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					Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                                         Seite 1 von 36


312/1135/2012 – Bonn/Trier/Rom/Jerusalem – RS/WS/SL/FF

Ein kostbares Geschenk aus Trier
Bonn feiert Festwoche zu Ehren der Kaisern Helena


Vom 17. bis 25. August 2012 wird in Bonn eine Festwoche zu Ehren der Heiligen Helena ge-
feiert. Anlass ist die Übertragung einer Reliquie der Kaiserin aus dem Trierer Dom ins Bon-
ner Münster durch Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Die Mutter des Kaisers Konstantin
gilt als die legendäre Stifterin der ersten Kirche über den Gräbern der heutigen Bonner
Stadtpatrone Cassius und Florentius.

1135 kamen zum ersten Mal Reliquien der Heiligen Helena nach Bonn. Sie wurden durch die
Jahrhunderte hoch verehrt, wovon zahlreiche Darstellungen im Bonner Münster zeugen, was
eine Ausstellung während der Festwoche dokumentiert. Doch der Schrein fiel im 16. Jahr-
hundert einer Plünderung zum Opfer.

Das Trierer Domkapitel möchte diese „empfindliche Lücke“ in der Helena-Tradition wieder
schließen und schenkt der „Schwesterkirche“ des Trierer Doms eine Reliquie der Kaiserin.
Mehr als 1000 Pilger aus dem Erzbistum Köln waren dabei, als am 12. Mai 2012 Bischof Ste-
fan Ackermann diese an Erzbischof Joachim Kardinal Meisner übergab, der diese am 24. Au-
gust 2012 ins Bonner Münster bringt. Zur Übertragung der Reliquie werden zahlreiche Gäste
aus Bonn und der Region, dem Erzbistum und den Nachbarbistümern erwartet.

Die Festwoche wird ergänzt durch die Feierlichkeiten zum 10jährigen Bestehen des Münster-
Ladens. Der berühmteste Bonner der Mittelalters, Propst Gerhard von Are, wird mit einem
eigenen Brunnen geehrt. Erstmalig für die Öffentlichkeit zugänglich ist dann auch die auf-
wändig sanierte Südmauer des Kreuzgangs. Dieser Bereich aus dem Jahre 1050 ist eines der
ältesten architektonischen Zeugnisse der Stadt Bonn, deren mittelalterlicher Stadtkern vom
Cassius-Stift aus gewachsen ist.

Den Schrein für die Reliquie der Kaiserin ziert auf der Vorderseite eine Darstellung der Hei-
ligen Helena mit Kaiserlicher Krone, dem Kreuz Jesu und dem Bonner Münster in der Hand.
Vorbild hierfür war das Gemälde eines Altars, an dem Papst Benedikt XVI. häufig die Messe
feierte, als er 1959-1963 an der Bonner Universität lehrte. Der Altar befindet sich im südli-
chen Querhaus der 1956 zur päpstlichen Basilika minor erhobenen Kirche.

Ob die Kaiserin Helena bereits zu Lebzeiten in Bonn war lässt sich nicht nachweisen, jedoch
auch nicht widerlegen. Sicher ist aber, dass sie (vermutlich 306-312) in Trier gelebt hat, wo
Konstantin der Große seine Residenz hatte. Die erste urkundliche Erwähnung einer Gemein-
schaft von Priestern an den Gräbern der Märtyrer in Bonn stammt aus dem Jahr 691, wobei
neuere Forschungen bereits 643 vermuten lassen.

Informationen unter bonner-muenster.de/helena und facebook.com/bonner.muenster.

Die Vertreter der Medien sind zu allen im Programm aufgeführten Veranstaltungen eingela-
den ohne vorherige Anmeldung eingeladen.



Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressestelle
Besucher: Münster-Carré ▪ Gangolfstraße 14, 53111 Bonn ▪ www.kath-bonn.de ▪ 0228/98588-42, 0177/2402399
Post: Münster-Carré ▪ Postfach 7190, 53071 Bonn ▪ presse@kath-bonn.de ▪ 0228/98588-57 (Fax)
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Inhalt
Ein.Blick in den Himmel – Erläuterung zum Leitwort ........................................................................................... 4 
Das Leben der Kaiserin Helena............................................................................................................................... 5 
PROGRAMM ......................................................................................................................................................... 6 
   HELENA-FESTWOCHE – 17. bis 25. August 2012 ..................................................................................... 6 
   KREUZERHÖHUNG UND KREUZBERGFEST – 14. bis 16. September 2012 ........................................ 8 
ERLÄUTERUNGEN ZUM PROGRAMM ............................................................................................................ 9 
   17.08. Mit 17 Glockenschlägen geht es los - Einläuten der Helena-Festwoche.................................................. 9 
   18.08. Festgottesdienst, Brunnenweihe, Eröffnung des neuen Südeingangs ...................................................... 9 
   18.08. Helena-Fest, Tag der offenen Tür, Gerhard-von-Are-Straßenfest.......................................................... 10 
   19.08. Helena, Lena, Ilona, Olga, Ellen..? - Einladung zum Helena-Emfpang ................................................. 10 
   22.08. Vortrag Ackermann: Mitten unter uns. Moderne Schicksalsgenossinnen der Heiligen Helena ............. 11 
   23.08. Vortrag Lutterbach: Reliquien, Plastinate, Fan-Artikel. Eine Kontinuitätsgeschichte? ......................... 11 
   24.08. Pontifikalamt mit Übertragung und Einsetzung der Helena-Reliquie .................................................... 11 
   25.08. Unter dem Heiligen Rock. Eine theatrales Ereignis zur Heiligen Helena. ............................................. 13 
BESONDERE ANGEBOTE IN DER FESTWOCHE .......................................................................................... 14 
   Orgel, Gregorianik, Trompenten, Fläten, Konzert - Musik zur Helena-Woche ................................................ 14 
   Helena-Lied....................................................................................................................................................... 16 
WEITERE ERLÄUTERUNGEN ......................................................................................................................... 17 
   Helena-Reliquiar ............................................................................................................................................... 17 
   Trierer Urkunde zur Reliquie ............................................................................................................................ 17 
   Im Zeichen des Kreuzes und des Drachenfelses ............................................................................................... 18 
   Propst Gerhard von Are .................................................................................................................................... 18 
   10 Jahre Münster-Laden in Bonn ...................................................................................................................... 21 
   Eine pastorale Erfolgsgeschichte ...................................................................................................................... 21 
   10 Jahre Münster-Laden – Getragen von engagierten Ehremamtlern ............................................................... 21 
   10 Jahre Münster-Laden – Interview mit Msgr. Schumacher ........................................................................... 22 
   Sponsoren .......................................................................................................................................................... 23 
O-TÖNE / GRUSSWORTE.................................................................................................................................. 24 
   Grußwort Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln ........................................................... 24 
   Grußwort Bischof Dr. Stefan Ackermann, Bischof von Trier ........................................................................... 25 
   Grußwort Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher, Bonn ............................................................................. 25 
   Grußwort Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Bonn ..................................................................................... 26 
HELENA-DARSTELLUNGEN IN BONN.......................................................................................................... 27 
   Altar der Stadtpatrone ....................................................................................................................................... 27 
   Altar in der Kreuzbergkirche ............................................................................................................................ 28 
   Fresko in der Kreuzbergkirche .......................................................................................................................... 28 
   Rham-Epitaph im nördlichen Seitenschiff ........................................................................................................ 29 
   Urbanusaltar am südwestlichen Vierunsgpfeiler ............................................................................................... 29 
   Bronzefigur im Langhaus der Münster-Basilika ............................................................................................... 30 
   Verkündigungsaltar auf der südlichen Balustrade............................................................................................. 30 
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   Dreifaltigkeitsaltar im Bonner Münster ............................................................................................................ 31 
   Hochaltar ........................................................................................................................................................... 31 
   Sakramentshaus................................................................................................................................................. 32 
   Messkelch aus dem 19. Jahrhundert.................................................................................................................. 32 
   Helena-Kapelle ................................................................................................................................................. 32 
   Nischenfigur in der Krypta der Münster-Basilika ............................................................................................. 33 
   Apsisfenster in der Krypta des Bonner Münsters .............................................................................................. 33 
   Stiftssiegel des Cassius-Stiftes .......................................................................................................................... 33 
   Helena-Glocke im Münster-Turm ..................................................................................................................... 34 
PRESSEARCHIV ................................................................................................................................................. 35 
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Ein.Blick in den Himmel – Erläuterung zum Leitwort
Einen Blick in den Himmel werfen – wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Wis-
sen, wie es da aussieht, wen wir da vorfinden, ob unsere Vorstellungen in Erfüllung gehen
und unsere Fragen beantwortet werden. Aber: Der Blick in den Himmel bleibt uns zu Leb-
zeiten verwehrt. Für Glaubende aber wird der Himmel zum Synonym für das große Ziel
unseres Lebens, für ein ewiges Leben bei Gott.
Es gibt Menschen, von denen wir glauben, dass sie nach ihrem Tod sicher dieses Ziel erreicht
haben: Heilige – heiliggesprochen durch den Papst in Rom oder in unserem Herzen. Hilde
Domin nennt die Heiligen »eine schwere Tür für Kinderhände, hinter der das Wunder angefasst
werden kann«. Die Heiligen gewähren uns einen Blick in den Himmel. So wie wir es auf dem
Altarbild sehen, das unsere Stadt zeigt, über der der Himmel offen ist: die Heilige Helena,
umgeben von den Stadtpatronen Cassius und Florentius, und über ihnen thront die Dreifal-
tigkeit. Deshalb feiern wir sie, weil sie uns deutlich machen: Christ-Sein kann gelingen –
auch in den Alltäglichkeiten des Lebens. In ihrem Leben offenbart sich ein Stück Abbild des
Himmels und wir können erahnen, was uns bevorsteht.
Manch einer mag sich stirnrunzelnd fragen, weshalb uns im Jahre 2012 die Reliquien der
Heiligen Helena so wichtig sind. Mir zeigt diese so bedeutsame Frauengestalt des frühen
Christentums, dass die Geschichte unserer Stadt nicht 1949 beginnt (wie viele meinen), son-
dern viel weiter zurückreicht und auch mit den Namen dieser römischen Kaiserin verbun-
den ist, die über den Gräbern der römischen Märtyrer eine erste Kirche erbaut haben soll
oder wenigstens den Ort ihrer Gräber bezeichnet hat. Und ich weiß: Wenn wir die Wurzeln,
aus denen wir leben, aus dem Bewusstsein verlieren, dann werden wir anfällig für von Mo-
den und Tagesaktualität vorgegebene Strömungen – Ideologien eben, die keine lange Halt-
barkeit haben.
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Das Leben der Kaiserin Helena
um 250      Helena wird in Depranon geboren
            Herbergswirtin
            Beziehung (Konkubinat) zum Römischen Offizier Constantius
um 280      Geburt des Sohnes Konstantin
289         Constantius trennt sich von Helena und heiratet Theodora, die Stieftochter des
            Kaisers Maximian
293         Konstantius wird zum Caesar (Unterkaiser) ernannt
306         Tod des Constantius
            Konstanin wird zum Augustus (Oberkaiser) ausgerufen und residiert bis 312
            (316) vornehmlich in Augusta Trevorum (Trier)
            Konstantin verleiht seiner Mutter den Ehrentitel „nobilissima femina“ (edelste
            Dame).
312         Helena lässt sich taufen
            Unter dem Banner Jesu Christi besiegt Konstantin seinen Gegner Maxentius in
            der „Schlacht an der Milvischen Brücke“
313         Konstantin erlässt das „Toleranzedikt von Mailand“
            Helena erhält den Titel „Augusta“ mit dem Vorrecht des Diadems und der
            Abbildung auf Goldmünzen
ab 324      Helena unternimmt Pilgerreisen ins Heilige Land, wo sie das Kreuz Jesu und
            viele andere Reliquien findet
329/330     Helena stirbt, vermutlich am 18. August in Nidomedia (Ismit)
URL: www.bonner-muenster.de/helena/geschichte.htm
Social Media: -
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PROGRAMM
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: [Für einzelne Programmpunkte]


HELENA-FESTWOCHE – 17. bis 25. August 2012

Freitag, 17.08.
       17:00 Basilika. Einläuten der Festwoche. Zunächst gibt es 17 Glockenschläge. Danach
       läuten zunächst die Helena-Glocke und die Cassius-Florentius-Malusius-Glocke. Es
       folgen das Zimbelgeläut und die Donatus-Agatha-Glocke, bevor sich die Maria-
       Clemens-Glocke als größte der acht Münster-Glocken in Bewegung setzt.
       Basilika. Illumination der Helena-Figuren im Bonner Münster
       18:00 Basilika. Hl. Messe

Samstag, 18.08.
      Hl. Helena
      10:00 Basilika. Festmesse
      anschl. Brunnenweihe und Segnung des neuen Eingangs

