Gliederung: by YlhCT5

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									                         Gliederung:
01. Einführung
02. Das Ziel der Vollbeschäftigung
03. Das Ziel der Geldwertstabilität
04. Das Ziel eines angemessenen wirtschaftlichen Wachstums
05. Die theoretischen Grundlagen der Beschäftigungspolitik
06. Die theoretischen Grundlagen der Stabilisierungspolitik
07. Die theoretischen Grundlagen der Wachstumspolitik
08. Die geld- und außenwirtschaftspolitischen Mittel
09. Die finanzpolitischen Mittel
10. Die einkommenspolitischen Mittel
11. Institutionelle Maßnahmen
12. Die Träger der Konjunktur- und Wachstumspolitik
Kapitel IX: Die finanzpolitischen Mittel der
        Konjunktur- und Wachstumspolitik
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 1: Welcher Unterschied besteht zwischen einer neutralen
         Finanzpolitik und einer Fiskalpolitik ?

1. Das Konzept der neutralen Finanzpolitik
   a) Die These von der Selbstheilungskraft der Marktwirtschaft
   b) Ausgeglichenes Budget = neutrales Budget !
2. Kritik I Das Haavelmoo-Theorem:
   a) Multiplikatorwirkung von 1
      aa) statische Betrachtung
      bb) dynamische Betrachtungsweise
3. Kritik II: Die Position der Keynes-Schule
   a) Marktmängel
   b) Klassische Gegenkritik:
       aa) Ineffizienz
       bb) unerwünschte Sekundärwirkungen
       cc) politisch bedingte Konjunkturzyklen
4. Reform des fiskalpolitischen Instrumentariums
Frage 1: Welcher Unterschied besteht zwischen einer neutralen
         Finanzpolitik und einer Fiskalpolitik ? (1)


     Das Konzept der neutralen Finanzpolitik
           Die These von der Selbstheilungskraft der Marktwirt-
             schaft
           Ausgeglichenes Budget = neutrales Budget !
       Kritik I Das Haavelmoo-Theorem:
           Multiplikatorwirkung von 1
           statische Betrachtung
           dynamische Betrachtungsweise
Expansiver Effekt aufgrund höherer Ausgabenneigung
                     des Staates

 AN ges := a * AN St + b * AN pr    mit a + b = 1
                                      AN St = 1
                                      AN pr < 1

 a   Budgetverlängerung           AN ges  (ceteris paribus)
                                   Y




 AN ges   : Durchs. Ausgabenneigung der Volkswirtschaft
 a        : Anteil des Staates an Y
 AN St    : Ausgabenneigung des Staates
 b        : Anteil der privaten HH an Y
 AN pr    : Ausgabenneigung der privaten HH
             Dynamische Betrachtungsweise


Annahme :         dA St0           = 1 Mrd
Periode 0         dT 0             = 1 Mrd
                  dY 0            = 1 Mrd

Für alle Perioden t  { 1,2,... } :

                 da C t = f (Y t-1)  c Stz = c AgE = const.

                    |dY t( dC Stz )|  = |dY t ( dC AgE)| 
                    dY t = 0 !

  cStz     : Konsumquote der Steuerzahler
  cAge     : Konsumquote der Ausgabenempfänger
Frage 1: Welcher Unterschied besteht zwischen einer neutralen
         Finanzpolitik und einer Fiskalpolitik ? (2)


     Kritik II: Die Position der Keynes-Schule
           Marktmängel
       Klassische Gegenkritik:
           Ineffizienz,
           unerwünschte Sekundärwirkungen,
           politisch bedingte Konjunkturzyklen.
       Bemühungen der Nachkriegszeit, Effizienzmängel zu
        verringern:
           Steuererhöhungen auf dem Verordnungswege
Fazit: (1a)



 Vor  der Weltwirtschaftskrise waren die Regierungen in der
  Regel bestrebt, das Staatsbudget so anzusetzen, dass von
  ihm keine Wirkungen auf die Konjunkturlage ausgehen.
 Man sprach von dem Konzept einer neutralen Finanzpolitik.
 Als neutral galt in früheren Zeiten die finanzpolitische Tätigkeit
  des Staates so lange, als das Staatsbudget ausgeglichen war.
 Hinter dieser Vorstellung stand die Annahme, dass von den
  Staatsausgaben die gleichen, aber entgegengesetzt gerich-
  teten Wirkungen auf die makroökonomischen Größen aus-
  gingen wie von den Steuereinnahmen.
Fazit: (1b)



