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Der Ernaehrungsmediziner Dezember 2012

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Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wer kennt nicht die Geschichte der Groenlandeskimos, die seit den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den Publikationen so oft wie kaum eine andere zitiert wurde. Aber wer kennt schon das heutige Leben der Inuit? Unser Vizepr�sident, Prof. Rabast, ist auf den Spuren von Dr. Jorn Dyerberg gewandert und hat das heutige Leben der Groenlandbewohner studiert. Sein Bericht wird Ihnen sicher ein Schmunzeln bereiten. In dieser Ausgabe lesen Sie natuerlich wieder interessante Berichte aus der Adipositasforschung, der Kardioprotektion und der Pr�vention. Aber es gibt eine zus�tzliche Neuerung: Berichte aus den Lehrkliniken. Prof. Dr. med. Reinhold Kluthe hat Mitte der 90-er Jahre das Lehrklinik-Projekt ins Leben gerufen, um Ausbildungspl�tze fuer Ern�hrungsmediziner zu schaffen. Seither hat sich das Projekt erfreulich entwickelt, viele der Lehrkliniken haben Schwerpunkte mit herausragenden Behandlungsergebnissen gebildet. Bei einem Symposium 2011 in Muenchen, zum 10-j�hrigen Bestehen der Lehrkliniken, wurden aus den Rehabilitations-Einrichtungen und Akutkliniken hervorragende Beitr�ge geliefert, die auf Beschluss der Schriftleitung nun sukzessive im Ern�hrungsmediziner" erscheinen werden. In der aktuellen Ausgabe finden Sie den ersten Bericht, der sich mit der Mangelern�hrung im Krankenhaus befasst. Aus der Praxis fuer die Praxis stellt der Chefarzt der Klinik Haag i. OB, Dr. Stephan von Clarmann, sehr kompetent und anschaulich den Umgang mit Malnutrition und Dysphagie dar. Ich wuensche Ihnen eine interessante und spannende Lektuere und verbleibe mit den besten Wuenschen fuer eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest, sowie ein glueckliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr Ihr Prof. Adam

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									                                                                                                  A
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Ernährungsmediziner                                                                               E
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Unabhängiger Informationsdienst                                                                 V E      R    L   A    G


Jahrgang 14, Nr. 4                                                                                         November 2012

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
wer kennt nicht die Geschichte der Grönlandeskimos, die seit den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in
den Publikationen so oft wie kaum eine andere zitiert wurde. Aber wer kennt schon das heutige Leben der Inuit?
Unser Vizepräsident, Prof. Rabast, ist auf den Spuren von Dr. Jorn Dyerberg gewandert und hat das heutige Leben
der Grönlandbewohner studiert. Sein Bericht wird Ihnen sicher ein Schmunzeln bereiten.
In dieser Ausgabe lesen Sie natürlich wieder interessante Berichte aus der Adipositasforschung, der Kardioprotek-
tion und der Prävention. Aber es gibt eine zusätzliche Neuerung: Berichte aus den Lehrkliniken. Prof. Dr. med.
Reinhold Kluthe hat Mitte der 90-er Jahre das Lehrklinik-Projekt ins Leben gerufen, um Ausbildungsplätze für Er-
nährungsmediziner zu schaffen. Seither hat sich das Projekt erfreulich entwickelt, viele der Lehrkliniken haben
Schwerpunkte mit herausragenden Behandlungsergebnissen gebildet. Bei einem Symposium 2011 in München,
zum 10-jährigen Bestehen der Lehrkliniken, wurden aus den Rehabilitations-Einrichtungen und Akutkliniken hervor-
ragende Beiträge geliefert, die auf Beschluss der Schriftleitung nun sukzessive im "Ernährungsmediziner" erschei-
nen werden. In der aktuellen Ausgabe finden Sie den ersten Bericht, der sich mit der Mangelernährung im Kran-
kenhaus befasst. Aus der Praxis für die Praxis stellt der Chefarzt der Klinik Haag i. OB, Dr. Stephan von Clarmann,
sehr kompetent und anschaulich den Umgang mit Malnutrition und Dysphagie dar.
Ich wünsche Ihnen eine interessante und spannende Lektüre und verbleibe mit den besten Wünschen für eine be-
sinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest, sowie ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr
                                                                                                      Ihr Prof. Adam

                                                              schaubar. Die schönste Stadt Grönlands Qaqortoq
In dieser Ausgabe:
                                                              hat gerade einmal 3.300 EinwohnerInnen und den
                                                              einzigen Springbrunnen Grönlands. Die Hauptstadt
•   Omega-3 Fettsäuren nachgefragt: Wie leben
    Grönlandeskimos heute?                                    Nuuk hat als größte Stadt 16.000 EinwohnerInnen.

•   Kalziumzufuhr und kardiovaskuläre Risiko-                 Man vermeide die Bezeichnung Eskimo (Rohfleisch-
    faktoren                                                  esser). Der hier lebende Volksstamm hat sich be-
                                                              wusst in Inuit (Mensch) umbenannt.
•   Vermeidung einer übermäßigen
    Gewichtszunahme bei Schwangeren                           Der Verzehr von rohem Fleisch ist in dieser Gegend
•   Sport lohnt sich für Diabetiker                           sicher sinnvoll. Während bei längeren Reisen und
                                                              Expeditionen nicht indigener Völker Skorbut ein kon-
•   Neue Rubrik: Erfahrungsberichte aus den
                                                              stanter Begleiter war, ist diese Erkrankung bei den
    Lehrkliniken – Modellprojekt klinische Ernäh-
                                                              Inuit unbekannt. Der Permafrost ermöglicht keinen
    rungsmedizin der DAEM e.V.
                                                              Anbau von Obst und Gemüse. Rohes Fleisch enthält
    Bericht aus der Klinik Haag i. OB:
                                                              reichlich Vitamine. Beim Kochen kommt es zu Vita-
    Die Mangelernährung in der Klinik – eine lös-
                                                              min-Verlusten und vor allem das hitzelabile Vitamin C
    bare Aufgabe
                                                              wird zerstört. Die im frischen Fleisch enthaltene Vi-
•   Ausschreibungen                                           tamin C-Menge reicht offensichtlich aus, um das Auf-
•   Veranstaltungen                                           treten von Skorbut bei den Inuit zu verhindern.
                                                              Mit einer Klischeevorstellung muss man aufräumen.
Omega-3 Fettsäuren nachgefragt: Wie leben                     Die in Kinderbüchern malerisch als Dauerwohnstät-
Grönlandeskimos heute?                                        ten dargestellten Iglus wird man heute selbst in der
Rabast U                                                      kalten Jahreszeit nicht mehr finden. Hier müsste man
                                                              in die Zeit von 500-1000 n. Chr. zurückgehen. Allen-
Besucht man Grönland, hat man Gelegenheiten mit               falls bei längeren Jagdaufenthalten graben sich die
Inuit Kontakt zu bekommen und einiges über die heu-           Inuit heute gelegentlich Schneehöhlen, um sich vor
tige Lebensweise dieser indigenen Volksgruppe zu              der Kälte zu schützen. Neben schmucken, farbigen
erfahren, die im arktischen Zentral- und Nordostka-           Holzhäusern stößt man heute auch auf Wohnsilos als
nada sowie auf Grönland zu Hause ist.                         Bausünden der Neuzeit.

