Arten der Au enhandelsfinanzierung bersicht

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Arten der Au enhandelsfinanzierung bersicht Powered By Docstoc
					Arten der Außenhandelsfinanzierung - Übersicht
1. Vorkasse

2. Wechseldiskontkredite / Lombardkredite / Akkreditivgeschäft

3. Lieferantenkredit

4. Bestellerkredit

5. Exportfactoring

6. Forfaitierung

7. Euromarktkredit

8. AKA-Programm

9. KfW-Finanzierungsmöglichkeiten

10. Exportleasing

11. Gegengeschäfte

12. Projektfinanzierung

13. Exkurs I: Außenhandelsfinanzierung unter Hermes-Absicherung

14. Exkurs II: Außenhandelsfinanzierung unter Einbindung anderer Institutionen




Finanzierung 2
Vorkasse
1. Allgemeines

Bei Vorkasse handelt es sich um eine auch heute noch gebräuchliche Zahlungsmodalität des
Außenhandels. Der Exporteur liefert erst, wenn der Fakturenwert seinem Konto gutgeschrieben
wurde. Wenn Vorkasse verlangt wird, bevor überhaupt mit der Fertigung der Ware begonnen
wird, tritt beim Exporteur ein Finanzierungseffekt in der Bauzeit ein. Möglich ist auch, daß
leistungnahe Bezahlung von Warenlieferungen vereinbart wird, die in mehreren Partien erbracht
werden.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        bestmögliche Absicherung gegen Zahlungsausfallrisiken,
       -        ggf. Finanzierungseffekt,
       -        Nachteil: Verlangen von Vorkasse kann Wettbewerbshindernis sein, da dem
                Importeur Mißtrauen signalisiert wird.

3. Vorteile für den Importeur
       -        einfaches Verfahren,
       -        Nachteile: sofortiger Liquiditätsverlust, Delkredererisiko des Exporteurs.




Finanzierung 2
Wechseldiskontkredite / Lombardkredite / Kreditleihe /
Akkreditivgeschäft
Bei diesen Kreditformen handelt es sich um kurzfristige Kredite in der Außenhandelsfinan-
zierung

1. Allgemeines

       -      Wechseldiskontkredit: Hierbei handelt es sich um ein Darlehen des Exporteurs
              gegenüber seinem Kunden gegen einen von diesem ausgestellten Wechsel
              (regelmäßig 90 oder 180 Tage Zahlungsziel). "Verkauft" der Exporteur den
              Wechsel an eine Bank (Diskont), erhält er vorfällig Liquidität und die Bank
              übernimmt das Delkredererisiko.
       -      Lombardkredit: Unter Lombardkredit versteht man die Ausreichung eines
              Darlehens gegen Faustpfand (als Kreditsicherheit), insbesondere im Außen-
              handel als sog. Warenlombard (etwa durch Verpfändung von Transportpa-
              pieren).
       -      Kreditleihe: Bei der Kreditleihe erhält die Unternehmung keine finanziellen
              Mittel, sondern sie leiht sich die Kreditwürdigkeit einer Bank, d. h., die Bank
              steht mit ihrem Namen für das Unternehmen ein, so daß sich anschließend
              eine Geldleihe anschließen kann.
       -      Akkreditivgeschäft: Ein Akkreditiv stellt den Auftrag eines Bankkunden an
              seine Bank dar, aus seinem Guthaben an einen Dritten eine bestimmte Geld-
              summe zu zahlen. Die Auszahlung erfolgt dabei nur, wenn die vom Akkredi-
              tiveröffner gestellten Bedingungen erfüllt werden (insbesondere die Aufnahme
              der Dokumente durch die Korrespondenzbank beim Dokumentenakkreditiv).

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Wechseldiskontkredit: Entstehen einer abstrakten Zahlungsverpflichtung,
                Verschaffung von Liquidität möglich.
       -        Lombardkredit: Sicherheitenlage wird verbessert. Nachteil: umständlich.
       -        Kreditleihe: Sicherheitenlage wird verbessert, kein Besitz erforderlich.
       -        Akkreditivgeschäft: Exportabwicklung steht im Vordergrund.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Wechseldiskontkredit: Zahlungsaufschub. Nachteile: Einwendungsabschnitt,
                ggf. Wechselsteuer.
       -        Lombardkredit: Vermögen wird liquide. Nachteil: Besitzaufgabe.
       -        Kreditleihe: Ermöglicht häufig erst die Kreditierung. Nachteil: Zusätzliche
                Kosten.
       -        Akkreditivgeschäft: Erleichterung der Abwicklung. Nachteil: kein eigentliches
                Kreditgeschäft.




