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Elke Nolteernsting Die neue Musikszene Von Techno bis Crossover .rtf

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									Elke Nolteernsting
Die neue Musikszene: Von Techno bis Crossover


(aus: Handbuch Jugend und Musik, Dieter Baacke, Opladen: Leske+Budrich,1997)




Abstract:


Der Text beschäftigt sich damit, wie neue Musikstile das Leben von Jugendlichen beeinflussen.
Es werden fünf verschiedene Musikszenen genauer betrachtet, um sie auch Erwachsenen und
Wissenschaftern näher zu bringen. Dabei sollen Vorurteile abgebaut, und eine negative
Beurteilung vermieden werden.




Schlagwörter:


Musikszene, Jugendkultur, Zensur, Drogen, Mode, Hip Hop, Heavy Metal, Techno, Crossover,
Grunge




Roland Hess, 9700936
Georg Hörmayer, 0051220


696511 VO Medienpädagogik: Medienbildung, Medienkompetenz, Medienkultur
Univ.-Prof. Dr. Thomas A. Bauer, Institut für Publizistik- und
Kommunikationswissenschaft, Universität Wien, WS 2004/2005




Zusammenfassung:
Der Artikel „Die neue Musikszene: Von Techno bis Crossover“, von Elke Nolteernsting
beschäftigt sich mit dem Thema Jugendmusik und deren bekanntesten Stilrichtungen. Sie
versucht in diesem Artikel negative Beurteilung der Jugendlichen durch Erwachsen und
Vorurteile deren Musikkultur gegenüber aus der Welt zu schaffen, indem sie sich mit dieser
Kultur aus der Sicht der Jugendlichen auseinandersetzt. Weiter soll dieser Artikel einem Laien
die Identifizierung der unterschiedlichsten Musikrichtungen beziehungsweise Musikstile
ermöglichen und diese näher bringen.
„Musik ist die Sprache der Zeit in Noten (...) und deswegen lassen sich die Entwicklungen der
‚Jugendmusik-Szene‘ auch nicht von jenen der modernen Gesellschaft trennen.“
Die Musik ist Ausdrucksform des eigenen Lebens, sie bietet die Möglichkeit Chancen und
Risiken der Individualisierung Ausdruck zu geben. Meist führt das dazu, dass jene Jugendlichen
die vermehrt Machtlosigkeit, Wertlosigkeit, Missachtung oder ein unbefriedigtes
Gerechtigkeitsgefühl empfinden einen besonders aggressiven Musikstil bevorzugen. Als
Konsequenz daraus, versuchen Eltern und Pädagogen immer wieder Einfluss auf die
Jugendlichen und deren Musik zu nehmen. Wann immer sich Eltern oder andere Erwachsene in
Jugendangelegenheiten einmischen, erreichen sie in der Regel genau das Gegenteil von dem, was
sie beabsichtigen. Eltern und Pädagogen glauben häufig, dass Jugendliche nicht in der Lage sind
zu differenzieren und bemerken natürlich auch, dass mit zunehmenden Heranwachsen ihr
elterlicher oder pädagogischer Einfluss abnimmt. Sie führen ein missbilligendes Verhalten auf
die Einflüsse von der konsumierten Musik und den Idolen zurück und haben Angst ihre
Erziehung würde zunichte gemacht werden. Weiter deklassieren sie die Musikstile aus
Unkenntnis um dann zu verallgemeinernden Rückschlüssen zu kommen. Um hierbei einen
kleinen Beitrag der Aufklärung zu leisten, hat die Autorin die verschieden Musikstile wie folgt
beschrieben:
Techno:
Techno ist eine künstliche, mit dem Computer hergestellte, also elektronische Musik und ist aus
der amerikanischen House-Bewegung frei nach dem Motto: „Wir feiern eine Party“, entstanden.
Im Mittelpunkt steht der DJ (Disc-Jockey) der durch das Mischen von einzelnen Musikpassagen
am Computer oder mittels Vinylplatten die Musik kreiert. In der Technoszene erlangen manche
DJ´s genauso hohe Popularität wie die Musiker einer Band anderer Musikrichtungen. Die
Technoszene ist dadurch gekennzeichnet, dass ihr Motto „Love, Peace und Unity“ lautet und sie
weder politisch noch rassistisch, sexistisch oder gewalttätig ist.