 Im  Rahmen des Haavelmotheorems konnte gezeigt werden,
  dass von einem ausgeglichenen Budget sehr wohl Einflüsse
  auf die konjunkturelle Lage ausgehen können.
 Unterstellt man, dass die durch die staatliche Aktivität
  begünstigten Einkommensempfänger eine gleich hohe
  Konsumneigung wie die Steuerzahler haben, so führt eine
  Erweiterung des ausgeglichenen Staatsbudgets von 100 zu
  einer Vergrößerung des Nettosozialproduktes von ebenfalls
  100.
 Der Mulitplikator einer Veränderung des ausgeglichenen
  Budgets ist somit gleich eins.
 Dieser expansive Effekt erklärt sich daraus, dass die privaten
  Haushalte stets eine geringere Ausgabenneigung als der Staat
  aufweisen.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 2: Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?



1. Multiplikatortheorie spricht für permanenten Eingriff
2. Die These von der Bedeutung des Investitionsklimas
3. Die Berücksichtigung des Akzeleratorprinzips
Frage 2: Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?



     Multiplikatortheorie spricht für permanenten Eingriff
     Die These von der Bedeutung des Investitionsklimas
           Einmalige Konjunkturspritzen verbessern kurzfristig
             das Investitionsklima
       Die Berücksichtigung des Akzeleratorprinzips spricht für
        einmalige Eingriffe
               Konjunkturmodel Samuelson



850

650

450

250

 50

-150   0   1   2     3    4   5    6   7   8   9    10   11 12 J

               Ast       Y(mult)   C   I   Y(Acc)
Fazit: (2a)

 Während der Weltwirtschaftskrise wurde die Frage diskutiert,
  ob es eines permanenten Eingreifens von Seiten des Staates
  bedürfe
 oder ob eine einmalige Konjunkturspritze genüge, um das
  Wirtschaftssystem aus der Krise herauszuholen.
 In den Anfangsjahren der Krise überwog die Meinung, dass
  der Staat die Konjunktur lediglich ankurbeln müsse und dass
  das Wirtschaftssystem - einmal wiederum in Gang gebracht -
  selbst in der Lage sei, ein hohes Beschäftigungsniveau
  aufrechtzuerhalten.
 Beschränken wir uns auf die Multiplikatortheorie, so lässt sich
  eindeutig feststellen: Eine einmalige Erhöhung der Staatsaus-
  gaben wird das Volkseinkommen und mit ihm auch den Grad
  der Beschäftigung nur vorübergehend erhöhen.
 Will man das Einkommensniveau auf lange Sicht anheben, so
  bedarf es auch eines permanenten Einsatzes der fiskalpoli-
  tischen Mittel.
Fazit: (2b)



 Berücksichtigen   wir neben der Multiplikatortheorie auch das
  Akzelerationsprinzip, so fallen die Schlussfolgerungen keines-
  falls mehr so eindeutig aus.
 Wie P.A. Samuelson gezeigt hat, können von einmaligen
  Veränderungen der effektiven Nachfrage (also auch von
  einmaligen Staatsausgabenerhöhungen) durchaus kumulative
  Effekte ausgehen,
 und das Volkseinkommen für mehrere Perioden auf das
  Vollbeschäftigungsniveau anheben.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 3: Was spricht für eingebaute Stabilisatoren ?



1. Zur Definition eingebauter Stabilisatoren
2. Beispiel: Steuerprogression
3. Beispiel: Arbeitslosenversicherung
4. Vorteil eingebauter Stabilisatoren: kein inside lag
5. Nachteil: keine Berücksichtigung der augenblickl. Situation
Frage 3: Was spricht für eingebaute Stabilisatoren ?
         (1)


       Zur Definition eingebauter Stabilisatoren
       Beispiel: Steuerprogression
           Hochkonjunktur : Nachfragedämpfung notwendig
                da Y steigt, steigt Steuersatz
                da Steuersatz steigt, sinkt Konsumquote
                 Stabilisatorwirkung
       Beispiel: Arbeitslosenversicherung
           Rezession: Nachfragestimulation notwendig
                da Y sinkt, sinkt Beitragssumme
                da Arbeitslosigkeit steigt, steigt die Ausgabensumme
                da die Ausgabensumme steigt, steigt die Nachfrage
                 Konjunkturbelebung
         Beispiel: Steuerprogression


Hochkonjunktur : Nachfragedämpfung notwendig:

        da Y steigt, steigt Steuersatz
        da Steuersatz steigt, sinkt Konsumquote
         Stabilisatorwirkung
      Beispiel: Arbeitslosenversicherung



