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Validierung von Metrohm-KF-Coulometernmit Hilfe von Standard-Arbeitsanweisungen

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Validierung von Metrohm-KF-Coulometernmit Hilfe von Standard-Arbeitsanweisungen Powered By Docstoc
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Application Bulletin
Von Interesse für:   Allgemein analytische Laboratorien         D F L 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 11, 12, 13, 14




          Validierung von Metrohm-KF-Coulometern
          mit Hilfe von Standard-Arbeitsanweisungen

Zusammenfassung

                     GLP (Good Laboratory Practice) fordert unter anderem die periodische Überprü-
                     fung der analytischen Geräte auf ihre Richtigkeit und Präzision anhand von Stan-
                     dard-Arbeitsanweisungen (englisch: Standard Operating Procedures = SOPs).
                     Dem Anwender wird empfohlen, das KF-Coulometer als ganzes, integriertes Mess-
                     system zu validieren, d.h. eine Serie von Bestimmungen mit zertifizierten Stan-
                     dardlösungen durchzuführen und die Resultate kritisch mit statistischen Mitteln zu
                     beurteilen.
                     Das Überprüfen der elektronischen und mechanischen Komponenten des Messge-
                     räts kann und soll im Rahmen eines regelmässigen Service vom Fachpersonal der
                     Herstellerfirma übernommen werden. Alle Metrohm-Geräte sind mit Start-up-Prüf-
                     routinen versehen, die beim Einschalten des Geräts das einwandfreie Funktionie-
                     ren der relevanten Bauteile überprüfen. Wenn dabei keine Fehlermeldung ange-
                     zeigt wird, kann davon ausgegangen werden, dass das Gerät fehlerlos funktioniert.
                     Die Firma Metrohm liefert ihre Geräte ausserdem mit integrierten Diagnosepro-
                     grammen aus, die es dem Anwender erlauben, bei eventuell auftretenden Störun-
                     gen oder Fehlverhalten das Funktionieren bestimmter Bauelemente zu überprüfen
                     und den Fehler zu lokalisieren. Diese Diagnoseprogramme können auch in ein Va-
                     lidierungsverfahren integriert werden.
                     Als Richtlinie zur Erstellung einer Standard-Arbeitsanweisung zur Überprüfung des
                     kompletten Messsystems schlägt Ihnen Metrohm das nachfolgend beschriebene
                     Verfahren vor. Die Grenzwertvorgaben sind als Vorschläge zu betrachten. Je nach
                     den firmenspezifischen Anforderungen an die Genauigkeit des Messsystems sind
                     diese Grenzwerte in der Standard-Arbeitsanweisung eventuell neu festzulegen.


Anwendungsbereich
                     Die vorliegende Prüfvorschrift ist auf die folgenden Metrohm-Geräte anwendbar:
                     KF-Coulometer 737, 756 und 831 (Coulometriezelle mit oder ohne Diaphragma).
                     Selbstverständlich lassen sich ältere KF-Coulometer sinngemäss ebenfalls über-
                     prüfen.
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Prüfperioden
               Eine jährliche Wiederholung der Prüfung erscheint sinnvoll. Wenn ein Gerät im
               Dauerbetrieb eingesetzt wird, kann eine häufigere Prüfungsfrequenz angezeigt
               sein, z.B. alle sechs oder sogar alle drei Monate. Eine ausserordentliche Validie-
               rung ist angezeigt, wenn eine oder mehrere Komponenten des Titriersystems aus-
               getauscht wurden.


Geräteinterne Prüfroutinen
               Metrohm-Geräte verfügen über interne Einschalttests und Prüfroutinen. Beim Ein-
               schalttest werden die Anzeige-Elemente überprüft und der Inhalt des Programm-
               speichers via Checksummen-Test kontrolliert. Der Datenspeicher-Bereich wird mit-
               tels Schreib-/Lesetest auf Funktionstüchtigkeit geprüft.
               Wenn Sie Ihr KF-Coulometer einer regelmässigen Wartung unterziehen, können
               Sie im Allgemeinen auf die spezifische Validierung der Geräteelektronik verzich-
               ten.


