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Rechnungswesen leicht gemacht

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Rechnungswesen leicht gemacht Powered By Docstoc
					    Rechnungswesen
         leicht
       gemacht

          Teil 1a
    Anforderungen und
Systematik der Buchführung


                       Ein Skript der

                   BAW-Schule
   Akademie für Berufliche Aus- und Weiterbildung




Hohenzollernring 55                     Berliner Allee 30
50672 Köln                              40212 Düsseldorf
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                                Inhaltsverzeichnis
    1. Systematik des Rechnungswesen                                   Seite      4
    2. Grundlagen der Buchführung                                                 7
           Abgrenzung des Begriffs                                                7
           Ziele und Aufgabenbereiche der Buchführung                             8
           Adressaten von Ergebnissen aus der Buchführung                         8
           Buchführungspflicht                                                    9
           Beschaffenheit der Buchführung                                         9
           Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung                                10
           Doppelte Buchführung                                                  11
    3. Inventur                                                                  12
    4. Inventar                                                                  13
    5. Bilanz                                                                    16
    6. Auflösung der Bilanz in Konten                                            18
    7. Konten/Kontenarten                                                        20
           Bestandskonten                                                        22
               Buchungen auf den Bestandskonten                                  24
           Eigenkapitalkonto                                                     29
           Erfolgskonten                                                         30
           G+V-Konto                                                             34
           Abschluss Eigenkapitalkonto                                           37
           Zusammenfassung Systematik Erfolgskonten                              39
    8. Kontenplan, Bücher, Wirkungen von Buchungen                               40
    9. Buchungssatz                                                              42
   10. Ziele des Jahresabschluss                                                 44



Anlage 1:       GoB                                                              45
Anlage 2:       Bilanzgliederung                                                 48
Anlage 3:       Kontenabschluss Bestandskonten                                   49
Anlage 4:       Kontenabschluss mit Erfolgskonten                                50




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                                         Vorwort

Dieses Skript vermittelt einen Überblick über die Systematik der Buchführung,
den Vorschriften und den wichtigsten Buchungen.

Es ist also geeignet, das grundsätzliche Verständnis der Buchführung zu
erleichtern. Es kann auch sehr gut dazu dienen, sich auf den Unterricht
vorzubereiten, nachzuarbeiten und/oder verlorenes Wissen. z. B. aus der
Erstausbildung, wieder aufzufrischen.

Dem besseren Verständnis wegen wurden deshalb an bestimmten Stellen letzte
Feinheiten und bestimmte Methoden geopfert, wenn der Autor der Meinung war,
dass diese zum grundsätzlichen Verständnis nicht notwendig sind.

Außerdem wurde auf einzelne Buchungen (Buchungssätze) weitgehend verzichtet,
da diese für die Praxis zwar wichtig sind - nicht jedoch für das grundsätzliche
Verständnis der Buchführung, ihrer Systematik und Ihrer Aussagekraft.


Dies gilt vor allem auch für das Studium zum/zur "Fachwirt/-in"


Bei den Bezeichnungen – vor allem der "Material- und Warenkonten" wurde
versucht branchenneutral darzustellen.

Dies bedeutet, dass soweit möglich die Begriffe der Handels- und der
Industriebuchführung verwendet werden.
In der Handelsbuchführung spricht man beim Bestand i. d. R. vom "Waren-(konto)" oder
"Warenbestandskonto".

Beim Einsatz der Waren (zum Verkauf) nennt man das Konto "Wareneinsatz".

Beim Verkauf verwendet man i. d. R. die Bezeichnung "Warenverkauf" oder
"Umsatzkonto".

In der Industriebuchführung verwendet man für den Bestand an Materialien die
Bezeichnungen:

- Rohstoff (für die wesentlichen Bestandteile eines Produktes, z. B: Holz bei der
  Herstellung von Möbeln)
- Hilfsstoffe (für die "weniger wichtigen Bestandteile" eines Produktes, z. B: Schrauben
  bei der Herstellung von Möbeln)
- Betriebsstoffe (für Stoffe, die nicht in das Produkt eingehen, z. B. Schmiermittel,
  Energie und Reinigungsmittel)

Beim Einsatz dieser Materialien in der Fertigung spricht man vom "Verbrauch von ……
…z. B. Rohstoffen"


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Beim Verkauf von Produkten nennt man das Konto i. d. R. "Umsatzerlöse".

Da aber auch Produktionsbetriebe häufig Gegenstände kaufen, die Sie unverarbeitet
weiterverkaufen - z. B. Zusatzteile, Waren die, die Angebotspalette erweitern oder
Ersatzteile - richtet man die Konten "Bestand an Handelsware" und beim Einsatz /
Verkauf das Konto "Verbrauch von Handelsware bzw. Einsatz von Handelsware" ein.




Bitte beachten Sie, dass auch in Handelsbetrieben und vor allem in
Dienstleistungsbetrieben immer häufiger die Kontenbezeichnungen
aus der Industrie – soweit möglich – verwandt werden.
Zum Teil wird dies sogar bei IHK-Berufsabschluss-Prüfungen verlangt.




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                  1. Systematik des Rechnungswesen


Beginnen wir aber einfach mit der Systematisierung


Die "Buchführung" ist ein Bestandteil des Rechnungswesens.



                             Betriebliches
                           Rechnungswesen




Externes               Internes           Internes                   Internes
Rechnungs-             Rechnungs-         Rechnungs-                 Rechnungs-
wesen                  wesen              wesen                      wesen




Geschäfts- oder        Kosten- und            Statistik               Planungs-
 Finanzbuch-            Leistungs-                                    rechnung
    haltung             rechnung                                     Budjetierung




       Kosten-                 Kosten-                Kosten-
       arten-                  stellen-               träger-
       rech-                   rech-                  rech-
       nung                    nung                   nung




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Bereiche des Rechnungswesens


Das Rechnungswesen besteht aus folgenden Bereichen:

Buchhaltung

      zählt zum externen Rechnungswesen (gesetzlich komplett reguliert)
      die Höhe sowie die Veränderung von Vermögen / Schulden werden erfasst
      dokumentiert alle Geschäftsfälle
      liefert das Zahlenmaterial für alle anderen Bereiche des Rechnungswesen

Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

      zählt zum internen Rechnungswesen
      überwacht die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens
      ermittelt das Betriebsergebnis

Statistik

      Aufarbeitung der ermittelten Zahlen (z. B. mittels Grafiken / Tabellen)
      vergleicht Zahlen mit vergangen Perioden (Zeitvergleich)
      vergleicht Zahlen mit den Zahlen anderen Unternehmen (Branchenvergleich)

Planungswesen

      Planungsrechnung für zukünftige Entwicklung / Strategie des Unternehmens
      bezieht Zahlen aus der Finanzbuchhaltung, KLR und der der Statistik




Aufgaben Rechnungswesen


Das Rechnungswesen übernimmt in einem Betrieb folgende Aufgaben:

    Dokumentation: Aufzeichnung aller Geschäftsfalle anhand von Belegen.
    Bereitstellung von Information: Bereitstellung von Informationen gegenüber der
      Finanzbehörde, Erstellung eines Jahresabschlusses.
    Kontrollfunktion: Überwachung der Wirtschaftlichkeit, Überwachung der
      Liquidität.
    Dispositionsaufgabe: Aufarbeitung von den ermittelten Zahlen um eine
      Grundlage für unternehmerische Entscheidungen zu schaffen.




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                    2. Grundlagen der Buchführung


Buchführung bezeichnet die in Zahlenwerten vorgenommene planmäßige,
lückenlose, zeitliche und sachlich geordnete Aufzeichnung aller
Geschäftsvorgänge in einer Unternehmung auf Grund von Belegen. Sie ist
das zahlenmäßige Spiegelbild einer Unternehmung und wichtige
Informationsquelle für den Unternehmer und dient außerdem dazu, den
gesetzlich fixierten Informationsanforderungen von Behörden
nachzukommen.



Abgrenzung des Begriffs

Zweckmäßig ist eine Differenzierung des Oberbegriffs „Buchführung“ in das

      Externe Rechnungswesen,(die Finanz- und Geschäftsbuchführung),
        aus der ein Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung)
        entwickelt wird und das
      Interne Rechnungswesen (die Betriebsbuchführung auch Kosten- und
        Leistungsrechnung genannt), die der innerbetrieblichen
        Kostenerfassung sowie der Selbstkostenrechnung (Preiskalkulation)
        dient.