Finanzierung 2
Lieferantenkredit
1. Allgemeines

Der sog. Lieferantenkredit ist ein - in aller Regel kurzfristiges - Zahlungsziel, das der Exporteur
seinem Abnehmer (Importeur) im Rahmen des Liefervertrages eingeräumt hat ("zahlbar 30 Tage,
Skonto 2%" o. ä.). Soweit der Exporteur keine Eigenfinanzierung des Zahlungsziels kann (oder
will), nimmt er einen entsprechenden Kredit z. B. bei seiner Hausbank auf. Dieser Kredit dient
zur Refinanzierung des Zahlungsziels und - ggf. zusätzlich - der Aufwendungen des Exporteurs
während der Produktionszeit. Als Kreditgeber zur Refinanzierung von Lieferantenkrediten treten
auf die AKA (Plafond A und B), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Banken und
Sparkassen (Auftragsfinanzierungen, Diskontkredite usw.)

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Marketingunterstützung,
       -        sinnvoll bei kleinen Geschäften mit überschaubarem Risiko,
       -        Nachteile: Skontoabzug muß zumeist gewährt werden, volles Kreditrisiko,
                Bilanzbelastung wegen Refinanzierung.

3. Vorteile für den Importeur
       -        kurzfristige Liquiditätsschonung möglich,
       -        Nachteil: Inanspruchnahme im Vergleich zum alternativen Skontoabzug in
                aller Regel sehr teuer.




Finanzierung 2
Bestellerkredit
1. Allgemeines

Von einem Bestellerkredit oder einem liefergebundenen Finanzkredit (engl. buyer´s credit)
spricht man, wenn eine inländische Bank einem ausländischen Vertragspartner des deutschen
Exporteurs - also dem Besteller - einen Kredit direkt gewährt, wobei der Kredit zur Finanzierung
und damit zur Zahlung des Kaufpreises aus dem Exportgeschäft verwendet wird. Als Kreditgeber
für Bestellerkredite kommen in Frage die AKA (Plafond C), die KfW (ERP-/
Marktmittel), Banken und Sparkassen (einschließlich Begleitfinanzierungen, z. B. für An- und
Zwischenzahlungen, ggf. aus Euromitteln).

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Exporteur erhält die Bezahlung durch seine Bank spätestens bei Betriebs-
                bereitschaft,
       -        bei einer Valutierung des Bestellerkredits bereits pro rata Lieferung kann der
                Exporteur in vielen Fällen auf eine separate Fabrikationsfinanzierung ver-
                zichten,
       -        Exporteur vermeidet eine Bilanz- und Kreditlinienbelastung,
       -        Verlagerung des Kreditrisikos auf die Bank,
       -        Nachteil: zusätzliche Kosten für die Bank, nicht alle Kreditrisiken können
                (vollständig) übernommen werden (daher u. U. - begrenzte - Rückhaftung des
                Exporteurs erforderlich).

3. Vorteile für den Importeur
       -        Bezahlung der Ware in Raten,
       -        Ausnutzung der evtl. günstigeren Zinsen im Exportland,
       -        möglicherweise Mitfinanzierung von An- und Zwischenzahlungen und lokalen
                Kosten,
       -        Nachteil: Einwendungsausschluß wegen Abstraktheit des Bestellerkredits
                (Kreditraten müssen auch bei Mangelhaftigkeit der Lieferung gezahlt werden).