Unterhalt und Service
               Unerlässliche Voraussetzung für den GLP-konformen Betrieb aller im Labor einge-
               setzten Geräte ist deren sorgfältige Pflege und Reinigung und insbesondere der
               fachgerechte Umgang mit den Messgeräten. Die zum Gerät gelieferte Gebrauchs-
               anweisung sollte allen Labormitarbeitern zur Verfügung stehen. Wir empfehlen
               darüber hinaus, alle relevanten Messgeräte einem regelmässigen, jährlichen Ser-
               vice zu unterziehen. Viele Metrohm-Vertretungen bieten für ihre Geräte Wartungs-
               verträge an.


Benötigtes Zubehör und Chemikalien

               • Analysenwaage (Mindestauflösung 0,1 mg)
               • Kunststoffspritze mit langer, möglichst dünner Nadel
               • Karl-Fischer-Reagenzien für die coulometrische Wasserbestimmung
               • Zertifizierte Standardlösungen mit einem Wassergehalt von ungefähr 1,00 mg/g
                 und/oder 0,10 mg/g. (Wir empfehlen Ihnen, den 1-mg/g-Standard zu bevorzu-
                 gen. Standardlösungen mit 0,1 mg/g sind aus den unten genannten Gründen
                 schwierig zu handhaben und bedürfen einer grossen Routine, um befriedigende
                 Resultate zu erzielen.)
                 Wenn nur mit wenigen spezifischen Proben gearbeitet wird, kann ein spezieller
                 Standard mit definiertem, genau bekanntem Wassergehalt verwendet werden,
                 um damit eine Bestimmungsserie durchzuführen und die Wiederfindungsrate zu
                 ermitteln. Voraussetzung dazu ist jedoch, dass dieser die Bedingungen, die an
                 einen Primärstandard gestellt werden müssen (spezifizierter absoluter Wasser-
                 gehalt, hohe Reinheit, Beständigkeit), 100%ig erfüllt. Falls dies der Fall ist, las-
                 sen sich mit der Validierung gleichzeitig auch die Methode und Arbeitstechnik,
                 die in der täglichen Arbeitsroutine angewendet werden, überprüfen.

               Empfehlungen zur Praxis
               Wasser ist allgegenwärtig. (Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% und einer
               Temperatur von 25 °C enthalten 0,5 mL Luft ca. 7 µg H2O.) Die Dichtigkeit der Ti-
               trierzelle ist unbedingt zu gewährleisten und sollte regelmässig überprüft werden.
               (Etwaigen Dichtungsringen der Zelle ist dabei besondere Aufmerksamkeit zu
               schenken. Drift überprüfen!)
                                  Application Bulletin                              Nr. 273/3 d
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              Gleich nach dem Aufbrechen der entsprechenden Ampulle wird die Spritze etwa
              zur Hälfte mit der Standardlösung gefüllt. Man spült die Spritze, indem man sie
              umdreht, d.h. kurze Zeit mit der Nadelspitze nach oben hält und dann den gesam-
              ten Inhalt (Luft und Standardlösung) wieder ausstösst. So ist sichergestellt, dass
              die Innenwand der Spritze vollständig mit der Lösung benetzt wird. Anschliessend
              füllt man die Spritze mit dem gesamten verbliebenen Ampulleninhalt, ohne dabei
              Luft anzusaugen. Nachdem die Nadel abgewischt wurde, wird die Spritze auf der
              Waage tariert und das KF-Coulometer gestartet. Ein Teil der Standardlösung wird
              in einem Zug eingespritzt. Hier bestehen zwei Möglichkeiten:
              a) Es wird direkt unter die Oberfläche der KF-Lösung eingespritzt.
              b) Man spritzt ein, ohne die Nadel einzutauchen. Der letzte Tropfen wird wieder in
                 die Spritze eingezogen.
              Man zieht die Spritze heraus und wiegt sie zurück. Das Probengewicht kann direkt
              von der Waage zum KF-Coulometer gesandt oder manuell eingegeben werden.