Aus Vereinfachungsgründen wir im nachfolgenden für die Geschäfts- und
Finanzbuchführung häufig auch nur der Begriff "Buchführung" verwandt.

Als Synonym für „Buchführung“ wird oft auch der Begriff "Buchhaltung" verwendet. Das ist nicht
immer zweckmäßig, da

      in Gesetzen zumeist der Begriff „Buchführung“ verwendet wird,
      in der Praxis häufig unter „Buchhaltung“ nur die Organisationseinheit eines Unternehmens
        verstanden wird, in der die Buchführung durchgeführt wird.




Das Skript erläutert die Finanzbuchführung und speziell die Methodik der doppelten
Buchführung. Dies ist die in der Privatwirtschaft allgemein üblich und für Kaufleute auch
die gesetzlich vorgeschriebene Methode, ordnungsgemäß Bücher zu führen. Nur
bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel Kleingewerbetreibende können ihre
Geschäfte nach der einfacheren Einnahmenüberschussrechnung abrechnen.




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In der öffentlichen Verwaltung findet seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine Ergänzung
der Kameralistik um Elemente der doppelten Buchführung statt. Man nennt diese
Methode in diesem Bereich "Doppik".

Ziele und Aufgabenbereiche der Buchführung
      Jederzeitiger Überblick über die Vermögenslage und den
        Schuldenstand des Unternehmens. Mindestens einmal im Jahr sind
        Vermögenslage und Schuldenstand in der Bilanz zu dokumentieren
        und mit einem Inventar nachzuweisen.
      Feststellung und systematisch geordnete Aufzeichnung aller Vorgänge,
        die Vermögenswerte und Schulden verändern.
      Erfolgsermittlung durch Gegenüberstellung von Ertrag und Aufwand.
        Diese erfolgt mindestens einmal im Jahr in der Gewinn- und
        Verlustrechnung.
      Bereitstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, auf deren
        Grundlage die Finanzbehörden die Besteuerung des Unternehmens
        vornehmen, sowie weiterer Informationen für Behörden, Gerichte,
        Banken oder andere externe Adressaten in der vorgeschriebenen
        Form.

Adressaten von Ergebnissen aus der Buchführung
Unternehmensinterne Adressaten:

    Der Unternehmer selbst: Er kann nicht alle Transaktionen im Kopf behalten. Für seine
      kaufmännischen Entscheidungen benötigt er ständigen Überblick und Übersicht.
    Am Unternehmen beteiligte Kapitalgeber: Viele Unternehmen sind in Form einer
      Gesellschaft organisiert. Beteiligte Gesellschafter fordern – ständig oder mindestens
      periodisch – aussagefähige, überprüfbare Informationen über die Lage des
      Unternehmens.
    Arbeitnehmer und ihre Vertretungen

Externe Adressaten:

      Externe Kapitalgeber, insbesondere Banken
      Gläubiger
      Finanzamt
      Öffentlichkeit

Werden von verschiedenen Adressaten unterschiedliche Standards für die Berichterstattung aus
der Finanzbuchführung (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung u. a.)
verlangt, erfordert dies u. U. eine parallele Buchführung.




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Pflicht zur Buchführung
Neben dem Eigeninteresse des Unternehmers gibt es gesetzliche Vorschriften, in denen die
Pflicht zur Buchführung festgeschrieben ist. Für Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen
sind, gelten die Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches:

Buchführungspflicht nach Handelsrecht:

       „Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine
       Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen
       ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.“ – § 238 HGB

Darüber hinaus müssen Gewerbetreibende auch ohne Handelsregistereintrag die
steuerlichen Bestimmungen der Abgabenordnung beachten:

Buchführungspflicht nach Steuerrecht

       „Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und
       Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind,
       hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch
       für die Besteuerung zu erfüllen.

       Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die nach den
       Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb Umsätze
       einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr.
       8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes,

           von mehr als 350.000 Euro ab 1. Januar 2007 500.000 Euro im
              Kalenderjahr oder
           selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem
              Wirtschaftswert von mehr als 25.000 Euro oder
           einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 30.000 Euro (für
             Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen: 50.000 Euro) im
             Wirtschaftsjahr oder
           einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 30.000 Euro (für
             Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen: 50.000 Euro) im
             Kalenderjahr gehabt haben,

       sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund
       jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine
       Buchführungspflicht nicht aus anderen Gesetzen ergibt (sog. derivative
       Buchführungspflicht).“

Beschaffenheit der Buchführung
Der § 238 HGB legt fest:

       „Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen
       Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle
       und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle
       müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.“




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Ein „sachverständiger Dritter“ kann ein Finanzbeamter sein, der im Rahmen einer Außenprüfung
die Buchführung kontrolliert. Sachverständiger Dritter kann aber auch ein Familienangehöriger
oder Geldgeber sein, der sich anhand der Geschäftsbücher davon überzeugen will, dass sein
Geld gut angelegt ist.

In der Abgabenordnung werden auch diese Bestimmungen aus steuerlicher Sicht ergänzt. Falls
die Buchführung nicht den Anforderungen entspricht, z. B. weil Unterlagen fehlen, kann nach §
162 die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GOB)
Diese Grundsätze sind in verschiedenen gesetzlichen Vorschriften enthalten, ergeben sich aber
insgesamt aus der bewährten kaufmännischen Praxis. Sie lassen sich in den zwei
Grundprinzipien „Wahrheit“ und „Klarheit“ zusammenfassen.

    Wahrheit in der Buchführung bedeutet, dass alles so gebucht werden muss, wie es
      wirklich vorgefallen ist. Scheinbuchungen über Vorgänge, die nicht tatsächlich
      stattgefunden haben, sind verbotene Fälschungen.
    Klarheit bedeutet, dass alles übersichtlich, eindeutig, lesbar, nachvollziehbar und
      geschützt vor Fälschungen sein muss.

Belegpflicht

Eine sich aus der Forderung nach Wahrheit und Klarheit zwingend ableitende Regel lautet, dass
keine Buchung erfolgen darf, ohne dass ein Beleg vorliegt. Wenn der Beleg nicht aus dem
Geschäftsvorfall direkt entsteht (zum Beispiel Eingangsrechnung, Quittung), ist ein Eigenbeleg
anzufertigen (Kopie der Ausgangsrechnung, Lohnbeleg, Materialentnahmeschein,
Abschreibungsbeleg, ...). Bei der Anfertigung von Eigenbelegen ist von vornherein zu bedenken,
dass sie jeder Revision standhalten müssen, besonders auch vor dem Finanzamt. Für
Buchführungsunterlagen bestehen Aufbewahrungspflichten (in der Regel 6 oder 10 Jahre).

      Jeder Geschäftsvorfall ist in einem Beleg zu erfassen.
      Die Belege sind zeitnah zu erfassen.
      Die Geschäftsvorfälle sind zu systematisieren.

Buchungsgrundsätze

Die Buchungen und Aufzeichnungen müssen

      vollständig,
      richtig,
      zeitgerecht,
      geordnet und
      verständlich sein.

Elektronische Dokumente müssen nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger DV-gestützter
Buchführungssysteme behandelt und archiviert werden. Besondere Bedeutung haben die GOB
bei der Bilanzierung. Das Handelsgesetzbuch enthält eine Reihe von speziellen Bestimmungen,
die hierbei zu berücksichtigen sind.

Weitere Ausführungen siehe Anlage 1
Besonders wichtig für das Studium zum/zur "Fachwirt/-in"




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Doppelte Buchführung - Grundlagen
Die doppelte Buchführung – auch kaufmännische Buchführung genannt – ist die in der privaten
Wirtschaft vorherrschende Art der Finanzbuchhaltung. Man spricht von „doppelter“ Buchführung,
weil jeder Geschäftsvorgang in zweifacher Weise erfasst wird. In einem Buchungssatz wird
grundsätzlich Soll an Haben gebucht und damit jeder Geschäftsvorfall doppelt erfasst, jedoch auf
verschiedenen Konten. Gebucht wird jeweils genau der gleiche Wert im Soll und im Haben.

