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Arbeitsblaetter_mit_Loesungen_A_bis_D

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Wasser als Naturgefahr
Ursachen von Hochwasser
Arbeitsblatt A

Benötigtes Material
     Video: „Jahrhundert-Hochwasser: ein Jahr danach“, SF-Sendung vom 22. August 2006
     Wissenschaftlicher Bericht: „Hochwasser 2005 in der Schweiz“ (UVEK, 2008)


Arbeitsauftrag

1. Wie kommt es zu Hochwasser? Überlegen Sie sich in Zweiergruppen verschiedene (ökologische,
   sozioökonomische) Faktoren, die Hochwasser verursachen oder verstärken können. Notieren Sie
   die Faktoren.

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2. Schauen Sie den Videobeitrag „Jahrhundert-Hochwasser: ein Jahr danach”. Halten Sie die Orte
   fest, welche besonders stark vom Hochwasser betroffen waren.

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                               E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                    PHBern 2012, www.phbern.ch
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3. Lesen Sie die Seiten 1 bis 5 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Beschreiben Sie die meteorologischen Besonderheiten und die charakteristische Witterung,
   welche sich zum Zeitpunkt der Hochwasser 2005 einstellte. Tragen Sie deren Verlauf in die Karte
   ein.

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   Quelle: http://maps.google.ch (Zugriff 16.02.2012)


4. Sie wissen nun Einiges über die Ursachen des Hochwassers im Jahr 2005 und haben zum
   Einstieg allgemeine Ursachen für Hochwasser diskutiert. Ergänzen Sie nun das Schema auf der
   folgenden Seite, indem Sie die Kästchen mit kurzen erklärenden Sätzen füllen.




                                    E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                         PHBern 2012, www.phbern.ch
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Schema: Faktoren, welche ein Hochwasser verursachen/begünstigen

                                   Titel: ___________________________              Titel: ____________________________
                                   Beschreibung:                                   Beschreibung:




                                                                                                                         Quelle: s.media / pixelio.de
 Quelle: Meteoschweiz



                                   Titel: ___________________________      H       Titel: ____________________________
                                   Beschreibung:                           O       Beschreibung:
                                                                           C
                                                                           H
                                                                           W
                                                                           A
                                                                           S
                                                                           S
                                                                           E
                                                                           R
 Quelle: Diana Mohr / pixelio.de                                                                                         Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de



                                   Titel: ___________________________              Titel: ____________________________
                                   Beschreibung:                                   Beschreibung:




                                                                                                                         Quelle: Schweizer Luftwaffe
 Quelle: hep-Verlag

                                                          E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                                               PHBern 2012, www.phbern.ch
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Wasser als Naturgefahr
Ursachen von Hochwasser
Lösungsblatt A

Benötigtes Material
     Video: „Jahrhundert-Hochwasser: ein Jahr danach“, SF-Sendung vom 22. August 2006
     Wissenschaftlicher Bericht: „Hochwasser 2005 in der Schweiz“ (UVEK, 2008)


Arbeitsauftrag

1. Wie kommt es zu Hochwasser? Überlegen Sie sich in Zweiergruppen verschiedene (ökologische,
   sozioökonomische) Faktoren, die Hochwasser verursachen oder verstärken können. Notieren Sie
   die Faktoren.

2. Schauen Sie den Videobeitrag „Jahrhundert-Hochwasser: ein Jahr danach”. Halten Sie die Orte
   fest, welche besonders stark vom Hochwasser betroffen waren.

   Vgl. Video

3. Lesen Sie die Seiten 1 bis 5 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Beschreiben Sie die meteorologischen Besonderheiten und die charakteristische Witterung,
   welche sich zum Zeitpunkt der Hochwasser 2005 einstellte. Tragen Sie deren Verlauf in die Karte
   ein.

   Meteorologische Besonderheiten / charakteristische Witterung:
       Heftiger Regen in der Nordschweiz
       Zwei Tage Zwischenhoch -> warm, sonnig
       Ein Tiefdruckgebiet bewegte sich danach von Grossbritannien gegen Frankreich
       Auf dessen Ostflanke strömten zunehmend feuchte Luftmassen gegen die Schweiz und
          lösten zum Teil kräftige Gewitter aus, zuerst in der Zentralschweiz, später auch in der Ost -
          und Südschweiz
       Aufbau eines Bodentiefs über dem Golf von Genua. Charakteristische Witterung:
          Genuatief), dieses bewegte sich während zwei Tagen langsam über Norditalien, d ie Adria
          und den Balkan ostwärts (vgl. Karte)
       Verfrachtung von feuchtwarmer Meeresluft vom Mittelmeer her in Gegenuhrzeigersinn um
          die Alpen herum
       Anhaltende, intensive Landregen, anfangs grossflächig in den Voralpen und im Mittelland,
          später vor allem entlang dem Alpennordrand
       Einsetzen der Starkniederschlagsphase
       Von Sonntag bis Dienstag fielen in manchen Gebieten gegen 200 Millimeter Niederschlag




                                 E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                      PHBern 2012, www.phbern.ch
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                                                                               T
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                               T                T
   Quelle: http://maps.google.ch (Zugriff 16.02.2012)

4. Sie wissen nun Einiges über die Ursachen des Hochwassers im Jahr 2005 und haben zum
   Einstieg allgemeine Ursachen für Hochwasser diskutiert. Ergänzen Sie nun das Schema auf der
   folgenden Seite, indem Sie die Kästchen mit kurzen erklärenden Sätzen füllen.




                                    E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                         PHBern 2012, www.phbern.ch
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Schema: Faktoren, welche ein Hochwasser verursachen/begünstigen

                                   Titel:                                            Versiegelung / Flächenverbrauch:
                                    Allgemein: Niederschlagsmenge und                Natürliche Versiegelung: felsiger
                                      -dauer                                           Untergrund, Frost
                                    Starkregen (Gewitterregen)                       Menschliche Einflüsse: Befestigung
                                    Föhnlage (fördert Schneeschmelze)                 von Flächen durch Häuser,
                                    Warme Temperaturen (fördert                       Verkehrswege, Wintersportanlagen
                                      Schneeschmelze)                                  etc.



                                                                                                                             Quelle: s.media / pixelio.de
 Quelle: Meteoschweiz


                                   Witterung an Tagen vor dem                H       Vorhandensein bewaldeter Flächen:
                                   Hochwasserereignis:                       O        Abflusshemmende Wirkung von
                                    Dauerregen während mehreren             C         Waldböden und Wiesen
                                     Tagen (Boden des Einzugsgebiets         H        siehe auch Eidgenössisches
                                     mit Wasser gesättigt -> verzögernde,    W         Forstgesetz, um Waldbestände zu
                                     wasserspeichernde Wirkung des           A         schützen und damit Hochwasser zu
                                     Untergrundes ist vermindert)            S         verhindern
                                                                             S
                                                                             E
                                                                             R
 Quelle: Diana Mohr / pixelio.de                                                                                             Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de




                                   Form des Einzugsgebiets:                          Wetterlage:
                                    Langgestrecktes Einzugsgebiet:                   Verbauung von Flüssen und Bächen
                                     Abfluss erreicht auch bei                         geschieht auf Kosten von
                                     grossflächigen Niederschlägen erst                Auengebieten, damit werden die
                                     allmählich den Höchststand.                       Retentionsflächen für Hochwasser
                                    Hochwasserscheitel ist zudem viel                 stark eingeschränkt
                                     weniger ausgeprägt als bei Flüssen               Begradigte Fliessgewässer weisen
                                     mit rundem Einzugsgebiet.                         höhere Geschwindigkeiten auf, somit
                                    Runde Einzugsgebiete (v.a. im                     steigt die Gefahr für
                                     Gebirge häufig) produzieren die                   Hochwasserwellen
                                     gefährlicheren, schnellen und hoch
                                                                                                                             Quelle: Schweizer Luftwaffe
                                     ansteigenden Hochwasser-
 Quelle: hep-Verlag
                                                            E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                                                 PHBern 2012, www.phbern.ch
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Ganglinien




             E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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Quellen:
    Hasler, Martin und Egli, Hans-Rudolf (Hrsg.) (2010): Geografie – Wissen und Verstehen. 2.
       Auflage. Bern: h.e.p. verlag ag
    Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) (2000): Landeshydrologie und Geologie;
       Hochwasser 1999 (Hugo Aschwanden)
    Hydrologischer Atlas der Schweiz (2000): Dokumentationsmappe zum Thema Hydrologie für
       die Sekundarstufe II (Flavio Milan).