Voraussetzungen

              • Die Waage sollte vorab validiert worden sein.
              • Die Coulometriezelle wird mit frischer Elektrolytlösung(en) gefüllt, deren Sep-
                tumstopfen mit einem neuen Septum und das Trockenrohr mit frischem Tro-
                ckenmittel bzw. Molekularsieb bestückt.
              • Man konditioniert die Zelle und schwenkt sie dabei von Zeit zu Zeit, um auch an
                den Wänden haftendes Wasser zu entfernen. Wichtig dabei ist, dass ein kon-
                stanter, möglichst tiefer Driftwert erreicht wird.
              • Die Spritze sollte wenn möglich vorgetrocknet werden. Sie wird mindestens ein-
                mal mit Standardlösung gespült (siehe oben).


Vorgehen
              Es werden 6 bis 10 Bestimmungen bei gleicher Geräteeinstellung und unterschied-
              lichen Einwaagen an Standardlösung durchgeführt. Die Grösse der Einwaagen soll
              in zufälliger Reihenfolge variiert werden. Bitte achten Sie darauf, dass mindestens
              50 µg H2O (mindestens 0,5 mL des 0,10-mg/g-Standards) eingespritzt werden.
              Kleinere Mengen sind sehr schwierig zu handhaben und der systematische Fehler
              wird dabei unverhältnismässig grösser. (Dies hat nichts mit dem Gerät zu tun, sie-
              he oben.)
              Empfohlene Einwaagen an Standard:
              Wasser-Standardlösung 1,00 mg/g          0,2 … 2,0 g
              Wasser-Standardlösung 0,10 mg/g          0,5 … 5,0 g


Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
              Für die Validierung von Messgeräten sind die Präzision bzw. Wiederholbarkeit und
              die Richtigkeit der Messwerte relevant. Die Beurteilung dieser Grössen geschieht
              folgendermassen:
              Die aus den 6 bis 10 Bestimmungen erhaltenen Werte werden für die Berechnung
              des Mittelwerts x und der absoluten Standardabweichung sabs herangezogen. Die-
              se Berechnungen können, wo vorhanden, mit der eingebauten Statistikfunktion di-
              rekt am Gerät oder mit Hilfe eines Taschenrechners oder einer geeigneten Soft-
              ware (z.B. Tabellenkalkulation) am PC durchgeführt werden. Da bei komplexen
              Berechnungen mit verschiedenen Rechenhilfsmitteln, aufgrund unterschiedlicher
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              Rechengenauigkeit, leicht differierende Resultate erhalten werden können, sind
              die vom Messgerät intern berechneten Werte auf jeden Fall vorzuziehen.

                 Mittelwert:
                      x1 + x 2 + K + x n 1 n     Summe der Einzelwerte
                 x=                     = ∑ xi =
                               n         n i=1     Anzahl Einzelwerte


                 Absolute Standardabweichung:
                                                                                  2
                                                                      n 
                                                             n
                                                                      ∑ xi 
                                                                             
                                                           ∑    xi –         
                                                                  2    i =1


                 s abs =
                               1 n
                             n – 1 i=1
                                         (
                                  ∑ xi – x      )2
                                                     =     i =1

                                                                    n–1
                                                                            n



              1. Präzision bzw. Wiederholbarkeit (englisch: repeatability)
              Die Wiederholbarkeit der Messung wird durch die relative Standardabweichung srel
              ausgedrückt:

                 Relative Standardabweichung:
                           s abs * 100       Abs. S tan dardabweic hung * 100
                 s rel =                 =
                               x                         Mittelwert

              Anforderung:
              Die zu erwartende relative Standardabweichung hängt auch von der jeweiligen
              Standardlösung ab. Bei Verwendung von Standards mit geringen Wassergehalten
              (z.B. 0,1 mg/g) muss mit höheren relativen Standardabweichungen gerechnet wer-
              den. Dies deshalb, weil sich hier mehr Einflüsse auf das Resultat auswirken kön-
              nen. Unsere Empfehlungen sind:
              Standards ≥1,00 mg/g:                      srel ≤2%
              Standards <1,00 mg/g:                      srel ≤5%
              Selbstverständlich können Sie Ihre Anforderungen tiefer setzen.