Eine andere Auslegung des Begriffs „Doppelte Buchführung“ sieht die Duplizität darin, dass der
Erfolg eines Unternehmens auf zweifache Art nachgewiesen werden kann:

    durch den Vergleich des Eigenkapitals des aktuellen Jahres mit dem des Vorjahres in der
      jeweiligen Bilanz.
    durch den Vergleich der Aufwendungen und Erträge des aktuellen Jahres in der Gewinn-
      und Verlustrechnung

Nach einer dritten Auslegung wird der Begriff von den beiden Büchern abgeleitet, in
denen jeder Geschäftsvorfall erfasst wird. Das Grundbuch (Journal,
Sozialversicherungen: Zeitbuch) hält die Buchungen in zeitlicher Folge fest, im Hauptbuch
(Kontenblätter, Sozialversicherungen: Sachbuch) erfolgt eine sachliche Zuordnung durch
das Buchen in Konten.




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                                         3. Inventur


Jeder Kaufmann ist verpflichtet mindestens einmal im Jahr alle seine Vermögens- und
Schuldenwerte detailliert zu erfassen und mit den evt. Buchmäßig erfassten Werten
abzustimmen.

Die Tätigkeit nennt man Inventur, das Verzeichnis Inventar.

Auch beim Inventar fallen die Informationserfordernisse des Unternehmers mit denen äußerer
Interessenten zusammen. Der Gläubigerschutz gebietet dem mit Fremdmitteln arbeitenden
Kaufmann, dass er sein Vermögen und seine Schulden genau beziffert. Er darf in die
Bilanzpositionen nicht einfach irgendwelche geschätzten Werte eintragen. Jeder Wert muss durch
das Inventar belegbar sein.

Daher wird ihm in § 240 HGB die Pflicht zur Aufstellung eines Inventars auferlegt:

       „Jeder Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes seine Grundstücke,
       seine Forderungen und Schulden, den Betrag seines baren Geldes sowie seine
       sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der
       einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben.“

Inventurmethoden:
   körperlich (= Zählen/Messen/Wiegen aller Vermögensgegenstände -> bewegliche,
     unbewegliche Güter, vorhandenes Geld). Die Menge wird in Inventurlisten erfasst. Mengen
     werden am Ende in Werte umgerechnet
   buchmäßig (= Inventur erfolgt anhand von Aufzeichnungen, Beispiele: Geldbestände von
     der Bank, Forderungen oder Verbindlichkeiten -> sind am Stichtag zu protokollieren)

Inventurarten:

Stichtagsinventur:
Das gesamte Vermögen und die Schulden werden i. d. R. zum Ende am Ende des
Kalenderjahres erfasst.

Verlegte Inventur:
Es handelt sich auch um eine Inventur zu einem bestimmten Termin, Allerdings liegt der Termin
maximal 3 Monate vor bzw. 2 Monate nach dem Kalenderjahresende.

Permanente Inventur:
Da der Gesetzgeber nicht vorschreibt, dass gesamt Vermögen/die gesamten Schulden am gleichen Tag
gezählt , gemessen, gewogen oder anderweitig erfasst erden muss, verteilt man heute die Inventur auf
"ruhige" Zeiten und erfasst auch nicht alle Werte an einem Tag.

Dies ist aber nur statthaft, wenn alle Zugänge und Abgänge der Vermögens- und Schuldenwerte im
Laufe des Jahres permanent, d. h. laufend erfasst werden, z. B. über Lagerkarten, Artikellisten,
Anlagespiegel. Dies geschieht durch Karteien oder EDV-Dateien.
In diesem Fall kann man den bilanznotwendige Werte am Kalenderjahresende aus den Dateien entnehmen.
Fazit: Es muss sichergestellt sein, dass einmal im Jahr der Soll- mit dem Istbestand verglichen wird.




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                                       4. Inventar


Das Ergebnis einer Inventur ist das Inventar. Ein Inventar ist zum Beispiel gegliedert in
folgende Positionen:

     Vermögensgegenstände
     Schulden
     Reinvermögen

Die Vermögensgegenstände werden im Inventar nach ihrer Liquidierbarkeit eingeteilt

Anlagevermögen (soll dem Geschäftsbetrieb langfristig dienen und verbleibt somit für
längere Zeit im Unternehmen. beispielsweise: Grundstücke, Gebäude, Maschinen und

Umlaufvermögen unterteilt (bleibt in der Regel nur kurzzeitig im Unternehmen. Zum
Umlaufvermögen zählen beispielsweise: Vorräte, Material, Forderungen, Bankguthaben,
Barkasse)



Aus der Differenz zwischen den Vermögensgegenständen und
Schulden errechnet sich das Eigenkapital.



Siehe nachstehendes Beispiel:




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                             Von der Inventur bis Bilanz



                                        Inventur bis Bilanz
                                                 Inventar zum ...
                                                  Inventar zum ...                 Bilanz zum ...
                                                                                   Bilanz zum ...


                                              A. Vermögen                 Aktiva             Passiva

                                              I. Anlagevermögen               AV
                                                                              AV             EK
                                                                                             EK

                                              II. Umlaufvermögen              UV
                                                                              UV             FK
                                                                                             FK

                                              B. Schulden Fremdk.
                           Bilanzstichtag
    Geschäftsjahr                             I. Langfristige Schulden

                                              II. Kurzfristige Schulden


                    - 10    + 10              C. Saldo / Eigenk./
                                              Reinvermögen

                                                                                       BILANZ
                                                                                       BILANZ
                    INVENTUR
                     INVENTUR                        INVENTAR
                                                      INVENTAR




      BAW-Akademie                          Buchführung System - 03/11                                 3




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                                         5. Bilanz


Die Bilanz ist die stichtagsbezogene gekürzte Gegenüberstellung der
Vermögenswerte – der Aktiva – einerseits und der Finanzierung (der
Schulden) – der Passiva – andererseits – basierend auf dem Inventar.

Aktiva sind solche Vermögensformen, die ein Unternehmen „aktiv“
einsetzen kann, unabhängig davon, ob diese selbst finanziert wurden
oder nicht. Die Passivseite zeigt die Finanzierung, also die Herkunft des
Kapitals.
Wie Sie aus dem nachstehenden Beispiel ersehen können, besteht die Bilanz (ital. die Waage)
aus einer Gegenüberstellung von Vermögen und Schulden.

Das Eigenkapital stellt dabei keinen Vermögenswert dar, sondern ist nur die
rechnerische Differenz zwischen Vermögen und Schulden um die Bilanz (Waage)
auszugleichen. (Ob eine Firma Ihre Rechnungen bezahlen kann stelle ich über die
Konten Bank; Kasse und u. U: Forderungen fest).

Ein Buchführungszyklus (in der Regel 1 Jahr) beginnt normaler Weise mit der Eröffnungsbilanz
am 01.01. eines Jahres.

Diese Eröffnungsbilanz ist identisch mit der Schlussbilanz des Vorjahres und ergibt sich
aus dem Inventar (dem genauen Verzeichnis aller Vermögens- und Schuldenwerte eines
Unternehmens).



                         Aussage der beiden Seiten der Bilanz


                        Aktiva                                 Passiva


         * Formen des Vermögens                 * Herkunft, Quellen der Finanzierung


         * Wie wurde investiert?                * Wie wurde finanziert?


         * Wie wurden die Mittel eingesetzt? * Woher stammen die Mittel?



Sie könnte für einen bereits bestehenden Fertigungsbetrieb wir folgt aussehen:




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Wie bereits geschrieben stehen die Vermögenswerte auf der linken Seite der Bilanz
(Aktivseite), man nennt sie deshalb auch Aktivkonten – die Schuldenwerte und das
Eigenkapital stehen auf der rechten Seite der Bilanz (Passivseite), man nennt sie deshalb
Passivkonten. Aktiv- und Passivkonten zusammen sind die Bestandskonten.

Die Vermögenskonten kann man unterteilen in Anlagevermögen, welches dem Betrieb
langfristig dienen soll (in unserem Bespiel die Positionen Grundstücke bis
Geschäftsausstattung) und dem Umlaufvermögen, welches dem Betrieb kurzfristig zur
Verfügung steht .