                               E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                    PHBern 2012, www.phbern.ch
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Wasser als Naturgefahr
Folgen von Hochwasser
Arbeitsblatt B

Benötigtes Material:
    Video: „Hochwasser im Berner Oberland, Wallis und Innerschweiz“, SF-Sendung vom 10.
       Oktober 2011
    Wissenschaftlicher Bericht: „Hochwasser 2005 in der Schweiz“ (UVEK, 2008)

Einstiegsfrage:
Heute spricht man oft von einer „Risikogesellschaft“, in der wir leben. Lässt sich ein Zusammenhang zu
katastrophalen Naturereignissen wie Hochwasser herstellen? Was sagen katastrophale
Hochwasserereignisse über das Verhältnis unserer Gesellschaft zur Natur aus? Warum sprechen wir
dabei oft von der Naturgewalt? Wer übt auf wen Gewalt aus? Diskutieren Sie diese Fragen zu zweit.

Arbeitsauftrag:
1. Schauen Sie den Videobeitrag „Hochwasser im Berner Oberland, Wallis und Innerschweiz”.

   a) Fassen Sie Folgen und Auswirkungen des Hochwassers vom Oktober 2011 in der unten
      stehenden Tabelle zusammen.

   b) Überlegen Sie sich weitere Auswirkungen und tragen Sie diese in die noch leeren Kästchen.

      Auswirkungen auf…

      Gebäude




      Verkehrsnetz




      Infrastruktur




      Umwelt




                                 E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                      PHBern 2012, www.phbern.ch
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2. Lesen Sie die Seiten 6 bis 7 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Erstellen Sie eine Strukturskizze mit Hauptaugenmerk auf den Folgen des Hochwassers 2005.




                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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3. Erstellen Sie auf der Grundlage folgender Zahlen eine Grafik. Vergessen Sie dabei nicht, diese zu
   beschriften! Interpretieren Sie anschliessend das Resultat.

     Schäden durch Hochwasser, Murgänge,
     Erdrutsche und Steinschlag
     Schäden, teuerungsbereinigt (Basisjahr 2010)
                Millionen                Millionen
      Jahr      Franken        Jahr      Franken
      1972             43      1992             73
      1973            221      1993           1058
      1974             62      1994            242
      1975            324      1995             94
      1976             35      1996             37
      1977            514      1997            219
      1978           1054      1998             47
      1979             89      1999            756
      1980             43      2000            783
      1981             90      2001             86
      1982             66      2002            375
      1983             85      2003             78
      1984            160      2004             52
      1985             77      2005           3131
      1986            179      2006             77
      1987           1784      2007            727
      1988            178      2008             23
      1989             18      2009             26
      1990            377      2010             63
      1991             54
    Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für
    Wald, Schnee und Landschaft (WSL)



     3500


     3000


     2500


     2000


     1500


     1000


      500


        0
                                 1978
            1972
                   1974
                          1976


                                        1980
                                               1982
                                                      1984
                                                             1986
                                                                    1988
                                                                             1990
                                                                                    1992
                                                                                           1994
                                                                                                  1996
                                                                                                         1998
                                                                                                                2000
                                                                                                                       2002
                                                                                                                              2004
                                                                                                                                     2006
                                                                                                                                            2008
                                                                                                                                                   2010




                                               E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                                    PHBern 2012, www.phbern.ch
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4. Lesen Sie die Seiten 8 bis 10 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Ist der Vergleich der Schadenssumme von 1972 bis 2010 ein aussagekräftiges Mittel, um das
   Ausmass der Schäden zu verdeutlichen? Erklären und begründen Sie.

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                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                     PHBern 2012, www.phbern.ch
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Wasser als Naturgefahr
Folgen von Hochwasser
Lösungsblatt B

Benötigtes Material:
    Video: „Hochwasser im Berner Oberland, Wallis und Innerschweiz“, SF-Sendung vom 10.
       Oktober 2011
    Wissenschaftlicher Bericht: „Hochwasser 2005 in der Schweiz“ (UVEK, 2008)

Einstiegsfrage:
Heute spricht man oft von einer „Risikogesellschaft“, in der wir leben. Lässt sich ein Zusammenhang zu
katastrophalen Naturereignissen wie Hochwasser herstellen? Was sagen katastrophale
Hochwasserereignisse über das Verhältnis unserer Gesellschaft zur Natur aus? Warum sprechen wir
dabei oft von der Naturgewalt? Wer übt auf wen Gewalt aus? Diskutieren Sie diese Fragen zu zweit.

Die stetig fortschreitende Zersiedelung des Raumes führt dazu, dass der Mensch auch Räume in
Beschlag genommen hat, wo früher auf Grund des Gefahrenpotenzials niemand wohnte. So nimmt
denn nachweislich auch nicht die Zahl oder die Stärke der Hochwasser zu, sondern der angerichtete
Schaden.
Des Weiteren werden eigentlich bekannte Gefahrenpotenziale in der schnelllebigen Zeit immer
weniger wahrgenommen oder verdrängt, respektive es wird oft auf technische Schutzvorkehrungen
vertraut. Falls doch einmal ein grösseres Ereignis eintritt, so hört man rasch in den Medien den
geflügelten Ausdruck der „Urgewalt der Natur“ – eigentlich alles eine Frage der Wahrnehmung.


Arbeitsauftrag:
1. Schauen Sie den Videobeitrag „Hochwasser im Berner Oberland, Wallis und Innerschweiz”.

   a) Fassen Sie Folgen und Auswirkungen des Hochwassers vom Oktober 2011 in der unten
      stehenden Tabelle zusammen.

   b) Überlegen Sie sich weitere Auswirkungen und tragen Sie diese in die noch leeren Kästchen.

      Auswirkungen auf…

      Gebäude                     Keller überflutet, Strassen der Dörfer überschwemmt, Schädigung
                                  der Gebäude (Wasserschäden)

      Verkehrsnetz                Bahnstrecken unterbrochen, Autoverlad Lötschberg eingestellt,
                                  Hauptstrassen geflutet


      Infrastruktur               Tiere evakuiert, Strom und Heizung funktionieren nicht mehr,
                                  Verbauungen      haben   sich   teilweise   nicht    bewährt,
                                  Lawinenschutztunnel weggeschwemmt

      Umwelt                      Verschmutztes Wasser, z. B. durch Öl (auslaufendes Heizöl);
                                  Kanalisation funktioniert nicht mehr (es braucht toi-toi-Toiletten);
                                  Schwemmholz verstopft Flusslauf.




                                 E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                      PHBern 2012, www.phbern.ch
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2. Lesen Sie die Seiten 6 bis 7 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Erstellen Sie eine Strukturskizze mit Hauptaugenmerk auf den Folgen des Hochwassers 2005 .

     Definitionen

     Zwei Formen von Überschwemmungen werden unterschieden:

     Dynamische Überschwemmungen:
     „In geneigtem Gelände, entlang von Wildbächen und Gebirgsflüssen, tritt fliessendes Wasser mit
     hoher Fliessgeschwindigkeit aus seinem Bett aus. Durch die grosse Fliessenergie wird dabei viel
     Schutt und Geröll mitgerissen und ausserhalb des Gerinnes abgelagert (Übersarung). Die
     dynamische Überschwemmung dauert gewöhnlich nur kurz (einige Stunden). Bedingt durch das
     geneigte Gelände fliesst das Wasser wieder ab. Dabei kann es allenfalls erneut Erosion
     verursachen“.