              2. Richtigkeit (englisch: accuracy)
              Die Bestimmung der Richtigkeit stützt sich allein auf den vom Hersteller garantier-
              ten Wassergehalt des Standards. Bitte beachten Sie, dass Sie nur die vom Her-
              steller gefundenen und garantierten Werte verwenden (und nicht den allgemeinen,
              theoretischen Wert, der auf der Etikette aufgedruckt ist).
              Empfohlene Grenzen bezüglich der Wiederfindung (von den Herstellern angege-
              bene Werte):
              Standards ≥1,00 mg/g                       97 … 103%
              Standards <1,00 mg/g                       90 … 110%
              Die Firma Riedel-de Haën empfiehlt in ihrer Broschüre «ISO 9000 und die Karl-
              Fischer-Titration» (siehe Literatur) die oben genannten Bestimmungen. Ein ent-
              sprechendes Beispiel findet sich im Anhang dieses Bulletins. (In dieser Broschüre
              sind u.a. auch eine Arbeitsanweisung und ein entsprechendes Protokoll enthalten.)
                                                   Application Bulletin                                      Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                           Seite 5

              3. Systematischer Fehler
              3.1 Lineare Regression: gefundene µg H2O als Funktion der Einwaage
              Zur Aufdeckung von systematischen Fehlern, z.B. methodenbedingten Störeinflüs-
              sen oder arbeitstechnischen Problemen, kann eine lineare Regression der gefun-
              denen Wassermenge gegen die Einwaage berechnet werden. Dazu sollte ein leis-
              tungsfähiger Taschenrechner oder ein Statistikpaket bzw. eine Tabellenkalkulation
              auf einem PC verwendet werden. Die Einwaage wird dabei als x-Koordinate (un-
              abhängige Variable) und die gefundenen µg H2O als y-Koordinate (abhängige Va-
              riable) angenommen.
              Die lineare Regression legt durch die Messpunkte eine Gerade und zwar so, dass
              die Summe der Quadrate der einzelnen Abweichungen minimal ist. Die Regressi-
              onsgerade wird beschrieben durch die Gleichung y = bx + a, wobei «a» für den y-
              Achsenabschnitt und «b» für die Steigung der Geraden steht (siehe unten stehen-
              de Grafik).
              Systematische Fehler äussern sich in einer signifikanten Abweichung der Null-
              punkt-Koordinate der y-Achse (y-Achsenabschnitt), d.h. die berechnete Regressi-
              onsgerade aus den Wertepaaren [Einwaage, gefundene µg H2O] schneidet die y-
              Achse nicht genau im Ursprung des Koordinatensystems.




              asys als Mass für den systematischen Fehler berechnet sich aus dem Mittelwert der
              x-Werte, dem Mittelwert der y-Werte und dem Regressionskoeffizienten b (Stei-
              gung, englisch: slope).
              Berechnungsformeln:
                                                                              n                  n

                                                                              ∑x *∑y
                      ∑ (x                )(          ) ∑x y
                      n                                    n                             i               i

                                 i   − x yi − y                   i   i   −   i =1               i =1

                                                                                             n
                 b=   i =1
                                                       =   i =1


                             ∑ (x              )
                             n                                                                       2
                                          −x
                                               2
                                                                                   n
                                      i
                                                                 n
                                                                       ∑ xi 
                                                                              
                                                               ∑ x i −  i=1 n 
                             i =1                                   2

                                                               i =1



                 asys = y-Achsenabschnitt = y – b * x


              Ein etwaiger Blindwert muss von asys subtrahiert werden.


              Beurteilung:
              Falls asys grösser als ±5 µg ist, muss davon ausgegangen werden, dass ein syste-
              matischer Fehler vorliegt. Eine Überprüfung möglicher systembedingter Störein-
              flüsse ist dann unumgänglich. Sollte keine Optimierung der Methode und Arbeits-
              technik möglich sein, müssen die einzelnen gefundenen Werte um asys korrigiert
              werden (gefundener Wert – asys, in µg H2O), damit der systematische Fehler der
              Methode nicht in die Beurteilung des Titrators einfliesst. Anschliessend sind die re-
              levanten Kenndaten für die Wiederholbarkeit und die Richtigkeit der Titrationsre-
              sultate mit den korrigierten Werten neu zu berechnen. Eine Korrektur des systema-
                                  Application Bulletin                             Nr. 273/3 d
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              tischen Fehlers muss gegebenenfalls auch bei Probentitrationen durchgeführt wer-
              den.