       Helena-Fest
       12:00-18:00 Tag der Offenen Tür im Münster-Carré und Straßenfest in der Gerhard-von-
       Are-Straße

       Tag der offenen Tür im Münster-Carré
       Kreuzgang. Münster-Stiftung. Münster-Bauverein. Cassius-Florentius-Bruderschaft.
       Bonner Münster-Touristik-Info. Arche Noah-Reisen. Altenahr Tourismus
       1. OG. (Wieder)Eintrittsstelle FIDES. Citypastoral. Behindertenseelsorge. Gemeinde-
       pastoral. Ehepastoral. Ehe-, Familien-, Lebensberatung (EFL) Ministranten.
       2. OG. Schulreferat. Schulpastoral
       3. OG. Mediothek

       Gottesdienste in der Basilika
       10:00 Festmesse, Brunnenweihe
       12:15 Mittagsgebet
       18:00 Abendgebet

       Lesung
       12:45 Gangolfsaal. Konrad Beikircher liest aus seinem neuen Buch „Als Strohhalme
       noch aus Stroh waren.“ anschl. Signierstunde

       Musik rund ums Münster
       13:00 Gerhard-von-Are-Straße. Platzkonzert. Blasorchester Altenahr
       13:00-15:00 Gerhard-von-Are-Straße. Mittelalterliche Tanzgruppe
       14:00 Kreuzgang. Max Mühlenbock
       15:00 Kreuzgang. Jazz
       16:00 Terrasse. Hanne Kah
       17:00 Kreuzgang. Jazz
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       Führungen und Ausstellungen
       12:00-18:00 Kapitelsaal. Ein.Blick in den Himmel – Fotoausstellung zu den Helena-
       Darstellungen in Bonn. Auch der Schrein für die Helena-Reliquie ist ausgestellt.
       13:30, 14:30, 15:30, 16:30, 17:30 Gerhard-von-Are-Brunnen.
       Entdeckungstour mit Propst Gerhard von Are (Teilnahme kostenlos. Spenden erbe-
       ten.)
       14:00, 15:00, 16:00, 17:00 Basilika, Hauptportal.
       Helena im Bonner Münster (Teilnahme kostenlos. Spenden erbeten.)

       Talk im Gangolfsaal mit Moderator Benedikt Breuers.
       14:00 Behindertenseelsorge. Udo Klein
       14:30 Altenheimseelsorge. Diakon Wollschläger
       15:00 Schulreferat & Schulpastoral. Stefanie Bartsch, Robert Buchholz
       15:30 Gemeindepastoral. Brigitte Schmidt
       16:00 Kommunikation & Medien. Reinhard Sentis
       16:30 Gangolfsaal Talk: Ehepastoral, Ehe-, Familien-, Lebensberatung
       17:00 Citypastoral. Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher

       Kulinarische Köstlichkeiten
       Gerhard-von-Are-Straße. Speisen aus Kroatien, Italien und Südamerika
       Münster-Laden. Likörprobe der neuen „Bonner Stiftskräuter“
       Kreuzgang. Kaffee und Kuchen

Sonntag, 19.08.
      10:00 Basilika. Hl. Messe
      anschl. Basilika. Geistliche Führung „Helena im Bonner Münster“
      12:00 Basilika. Hl. Messe. Besonders sind all jene eingeladen, deren Namenspatronin
      die Heilige Helena ist (Helene, Helena, Elena, Ella, Ellen, Hela, Hella, Helleri, Ilka,
      Ilona, Ilonka, Lena, Lene, Leni, Marlene, Nella, Nele, Nelli, Olga).
      anschl. Kreuzgang. Helena-Empfang. (Gegen Vorlage eines Ausweises erhalten die
      Namenstagskinder ein kleines Präsent)
      anschl. Basilika. Geistliche Führung „Helena im Bonner Münster“
      18:30 Basilika. Hl. Messe
      anschl. Basilika. Geistliche Führung „Helena im Bonner Münster“

Mittwoch, 22.08.
      19:30 Münster-Carré. Mitten unter uns. Moderne Schicksalsgenossinnen der Heiligen
      Helena. – Vortrag von Sr. Lea Ackermann. Moderation: Benedikt Breuers.

Donnerstag, 23.08.
      19:30 Münster-Carré. Reliquien, Plastinate, Fan-Artikel. Eine Kontinuitätsgeschichte? –
      Vortrag von Prof. Dr. Dr. Hubertus Lutterbach, Uni Duisburg-Essen. Moderation: Be-
      nedikt Breuers.
      21:30 Basilika. NachtMusik - Orgel trifft Altstimme. Roman Perucki & Maria Perucka
      (Danzig)

Freitag, 24.08.
       18:00 Basilika. Pontifikalamt. Übertragung und Einsetzung der Reliquie der Heiligen
       Helena. Musica Sacra: Choralschola am Bonner Münster. Ordinarium. Große Bonner
       Allerheiligen-Litanei
       anschl. Empfang im Münster-Carré
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Samstag, 25.08.
      17:00-18:30 Frauenmuseum. Unter dem Heiligen Rock. Eine theatrales Ereignis zur
      Heiligen Helena. Frank Heuel, Annika Ley (Konzept), Bettina Marugg



KREUZERHÖHUNG UND KREUZBERGFEST – 14. bis 16. September 2012
    Untrennbar sind das Fest der Kreuzerhöhung und insbesondere in Bonn das Kreuz-
    bergfest mit der Heiligen Helena verbunden. Das Fest der Kreuzerhöhung erinnert an
    die Auffindung des Kreuzes Jesu durch die Kaiserin. Sie soll aus Jerusalem die Trep-
    pe aus dem Palast des Pilatus über die Jesus vor seiner Kreuzigung zum Statthalter
    hinaufstieg nach Rom gebracht haben. Eine Kopie dieser Scala Sancta, die nahe der
    Papstbasilika San Giovanni in Laterano steht, ist die Heilige Stiege von Balthasar
    Neumann auf dem Bonner Kreuzberg. Doch reicht die Pilgertradition dieses Heiligen
    Ortes viel weiter zurück.

Freitag, 14.09. - Fest der Kreuzerhöhung
       18:00 Basilika. Hl. Messe. Segnung mit der Kreuzreliquie

Samstag, 15.09. - Kreuzbergfest
      20:30 Kerzen-Vigil an der Heiligen Stiege mit Stadtjugendseelsorger Dr. Meik-Peter
      Schirpenbach

Samstag, 16.09. - Kreuzbergfest
      11:15 Hl. Messe. Festhochamt mit Generalvikar Domkapitular Dr. Stefan Heße.
      musica sacra: Missa brève von Leo Délibes. Kirchenchor St. Barbara, Bonn-Ippendorf.
      anschl. Prozession zur Heiligen Stiege mit Segen über Stadt und Land
      Gelegenheit zum Gebet an der Heiligen Stiege und persönliche Segnung
      ab 12:30 Terrasse Imbiss und Kaffeetafel
      14:00 Trier - Jerusalem – Bonn. Die Heilige Helena auf dem Kreuzberg
      14:30 Ein Heiligtum in unserer Mitte - Die Schönstattbewegung auf dem Kreuzberg
      15:00 Orgelkonzert
      17:00 Vesper
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ERLÄUTERUNGEN ZUM PROGRAMM

17.08. Mit 17 Glockenschlägen geht es los - Einläuten der Helena-Festwoche
Selten läuten alle Glocken des Bonner Münsters gemeinsam. Am 17.08.2012 ist es aber wie-
der soweit, wenn sich 10 Tonnen Bronze in Bewegung setzen, um die Helena-Festwoche ein-
zuläuten. Um 17:00 erinnern 17 Glockenschläge den ersten legendären Besuch der Kaiserin
vor 1700 Jahren. Dann beginnt die Helena-Glocke zu läuten. Es folgen die Stadtpatrone-
Glocke, die vier Glocken des Zimbelgeläuts und die Donatus-Agatha-Glocke bevor die 3,4
Tonnen schwere Maria-Clemens-Glocke erklingt. Das barocke Geläut des Münsters stammt
aus dem Jahr 1756.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/167953820005608/

18.08. Festgottesdienst, Brunnenweihe, Eröffnung des neuen Südeingangs
Am 18. August ist der eigentliche Gedenktag der Heiligen Helena, der alljährlich im Bonner
Münster gefeiert wird, in diesem Jahr aber in besonderer Weise. Nach dem Festgottesdienst
der um 10.00 Uhr beginnt und der liturgische Auftakt der Helena-Festwoche ist, wird zu-
nächst der neue Gerhard-von-Are-Brunnen gesegnet, bevor der neue Südeingang des
Kreuzgangs und barrierefreie Eingang des Münsterladens eröffnet und die älteste Mauer der
Stadt sichtbar gemacht wird.
Gerhard von Are, der 1124 Propst des Cassius-Stiftes wurde ist sicher der berühmteste Bon-
ner des Mittelalters. Er hat dem Stift und damit auch der noch kleinen Stadt Bonn mittels
kluger Entscheidungen und bester Kontakte zu Ruhm und Ehre verholfen. Geboren ist er auf
der Burg Are, deren Ruine heute hoch über der Stadt Altenahr thront. Daher werden auch
viele Atenahrer zum Helena-Fest kommen.
Gegen 11.00 Uhr zieht, begleitet vom Blasorchester Altanahr, durch vom Münsterplatz,
durch die Gangolfstraße in die Gerhard-von-Are-Straße. Der Brunnen wird mit Wasser aus
der Ahr gefüllt, bevor der Bonner Stadtdechant und Münster-Pfarrer, Msgr. Wilfried Schu-
macher, ihn segnet. Stifter dieses Denkmals ist das Ehepaar Walter und Anneliese Nonnen-
Büscher. Der Bonner Geschäftsmann ist gebürtiger Altenahrer und dem Bonner Münster eng
verbunden.
Das Denkmal, welches sich durch eine sehr geradlinige Formensprache auszeichnet, besteht
aus einem Tuffsteinquader, der von oben nach unten kreuzförmig durch zurückliegenden
Basalt unterbrochen ist. Oben sprudelt mittig Wasser heraus und fließt über das Basaltge-
stein ab. Auf dem Tuffstein Sind Wappen und Lebensdaten Gerhards eingemeißelt.
Auf der ebenfalls aus Basalt gearbeiteten Bodenplatte ist die deutsche Übersetzung seines
Grabmahls zu lesen: „Keiner der früheren hat so viel wieder neugeschaffen wie Gerhard,
edel von Geburt, berühmter durch sein Werk, der Ruhm seines Stammes; er verwandte die
Schätze, er häufte sie nicht an, indem er solches schuf, die Hallen des Klosters und die Mau-
ern der Kirche voll Pracht. Was eng war, baute er weit, was hässlich war, glanzvoll rein.
Neues baute er auf und beseitigte von Grund auf das Morsche. Was unvollendet ist, vollen-
det er alles. Zum Gebrauch jeglicher Art geeignet. Christi Gnade verleihe ihm den Lohn der
Herrlichkeit.“ Das Hochgrab wurde 1794 zerstört. Übrig geblieben ist eine kleine schlichte
Bodenplatte im Kapitelsaal.
Basalt und Tuffstein wurden neben dem Trachyt vornehmlich am Münster verarbeitet und
finden sich ebenso im Bereich des neuen Eingangs zu Kreuzgang und Münster-Laden. Hier
wurde die älteste Mauer der Stadt freigelegt. Um 1050 begann man mit dem Neubau von
Stiftsgebäuden und Stiftskirche, unserem heutigen Bonner Münster. Diese Mauer wurde
aufwändig saniert. Wo vormals eine Garage stand, wird der historische Dreh und Angel-
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punkt der Stadt noch besser erfahrbar, denn das mittelalterliche Bonn ist vom Cassius-Stift
aus gewachsen.