Früher war die Detailliertheit der Bilanz dem Kaufmann überlassen - es hatte sich eine Art
allgemeiner, gesellschaftlicher Übereinkunft herausgebildet. Jetzt wird auch das in § 266 (2) HGB
gesetzlich geregelt. Die dort enthaltene Bilanzgliederung ist zwar nur für große und mittelgroße
Kapitalgesellschaften und bestimmte Personengesellschaften (§ 264a HGB) vorgeschrieben. In
der Praxis hat sich diese Gliederung aber für alle Personengesellschaften und Einzelunternehmen
durchgesetzt, wobei häufig die Positionen noch weiter komprimiert werden.




Bilanzgliederung
Beide Seiten der Bilanz sind sortiert, und zwar:

    die Aktivseite absteigend nach „Flüssigkeit“ (Liquidität): Vermögenswerte, die sich am
      schwersten in Bargeld verwandeln lassen (z. B. Grundstücke) stehen oben, die dem Geld
      am nächsten stehenden Vermögenswerte (Kassenbestand, Bankguthaben) unten.
    Die Passivseite absteigend nach „Fälligkeit“: Oben die Finanzierungsquellen, die dem
      Unternehmen längerfristig zur Verfügung stehen, unten die kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Siehe auch Anlage 2




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                  6. Auflösung der Bilanz in Konten


Das Konto in der Buchführung dient dazu, aus der Bilanz als Momentaufnahme eine
dynamische Darstellung der Geschäftsfälle zu entwickeln.

Da sich die Zahlen der Bilanzpositionen aber täglich verändern, ist die Bilanz nur am
Bilanzstichtag (in der Regel am 01.01.) aktuell. Im Laufe des Jahres müssen aber auch
alle Geschäftsvorfälle erfasst werden, die Vermögens- bzw. Schuldenveränderungen,
Zahlungseingänge und –ausgänge, Gewinn und Verlust u.s.w. betreffen.

Zu diesem Zweck richtet man Konten ein. Auf diesen Konten erfasst man die
entsprechenden geschäftlichen Buchungsvorgänge, z. B. Zahlungen, Warenein-
und –verkäufe und Anschaffungen. (siehe nachstehende Kapitel)

Ein Konto ist eine Tabelle mit zwei Spalten: Einer Soll- (S) und einer Habenseite (H).

       „Soll“ ist immer links, „Haben“ ist immer rechts:

                   Soll                                 Haben




Früher, als die Konten noch in gebundenen Büchern geführt wurden, verwendete man zur
Kontendarstellung das so genannte T-Konto. Die Darstellung ähnelt dem Buchstaben T.
Heute hat das Konto ein anderes Aussehen, aber immer noch die Darstellung mit Soll
und Haben.

Die Wörter „Soll“ und „Haben“ sind dabei ohne inhaltliche Bedeutung
und historisch bedingt! Es geht also nicht um „etwas haben“ oder „etwas, das sein soll“.
Besonders der Begriff „Haben“ wird oft falsch verstanden. Er bedeutet nicht „Besitzen“.
Tatsächlich ist er aus der Funktion des Lieferantenkontos zu erklären. Auf der rechten
Seite dieses Kontos wurde nach dem Prinzip „Wir HABEN zu bezahlen!“ der
entsprechende Geldbetrag eingetragen. Auf der linken Seite des Kundenkontos wurde
eingetragen „Der Kunde SOLL bezahlen!“ – deshalb also „Soll“ als linke Seite eines
Kontos.


Beispiel - Bilanz in Konten auflösen

Soviel zur Theorie. Wie immer wird es sehr viel verständlicher, wenn man sich einfach
mal ein Beispiel anschaut.

Die Eröffnungsbilanz der Firma "Baumaschinen GmbH" soll in Konten aufgelöst werden:




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                                                                                       Die

Bilanzpositionen der Aktiv-Seite werden auf der Soll-Seite des Kontos eingetragen, die Positionen
der Passiv-Seite entsprechend auf der Haben-Seite.

Die Werte aus der Bilanz werden also übernommen und bilden nun in den Konten die
Anfangsbestände. Der AB vom Konto "Kasse" beträgt also 6.000 Euro.

Dabei entstehen Aktiv und Passivkonten. Aus dem obigen Beispiel ist das Konto "Kasse"
demnach ein Aktivkonto, das Konto "Eigenkapital" ein Passivkonto.


Allgemein gesagt:

     Aktivkonten (z. B. Maschinen, Kasse, Bank) gehen aus der Aktivseite der Bilanz
        hervor
     Passivkonten (z. B. Eigenkapital, kurzfr. Verb., langfr. Verb.) gehen aus der
        Passivseite der Bilanz hervor




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                           7. Konten / Kontenarten

Es gibt in der Buchführung in der Hauptsache nur zwei Arten von
Konten, dies sind:

- Bestandkonten, man nennt Sie auch Bilanzkonten, weil Sie in der Bilanz aufgeführt
sind. Es handelt sich um Vermögens- und um Schuldenkonten. Wie nachstehend
erläutert spricht man von Aktivkonten (Vermögen) bzw. Passivkonten (Schulden).

-Erfolgskonten: Sie verändern den Gewinn und damit die Steuerbelastung des
Unternehmens. Es handelt sich um Unterkonten des Konto "Eigenkapital"

Siehe nachstehende schematische Darstellung.




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 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   21
                            7.1 Bestandskonten
Bestandskonten nehmen Bestände an Gütern, Geld aber auch Schulden auf, also
erfolgsneutrale Zustände (d. h. es entsteht kein Gewinn oder Verlust).
Man nennt sie auch "Bilanzkonten", weil sie i. d. R. in der Bilanz stehen.


   a) aktive Bestandskonten halten das Vermögen fest. Alle finanziellen Mittel, die
      einem Unternehmen zur Verfügung stehen, sind in einer bestimmten Form
      vorhanden: Z. B. als Grundstücke, Maschinen, Vorräte und Bargeld, aber auch als
      Forderungen oder immaterielle Vermögensgegenstände wie Lizenzen. Auf den
      Aktivkonten wird also die Kapitalverwendung aufgezeichnet. Die Zugänge werden
      im Soll, die Abgänge im Haben gebucht.

   b) passive Bestandskonten erfassen die Verbindlichkeiten oder „Schulden“. Das
      Vermögen eines Unternehmens wird aus Mitteln der Eigentümer und Gläubiger
      gebildet: Z. B. der Gesellschafter, Aktionäre, Banken oder Lieferanten. Die
      Passivkonten zeichnen also die Herkunft des Eigen- und des Fremdkapitals auf.
      Die Zugänge werden im Haben, die Abgänge im Soll gebucht.

Zu beachten ist, dass im Rahmen der doppelten Buchführung alle Werte auf mindestens
2 Konten erfasst werden müssen, und zwar muss im Soll (linke Seite) eines Kontos und
der gleiche Betrag im Haben (rechte Seite) eines anderen Kontos vermerkt (gebucht)
werden. Der Soll- bzw. der Habenbetrag kann sich auch auf mehrere Konten aufteilen.


Bei der Einrichtung eines Kontos und den Buchungen auf einem Konto gelten für die
Bestandskonten (Aktiv- bzw. Passivkonten der Bilanz) folgende Regeln:

Für Bestandskonten gilt:

  Aktivkonten:     Anfangbestände kommen auf die                             Sollseite
                   Zugänge (z. B. Einkäufe od. Einzahlungen) kommen auf die  Sollseite
                   Abgänge (z. B. Verkäufe und Auszahlungen) kommen auf die Habenseite

  Passivkonten: Anfangbestände kommen auf die                                        Habenseite
                Zugänge (z. B. Mehrungen) kommen auf die                             Habenseite
                Abgänge (z. B. Minderungen) kommen auf die                             Sollseite

Nach Abschluss aller Buchungen schließt man diese Konten ab und erstellt die
neue Schlussbilanz. Dies muss jährlich erfolgen, kann aber auch monatlich,
vierteljährlich, halbjährlich oder zu jedem anderen beliebigen Zeitpunkt erfolgen.