Rezession: Nachfragestimulation notwendig

        da Y sinkt, sinkt Beitragssumme
        da Arbeitslosigkeit steigt, steigt Ausgaben-
         summe
        da Ausgabensumme steigt, steigt Nachfrage
         Konjunkturbelebung
        Keynes Modell
S
I
                                          S+b

    Arb.-Geld
                                      S


                      <<45°

                                          I




                Y0 YArb       Yvoll           Y
Frage 3: Was spricht für eingebaute Stabilisatoren ?
         (2)


     Vorteil eingebauter Stabilisatoren: kein inside lag
     Nachteil: keine Berücksichtigung der augenblicklichen
       Situation
Fazit: (3a)



 Im  Rahmen der konjunkturpolitischen Diskussion wurde die
  Frage diskutiert, ob sich der Staat gewisser automatisch
  wirkender Mechanismen (built-in-flexibility) bedienen solle
  oder
 ob der Staat ein Instrumentarium bevorzugen solle, das jeder-
  zeit autonome Entscheidungen ermögliche.
 Automatisch wirkende Mechanismen liegen z.B. in der
  Arbeitslosenversicherung oder in der Steuerprogression vor.
 Innerhalb der Arbeitslosenversicherung steigen in Zeiten der
  Rezession und Depression automatisch die Ausgaben an (es
  werden Arbeitslosengelder gewährt)
 die Beitragseinnahmen gehen aufgrund des Rückganges der
  Leistungseinkommen zurück.
Fazit: (3b)



 Der   Zuwachs in den Ausgaben vergrößert das Niveau der
  Konsumausgaben, ohne dass dieser expansive Effekt durch
  kontraktive Wirkungen von Seiten der Beitragseinnahmen
  kompensiert wird.
 Auch von der Steuerprogression gehen konjunkturstabi-
  lisierende Effekte aus. Steigt das Einkommen aus konjunk-
  turellen Gründen an, so nehmen die Steuereinnahmen wegen
  der Progression überproportional zu.
 Automatisch wirkende Mechanismen haben den Vorteil, das
  sie von keinem inside lag begleitet sind, also schneller wirken
  und
 das sie auch dann in Wirkung treten, wenn die konjunk-
  turpolitisch notwendigen Maßnahmen unpopulär sind und
  wenn die Politiker aus wahltaktischen Gründen nicht bereit
  sind, diese Maßnahmen zu beschließen.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 4: Was spricht für antizyklische, was für kompensatorische
         Fiskalpolitik ?


1. Definition der antizyklischen Politik
2. Definition der kompensatorischen Politik
3. Bedeutung des Nationalbudgets
4. Kritik an einer antizyklischen Politik
  Frage 4: Was spricht für antizyklische, was für kompensatorische
           Fiskalpolitik ?


          Definition der antizyklischen Politik
          Definition der kompensatorischen Politik
          Bedeutung des Nationalbudgets
           Effektive Nachfrage              Stillegung

exogen     Investitionen                    Ersparnis            exogen
           Exporte                          Importe
           -----------------------------------------------
           Staatsausgaben                   Steuern


                 A St - T             =!=    I - S + (Ex - Im)

         Kritik an einer antizyklischen Politik
                  Nationalbudget




         Effektive Nachfrage              Stillegung

exogen   Investitionen                    Ersparnis            exogen
         Exporte                          Importe
         -----------------------------------------------
         Staatsausgaben                   Steuern


               A St - T             =!=    I - S + (Ex - Im)
Fazit: (4a)



 Im Rahmen der Diskussion um eine zweckmäßige Fiskalpolitik
  wurde die Frage diskutiert, ob sich der Staat antizyklisch oder
  kompensatorisch verhalten solle.
 Eine antizyklische Fiskalpolitik verlangt, dass der Staat in den
  Zeiten, in denen die effektive Nachfrage das potentielle Güter-
  angebot übersteigt, Einkommensteile stilllegt und
 in den Zeiten, in denen die Nachfrage zu gering ist, neue
  Nachfrage entfaltet.
 Diesem Konzept liegt die Vorstellung zugrunde, dass über den
  gesamten Konjunkturzyklus hinweg die effektive Nachfrage
  dem potentiellen Güterangebot entsprechen soll,
 sodass die in Zeiten des Konjunkturabschwunges notwendig
  gewordenen Defizite durch die Überschüsse, die in Zeiten des
  Konjunkturaufschwunges aufgebracht werden, kompensiert
  werden können.
Fazit: (4b)



 Nun   kann man bezweifeln, ob das Nachfragedefizit in der
  Rezession gerade dem Nachfrageüberschuss in der Hoch-
  konjunktur entspricht.
 In diesem Falle kommt es weniger auf den Ausgleich im
  Konjunkturzyklus an als darauf, dass in jeder Periode das
  Nationalbudget ausgeglichen wird.
 Um diese Forderung von der Politik einer antizyklischen
  Fiskalpolitik abzuheben, sprach man von einer kompensa-
  torischen Fiskalpolitik.
 Ziel dieser Politik ist es, das Nationalbudget, die Gegen-
  überstellung von effektiver Nachfrage und Gesamtangebot
  bzw. von Kaufkraftschöpfung und Kaufkraftstillegung in jeder
  Periode zum Ausgleich zu bringen.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 5: Wie unterscheiden sich das deficit spending vom deficit
         without spending und vom spending without deficit ?

