Franz Brand Morsack Deeskalation
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Professionelles Deeskalationsmanagement
Bereich Altenhilfe und Gerontopsychiatrie
F. Brand-Morsack
Bereichspflegedienstleitung
Fachbereich
Allgemeinpsychiatrie Ost
und Gerontopsychiatrie I
PEA (Person mit eingeschränkter Alltagskompetenz)
Dementielle Erkrankungen
Depressionen
Wahnerkrankungen
Neurologische Erkrankungen
Verhalten
Unwilliges Verhalten……….
Befremdliches Verhalten…….
Aggressionsauslösende Reize:
Gewaltmindernde bzw.
deeskalierende Methoden der Pflege
Privates Beziehungsmuster Professionelles
Beziehungsmuster
Beziehungsohr Selbstoffenbarungsohr
Aggression als Reaktion auf Emotionen
und Gefühle:
Kummulationsfaktoren:
Die Kontaktaufnahme
Kontaktreflektionen in der verbalen Deeskalation
zum Kontakt- und Beziehungsaufbau
Jeder Mensch braucht zum psychischen
und physischen Überleben Kontakt.
In seinen dementiellen oder psychischen
Einschränkungen hat er seine
Kontaktfähigkeit verloren.
Mit Kontaktreflektionen verhelfen wir dem
Menschen zum existentiell nötigen
Kontakterlebnis, um die Realität, seine
Gefühle und Empfindungen mit anderen
Menschen erleben und teilen zu können.
Das Herstellen von
Kontakt
Kontaktreflektionen
Konkretheit
Für schizophreniekranke und demente Menschen ist eine
sehr konkrete, bis ins Detail gehende Wahrnehmung der
Umgebung charakteristisch.
„Gesunde“ Menschen nehmen eher zusammenfassend
wahr.
Richtlinien
Richtlinie I
Richtlinie II
Richtlinie III
Symbolsprache
Kontaktreflexionen
Vier Kontaktreflexionen
Situationsreflexion (SR)
Gesichtsausdrucksreflexion (GR)
Körperhaltungsreflexion (KR)
Wortwiederholungsreflexion (WWR)
Das übergreifende Prinzip
Kontaktgrenzen in der Grauzone
Menschen die sich in ihrer äußeren Realität
zurechtfinden, haben eine kongruente
Ausdrucksfähigkeit. In diesem Fall kann die
reguläre personenzentrierte
Gesprächsführung angewendet werden.
Menschen die sich in der Grauzone zwischen
der äußeren Realität und ihrem inneren
Erleben befinden, benötigen eine Mischung
von personenzentrierter Gesprächsführung
und Kontaktreflektionen.
Ziel: DerPatient/Bewohner soll spüren,
dass er wahrgenommen, angenommen
und verstanden wird
Verbale Deeskalationstechniken
Personenzentrierte Grundhaltung mit
Wertschätzung und Akzeptanz des betagten
Menschen, sich dem inneren Zustand des
Bewohners mit Empathie nähern, helfende
Haltung ausdrücken,
Wahrnehmung des Patienten: welche Hintergrundemotionen,
Beweggründe oder innere Nöte könnten dem Verhalten zugrunde
liegen?
Widerspiegelung des Gesehenen oder Gesagten, von
Körperhaltungen, Mimik, Gestik oder Verhalten, ggf kurze Sätze oder
Wort-für-Wort-Wiederholungen
Verbale Deeskalationstechniken
Die Widerspiegelung muss so formuliert werden, dass der
Patient sie als seine Zustandsbeschreibung annehmen kann,
wertende Beschreibungen wie „aggressiv“, „beleidigend“,
„unverschämt“ etc. dürfen nicht widergespiegelt werden!
Widerspiegelungen, Beispiele:
„Herr Müller, Sie wirken gerade sehr aufgeregt und ärgerlich,…“
„Frau Meier, ich hab das Gefühl, sie haben gerade vor irgendetwas
Angst,…“
„Ich merke, dass Sie gerade sehr angespannt sind, irgendetwas quält
Sie. Stimmt das?“
„Frau Schulz, Ihnen geht es gerade gar nicht gut, Sie zittern ja
richtig und sind völlig hibbelig, irgend was belastet Sie ganz arg…“
„Sie wirken so, als ob Sie im Moment alles an nervt “
„Sie scheinen gerade eine Mordswut zu haben“
„Ich merke, wie verzweifelt Sie sind und das Sie es gerade einfach
nicht mehr aushalten“
Verbale Deeskalationstechniken
Widerspiegelungen in Kombination mit Kontaktreflektionen
Beispiele:
„Herr Maier, Sie stehen an der Tür und rütteln, Sie wirken als ob Sie
in großer Sorge sind“
„Frau Meier, Sie laufen über den Flur und wirken sehr aufgeregt, sie
sagen, sie müssten nach Hause zu ihren Kindern“
„Herr Müller, Sie rufen so laut und ich meine, dass Sie Angst haben
könnten.“
„Herr Anders, wir stehen gerade zusammen vor dem
Untersuchungszimmer und ich habe den Eindruck, dass Sie gerade
unsicher und verzweifelt sind. Kann es sein, dass Sie glauben, dass
alles hier Ihnen nicht helfen kann.“
„Sie ringen die Hände und sagen mir, es passiert etwas Schlimmes,
Sie wirken sehr aufgeregt, Sie haben große Sorge und fürchten sich“
Verbale Deeskalationstechniken
Aktualität der Gegenwart
Superlativfragen
Verbale Deeskalationstechniken
Ziel: Mit wenigen, einfachen und
präzisen Fragen Ursachen,
Beweggründe oder
Hintergrundemotion der
Verhaltensweise herausfinden
Verbale Deeskalationstechniken
Lösungs- Sicherheit
Anregungs- und Schutz
Fragen stellen geben
Verbale Deeskalationstechniken
Lösungs-Anregungs-Fragen, Beispiele:
„Was würde Ihnen jetzt wirklich gut tun?“
„Was müßte geschehen, dass Sie ruhiger werden könnten?“
„Was könnte Ihnen in Ihrer Not gerade am meisten helfen?“
„Was hindert Sie im Moment noch daran, sich zu beruhigen?“
„Durch was könnte sich ihre Aufregung lindern?“
„Kann Ihnen irgendwer oder irgendetwas helfen?“
„Was brauchen Sie von mir oder von meinen Kollegen, um nicht mehr so viel Angst zu
haben (verzweifelt zu sein…)
„Was kann ich für Sie tun, um Ihnen zu helfen“
„Gibt es irgendetwas, daß ihre Wut und ihren Ärger verringern könnte?“
„Was würden Sie jetzt am liebsten tun, wenn Sie nicht so erregt wären?“
„Was müßte geschehen, dass Sie sich jetzt etwas entspannen könnten?“
Ziel: Die Deeskalation mit einer
gefundenen Lösung, Trost, erfüllbaren
Wünschen oder Bedürfnissen
abschliessen können
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