Grönland hat insgesamt 56.000 Einwohner und die               Die Inuit waren Nomaden und passten sich an. Einer
Städte und Ortschaften sind eher klein und über-              ihrer Leitsprüche lautet: Passe dich an oder weiche.
                                                              Der zunehmende Verlust von Permaeis ist drama-
                                                     Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                  November 2012


tisch und wird als Folge des Klimawandels angese-                     getragen. Felllieferanten waren die Robben. Mit Fett
hen. Allerdings gab es in Grönland schon immer Käl-                   und Öl konnte man die Felle wasserdicht machen. Im
te- und Wärmeperioden. Wikinger versuchten in einer                   Gegensatz zur Kleidung der Polarforscher war diese
dieser Wärmeperioden in Grönland sesshaft zu wer-                     Bekleidung eher leicht. Die Polarforscher hatten
den. Sie verschwanden bei erneutem Eintritt einer                     dreimal so schwer an ihrer Kleidung zu tragen. Die
Kälteperiode. Die Inuit passten sich an und blieben.                  Schnee- bzw. Sonnenbrille bestand aus Knochentei-
                                                                      len, hatte keine Gläser und enthielt lediglich einen
Die Lebenserwartung der Inuit ist heute mit ca. 60-62                 schmalen Sehschlitz. Eine Original Inuit-Sonnenbrille
Jahren eher gering. Obwohl sich auch höhere Zah-                      ist als Souvenir begehrt, meist ausverkauft und kostet
lenangaben zur Lebenserwartung finden, ist dies die                   ca. 40 €.
am häufigsten genannte Zeitspanne. 1865 lag die
Lebenserwartung für Männer bei 28, für Frauen bei                     Seit langem bekannt sind die Besonderheiten in der
23 Jahren. Damals war sie in weiten Teilen Europas                    Ernährung der Inuit. In der traditionellen Kost domi-
bereits doppelt so lang. Die Kindersterblichkeit ist                  nieren Fett und Fleisch. Obst und Gemüse standen
hoch, und es kommt zu zahlreichen Jagdunfällen.                       nicht zur Verfügung und konnten kaum verzehrt wer-
                                                                      den. Trotz der insgesamt geringen Lebenserwartung
Besucht man in Nuuk das Nationalmuseum, so kann                       wird das für einen Herzinfarkt typische Alter erreicht,
man sich ein Bild von der Anpassungsfähigkeit und                     und man müsste mit einer hohen Infarktrate rechnen.
dem Erfindergeist der Inuit machen. Man versteht,                     Das Gegenteil ist der Fall. Der dänische Wissen-
wie gefährlich die Jagd gewesen sein muss bzw. ist,                   schaftler Dyerberg und seine MitarbeiterInnen beo-
wenn man die winzigen Kajaks ansieht. Kajak und                       bachteten zwischen 1950 und 1974 ca. 1.800 Inuit
Anorak sind übrigens Worte aus der Inuitsprache. Die                  aus einem Ort der Region Upernavik. Die Ureinwoh-
Kleidung traditioneller Inuit bestand aus zwei Lagen                  ner Grönlands erlitten viel seltener einen Herzinfarkt
Fell, wobei je eine behaarte Seite nach innen und ei-                 als eine vergleichbare Gruppe Dänen. Gründe dafür
ne nach außen gerichtet war. Im Sommer wurde das                      sind die mit Salzwasserfisch-, Wal- und Robben-
Fell einlagig, mit der behaarten Seite nach innen,                    fleisch vermehrt aufgenommenen Fischölsäuren, Ei-
  Impressum                                                           cosapentaen- und Docosahexaensäure. Sie beein-
  Schriftleitung                                                      flussen Risikofaktoren der Herz-Kreislauf-Erkrankun-
  Udo Rabast, Hattingen                                               gen positiv. So gerinnt das Blut der Inuit langsamer
  Olaf Adam, München                                                  infolge einer durch die Omega-3 Fettsäuren verbes-
  Heinrich Kasper, Würzburg                                           serten Fließeigenschaft und einer Hemmung der
  Redaktion
                                                                      Thrombozytenaggregation. Das Serum-Cholesterin
  Andrea Drewski, Freiburg                                            wird durch die Fettsäuren positiv beeinflusst. Omega-
  Albrecht Gebhardt, Freiburg                                         3 Fettsäuren aus dem Fischöl sind Ausgangssub-
                                                                      stanzen für entzündungshemmende Eicosanoide. Sie
  Verlag                                                              wirken antiinflammatorisch, antiproliferativ und im-
  Akademie - Verlag
  Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg
                                                                      munsuppressiv.
  Tel.: 0761/ 7 89 80; Fax.: 0761/ 7 20 24                            Besucht man einen Fisch- und Fleischmarkt, so fin-
  Email: info@daem.de                                                 det man ein großes Angebot an landestypischen
  Internet: www.daem.de
                                                                      Jagdtieren. Des Weiteren werden auf den Märkten
  Copyright                                                           Meerestiere angeboten; neben Fischen auch das
  Zeitschrift, Beiträge und Abbildungen sind für die Dauer            Fleisch von Robbe, Walross und Wal. Das Erlegen
  des Urheberrechts geschützt. Eine Verwertung außer-                 von Walen ist den Inuit für den Eigenbedarf, in be-
  halb des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Ver-
                                                                      grenztem Umfang, erlaubt. Trotz seines Aufenthalts
  lags strafbar. Das gilt insbesondere auch für Vervielfäl-
  tigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie
                                                                      im Wasser ist das Fleisch der Wale dem der Säuge-
  Einspeicherungen und Verarbeitung in elektronischen                 tiere ähnlich, denn der Wal ist kein Fisch, sondern ein
  Systemen.                                                           im Meer lebendes Säugetier. Walfleisch ist dunkelrot
                                                                      und in Konsistenz und Geschmack dem Rindfleisch
  Erscheinungsweise
                                                                      ähnlich. Das Garen von Walfleisch gilt als aufwändig
  Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich.
                                                                      und zeitintensiv. Die äußere Speckschicht (Mattak)
  Bezugspreis                                                         gilt als Delikatesse. Sie wird sowohl roh als auch ge-
  Bezug als Email-Newsletter kostenlos.                               gart verzehrt. Die lederartige Haut von Wal und Rob-
  Ausdruck des Newsletters Jahresbezugspreis 38,-- € +                be enthält reichlich Vitamine und wird wie Kaugummi
  Versandkosten 5,80 € = 43,80 €
                                                                      gekaut. Dies ist möglicherweise auch Bestandteil der
  Ausdruck des Newsletters Einzelheftpreis 10,-- € +
  Versandkosten 1,45 € = 11,45 €                                      Zahnpflege.

  ISSN Nummer: ISSN 1439-3921                                         Im Rahmen der Christianisierung musste man das
                                                                      „Vater Unser“ den Gegebenheiten anpassen. Getrei-

                                                              Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                                 2
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                             November 2012


deprodukte waren praktisch unbekannt, die Bitte                  Kalziumzufuhr und kardiovaskuläre Risiko-
nach dem täglichen Brot im Vater Unser war deshalb               faktoren
unpassend. Anstelle von „unser tägliches Brot gib
uns heute“ wurde auf Grönland gebetet „unsere tägli-             Li K; Kaaks R, Linseisen J; Rohrmann S
che Robbe gib uns heute“. Eine kleine Robbe reichte              Es wurde vermutet, dass eine höhere Kalziumauf-
für eine Großfamilie zur Energieversorgung gerade                nahme die kardiovaskulären Risikofaktoren günstig
einmal für ein bis zwei Tage. Ein erlegter Wal konnte            beeinflusst. Ergebnisse, die ein definitiv reduziertes
eine Gemeinde über Wochen und Monate ernähren.                   Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei einer
Der Fleischverzehr der Inuit beschränkt sich nicht auf           erhöhten Kalziumzufuhr aufweisen, sind begrenzt. In
aquatische Tiere. Moschusochsen und Rentiere sind                neueren Publikationen wird sogar darauf hingewie-
offensichtlich in hoher Zahl vorhanden. Ein Inuit be-            sen, dass die Einnahme von Kalziumsupplementen
richtete im Gespräch, sie könnten heute, aufgrund                mit einem erhöhten Infarktrisiko verbunden sein
der hohen Zahl, unbegrenzt erlegt werden.                        könnte.