     Statische Überschwemmung:
     „Wenn der Wasserspiegel eines stehenden oder fliessenden Gewässers in flachem Gelände
     langsam ansteigt, kann es zu einer fortschreitenden Ausuferung kommen. Im ebenen Gelände
     bewegt sich das Wasser, wenn überhaupt, nur langsam“.

     Verklausung:
     „Eine Verklausung ist eine Verstopfung eines Gerinnes (vor allem in Wildbächen) durch Holz,
     Geschiebe, Rutschungsmassen, Lawinenschnee usw., verbunden mit einem Aufstau (Ansteigen
     der Sohle infolge eines Hindernisses). Der Durchbruch einer Verklausung kann zu Murgang
     führen“.

     Quelle: Nationale Plattform Naturgefahren (PLANAT), 2012




                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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                                    Ursachen und Folgen vom
                                        Hochwasser 2005

                                        Starkniederschläge

                                           f ü h r e n        z u


 Schwellenprozessen -> das         Prozesswechseln -> z.B. der                Prozessverkettungen -> z.B. die
 Abflussverhalten          eines   Übergang von Rutschungen zu                Ablagerung                 von
 Einzugsgebiets ändert sich        Murgängen                                  Rutschungsmaterial in einem
 rasch, was zu unerwartet hohen                                               Gerinne       und      dessen
 Abflüssen führt.                                                             Mobilisierung    durch     das
                                                                              Hochwasser


                                            f ü h r t       z u

                                     Hoher Intensität der Prozesse
                                   (Volumen der Abflüsse, Höhe der
                                   Seestände, Dauer der Einwirkungen,
                                   Menge der umgelagerten Feststoffe
                                   sehr gross)

                                             f ü h r t      z u


                                      Dynamischen bzw. statischen
                                      Überschwemmungen und den
                                          damit verbundenen
                                           Gerinneprozessen


Grosse Erosionskraft        Murgänge     (schnell           Verklausungen           Dammbrüche      und
des Wassers (Seiten-        fliessendes Gemisch             (Verstopfung            Überströmen     von
und Tiefenerosion) –>       aus    Wasser    und            eines Gerinnes)         Dämmen
Übersarung                  Feststoffen)




  a u s s e r d e m                 Sättigung des Untergrunds mit
                                               Wasser




                Rutschungen     ->     Erd-   und           Hangmuren -> ein Gemisch aus
                Felsschollen bewegen sich auf               Bodenmaterial und Wasser fliesst
                einer mehr oder weniger deutlich            oberflächlich hangabwärts
                ausgeprägten Gleitfläche zu Tal




                                   E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                        PHBern 2012, www.phbern.ch
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3. Erstellen Sie auf der Grundlage folgender Zahlen eine Grafik. Vergessen Sie dabei nicht, diese zu
   beschriften! Interpretieren Sie anschliessend das Resultat.

     Schäden durch Hochwasser, Murgänge,
     Erdrutsche und Steinschlag
     Schäden, teuerungsbereinigt (Basisjahr 2010)
                Millionen                Millionen
      Jahr      Franken        Jahr      Franken
      1972             43      1992             73
      1973            221      1993           1058
      1974             62      1994            242
      1975            324      1995             94
      1976             35      1996             37
      1977            514      1997            219
      1978           1054      1998             47
      1979             89      1999            756
      1980             43      2000            783
      1981             90      2001             86
      1982             66      2002            375
      1983             85      2003             78
      1984            160      2004             52
      1985             77      2005           3131
      1986            179      2006             77
      1987           1784      2007            727
      1988            178      2008             23
      1989             18      2009             26
      1990            377      2010             63
      1991             54
    Quelle: Eidgenössische Forschungsanstalt für
    Wald, Schnee und Landschaft (WSL), 2010



                   Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Erdrutsche und Steinschlag 1972
                                                bis 2010
                               Schäden, teuerungsbereinigt (Basisjahr 2010)
     3500

     3000

     2500

     2000

     1500

     1000

      500

        0
            1972

                     1974

                            1976

                                   1978

                                          1980

                                                  1982

                                                         1984

                                                                1986

                                                                       1988

                                                                              1990

                                                                                     1992

                                                                                            1994

                                                                                                   1996

                                                                                                          1998

                                                                                                                 2000

                                                                                                                        2002

                                                                                                                               2004

                                                                                                                                      2006

                                                                                                                                             2008

                                                                                                                                                    2010




                                                   Schadenssumme in Millionen Franken




                                                 E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                                      PHBern 2012, www.phbern.ch
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4. Lesen Sie die Seiten 8 bis 10 des wissenschaftlichen Berichts „Hochwasser 2005 in der Schweiz”.
   Ist der Vergleich der Schadenssumme von 1972 bis 2010 ein aussagekräftiges Mittel, um das
   Ausmass der Schäden zu verdeutlichen? Erklären und begründen Sie.

   Einerseits gab es seit 1972 noch nie einen so grossen Schaden, wie er durch Überschwemmungen,
   Rutschungen und Murgänge im Jahr 2005 verursacht wurde. Auch die Schäden vom Hochwasser
   vom Oktober 2007 fielen im Vergleich dazu relativ niedrig aus. Allerdings gibt es vergleichbare Daten
   zur Schadenssumme erst seit 1972. Damit wird nur ein sehr kurzer Zeitraum abgedeckt. Betrachtet
   man grössere Zeiträume wird das Ausmass von 2005 relativiert: im 19. Jahrhundert beispielsweise
   ereigneten sich Hochwasser, die ein vergleichbares, wenn nicht noch grösseres Schadensausmass
   hatten. Das Besondere an den Ereignissen vom August 2005 jedoch war einerseits deren
   Grossräumigkeit. Betroffen waren der Alpenraum, das Alpenvorland und das Mittelland. Andererseits
   überraschte die hohe Intensität der aufgetretenen Gerinne- und Hangprozesse, welche Ursache für
   besonders grosse Schäden waren.




Quellen:
    Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
       (UVEK) (Hrsg) (2008): Hochwasser 2005 in der Schweiz. Synthesebericht zur Ereignisanalyse
    Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) (2010):
       Schäden durch Hochwasser, Murgänge, Erdrutsche und Steinschlag 1972 bis 2010. Tabelle
       download       auf     der     Website     des     Bundesamtes      für    Statistik   (BfS),
       http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/02/06/ind13.indicator.138024.1350.html
       (Zugriff 21.02.2012)
    Hydrologischer Atlas der Schweiz (2000): Dokumentationsmappe zum Thema Hydrologie
       für die Sekundarstufe II (Flavio Milan).
    Nationale           Plattform         Naturgefahren      PLANAT           (2012):      Wissen:
       http://www.planat.ch/de/wissen/ (Zugriff 21.02.2012)




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Wasser als Naturgefahr
Massnahmen Hochwasser: Fallbeispiel 1 Brig
Arbeitsblatt C

Expertenrunde zum Thema Massnahmen anhand von 2 Fallbeispielen:
    Brig-Glis
    Stanserboden (vgl. zweiter Teil des Arbeitsblattes)

Benötigtes Material:
    Karte mit Lauf der Saltina (z. B. von http://map.geo.admin.ch/)
    Beilage 1: „Informationsblatt Wildbach”
    Beilage 2: „Brig-Glis: Kein Stau mehr dank Hubbrücke” (BWG, 2004)
    Beilage 3: „Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser); DB-Nr. 862 Saltina - Brig”
       (BAFU, 2011)
    Beilage 4: „Abfluss 1993 Saltina - Brig” (BAFU, 1993)

 Problemstellung
 „Alle Jahre wieder, so scheint es, erreichen uns in den Medien nach Hochwassern im Alpenraum
 erschütternde Bilder der Zerstörung. Die Unwetter im Herbst 1993 haben in den Kantonen Tessin
 und Wallis Schäden von mehr als 850 Millionen Franken zur Folge gehabt. Die Stadt Brig (VS)
 war von einer Schadenshöhe von über 650 Millionen Franken betroffen. (…) Was kann man tun,
 um Hochwassern etwas von ihrer verheerenden Wirkung zu nehmen? Wie geht der Mensch mit der
 oft vergessenen und verdrängten Urgewalt der Natur um?“ (Hydrologischer Atlas der Schweiz, 2000)

Arbeitsauftrag:

1. Sie setzen sich zu zweit (mit Pultnachbar/-in A) mit dem Fallbeispiel 1 zum Hochwasser von
   Brig 1993 auseinander. Nachdem Sie die Fragen und Aufgaben auf den folgenden Seiten gelöst
   haben, agieren Sie als Experte/Expertin zu Ursachen, Folgen und Massnahmen dieses
   Ereignisses.