Solange man nur auf den o. a. Bestandskonten bucht spielen die
Begriffe „Gewinne“ oder „Verluste“ keine Rolle. Man spricht von
erfolgsneutralen Buchungen. Dies liegt daran, dass bei Buchungen auf
den Bestandskonten nur Vermögenswerte bzw. Schulden
umgeschichtet. werden.

Das sich als Differenz zwischen Vermögen und Schulden ergebende
Eigenkapital bleibt unverändert.
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                          Buchen auf Bestandskonten

                                   AKTIVA
                                   AKTIVA         Bilanz zum ...
                                                  Bilanz zum ...        PASSIVA
                                                                        PASSIVA

                                          AV
                                          AV                         EK
                                                                     EK

                                          UV
                                          UV                         FK
                                                                     FK


                    Aktive Bestandskonten
                    Aktive Bestandskonten                      Passive Bestandskonten
                                                               Passive Bestandskonten


                    S           Konto …           H            S            Konto …             H

                        Anfangs-      Abgänge                    Abgänge              Anfangs-
                        bestand                                                       bestand
                                       Schluss-                  Schluss-
                    Zugänge            bestand                   bestand              Zugänge

                    Summe                   Summe              Summe                    Summe




     BAW-Akademie                         Buchführung System - 03/11                                                  11




                                Abschluss der Bestandskonten (2)

                         S                     Verbindl. aLuL                            H
         3
                         Bank                4.000          AB                    10.000

                         SB                  6.000
                                                                                                        1

                         Summe              10.000          Summe                10.000


                                                        2



                                                                    4


                          S                   Schlussbilanzkonto SBK                                H


                          Bankguthaben                46.000       Verbindl. aLuL               6.000


             BAW-Akademie                             Buchführung System - 03/11                                            19




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Erfolgsneutrale Buchungen: (nur Buchungen auf Bestands-/Bilanzkonten):

Man unterscheidet vier Grundsituationen:

Aktivtausch:

Bei dem Buchungstypen Aktivtausch nimmt ein Aktivposten zu, ein anderer Aktivposten
nimmt ab. Die Bilanzsumme wird hierbei weder minimiert noch maximiert.

Beispiel: Ein Kunde kauft Handelsware und bezahlt diese mit Bargeld. Die betroffenen
Konten sind Handelswaren und die Kasse. Bei beiden Konten handelt es sich um
Aktivkonten. Die Handelsware wird weniger, in die Kasse fließt das Bargeld, diese wird
also mehr. Auf der Aktiv-Seite wird also ein Wert zwischen zwei Positionen getauscht.

Passivtausch:

Der Passivtausch ist das Pendant zum Aktivtausch: Ein Posten auf der Passivseite
nimmt zu, ein anderer nimmt ab. Die Bilanzsumme bleibt dabei gleich.

 Beispiel: Ein Unternehmen hat Verbindlichkeiten gegenüber einen Lieferanten.
Verbindlichkeiten sind kurzfristige Schulden. Wenn er diese Verbindlichkeiten in ein
langfristiges Darlehen umwandelt, findet ein Passiv-Tausch statt. Die Schulden werden
einfach nur auf eine andere Position der Passiv-Seite umgelagert.

Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanzverlängerung)

Bei einer Aktiv-Passiv-Mehrung erhöht sich die Bilanzsumme - es findet also ein
Wertezuwachs statt. Dabei nimmt sowohl eine Aktivposition als auch eine Passivposition
an Wert zu.

Beispiel: Ein Unternehmen kauft Waren auf Ziel. Beteiligt ist das Aktiv-Konto "Waren"
und das "Passiv-Konto" Verbindlichkeiten". (etwas "auf Ziel" kaufen bedeutet immer, dass
die Zahlung später erfolgt und erstmal Schulden, also Verbindlichkeiten entstehen). Durch
den Kauf von Waren vermehrt sich natürlich das Konto "Waren" - aber auch der Wert des
Kontos "Verbindlichkeiten" wird größer, da durch den Kauf ja auch die Schulden größer
werden.

Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanzverkürzung):

Bei einer Aktiv-Passiv-Minderung vermindert sich die Bilanzsumme - es fließt also
Kapital aus dem Unternehmen. Dabei nimmt sowohl eine Aktivposition als auch eine
Passivposition an Wert ab.

Beispiel: Ein Unternehmen hat ein Darlehen aufgenommen und zahlt dieses per
Banküberweisung an den Gläubiger zurück. Betroffen ist einerseits das Passiv-Konto
"Darlehen" und andererseits das Aktiv-Konto "Bank". Durch die Überweisung werden die
Darlehens-Schulden gemindert, das Konto Darlehen verliert also an Wert. Natürlich
mindert sich durch die Überweisung aber auch das Guthaben auf dem Bankkonto.




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               Ausgangsbilanz der nächsten Schaubilder:




      Bürotechnik                                                      Eigenkapital
   30.000,00 EUR                                                     30.000,00 EUR
        Rohstoffe                                                    Lfr. Verbindlichk.
   20.000,00 EUR                                                     30.000,00 EUR
    Flüssige Mittel                                                  Kfr. Verbindlichk.
   20.000,00 EUR                                                     10.000,00 EUR

           70.000,00                                                        70.000,00




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                        Bilanzveränderungen:    Aktiv-Tausch: Beispiel
   Die VWT kauft im MediaShop einen Computer für 1.600,00 EUR und bezahlt diesen
   mit Bankscheck. Welche Wirkungen hat dies auf die Bilanz?




          Bürotechnik                                                   Eigenkapital
        30.000,00 EUR
        31.600,00               + 1.600,00
                                 + 1.600,00                         30.000,00 EUR
           Rohstoffe                                                Lfr. Verbindlichk.
        20.000,00 EUR                                               30.000,00 EUR
         Flüssige Mittel
        20.000,00 EUR
        18.400,00
                                ./. 1.600,00
                                 ./. 1.600,00                       Kfr. Verbindlichk.
                                                                    10.000,00 EUR

             70.000,00                                                     70.000,00


 Es findet eine Vermögensumschichtung auf der Aktiv-Seite der Bilanz statt. Typisch für
 Investitionen. Die Bilanzsumme von 70.000,00 EUR ändert sich nicht!

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   Bilanzveränderungen:        Aktiv-Passiv-Minderung (Bilanzverkürzung)
  Die VWT bezahlt mit Banküberweisung eine Lieferantenrechnung in Höhe von
  3.000,00 EUR . Welche Wirkungen hat dies auf die Bilanz?



       Bürotechnik                                                           Eigenkapital
     31.600,00 EUR                                                         30.000,00 EUR

        Rohstoffe                                                         Lfr. Verbindlichk.
     20.000,00 EUR                                                         30.000,00 EUR
      Flüssige Mittel          ./. 3.000,00
                                ./. 3.000,00        ./. 3.000,00
                                                                          Kfr. Verbindlichk.
     15.400,00
     18.400,00 EUR                                   ./. 3.000,00          7.000,00
                                                                           9.000,00 EUR

          67.000,00                                                             67.000,00


  Der Bestand an flüssigen Mitteln vermindert sich, zugleich vermindern sich aber
  auch die kurzfristigen Schulden. Typisch für Bezahlung von Verbindlichkeiten.
  Die Bilanzsumme vermindert sich um den Betrag von 3.000,00 EUR auf
  nunmehr 71.000,00 EUR.
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    Bilanzveränderungen:     Aktiv-Passiv-Mehrung (Bilanzverlängerung)
  Die VWT kauft beim Lieferanten PCX GmbH Rohstoffe im Gesamtwert von
  4.000,00 EUR (ohne Beachtung der USt.) auf Ziel ein. Welche Wirkungen hat
  dies auf die Bilanz?