Grönland ist unbewaldet. Holz ist wertvoll, als Brenn-           Deshalb wurde die Assoziation von diätetischer Kal-
stoff nicht zugänglich und lediglich gelegentlich als            ziumzufuhr und der Einnahme von Kalziumsupple-
Treibholz spontan verfügbar. Waltran und Robbenfett              menten und dem Auftreten von Myokardinfarkt,
wurden deshalb in Tranlampen und als Brennstoff                  Schlaganfall und kardiovaskulärem Gesamtrisiko
verwendet. Heute sind die Städte elektrifiziert und              prospektiv evaluiert. Dazu wurden Daten von 23.980
man kann ein Wasserleitungs- und ein Abwassersys-                Personen der Heidelberger EPIC-Kohorte untersucht.
tem erkennen.                                                    Das Alter betrug 35-64 Jahre und die Personen wa-
                                                                 ren zum Zeitpunkt der Rekrutierung ohne Anhalt für
Das Angebot im Supermarkt (Pisiffik) überrascht. Es              ein größeres kardiolvaskuläres Ereignis. Nach einer
unterscheidet sich nicht von dem unserer Supermärk-              follow-up Zeit von elf Jahren wurden 354 Fälle mit ei-
te. Es gibt Obst und Gemüse und auch Coca Cola,                  nem Myokardinfarkt, 260 Schlaganfälle und 267 kar-
die Tiefkühlpizza und Alkoholika sind erhältlich.                diovaskuläre Todesfälle dokumentiert.
Selbst der Flachbildfernseher fehlt nicht. Beim Ver-
gleich der Preise erscheint das meiste sehr teuer.               Verglich man die niedrigste Quartile und die dritte
                                                                 Quartile, so fand sich für die diätetische Gesamtkal-
Das geänderte Ernährungsverhalten der Inuit bedingt              ziumzufuhr und die Kalziumzufuhr mit Milchprodukten
es, dass der Adipöse keineswegs selten zu sehen ist.             jeweils ein geringes, aber signifikant reduziertes My-
Damit verbundene Zivilisationskrankheiten lassen                 okardinfarktrisiko. Die Assoziation für den Schlagan-
sich erahnen. Auffallend häufig findet man junge                 fall und die kardiovaskuläre Gesamtsterblichkeit ging
Menschen mit schlechtem Zahnstatus oder fehlenden                insgesamt gegen Null.
Frontzähnen. Der Verzehr raffinierter Kohlenhydrate
und die eingeschränkten Möglichkeiten zur Zahnpfle-              Verglich man aber Personen, die überhaupt keine
ge erhöhen das Kariesrisiko. Auftretenden Schmer-                Supplemente einnahmen, mit denjenigen, die Kalzi-
zen konnte man bei einem Mangel an zahnärztlicher                umsupplemente einnahmen, so hatten die Personen
Betreuung wahrscheinlich nur mit der Extraktion be-              unter den Supplementen ein statistisch erhöhtes My-
gegnen.                                                          okardinfarktrisiko. Der Zusammenhang war für dieje-
                                                                 nigen, die Kalzium als einziges Supplement einnah-
Bekannt ist eine zunehmende Zahl an Inuit mit Alko-              men, noch deutlicher.
holproblemen. Inuit haben ähnlich wie Chinesen, Ja-
paner und andere Asiaten einen Mangel am Alkohohl                Letztlich erbrachte eine diätetisch erhöhte Kalzium-
abbauenden Enzym Alkoholdehydrogenase. Ver-                      aufnahme keine eindeutige kardiovaskuläre Risikore-
gleichsweise geringe Alkoholmengen führen deshalb                duktion. Bei der Aufnahme von Kalzium mit Supple-
bereits zum Rausch.                                              menten sollte man jedoch Vorsicht walten lassen, da
                                                                 sie das Myokardinfarktrisiko erhöhen könnten.
Ergibt sich für den Touristen die Möglichkeit einen
Whisky oder Wodka mit Perma-Eis zu trinken, so                                                                        (UR)
sollte man sich das Vergnügen gönnen. Das Eis ist                Quelle
tausende von Jahren alt. Lufteinschlüsse geben ihm               Li K; Kaaks R, Linseisen J; Rohrmann S: Zu-
die typisch weiße, schneeartige Farbe. Beim                      sammenhang zwischen diätetischer Kalziumzufuhr
Schmelzen bedingt die freiwerdende Luft ein anhal-               und der Einnahme von Kalziumsupplementen und
tendes und deutlich hörbares Knistern, bei dem es                Herzinfarkt, Schlaganfallrisiko und kardiovaskulärer
durchaus erlaubt ist auch an längst vergangene Zei-              Gesamtmortalität in der Heidelberger EPIC-Kohorte,
ten zu denken.                                                   Heart. 2012; 98(12):920-925.
                                                (UR)


                                                         Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                            3
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                               November 2012