Zu den Gästen zählen [Stand: 16.08.2012 15:57]
    Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch
    Stadtdirektor Prof. Dr. Ludger Sander
    Bezirksbürgermeister Helmut Kollig
    Stadtkonservator Dr. Franz-Josef Talbot

Samstag, 18.08.2012, 10:00 Bonner Münster. Festmesse. Anschl. Brunnenweihe und Eröffnung des
Südeingangs Zu Kreuzgang und Münster-Laden
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/406323099419497/

18.08. Helena-Fest, Tag der offenen Tür, Gerhard-von-Are-Straßenfest
Mit dem Angelus-Geläut um 12 Uhr startet am Samstag, 18. August 2012 am Bonner Müns-
ter das Helena-Fest. Geboten wird ein buntes Programm im Münster-Carré und in der Ge-
rhard-von-Are-Straße mit kulinarischen Genüssen, Führungen im und ums Münster, Musik,
Ausstellungen, Gewinnspielen, Talkrunden und einer Lesung mit Konrad Beikircher.
Zum ersten Mal kann man mit Gerhard von Are persönlich das Bonner Münster entdecken.
Im Gewand eines Stiftspropstes lädt er zu einer interessanten Reise durch die Jahrhunderte
ein. In der Basilika gibt es Helena-Führungen, die die vielen Darstellungen der Kaiserin in
den Blick nehmen.
Eine mittelalterliche Tanzgruppe gastiert in der Gerhard-von-Are-Straße, wo auch immer
wieder die Altenahrer Blaskapelle aufspielt. Ehrensache für die Musiker, liegt doch der Fa-
miliensitz derer von Are in Altenahr. Aber die Geschäftsleute bieten beim ersten Gerhard-
von-Are-Straßenfest noch mehr: Kinderbelustigung, Tabaluga, Gewinnspiele, Kostproben
und Köstlichkeiten aus Italien, Kroatien und Argeninien. Der Münster-Laden feiert gleichzei-
tig sein 10jähriges Bestehen und lädt zur probeweisen Verköstigung neuer Produkte ein.
Über den neuen Südeingang gelangt man durch die fast 1000 Jahre alte Mauer direkt in den
Kreuzgang, wo die Kaffeetafel gedeckt ist. Hier informieren aber auch Münster-Stiftung,
Münster-Bauverein, das Domradio und die Caritas über ihre Arbeit. Im Kapitelsaal ist der
Schrein für die Helena-Reliquie zu sehen, flankiert von einer Fotoausstellung zu den Helena-
Darstellungen in Bonn.
Im Münster-Carré befindet sich das pastorale Zentrum des Stadtdekanates. Vor Ort in ihren
Büros sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und geben Auskunft über ihre Arbeit (Fa-
milie, Ehe, FIDES, Schulreferat, Schulpastoral, Senioren…). Das Referat für Behinderten-
Pastoral stellt im Raum Cassius die verschiedenen Hilfen für Hörgeschädigte vor. Beim
„Talk im Gangolfsaal“ interviewt Moderator Benedikt Breuers die Referentinnen und Refe-
renten zu ihrer pastoralen Arbeit vor Ort.
Zu den Musikalischen Höhepunkten gehören „Jazz im Kreuzgang“ sowie die Chanson-
Sängerin Hanne Kah auf der Terrasse des Münster-Carrés.
Das Helena-Fest wird abgeschlossen mit einem Gebet in der Basilika um 18.00 Uhr.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/216588571796721


19.08. Helena, Lena, Ilona, Olga, Ellen..? - Einladung zum Helena-Emfpang
Wer auf den Namen Helena getauft ist und am 21.05. oder 18.08. Namenstag feiert, ist be-
sonders am Sonntag, 19.08.2012 um 12:00 ins zur hl. Messe ins Bonner Münster und zum
anschließenden Helena-Empfang in den Kreuzgang eingeladen. Gegen Nachweis gibt es
auch ein Geschenk für die Namenstagskinder. Übrigens leiten sich diese Namen auch von
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                              Seite 11 von 36


Helena ab: Helene, Elena, Ella, Ellen, Hela, Hella, Helleri, Ilka, Ilona, Ilonka, Lena, Lene, Le-
ni, Marlene, Nella, Nele, Nelli, Olga
URL: www.kath-bonn.de/?oid=1572
Social Media: www.facebook.com/events/435877626444648


22.08. Vortrag Ackermann: Mitten unter uns. Moderne Schicksalsgenossin-
nen der Heiligen Helena
Nicht alle Schicksale von Frauen in Not wenden sich so wie das der Heiligen Helena zum
Guten. Das weiß die Ordensfrau Lea Ackermann zu gut. Auch hierzulande gibt es Opfer von
Zwangsprostitution, Menschenhandel, Beziehungsgewalt und Zwangsheirat. Vor 26 Jahren
legte Sie in Afrika den Grundstein für die Hilfsorganisation SOLWODI (SOLidarity with
WOmen in DIstress – Solidarität mit Frauen in Not). In Kenia kam sie mit Frauen und Mäd-
chen ins Gespräch, die sich aufgrund ihrer Armut prostituierten. Heute hat SOLWODI 10
Beratungsstellen entlang der kenianischen Küste und unterstützt ein Witwen- und Waisen-
projekt in Ruanda. Seit 1987 engagiert sich SOLWODI mit inzwischen 15 Beratungsstellen in
Deutschland. Schwester Lea Ackermann berichtet von ihrer Arbeit und dem Einsatz des
Hilfswerkes für Frauen in Not.
Die Kollekte im Pontifikalamt am 24.08.2012 ist für Solwodi bestimmt.
Mittwoch, 22.08.2012, 19:30 Münster-Carré. Mitten unter uns. Moderne Schicksalsgenossinnen der
Heiligen Helena. – Vortrag von Sr. Lea Ackermann. Moderation: Benedikt Breuers.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/231716753616091


23.08. Vortrag Lutterbach: Reliquien, Plastinate, Fan-Artikel. Eine Kontinui-
tätsgeschichte?
Im Jahre 2006 erschien Hape Kerkelings Bericht „Ich bin dann mal weg“ über seinen Pilger-
weg zu den Reliquien des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela. Weit mehr als drei
Millionen Mal wurde das Buch bislang verkauft und ließ die Zahl der deutschen Reliquien-
Touristen hochschnellen. Sogar mehr als 34 Millionen Menschen haben seit 1997 weltweit die
„Körperwelten“-Ausstellungen mit den Plastinationsobjekten des Gunther von Hagens be-
sucht. Schließlich werden Tag für Tag unzählige Fan-Artikel in den Bereichen von Musik
und Sport verkauft. – Der kulturgeschichtliche Vortrag fragt, inwieweit Plastinate und Fan-
Artikel die modernen Nachfahren der mittelalterlichen Reliquien sind. Veranstalter: Stadt-
dekanat Bonn und Kath. Bildungswerk
Donnerstag, 23.08.2012, 19:30 Münster-Carré. Reliquien, Plastinate, Fan-Artikel. Eine Kontinui-
tätsgeschichte? – Vortrag von Prof. Dr. Dr. Hubertus Lutterbach, Uni Duisburg-Essen. Moderation:
Benedikt Breuers. Eintritt frei, Spenden Erbeten.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/390949070964684

24.08. Pontifikalamt mit Übertragung und Einsetzung der Helena-Reliquie
Ein außergewöhnlich kostbares Geschenk aus dem Trierer Dom erhält das Bonner Münster:
Eine Reliquie der Heiligen Helena. Sie wird am Freitag, 24. August 2012 um 18.00 Uhr in
einem feierlichen Pontifikalamt durch den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
überbracht.
Als legendäre Stifterin einer ersten Kirche über den Gräbern der Märtyrer und heutigen
Bonner Stadtpatronen Cassius und Florentius genoss sie stets eine besondere Verehrung.
Bereits 1135 erwirkte der Propst des Bonner Cassius-Stiftes, Gerhard von Are, Reliquien der
Kaiserin, die samt des wertvollen Schreins im 16. Jahrhundert geraubt wurden.
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Das Trierer Domkapitel möchte diese „empfindliche Lücke“ in der Helena-Verehrung
schließen. Vor mehr als 1000 Pilgern aus dem Erzbistum Köln übergab der Trierer Bischof
Stefan Ackermann die Reliquie an Kardinal Meisner.
Die Übertragung ist der Höhepunkt einer einwöchigen Helena-Festwoche in Bonn. Am Ende
des Pontifikalamtes wird die Reliquie in einen vergoldeten Schrein eingesetzt, der dann
durch die Basilika getragen wird, bevor seinen endgültigen Platz im sogenannten Stadtpat-
rone-Altar findet. Dabei singt die Choralschola des Bonner Münsters die große Bonner Al-
lerheiligen-Litanei, welche die Märtyrer der Thebäischen Legion wie auch alle Bonner Kir-
chenpatrone beinhaltet.
Den Reliquienschrein ziert auf der Vorderseite eine Darstellung der Heiligen Helena mit
Kaiserlicher Krone, dem Kreuz Jesu und dem Bonner Münster in der Hand. Vorbild hierfür
war das Gemälde eines Altars, an dem Papst Benedikt XVI. häufig die Messe feierte, als er
1959-1963 an der Bonner Universität lehrte. Der Altar befindet sich im südlichen Querhaus.

Zu den Gästen zählen [Stand 16.08.2012 15:57]

Erzbistum Köln
    Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
    Domkapitular Robert Kleine, Köln
    Stadtdechant und Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher, Bonn
    Dechant Pfarrer Andreas Brocke, St. Gereon Köln
    Dechant Bernd Kemmerling, Bonn
    Direktor Dr. Michael Kahle, Collegium Albertinum, Bonn
    Stadtjugendseelsorger Dr. Meik Peter Schirpbenbach, Bonn

Bistum Trier
     Domdechant Prälat Franz Josef Gebert, Trier
     Domkapitular em. Prof. Dr. Werner Ronig, Trier
     Direktor Msgr. Michael Bollig, Studienhaus St. Lambert, Lantershofen

Bistum Aachen
     Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, Aachen

Bistum Münster
     Propst Klaus Wittke, Dom St. Viktor, Xanten
     St. Helena-Bruderschaft, Xanten

Griechisch-Orthodoxe Kirche
    Erzpriester Sokratis Ntalis, Bonn

Stadt Bonn
    Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Bonn

Weitere Gäste
    Prof. Dr. Beat Näf, Universität Zürich, Historisches Seminar, Ein Schwerpunkt seiner
       Forschung: Thebäische Legion

Freitag, 24.08.2012 18:00 Basilika. Pontifikalamt. Übertragung und Einsetzung der Reliquie der Hei-
ligen Helena. Musica Sacra: Choralschola am Bonner Münster. Ordinarium. Große Bonner Allerhei-
ligen-Litanei. anschl. Empfang im Münster-Carré
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/400196346671242
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25.08. Unter dem Heiligen Rock. Eine theatrales Ereignis zur Heiligen Helena.
Als Mutter Konstantins des Großen trug Helena entscheidend zum Ende der Christenverfol-
gung bei. Um das Leben der Heiligen Helena ranken sich zahlreiche Legenden: Im hohen
Alter habe sie als Pilgerin in Palästina das Kreuz Christi entdeckt. Auch soll sie für das
Christentum bedeutende Reliquien nach Trier überführt haben. Die Veranstaltung möchte
den Versuch unternehmen, die Kraft und Wirkungskraft dieser Frau einem heutigen Publi-
kum näher zu bringen. Veranstalter: Stadtdekanat Bonn, Frauenmuseum und Kath. Bil-
dungswerk
Samstag, 25.08.2012, 17:00-18:30 Frauenmuseum. Unter dem Heiligen Rock. Eine theatrales Ereig-
nis zur Heiligen Helena. Frank Heuel, Annika Ley (Konzept), Bettina Marugg (Schauspielerin).
URL: www.bonner-muenster.de/helena/programm.htm
Social Media: www.facebook.com/events/326057167478754
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BESONDERE ANGEBOTE IN DER FESTWOCHE

Helena-Festschrift
„Heilige Helena – Ein.Blick in den Himmel“ lautet der Titel des ersten Werks über das Leben
der Heiligen Helena und ihre Berührungspunkte mit Bonn, mit Beiträgen von Erzbischof
Joachim Kardinal Meisner (Köln) und Bischof Stefan Ackermann (Trier). Namhafte Autoren
beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven das Leben der Kaiserin. Auch werden die
vielen Bonner Helena-Darstellungen illustriert und beschrieben. Die Festschrift ist ab dem
17. August 2012 im Münster-Laden (muensterladen.de) erhältlich.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Orgel, Gregorianik, Trompenten, Fläten, Konzert - Musik zur Helena-Woche
Bonn - Die Helena-Festwoche am Bonner Münster wird durch kirchenmusikalische Werke
verschönert. Zum Helena-Festgottesdienst am Samstag, 18. August, 10 Uhr, wird erstmals in
der Basilika das Helena-Lied („Du hehre, milde Kaiserin“) gesungen. Es handelt sich um
eine sehr alte Hymne aus dem Repertoire der Helena-Bruderschaften, wie sie unter anderem
am Xantener Dom besteht. Während der Messe Während der Messe erklingen barocke Wei-
sen für Orgel und Flöte von Markus Karas und Katrin Stelzmann. Das Pontifikalamt mit
Kardinal Meisner (Freitag, 24. August, 18 Uhr) eröffnet Münsterorganist Markus Karas mit
Eugene Gigouts Grand Choer Dialogue. Er wird in anderen Teilen an der Orgel durch And-
reas Berger und Peter Büscher (Trompeten) begleitet. Die Messe wird von der Choralschola
unter Leitung von Sebastian Hohberg mit lateinischen, gregorianischen Gesängen gestaltet.
In die Festwoche hinein fällt das fünfte Konzert der NachtMusik. Prof. Roman Perucki (Dan-
zig) konzertiert um 21.30 Uhr an der großen Münsterorgel. Im musikalischen Dialog „Orgel
trifft Violine“ wird der erste Domorganist an der Kathedrale zu Oliva, Generaldirektor der
Baltischen Philharmonie Danzig und international erfolgreicher Konzertorganist mit der
Geigerin Maria Perucka musizieren.