Finanzierung 2
Exportfactoring
1. Allgemeines

Beim Factoring wird zwischen Exporteur und Factor ein Globalvertrag abgeschlossen, in dessen
Rahmen laufend kurzfristige Forderungen verkauft werden. Handelt es sich um Forderungen aus
Außenhandelsgeschäften, läßt sich vom Exportfactoring sprechen. Man unterscheidet zwischen
echtem und unechtem Factoring. Beim unechtem Factoring verbleibt das Risiko der
Beitreibbarkeit beim Exporteur, die vom ihm verkaufte Forderung wird lediglich bevorschußt
und bei Nichtbeitreibbarkeit der Forderung wird sein Konto rückbelastet. Beim echten Factoring
wird das Risiko der Beitreibbarkeit auf den Factor übertragen.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        sofortiger Liquiditätsgewinn
       -        Verwaltungsaufwand für Debitorenverwaltung, Inkasso, und ggf. Vollstrec-
                kung wird übertragen,
       -        damit u. U. Kostenentlastung durch Einsparung entsprechender Arbeitsplätze
                im Unternehmen,
       -        nur beim echten Factoring: Risikoentlastung, u. U. auch Bilanzentlastung,
       -        Kreditlinien aus der Refinanzierung des Lieferantenkredits werden frei,
       -        Zinskalkulationssicherheit, da Abrechnung aus Festzinsbasis,
       -        Nachteile: möglicher Reputationsverlust, wenn Factoring dem Abnehmer
                offengelegt wird, Kosten des Factors mindern den Lieferrechnungsnetto-
                betrag.

3. Vorteile für den Importeur
       -        der Kunde ist am Factoring nicht beteiligt, erleidet jedoch keinen
                Rechtsnachteil hierdurch, insbesondere darf er noch schuldbefreiend an den
                Exporteur als seinen ursprünglichen Gläubiger zahlen, solange ihm die Forfai-
                tierung nicht offengelegt wurde.




Finanzierung 2
Forfaitierung
1. Allgemeines

Unter Forfaitierung versteht man den Ankauf von Wechsel- und Buchforderungen aus
Exportgeschäften à forfait (frz. für "in Bausch und Bogen"), das heißt, ohne
Rückgriffsmöglichkeiten auf den ursprünglichen Gläubiger. Die Forderung muß jedoch frei von
Einreden sein und sie muß im Zeitpunkt der Forfaitierung existent (sog. Veritätshaftung des
ursprünglichen Gläubigers) und abtretbar sein. Nach dem Ankauf liegen die wirtschaftlichen und
politischen Risiken ausschließlich beim Erwerber der Forderung.

Banken (sog. Forfaiteure) kaufen grundsätzlich dokumentierte Kapital- (und Zins-) Forderungen
aus Exportgeschäften an. Die Forderungen sollten aus Gründen der Abtraktheit und
Übertragbarkeit wechselunterlegt sein (Solawechsel - Promissory Note - Billet à Ordre /
gezogener Wechsel - Tratte). Als Währungen werden alle gängige Handelswährungen akzeptiert,
am gebräuchlichsten sind USD, EUR oder CHF. Als Besicherung werden häufig ein
Wechselaval, eine Zahlungsgarantie bzw. ein Deferred-payment-Akkreditiv der Bank des
Importeurs oder eine Bundesdeckung (Hermes) verlangt. Der Forfaitierungsvertrag sollte
folgende Angaben enthalten: Vertragsparteien, Name des Schuldners und Garanten, genaue
Bestimmung der anzukaufenden Forderung (Kapital, Zinsen, Währung, Fälligkeit, Zeitpunkt der
Auszahlung / Abrechnung und notwendige Dokumente, Konditionen (Diskontsatz,
Zusageprovision, Bereitstellungsprovision u. ä.), Sonstiges).

2. Vorteile für den Exporteur
       -        alle politischen und wirtschaftlichen Risiken (auch Kursrisiken) im Zusam-
                menhang mit der Einlösung der Forderung werden übertragen,
       -        aus dem Warenkauf mit Zahlungsziel wird ein Bargeschäft, somit Liquiditäts-
                zufluß,
       -        Kreditlinien aus der Refinanzierung des Lieferantenkredits werden frei,
       -        Bilanzentlastung, da Verringerung der Debitoren,
       -        Zinskalkulationssicherheit, da Abrechnung aus Festzinsbasis,
       -        Inkassoverwaltung etc. wird übertragen,
       -        Abnehmerzinsen sind in die Forfaitierung eingeschlossen,
       -        ggü. Factoring: auch Einzelforderungen können verkauft werden,
       -        Nachteile: möglicher Reputationsverlust, wenn Forfaitierung dem Abnehmer
                offengelegt wird, Kosten des Forfaiteurs mindern den Lieferrechnungsnetto-
                betrag.

3. Vorteile für den Importeur
       -        der Kunde ist an der Forfaitierung nicht beteiligt, erleidet jedoch keinen
                Rechtsnachteil hierdurch, insbesondere darf er noch schuldbefreiend an den
                Exporteur als seinen ursprünglichen Gläubiger zahlen, solange ihm die Forfai-
                tierung nicht offengelegt wurde.