Vermeidung einer übermäßigen Gewichtszunah-                        Normalgewichtigen verhindern kann. Dabei ist dies
me bei Schwangeren                                                 unabhängig vom Ausmaß der zusätzlichen körperli-
                                                                   chen Aktivität.
Ruchat SM; Davenport MH; Giroux I et al.                                                                                (UR)
                                                                   Quelle
Ziel dieser Studie war es, den Effekt eines Trainings-
                                                                   Ruchat SM; Davenport MH; Giroux I et al.: Nutrition
programms mit zwei unterschiedlichen Aktivitäten
                                                                   and Exercise Reduce Excessive Weight Gain in
und einer kontrollierten Ernährung auf das Gewichts-
                                                                   Normal-Weight Pregnant Women, Med Sci Sports
verhalten während der Schwangerschaft zu untersu-
                                                                   Exerc. 2012;44(8):1419-1426
chen. Ferner sollten das Geburtsgewicht des Kindes
und das Gewichtsverhalten der Mutter zwei Monate
nach der Geburt untersucht werden. Die Frauen hat-                 Sport lohnt sich für Diabetiker
ten vor Beginn der Schwangerschaft einen Body                      Sluik D et al.
mass index von 18,5 - 24,8 kg/m² und befanden sich
zu Studienbeginn in der 16. – 20. Schwanger-                       In einer prospektiven Kohortenstudie haben Sluik et
schaftswoche. Sie wurden einer der beiden Trai-                    al. an einer Subkohorte der EPIC (European
ningsprogramme, in denen entweder eine geringe (n                  Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) -
= 23) oder eine mäßige (n = 26) körperliche Aktivität              Studie untersucht, ob sich körperliche Aktivität bei
gefordert wurde, randomisiert zugeteilt. Zusätzlich er-            DiabetikerInnen (Typ 1 und Typ 2) auf die Lebenser-
folgte in beiden Gruppen eine Kontrolle des Ernäh-                 wartung auswirkt. In die Studie wurden 5.859 Diabe-
rungsverhaltens.                                                   tikerInnen eingeschlossen, die nach ihren Freizeit-
                                                                   gewohnheiten und sportlichen Aktivitäten befragt
Das Trainingsprogramm bestand darin, dass drei- bis
                                                                   worden waren. Nach einer durchschnittlichen Beo-
viermalig pro Woche Gehen gefordert wurde. Die Zeit
                                                                   bachtungszeit von 9,4 Jahren waren 755 Teilneh-
wurde allmählich von 25 auf 40 Minuten pro Übungs-
                                                                   merInnen der Kohortenstudie verstorben, als Todes-
einheit gesteigert. Als historische Kontrollgruppe
                                                                   ursache wurden bei 212 Personen kardiovaskuläre
dienten 45 Normalgewichtige, die während der
                                                                   Ereignisse festgestellt. Nach Bereinigung von Stör-
Schwangerschaft nicht an einem strukturierten Pro-
                                                                   faktoren, wie Alter, Geschlecht und Diabetesmedika-
gramm teilgenommen und die Geburt eines Kindes
                                                                   tion, hatten sich regelmäßig bewegende Teilneh-
bereits hinter sich hatten.
                                                                   merInnen, verglichen mit denen, die sich in der Frei-
Die Gesamtgewichtszunahme in der Schwanger-                        zeit kaum bewegten, eine um 31% geringere Ge-
schaft war in der Kontrollgruppe mit durchschnittlich              samtmortalität. Besonders beachtenswert ist, dass
18,3 ± 5,3 kg am höchsten. Sie betrug in der Gruppe                sich die kardiovaskuläre Mortalität fast halbierte. Die
mit geringer körperlicher Aktivität 15,3 ± 2,9 kg (p =             Subanalyse ergab einen dosisabhängigen Effekt. Je
0,01) und in der Gruppe mit moderater körperlicher                 mehr Sport, Spazierengehen, Radfahren, Gartenar-
Aktivität 14,9 ± 3,8 kg (p = 0,003). Während der In-               beit, Heimwerken oder Haushaltsarbeit geleistet wur-
tervention war die jeweilige Gewichtszunahme in bei-               de, desto geringer war die Gesamtmortalität. Modera-
den Gruppen ähnlich. Sie betrug in der Gruppe mit                  te Bewegungsarten wie Spazierengehen oder Wan-
geringer körperlicher Aktivität und mittlerer Intensität           dern wirkten sich bereits bei einer Wochenleistung
jeweils 0,49 ± 0,1 bzw. 0,47 ± 0,1 kg pro Woche. Ei-               von zwei Stunden positiv auf die kardiovaskuläre
ne übermäßige Gewichtszunahme konnte bei 70%                       Mortalität aus.
der Teilnehmerinnen in der Gruppe mit niedriger und
                                                                   In der Veröffentlichung haben die Autoren zu Ver-
bei 77% in der Gruppe mit mäßiger körperlicher Akti-
                                                                   gleichszwecken alle seit Dezember 2010 publizierten
vität verhindert werden. Im Falle einer übermäßigen
                                                                   prospektiven Studien auf diesem Gebiet gesichtet
Gewichtszunahme erfolgte diese vor dem Interventi-
                                                                   und 12 davon einer Metaanalyse unterzogen. Diese
onsbeginn. Zwei Monate postpartal hatten 18% bzw.
                                                                   Metaanalyse bestätigte im Wesentlichen die Ergeb-
28% der Frauen in der Gruppe mit niedriger bzw.
                                                                   nisse der Studie. Trotz einiger methodischer Schwä-
mäßiger Aktivität weniger als 2 kg zusätzliches Ge-
                                                                   chen und Inhomogenitäten der Studien konnte ge-
wicht, während dies nur bei 7% in der Kontrollgruppe
                                                                   zeigt werden, dass die aktivsten DiabetikerInnen das
der Fall war. Das Geburtsgewicht der Kinder unter-
                                                                   niedrigste Sterberisiko hatten. Diese Resultate sind in
schied sich in den einzelnen Gruppen nicht signifi-
                                                                   Übereinstimmung mit den Untersuchungen an Nicht-
kant.
                                                                   DiabetikerInnen, die gezeigt haben, dass körperliche
Die Ergebnisse zeigen, dass die pränatale Ernährung                Aktivität die Gesamtsterblichkeit um 33% und die
in der Kombination mit einem Übungsprogramm eine                   kardiovaskuläre Mortalität um 35% senken kann.
übermäßige Gewichtszunahme in der Schwanger-
                                                                   Die vorliegende Arbeit zeigt wieder einmal, dass re-
schaft und eine dauerhafte Retention der in der
                                                                   gelmäßige Bewegung gesundheitliche Vorteile bringt,
Schwangerschaft erzielten Gewichtszunahme bei
                                                                   darüber hinaus gibt sie auch Hinweise auf die Dauer

                                                           Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                              4
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                 November 2012


und die Intensität, die zu diesen Ergebnissen führt. In              dung findender Anforderungskatalog mit 12 essentiel-
der Studie profitierten alle TeilnehmerInnen, die sich               len Leitlinien abgefasst, der in der Praxis des klini-
mehr als zwei Stunden in der Woche bewegten. Die                     schen Alltags umsetzbar ist. Aufbauend auf diesen
Deutsche Diabetesgesellschaft empfiehlt 150 Minu-                    Erfahrungen zertifiziert die DAEM seit 2001 klinische
ten Bewegung, z. B. Spazierengehen oder Radfahren                    Einrichtungen, sowohl Rehakliniken als auch Akut-
und liegt damit exakt in dem durch die Studie bestä-                 krankenhäuser, bei ausreichender Erfüllung der vor-
tigten Bereich. Man weiß, dass besonders die dyna-                   gegebenen Leitlinien zu „Lehrkliniken für Ernäh-
mischen Sportarten, wie Nordicwalking, Radfahren,                    rungsmedizin DAEM“. Aktuell haben deutschlandweit
Schwimmen, Wandern oder Tanzen, das kardio-                          sechs Akutkrankenhäuser und 16 Rehakliniken, z.T.
vaskuläre Risiko senken. Sie bewirken eine Senkung                   mit mehreren Betriebsstätten diesen Status erlangt.
vor allem des diastolischen Blutdrucks und befördern                 Im Rahmen der Zertifizierung werden durch jährliche
damit die Durchblutung der Koronararterien, senken                   Kontinuitätsprüfungen inklusive partieller chemischer
das LDL-Cholesterin und steigern das HDL-                            Qualitätskontrolle der Kostzusammensetzung die
Cholesterin.                                                         Aufrechterhaltung der Zertifizierungsvoraussetzun-
                                                                     gen überprüft. Die teilnehmenden Institutionen sind
Der Beitrag von Sluik et al. wird im Editorial der Zei-              im Internet unter www.daem.de gelistet.
tung kommentiert und der Autor, Mitchell H. Katz, Di-
rektor des Los Angeles County Department of Health                   Mit der aktuellen Ausgabe „Des Ernährungsmedi-
Services, betont, dass Krafttraining die Wirkung eines               ziners“ will die Schriftleitung eine neue Rubrik initiie-
aeroben Ausdauertrainings ideal ergänze. Es ist be-                  ren, mit dem Ziel, regelmäßig Beiträge aus den Lehr-
kannt, dass dieses isometrische Training besonders                   kliniken für Ernährungsmedizin zu präsentieren. Da-
zum Fettabbau und zum Muskelaufbau beiträgt und                      bei soll die Darstellung eines hervorzuhebenden er-
deshalb als Krafttraining bezeichnet wird. Besonders                 nährungsmedizinisch/ernährungstherapeutisch
im Rahmen der Adipositastherapie hat die Kombina-                    interessanten und relevanten Projektes, wie es in der
tion von dynamischen und isometrischen Sportarten                    praktischen Umsetzung im klinischen Alltagsumfeld
ihren Platz. Muskeln haben einen viel höheren Ener-                  realisierbar ist, im Mittelpunkt stehen. Den Anfang
giebedarf als Fettgewebe und erhöhen deshalb den                     macht ein Beitrag von Dr. med. Stephan von Clar-
Grundumsatz. Durch den Muskelaufbau mit isometri-                    mann, Chefarzt und verantwortlicher Ernährungsbe-
schen Sportarten, wie das Training mit Gewichten,                    auftragter Arzt der Kliniken des Landkreises Mühldorf
wird so dem Absinken des Grundumsatzes durch die                     am Inn, Betriebsstätte Klinik Haag i.OB. Es handelt
Gewichtsabnahme begegnet. Allerdings steigern                        sich hierbei um eine Fachklinik für Altersmedizin mit
überwiegend isometrische Sportarten den Blutdruck                    akutmedizinischer Betreuung sowie einer großen ge-
und sind deshalb bei HypertonikerInnen nicht indi-                   riatrischen Rehabilitationsabteilung. Im klinischen All-
ziert. Es gilt deshalb, die Patienten hinsichtlich der für           tag dieser Einrichtung spielt die Erkennung von Man-
sie geeigneten Sportart individuell zu beraten. In der               gelernährungszuständen und deren therapeutische
Regel sind Sportarten, die bereits früher durchgeführt               Ansatzmöglichkeiten eine besonders wichtige Rolle.
wurden, am besten geeignet. Abzuraten sind Sportar-
                                                                                                                          (AG)
ten, die ein Patient persönlich als ungeeignet empfin-
det, denn die Freude an der Bewegung steigert die                    Bericht aus der Klinik Haag i. OB:
Compliance.                                                          Die Mangelernährung in der Klinik – eine lösbare
                                                    (OA)             Aufgabe
Quelle
Sluik D et al.: Physical Activity and Mortality in Indi-             von Clarmann S
viduals With Diabetes Mellitus: A Prospective Study
and Meta-analysis. Arch Intern Med 2012                              Die Problematik der Mangelernährung in der Klinik
                                                                     und insbesondere in der Geriatrie ist inzwischen im
                                                                     allgemeinen Interesse (1,19,20). Schwierig ist es a-
Erfahrungsberichte aus den Lehrkliniken                              ber, das bekannte Wissen konzeptionell in den Klinik-
Modellprojekt Klinische Ernährungsmedizin der                        alltag zu integrieren (17). Hierfür muss eine anhal-
DAEM e.V.                                                            tend hohe Durchdringung aller ernährungs-
Gebhardt A                                                           medizinischen Konzepte im interdisziplinären Han-
                                                                     deln der beteiligten Berufsgruppen etabliert sein. –
Das Modellprojekt Klinische Ernährungsmedizin wur-                   Dieser Artikel zeigt auf, dass dieses kein Wunsch-
de Mitte der Neunziger Jahre durch Prof. Kluthe und                  denken, sondern ein lohnender Weg mit einem er-
die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin ins                      reichbaren Ziel sein kann.
Leben gerufen. Nach einer mehrjährigen Erpro-
bungsphase in der damaligen Modellklinik in Bad                      Hintergrund
Rippoldsau wurde ein endgültiger bis heute Anwen-                    Die Mangelernährung in einer Fachklinik für Alters-
                                                                     medizin ist eine ständige Herausforderung. Die Prä-