Helena-Foto-Ausstellung
Zehn Darstellungen der Kaiserin gibt es im Bonner Münster, manche liegen versteckt, andere
etwas im Dunkel. Doch darüber hinaus ist Helena auch außerhalb des Münsters zu finden.
Eine großformatige Fotoausstellung zeigt jetzt 16 Bonner Helena-Darstellungen mit Erläute-
rungen zu ihrem Leben. Zu sehen ist die Ausstellung vom 19. bis 25. August im Bonner
Münster. Am 18. August gastiert die Ausstellung zusammen mit dem Helena-Reliquiar im
Kapitelsaal des Münster-Carrés.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Helena mal anders beleuchtet – Illumination im Münster
Die vielen Helena-Darstellungen im Bonner Münster sind nicht immer auf den ersten Blick
sichtbar. Daher werden sie in der Festwoche ins rechte Licht gerückt. Am Abend wird au-
ßerdem das Bonner Münster auf besondere Weise illuminiert und ist dann auch bis 21.00
Uhr geöffnet. Diese besondere Beleuchtung wurde ermöglicht durch die SWB Energie und
Wasser.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Helena im Bild
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Als vor mehr als 1000 Pilgern der Trierer Bischof Stefan Ackermann am 12. Mai 2012 die He-
lena-Reliquie an Erzbischof Kardinal Meisner übergab, erhielt er aus den Händen des Bonner
Stadtdechanten Msgr. Wilfried Schumacher ein großes Bild, welches die vielen Helena-
Darstellungen zeigt. Dieses ist jetzt im A2-Format als Poster im Bonner Münster-Laden er-
hältlich.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Cassius, Florentius und Stiftskräuter - Zuwachs in der Stiftsherren-Edition
Zum Wohle des Münsters bietet die Bonner Münster-Stiftung immer wieder erlesene Pro-
dukte an. In dieser Stiftsherren-Edition gibt es nun dreifachen Zuwachs. „Bonner Stiftskräu-
ter“ ist ein hochwertiger Likör mit 36 wohltuenden Kräutern aus den Ländereien des ehema-
ligen Cassius-Stiftes. Er wird hergestellt in der Eifel-Destillerie Schütz.
Die Bonner Stadtpatrone sind Namensgeber für zwei neue Weine, diesmal aus dem
Markgräflerland. Dargeboten in einer handlichen Viertel-Liter-Flasche sind der Rotwein
„Cassius“ (Spätburgunder, Hügelheim) und der Weißwein „Florentius“ (Gutedel, Hügel-
heim) auch ein schönes Mitbringsel aus Bonn.
Zur Stiftsherren-Edition gehören weiterhin das „Kapitellchen“ (Ahr-Rotwein, zeigt auf dem
Etikett eines der 39 Kapitelle des fast 900 Jahre alten Kreuzgangs), die „Schöpfung“ (Weiß-
wein, Baden, im Etikett ein Ausschnitt aus den Apsisfenstern des Münsters) und seit einem
Jahr auch ein Sekt namens „Münstergold“.
Mit der Stiftsherren-Edition möchte die Bonner Münster-Stiftung an die Weintradition des
Cassius-Stiftes anknüpfen, welches seinerzeit Weinberge an Rhein, Ahr und Mosel besaß.
Der Krippenaltar, der dem Heiligen Urban als Patron der Winzer gewidmet ist, zählt zu be-
sonderen Kostbarkeiten in der Basilika und wurde von Weinbergpächtern gestiftet.
Die neuen Produkte sind ab 18. August 2012 im Münster-Laden erhältlich.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Meilen-Steinchen der Geschichte
Als kleines Geschenk gibt es zum Helena-Fest ein Meilen-Steinchen der Geschichte des
Cassius-Stiftes. Es sind Bruchstücke der aufwändig sanierten Südmauer des Kreuzgangs.
Dazu gibt es einen erläuternden Text:
Etwa seit 300 n. Chr. lässt sich der Bereich um das Bonner Münster als Kultstätte nachweisen. Das
Cassius-Stift wird 691 erstmalig erwähnt. Um 1050 beginnt man mit dem Neubau einer Basilika über
den Gräbern der Märtyrer. Der neue Durchgang legt die älteste erhaltene Wand des Kreuzgangs aus
dem 11. Jahrhundert frei. Aus dieser Zeit stammt auch unser „Meilen-Steinchen der Geschichte“, das
2012 bei Bauarbeiten entnommen wurde. Sie halten fast 1000 Jahre Geschichte am Bonner Münster in
Händen!
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Helena-Praliné
Mit dem Helena-Fest feiert auch der Münster-Laden sein 10jähriges Bestehen. Das Sortiment
wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert und erweitert. Gleich geblieben ist die
ruhige und freundliche Atmosphäre in dem kleinen Laden auf der Sonnenseite des Müns-
ters. Pünktlich zum Fest wurde das Sortiment noch einmal erweitert. Geschmack an der Kai-
serin kann man mit dem Helena-Praliné bekommen, einem Mandel-Schokoladen-Konfekt,
das nur in der Festwoche angeboten wird.
URL: www.bonner-muenster.de/helena/angebote.htm
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Helena-Lied
1. O Helena, Du hehre, Du milde Kaiserin! / Voll Liebe wir Dich preisen als mächt’ge
   Schützerin: / Uns strahlt Dein ganzes Leben in höchster Herrlichkeit, / die mehr als alle
   Kronen, die Tugend dir verleiht.
2. Du bist trotz Kaiserkrone an wahrer Demut reich, / und nennt Dich „Magd des Herren“
   der Gottesmutter gleich; / in Liebe allen Armen reichst Du die Kaiserhand, / befreiest
   die Gefang’nen, erlösest, die verbannt.
3. Dich zog zum Heil’gen Lande Dein Herz in Liebesglut, / zu suchen teure Stätten, ge-
   weiht durch Jesu Blut: / Wo er als Kind gelegen so arm im kalten Stall, / wo er am Kreuz
   gehangen, zu sühnen Adams Fall.
4. Das Kreuz des Herrn Du fandest zum Heil der Christenheit; / uns schenktest Du zum
   Segen sein ungeteiltes Kleid: / Oh, schenk auch unsr’en Zeiten den starken Glauben
   Dein, / senk Deiner Liebe Treue in uns’re Herzen ein.
5. Oh, hilf uns, dass wir tragen mit Mut das Kreuz des Herrn, / trotz Leid und Schmerz es
   grüßen als einz’gen Hoffnungsstern. / Bis wir als Siegeszeichen es einstens strahlen sehn,
   / wenn Nacht und Schatten weichen, wenn wir zum Licht ersteh’n.
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WEITERE ERLÄUTERUNGEN

Helena-Reliquiar
Für das kostbare Geschenk einer Helena-Reliquie aus Trier wurde ein Reliquienschrein er-
worben Das vergoldete Messing-Reliquiar aus dem 19. Jahrhundert ist 44 cm lang und 51 cm
hoch und zeigt auf der Vorderseite eine Abbildung der Kaiserin. Die Vorlage dafür ist das
Bild eines Altars im Bonner Münster an dem Papst Benedikt XVI. häufig die Heilige Messe
feierte, als er noch Professor an der Bonner Universität war. Das Reliquiar wird beim Helena-
Fest am 18. August 2012 im Kapitelsaal öffentlich ausgestellt werden.
Die Restaurierung des Schreins übernahm die Werkstatt „Juwelier Richarz“ aus Bonn in Ko-
operation mit dem Silberschmied Ferenc Jovari aus Meckenheim. Für den Geschäftsinhaber
Manfred Richarz war es „eine große Ehre, dem bedeutenden Nachbarn diese Arbeit zu
schenken.“ Die Auswahl und die Restaurierung wurden vom Bonner Kunsthistoriker Pro-
fessor Dr. Gisbert Knopp fachkundig begleitet.
Die Bonner Münster-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spenden für das Reliquiar zu
akquirieren. Spenden mit dem Verwendungszweck „Helena“ werden über das Konto 31 31
bei der Volksbank Bonn Rhein-Sieg (BLZ 380 601 86), über das Konto 53 111 bei der Paxbank
eG Köln (BLZ 370 601 93) sowie über das Konto 22 533 bei der Sparkasse Köln Bonn (BLZ 380
500 00) entgegen genommen. Online-Spenden sind über die Internetseite bonner-muenster-
stiftung.de.
URL:
Social Media:

Trierer Urkunde zur Reliquie
Urkunde zur Übergabe einer Helenareliquie aus den Beständen des Trierer Domes (abgetrennt vom
Schädel der hI. Helena) an die Bonner Münsterkirche. Übergabe an den Herrn Kardinal Joachim Meisner
am Samstag, dem 12. Mai 1012, in St. Maximin.
Übereignung einer Helena-Reliquie an Herrn Joachim Kardinal Meisner, Erzdiözese Köln - zum Wei-
terreichen an die Münsterkirche St. Cassius und Florentius (St. Martin) in Bonn, vertreten durch
Henn Stadtdechanten und Münsterpfarrer Wilfried Schumacher. – Vorgesehenes Datum: Heilig-
RockWallfahrt der Kölner Erzdiözese mitsamt der Bonner Münsterpfarrei am Samstag, dem 12. Mai
2012. Vorgesehener Ort: St. Maximin in Trier. Verfasser: Franz Ronig.
STEPHAN ACKERMANN, BISCHOF VON TRIER, UND WERNER RÖSSEL, PROPST DER
DOMKIRCHE SANKT PETER, ST. HELENA UND ST. NIKOLAUS IN TRIER, entbieten sei-
ner Eminenz, dem hochwürdigsten Herrn Erzbischof Joachim Meisner, Kardinal der heiligen
Kirche Roms, und dem hochwürdigsten Herrn Dechanten der Bonner Münsterkirche der
Heiligen Cassius, Florentius und Martinus Wilfried Schumacher Heil im Herrn.
Im rühmenswerten Kranz der Helenaheiligtümer des Rhein- und Mosellandes stellen die
Kirchen von Trier (Dom St. Peter), Bonn (Münsterkirche St. Cassius und Florentius, St. Mar-
tin), Köln (St. Gereon) und Xanten (St. Viktor) die Hauptorte dar. Sie alle stehen in ihrer je-
weiligen Gründungsgeschichte mit der Gestalt der Heiligen Kaiserin und Kaisermutter He-
lena in enger Verbindung. So ist es verständlich, dass sie alle einst durch den glücklichen
Besitz einer Helenareliquie ausgezeichnet und damit auch innerlich verbunden waren. Der
Trierer Dom ist dabei durch den Besitz des Hauptes der heiligen Helena ausgezeichnet.
Da die Helenareliquie des ehemaligen St. Cassius-Stiftes zu Bonn in den Wirren der Zeiten
abhanden gekommen war, erfüllt die Trierische Kirche gern den Wunsch der Bonner Kirche,
aus dem Reliquienschatz der Trierischen Kirche die durch den Verlust entstandene empfind-
liche Lücke zu schließen. Dabei haben wir durchaus bedacht, dass die, durch eine separate
Helena-Kapelle und viele Helenabilder ausgezeichnete altehrwürdige ehemalige Stiftskirche,
nun Pfarrkirche und päpstliche Basilica Minor, durch, ihre Märtyrertradition in das zweite
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                            Seite 18 von 36


Jahrhundert zurückreicht. Da die Trierer Kathedrale St. Petrus, St. Helena und St. Nikolaus
sich seit langen Zeiten des Besitzes des Hauptes der heiligen Helena rühmen kann, sieht sie
es als eine in alten Zeiten wurzelnde Pflicht an, den Wunsch der Schwesterkirche zu
erfüllen und eine Helena-Reliquie auf denselben Weg zu schicken, auf dem bereits im An-
fang des 4. Jahrhunderts, wie die Überlieferung sagt, der heilige Maternus, der dritte Bischof
in der Reihe der Trierer Bischöfe, seinen Weg nach Köln und schließlich sogar nach Tongeren
fand.
Es erfüllt die Trierische Kirche mit Freude, diese Reliquie, welche von der in der
Helenakrypta des Trier Domes aufbewahrten Reliquie des Hauptes abgetrennt wurde, seiner
Eminenz, Joachim Kardinal Meisner und dem hochwürdigen Herrn Stadtdechanten und
Münsterpfarrer, Monsignore Wilfried Schumacher am heutigen 12. Mai 2012 anlässlich der
von ihnen begleiteten Kölner Diözesanwallfahrt, der Heiligrockwallfahrt nach Trier, zu
überreichen.
Wir begleiten diese Gabe mit dem Trierer Wallfahrtsgebet: „Jesus Christus, Heiland und Erlö-
ser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt Gedenke deiner Christenheit und führe zusam-
men, was getrennt ist.“


Im Zeichen des Kreuzes und des Drachenfelses
Das neue Tor am Südeingang zu Münster-Laden und Kreuzgang zeigt in der Mitte das
Wappen des Cassius-Stiftes, welches auch das Signé der Stiftsherren-Edition ist. Rechts be-
finden sich das Wappen des Erzbistums Köln und links das Logo des Münster-Ladens.
Das Cassius-Stift hatte zwei Kreuze und zwei Drachen in seinem Wappen. Letztere erinnern
an den nahegelegenen Drachenfels im Siebengebirge. Dieser gehörte ursprünglich dem Köl-
ner Erzbischof, der dort 1138 mit dem Bau einer Burganlage begann, um sein Gebiet nach
Süden hin zu sichern. Aufgrund fehlender Gelder konnte das Vorhaben nicht zu Ende ge-
führt werden. Doch der Propst des Cassius-Stiftes half aus der misslichen Lage heraus, in-
dem er den Drachenfels kaufte und 1167 die Burg fertigstellte. Dorther stammt auch der Tra-
chyt, wovon sich der Name „Drachenfels“ ableitet, für den Bau des Bonner Münsters. Aber
nicht nur für dieses Gotteshaus. Mitte des 13. Jahrhunderts kaufte das Kölner Domkapitel
den Berg wieder, um mit dem Neubau des Kölner Doms zu beginnen, wobei es mit der Fer-
tigstellung länger dauern sollte als bei der Burg Drachenfels.