Finanzierung 2
Euromarktkredit
1. Allgemeines

Der Besteller kann auch im Rahmen der allgemeinen Unternehmensfinanzierung ein
Warengeschäft finanzieren. Hierzu kann er sich etwa der Kreditaufnahme auf dem Euromarkt
bedienen.

Der Euromarkt (auch: Eurodollarmarkt) ist ein internationaler Kreditmarkt, auf dem
Darlehensnehmern Kredite in wichtigen internationalen Währungen gehandelt werden. Der Name
ist historisch zu erklären, weil es sich zunächst allein um US-Dollareinlagen gehandelt hat, die
unter Europäern - außerhalb der USA - gehandelt wurden. Diese Beschränkung besteht nicht
mehr.

Traditionelles Zentrum des Euromarktes ist London. Der Euromarkt stellt zinsvariable und
zinsfixe Kredite bereit. Referenzzinssatz für zinsvariable Kredite ist der LIBOR ("London
Interbank Offered Rate"), d. i. der Zinssatz, unter dem Banken untereinander Geld handeln. Ein
zinsvariabler Kredit wird dann im Preis als LIBOR plus einer individuellen Marge, die die
Laufzeit und das Kreditrisiko wiederspiegelt, angeboten. Die gesamte Kreditlaufzeit zerfällt in
sog. Roll-over-Perioden (ein, drei oder sechs Monate), an deren jeweiligem Ende für die neue
Periode der Zinssatz neu festgelegt wird, auf Basis des aktuell gültigen LIBOR.

Der Euromarkt zerfällt in
      -      den Eurogeldmarkt: max. Kreditlaufzeit 360 Tage (finanziert durch Eurogeld-
             einlagen),
      -      den mittelfristigen Kreditmarkt: Laufzeiten bis ca. 5 Jahre (finanziert durch
             Eurogeldeinlagen) und
      -      den Eurokapitalmarkt: Laufzeiten zwischen 5 und 15 Jahren (finanziert durch
             Plazierung internationaler Anleihen).

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Kein administrativer Aufwand,
       -        Zahlung erfolgt direkt vom Kunden oder durch Direktauszahlung der kredit-
                gebenden Bank.

3. Vorteile für den Importeur
       -        günstigere Zinskonditionen,
       -        das u. U. begrenzte Kreditvolumen des nationalen Geld- und Kreditmarktes
                wird erweitert,
       -        nationale Kreditrestriktionen können umgangen werden,
       -        steuerliche Aspekte (etwa Vermeidung der nationalen Quellensteuer).




Finanzierung 2
AKA-Programm
1. Allgemeines

Die von den deutschen Geschäftsbanken 1952 gegründete Ausfuhr-Kredit-Gesellschaft mbH in
Franktfurt am Main werden speziell mittel- und langfristige Kredite für den
Investitionsgüterexport bis zu einer Maximallaufzeit von 10 Jahren zur Verfügung gestellt. Die
Mittel werden neben Kapitalmarktmitteln und einer Rediskontmöglichkeit bei der Bundesbank
von den Mitgliedsbanken der AKA bereitgestellt, das sind die in der Außenhandelsfinanzierung
tätigen deutschen Geschäftsbanken. Es gibt zur Durchführung der Exportfinanzierung
voneinander zu unterscheidende Kreditplafonds Plafonds A bis E.

Die Beträge der Plafonds verändern sich laufend. Die Kombination von Plafondmitteln ist
möglich, so etwa bei der sog. Parallelfinanzierung von Plafonds-A- und Plafonds-B-Krediten.

Plafonds A
       -      Zweck: Refinanzierung der Aufwendungen des Exporteurs sowohl für die Pro-
              duktionszeit als auch für das Zahlungsziel (Lieferantenkredit),
       -      Voraussetzung: Solawechsel des Exporteurs an die Order der AKA,
       -      Verfahren: Antrag durch eine AKA-Mitgliedsbank, Wechsel wird
              zum Diskont über die Hausbank gegeben,
       -      Bundesbankdiskontfähigkeit des Solawechsels: nein,
       -      Kosten: marktübliche Sätze, Diskontsatz liegt etwa bei 3 % über Bundes-
              bankdiskont, AKA-Provision,
       -      Kreditlaufzeitbegrenzung: keine,
       -      Sicherheit: Abtretung der Ansprüche aus dem Liefergeschäft nebst zugehöriger
              Sicherheiten, bei Krediten über 2 Jahre i. d. R. Hermes-Deckung,
       -      Selbstfinanzierungsquote (verbleibender Eigenanteil des Exporteurs an der Fi-
              nanzierung): normalerweise 10 bis 15 %,
       -      Sonderform: Globalkredit zur Bündelung kleiner Exportgeschäfte möglich.