1. Frage nach der unterschiedlichen quantitativen Effizienz:
   a) Deficit spending
   b) Deficit without spending
   c) Spending without deficit

2. Frage nach der politischen Realisierbarkeit
3. Frage nach den Sekundärwirkungen
Frage 5: Wie unterscheiden sich das deficit spending vom deficit
         without spending und vom spending without deficit ?

    Frage nach der unterschiedlichen quantitativen Effizienz

    Deficit spending:
                    1
     Y  DefSt *                   mit DefSt  ASt - T
                   st
    Deficit without spending:
                    1
     Y  DefSt *      DefSt
                   st
     Spending without deficit:
     Y  DefSt * 1
     Frage nach der politischen Realisierbarkeit

     Frage nach den Sekundärwirkungen
            Deficit spending




               1
Y  DefSt *          mit DefSt  ASt - T
              st
    Deficit without spending:




               1
Y  DefSt *      DefSt
              st
       Haavelmo-Theorem
                            S 1+ T 1
S,I                                    S0+T0

                                         S 1+ T 0

       A St =  T

                                            I + Ast

                          Def.: s Y = s prv * ( 1-t )
                           da s prv = const.
                          wenn t steigt
                             dann sinkt s Y


                                                      Y
                     T
Fazit: (5a)



 Die  Forderung, der Staat solle das Nachfragedefizit der
  privaten Wirtschaft durch einen Nachfrageüberschuss von
  Seiten des Staates kompensieren, lässt sich auf unterschied-
  liche Weise realisieren.
 Drei Möglichkeiten wurden diskutiert:
 Deficit spending: Der Staat erhöht die Ausgaben, ohne die
  Steuereinnahmen anzuheben.
 Deficit without spending: Ein Nachfrageüberschuss kann
  auch dadurch erzielt werden, das der Staat die
  Steuereinnahmen bei gleichbleibendem Staatsausgaben-
  volumen senkt.
 Spending without deficit: Im ersten Abschnitt dieses Kapitels
  hatten wir bereits gesehen, dass auch von einer Erweiterung
  eines ausgeglichenen Budgets expansive Effekte ausgehen.
Fazit: (5b)



 Für welche dieser 3 Arten der kompensatorischen Fiskalpolitik
  sich der Staat entscheidet, hängt vor allem von drei Fragen ab:
 Wie unterscheiden sich die einzelnen Maßnahmen in ihrer
  quantitativen Effizienz voneinander?
 Welche Maßnahmen lassen sich politisch besser realisieren?
 Welche unterschiedlichen Sekundärwirkungen gehen von den
  einzelnen Maßnahmen aus?
 Beschränkt man sich auf die Frage der Effizienz, so weist das
  deficit spending den höchsten und das spending without
  defict den geringsten Multiplikator auf.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 6: Auf welche Weise kann ein Defizit finanziert werden ?



1. Arten der Finanzierung:
   a) Finanzierung aus einem vorher angesammelten Überschuss,
   b) Finanzierung durch Kapitalmarktmittel,
   c) Finanzierung bei gleichzeitiger Geldschöpfung.
2. Das Problem des crowding out: ( G St - T )   i   I 
Frage 6: Auf welche Weise kann ein Defizit finanziert werden ?



     Arten der Finanzierung:
           Finanzierung aus einem vorher angesammelten
            Überschuss,
           Finanzierung durch Kapitalmarktmittel,
           Finanzierung durch Aufnahme eines Kredites bei
            gleichzeitiger Geldschöpfung.
       Das Problem des crowding out:
           ( A St - T )   i   I 
 Fazit: (6a)