2. Sie informieren Ihren Pultnachbarn bzw. Ihre Pultnachbarin B über das Fallbeispiel Brig: was ist
   geschehen, was führte zu den starken Überschwemmungen und wie versuchten die Menschen
   zukünftige Hochwasser zu verhindern?




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Aufgaben und Fragen zum Fallbeispiel 1 Brig:

1. Orientieren Sie sich: Verfolgen Sie auf der Karte den Lauf der Saltina von der Quelle bis zur
   Mündung in die Rhone bei Brig.


2. Bei der Saltina handelt es sich um einen Wildbach. Lesen Sie in der Beilage 1, was typische
   Merkmale eines Wildbaches sind und notieren Sie sich diese stichwortartig.

   ______________________________________________________________________________

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   ______________________________________________________________________________

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3. Lesen Sie die Beilage 2.

   a) Welche Bedingungen führten vor dem                Bau     der   Hubbrücke   immer   wieder   zu
      Überschwemmungen durch die Saltina?

       ___________________________________________________________________________

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       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

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   b) Welche Faktoren spielten am 24. September 1993 eine Rolle?

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       ___________________________________________________________________________

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   c) Welche Massnahmen wurden nun realisiert, um solche katastrophalen Ereignisse in Zukunft
      zu verhindern?

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4. Studieren Sie die Beilagen 3 und 4.

   a) Vergleichen Sie die durchschnittliche Abflussmenge der Saltina im September 1993 mit dem
      langjährigen September-Monatsmittel der Jahre 1966 – 1993. Was stellen Sie fest?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   b) Vergleichen Sie die mittlere Abflussmenge des Jahres 1993 mit dem Maximum-Abfluss am 24.
      September 1993. Was stellen Sie fest?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   c) Wie oft kommt ein Hochwasser wie jenes vom 24. September 1993 statistisch vor
      (Jährlichkeit)?

       ___________________________________________________________________________

   d) Wie ist das Hochwasser von 1993 in die Hochwasserstatistik der Saltina einzuordnen?
      Welches war das grösste Hochwasser der Saltina seit 1966 (wie viel Abflussmenge; in
      welchem Jahr)? und welche Jährlichkeit hat dieses Hochwasser?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   e) Lässt sich sagen, wann die Saltina das nächste vergleichbar starke Hochwasser wie im Jahr
      2000 bringen wird?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________




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Wasser als Naturgefahr
Massnahmen Hochwasser: Fallbeispiel 1 Brig
Lösungsblatt C

Expertenrunde zum Thema Massnahmen anhand von 2 Fallbeispielen:
    Brig-Glis
    Stanserboden (vgl. zweiter Teil des Arbeitsblattes)

Benötigtes Material:
    Karte mit Lauf der Saltina (z. B. von http://map.geo.admin.ch/)
    Beilage 1: „Informationsblatt Wildbach”
    Beilage 2: „Brig-Glis: Kein Stau mehr dank Hubbrücke” (BWG, 2004)
    Beilage 3: „Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser); DB-Nr. 862 Saltina - Brig”
       (BAFU, 2011)
    Beilage 4: „Abfluss 1993 Saltina - Brig” (BAFU, 1993)

 Problemstellung
 „Alle Jahre wieder, so scheint es, erreichen uns in den Medien nach Hochwassern im Alpenraum
 erschütternde Bilder der Zerstörung. Die Unwetter im Herbst 1993 haben in den Kantonen Tessin
 und Wallis Schäden von mehr als 850 Millionen Franken zur Folge gehabt. Die Stadt Brig (VS)
 war von einer Schadenshöhe von über 650 Millionen Franken betroffen. (…) Was kann man tun,
 um Hochwassern etwas von ihrer verheerenden Wirkung zu nehmen? Wie geht der Mensch mit der
 oft vergessenen und verdrängten Urgewalt der Natur um?“ (Hydrologischer Atlas der Schweiz, 2000)

Arbeitsauftrag:

1. Sie setzen sich zu zweit (mit Pultnachbar/-in A) mit dem Fallbeispiel 1 zum Hochwasser von
   Brig 1993 auseinander. Nachdem Sie die Fragen und Aufgaben auf den folgenden Seiten gelöst
   haben, agieren Sie als Experte/Expertin zu Ursachen, Folgen und Massnahmen dieses
   Ereignisses.

2. Sie informieren Ihren Pultnachbarn bzw. Ihre Pultnachbarin B über das Fallbeispiel Brig: was ist
   geschehen, was führte zu den starken Überschwemmungen und wie versuchten die Menschen
   zukünftige Hochwasser zu verhindern?




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Aufgaben und Fragen zum Fallbeispiel 1 Brig:

1. Orientieren Sie sich: Verfolgen Sie auf der Karte den Lauf der Saltina von der Quelle bis zur
   Mündung in die Rhone bei Brig.

2. Bei der Saltina handelt es sich um einen Wildbach. Lesen Sie in der Beilage 1, was typische
   Merkmale eines Wildbaches sind und notieren Sie sich diese stichwortartig.
   Oberirdisches Gewässer, mindestens streckenweise grosse Gerinneneigung, schnell und stark
   wechselnder Abfluss, vorübergehend hohe Feststoffführung.

3. Lesen Sie die Beilage 2.

   a) Welche Bedingungen führten vor dem Bau der Hubbrücke immer wieder zu
      Überschwemmungen durch die Saltina?
       Saltina (Wildbach!) übertrat immer wieder mal ihre Ufer
       19. Jahrhundert: auf den letzten 2 km vor der Mündung wird ursprüngliches Flussbett von
        50 m auf 15 m breiten Kanal reduziert
       Aufgrund der 1920 errichteten Sperre, welche das Geschiebe der Saltina zurück hielt, füllte
        sich die Geschiebekammer im Oberlauf nach und nach
       Gefälle des Flusses verringerte sich

   b) Welche Faktoren spielten am 24. September 1993 eine Rolle?
       Niederschlag im September (doppelte Durchschnittsmenge und grösste NS-Menge des 20.
        Jahrhunderts im Einzugsgebiet der Saltina)
       Grosse Abflusswerte der Saltina
       Dadurch hatte sie grosse Kraft, um viel Geschiebefracht (aus der Geschiebekammer im
        Oberlauf) zu transportieren
       Geschiebe wurde abgelagert, wodurch die Bachsohle erhöht wurde
       Verstopfung des Querschnitts der Saltinabrücke
       Saltina trat über die Ufer und brachte gesamte Fracht an Geröll, Schlamm und
        Schwemmholz mit.