Plafonds B
       -      Zweck: Kredite an deutsche Exporteure für Investitionsgüterexporte in alle
              Nicht-EU-Länder,
       -      Voraussetzung: 3-Monats-Solawechsel des Exporteurs an Order der Hausbank,
              indossiert durch die Hausbank und die AKA (während der Gesamtlaufzeit sind
              die Wechsel revolvierend zu ersetzen),
       -      Verfahren:: Antrag durch eine in Deutschland zugelassene Bank, Wechsel
              wird zum Bundesbankdiskont über die Hausbank gegeben,
       -      Bundesbankdiskontfähigkeit des Solawechsels: ja,
       -      Kosten: Diskontsatz liegt bei 0,75 % über Bundesbankdiskont, AKA-Provi-
              sion,




Finanzierung 2
AKA-Programm - Fortsetzung
       -      Kreditlaufzeitbegrenzung: maximal 4 Jahre,
       -      Sicherheit: Abtretung der Ansprüche aus dem Liefergeschäft nebst zugehöriger
              Sicherheiten, bei Krediten über 2 Jahre Hermes-Deckung,
       -      Selbstfinanzierungsquote: zwischen 20 und 30 %.

Plafond C
       -      Zweck: Bestellerkredite (= gebundene Finanzkredite) zur Finanzierung des
              Zahlungsziels eines einzelnen Exportgeschäfts (alle Länder),
       -      Voraussetzung: entfällt hier,
       -      Verfahren: Antrag durch eine AKA-Bank,
       -      Bundesbankdiskontfähigkeit des Solawechsels: entfällt hier,
       -      Kosten: Marktzinssätze,
       -      Kreditlaufzeitbegrenzung: maximal die hermesgedeckte Periode,
       -      Sicherheit: Hermes-Deckung, Exporteurgarantie für verbleibende Risiken,
       -      Selbstfinanzierungsquote: entfällt,
       -      Sonderform: Rahmenkreditvereinbarung für eine Reihe von Ländern möglich.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        bei Plafonds B: kostengünstige Refinanzierung,
       -        administrative Vorteile bei Nutzung der Rahmenverträge,
       -        Nachteile: Kosten vor allem durch Hermes: umständliche Verfahren, Be-
                schränkungen bei Festzinssätzen möglich,
       -        Nachteil bei Inanspruchnahme von B-Mitteln: wenn ein Mindestzins unter-
                schritten wird, muß u. U. "Strafe" gezahlt werden.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Abwicklung durch erfahrenes Institut.




Finanzierung 2
KfW-Finanzierungsmöglichkeiten
1. Allgemeines

Die 1948 gegründete Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt/Main (damals Nutzung der
Mittel des sog. Marshall-Plans) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (80% Bund, 20%
Länder). Sie hat als "Förderbank für die eigene Volkswirtschaft und Entwicklungsbank für die
Entwicklungsländer" zahlreiche politische Aufgaben:
        -      Investitionskredite im Inland (insbesondere für öffentlich geförderte Vorha-
               ben),
        -      nicht exportgebundene Auslandskredite im Rahmen der Kapitalhilfe an Ent-
               wicklungsländer,
        -      liefergebundene Exportfinanzierungen,
        -      liefergebundene Finanzkredite an ausländische Investoren zur Rohstoff- oder
               Energiesicherung der Bundesrepublik Deutschland.

Im Exportfinanzierungsprogramm geltenden die folgenden Bedingungen:
      -       deutscher Export langlebiger Investitionsgüter oder damit in Zusammenhang
              stehender Leistungen,
      -       Bestellerland ist Entwicklungsland,
      -       handelsübliche Zahlungsbedingungen, 15 % des Auftragswert als An- und
              Zwischenzahlungen,
      -       Hermesfinanzkreditdeckung,
      -       Kreditlaufzeit mindestens 4 Jahre,
      -       Festzins oder variabler Zins mit Umstellungsoption (Höhe subventioniert oder
              marktgemäß),
      -       Bestellerkredit, u. U. auch Bank-zu-Bank-Kredit.