Propst Gerhard von Are
Tagtäglich gehen vornehmlich Menschen vom Hauptbahnhof mit dem Ziel Universität
durch die Gerhard-von-Are-Straße und natürlich auch wieder zurück. Dennoch wissen viele
nicht wie diese kleine Gasse entlang des Puppenkönigs und Münster-Ladens zu ihrem Na-
men kam und dass es sich hierbei wohl um einen viel zu wenig geehrten aber dennoch be-
deutenden Menschen in Bonns Stadtgeschichte handelt. Was oder vielmehr wer steckt aber
hinter diesem Namen und was hat dieser mit Bonn zu tun?
Der um 1100 geborene Gerhard entstammte dem hochadeligen und im Rheinland einfluss-
reichen Geschlecht derer von Are und war, wie sich noch zeigen wird, ein großer Baumeister
und ein ganz „cleverer Kerl”.
Einige Kilometer nördlich des Heimatsitzes der Are-Familie auf der Burg Altenahr gab es in
Bonn das sogenannte Cassius-Stift, das in seiner mittelalterlichen Form vermutlich Ende des
8. Jahrhunderts gegründet worden war. 1802 wurde es aufgelöst. Wichtigstes Gebäude des
Stiftes war die Stiftskirche „St. Cassius und Florentius“, das heutige Bonner Münster.
Als Geistlicher kam Gerhard zum Bonner Münster und trat in die dortige Gemeinschaft von
Priestern (Cassius-Stift) ein, deren Vorgesetzter (Propst) er wurde. Vermutlich steckt sein
Vater dahinter, der diesen Deal mit dem damaligen aus seiner Familie stammenden Erzbi-
schof von Köln aushandelte, um den Einfluss derer von Are bis an den Rhein ausweiten zu
können.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                            Seite 19 von 36


Als Propst mischte Gerhard von Are ganz oben mit, allerdings nicht zur Bereicherung und
aufgrund von Machtwillen. Es ging ihm immer um den Standort Bonn und das Kloster am
Bonner Münster. Für „seinen Laden” ist er sogar an Köln vorbei nach Rom gegangen und
fand einen Verbündeten im Papst. Man nannte ihn einen „besonderen Sohn der hl. römi-
schen Kirche“. Sein Einkommen war doppelt so hoch wie das des Kölner Dompropstes.
Durch geschicktes Taktieren und kluges Handeln machte er das St. Cassius-Stift zu einer
bedeutenden Institution. Bereits 1131 ließ er sich in einer großen Besitzurkunde durch Papst
Innozenz II. die Besitzungen des Stifts bestätigen und vogtfrei stellen, so dass sie außerhalb
der weltlichen Gerichtsbarkeit standen. 1135 erlangte er vom Papst im Dekanatsstreit das
Visitationsrecht, das ihm als Archidiakon weitreichende Machtbefugnisse zusprach. Noch im
selben Jahr erhielt er von Papst Innozenz II. das Recht der freien Appellation an den aposto-
lischen Stuhl. Damit konnte er, unter Umgehung seines Vorgesetzten, des Kölner Erzbi-
schofs, seine Interessen unmittelbar beim römischen Oberhaupt durchsetzen. Insgesamt er-
hielt das Bonner Münsterstift elf Papsturkunden während Gerhards Amtszeit, soviel wie zu
keiner anderen Epoche. Seine Biografen sagen: „Gerhard ist nicht wegzudenken aus der
rheinischen Politik seines Jahrhunderts“.
Neben vielen anderen Gütern erwarb Gerhard 1149 die im Bau befindliche Burg Drachenfels,
ließ sie vollenden und konnte dadurch die weit verbreiteten Stiftsbesitztümer sichern. Dra-
chen gab es allerdings auch damals nicht am Rhein. Den Namen hat der Berg eher durch den
Trachyt. Dabei handelt es sich um Vulkangestein, welches im Rheinland vielfach Verwen-
dung fand. Zunächst am Bonner Münster, später beim Bau des Kölner Doms.
Seine größte Leistung bestand allerdings im Ausbau der Bonner Münsterbasilika. Er ließ den
karolingischen Bau durch einen gewaltigen, von zwei Flankentürmen begleiteten, Ostchor
erweitern und einen Kreuzgang errichten, der in seiner geschlossenen Erhaltung heute ein-
malig im Rheinland ist. Die dreigeschossige Apsis (Rheinischer Etagenchor), oben mit einer
Zwerchgalerie abgeschlossen, war die Erste ihres Typs am Niederrhein und prägte für nahe-
zu einhundert Jahre das Erscheinungsbild vieler Kirchen im gesamten Raum durch Um- und
Neubauten (wie z.B. St. Gereon in Köln und Abtei Maria Laach).
Der Höhepunkt seiner Karriere war das Jahr 1156, als Gerhard nach dem Tod des Kölner
Erzbischofs Arnolds von Wied als Nachfolger für den Bischofsstuhl im Gespräch war. Bei
der Wahl kam es zu einer Pattsituation und der Bonner musste sich dem Schiedsspruch Kai-
ser Friedrich I. Barbarossa unterwerfen, der Friedrich von Berg den Vorzug gab.
1166 folgte ein für die Stadt Bonn wichtiges Ereignis: Propst Gerhard von Are ließ am 2. Mai
die Gebeine der heiligen Cassius und Florentius aus den Märtyrergräbern heben und sie, in
Anwesenheit des Kölner Erzbischofs Rainalds von Dassel, nach einer feierlichen Prozession
über den Münsterplatz in kostbaren Schreinen auf dem Hochaltar zur Verehrung aufstellen.
Anlässlich der Feierlichkeiten gewährte Erzbischof Rainald den Bonnern einen jährlichen,
abgabefreien dreitägigen Markt. Bis heute wird dieser Tag im Bonner Münster gefeiert. Das
große Fest dieser Stadtpatrone findet allerdings 10 Tage lang rund um ihren Namenstag am
10. Oktober statt. (www.stadtpatrone.de)
Nach seinem Tod am 23. Februar 1169 wurde Gerhard in der Cyriacuskapelle, dem heutigen
Kapitelsaal beigesetzt. Er gilt bis heute als der bedeutendste Propst in der Geschichte des St.
Cassius-Stifts. Seinem Sarg wurde eine Bleiplatte beigefügt, die heute noch im Münster zu
sehen ist: „Im 1169 der Menschwerdung des Herrn ist der Körper des Propstes Gerhard in
diesem Sarg beigesetzt worden, welcher die Kirchen mit vielen Gebäuden und Fenstern ge-
ziert, mit Gütern bereichert und die Leiber der heiligen Märtyrer übertragen und mit vielen
Zierden ausgestattet hat. Von edler Abkunft auf dem Schloss Are geboren, hat er ein noch
edleres Leben geführt. Christus erbarme dich deines Dieners. Amen“
Die Nachwelt rühmte ihn mit einer für alle sichtbaren Inschrift über dem Eingang zur
Cyriacuskapelle: „Keiner der früheren hat so viel wieder neugeschaffen wie Gerhard, edel
von Geburt, berühmter durch sein Werk, der Ruhm seines Stammes; er verwandte die Schät-
ze, er häufte sie nicht an, indem er solches schuf, die Hallen des Klosters und die Mauern der
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                          Seite 20 von 36


Kirche voll Pracht. Was eng war, baute er weit, was hässlich war, glanzvoll rein. Neues baute
er auf und beseitigte von Grund auf das Morsche. Was unvollendet ist, vollendet er alles.
Zum Gebrauch jeglicher Art geeignet. Christi Gnade verleihe ihm den Lohn der Herrlich-
keit.“
Das Hochgrab wurde 1794 zerstört. Übrig geblieben ist eine kleine schlichte Bodenplatte im
Kapitelsaal, über die viele hinweg schreiten ohne die Bedeutung dieses Mannes zu erahnen,
und die eingangs erwähnte Straße, bald schon ergänzt durch einen Brunnen.
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10 Jahre Münster-Laden in Bonn


Eine pastorale Erfolgsgeschichte
Ein ungewöhnliches Projekt der Pastoral feiert in diesen Tagen in der Bonner City sein
10jähriges Jubiläum: DER MÜNSTERLADEN. Als um die Jahrtausendwende die Bücherei
der Münsterpfarre aufgegeben werden musste, weil das Erzbistums seine Zuschüsse gestri-
chen hatte, wagte Stadtdechant und Münsterpfarrer Wilfried Schumacher das Projekt, über
den Verkauf von Medien mit Menschen ins Gespräch über Fragen des Glaubens zu kommen.
Jetzt kann er zufrieden feststellen: „Der Laden ist inzwischen in Bonn etabliert. Ohne ihn
würde der City etwas fehlen.“
Auch in anderen deutschen Großstädten gibt es Kirchenläden in der City. Nirgendwo sind
sie jedoch so professionell geführt und haben ein so umfangreiches Sortiment wie in Bonn.
Ansprechend und einladend ist nicht nur die Einrichtung, sondern gerade auch das Perso-
nal, welches aus über 50 besonders geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern besteht. In ihren Begegnungen mit den Menschen besteht „die große Stärke und die
pastorale Chance“ des Ladens, denn hier werden erste oder erneute Kontakte zur Kirche
geknüpft. Zwar muss ein solcher Laden auch wirtschaftlich arbeiten. Aber für die Kirche in
der Stadt ist er in erster Linie ein pastorales Projekt.
Immer mehr Menschen scheinen festzustellen, dass sie ihr Wissen über den Glauben verlo-
ren haben und haben das Bedürfnis diese Lücke wieder zu füllen. Das spielt insbesondere in
der Glaubensvermittlung an Kinder und Jugendliche eine Rolle“, sagt die Leiterin des Müns-
terladens, Sabine Riedl und berichtet: „Die stärksten Verkaufserfolge sind die Bücher des
Papstes, wobei das neueste alle Rekorde geschlagen hat, dann Bücher über den Jakobsweg,
hier liegt immer noch Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ ganz vorne und alle Jahre
wieder unser Schokoladen-Nikolaus, der den Bonnern inzwischen richtig ans Herz gewach-
sen zu sein scheint.“
„Wir sind auf dem Markt, wir nutzen die Chancen des Marktes, aber wir sind trotzdem an-
ders als der Markt“, sagt Wilfried Schumacher, der Leiter der Citypastoral, zu deren Projek-
ten der Münsterladen gehört. Von Anfang an wurde der Laden begleitet durch die Beratung
der Mediendienstleistungsgesellschaft der Deutschen Bischofskonferenz, die ihm nicht nur
gute Zukunftschancen attestiert, sondern immer wieder voll des Lobes ist über die konkrete
Arbeit. In einem Artikel in „münsteraktuell“ schreibt der Münsterpfarrer: „So gratuliere ich
allen, die zur Erfolgsgeschichte des Ladens mit beigetragen haben, und ich danke allen, die
sie mitgeschrieben haben. Besonders allen denen, die mit mir an diesen etwas ungewöhnli-
chen Weg der Pastoral geglaubt haben.“
URL:
Social Media:

10 Jahre Münster-Laden – Getragen von engagierten Ehremamtlern
Wenn unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter zu erzählen beginnen, dann fallen ihnen viele
schöne Geschichten ein. Von Menschen, die es eilig haben und deshalb auch schon einmal
vor der eigentlichen Ladenöffnung freundlich und kompetent bedient werden, von Jakobs-
pilgern, die bei Wind und Wetter unterwegs sind und sich einen Stempel in den Pilgerpass
machen lassen, von Jugendlichen, die einen Rosenkranz zum Umhängen suchen und entde-
cken, dass man den auch beten kann oder eben diese Geschichte, von der Ursula Ritterath
berichtet: Jüngst seien zwei Jungen, etwa 12 Jahre alt, bei ihr gewesen, einer von ihnen Mus-
lim. Von einer anderen Kundin habe sie später erfahren, dass die beiden sich vor der Tür
darüber ausgetauscht hätten, ob der eine als Muslim denn überhaupt einen katholischen
Laden betreten dürfe. Nachdem dies positiv entschieden war, ließen sie sich verschiedene
Rosenkränze zeigen. Und die (Preis-)Unterschiede erklären. Dann zogen sie sich zur Bera-
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tung auf die Treppenstufen am Eingang zurück. Ergebnis: Sie kauften einen Rosenkranz in-
klusive schriftliche Erklärung, was es denn damit auf sich hat und wie er zu beten ist.
Ursula Ritterath ist eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, seit zehn Jahren gehört sie zum fes-
ten Kreis der Ehrenamtlichen im Münster-Laden. Schon 2001 wurde sie auf die Weihnachts-
markthütte des Münster-Ladens aufmerksam und ließ sich von der Idee anstecken, mit ei-
nem Laden mitten in der Bonner Innenstadt ein „niederschwelliges Tor zur Kirche“ zu öff-
nen. Bis heute leistet sie regelmäßig ihren Dienst im Laden und nimmt dabei auch langes
Stehen in Kauf. Nach ihrer „Schicht“ geht sie zufrieden nach Hause, weil sie wieder viele
schöne Begegnungen mit netten Menschen hatte.
Auch Ursula Stein ist seit dem Jahr 2001 dabei und zählt zu den Gründungsmitgliedern. Sie
hatte sich über eine Stellenanzeige in der Lokalpresse beworben. Sie erinnert sich an ihre
Ausbildung für den Dienst im Münster-Laden, in der auch theologische Fragen behandelt
wurden. Zu ihrem ersten Ausbildungskurs zählten 17 Teilnehmer.
Heute versehen rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiter abwechselnd ihren Dienst im Münster-
Laden. Alle durchlaufen vor ihrer Tätigkeit eine drei-monatige Ausbildung, in der sie
Grundkenntnisse im Buchhandel, eine Einführung in den Umgang mit einem modernen
Kassensystem, aber auch Gesprächsführung und Bibelkunde vermittelt bekommen. Begleitet
wird die Ausbildung von einer praktischen Hospitationszeit. So sind alle gut ausgerüstet für
ihre Aufgabe im Münster-Laden, in deren Mittelpunkt das beratende Gespräch und der zu-
friedene Kunde stehen.

10 Jahre Münster-Laden – Interview mit Msgr. Schumacher
 „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – mit der Eröffnung des Bonner Münsterladens vor
zehn Jahren besetzte das Stadtdekanat eine Nische im Bonner Einzel- und Buchhandel. Mit
heute rund 50 Ehrenamtlichen und inzwischen drei Hauptamtlichen ist der Münster-Laden
integraler Bestandteil der Citypastoral am Bonner Münster. Über Konzept, bisherigen Erfolg
und die Zukunft des Münsterladens äußert sich Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher
auf Fragen von Martin Thull:
Der Münster-Laden gehört zur Citypastoral am Bonner Münster. Da würde man zunächst Ge-
sprächsangebote und Vorträge erwarten. Was kann ausgerechnet ein „Laden“ beitragen? Schließlich
soll der doch Geschäfte, am besten Gewinn machen?
Das Konzept des Münsterladens ist es, durch den Verkauf von Medien mit Menschen ins
Gespräch zu kommen. Wir machen die Erfahrung, dass beispielsweise Kunden, die eine
Kondolenzkarte kaufen, die Geschichte erzählen wollen, die zu diesem Trauerfall geführt
hat. Oder unsere Mitarbeiterin kann die Symbole auf einer Taufkerze erklären. Oder der
Käufer eines Rosenkranzes erhält eine schriftliche Anleitung.
Ringsum schließt in Bonn seit Jahren eine (kleine) Buchhandlung nach der anderen. Woher nehmen
Sie den Mut (seit 10 Jahren), dem Trend zu trotzen?
Wir besetzen mit dem Münster-Laden eine Nische. Hier gibt es ein Angebot wie sonst nir-
gends in der Stadt: spirituelle und geistliche Literatur, Bücher zur religiösen Erziehung von
Kindern, religiöse Bücher für Kinder und Jugendliche. Und da es auch keine evangelische
Buchhandlung mehr in Bonn gibt, sind wir zunehmend ökumenisch ausgerichtet. Im Müns-
ter-Laden können Sie etwa auch das evangelische Gesangbuch erhalten.
Woran messen sie den Erfolg des Münsterladens?
Vor der Gründung hat es große Widerstände gegeben. Aber wir haben die damalige – in
meinen Augen sehr optimistische Prognose – inzwischen erreicht. Der Münster-Laden trägt
sich und erwirtschaftet einen kleinen Gewinn, nicht zuletzt wegen der vielen ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Münster-Laden ist eine Marke, ist in Bonn und Um-
gebung bekannt.
Neben drei Hauptamtlichen, die in Teilzeit das personale Gerüst des Münsterladens bilden, arbeiten
mehrere Dutzend Ehrenamtliche. Ist das ein Spiegelbild heutiger Seelsorge, dass es ohne einen solchen
ehrenamtlichen Einsatz immer schwieriger wird, als Kirche in der Gesellschaft präsent zu sein?
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                         Seite 23 von 36


Wir brauchen die Ehrenamtlichen dringend, um unser Konzept auch zu leben. Die Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter können ihren Dienst tun, ohne sich einem bestimmten Druck aus-
gesetzt zu fühlen. Ganz wichtig: dazu gibt es eine Ausbildung und Begleitung. Das gilt im
Übrigen für den gesamten Bereich der Seelsorge auch anderswo. Ohne die Befähigung von
Ehrenamtlichen für ihre Aufgabe können wir nicht arbeiten.
Wo sehen Sie den Münsterladen in fünf, in zehn Jahren? Feiern wir dann erneut einen „runden“
Geburtstag?
Durch den jetzt barrierefreien Zugang von der Gerhard-von Are-Straße einerseits und den
Zugang vom Kreuzgang her werden wir den Münsterladen für zusätzliche Gäste erschlie-
ßen. Die „Marke Münster-Laden“ wird es auch in zehn Jahren noch geben.

Sponsoren
Dieses Fest wird auch für unsere Stadt ein großes Ereignis sein. Die Vorbereitung ist aller-
dings auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. Vom Plakat bis zum Blumenschmuck
kommt da einiges zusammen. Daher danken wir Ihnen ganz herzlich für Ihre Spende:
Bonner Gerüstbau Karl Breit, Brogsitter Weingüter, City Parkraum GmbH, Darlehnskasse
Münster DKM, GALERIA Kaufhof GmbH, Restaurant Il Punto, Knauber-Daubenbüchel,
PAX Bank, Sparkasse KölnBonn, SWB Energie und Wasser, Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG,
Vollmar GmbH, VR-Bank Bonn eG, Wimmer Service GmbH.
Herzlich danken wir auch für all die anderen kleinen und großen Spenden.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                          Seite 24 von 36



O-TÖNE / GRUSSWORTE

Grußwort Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln
Wer das Bonner Münster von Westen her betritt, dem begegnet als erstes die Bronzestatue
der hl. Helena, die Franz Wilhelm Graf von Wartenberg, Propst des Cassius-Stiftes, im 17.
Jahrhundert gestiftet hat. Überlebensgroß kniet die Kaiserin auf einem Kissen, in kostbarer
Kleidung und mit einem Diadem im Haar. In den Händen hält sie ein Kreuz. Der Überliefe-
rung nach hat sie bei ihrer Reise in das Heilige Land das Kreuz Christi wieder gefunden.
Seitdem ihr Sohn, Kaiser Konstantin, das Kreuz auf den Feldzeichen seiner Truppen ange-
bracht und infolge des Sieges über den Gegenkaiser Maxentius auch die Freiheit der christli-
chen Religion im römischen Reich begründet hat, ist das Kreuz Christi hineingegraben in
unseren Kontinent.
Es ist das Zeichen der Erlösung. Aber wir sind nicht erlöst worden durch Leiden, sondern
durch Liebe. Das zeigt sich ja auch in unserer Muttersprache. Wenn ich jemanden liebe, kann
ich auch sagen: „Ich mag dich leiden“ - oder: Was ich besonders liebe, ist meine „Leiden-
schaft“. Darum ist Liebe ohne Leid in den Dimensionen dieser Welt nicht denkbar. Und da-
her warnt uns der Apostel Paulus (vgl. 1 Kor 1,17): Höhlt das Kreuz nicht aus, macht nicht
aus dem Plus ein Minus, linealisiert es nicht, denn das Kreuz ist der einzige Punkt in dieser
Welt, an dem Minus in Plus umqualijiziert wird, Verlust in Gewinn, Tod in Leben. Und da-
rum fällt und steht die Kirche mit dem Kreuz.
Das ist eigentlich unser aller Berufung. Wir sind wie Helena Kreuzesleute, weil wir auf die
Liebe Gottes getauft und gefirmt werden, die Liebe Gottes, die in dieser Welt immer die Ge-
stalt des Kreuzes annimmt. Der Kreuzweg des Herrn ist die wichtigste Etappe der Nachfolge
Christi.
Im südlichen Querschiff des Bonner Münster sieht man ein Fresko aus dem Jahre 1300 - das
Schweißtuch der Veronika. Die 6. Station des Kreuzwegs erzählt: Veronika steht im Gewühl
des Hasses und der Ablehnung in völliger Solidarität mit dem Herrn. Und sie reicht ihm das
Schweißtuch ihres Mit-Leids, ihrer „Com-passio „. Im Leben der hl. Helena gab es nicht nur
den Triumph der Kreuzesauffindung, sondern auch die Erfahrung des Leids: Sie wurde ver-
stoßen vom Vater ihres Kindes, der ihr zudem auch noch das Liebste, ihren Sohn entzog. So
ist die hl. Helena wie Veronika eine“ Compassionistin „. Eigentlich sind wir alle gerufen,
„Kompassionisten“ zu sein, wie Veronika am Kreuzweg des Herrn. Denn durch das Kreuz
kommt die Freude in die Welt.
Im Kontrast zur Statue der hl. Helena, die das Kreuz in den Händen hält, steht hinter dem
Priestersitz an dem Altar aus dem 17. Jahrhundert die Statue des Auferstandenen, der auch
das Kreuz als Siegeszeichen trägt. Er zeigt auf seine Wundmale. Für mich persönlich ist es
immer wieder hinreißend zu erkennen, dass auch der österliche Christus seine Wundmale
behält, die er seinen Jüngern als Erkennungszeichen vorweist. Dass die Auferstehung die
Wunden der Passion nicht ausgelöscht hat, zeigt, dass Leid und Verwundung wirklich nur
die irdische Seite der göttlichen Liebe sind. Leid, Kreuz und Verwundung ragen als Aus-
druck göttlicher Liebe im Irdischen ganz in seine trinitarische Herrlichkeit hinein.
Ich freue mich, dass ich in der Oktav des Festes der hl. Helena dem Bonner Münster die Re-
liquie dieser heiligen Kaiserin überbringen kann, die mir der Bischof von Trier und das Trie-
rer Domkapitels während der Wallfahrt zum Heiligen Rock im Mai dieses Jahres für die
ehemalige Stiftskirche der Heiligen Cassius und Florentius überreicht haben. Helena ist die
Heilige des Kreuzes. Möge auf ihre Fürsprache hin uns allen unser Leben im Zeichen des
Kreuzes gelingen.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                           Seite 25 von 36



Grußwort Bischof Dr. Stefan Ackermann, Bischof von Trier
Es war mir eine große Freude, während der Heilig-Rock-Wallfahrt Ihrem Erzbischof eine
Reliquie der Heiligen Helena zu überreichen, die das Trierer Domkapitel auf die Bitte des
Bonner Münsters hin der altehrwürdigen Basilika über den Gräbern der Heiligen Cassius
und Florentius überlassen hat.
Die Reliquie einer Heiligen ist etwas sehr Kostbares. Für den mittelalterlichen Menschen
bedeutete sie die Möglichkeit, über den Heiligen mit dem Himmel selbst in Berührung zu
kommen. So verwundert es nicht, das Propst Gerhard von Are, der 1135 eine erste Reliquie
aus Trier erhielt, ihr einen so großen, so kostbaren Schrein bauen ließ, dass seine Zeitgenos-
sen dachten, nicht nur ein Teil der Gebeine, sondern die ganze heilige Kaiserin werde darin
aufbewahrt.
Die Kaiserin Helena, die einen Teil ihres Palastes in Trier für die Errichtung einer Bischofs-
kirche überlassen haben soll, hat auch für Ihre Stadt eine besondere Bedeutung. Die Legende
sagt, sie habe die erste Kirche über den Gräbern christlicher Märtyrer erbaut. Durch viele
Darstellungen wird sie in Ihrem Münster verehrt.
Papst Benedikt XVI. hat beim Weltjugendtag in Köln über die Heiligen gesagt: „In ihrem
Leben kommt wie in einem großen Bilderbogen der Reichtum des Evangeliums zum Vor-
schein. Sie sind die Lichtspur Gottes, die er selbst durch die Geschichte gezogen hat und
zieht.“
Sie werden die Reliquie in einem kostbaren Gefäß im Altar Ihrer Stadtpatrone beisetzen, des-
sen Altarbild die Heilige Helena gemeinsam mit den Heiligen Cassius und Florentius unter
dem geöffneten Himmel zeigt. Mit ihrer ausgestreckten Rechten weist sie hin auf die Stadt
Bonn, die am unteren Bildrand zu sehen ist, so als ob sie den beiden Stadtpatronen sagen
wollte: „Schützet mir Bonn, die Stadt am Rhein.“
Ich wünsche Ihnen, dass die Reliquiengabe aus Trier dazu beiträgt, die lange Geschichte der
Verehrung der Heiligen im Bonner Münster fortzusetzen und dadurch immer wieder zum
christlichen Zeugnis zu ermutigen. Dann wird auch die Lichtspur Gottes sichtbar für die
Menschen heute und in Zukunft.