   c) Welche Massnahmen wurden nun realisiert, um solche katastrophalen Ereignisse in Zukunft
      zu verhindern?
       Geschiebeaushub im Grindji (Geschiebekammer im Oberlauf)
       Anlegung von 2 Geschiebekammern
       Erhöhung der Ufermauern am Kanal
       Neue Brücke, die sich automatisch dem Wasserstand anpasst, indem sie durch die
         Wasserkraft (gefüllter Behälter bei Hochwasser) in die Höhe gezogen wird.
       Weitere Brücken sind so gebaut, dass sie rasch demontiert werden können

4. Studieren Sie die Beilagen 3 und 4.

   a) Vergleichen Sie die durchschnittliche Abflussmenge der Saltina im September 1993 mit dem
      langjährigen September-Monatsmittel der Jahre 1966 – 1993. Was stellen Sie fest?
                                              3
      Mittlerer Abfluss September 1993: 4.84 m /s
                                              3
      Langjähriges Mittel im September: 2.35 m /s
      1993 entsprach die Abflussmenge der Saltina im Monat September mehr als das Doppelte des
      langjährigen Monatsmittels

   b) Vergleichen Sie die mittlere Abflussmenge des Jahres 1993 mit dem Maximum-Abfluss am 24.
      September 1993. Was stellen Sie fest?
                                          3
      Mittlerer Jahresabfluss 1993: 2.4 m /s
                                                3
      Abfluss-Spitze 24. September 1993: 100 m /s
      Am 24. September 1993 floss beim Höchststand rund 42 mal mehr Wasser ab als der
      durchschnittliche Jahresabfluss.




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   c) Wie oft kommt ein Hochwasser wie jenes vom 24. September 1993 statistisch vor
      (Jährlichkeit)?
      Jährlichkeit von rund 50 Jahren

   d) Wie ist das Hochwasser von 1993 in die Hochwasserstatistik der Saltina einzuordnen?
      Welches war das grösste Hochwasser der Saltina seit 1966 (wie viel Abflussmenge; in
      welchem Jahr)? und welche Jährlichkeit hat dieses Hochwasser?
      1993: Zweitgrösstes Hochwasser (siehe Grafik der Jährlichkeit). Grösstes Hochwasser:
                         3
      Oktober 2000: 125 m / s, Jährlichkeit von ca. 100 Jahren

   e) Lässt sich sagen, wann die Saltina das nächste vergleichbar starke Hochwasser wie im Jahr
      2000 bringen wird?
      Nein! Die Wahrscheinlichkeit ist zwar nicht sehr gross, doch das nächste Hochwasser von
      diesem Ausmass könnte schon ein Jahr darauf wieder fallen.




Quellen:
    Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) (2000): Landeshydrologie und Geologie;
       Hochwasser 1999 (Hugo Aschwanden)
    Hydrologischer Atlas der Schweiz (2000): Dokumentationsmappe zum Thema Hydrologie für
       die Sekundarstufe II (Flavio Milan)




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Wasser als Naturgefahr
Massnahmen Hochwasser: Fallbeispiel 2 Stanserboden
Arbeitsblatt C

Expertenrunde zum Thema Massnahmen anhand von 2 Fallbeispielen:
    Brig-Glis (vgl. erster Teil des Arbeitsblattes)
    Stanserboden

Benötigtes Material:
    Karte mit Lauf der Engelberger Aa (z. B. von http://map.geo.admin.ch/)
    Beilage 5: „Stanserboden: Dank umfassendem Hochwasserschutz nachhaltige Entwicklung
       gesichert” (BWG, 2004)
    Beilage 6: „Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser); DB-Nr. 1143 Engelberger
       Aa - Buochs Flugplatz“ (BAFU, 2011)
    Beilage 7: „Abfluss 2005 Engelberger Aa – Buochs Flugplatz“ (BAFU, 2005)

 Problemstellung
 Alle Jahre wieder, so scheint es, erreichen uns in den Medien nach Hochwassern im Alpenraum
 erschütternde Bilder der Zerstörung. Die Unwetter im Herbst 1993 haben in den Kantonen Tessin
 und Wallis Schäden von mehr als 850 Millionen Franken zur Folge gehabt. Die Stadt Brig (VS)
 war von einer Schadenshöhe von über 650 Millionen Franken betroffen. Was kann man tun, um
 Hochwassern etwas von ihrer verheerenden Wirkung zu nehmen? Wie geht der Mensch mit der oft
 vergessenen und verdrängten Urgewalt der Natur um?

Arbeitsauftrag:

1. Sie setzen sich zu zweit (mit Pultnachbar/-in A) mit dem Fallbeispiel 2 zum Hochwasser
   Stanserboden 2005 auseinander. Nachdem Sie die Fragen und Aufgaben auf den folgenden
   Seiten gelöst haben, agieren Sie als Experte/Expertin zu Ursachen, Folgen und Massnahmen
   dieses Ereignisses.

2. Sie informieren Ihren Pultnachbarn bzw. Ihre Pultnachbarin B über das Fallbeispiel Stanserboden:
   was ist geschehen, was führte zu den starken Überschwemmungen und wie versuchten die
   Menschen zukünftige Hochwasser zu verhindern?




                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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Einstiegsaufgabe:

1. Betrachten Sie das Hijulströmdiagramm (Abb. 1).
                                                                Abb.1: Das Hijulstroemdiagramm zeigt die
                                                                Transportkapazität fliessenden Wassers in
                                                                Abhängigkeit von der Korngrösse und der
                                                                Strömungsgeschwindigkeit      bei   einer
                                                                Wassertiefe von einem Meter. Die Körner
                                                                im Feld „Ablagerung“ sind stets in Ruhe,
                                                                diejenigen im Feld „Erosion“ stets in
                                                                Bewegung. Im Bereich „Transport“ bleiben
                                                                ruhende Teilchen in Ruhe, bewegte in
                                                                Bewegung (Quelle: hep Verlag, 2010, in:
                                                                Hasler M., Egli H.R., 2010).




   a) Erklären Sie die Prozesse Erosion, Transport und Ablagerung, indem                         Sie    die
      Fliessgeschwindigkeit 100 cm/s annehmen und diese bis auf 1 cm/s verringern.

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   b) Erklären Sie die Prozesse Erosion, Transport und Ablagerung indem                          Sie    die
      Fliessgeschwindigkeit 1 cm/s annehmen und diese bis auf 100 cm/s steigern.

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________


Aufgaben und Fragen zum Fallbeispiel 2 Stanserboden:

2. Lesen Sie die Beilage 5. Welche Mängel und Defizite wiesen die Hochwasserschutzmassnahmen
   noch bis in die 80er Jahre auf?

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                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________


3. Um diese Mängel zu beheben, wurde ein differenzierter Hochwasserschutz erarbeitet und
   durchgeführt. Erklären Sie, welche Idee dahinter steckt!

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________


4. Welche raumplanerischen Massnahmen sind bei einem differenzierten Hochwasserschutz nötig?

   ______________________________________________________________________________

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5. Wie wurde bei den Schutzmassnahmen der Umwelt Rechnung getragen?

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________


6. Studieren Sie die Beilagen 6 und 7.

   a) Die Abflussmenge des Hochwassers von 1910 ging noch nicht in die Messungen ein. Das
      grösste gemessene Hochwasser wurde im August 2005 gemessen. Vergleichen Sie die
      durchschnittliche Abflussmenge der Engelberger Aa im August 2005 mit dem langjährigen
      Mittel der Jahre 1916 – 2005. Was stellen Sie fest?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   b) Vergleichen Sie die mittlere Abflussmenge des Jahres 2005 mit dem Maximum-Abfluss am 22.
      August 2005. Was stellen Sie fest?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________




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c) Wie oft kommt ein Hochwasser wie jenes vom 22. August 2005 statistisch vor (Jährlichkeit)?

   ___________________________________________________________________________

d) Lässt sich sagen, wann die Engelberger Aa das nächste vergleichbar starke Hochwasser wie
   im Jahre 2005 bringen wird?