2. Vorteile für den Exporteur:
       -        Einbindung eines staatlichen Kreditinstituts,
       -        günstige Konditionen,
       -        in einigen Kreditprogrammen tw. Risikoüberwälzung möglich,
       -        Knowhow-Ausnutzung der KfW,
       -        Zugang zu zahlreichen interessanten Exportgeschäften,
       -        Teilhabe an Steuerprivilegien der KfW möglich.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Einbindung eines erfahrenen Instituts erleichtert die Abwicklung,
       -        günstiger Zinssatz.




Finanzierung 2
Exportleasing
1. Allgemeines

Export- oder auch Cross-Border-Leasing ist ein Vertragsverhältnis zwischen einem in- und einem
ausländischen Vertragspartner (Leasinggeber / Leasingnehmer), aufgrund dessen der
Leasinggeber dem Leasingnehmer den Besitz an einer Ware für eine bestimmte Zeit (Operate
Leasing) oder für die gesamte Zeit der betriebsüblichen Nutzung überläßt und dafür ein Entgelt
(die Leasingraten) erhält. Rechtlich entspricht Leasing weitgehend der Miete.

Der Exporteur ist in aller Regel nicht der Leasinggeber, sondern überläßt dies einer hierfür
spezialisierten Leasinggesellschaft. Auf sein Geheiß erwirbt diese von ihm oder einem anderen
Hersteller den Leasinggegenstand und verleast ihn über die Grenze an den Leasingnehmer. Eine
besonders große Bedeutung hat diese Konstruktion bei den sog. Big-Ticket-Leases, etwa im
Flugzeugbereich.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Überwälzung von Kredit- und ggf. Verwertungsrisiko

3. Vorteile für den Importeur
       -        sehr häufig steuerliche Erwägungen,
       -        Liquiditätsschonung,
       -        Bilanzentlastung (jedenfalls beim Operate Lease),
       -        Übernahme von Dienstleistungen durch den Leasinggeber,
       -        fehlende Zinsänderungsrisiko,
       -        bessere Beschaffungs- und Verwertungskonditionen,
       -        neuester technischer Stand des Leasingobjektes (vor allem beim Operate
                Lease).




Finanzierung 2
Gegengeschäfte
1. Allgemeines

Ein Gegengeschäft ist eine Vertragskonstruktion, bei der der Exporteur für seine Lieferung direkt
kein Geld gehält, sondern eine andere Leistung. In der Grundkonstruktion, dem Barter, ist ein
Gegengeschäft ein reines Tauschgeschäft. Sehr verbreitet ist jedoch das Counterpurchase, bei
dem zum Exportliefergeschäft ein gegenläufiges zweites Liefergeschäft abgeschlossen wird,
jedoch zwischen anderen Vertragspartnern, und die jeweiligen Leistungen in den jeweiligen
Ländern miteinander verrechnet werden.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Ermöglichung von Exporten in devisenschwache Länder,
       -        Hermesbesicherung in bestimmten Ländern möglich.
       -        Nachteil: u. U. geringe Fungibilität der Gegenware, teilweise komplexe Struk-
                turen erforderlich, administrativer Aufwand.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Abnahme anderer Handelsware,
       -        devisenschonend.




Finanzierung 2
Projektfinanzierung
1. Allgemeines

Eine Projektfinanzierung ist eine komplexe Finanzierung, bei der der Importeur eine
Spezialzweckgesellschaft ausgründet, die - ausgestattet mit einem bestimmten Risikoeigenkapital
und im übrigen fremdfinanziert - den Exportgegenstand erwirbt und in der Folge Erträge für die
Betriebskosten, den Schuldendienst der Fremdfinanzierung und eine angemessene
Eigenkapitalrendite erwirtschaftet. Eine Projektfinanzierung vereinigt häufig eine gesamte Fülle
von verschiedenen Exportfinanzierungsinstrumente (Direktinvestition, Bestellerkredite,
Wechseldiskont, Hermesabsicherung usw).