Rap/HipHop:
Der Definition Nach ist Rap als Gesang zu verstehen und HipHop die dazu gehörige
Jugendkultur, die zusätzlich zu Rap als Musik auch durch Breakdance als akrobatischer
Körperausdruck und Graffiti als optischer Ausdruck, gekennzeichnet ist. Die Rap-Bewegung ist
aus einer Protestbewegung der Schwarzen in den USA entstanden deren Ziel es war und bis
heute noch ist, auf ihre unterprivilegierte Lage aufmerksam zu machen. Bei Rap-Gesang sind die
schnellen gesprochen bis gesungen Texte und der dazugehörige Rhythmus das
Ausschlaggebende für die Musik.


Heavy Metal:
Heavy Metal ist durch seine extremen Ausdrucksformen eine besonders umstrittene
Musikrichtung, bei der die Musik aus Gitarren (in der Regel 2 – 3 Gitarren in einer Band),
Schlagzeug und Gesang besteht. Diese Musik ist eine Musik zum Abrocken und orientiert ihre
Inhalte nach den diversen Richtungen. So gibt es z.B. Death Metal, White Metal, Black Metal.
Diese Inhalte befassen sich sowohl mit politischen Kontexten als auch mit dem Thema Tod oder
Religion.
Punk:
Das was heute als Punk bezeichnet wird und als Wiederbelebung des Punk gilt, hat mit den
Idealen der Punk-Bewegung Ende der siebziger Jahre kaum etwas zu tun, da es sich zu
kommerziell orientiert. Jedoch sind die Texte nach wie vor radikal geblieben und entsprechen
der alten Punkhaltung. Die Fans dieser Musikrichtung bedienen sich dieser Musik oftmals um
ihrer Unzufriedenheit mit der heutigen Gesellschaft Ausdruck zu verleihen. Hierbei muss man
jedoch zwischen dem Pop-Punk und dem Rock-Punk unterscheiden. Der Pop-Punk ist eher
kommerziell orientiert und dessen Fans sind nahezu normal gekleidet und fallen im Vergleich zu
anderen Musikfans nicht besonders auf. Der Punkrocker ist jedoch besonders darauf bedacht
durch Haare, Kleidung und Accessoires aufzufallen und aus der Masse herauszustechen.


Grunge:
„Grunge“, wird abgeleitet von dem Wort „grungy“ (schmutzig, ungewaschen und stinkig) und
meint eine Musik mit nicht synthetischen Klängen ohne „overdubs“. Schwere aber langsame
Rhythmen verzerrter Heavy Metal-Gitarren die mit der Aggressivität des Punk-Rocks verbunden
werden. Diese Musikrichtung wurde erstmals in der US-amerikanischen Stadt Seattle geprägt
und eine der bekanntesten Bands dieser Musikrichtung war „Nirvana“. Das Outfit soll eher einen
ungepflegten Eindruck machen und die Musik ist für Situationen, in denen die Stimmung
schlecht ist. Der Gesamteindruck vermittelt eher den Tenor von Leid, Wut und Klage, der nur
deshalb nicht im Mitleid endet, weil die Gitarren dafür zu wuchtig sind.


Crossover:
Crossover beschreibt eine Verbindung verschiedenster Musikstile. Dieser Musikstil geht auf die
Bedürfnisse eines sehr jungen und tanzfreudigen Publikums ein. Es ist eine Mischung aus Heavy
Metal und Rap. Gitarren sorgen für ein aggressives Klangbild das durch schnellen Sprechgesang
unterstützt wird. Crossover ist sozusagen eine Annäherung von „Schwarz“ und „Weiß“ was sich
meist jedoch nur auf die Musik beziehen kann und nicht auf den gesellschaftspolitischen
Kontext.