              3.2 Lineare Regression (Streudiagramm): Ergebnis in mg/g als Funktion der
                  gefundenen µg H2O
              Eine weitere Möglichkeit zur Aufdeckung von systematischen Fehlern ist die Be-
              rechnung und grafische Darstellung der Regressionsgeraden aus den Wertepaa-
              ren [gefundene µg H2O, Ergebnis in mg/g]. Dieses Diagramm vermittelt darüber
              hinaus einen guten visuellen Eindruck von der Streuung der Resultate.
              Signifikante positive oder negative Steigungen der Regressionsgeraden deuten auf
              eine scheinbare Abhängigkeit des normierten Ergebnisses (in mg/g) von der ge-
              fundenen Wassermenge bzw. der Einwaage hin. Auch dies kann ein Hinweis auf
              methodenbedingte, systematische Störeinflüsse sein.
              Die Steigung bStreu (Regressionskoeffizient, Berechnungsformel siehe oben) aus
              der Geradengleichung y = bx + a sollte im Idealfall 0,000 betragen, d.h. die Gerade
              sollte eine Parallele zur x-Achse mit der Gleichung y = theoretischer Wert darstel-
              len.




              Beurteilung:
              Falls bStreu grösser als ±0,001 mg–1 ist, muss auch hier ein methodenbedingter,
              systematischer Fehler angenommen werden. Nach Korrektur der gefundenen Wer-
              te um asys (gefundener Wert – asys, in µg H2O) fällt der neu berechnete Regressi-
              onskoeffizient viel besser aus. Diese starke Verbesserung zeigt sich auch bei er-
              neuter Darstellung der Regressionsgeraden (Ergebnis in mg/g gegen gefundene
              µg H2O).


              Fazit:
              Sollten systematische Fehler vorliegen, muss versucht werden, die Methode zu
              optimieren und die Standard-Arbeitsanweisung dann entsprechend anzupassen.
              Falls keine Optimierung möglich ist oder eine vorgegebene Methode unverändert
              anzuwenden ist, sollte die Berechnung der relevanten Kenndaten mit den um asys
              korrigierten Werten erfolgen.
                                   Application Bulletin                              Nr. 273/3 d
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Mögliche Fehlerquellen

              • Standard              Verunreinigt, mangelnde Qualität, nicht zertifiziert, ange-
                                      brochene Flasche/Ampulle wurde verwendet
              • Waage/Einwiegen       Waage zu ungenau, Luftzug, Temperatureinflüsse, Waage
                                      verschmutzt, Temperaturdifferenz Waage/Probe, unsorg-
                                      fältiges Einwiegen, zu geringe Einwaage
              • Spritze               Ungeeignete Spritze, nicht ausreichend gespült, Spritze
                                      feucht (Luftfeuchtigkeit)
              • Titrierzelle          Verunreinigt, Septum und Dichtungen undicht, Molekular-
                                      sieb verbraucht, schlecht konditioniert
              • Reagenzien            Verunreinigt, erschöpft
              • Temperatur            Temperaturschwankungen
              • Messungen             Verschmutzte oder abgebrochene Elektroden, Wackelkon-
                                      takt am Stecker, defekte Kabel, schlechte Durchmischung
                                      der Probenlösung, zu hohe oder instabile Startdrift


Empfehlungen zur Fehlersuche
              Bei zu hoher relativer Standardabweichung (schlechter Wiederholbarkeit):
              • Einwiegen bei Temperaturgleichgewicht zwischen Waage und Spritze.
              • Spritze gründlich mit Standard bzw. Probe spülen.
              • Generatorelektrode mit konz. HNO3 reinigen. Indikatorelektrode mechanisch mit
                feuchtem Polierpulver (Alox oder Zahnpasta) reinigen, spülen und trocknen. Pt-
                Stifte parallel ausrichten.
              • Nur frische, zertifizierte Standardlösungen verwenden.
              • Dichtigkeit der Titrierzelle überprüfen, auf Wasserfreiheit der Zelle achten (gute
                Konditionierung).
              • Frische Reagenzien verwenden; gegebenenfalls Elektroden ersetzen.
              • Einwaage an Standardlösung erhöhen.