Grußwort Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher, Bonn
Einen Blick in den Himmel werfen – wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht? Wis-
sen, wie es da aussieht, wen wir da vorfinden, ob unsere Vorstellungen in Erfüllung gehen
und unsere Fragen beantwortet werden. Aber: der Blick in den Himmel bleibt uns zu Lebzei-
ten verwehrt. Vielleicht gibt es deshalb so viele Witze von Menschen, die meinen, sich dort
auszukennen.
Für Glaubende wird der Himmel zum Synonym für das große Ziel unseres Lebens, für ein
ewiges Leben bei Gott. Es gibt Menschen, von denen wir glauben, dass sie nach ihrem Tod
sicher dieses Ziel erreicht haben: Heilige – heiliggesprochen durch den Papst in Rom oder in
unserem Herzen.
Hilde Domin nennt die Heiligen „ eine schwere Tür für Kinderhände, hinter der das Wunder ange-
fasst werden kann.“ Die Heiligen gewähren uns einen Blick in den Himmel. So wie wir es auf
dem Altarbild sehen, das unsere Stadt zeigt, über der der Himmel offen ist: die heilige Hele-
na, umgeben von den Stadtpatronen Cassius und Florentius, und über ihnen thront die Drei-
faltigkeit.
Deshalb feiern wir sie, weil sie uns deutlich machen: Christ-Sein kann gelingen - auch in den
Alltäglichkeiten des Lebens. In ihrem Leben offenbart sich ein Stück Abbild des Himmels
und wir können erahnen, was uns bevorsteht.
Für manche Zeitgenossen ist der Himmel keine Adresse der Zukunft. Sie wollen den ganzen
Himmel hier und Jetzt. Die Zeit zwischen Geburt und Tod ist für sie die letzte Gelegenheit,
einen überirdischen Zustand zu erreichen. So suchen sie das paradiesische Vergnügen, einen
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                         Seite 26 von 36


himmlischen Job, einen Engel als Partner oder Partnerin. Das eigene Glück rangiert an erster
Stelle und die Angst, in diesem Leben zu kurz zu kommen, ist weit verbreitet. Aber diese
Zeitgenossen müssen schmerzlich erfahren: den Himmel auf Erden gibt es nicht. Er lässt sich
nur erahnen in den Stunden des Glücks. Deshalb bleibt ihnen oft nur die Flucht in die Droge,
in den Rausch, in die Krankheit, manchmal in den Selbstmord. Alles Bemühen nützt ihnen
nichts, der Himmel bleibt ihnen verschlossen.
Im Mittelalter suchten die Menschen Kontakt zum Himmel. Der wurde ihnen nach ihrer
Vorstellung gewährt, wenn sie mit den irdischen Überresten der Heiligen in Berührung ka-
men, wenn sie ihre Gebeine berühren oder an ihnen vorbeiziehen konnten. Reliquien von
Heiligen zu besitzen, in der eigenen Stadt zu wissen, bedeutete, sich des himmlischen Bei-
standes sicher zu sein.
Uns mag diese Sicht der Dinge fremd zu sein und manch einer mag sich stirnrunzelnd fra-
gen, weshalb uns im Jahre 2012 die Reliquien der Heiligen Helena so wichtig ist. Sie zeigt
mir, dass die Geschichte unserer Stadt nicht 1949 beginnt - wie viele meinen- , sondern viel
weiter zurückreicht und auch mit den Namen dieser römischen Kaiserin verbunden ist, die
über den Gräbern der römischen Märtyrer eine erste Kirche erbaut haben soll oder wenigs-
tens die Gräber markiert hat. Wenn wir die Wurzeln, aus denen wir leben, aus dem Bewusst-
sein verlieren, dann werden wir anfällig für gegenwärtige Strömungen und auch Ideologien,
die keine lange Haltbarkeit haben.
Die Festschrift, die wir aus Anlass der erneuten Schenkung einer Helena-Reliquie, zeigt dass
die Verehrung der Hl. Helena in unserem Münster schon viele Jahrhunderte andauert. Sie
wird hoffentlich noch viele Menschen daran erinnern, woher wir kommen und wohin wir
unterwegs sind.


Grußwort Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Bonn
Wir sind stolz auf unsere mehr als 2000 Jahre alte Stadtgeschichte. Sie hat die Bonnerinnen
und Bonner ein gesundes Selbstvertrauen und eine sympathisch wirkende, freundliche Ge-
lassenheit gelehrt. Das ist die Grundlage für den Umgang mit den Herausforderungen der
jeweiligen Zeit. Dabei hilft es auch, beispielhaft das Lebenszeugnis einzelner Frauen und
Männer zu betrachten.
Wer von der Kaiserin Helena spricht, nennt ihren Wohnort Trier im gleichen Atemzug mit
Jerusalem und Bethlehem, wo sie der Überlieferung nach wichtige Stätten der Christenheit
markiert und das Kreuz Jesu wieder gefunden haben soll. Stolz dürfen wir Bonnerinnen und
Bonner feststellen, dass diese große Frau auch mit der Geschichte unserer Stadt untrennbar
verbunden ist: die Legende bringt sie in Verbindung mit der Auffindung der Gebeine der
christlichen Märtyrer Cassius und Florentius und der Errichtung einer ersten Kirche dort, wo
sich heute das Bonner Münster in unserer Stadt erhebt.
Dieser Ort ist die Keimzelle des mittelalterlichen Bonns. Von dort aus wuchs unsere Stadt.
Das Cassius-Stift, dessen Kirche unseres heutiges Münster war, galt im Mittelalter als eine
der einflussreichsten und wirtschaftlich potentesten Einrichtungen in unserer Region. Mit 13
päpstlichen Urkunden legte der Propst Gerhard von Are im zwölften Jahrhundert dafür den
Grundstein. Ihm verdanken wir die heutige Ansicht des Münsters und besonders den
Kreuzgang, der zu den 1000 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt, die
man gesehen haben soll bevor man stirbt.
Dieser Propst holte auch 1135 eine erste Reliquie der Heiligen Helena nach Bonn und ließ
dafür einen kostbaren Schrein bauen, der leider in den Truchsesschen Kriegen Ende des 16.
Jahrhunderts geraubt wurde. Es freut mich sehr, dass das Trierer Domkapitel dem Wunsch
des Bonner Münsters entsprochen und erneut eine Reliquie der Heiligen Helena nach Bonn
gegeben hat, wo sie im Münster im Altar der Stadtpatrone aufbewahrt werden wird. So wird
ein Teil der Bonner Stadtgeschichte in unserer Mitte wieder sichtbar.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“      Seite 27 von 36



HELENA-DARSTELLUNGEN IN BONN


Als der Trierer Bischof Ackermann am 12. Mai 2012 in St.
Maximin (Trier) die Reliquie der Heiligen Helena an Erz-
bischof Joachim Kardinal Meisner übergab, erhielt er aus
den Händen des Stadtdechanten Msgr. Wilfried Schuma-
cher diesen Druck (A1). Das Bild zeigt die wichtigsten
Darstellungen der Heiligen Helena, die in Bonn zu finden
sind.
Im Format A2 wird es während der Festwoche im Müns-
ter-Laden verkauft.




Altar der Stadtpatrone
Der Legende nach soll die Hl. Helena die erste Kirche
über den Gräbern der Märtyrer Cassius und Florentius
errichtet haben - wie das 1704 vollendete Gemälde am
Altar der Stadtpatrone zeigt, wird sie am Bonner Münster
deshalb ebenso verehrt wie die beiden römischen Legio-
näre. Aber nicht nur das Bonner Münster, sondern auch
Kirchen in Jerusalem und Bethlehem, der Dom St. Viktor
in Xanten und St. Gereon in Köln sowie zahlreiche andere
Gotteshäuser gehen auf eine Stiftung der Helena zurück,
einer der wohl wichtigsten Frauengestalten des frühen
Christentums.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“        Seite 28 von 36



Altar in der Kreuzbergkirche
Noch im hohen Alter unternahm die Mutter Konstantins
des Großen eine Pilgerreise ins Heilige Land, wo sie um-
fangreiche Grabungen durchführen ließ. In Jerusalem soll
sie das Grab Jesu gefunden haben, vor allem aber wird ihr
die Auffindung des Kreuzes Christi unter einem Venus-
tempel zugeschrieben. Wie hier in der Kreuzbergkirche
wird die Hl. Helena deshalb auf fast allen Darstellungen
das Kreuz haltend gezeigt. Auf dem vor den Toren Bonns
gelegenen Kreuzberg werden Reliquien des Kreuzes
Christi seit fast 1000 Jahren verehrt.




Fresko in der Kreuzbergkirche
Das Deckenfresko in der Kreuzbergkirche oberhalb von
Poppelsdorf zeigt die Erprobung des Kreuzes durch die
Hl. Helena - eine wohl einzigartige Darstellung im rheini-
schen Raum, die bei Restaurierungsarbeiten buchstäblich
in letzter Minute erhalten werden konnte. Gleich drei
Kreuze soll die Kaisermutter in Jerusalem gefunden ha-
ben; das »wahre« Kreuz Christi, das sie im Beisein des
Jerusalemer Bischofs Makarius wieder aufrichten lässt,
erkannte sie einer von vielen Legenden zufolge, indem sie
diese einem gerade verstorbenen Jüngling auflegen ließ,
der unter dem »echten« Kreuz zu neuem Leben erwachte.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“        Seite 29 von 36



Rham-Epitaph im nördlichen Seitenschiff
Die Hl. Helena soll bei ihrer Pilgerreise nach Palästina
nicht nur das Kreuz Christi gefunden haben - als kostbars-
te Reliquie des Trierer Doms etwa gilt der »Heilige Rock«,
jenes Gewand, das Jesus vor seiner Kreuzigung getragen
haben soll und das die Kaiserin der Trierer Kirche als
Schenkung übereignete. Weitere Fundstücke der Helena:
die Gebeine des Apostels Matthias, Nägel des Kreuzes,
zwei Dornen der Dornenkrone, ein Teil der Inschrift INRI,
der Finger des Apostels Thomas, den dieser nach der Auf-
erstehung Christi in dessen Wunde legte, sowie ein Zahn
des Hl. Petrus und die Sandalen des Apostels Andreas.




Urbanusaltar am südwestlichen Vierunsgpfeiler
Aus einfachen Verhältnissen stammende Tochter eines
Herbergswirtes in einer unbedeutenden römischen Pro-
vinz, Geliebte und Nebenfrau des römischen Offiziers
Konstantius Chlorus, von dem sie aus politischen Grün-
den verstoßen wurde. Einflussreiche und geliebte Mutter
jenes Kaisers Konstantin, der später »der Große« genannt
werden sollte und seine Mutter zur Kaiserin erhob, deren
Profil im gesamten Römischen Reich auf Münzen geprägt
wurde. Und schließlich: Wegbereiterin des Christentums
und Entdeckerin von Jesu Grabstätte - welch ein bewegtes
Leben.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“          Seite 30 von 36



Bronzefigur im Langhaus der Münster-Basilika
In kaum einer anderen Kirche wird die Hl. Helena mit so
vielen Darstellungen geehrt wie am Bonner Münster - sie
gilt als »Grande Dame« der Basilika, an deren heutiger
Stelle sie über den Gräbern der Märtyrer Cassius und
Florentius der Legende nach ein Gotteshaus errichten ließ.
Eine erste Helena-Reliquie hat Gerhard von Are, der wohl
bedeutendste Probst des Cassius-Stiftes, im Jahr 1135 an
den Rhein gebracht, die im 16. Jahrhundert allerdings
Plünderungen zum Opfer fiel. Dank einer Schenkung des
Trierer Domkapitels kehrt eine Reliquie der Hl. Helena
jetzt wieder an den Rhein zurück.