                                                             Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                                5
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                November 2012


valenz ist mit 40-60 % erschreckend hoch (2,4,5). Die               Wegen der individuellen und gesellschaftlichen Aus-
daraus resultierenden Komplikationen sind zahlreich                 wirkungen ist es daher immens wichtig, bei signifi-
und bergen für die Betroffenen eine große gesund-                   kantem Gewichtsverlust bei geriatrischen Patienten
heitliche Bedrohung (6) mit der Gefahr einer Teilha-                neben der üblichen Diagnostik mit der Suche nach
beeinschränkung (Abb. 1). Die daraus resultierenden                 konsumierenden Tumor- und Malabsorptionserkran-
Mehrkosten für die Klinik und die Ökonomie des Ge-                  kungen (8) die eigentlich viel häufiger in diesem Kol-
sundheitswesens sind immens (3).                                    lektiv auftretenden Ursachen zu erkennen (2,9) (s.
                                                                    Abb. 3).
Folgen der Mangelernährung (mod. n. 2)

• Immunkompetenz ↓                                                      Geriatrische Ursachen einer Malnutrition
• Infektionsrate,-dauer,                                                    Dentition             Dysgeusia
  -schwere ↑
• Allgemeine                                                                Dysphagia             Diarrhoe
  Komplikationsrate ↑
• Wundheilungsstörungen,        Lebensqualität ↓                            Desease chronic       Depression
  Dekubitus ↑
                                Morbidität, Letalität ↑
• Immobilität, Sturzgefahr ↑
                                KH-Aufenthalte ↑                            Dementia              Dysfunktion
• Allgemeinbefinden ↓
                                Prognose ↓
• Psychische Verfassung ↓
  (z.B. Depression, Reiz-       Gesundheitskosten ↑                                                                    Abb. 3
  barkeit, Konzentrations-      Pflegekosten ↑
  schwäche, Angst)                                                  Notwendigkeit des Gesamtkonzepts
                                                                    Für uns, in einer geriatrischen Fachklinik, war es da-
• Hilfs-,Pflegebedürftigkeit,
  Gebrechlichkeit ↑
                                                                    her von großer Bedeutung, diesem Problem ein adä-
                                                                    quates ernährungsmedizinisches Konzept entgegen
• Therapietoleranz ↓                                                zu stellen. Die Basis der erfolgreichen Etablierung ist
                                                                    die Integration aller beteiligten Berufsgruppen (17)
                                               Abb. 1               von Beginn an. Unser Ernährungsteam war und ist
Ursachen der Mangelernährung                                        dementsprechend interdisziplinär besetzt: Diätassis-
Bei reduzierter Körperzellmasse und muskulärer In-                  tenz, Pflege, Logopädie, Physiotherapie, Ergothera-
aktivität stellt sich durch den reduzierten Energiebe-              pie, Psychologie, Sozialdienst, Arzt. Diese einzelnen
darf ein herabgesetzt empfundenes Hungergefühl mit                  Fachexperten sind neben der inhaltlichen Ausarbei-
der Konsequenz einer bedrohlichen Hypophagie ein.                   tung auch als stationsübergreifender Multiplikator zur
Häufig zeigen sich zusätzlich in diesem Zusammen-                   Akzeptanzsicherung des gemeinsam entwickelten
hang relevante Begleiterkrankungen: Störungen des                   Konzepts im Verlauf unabdingbar. Zusätzlich sind auf
Kauens, Riechens, Schmeckens und des Schlu-                         jeder einzelnen Station der Klinik Ernährungsexper-
ckens, die jede für sich eine adäquate Nahrungsauf-                 ten aus dem Bereich der Pflege berufen, die sowohl
nahme erschweren bis unmöglich machen können.                       schulende als auch qualitätssichernde Aufgaben ver-
Dies sind zudem häufige Begleitphänomene – so-                      treten.
wohl als Ursache als auch als Folge - bei der zu-                   Die zahlreichen ernährungsmedizinischen Dokumen-
nehmenden und meist unaufhaltsamen Gebrechlich-                     te (Formulare, Checklisten, hausinterne Standards,
keit (Frailty-Syndrom) (7) (s. Abb. 2)                              Arbeits- und Verfahrensanweisungen) werden inhalt-
                                                                    lich in den umfangreichen Rehabilitationskonzepten
   Frailty-Syndrom                                                  „Mangelernährung“ und „Dysphagie“ zusammenge-
                                                                    führt. Durch eine EDV-Verlinkung der im Klinikinfor-
   (bei ≥ 3 der 5 Kardinalsymptome)                                 mationssystem einsehbaren Konzepte mit unserem
       Ungewollter Gewichtsverlust > 5 kg/Jahr                      Dokumentenmanagementprogramm kann bei der
                                                                    Lektüre der schriftlichen Ausarbeitung jederzeit auf
                                                                    das verwiesene Dokument zugegriffen werden. Dies
       Physische und psychische Erschöpfung                         ermöglicht durch diese Transparenz der vielen Do-
                                                                    kumente eine alltagstaugliche Nutzung, so dass die
       Körperliche Schwäche                                         beiden Rehabilitationskonzepte als klinikinterne
                                                                    Handlungsanweisungen in Bezug auf Diagnostik, Be-
       Reduzierte Gehgeschwindigkeit                                funderstellung, Therapiemaßnahmen, Dokumentati-
                                                                    on, klinikinterne Qualitätssicherung und Codierung
                                                   Abb. 2           auch in der Realität Verwendung finden.