Vorgehen bei nicht spezifikations-konformen Werten
              Alle abweichenden Werte sind im Validierungsprotokoll zu kommentieren und das
              weitere Vorgehen zu vermerken.
              Wenn zu hohe Abweichungen festgestellt werden, sollten die einzelnen Punkte un-
              ter «Mögliche Fehlerquellen» sowie «Empfehlungen zur Fehlersuche» gewissen-
              haft überprüft und die Störeinflüsse beseitigt werden. Falls bei einer Wiederholung
              der Testserie noch immer keine befriedigenden Resultate erzielt werden, sollte die
              Validierung von einer anderen Person an einem anderen Tag nochmals vorgenom-
              men werden.
              Alle Metrohm-KF-Coulometer verfügen über spezielle Diagnoseprogramme, die es
              erlauben, Fehlfunktionen des Geräts aufzuspüren und zu lokalisieren. Bei berech-
              tigtem Verdacht auf Fehler im Gerät (wiederholt auftretende Fehler, starke Streu-
              ung der Resultate) muss das Diagnoseprogramm gewissenhaft und Schritt für
              Schritt ausgeführt werden. Die genaue Vorgehensweise dazu kann in der Ge-
              brauchsanweisung des jeweiligen Geräts nachgelesen werden.
              Falls bei der Diagnose eine Fehlfunktion festgestellt wird, ist diese der Metrohm-
              Servicestelle zu melden und das Gerät bis zur Behebung des Fehlers vom Ge-
              brauch auszuschliessen.
                                  Application Bulletin                            Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                 Seite 8

Literatur
              Weitere Informationen zur coulometrischen KF-Titration können den folgenden
              Veröffentlichungen entnommen werden:
              • Metrohm Application Bulletin Nr. 137, Karl-Fischer-Wasserbestimmung mit dem
                KF-Coulometer
              • Metrohm Application Bulletin Nr. 141, Analyse von Speisefetten und Speiseölen
              • Metrohm Application Bulletin Nr. 142, Karl-Fischer-Wasserbestimmung in gas-
                förmigen Proben
              • Metrohm Application Bulletin Nr. 209, Coulometrische Wasserbestimmung nach
                Karl Fischer in Isolierölen und anderen Kohlenwasserstoff-Produkten
              • Metrohm-Monographie Nr. 8.026.5001, Wasserbestimmung durch Karl-Fischer-
                Titration, 2003
              • HYDRANAL-Praktikum, Wasserreagenzien nach Eugen Scholz für die Karl-
                Fischer-Titration, Riedel-de Haën, 1996
              • HYDRANAL Guide for PC, Riedel-de Haën, 1998
              • ISO 9000 und die Karl-Fischer-Titration, Riedel-de Haën, 1996
              • G. Wieland, Wasserbestimmung durch Karl-Fischer-Titration, GIT Verlag, 1985


              Auf den folgenden Seiten finden Sie Beispiele von Validierungsprotokollen sowie
              Diagramme der beschriebenen linearen Regressionen. Die letzte Seite kann als
              Kopiervorlage für Validierungsprotokolle dienen.
                                                   Application Bulletin                               Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                     Seite 9


Validierungsprotokoll                                          Firma:         Metrohm AG, Herisau

KF-Coulometer                                                  Abteilung:     Appl. Lab.

