluteten Atelier an der Copacabana kurvt der „Carioca“ auch heute noch
schwungvoll mit dem Bleistift über das Reißbrett.


Redaktion Volker Schaeffer
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 15.05-16.00 Uhr
WDR 5, Samstag, 15.Dezember 2007, 00.05-01.00 Uhr


Thema NRW – Studio Dortmund


Rückkehr der Kavaliere
Etikette und Benimm wieder gefragt

Die 68er Generation hat als Vorbild ausgedient – Konventionen und konservative Werte
halten wieder Einzug. Viele Jugendliche in Nordrhein-Westfalen gehen in die Tanzschule und
zum Abi-Abschluss trägt man Anzug oder Abendkleid. Modegeschäfte haben die Marktlücke
längst entdeckt und bieten wieder Frack und Fummel an. Auch Benimmkurse boomen, denn
gutes Benehmen wird in Gesellschaftskreisen goutiert. In Unna zum Beispiel gibt es eine
Agentur, die nicht nur „Kniggekurse“ für die komplette Familie organisiert, sondern auch für
Geschäftsleute und Firmen. Unternehmen fordern wieder konventionelle Kleidung im
Berufsalltag.
Thema NRW zur neuen Lust an Vornehmheit und Eleganz.

Redaktion Traudel Seufert
WDR 5, Freitag, 14. Dezember 2007, 20.05-21.00 Uhr
WDR 5, Krimi am Samstag, 15. Dezember 2007, 10.05-11.00 Uhr


Der Krimi


Ein perfektes Leben
Von Leonardo Padura
Aus dem kubanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein
Bearbeitung Barbara Engelmann
Regie Thomas Leutzbach
Produktion WDR 2007

Eigentlich hatte sich der kubanische Ermittlungsbeamte Teniente Mario Conde nach einer
feucht-fröhlichen Sylvesterfeier auf ein ruhiges Wochenende zum Jahresbeginn gefreut.
Stattdessen zitiert ihn sein Chef in die Polizeizentrale. Rafael Morin, ehemaliger
Schulkamerad von Mario Conde und jetzt hoher Regierungsbeamter, ist spurlos
verschwunden. Seine Lebensgefährtin Tamara hat eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Conde
wird mit dem Fall beauftragt und entdeckt verdächtige Flecken auf der scheinbar so
blütenweißen Weste. Hat der prominente Wirtschaftsfunktionär wirklich ein perfektes Leben
im Sinne der Revolution geführt? Conde begibt sich auf Morins Spuren und wird gleichzeitig
mit den verlorenen Träumen und Illusionen seiner eigenen Generation konfrontiert, als er in
Tamara seine Jugendliebe wiedererkennt.

Leonardo Padura, geboren 1955 in Havanna, schrieb nach seinem Lateinamerikanistik-
Studium zunächst für verschiedene kubanische Zeitschriften. „Ein perfektes Leben“ ist der
erste Band aus seinem Krimizyklus „Das Havanna-Quartett“, mit dem er international
bekannt wurde. Er gehört zu den meistübersetzten und meistausgezeichneten kubanischen
Autoren. Mit seinen poetischen Kriminalromanen liefert er nicht nur spannende Stoffe,
sondern gleichzeitig hervorragende Milieustudien der kubanischen Gesellschaft.

Redaktion Ursula Schregel

				
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