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Verlagerung der Lieferrisiken,
       -        Vermeidung von Devisenrisken bei devisengenerierenden Projekten,
       -        Nachteile: Exporteur muß häufig über die Gewährleistung hinaus Verpflich-
                tungen übernehmen, Komplexität, hoher administrativer Aufwand, Dauer der
                Finanzierungsvorbereitung, Finanzierungsform eignet sich nur für große Ge-
                schäfte.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Bilanzentlastend ("Off-Blance-Sheet-Financing"),
       -        Risikoverlagerung (Limited-Recourse-Financing"),
       -        bei staatlichem Besteller: Mobilisierung von Privatkapital für staatliche Aufga-
                ben möglich ("Betreibermodelle"),
       -        Nachteile: Komplexität, Kosten, Dauer der Strukturierung.




Finanzierung 2
Exkurs I: Außenhandelsfinanzierung unter Hermes-
Absicherung
1. Allgemeines

Die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG ist eine private Versicherungsgesellschaft in
Hamburg, die neben ihrer sonstigen Tätigkeit auf eigene Rechnung im Namen und im Auftrag
der Bundesrepublik Deutschland (sog. Mandatar) Garantien (für private Abnehmer) und
Bürgschaften (für öffentliche Abnehmer) zur Förderung von Exportgeschäften vergibt. Man
unterscheidet vor allem die Ausfuhrdeckung (Grundlage: Lieferantenkredit), die
Finanzkreditdeckung (Grundlage: ein gebundener Bestellerkredit), die Fabrikationsrisikodeckung
(Vermögensschadenversicherung für die Bauzeit) und die Ausfuhrpauschalgewährleistung
(Sammeldeckung für Lieferantenkredite). In allen anderen Exportländern gibt es vergleichbare
Institutionen.

Voraussetzungen der Hermesdeckung (Grundsätze):
      -      handels- und branchenübliche Zahlungsbedingungen,
      -      Antragstellung vor Risikobeginn,
      -      Rechtsbeständigkeit der Forderung,
      -      Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen,
      -      Deckungsnehmer ist deutsches Unternehmen,
      -      deutscher Warenursprung,
      -      Entrichtung des Hermesentgeltes,
      -      Indeckungnahme muß risikomäßig vertretbar und politisch förderungwürdig
             sein.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        Risikoüberwälzung, vor allem des politischen Risikos,
       -        dadurch Liefergeschäfte auch in "problematische" Länder möglich,
       -        Flexibilität des Hermesinstrumentariums erlaubt die Absicherung unterschied-
                licher Formen der Exportfinanzierung,
       -        Forderungsverwaltung durch den Hermes auch hinsichtlich des Selbstbehalts.
       -        Nachteil: Kosten, keine Übernahme des Rechtsrisikos, Selbstbehalte und
                Deckungslücken.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Vereinfachung des Liefergeschäftes,
       -        Akzeptanz durch Hermes verbessert Kreditwürdigkeit.




Finanzierung 2
Exkurs II: Außenhandelsfinanzierung unter Einbindung
anderer Institutionen
1. Allgemeines

Neben AKA, KfW und Hermes gibt es weitere Institutionen, die in eine Exportfinanzierung
eingebunden sein können:
       -     Price Waterhouse Coopers (PwC): Investitionsversicherung
       -     private Kreditversicherer wie Hermes, Gerling NCM, Coface-AK, Zürich:
             Ausfuhrkreditversicherung,
       -     Deutsche Ausgleichsbank: Kreditvergabe nach Sonderprogrammen,
       -     Deutsche Entwicklungsgesellschaft - DEG - : Kredit- und Eigenmittelvergabe
             (darüber hinaus Beratungsleistungen),
       -     Bundesländer: besondere Garantieprogramme,
       -     Europäische Union: Zuschüsse und Subventionen,
       -     regionale Entwicklungsbanken wie etwa die sog. Osteuropabank: Kreditver-
             gabe,
       -     Weltbank, International Finance Corporation - IFC - : Kredit- und Garantiever-
             gabe.

2. Vorteile für den Exporteur
       -        häufig günstige Konditionen,
       -        politische Interessen ermöglichen "unmögliche" Geschäfte,
       -        weitgehende Risikoverlagerung möglich,
       -        Nachteil: bei manchen öffentlichen Institutionen hoher zeitlicher und admi-
                nistrativer Aufwand.

3. Vorteile für den Importeur
       -        Verbilligung des Liefergeschäfts möglich,
       -        Erweiterung der Importmöglichkeiten,
       -        Nachteil: häufig Verpflichtung zur Erfüllung externer politischer Vorgaben,
                Schaffung von Abhängigkeiten.




Finanzierung 2

				
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