         Bürotechnik                                                   Eigenkapital
        31.600,00 EUR                                                30.000,00 EUR
          Rohstoffe
          Rohstoffe.
        24.000,00
        20.000,00 EUR
                              + 4.000,00
                               + 4.000,00
                                                                     Lfr. Verbindlichk.
                                                                     30.000,00 EUR
        Flüssige Mittel                                              Kfr. Verbindlichk.
        18.400,00 EUR
                                              + 4.000,00
                                               + 4.000,00             5.000,00 EUR
                                                                     14.000,00EUR

            74.000,00                                                      74.000,00

   Der Bestand an Rohstoffen erhöht sich, zugleich erhöhen sich aber auch die
   kurzfristigen Schulden. Typisch für Einkauf auf Ziel. Die Bilanzsumme erhöht
   sich um den Betrag von 4.000 EUR auf nunmehr 74.000,00 EUR.
     BAW-Akademie                Buchführung System - 03/11                                   14




                       Bilanzveränderungen:     Passiv-Tausch: Beispiel

    Die VWT erreicht durch Verhandlungen mit seiner Hausbank, dass 5.000,00
    EUR kurzfristige Schulden in langfristige Schulden umgewandelt werden.
    Welche Wirkungen hat dies auf die Bilanz?



            Bürotechnik                                                      Eigenkapital
          31.600,00 EUR                                                   30.000,00 EUR

             Rohstoffe
          20.000,00 EUR
                                                     + 5.000,00
                                                      + 5.000,00
                                                                          Lfr. Verbindlichk.
                                                                          35.000,00
                                                                          30.000,00 EUR
           Flüssige Mittel
          18.400,00 EUR                              ./. 5.000,00
                                                      ./. 5.000,00
                                                                          Kfr. Verbindlichk.
                                                                           5.000,00 EUR
                                                                          10.000,00EUR

               70.000,00                                                         70.000,00

    Es findet eine Umschichtung auf der Passiv-Seite der Bilanz statt. Typisch für
    Umschuldungen. Die Bilanzsumme von 70.000,00 EUR ändert sich nicht!
       BAW-Akademie                    Buchführung System - 03/11                                  15




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"     - Ein Skript der BAW-Schule          (Stand 05/11)             27
                                   Abschluss der Bestandskonten (1)

                         S                   Bankguthaben                              H
                                                                                                     3
                         AB              50.000           Verb.                    4.000

           1
                                                          SB                   46.000


                         Summe           50.000           Summe                50.000


                                                      2                                                   4




                         S                   Schlussbilanzkonto SBK                              H


                         Bankguthaben           46.000


          BAW-Akademie                           Buchführung System - 03/11                                               18




                                     Abschluss der Bestandskonten (2)

                              S                Verbindl. aLuL                        H
               3
                              Bank            4.000        AB                  10.000

                              SB              6.000
                                                                                                 1

                              Summe          10.000       Summe               10.000


                                                      2



                                                                    4


                              S               Schlussbilanzkonto SBK                         H


                              Bankguthaben        46.000          Verbindl. aLuL           6.000


                   BAW-Akademie                   Buchführung System - 03/11                                         19




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                         7.2 Das Eigenkapitalkonto


Das Eigenkapital ist in der Bilanz aufgeführt. Somit handelt es sich bei dem
Eigenkapitalkonto also um ein Bilanzkonto, dass i. d. R. auf der rechten Seite, also der
Passiv-Seite, gelistet ist. Somit ist auch das Eigenkapitalkonto ein Passiv-Konto.

Nun mag dies auf den ersten Blick verwirren, da per Definition die Bilanz ja die Differenz
zwischen Vermögensgegenständen (linke Seite) und Schulden (rechte Seite) ist. Die
Bezeichnung Eigenkapital assoziiert man eigentlich nicht mit dem Begriff Schulden, da es
nur die rechnerische Differenz ist. Doch in der Buchführungng ist das Eigenkapital
tatsächlich so definiert:

Das Eigenkapital sind Schulden, die das Unternehmen gegenüber den Eigentümern
/ Gesellschaftern hat.

Gemindert oder gemehrt wird das Eigenkapitalkonto durch folgenden Fälle:

     Ergebnisse der Privatkonten (z. B. durch neue Einlagen eines Gesellschafters)
     Ergebnis des GuV-Konto (Gewinn oder Verlust)




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)     29
                                  7.3 Erfolgskonten



Erfolgskonten sind "Unterkonten des Eigenkapitals“ - sie dienen zur
Gewinnermittlung.

Sie sind dann notwendig, wenn es zu keinen erfolgsneutralen
Buchungen kommt (siehe Kaptial: Aktivtausch, Passiv-Tausch, Aktiv-
/Passiv-Mehrung oder Aktiv-Passiv-Minderung), also nur "ein"
Bestandskonto angesprochen wird.

Es wird kein Vermögen geschaffen oder Schulden abbezahlt, sondern
z. B. eine Dienstleistung erworben (Raummiete, Personalkosten,
Werbungskosten). Dadurch mindert sich das Konto Eigenkapital, dass
ja nur die Differenz zwischen Vermögen und Schulden darstellt.

Zusammenfassung:

Solange man ausschließlich auf Bestandskonten bucht, wird kein
Gewinn/Verlust erzielt, also kein Erfolg.

Es erfolgt lediglich eine Vermögensumschichtung.

Erfolgswirksame Geschäftsfälle dagegen beeinflussen den Erfolg eines
Unternehmens. Als Erfolg wird der Gewinn oder Verlust bezeichnet

Diese erfolgswirksamen Geschäftsfälle könnten zwar theoretisch auf
dem Eigenkapitalkonto erfasst werden, müssen aber wegen der
besseren Übersicht auf Unterkonten - den Erfolgskonten (Aufwands
und Ertragskonten) erfasst werden.


Dazu schauen wir uns einfach mal einen Geschäftsfall an:

Zinsvergütung durch die Bank


   Buchungssatz:
   Bank 620 € an Zinserträge 620 €

Um welche Kotenarten handelt es sich hier?

    1. Zinserträge = Erfolgskonto
    2. Bank = Bestandskonto


 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   30
Der Buchungssatz zeigt, dass auf beiden angesprochenen Konten eine Mehrung
stattfindet (das Konto "Zinserträge" ist ein Erfolgskonto, Mehrung auf der Haben-Seite!)
Das Konto "Bank" geht als Bestandskonto bekanntlich in die Bilanz ein, das Konto
"Zinserträge" geht in die Gewinn- und Verlustrechnung ein, da es ja den Erfolg des
Unternehmens beeinflusst.




Merke: Erfolgswirksame Geschäftsfälle beeinflussen also immer den Erfolg eines
Unternehmens. Dabei muss bei der Buchung immer mindestens ein Erfolgskonto
betroffen sein.

Der Geschäftsfall "Kauf eines PKWs auf Ziel" wäre also demnach kein erfolgswirksamer
Geschäftsfall. Warum? Hier werden nur Bestandskonten angesprochen ("Fuhrpark" und
"Verbindlichkeiten"). Einen solchen Geschäftsfall bezeichnet man dann als
erfolgsunwirksam oder erfolgsneutral.

Jetzt fehlt noch eine entscheidende Unterteilung: Erfolgskonten werden danach
unterschieden, ob auf ihnen Erträge oder Aufwendungen verbucht werden.


Erfolgskonten erfassen die Aufwendungen und Erträge eines Unternehmens.

Man unterscheidet:

       Aufwandskonten: Alle Minderungen des betrieblichen Vermögens
         sind ein Aufwand. Aufwendungen können beispielsweise sein:
         Entnahme von Material aus dem Lager, Löhne, Gehälter

         Beispiel Aufwandskonto:
         Die Miete, die ein Unternehmen für Büroflächen zu zahlen hat, stellt einen
         Aufwand dar. Diese Miete würde demnach über das Konto "Aufwendungen für
         Miete" verbucht werden.


         Ertragskonten: Erträge führen zu einem Wertzuwachs im
         Unternehmen. Ein Ertrag kann zum Beispiel aus Verkaufserlösen
         resultieren.

         Beispiel Ertragskonto:
         Wenn ein Unternehmen Ware verkauft, nimmt es Geld ein. Dabei handelt es sich
         um Umsatzerlöse. Diese Umsatzerlöse würden dann über das Ertragskonto
         Umsatzerlöse verbucht werden



Es gibt für jede Aufwandsart und Ertragsart ein eigenes Erfolgskonto.


 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)     31
Für die Buchungen der Erfolgkonten gilt:

                        Aufwendungen werden im Soll
                          Erträge im Haben gebucht

Diese Grafik verdeutlicht auf welcher Seite des Kontos gebucht wird:




Alle Erfolgskonten werden zum Geschäftsjahresende über das GuV-Konto - das Gewinn
und Verlust Konto abgeschlossen.