Verkündigungsaltar auf der südlichen Balustrade
Die Hl. Helena hat sich nicht nur um Kirchengründungen
wie die des Bonner Münsters verdient gemacht – in be-
scheidener Kleidung habe sie sich auf ihrer Pilgerreise
durch Palästina bewegt, heißt es in der Legende, bemüht
nicht erkannt zu werden und großzügig Almosen vertei-
lend. Dem Beispiel Jesu nacheifernd habe sie bei Speisun-
gen in ihrem Hause »als einfache Magd« bei Tisch be-
dient. Nicht nur legendär, sondern historisch belegt ist die
besondere Freigebigkeit der Kaiserin gegenüber der Kir-
che und den Armen.
An diesem Altar feierte in den Jahren 1959 bis 1963 oft ein
Professor namens Joseph Ratzinger die heilige Messe.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“          Seite 31 von 36



Dreifaltigkeitsaltar im Bonner Münster
Vom Geliebten verstoßen, vom Sohn rehabilitiert: Gerade
erst als römischer Kaiser bestätigt, verlieh Konstantin sei-
ner Mutter Flavia Julia Helena den Ehrentitel »nobilissima
femina«, edelste Dame. Nach Konstantins Sieg über seinen
politischen Rivalen Maxentius 312 erhielt Helena einen
eigenen Palast in Rom, und als Konstantin 324 n. Chr.
schließlich die Alleinherrschaft errungen hatte, den Titel
einer Augusta. Damit verbunden: Das Vorrecht, ein Dia-
dem zu tragen und die Abbildung ihres Konterfeis auf
Goldmünzen.




Hochaltar
Nicht zuletzt der Hl. Helena ist zu verdanken, dass aus
einer kleinen jüdischen Glaubensgemeinschaft ein welt-
umspannendes Glaubensbekenntnis werden konnte.
Vermutlich im Jahr 312 hatte Helena sich taufen lassen, im
gleichen Jahr noch errang der ihr ergebene Sohn Konstan-
tin unter dem Banner Jesu Christi in der Schlacht an der
Milvischen Brücke einen grandiosen Sieg über seinen poli-
tischen Rivalen Maxentius. Ein Jahr später wiederum er-
ließ Konstantin das »Toleranzedikt von Mailand«, welches
der Christenverfolgung im Römischen Reich ein Ende und
die rasante Ausbreitung des Christentums erst möglich
machte.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“           Seite 32 von 36



Sakramentshaus
Patronatskirchen der Hl. Helena finden sich unter ande-
rem in Trier, in Frankfurt und im italienischen Ascoli
Piceno, die Kaiserin gilt aber auch als Schutzpatronin der
Färber und Nadler, gegen Blitz– und Feuergefahr sowie
zur Entdeckung von Diebstählen. Dank der Auffindung
der Kreuznägel in Palästina erhoben die Nagelschmiede
Helena zu ihrer Schutzpatronin, und jeder darf ihr dan-
ken, wenn er einen lange gesuchten Gegenstand wieder-
findet – schließlich ist die Hl. Helena auch Schutzherrin
der Schatzgräber und Patronin »zur Auffindung verlore-
ner Sachen«.




Messkelch aus dem 19. Jahrhundert
Üblicherweise wird der die Helena mit dem Kreuz zei-
gende Kelch aus dem 19. Jahrhundert beim Fest der
Stadtpatrone, beim Kirchweih- und beim Patronatsfest in
der Liturgie verwendet. Neben der Kaiserin finden sich
auch Darstellungen der Märtyrer Cassius und Florentius
sowie Mallusius, eine Süd-Ost-Ansicht des Bonner Müns-
ters samt Stadtwappen sowie des Pfarrpatrons, des Hl.
Martin. Laut Inschrift ist der auf das Jahr 1860 datierte
Kelch ein Geschenk der Gemeinde an ihren Pfarrer Ge-
rhard van Wahnem für 25 Jahre Dienst am Münster.



Helena-Kapelle
Die Insel, auf die Kaiser Napoleon verbannt wurde, trägt
ihren Namen und ein verstecktes Kleinod in der Bonner
Innenstadt: das einzige Bonner Gotteshaus, das aus der
Abteilung für Damenkonfektion eines Kaufhauses einseh-
bar ist. Die Helena-Kapelle im Komplex des Hauses Am
Hof 36 gilt als einzige erhaltene romanische Hauskapelle
einer Stiftskurie im Rheinland. Das auf das 12. Jahrhun-
dert datierte Kirchlein diente den Stiftsherren des Mittelal-
ters als Andachtsraum, kann in den Sommermonaten aber
auch von zeitgenössischen Besuchern bestaunt werden.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“          Seite 33 von 36



Nischenfigur in der Krypta der Münster-Basilika
Von vielen Christen wird die Mutter Konstantins als Hei-
lige verehrt. Ihr Gedenktag in der römisch-katholischen
Kirche ist der 18. August; in der orthodoxen, armenischen
und anglikanischen Kirche wird ihr Namenstag am 21.
Mai gefeiert, in der koptischen Kirche am 4. Mai. Das
Haupt der Helena wird im Dom zu Trier, wo sie ihren
Lebensmittelpunkt hatte, in einem kostbaren Schrein auf-
bewahrt, ihre Gebeine ruhen in Rom. Helena-Reliquien
finden sich aber auch in Brindisi, Orleans, Lissabon, Trier,
Reims (Hautvillers), London und an anderen Orten.




Apsisfenster in der Krypta des Bonner Münsters
Im hohen Alter von fast 80 Jahren soll Helena im Traum
den göttlichen Befehl erhalten haben, nach Palästina zu
reisen, die Heiligen Stätten zu finden und würdig auszu-
gestalten. Als eine der ersten Frauen unternahm sie im
Jahr 324 eine Wallfahrt nach Jerusalem. Über dem dort
von ihr gefundenen Grab und dem Kreuz Jesu ließen He-
lena und ihr Sohn Konstantin die Grabeskirche errichten,
und auch die Geburtskirche in Betlehem und die später
zerstörte Eleona-Basilika auf dem Ölberg gehen auf Hele-
na zurück.




Stiftssiegel des Cassius-Stiftes
Das Bonner Münster hat der Hl. Helena seine Gründung
und das mittelalterliche Cassius-Stift am Bonner Münster
hat seinem bedeutendsten Propst viel zu verdanken. Und
dieser wiederum der Hl. Helena. Die Helena-Reliquie je-
denfalls, die Gerhard von Are 1135 nach Bonn bringen
ließ, machte der Konkurrenz unter den Stiftseinrichtungen
in Bonn, Xanten und Köln mittels einer päpstlichen Ur-
kunde ein Ende und das Cassius-Stift zu einem der bedeu-
tendsten im Rheinland. Kein Wunder also, dass die Hl.
Helena mit dem Kreuz in der Rechten und einer Kirche in
der Linken auch auf dem Stiftssiegel zu finden ist.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“       Seite 34 von 36



Helena-Glocke im Münster-Turm
Wohl vor 1700 Jahren hat die Heilige Helena sich taufen
lassen – Grund genug, die am Bonner Münster ihr zu Eh-
ren gefeierte Helena-Woche am 17. August um 17 Uhr
einläuten zu lassen. Mit jener Glocke natürlich, die auch
den Namen der Kaiserin trägt und 1756 vom belgischen
Meister Martin Legros gegossen wurde. Diese drittgrößte
Glocke im Glockenstuhl der Münster-Basilika wiegt 1650
Kilogramm, hat einen Durchmesser von 1,39 Metern und
den Schlagton d1.
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                            Seite 35 von 36



PRESSEARCHIV

13.05.2012 | Bonn/Trier

Auf Tuchfühlung mit dem Glauben
1000 Pilger aus Bonn und dem Erzbistum beim Heiligen Rock
Trierer Bischof übergibt Helena-Reliquie für das Bonner Münster

Mehr als 1.000 Pilger aus dem Erzbistum Köln und darunter 250 Wallfahrer aus dem Stadt-
dekanat Bonn beteiligten sich am vergangenen Samstag an der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012
nach Trier. Und nicht ohne Grund war es die der Heiligen Helena gewidmete Glocke am
Bonner Münster, die zum Auftakt und Abschluss dieses besonderen Wallfahrtstages erklang:
Die Pilger aus dem Rheinland waren bei der Übergabe einer Reliquie der Heiligen Helena
zugegen, die im August ihre endgültige Heimstatt im Bonner Münster finden soll. Dort wird
die Mutter des römischen Kaisers Konstantin wie in kaum einer anderen Kirche verehrt.
In fünf Bussen hatten sich die Bonner Wallfahrer nach einem gemeinsamen Morgenlob aber
auch auf den Weg gemacht, um einen Blick auf die wertvollste Kostbarkeit des Trierer Doms
zu werfen – den Heiligen Rock, jenes Gewand, das Jesus Christus vor seiner Kreuzigung
getragen haben soll. Mit ihrem Besuch reihten sie sich ein in die Schar der mehr als 500.000
Pilger, die sich offiziellen Angaben zufolge an der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 beteiligten –
„mit Freud und Leid, Hoffnungen und Ängsten, Fragen und Erwartungen“, wie Stadtde-
chant und Münster-Pfarrer Wilfried Schumacher meinte. Dabei sei „letztlich unerheblich,
wie alt denn nun dieses Stück Stoff genau ist und ob es wirklich der Rock Jesu ist“, so Schu-
macher: „Viel wichtiger ist, was glaubende Menschen mit diesem Zeichen verbinden. Es geht
darum, sich auf die Begegnung mit Jesus Christus selbst einzulassen. Ihm, nicht dem Stück
Stoff gilt die Verehrung.“
Eindrucksvoll gelang dies mit einer Prozession durch die Trierer Innenstadt. Begleitet vom
Trierer Bischof Stephan Ackermann und Dompropst Prälat Werner Rössel pilgerten die von
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner angeführten Wallfahrer zum Dom – so wie tausende
andere, die lange Wartezeiten auf sich nahmen, um den Heiligen Rock anschauen, an dem
aus Zedernholz gefertigten und vor der Altarinsel aufgebauten Schrein vorbeiziehen und
seine Glasabdeckung berühren zu können.

Hörbarer Ausdruck einer engen Verbindung
Aus der Hand von Bischof Ackermann und Dompropst Werner Rössel hatte Erzbischof Joa-
chim Kardinal Meisner zuvor eine Reliquie der Heiligen Helena entgegen genommen, die
am 24. August bei einem feierlichen Pontifikalamt im Bonner Münster an Stadtdechant und
Münster-Pfarrer Schumacher übergeben werden wird – eine besondere Ehre und Wertschät-
zung für das Gotteshaus, das bereits im Mittelalter Heimstatt einer solchen Reliquie war. Als
Dankeschön für das Geschenk des Trierer Domkapitels hatten die Bonner einen eigens ange-
fertigten Druck mit Helena-Darstellungen aus dem Bonner Münster im Gepäck.
Die ersten Vorbereitungen für die Rückkehr der Heiligen Helena nach Bonn wurden bereits
getroffen: Der kleine Schrein, der die Reliquie der Kaisermutter aufnehmen soll, ist bereits
ausgesucht und soll seinen Platz am Altar der Stadtpatrone finden. „Das Altarbild mit der
Heiligen Helena und den Heiligen Cassius und Florentius fände so eine gute Ergänzung und
die alte Überlieferung, nach der das Bonner Münster eine kaiserliche Stiftung ist, einen sicht-
baren Ausdruck“, so Wilfried Schumacher.
Mit der Schenkung sei „eine empfindliche Lücke geschlossen und eine greifbare Brücke zwi-
schen Trier und Bonn geschaffen worden“, freute sich mit dem Stadtdechanten auch der Ge-
neralvikar des Erzbistums, Prälat Dr. Stefan Heße – eine Verbindung, die am Sonntagabend
Katholisches Stadtdekanat Bonn ▪ Pressemappe „Helena“                          Seite 36 von 36


zum offiziellen Ende der Heilig-Rock-Wallfahrt hörbaren Ausdruck fand: Zur Schließung
des Reliquienschreins in Trier erklang nicht nur dort das Geläut, sondern zeitgleich auch die
Helena-Glocke des Münsters.

				
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posted:10/24/2012
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