 Im  Rahmen der fiskalpolitischen Diskussion wurde die Frage
  erörtert, auf welche Weise das Defizit des Staates finanziert
  werden soll. Folgende Finanzierungsarten lassen sich unter-
  scheiden:
 Finanzierung aus einem vorher angesammelten Überschuss,
 Finanzierung durch Kapitalmarktmittel,
 Finanzierung durch Aufnahme eines Kredites bei gleichzeitiger
  Geldschöpfung.
 Die Entscheidung zugunsten der einen oder der anderen
  Finanzierungsart hängt wiederum von der Beantwortung der
  Frage ab, in welcher Weise diese Instrumente als effizient
  gelten können,
 wie sich diese einzelnen Finanzierungsarten politisch
  durchsetzen lassen (ob z.B. eine Finanzierung durch
  Notenbankkredite von der Verfassung ausgeschlossen wird)
 und welche Nebenwirkungen u.U. von den einzelnen
  Instrumenten ausgehen.
Fazit: (6b)



 Eine  Minderung der Effizienz tritt bei einer Finanzierung aus
  Kapitalmarktmitteln ein, da sich die Tatsache, dass der Staat
  als Nachfrager auf dem Kapitalmarkt auftritt, zinssteigernd
  auswirkt und
 da die Zinssteigerung zu einer Verringerung der effektiven
  Nachfrage führt.
 Sofern in Zeiten der Rezession und Depression die Liquiditäts-
  präferenz hoch und die Zinselastizität der Nachfrage gering
  ist, kommt diesen Effizienzminderungen allerdings nur eine
  untergeordnete Bedeutung zu.
Gliederung:



01.   Neutrale Finanzpolitik versus Fiskalpolitik
02.   Genügt eine Ankurbelung der Konjunktur?
03.   Built-in flexibility versus autonome Konjunkturpolitik
04.   Antizyklische versus kompensatorische Finanzpolitik
05.   Deficit (without) spending, spending without deficit
06.   Die unterschiedlichen Finanzierungsarten des Defizits
07.   Zur Problematik der Staatsverschuldung
Frage 7: Wie ist eine Staatsverschuldung zu bewerten ?



1. Maßstab privater Haushalt
2. Staatsverschuldung verfassungswidrig ?
3. Effektive Kontrolle nur bei ausgeglichenem Budget ?
4. Staatsverschuldung inflationär ?
5. Bereicherung auf Kosten der zukünftigen Generation?
Frage 7: Wie ist eine Staatsverschuldung zu bewerten ?



     Maßstab     privater Haushalt: langfristige Verschuldung
        unerwünscht ?
       Staatsverschuldung verfassungswidrig ?
       Effektive Kontrolle nur bei ausgeglichenem Budget ?
       Staatsverschuldung inflationär ?
           ( A St - T )  Y  = ( P * X )  (beide variabel)
       Anteil der unproduktiven Transfereinkommen am
        Gesamteinkommen steigt.
       Bereicherung der gegenwärtigen Generation auf Kosten
        der zukünftigen Generationen ?
          SCHULDEN ALS GENERATIONENPROBLEM


Gegenwart:     ( A St - T)  beabsichtigte Wirkung: Y 
                             mögliche Wirkung:      i   I  Y

Zukunft:       Tilgung    notwendige Folge:       T   E pr  ?

Kritik:        kein Vermögensverlust, da Steuern voll zurückfließen

Gegenkritik:   falls crowding-out in der Gegenwart
               Y geringer als beabsichtigt
Fazit: (7a)



 Unabhängig    von der Frage, inwieweit eine defizitäre Fiskal-
  politik zu der erwünschten Konjunkturbelebung und Steige-
  rung des Beschäftigungsgrades führt, begegnete die
  konjunkturpolitisch motivierte Forderung nach einer Verschul-
  dung des Staates einer Vielzahl von Einwänden:
 Genauso wie ein privater Haushalt dürfe sich auch der Staat
  als öffentlicher Haushalt nicht verschulden.
 Der Forderung nach einer defizitären Konjunkturpolitik stehe
  die Verfassungsvorschrift entgegen, dass das Budget des
  Staates ausgeglichen sein müsse.
Fazit: (7b)



 Unabhängig     davon, welche Auslegung die Forderung nach
  ausgeglichenem Budget im Verfassungsrecht erhalte, werde
  ein ausgeglichenes Budget gefordert, da nur auf diese Weise
  die Politiker einer echten politischen Kontrolle unterlägen.
 Bei einer Verschuldung des Staates bereichere sich die
  gegenwärtige Generation auf Kosten der zukünftigen.
 Eine Benachteiligung der zukünftigen Generationen ist aller-
  dings nur dann zu erwarten, wenn aufgrund falscher
  incentives (z. B. durch gleiche Zinserträge für risikoarme
  Staatspapiere wie für risikoreiche Aktien) das wirtschaftliche
  Wachstum vermindert wird.
Ende

								
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