Erfolgskonten abschließen


Auf den Erfolgskonten werden Aufwendungen und Erträge gebucht.


Die Bestandskonten über die Bilanz abgeschlossen, die Erfolgskonten werden
aber über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.



Vorgehensweise beim Abschluss der Erfolgskonten

    1. Bildung der Saldo von jedem Erfolgskonto
        (die Saldenbildung funktioniert wie bei den Bestandskonten)

    2. die Salden (Endbestände) werden in das "Gewinn- und Verlustkonto" übertragen



1. Saldobildung

Aufwandskonten
Bei Aufwandskonten werden Geschäftsfälle bekanntlich nur im Soll gebucht. Daher
entspricht der Saldo der Summe der Soll-Seite. Dieser Betrag wird dann auf die Haben-
Seite des Kontos übertragen. Das Konto ist nun ausgeglichen.




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Ertragskonten
Bei Ertragskonten werden Geschäftsfälle bekanntlich nur im Haben gebucht. Daher
entspricht der Saldo der Summe der Haben-Seite. Dieser Betrag wird dann auf die Soll-
Seite des Kontos übertragen. Das Konto ist nun ausgeglichen.




2. Abschluss über GuV



Nachdem zu jedem Aufwandskonto und jedem Ertragskonto der Saldo gebildet wurde,
werden diese in das GuV-Konto übertragen.




Wie man sieht, wird der Saldo eines Aufwandskonto auf die Soll-Seite des GuV-Kontos
gebucht. Der Saldo eines Ertragskontos wird auf die Haben-Seite des GuV-Kontos
gebucht.

Am Ende eines Geschäftsjahres bzw. einer Abrechnungsperiode werden also die
Erfolgskonten auf das GuV-Konto abgeschlossen.




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                7.4 Gewinn und Verlust-Konto (GuV)


In dem Guv-Konto(Gewinn und Verlust Konto) werden die Erfolgskonten abgeschlossen.

Auf der Soll Seite werden die Aufwandskonten verbucht, auf der Haben Seite die
Erfolgskonten. Das Guv-Konto wird auch oft als "Unterkonto des Eigenkapitals"
bezeichnet, denn es hat direkten Einfluss auf dieses Konto.

Das GuV-Konto wird über das Eigenkapital abgeschlossen

Wenn über das Geschäftsjahr die Aufwendungen größer waren als die Erträge -
vereinfacht gesagt: wenn mehr ausgegeben als eingenommen wurde - errechnet sich aus
dem Gewinn und Verlust Konto ein Verlust.

Wenn die Erträge größer sind als die Aufwendungen, ergibt sich aus dem GuV-Rechnung
ein Gewinn

Bei Verlust wird das Eigenkapital gemindert.
Bei einem Gewinn mehrt sich das Eigenkapital.


Das folgende Bild stellt das Guv-Konto dar:




Vorgehensweise beim Abschluss des GuV Kontos



Nachdem die Erfolgskonten über das GuV-Konto abgeschlossen wurden, muss
natürlich auch noch das GuV Konto abgeschlossen werden. Dieses wird über das
Eigenkapital - Konto abgeschlossen (deswegen nennt man es auch "Unterkonto
des Eigenkapitalkontos"). Wie üblich muss dazu aber erstmal der Saldo (=
Endbestand) gebildet werden.




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Saldo auf Soll oder Haben-Seite

Auf dem GuV-Konto werden Aufwendungen und Erträge eines Unternehmens gegenüber
gestellt. Es können zwei Fälle eintreten:

1. Die Aufwendungen waren höher als die Erträge (= Jahresfehlbetrag)

2. Die Erträge waren höher als die Aufwendungen (= Jahresüberschuss)

Demnach kann also ein Saldo auf der Soll oder auf der Haben-Seite des GuV-Kontos
entstehen.



Der Abschluss erfolgt in jedem Fall auf das Konto Eigenkapital.




1. Saldo auf der Soll-Seite




                               Abschluss Erfolgskonten
                                     mit Gewinn                                    SB der
   SB der
   Aufwandskonten                                                                  Ertragskonten

             S
             S                               GuV- Konto
                                             GuV- Konto                        H
                                                                               H
             Aufwendungen
             Aufwendungen
                z. B.. Telefonkosten, Miete, Lohn,
                z. B Telefonkosten, Miete, Lohn,
                                                             Erträge
                                                             Erträge
             Materialeinsatz (Rohstoffe) u.s.w.
             Materialeinsatz (Rohstoffe) u.s.w.
                                                          z. B. Umsatzerlöse
                          Gewinn
                                                          z. B. Umsatzerlöse
                          Gewinn



             S
             S                       Eigenkapitalkonto
                                     Eigenkapitalkonto                         H
                                                                               H

                                                     Anfangsbestand
                                                     Anfangsbestand
              Schlussbestand
              Schlussbestand

                                                        Gewinn
                                                        Gewinn



      BAW-Akademie                          Buchführung System - 03/11                               32




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2. Saldo auf der Haben-Seite




                               Abschluss Erfolgskonten
                                     bei Verlust                                   SB der
     SB der
     Aufwandskonten                                                                Ertragskonten

              S
              S                               GuV- Konto
                                              GuV- Konto                       H
                                                                               H

                      Aufwendungen
                      Aufwendungen                            Erträge
                                                              Erträge
                                                          z. B: Umsatzerlöse
                                                          z. B: Umsatzerlöse
              z. B. Telefonkosten, Miete, Lohn,
              z. B. Telefonkosten, Miete, Lohn,
              Materialeinsatz (Rohstoffe) u.s.w.
              Materialeinsatz (Rohstoffe) u.s.w.              Verlust
                                                              Verlust



              S
              S                       Eigenkapitalkonto
                                      Eigenkapitalkonto                        H
                                                                               H

                                                       Anfangsbestand
                                                       Anfangsbestand
                    Schlussbestand
                    Schlussbestand

                          Verlust
                          Verlust




       BAW-Akademie                          Buchführung System - 03/11                            33




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                7.5 Abschluss des Eigenkapitalkontos

Wiederholung:

Das Eigenkapital ist in der Bilanz aufgeführt. Somit handelt es sich bei dem Eigenkapitalkonto
also um ein Bilanzkonto, dass i. d. R. auf der rechten Seite, also der Passiv-Seite, gelistet ist.
Somit ist auch das Eigenkapitalkonto ein Passiv-Konto.

Nun mag dies auf den ersten Blick verwirren, da per Definition die Bilanz ja die
Gegenüberstellung von Vermögensgegenständen (linke Seite) und Schulden (rechte Seite) ist.
Die Bezeichnung Eigenkapital assoziiert man eigentlich nicht mit dem Begriff Schulden - doch in
der Buchführung ist das Eigenkapital tatsächlich so definiert:

Das Eigenkapital sind Schulden, die das Unternehmen gegenüber den Eigentümern /
Gesellschaftern hat.

Gemindert oder gemehrt wird das Eigenkapitalkonto durch folgenden Fälle:

     Ergebnisse der Privatkonten (z. B. durch neue Einlagen eines Gesellschafters)
     Ergebnis des GuV-Konto (Gewinn oder Verlust)




Vorgehensweise beim Abschluss des Eigenkapital-Kontos



Das GuV-Konto wurde über das Eigenkapital Konto abgeschlossen. Jetzt muss dieses
natürlich auch noch abgeschlossen werden. Da es sich bei dem Eigenkapitalkonto um
ein Bestandskonto handelt, wird dieses über die Bilanz abgeschlossen, denn:

    1. Eigenkapitalkonto ist ein Bestandskonto und damit
    2. Abschluss über die Bilanz



Das Eigenkapital-Konto wird also wie jedes andere Bestandskonto abgeschlossen.