Auswertung und Besprechung:


Ein Zusammenhang zur Medienpädagogik ist offensichtlich. So wurden die angeführten
Musikstile erst durch die Medien allgemein bekannt, was einen massiven Zuwachs an
jugendlichen Musikhörern zu den einzelnen Gruppen mit sich führte. Im "Underground"
existierten sie alle bereits längere Zeit. Diese mediale Präsenz brachte allerdings auch immer
eine Spaltung der jeweiligen Szene mit sich, da die Fans der ersten Stunde kein Interesse am
Ausverkauf ihrer Musik hatten. Auch werden immer schneller neue Musikstile entdeckt,
ausgeschlachtet und dann sofort durch andere ersetzt. Bezeichnungen wie Grunge, Crossover
oder Nu Metal sind reine Erfindungen der Medien um neue Stile aufzubauen. Eine Band wie
Nirvana oder Pearl Jam würde sich selbst vielleicht in die Rock Schublade stecken lassen, sich
aber niemals als Grungeband bezeichnen.


Es ist interessant zu betrachten, was aus den verschiedenen Musikstilen, die einst so an die
Öffentlichkeit transportiert wurden, geworden ist. So hat sich Hip Hop mittlerweile zu einem
normaler Teil der Popkultur entwickelt, der die Charts dominiert, während Grunge fast
vollkommen von der Bildfläche verschwunden ist. Früher wurden Hip Hop Fans wegen ihrer
Kleidung ausgelacht oder schief angeschaut, mittlerweile ist ihre Mode für Jugendliche aller
Schichten die Norm.


Hier wird klar wie relevant das Thema für die Medienpädagogik ist. Die Musikszenen haben
einen großen erzieherischen Einfluss auf die Jugendlichen, den es genauer zu untersuchen gilt.
Und nicht nur in Amerika, auch in Deutschland wird seitens Erwachsener versucht mit
Einschränkungen oder sogar Zensur einzugreifen. So existiert dort neben der allgemein
bekannten FSK, auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.
Die Thematik des Textes ist auf alle Fälle sehr interessant und es ist schade, dass es noch kaum
wissenschaftliche Arbeiten hierzu gibt. Wegen der Kürze des Artikels, kann natürlich nur ein
grober Überblick gegeben werden. Auch fällt Kennern der einzelnen Szenen sofort auf, dass die
Autorin sich ihr Wissen erst erarbeiten musste. Ihr unterlaufen dabei zwangsweise einige Fehler,
die einem „Insider“ nie passieren würden. So erwähnt sie bei ihrer Beschreibung von Heavy
Metal z.B. die Untergruppe „Trash Metal“ und übersetzt diese auch noch als „Müll Metal“. Ein
Beleidigung für jeden Fan, ist doch „Thrash Metal“ die korrekte Bezeichnung und hat mit Müll
nichts zu tun. Die Auswahl der fünf Musikrichtungen scheint auch willkürlich getroffen worden
zu sein. Es sind vor allem aggressive Stile gewählt und als neue Jugendmusik bezeichnet
worden. Dies könnte ein falsches Bild der Jugendlichen vermitteln, hört ein Großteil doch nach
wie vor „normale“ Popmusik. Im Endeffekt ist Elke Nolteernsting jedoch ein spannender Beitrag
gelungen, der vielleicht andere dazu inspiriert, sich genauer mit den neuen Musikszenen zu
beschäftigen.
Bibliographie:


Hettlage, Robert (1992). Musik-„Szene“. Über den Zusammenhang von jugendlicher
Musikkultur, Modernität und sozialer Inflation. In: W. Lipp: Gesellschaft und Musik. Wege zur
Musiksoziologie. Berlin. (S. 333 – 368)


Schröder, Helmut (1995). Jugend und Modernisierung. Weinheim/München: Juventa Verlag.


Katheder, Günter (1989) Heavy Metal ist nicht böse, es sieht nur so aus. In: Unsere Jugend, (S.
43 – 46).


Savage, Jon (1992). England´s Dreaming. Anarchy, Sex Pistols, Punk Rock, and beyond. New
York: St.Martin´s Press

								
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