                                                            Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                               6
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                              November 2012


Zusätzlich beschreiben diese Konzepte den zeitli-                 Erfahrung nach - vor allem bei langfristiger Gabe -
chen Verlauf obiger Kriterien während des Klinikauf-              nicht gut. Daher entschlossen wir uns zur Entwick-
enthalts unter Bezugnahme des jeweiligen Schwere-                 lung eigener Produkte: die Haager Power Serie.
grades der Erkrankung in Anlehnung an ICF (10).                   Wir fordern von dieser additiven Kost, dass diese zu
Denn gerade die Multimorbidität des geriatrischen                 allererst schmackhaft, dabei zusätzlich hochkalo-
Patientenkollektivs mit den daraus resultierenden                 risch, die Zubereitung für jeden zu Hause einfach
multiplen Funktionseinschränkungen auf motorischer,               durchführbar und kostengünstiger als die industriell
kognitiver, emotionaler und sozialer Ebene kann eine              hergestellten Produkte ist. Wegen der häufig vorlie-
zu monokausal ausgerichtete Handlungsanweisung                    genden Dysphagie muss die Konsistenz durch die
für die Praxis untauglich machen.                                 üblichen Andickungsmittel den Schluckanforderun-
                                                                  gen ohne zu verklumpen adaptierbar sein. Es ist ex-
Die Konzepte beinhalten neben der gezielten Dia-                  plizit kein vollbilanziertes diätetisches Lebensmittel,
gnostik (klinische Beobachtung, Screening Mangel-                 so dass diese Produktserie als additives hochkalori-
ernährung, Kraftgrad, anthropomorphische Daten,                   sches Supplement und nicht als solitäre Ernährung
Tellerprotokoll, Test auf Riech- und Schmeckstörung,              gedacht und geeignet ist (13):
bioelektrische Impedanzanalyse, endoskopische
Schluck-Laryngoskopie, Labor, Neurophysiologie,                   1. Haager Power Drink
(cCT/ cMRT) (11,18) auch die systematisch geregel-                mit den Geschmacksvariationen: Banane, Erdbeere,
ten therapeutischen Maßnahmen aller beteiligten Be-               Himbeere, Mango, Schokolade, Vanille.
rufsgruppen. Diese sind in den entsprechenden Leis-               Da sich innerhalb kurzer Zeit der Power Drink bei den
tungskatalogen der Fachbereiche mit Dauer/ Häufig-                Patienten unserer Klinik, den Angehörigen und zahl-
keit, Indikation/Kontraindikation und Ziel für jeden              reichen Pflegeeinrichtungen zu einem echten Renner
verständlich einseh- und abrufbar.                                entwickelte, wurde das Angebot erweitert:
Bedeutung der Nachhaltigkeit                                      2. Haager Power Creme, - Power Cremesuppe, und
Die durch gezielte Diagnostik abgeleiteten, in der Kli-           Power Kompott. (12)
nik begonnenen therapeutischen ernährungsmedizi-
nischen Maßnahmen sollten nicht nur als Akutinter-                Bedeutung der Pflege im Gesamtkonzept
vention, sondern mit dem Ehrgeiz einer langfristig                Das in der Klinik interdisziplinär entwickelte umfas-
geplanten Therapie angelegt sein. Neben der theore-               sende Konzept erreicht durch die von Anfang an in-
tischen Beratung / Schulung / Anleitung der Patienten             haltlich und strukturell bei der Planung, Erstellung
bzw. Rehabilitanden und deren Angehörigen sollte                  und Umsetzung des Konzepts beteiligten Berufs-
ein ergotherapeutisch geführtes Haushalts- und Kü-                gruppen eine erstaunlich hohe anhaltende Durch-
chentraining angeboten werden. Hiermit können be-                 dringung. Dies ist eine zwingende Notwendigkeit. Ei-
reits während des Klinikaufenthalts für diesen wichti-            ne besondere Bedeutung kommt dem Pflegeberuf zu.
gen Bereich der Ernährung etwaige Barrierefaktoren,               Denn im praktischen Alltag ist die kompetente ernäh-
z.B. für eine Selbstversorgung, in Bezug auf die Er-              rungsmedizinische Betreuung der Patienten durch
nährung detektiert werden.                                        die Pflegekräfte (21) unabdingbare Voraussetzung
                                                                  für das Erreichen der ehrgeizig gesteckten Ziele.
Zur Nachhaltigkeit unserer umfassenden zeit- und                  Dieses erfordert neben besonderen Kenntnissen des
personalintensiven Maßnahmen haben wir im Verlauf                 Pflegepersonals und einer engen Kooperationen mit
der Umsetzung für die Schnittstelle der Überleitung in            den Logopäden vor allem Zeit. Bei den in den Klini-
die nachfolgenden Sektoren mehrere unterstützende                 ken allgegenwärtigen personellen Engpässen darf
Instrumente schaffen müssen. Zur öffentlichkeits-                 aber nicht der Fehler einer unreflektierten Delegation
wirksamen Bewerbung unseres Ansinnens sind fol-                   dieser Aufgabe an Hilfspersonen riskiert werden (14).
gende Wege etabliert:                                             Denn die ausreichende orale Ernährungszufuhr eines
                                                                  z.B. hypophagen Dysphagiepatienten stellt eine fach-
1.   Die Haager Power Serie (siehe unten)                         liche, zeitliche und menschliche Herausforderung
2.   Rezepte der Haager Power Serie als ausgelegte                dar. Die Veränderung der Umgebung mit entspre-
     Flyer                                                        chenden Speisesälen ist hierbei nützlich, da einer-
3.   Download-Möglichkeit der Rezepte auf der Klinik-             seits durch die Gesellschaft eine höhere Nahrungs-
     Homepage (12).                                               menge aufgenommen (15) und andererseits die pro-
4.   Explizite ernährungsmedizinische Empfehlungen                fessionelle Pflegekraft bzw. Logopädin mehrere Per-
     im Entlassungsbrief mit Verweis auf u.a. Haager              sonen im Sinne einer Gruppentherapie gleichzeitig
     Power Produkte incl. Homepage.                               betreuen kann.
Eigene Produktpalette: die Haager Power Serie                     Vor diesem Hintergrund der kostenintensiven ernäh-
Die Akzeptanz von industriell hergestellten hochkalo-             rungsmedizinischen Zuwendung an den Patienten
rischen ernährungs-medizinischen Supplementen wie                 bzw. Rehabilitanden ist es für eine erfolgreiche Um-
z.B. der häufig notwendigen Trinknahrung ist unserer