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________




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Wasser als Naturgefahr
Massnahmen Hochwasser: Fallbeispiel 2 Stanserboden
Lösungsblatt C

Expertenrunde zum Thema Massnahmen anhand von 2 Fallbeispielen:
    Brig-Glis (vgl. erster Teil des Arbeitsblattes)
    Stanserboden

Benötigtes Material:
    Karte mit Lauf der Engelberger Aa (z. B. von http://map.geo.admin.ch/)
    Beilage 5: „Stanserboden: Dank umfassendem Hochwasserschutz nachhaltige Entwicklung
       gesichert” (BWG, 2004)
    Beilage 6: „Hochwasserwahrscheinlichkeiten (Jahreshochwasser); DB-Nr. 1143 Engelberger
       Aa - Buochs Flugplatz“ (BAFU, 2011)
    Beilage 7: „Abfluss 2005 Engelberger Aa – Buochs Flugplatz“ (BAFU, 2005)

 Problemstellung
 Alle Jahre wieder, so scheint es, erreichen uns in den Medien nach Hochwassern im Alpenraum
 erschütternde Bilder der Zerstörung. Die Unwetter im Herbst 1993 haben in den Kantonen Tessin
 und Wallis Schäden von mehr als 850 Millionen Franken zur Folge gehabt. Die Stadt Brig (VS)
 war von einer Schadenshöhe von über 650 Millionen Franken betroffen. Was kann man tun, um
 Hochwassern etwas von ihrer verheerenden Wirkung zu nehmen? Wie geht der Mensch mit der oft
 vergessenen und verdrängten Urgewalt der Natur um?

Arbeitsauftrag:

1. Sie setzen sich zu zweit (mit Pultnachbar/-in A) mit dem Fallbeispiel 2 zum Hochwasser
   Stanserboden 2005 auseinander. Nachdem Sie die Fragen und Aufgaben auf den folgenden
   Seiten gelöst haben, agieren Sie als Experte/Expertin zu Ursachen, Folgen und Massnahmen
   dieses Ereignisses.

2. Sie informieren Ihren Pultnachbarn bzw. Ihre Pultnachbarin B über das Fallbeispiel Stanserboden:
   was ist geschehen, was führte zu den starken Überschwemmungen und wie versuchten die
   Menschen zukünftige Hochwasser zu verhindern?




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Einstiegsaufgabe:

1. Betrachten Sie das Hijulströmdiagramm (Abb. 1).
                                                                Abb.1: Das Hijulstroemdiagramm zeigt die
                                                                Transportkapazität fliessenden Wassers in
                                                                Abhängigkeit von der Korngrösse und der
                                                                Strömungsgeschwindigkeit      bei   einer
                                                                Wassertiefe von einem Meter. Die Körner
                                                                im Feld „Ablagerung“ sind stets in Ruhe,
                                                                diejenigen im Feld „Erosion“ stets in
                                                                Bewegung. Im Bereich „Transport“ bleiben
                                                                ruhende Teilchen in Ruhe, bewegte in
                                                                Bewegung (Quelle: hep Verlag, 2010, in:
                                                                Hasler M., Egli H.R., 2010).




   a) Erklären Sie die Prozesse Erosion, Transport und Ablagerung, indem Sie die
      Fliessgeschwindigkeit 100 cm/s annehmen und diese bis auf 1 cm/s verringern.
      Die Körner im Feld „Erosion“ geraten in Bewegung und werden bis ins Feld „Transport“ bewegt.
      Gerät die Strömungsgeschwindigkeit unter den Wert, der durch die dicke Linie begrenzt ist,
      dann wird die entsprechende Korngrösse abgelagert.

   b) Erklären Sie die Prozesse Erosion, Transport und Ablagerung indem Sie die
      Fliessgeschwindigkeit 1 cm/s annehmen und diese bis auf 100 cm/s steigern.
      Die Körner im Feld „Ablagerung“ brauchen eine         höhere Strömungsgeschwindigkeit, als
      diejenige, bei der sie sich abgesetzt haben. Die Kohäsion (Zusammenhangskraft) ist
      verantwortlich dafür. Der Strömungsunterschied nimmt mit feiner werdender Korngrösse zu.


Aufgaben und Fragen zum Fallbeispiel 2 Stanserboden:

2. Lesen Sie die Beilage 5. Welche Mängel und Defizite wiesen die Hochwasserschutzmassnahmen
   noch bis in die 80er Jahre auf?
    Viele Uferpartien sowie die Bachsohle waren stark von Erosion gefährdet
    Die meisten Brücken lagen zu tief über dem Wasserspiegel: Treibholz kann bei Hochwasser
      hängen bleiben und den Fluss verstopfen
    Dämme wurden ohne Sickerschichten gebaut (da mit vor Ort verfügbarem Material
      aufgeschüttet) Unstabile Dämme
    Grosse Bäume standen auf den Schutzwällen: Wenn sie umgerissen werden können ihre
      Wurzelstöcke Löcher in den Dammkörper reissen
    Enge Kanalisierung auf bestimmten Strecken und verbaute Sohle
    Keine Fischtreppen: Wanderhindernisse versperren Weg vom See zum Quellgebiet

3. Um diese Mängel zu beheben, wurde ein differenzierter Hochwasserschutz erarbeitet und
   durchgeführt. Erklären Sie, welche Idee dahinter steckt!
    Differenzierter Hochwasserschutz: Überflutungen werden nicht um jeden Preis verhindert. Der
       Schutzgrad wird auf den Wert und die Bedeutung eines Objektes abgestimmt. Beispielsweise
       haben Siedlungen und Kraftwerk einen hohen Schutzwert. Landwirtschaftliche Flächen einen
       geringeren.
    Kontrollierte Überflutung als wichtige Schutzmassnahme!


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4. Welche raumplanerischen Massnahmen sind bei einem differenzierten Hochwasserschutz nötig?
    Offenes Gelände (welches bei Hochwasser überschwemmt wird) darf nicht überbaut werden.
    Im Siedlungsraum sind Objektschutzmassnahmen gefragt.

5. Wie wurde bei den Schutzmassnahmen der Umwelt Rechnung getragen?
    Zwar mussten alte Pappeln, Eschen und Ahorn gefällt werden (Dammstabilität), dafür wurden
      die Dämme wieder mit Wiesen und Niederhecken bepflanzt.
    Dammböschungen werden naturnah gestaltet: Kiesbänke, Kolken und Ufervegetation
    Periodisch überflutete Flächen bieten für viele Tier- und Pflanzenarten attraktive Lebensräume
    Fischtreppen

6. Studieren Sie die Beilagen 6 und 7.

   a) Die Abflussmenge des Hochwassers von 1910 ging noch nicht in die Messungen ein. Das
      grösste gemessene Hochwasser wurde im August 2005 gemessen. Vergleichen Sie die
      durchschnittliche Abflussmenge der Engelberger Aa im August 2005 mit dem langjährigen
      Mittel der Jahre 1916 – 2005. Was stellen Sie fest?
                                         3
      Mittlerer Abfluss August 2005: 32m /s
                                            3
      Langjähriges Mittel im August: 20.4 m /s
      2005 war die Abflussmenge der Engelberger Aa im Monat August ca. 1.5 Mal höher als das
      langjährige Monatsmittel.

   b) Vergleichen Sie die mittlere Abflussmenge des Jahres 2005 mit dem Maximum-Abfluss am 22.
      August 2005. Was stellen Sie fest?
                                  3
      Jahresabfluss 2005: 11.7 m /s
                                           3
      Abflussspitze 22. August 2005: 230 m /s

   c) Wie oft kommt ein Hochwasser wie jenes vom 22. August 2005 statistisch vor ( Jährlichkeit)?
      Jährlichkeit von über 300 Jahren. D. h. sehr selten!

   d) Lässt sich sagen, wann die Engelberger Aa das nächste vergleichbar starke Hochwasser wie
      im Jahre 2005 bringen wird?
      Nein! Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, doch das nächste Hochwasser diesen
      Ausmasses könnte schon ein Jahr darauf wieder fallen.