Reagenz:            HYDRANAL Coulomat AG                       Gerät:         KF-Coulometer 756

                                                               Modus:         GLP

Charge/Lot:         82430                                      Elektrode:     Gen. ohne Diaphragma

Standard:           HYDRANAL Water Standard 1.00

Wassergehalt:       1.005 mg/g

std. dev.:          0.003 mg/g (n = 16)                        Temperatur in °C:

Charge/Lot:         42210                                      Blindwert:

Titrationsparameter:

Standardparameter




   Einwaage              Wasser               Ergebnis    Nr. Kommentar :

   0.89959 g            902.0 µg             1.003 mg/g   1

   0.47780 g            479.4 µg             1.003 mg/g   2

   1.99908 g           2003.9 µg             1.002 mg/g   3

   0.35568 g            355.6 µg             1.000 mg/g   4

   1.25575 g           1257.0 µg             1.001 mg/g   5

   0.78643 g            789.0 µg             1.003 mg/g   6
   1.77056 g           1780.6 µg             1.006 mg/g   7    Mittelwert:    1.003 mg/g    sabs:      0.0021 mg/g

   0.21192 g            212.0 µg             1.000 mg/g   8    asys:          -1.15 µg      srel:      0.21 %

   1.14266 g           1143.5 µg             1.001 mg/g   9    asys korr:     -1.15 µg      bStreu:    1.8E-06 /mg

   1.31698 g           1324.8 µg             1.006 mg/g   10   Wiederfindung: 99.75 %

Entscheid:




Datum:              03.03.1999            Unterschrift:        J. Fässler                   Visum:          Br
                                                                Application Bulletin                                           Nr. 273/3 d
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                                                              Validierung KF-Coulometer
                                                                 Trendlinie: Ergebnis / µg Wasser                       y = 2E-06x + 1.0007
                             1.020




                             1.010
           Ergebnis [mg/g]




                             1.000




                             0.990




                             0.980
                                     0   200   400      600       800       1000       1200         1400      1600   1800      2000         2200
                                                                              Wasser [µg]




                                                                Lineare Regression                                   y = 1004.2x - 1.1474
                                                                    µg Wasser / Einwaage                                     2
                                                                                                                            R =1
                   2200

                   2000

                   1800

                   1600

                   1400
 Wasser [µg]




                   1200

                   1000

                             800

                             600

                             400

                             200

                              0
                              0.0000           0.5000                   1.0000                       1.5000                 2.0000
                                                                          Einwaage [g]
                                                   Application Bulletin                               Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                   Seite 11


Validierungsprotokoll                                          Firma:         Metrohm AG, Herisau

KF-Coulometer                                                  Abteilung:     Appl. Lab.

Reagenz:            HYDRANAL Coulomat AG                       Gerät:         KF-Coulometer 756

                                                               Modus:         GLP

Charge/Lot:         82430                                      Elektrode:     Gen. ohne Diaphragma

Standard:           HYDRANAL Water Standard 1.00

Wassergehalt:       1.005 mg/g

std. dev.:          0.003 mg/g (n = 16)                        Temperatur in °C:

Charge/Lot:         42210                                      Blindwert:

Titrationsparameter:

Standardparameter

Einwaage gemäss Riedel-de Haën




   Einwaage              Wasser               Ergebnis    Nr. Kommentar :

   0.61600 g            617.1 µg             1.002 mg/g   1

   0.48798 g            489.5 µg             1.003 mg/g   2

   0.52750 g            529.5 µg             1.004 mg/g   3

   1.14652 g           1151.4 µg             1.004 mg/g   4

   1.09384 g           1097.5 µg             1.003 mg/g   5

   1.16900 g           1172.1 µg             1.003 mg/g   6
   2.01500 g           2020.7 µg             1.003 mg/g   7    Mittelwert:    1.003 mg/g    sabs:      0.0007 mg/g

   2.05298 g           2060.7 µg             1.004 mg/g   8    asys:          -0.13 µg      srel:      0.07 %

   1.95629 g           1962.3 µg             1.003 mg/g   9    asys korr:     -0.13 µg      bStreu:    1.6E-07 /mg

                                                          10   Wiederfindung: 99.82 %

Entscheid:




Datum:              03.03.1999            Unterschrift:        J. Fässler                   Visum:          Br
                                                               Application Bulletin                                            Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                                              Seite 12



                                                             Validierung KF-Coulometer
                                                                Trendlinie: Ergebnis / µg Wasser                           y = 2E-07x + 1.003
                            1.020