                                                          Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                             7
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                 November 2012


setzung eines solch ehrgeizigen Vorhabens nützlich,                  15. Wright L, Hickson M, Frost G: Eating together is
vorab mit der Geschäftsführung konstruktiv und in-                       important: using a dining room in an acute elderly
haltlich ins Gespräch zu kommen. Der langfristige Er-                    medical ward increases energy intake. J Hum
folg gelingt durch Integration der Klinikleitung, nach                   Nutr Diet 2006; 19: 23-26.
dem Motto „wir tun es aus Überzeugung“. Dies zeigt                   16. www.daem.de
sich auch in unserer Zertifizierung zur „Lehrklinik für              17. Kurmann S et al.: Barrieren und Promotoren. Ak-
Ernährungsmedizin“ der Deutschen Akademie für Er-                        tuel Ernährungsmed 2012; 37: 75-80
nährungsmedizin (16).                                                18. Pirlich M, Norman K: Bestimmung des Ernäh-
                                                                         rungszustands. Aktuel Ernährungsmed 2011; 36:
Dr. Stephan von Clarmann                                                 248-264
Chefarzt Klinik Haag i. OB, Fachklinik für Altersmedi-               19. Volkert D, Sieber CC: Mangelernährung in der
zin, ZNS-Erkrankung und Mobilität                                        Geriatrie. Aktuel Ernährungsmed 2011; 36: 175-
Lehrklinik für Ernährungsmedizin (DAEM®),                                190
Krankenhausstr. 4, 83527 Haag i. OB                                  20. Volkert D: Leitfaden zur Qualitätssicherung der
www.kh-haag.de;                                                          Ernährungsversorgung in geriatrischen Ein-
E-mail: stephan.clarmann@kliniken-muehldorf.de                           richtungen. Z Gerontol Geriat 2009; 42: 77-87
Literatur:                                                           21. Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in
                                                                         der Pflege (DNQP). Expertenstandard Ernäh-
1.    Löser C: Unter- und Mangelernährung im                             rungsmanagement zur Sicherstellung und För-
      Krankenhaus. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(51-52):                   derung der oralen Ernährung in der Pflege. 2009.
      911-917
2.    Löser C et al.: Der ungewollte Gewichtsverlust                 Ausschreibungen
      des alten Menschen. Dtsch Ärztebl 2007;
      104(49): A 3411-3420                                           Ausschreibung von Reisestipendien 2013 des
3.    Löser C: Malnutrition in hospital - the clinical and           Instituts Danone Ernährung für Gesundheit e.V.
      economic implications. Dtsch Ärztebl Int 2010;
                                                                     Das Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V. lobt für
      107(51-52): 911-917                                            das Jahr 2013 Reisestipendien in Höhe von 300 € (Inland)
4.    Kaiser MJ, Bauer JM, Rämisch C et al: Fre-                     bzw. 500 € (Ausland) für NachwuchswissenschaftlerInnen
      quency of malnutrition in older adults: a multina-             (<35 Jahre) auf dem Gebiet der Ernährungs- und Lebens-
      tional perspective using the mini nutritional as-              mittelwissenschaften aus. Ein Vergabeausschuss, beste-
      sessment. J Am Geriatr Soc 2010; 58: 1734-1738                 hend aus Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats des
5.    Pirlich M, Schütz T, Norman K et al.: The Ger-                 Instituts, nimmt die Auswahl nach den Kriterien der wissen-
      man Hospital Malnitrition Study. Clin Nutr 2006;               schaftlichen Qualität vor.
      24: 563-572                                                    Formlose Anträge mit einer kurzen Begründung (ca. eine
6.    Volkert D: Leitlinie Enterale Ernährung der                    Seite), einem Lebenslauf sowie der eingereichten Kurzfas-
      DGEM und DGG: Ernährungszustand, Energie-                      sung für einen Vortrag oder Poster über Originaldaten sind
      und Substratstoffwechsel im Alter. Aktuel Ernäh-               in elektronischer Form zu richten an: kontakt@institut-
      rungsmed 2004; 29: 190-197                                     danone.de.
7.    Fried LP et al.: Frailty in older adults: evidence             Gefördert werden Reisen zu nationalen und internationalen
      for a phenotype. J Gerontol A Bio Sci Med Sci                  wissenschaftlichen Kongressen auf den genannten Gebie-
      2001; 56(3): M146-156                                          ten. Voraussetzung für eine endgültige Bewilligung ist die
8.    Lankisch PG: Der ungewollte Gewichtsverlust:                   schriftliche Akzeptierung des Kongressbeitrages durch die
      Diagnostik und Prognose. Dtsch Ärztebl 2002;                   Kongressleitung. Diese Akzeptierung sollte nach Eingang
      99: A 1086-1094                                                umgehend nachgereicht werden.
9.    Robbins LJ: Evaluation of weight loss in the eld-              Einsendeschluss für Reisen im 1. Halbjahr 2013 ist der
      erly. Geriatrics 1989; 33: 31-37                               31. Januar 2013.
10.   Rentsch HP, Bucher PO: ICF in der Reha-                        Ausschreibung Forschungsförderung 2013 des
      bilitation. Schulz-Kirchner Verlag GmbH 2006.                  Instituts Danone Ernährung für Gesundheit e.V.
11.   Pirlich M, Norman K: Bestimmung des Ernäh-
      rungszustands. Aktuel Ernährungsmed 2011; 36:                  Eine der Hauptaufgaben des Institut Danone Ernährung für
      248-264                                                        Gesundheit (IDE e.V.) besteht in der Unterstützung von
12.   www.kh-haag.de                                                 Forschungsvorhaben aus dem Gesamtbereich der Ernäh-
                                                                     rungswissenschaft und der Ernährungsmedizin, allerdings
13.   Clarmann S: Der Haager Power Drink – Konzept                   mit jährlich wechselndem Schwerpunkt.
      zur additiven oralen Zusatznahrung bei Mangel-
      ernährung. Geriatrie Report 2011; 01:18-19                     Ein Schwerpunkt der Forschungsförderung liegt bei der so-
14.   Schreier MM, Bartholomeyczik S: Die Rolle der                  genannten Anschub- und Überbrückungsfinanzierung von
      Pflege bei der Ernährung im Krankenhaus. Aktuel                ca. 15.000 Euro. Bei besonders hochwertigen Vorhaben
      Ernährungsmed 2008; 33: 70-74                                  und in speziellen Fällen können Beihilfen in der Größen-


                                                             Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                                8
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                   November 2012