Quellen:
    Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) (2000): Landeshydrologie und Geologie;
       Hochwasser 1999 (Hugo Aschwanden)
    Hasler, Martin und Egli, Hans-Rudolf (Hrsg.) (2010): Geografie – Wissen und Verstehen. 2.
       Auflage. Bern: h.e.p. verlag ag
    Hydrologischer Atlas der Schweiz (2000): Dokumentationsmappe zum Thema Hydrologie für
       die Sekundarstufe II (Flavio Milan).




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Wasser als Naturgefahr
Ein komplexes Hochwasserschutzprojekt: Die 3. Rhonekorrektion
Arbeitsblatt D

Benötigtes Material:
    Beilage 8: „Warum eine 3. Rhonekorrektion?“ (Kanton Wallis, 2008)
    Beilage 9: „Aare- und Grundwasserspiegel sinken stetig” (aarewasser, 2009)
    Beilage 10: „Wie kann man die Rhoneebene nachhaltig schützen?“ (Kanton Wallis, 2008)
    Video: „Die dritte Rhonekorrektion“, Informationsvideo des Kantons Wallis vom 7. Juli 2010
    Video: „Wallis und Waadt legen Vorprojekt für den gesamten Flusslauf vor“, SF-Sendung vom
       13. Mai 2008
    Kartenausschnitte (erstellen im Geodatenportal des Bundes http://map.geo.admin.ch ->
       Basisdaten -> geografische Bezeichnungen)
       - Dufourkarte, Region Visp
       - Landeskarte, Region Visp
       - Landeskarte, Region Pfynwald

Arbeitsauftrag

1. In der Schweiz sind verschiedene grosse Flussbauprojekte in Planung bzw. Umsetzung (z. B.
   Aare, Rhone, Linth). Ziehen Sie die Beilage 8 „Warum eine 3. Rhonekorrektion“ bei. Welches sind
   im Fall der Rhone die Hauptgründe für die Korrektion?

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________

   ______________________________________________________________________________


2. Betrachten Sie die Dufourkarte aus dem Jahr 1865 vom Rhonetal in der Region Visp.

   a) Was fällt Ihnen auf, wenn Sie die Flurnamen im Tal genauer unter die Lupe nehmen?

       ___________________________________________________________________________

       ___________________________________________________________________________

   b) Vergleichen Sie die Region mit der Landeskarte, welche die heutige Situation darstellt.
      Überlegen Sie sich, weshalb die Massnahmen der Rhonekorrektion in der Region Visp
      Priorität                                                                     haben.

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                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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3. Neben der Hochwasser-Gefahr besteht bei Flüssen wie der Rhone ein weiteres, weniger
   sichtbares Problem: die sogenannte Sohlenerosion. Auch die Aare ist davon betroffen.

   Studieren Sie dazu die Beilage 9 „Aare- und Grundwasserspiegel sinken stetig“. Zeichnen Sie
   anschliessend zwei Skizzen: die erste stellt ein intaktes System mit einem Fluss und dem
   dazugehörigen Grundwasserspiegel im Gleichgewicht dar, die zweite zeigt ein Flussbett und einen
   Grundwasserspiegel, die von Sohlenerosion tangiert sind. Beschriften und vervollständigen Sie
   diese mit einem erklärenden Text.




4. Machen Sie sich jetzt ein Bild über die konkreten Massnahmen an der Rhone. Studieren Sie dazu
   die Beilage 10 „Wie kann man die Rhoneebene nachhaltig schützen?“ und die untenstehende
   Abbildung 1




   Abbildung 1: Übersicht über die Massnahmen der dritten Rhonekorrektion im Wallis (Quelle: Kanton Wallis,
   Departement für Verkehr, Bau und Umwelt, 2008)

   a) Erklären Sie, weshalb die Rhone an manchen Stellen aufgeweitet, an anderen hingegen
      abgesenkt wird.


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   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

b) Was sind die Vor- bzw. Nachteile von Aufweitungen?

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

c) Neben Absenkung und Aufweitung sieht die Rhonekorrektion weitere Massnahmen vor.
   Welche?

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

   ___________________________________________________________________________

d) Wie erklären Sie sich, dass der Bereich zwischen Leuk und Siders im heutigen Zustand
   belassen wird. Ein Blick auf die entsprechende Karte kann Ihnen weiterhelfen.

   ___________________________________________________________________________

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5. Geht es darum, den Fliessgewässern ihren Raum zurückzugeben, treffen verschiedene Interessen
   aufeinander.

   a) Überlegen Sie sich mindestens sechs unterschiedliche Interessengruppen und halten Sie in
      der folgenden Tabelle deren Ziele / Bedürfnisse und die Konfliktfelder in Hinblick auf andere
      Gruppen fest.

        Interessengruppe         /   Ziele / Bedürfnisse                   Mögliche     Konflikte   mit
        Themenfelder, die      von                                         welchen Interessengruppen?
        Interesse sind




   b) Schauen Sie das Informationsvideo „Die dritte Rhonekorrektion“ und das Video „Wallis und
      Waadt legen Vorprojekt für den gesamten Flusslauf vor“ und ergänzen Sie die obige Tabelle.




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Wasser als Naturgefahr
Ein komplexes Hochwasserschutzprojekt: Die 3. Rhonekorrektion
Lösungsblatt D

Benötigtes Material:
    Beilage 8: „Warum eine 3. Rhonekorrektion?“ (Kanton Wallis, 2008)
    Beilage 9: „Aare- und Grundwasserspiegel sinken stetig” (aarewasser, 2009)
    Beilage 10: „Wie kann man die Rhoneebene nachhaltig schützen?“ (Kanton Wallis, 2008)
    Video: „Die dritte Rhonekorrektion“, Informationsvideo des Kantons Wallis vom 7. Juli 2010
    Video: „Wallis und Waadt legen Vorprojekt für den gesamten Flusslauf vor“, SF-Sendung vom
       13. Mai 2008
    Kartenausschnitte (erstellen im Geodatenportal des Bundes http://map.geo.admin.ch ->
       Basisdaten -> geografische Bezeichnungen)
       - Dufourkarte, Region Visp
       - Landeskarte, Region Visp
       - Landeskarte, Region Pfynwald

Arbeitsauftrag

1. In der Schweiz sind verschiedene grosse Flussbauprojekte in Planung bzw. Umsetzung (z. B.
   Aare, Rhone, Linth). Ziehen Sie die Beilage 8 „Warum eine 3. Rhonekorrektion“ bei. Welches sind
   im Fall der Rhone die Hauptgründe für die Korrektion?
   Hauptziel ist der Hochwasserschutz (um z. B. Hochwasser wie jenes im Jahr 2000 mit
   Todesfällen, Schäden an Siedlungen, Infrastruktur und Land zu vermeiden). Einerseits wurde bei
   Hochwassern deutlich, dass aufgrund des über Jahre gestiegenen Schadenpotenzials
   grundsätzlich mehr Schutz nötig ist, andererseits erwiesen sich die bestehenden
   Schutzmassnahmen (z. B. Dämme) als unzureichend oder veraltet (Dämme teilweise 150 jährig).