                            1.010
          Ergebnis [mg/g]




                            1.000




                            0.990




                            0.980
                                    0   200   400      600       800       1000       1200         1400      1600   1800       2000        2200
                                                                             Wasser [µg]




                                                               Lineare Regression                                   y = 1003.3x - 0.1344
                                                                   µg Wasser / Einwaage                                    R2 = 1
                  2200

                  2000

                  1800

                  1600

                  1400
Wasser [µg]




                  1200

                  1000

                            800

                            600

                            400

                            200

                             0
                             0.0000           0.5000                   1.0000                       1.5000                 2.0000
                                                                         Einwaage [g]
                                                   Application Bulletin                               Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                   Seite 13


Validierungsprotokoll                                          Firma:         Metrohm AG, Herisau

KF-Coulometer                                                  Abteilung:     Appl. Lab.

Reagenz:            HYDRANAL Coulomat AG                       Gerät:         KF-Coulometer 756

                    HYDRANAL Coulomat CG                       Modus:         GLP

Charge/Lot:         82430/7350B                                Elektrode:     Gen. mit Diaphragma

Standard:           HYDRANAL Water Standard 0.10

Wassergehalt:       0.107 mg/g

std. dev.:          0.002 mg/g (n = 15)                        Temperatur in °C:

Charge/Lot:         41370                                      Blindwert:

Titrationsparameter:

Standardparameter




   Einwaage              Wasser               Ergebnis    Nr. Kommentar:

   1.14289 g            121.7 µg             0.106 mg/g   1

   0.44304 g             47.3 µg             0.107 mg/g   2

   0.60221 g             64.7 µg             0.107 mg/g   3

   1.32374 g            141.2 µg             0.107 mg/g   4

   0.97251 g            103.6 µg             0.107 mg/g   5

   0.99937 g            105.4 µg             0.105 mg/g   6
   1.39758 g            148.8 µg             0.106 mg/g   7    Mittelwert:    0.106 mg/g    sabs:      0.0005 mg/g

   1.13125 g            120.1 µg             0.106 mg/g   8    asys:          0.07 µg       srel:      0.51 %

   0.72768 g             77.0 µg             0.106 mg/g   9    asys korr:     0.07 µg       bStreu:    -3.7E-06 /mg

   0.92297 g             98.0 µg             0.106 mg/g   10   Wiederfindung: 99.44 %

Entscheid:




Datum:              03.03.1999            Unterschrift:        J. Fässler                   Visum:          Br
                                                               Application Bulletin                                          Nr. 273/3 d
Validierung von Metrohm-KF-Coulometern                                                                                         Seite 14



                                                             Validierung KF-Coulometer
                                                                Trendlinie: Ergebnis / µg Wasser                      y = -4E-06x + 0.1068
                            0.110




                            0.105
          Ergebnis [mg/g]




                            0.100




                            0.095




                            0.090
                                     0        20        40         60             80               100       120         140              160
                                                                             Wasser [µg]




                                                                Lineare Regression                                 y = 106.29x + 0.0661
                                                                   µg Wasser / Einwaage                                 R2 = 0.9998
                 200

                 180

                 160

                 140

                 120
Wasser [µg]




                 100

                            80

                            60

                            40

                            20

                            0
                            0.0000       0.2000    0.4000     0.6000        0.8000         1.0000        1.2000     1.4000        1.6000
                                                                        Einwaage [g]
Validierungsprotokoll                                Firma:

KF-Coulometer                                        Abteilung:

Reagenz:                                             Gerät:

                                                     Modus:

Charge/Lot:                                          Elektrode:

Standard:

Wassergehalt:

std. dev.:                                           Temperatur in °C:

Charge/Lot:                                          Blindwert:

Titrationsparameter:




   Einwaage            Wasser       Ergebnis    Nr. Kommentar :

                                                1

                                                2

                                                3

                                                4

                                                5

                                                6
                                                7    Mittelwert:         sabs:

                                                8    asys:               srel:

                                                9    asys korr:          bStreu:

                                                10   Wiederfindung:

Entscheid:




Datum:                          Unterschrift:                            Visum:

				
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Description: Nr. 273/3 d Application Bulletin