ordnung bis zu 30.000 Euro beantragt werden. Als Leit-                 besserung der Gesundheitskompetenz in der Bevöl-
thema für die Projektförderung im Jahr 2013 sind For-                  kerung und eine breite Verankerung und Stärkung
schungsvorhaben aus dem Bereich „Wechselwirkungen                      des Stellenwerts von Gesundheitsförderung und Prä-
von Ernährung und Lebensalter / Alterungsprozessen auf                 vention in der Gesellschaft sind hier vorrangige Ziel-
die körperliche und geistige Biofunktionalität“ vorgesehen.
Es können nur Anträge berücksichtigt werden, die dieser
                                                                       setzungen. Auf diesem Weg sind Best Practice-
Fragestellung entsprechen.                                             Beispiele und letztendlich der Nachweis des Nutzens
                                                                       von Gesundheitsförderung und Prävention wichtige
Die beantragten Vorhaben sollen ein hohes wissenschaftli-              Bausteine.
ches Niveau und Originalität im gedanklichen Ansatz sowie
einen erkennbaren direkten Bezug zur Ernährung zeigen.                 Hier setzt das 1999 von den Regierungschefs der In-
Routineuntersuchungen oder Anträge, die bereits andern-                ternationalen Bodenseekonferenz (IBK) ins Leben
orts abschlägig beschieden worden sind, können im Regel-               gerufene Projekt „Gesundheitsförderung im Boden-
fall nicht gefördert werden. Hingegen bestehen keine Ein-              seeraum“ an. Mit der Vernetzung von Anbietern und
wendungen, wenn von verschiedenen Förderern Zuwen-                     Multiplikatoren der Gesundheitsförderung in der
dungen erfolgen, soweit eine klare Abgrenzung möglich ist.
Die praktische Realisierbarkeit der Vorhaben soll im Antrag
                                                                       „Regio Bodensee“ wird der Fachaustausch über län-
erkennbar sein.                                                        derspezifische Formen der Gesundheitsförderung
                                                                       und Prävention verstärkt.
Die Antragstellung erfolgt auf Formularen, die bei der Ge-
schäftsstelle angefordert oder auch im Internet unter                  Mit der Prämierung beispielgebender Projekte und
www.institut.danone.de heruntergeladen werden können.                  Aktivitäten soll der Ideen- und Erfahrungsaustausch
Dort ist auch das Informationsblatt „Richtlinien zur Vergabe           unter Akteurinnen und Akteuren aus dem Bodensee-
von Fördermitteln“ erhältlich.                                         raum angeregt und gefördert werden. Die nominier-
Einsendeschluss für die Antragstellung ist der 15.01.2013.             ten Projekte werden im Rahmen des internationalen
                                                                       Fachsymposiums am 23. April 2013 in Bregenz einer
Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.                          breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Geschäftsstelle
Richard-Reitzner-Allee 1                                               Anmeldeschluss ist der 18. Januar 2013.
85540 Haar
Tel.: 089/627 33-338                                                   Weitere Informationen unter www.ibk-gesundheit.org.
Fax: 089/627 33-659
kontakt@institut-danone.de                                             Veranstaltungen der Deutschen Akademie für
www.institut.danone.de                                                 Ernährungsmedizin e.V. (DAEM) in 2012/2013
Preis der Internationalen Bodenseekonferenz                            Curriculare Fortbildung in Ernährungsmedizin
(IBK) 2013 für Gesundheitsförderung und Präven-                        für ÄrztInnen – Kompaktkurse Ernährungsmedi-
tion in der Regio Bodensee                                             zin der DAEM nach dem 100-stündigen Curricu-
2013 verleiht die Internationale Bodenseekonferenz                     lum „Ernährungsmedizin“ der BÄK
(IBK) den 5. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und                    Ein Kompaktkurs gliedert sich in 5 Seminarblöcke
Prävention. Die IBK ist ein kooperativer Zusammen-                     mit jeweils 20 Unterrichtseinheiten.
schluss der an den Bodensee angrenzenden und mit                       Programmübersicht:
ihm verbundenen Länder und Kantone.                                    • Seminarblock 1: Ernährungslehre und ernäh-
                                                                            rungsmedizinische Grundlagen
Ausgezeichnet werden innovative, nachhaltige und
                                                                       • Seminarblock 2: Metabolisches Syndrom und
multiplizierbare Ideen im Bereich der Gesundheits-
                                                                            Prävention
förderung und Prävention, die mit angemessenem
                                                                       • Seminarblock 3: Therapie ernährungsabhängi-
Aufwand umgesetzt wurden.
                                                                            ger Erkrankungen
Teilnahmeberechtigt sind Einzelpersonen, Initiativ-                    • Seminarblock 4: Gastroenterologie und künstli-
gruppen und Organisationen wie Schulen, Gemein-                             che Ernährung
den, Firmen, Stadtteilinitiativen, Vereine, Gesund-                    • Seminarblock 5: Ausgewählte Kapitel, Fallbe-
heitsämter usw. aus dem IBK-Gebiet, also aus Vor-                           sprechungen und Falldokumentation
arlberg (A), Baden-Württemberg und Bayern (D),
dem Fürstentum Liechtenstein (FL) sowie den Kan-                       Im Rahmen eines Kompaktkurses findet am Ende
tonen Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrho-                      des Seminarblocks 4 eine schriftliche Prüfung
den, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich                       (multiple choice) und während des Seminarblocks
(CH).                                                                  5 eine Fallprüfung statt.
                                                                       Beide Prüfungen sowie die Vorlage von 10 Falldo-
Wirksame Gesundheitsförderung und Prävention
                                                                       kumentationen sind Voraussetzung für die Verga-
setzt voraus, dass Bevölkerung, Politik, Verwaltung
                                                                       be der führbaren Qualifikation:
und Wirtschaft gemeinsam dafür einstehen. Die Ver-                                                         ®
                                                                       "ErnährungsmedizinerIn DAEM/DGEM “.

                                                               Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                                  9
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                           November 2012



Programmgestaltung und wissenschaftliche Lei-                  Auskünfte und Anmeldung zu den Kompaktkur-
tung der Kompaktkurse: O. Adam, München; G.                    sen „Ernährungsmedizin“:
Bönner, Bad Krozingen; W. Burghardt, Würzburg;                 Geschäftsstelle der DAEM e.V.
H. Hauner, München; U. Rabast, Hattingen; J. G.                Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg
Wechsler, München.                                             Tel.: 0761/ 7 89 80; Fax: 0761/ 7 20 24
                                                               Email: info@daem.de, Internet: www.daem.de
07. - 17. März 2013, München
DAEM-Kompaktkurs, in Kooperation mit der Bayeri-               Veranstaltungen anderer Institutionen in 2013
schen Landesärztekammer und der Universität Mün-               26. Januar 2013, Bochum
chen                                                           Adipositas: Aspekte für den Ausweg aus einem Di-
                                                               lemma
Veranstaltungsort   Räumlichkeiten des Physiologi-             22. Bochumer Fortbildungsveranstaltung der DGEM
                    kums und Walther-Straub-Hör-               e.V.
                    saal der Universität München,
                    Klinikum Innenstadt                        Weitere Informationen unter www.dgem.de
                    Pettenkofer Straße und Schiller-
                    straße, 80336 München                      2. Februar 2013, Frankfurt/Main
                                                               8. Adipositas Netzwerktreffen des VDOE e.V.
13. – 23. Juni 2013, Bad Krozingen                             Weitere Informationen unter www.vdoe.de/vdoe-
DAEM-Kompaktkurs, in Kooperation mit dem Park-                 adipositas-netzwerk.html
Klinikum Bad Krozingen, Lehrklinik für Ernährungs-
medizin der DAEM                                               13.-14. März 2013, Freising-Weihenstephan
                                                               Probiotika Update 2013
Veranstaltungsort   Räumlichkeiten des Park-Klini-             ZIEL-TUM-Akademie
                    kums, Schwarzwaldklinik Neuro-
                                                               Weitere Informationen www.akademie.ziel.tum.de.
                    logie und Klinik Lazariterhof in
                    Bad Krozingen (bei Freiburg)
                    Herbert-Hellmann-Allee 38                  20.-22. März 2013, Bonn
                    79189 Bad Krozingen                        50. Wissenschaftlicher Kongress der DGE in Zu-
                                                               sammenarbeit mit dem Institut für Ernährungs- und
                                                               Lebensmittelwissenschaften (IEL) der Uni Bonn
September 2013 bis Februar 2014, Münster
                                                               Weitere Informationen www.dge.de
Blended-Learning-Kompaktkurs Ernährungsmedizin
der DAEM in Münster in Zusammenarbeit mit der A-
kademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der              26.-27. April 2013, Wolfsburg
Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung               Ernährungsmedizin und Diätetik – gemeinsam für
Westfalen-Lippe.                                               den Patienten
Der Kurs beinhaltet zwei Telelernphasen (eLearning)            55. Bundeskongress des VDD e.V. und 14. Jahres-
und zwei Präsenzphasen.                                        tagung des BDEM e.V.
                                                               Weitere Informationen unter www.vdd.de sowie un-
Telelernphase 1     04. Sept. - 10. Okt. 2013                  ter www.bdem.de
Präsenztermin 1     11. Okt. – 13. Okt. 2013
                                                               06. – 08. Juni 2013, Zürich/Schweiz
Telelernphase 2     14. Okt. 2013 – 04. Feb. 2014              Ernährung 2013 – Nutrition 2013
Präsenztermin 2     05. Feb. – 09. Feb. 2014                   12. Dreiländertagung der AKE, der DGEM und der
                                                               GESKES
Veranstaltungsort   Ärztehaus Münster
Präsenzphasen:      Gartenstr. 210-214                         Weitere Informationen unter www.nutrition2013.ch
                    48147 Münster




                                                       Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
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