2. Betrachten Sie die Dufourkarte aus dem Jahr 1865 vom Rhonetal in der Region Visp.

   a) Was fällt Ihnen auf, wenn Sie die Flurnamen im Tal genauer unter die Lupe nehmen?
      Viele Namen haben etwas mit Wasser zu tun: Eyholz, Albenbrunnen, Tscherey -> Ey ist ein
      altes Wort für Aue.

   b) Vergleichen Sie die Region mit der Landeskarte, welche die heutige Situation darstellt.
      Überlegen Sie sich, weshalb die Massnahmen der Rhonekorrektion in der Region Visp
      Priorität                                                                              haben.
      Weil das Schadenpotenzial mittlerweile sehr hoch ist: Die Ortschaft Visp schmiegt sich an den
      Taleingang zum Vispertal. Die Talebene ist unverbaut. Mittlerweile ist ein grosser Teil der
      Talebene verbaut. Insbesondere die LONZA nimmt eine grosse Fläche im Talgrund in direkter
      Nachbarschaft zur Rhone ein. Eine Überschwemmung wäre verheerend (Chemie). Deswegen
      haben die Massnahmen in der Region Visp auch Priorität.

3. Neben der Hochwasser-Gefahr besteht bei Flüssen wie der Rhone ein weiteres, weniger
   sichtbares Problem: die sogenannte Sohlenerosion. Auch die Aare ist davon betroffen.

   Studieren Sie dazu die Beilage 9 „Aare- und Grundwasserspiegel sinken stetig“. Zeichnen Sie
   anschliessend zwei Skizzen: die erste stellt ein intaktes System mit einem Fluss und dem
   dazugehörigen Grundwasserspiegel im Gleichgewicht dar, die zweite zeigt ein Flussbett und einen
   Grundwasserspiegel, die von Sohlenerosion tangiert sind. Beschriften und vervollständigen Sie
   diese mit einem erklärenden Text.




                                E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                     PHBern 2012, www.phbern.ch
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    Der Fluss im Gleichgewicht: Die Aare speist            Sohlenerosion                       gefährdet
    den Grundwasserstrom, der das ganze Aaretal            Trinkwassergewinnung:         Durch       die
    mit Trinkwasser versorgt.                              Sohlenerosion sinken der Aare- und der
    (Quelle: Aarewasser.ch, 2012)                          Grundwasserspiegel      immer    weiter   ab.
                                                           Längerfristig können die Brunnen kein
                                                           Trinkwasser mehr fördern.
                                                           (Quelle: Aarewasser.ch, 2012)

4. Machen Sie sich jetzt ein Bild über die konkreten Massnahmen an der Rhone. Studieren Sie dazu
   die Beilage 10 „Wie kann man die Rhoneebene nachhaltig schützen?“ und die untenstehende
   Abbildung 1




   Abbildung 1: Übersicht über die Massnahmen der dritten Rhonekorrektion im Wallis (Quelle: Kanton Wallis,
   Departement für Verkehr, Bau und Umwelt, 2008)

   a) Erklären Sie, weshalb die Rhone an manchen Stellen aufgeweitet, an anderen hingegen
      abgesenkt wird.
      Grundsätzlich wäre eine Aufweitung fast überall am sinnvollsten. Aus Platzgründen werden
      aber Aufweitungen nur dort umgesetzt, wo genügend Raum zur Verfügung steht . In dichten
      Siedlungsräumen hingegen, kommt nur eine Absenkung infrage. Ansonsten müssten die
      Gebäude abgerissen werden.




                                  E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
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b) Was sind die Vor- bzw. Nachteile von Aufweitungen?
   Vorteile:
       - Sicherheit: Hochwasserschutz durch Absenkung der Wasserstände
       - Attraktiverer Freizeitraum
       - Attraktivere Landschaft
       - Mehr Natur
   Nachteile: Landbedarf

c) Neben Absenkung und Aufweitung sieht die Rhonekorrektion weitere Massnahmen vor.
   Welche?
      - Rückhaltung von Wassermengen in Stauseen oder in der Ebene
      - Restrisikobewirtschaftung: Überschwemmungen bewusst auf Perimeter mit geringem
         Schadenpotenzial beschränken

d) Wie erklären Sie sich, dass der Bereich zwischen Leuk und Siders im heutigen Zustand
   belassen wird. Ein Blick auf die entsprechende Karte kann Ihnen weiterhelfen.
   Im Bereich Pfynwald folgt die Rhone ihrem natürlichen Lauf, umgeben von einem
   dynamischen Auengebiet. Das Gebiet Pfyn/Finges ist Naturschutzgebiet und seit kurzem auch
   Naturpark. Infolge der Naturbelassenheit der Region sind entsprechende Massnahmen nicht
   nötig.




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5. Geht es darum, den Fliessgewässern ihren Raum zurückzugeben, treffen verschiedene Interessen
   aufeinander.

   a) Überlegen Sie sich mindestens sechs unterschiedliche Interessengruppen und halten Sie in
      der folgenden Tabelle deren Ziele / Bedürfnisse und die Konfliktfelder in Hinblick auf andere
      Gruppen fest.

        Interessengruppe           /   Ziele / Bedürfnisse                   Mögliche     Konflikte   mit
        Themenfelder, die        von                                         welchen Interessengruppen?
        Interesse sind
        Umweltverbände                 -    Dem Fluss mehr Raum              -   Landwirtschaft / Industrie
                                            geben                            -   Hauseigentümer,
                                       -    Vernetzung der                       Verkehr, Infrastruktur
                                            naturnahen Gebiete               -   Erholungssuchende
                                       -    Förderung der
                                            auentypischen Flora und
                                            der Artenvielfalt allgemein
                                       -    Aufwertung der gesamten
                                            Naturlandschaft
        Landwirtschaft             /   -    Angst vor Landverlust            -   Umweltverbände, Fischer
        Industrie                      -    Möglichst geringe                -   Hauseigentümer,
                                            Änderungen                           Verkehr, Infrastruktur
        Hauseigentümer,                -    Siedlungen und                   -   Umweltverbände
        Verkehr, Infrastruktur              Verkehrsinfrastruktur übt        -   Fischer
                                            immer mehr Druck aus auf         -   Landwirtschaft / Industrie
                                            Boden                            -   Erholungssuchende
        Regierung                      -    Den Flüssen mehr Raum            -   Ziel, zwischen den
        (Hochwasserschutz)                  geben, um vor Hochwasser             einzelnen
                                            zu schützen                          Interessengruppen zu
                                                                                 vermitteln
        Fischer                        -    Bestand der Fische wieder        -   Landwirtschaft / Industrie
                                            vergrössern                      -   Hauseigentümer,
                                       -    Naturnahe,                           Verkehr, Infrastruktur
                                            abwechslungsreiche               -   Erholungssuchende
                                            Flusslandschaften, welche
                                            den Fischen als
                                            Lebensraum dient (grosse
                                            Fische brauchen tiefe
                                            Stellen, Jungfische eher
                                            seichtes Gewässer,
                                            Kiesbänke beim Laichen,
                                            geschützte Nischen beim
                                            Hochwasser)
        Erholungssuchende              -    Wollen ein                       -   Umweltverbände (->
                                            Naherholungsgebiet                   produzieren Abfall)
                                       -    Suchen Ruhe,                     -   Fischer (-> stören Flora
                                            Entspannung und Erholung             und Fauna)
                                       -    Sportliche Aktivitäten

   b) Schauen Sie das Informationsvideo „Die dritte Rhonekorrektion“ und das Video „Wallis und
      Waadt legen Vorprojekt für den gesamten Flusslauf vor“ und ergänzen Sie die obige Tabelle.


Quellen:
    Aarewasser (2012): Hochwasserschutz Aare Thun-Bern, http://www.aarewasser.ch (Zugriff
       28.02.2012)
    Kanton Wallis, Departemen für Verkehr, Bau und Umwelt (2008): Allgemeine
       Informationsblätter Nr. 1 bis 3 zur dritten Rhonekorrektion, http://www.vs.ch/Navig/n avig.asp?
       MenuID=16525&RefMenuID=25834&RefServiceID=12 (Zugriff 28.02.2012)



                                  E-Dossier Wasser: Wasser als Naturgefahr
                                       PHBern 2012, www.phbern.ch

				
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