Die Schritte einmal kurz zusammengefasst:

    1. GuV-Konto abschließen (vorher nie das Eigenkapital Konto abschliessen!)
    2. Saldo vom Eigenkapital-Konto bilden
    3. Saldo in die Bilanz übertragen




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Zur besseren Veranschaulichung wird der Vorgang hier grafisch dargestellt:




    1. Die 10.000 € kommen aus dem GuV-Konto (= Gewinn-Saldo vom GuV). Das
        Eigenkapital-Konto mehrt sich im Haben. Über das GuV-Konto wurde also ein
        Gewinn ermittelt.
    2.
    3. Vom Eigenkapital-Konto wird der Saldo gebildet und in die Bilanz übertragen




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                 7.6 Zusammenfassende Systematik
                       der Erfolgsbuchungen


Zusammenfassend kann man die Systematik von Erfolgsbuchungen bis zur
Schlussbilanz wie folgt darstellen:




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         8. Kontenplan und Bücher der Buchführung


Kontenplan


Die Konten sind in einer systematischen Reihenfolge angeordnet (Kontenplan). Die
modernen Systeme, die sich nach einem der empfohlenen Kontenrahmen richten,
entsprechen der Bilanzgliederung. Die Konten tragen Nummern, die sofort erkennen
lassen, wie sie in das Bilanzsystem eingeordnet sind.




"Bücher"
Jede Buchung wird in mindestens zwei "Büchern" festgehalten. Der Begriff „Buch“ stammt
aus der traditionellen Rechnungsführung, die mittels handschriftlicher Eintragung der
Werte in gebundenen Büchern erfolgte. Er wird jedoch auch heute noch für die
elektronischen Protokolle der Buchführungs-Daten verwendet. Die beiden wichtigsten
Bücher sind das Journal und das Hauptbuch. Sie werden stets getrennt voneinander
geführt, aber zusammen erstellt. Nur die einfachste Form der doppelten Buchführung, das
Amerikanische Journal, fasst beide Bücher in einer Tabelle zusammen.



Journal (Grundbuch)

Im Journal (übersetzt: Tagebuch) werden alle Geschäftsvorfälle chronologisch (zeitlich)
mit laufender Nummer, Datum, Betrag, Verweis auf den Beleg, Erläuterung und
Kontierung (Sollkonto, Habenkonto) erfasst. Die Funktion des Journals geht von
folgendem Prinzip aus: Alle Geschäftsfälle müssen sich sowohl chronologisch verfolgen
lassen als auch den einzelnen Bilanzpositionen zugeordnet werden können. Die
chronologische Ordnung wird dadurch gewährleistet, dass alle Geschäftsvorfälle
(Buchungssätze) dem Datum nach im Journal aufgezeichnet werden. Es ist das
Grundbuch der Buchführung. Gleichzeitig ist das Journal die Buchungsanweisung für die
Übertragung der Buchungen aus dem Grundbuch in das Hauptbuch und wird auch mit
ihm zusammen erstellt.

Eine Buchung erscheint sowohl im Journal als auch im Hauptbuch, d. h. auf den
Konten.




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Hauptbuch

Als Hauptbuch wird das Kontenwerk mit seiner sachlichen Untersetzung und Bewegung durch
Geschäftsfälle der einzelnen Bilanzpositionen bezeichnet. Im Hauptbuch (auch: Kontenblätter)
werden alle Buchungen des Grundbuchs auf den in den Buchungssätzen genannten Konten
eingetragen.

Die Konten werden am Anfang eines jeden Geschäftsjahres mit den Endbeständen des Vorjahres
(z. B. Bankbestand) eröffnet und mit Abschlussbuchungen zur Schlussbilanz zusammengeführt.
Durch die Aufzeichnungen im Hauptbuch wird also die sachliche Ordnung der einzelnen
Geschäftsvorfälle vorgenommen.

Es gilt auch hier: Eine Buchung erscheint sowohl im Journal als auch im Hauptbuch,
d. h. auf den Konten.

Nebenbücher

Des Weiteren gibt es diverse Nebenbücher, die bestimmte Hauptbuchkonten erläutern. Dazu
zählen z. B.

      das Kontokorrent- oder Geschäftsfreundebuch (enthält Verbindlichkeiten und Forderungen
        bei Lieferanten (Kreditoren) und Kunden (Debitoren))
      das Lagerbuch (enthält Zu- und Abgänge des Warenlagers)
      das Lohn- und Gehaltsbuch (enthält die Abrechnungen der Arbeitsentgelte)
      das Anlagebuch (enthält die Gegenstände des Anlagevermögens)
      das Bankbuch und das Kassenbuch (enthalten den Zahlungsmittelbestand)
      das Rechnungsausgangsbuch (enthält die Fakturierung)




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                             9. Der Buchungssatz


Der Buchungssatz ist die Arbeitsanweisung des Kontierenden an die
"Maschine" bestimmte Konten und bestimmte Seiten der Konten
"anzusprechen", d. h. dort zu buchen. Diese Entscheidung kann keine
EDV ersetzen

Für viele bleiben die Buchungssätze wohl für immer ein Mysterium - "Bank an Kasse",
"Verbindlichkeiten an Bank" - hä?! Aber das muss nicht sein! Hier wird versucht die Logik
eines Buchungssatzes möglichst einfach zu erklären. Dabei ist es ratsam, sich bereits
die Regeln der Buchführung durchgelesen zu haben.

Zuerst muss man sich merken, dass bei einem Buchungssatz immer gilt:


                                       SOLL AN HABEN


Außerdem sollte man sich in der Buchhaltung von der Vorstellung lösen, dass HABEN
etwas mit dem Verb "haben" zu tun hat.

Beispiel für die Bildung eines Buchungssatzes
Verdeutlichen wir uns einen Buchungssatz an einem Beispiel:


Ein Unternehmen kauft Waren auf Ziel. Dies ist ein typischer Geschäftsfall. Wenn man zu
diesem Geschäftsfall einen Buchungssatz bilden soll, muss man sich folgende Fragen
stellen:

    1. Welche Konten sind vom dem Geschäftsfall betroffen? (in diesem Fall das Konto
        "Waren" und das Konto "Verbindlichkeiten" (= auf Ziel)).
    2. Handelt es sich um AKTIV oder PASSIV Konten? Das Konto "Waren" ist ein Aktiv-
        Konto, da Waren auf der linken Seite der Bilanz stehen. Das Konto
        Verbindlichkeiten ist ein Passiv-Konto, da die Verbindlichkeiten auf der rechten
        Seite der Bilanz stehen
    3. Welches Konto wird gemehrt, welches gemindert? Auf welchen Seiten der
        jeweiligen Konten findet die Mehrung bzw. Minderung statt? In unserem Beispiel:
        Das Konto "Waren" wird mehr (es kommen ja neue Waren dazu, die gekauft
        wurde). Es ist ein Aktiv-Konto, demnach mehrt es sich im SOLL. Das Konto
        Verbindlichkeiten mehrt sich ebenfalls. (wir kaufen Ware und müssen diese
        bezahlen - die Verbindlichkeitsschulden werden also größer). "Verbindlichkeiten"
        ist ein PASSIV-Konto. Dieses mehrt sich auf der Haben-Seite.
    4. Jetzt kann der Buchungssatz nach dem Prinzip SOLL an HABEN gebildet werden
    5. Der Buchungssatz lautet: WAREN an VERBINDLICHKEITEN.




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Zu Punkt 3: Wer nicht verstanden hat, warum die Konten sich auf diesen Seiten mehren
bzw. mindern, sollte sich noch mal die entsprechenden Seiten des Skripts oder eines
Buches sich anschauen.

Ein Buchungssatz bei dem zwei Konten betroffen sind (mindestens zwei müssen natürlich
immer betroffen sein) heißt einfacher Buchungssatz. Ein Buchungssatz, der mehrere
Konten im Soll oder Haben berührt, nennt sich zusammengesetzter Buchungssatz.




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                      10. Ziele des Jahresabschluss
Grundlegende Vorschriften zum Jahresabschluss sind in § 242 HGB enthalten:

     (1) Der Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den
      Schluss eines jeden Geschäftsjahres einen das Verhältnis seines
      Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss
      (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen. Auf die Eröffnungsbilanz sind die für
      den Jahresabschluss geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden,
      soweit sie sich auf die Bilanz beziehen.
    (2) Er hat für den Schluss eines jeden Geschäftsjahres eine
      Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres
      (Gewinn- und Verlustrechnung) aufzustellen.
    (3) Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden den
      Jahresabschluss.

        “

Schritte beim Jahresabschluss

      Durch Inventur (Erfassung aller Bestände) ist das Inventar zu ermitteln und schriftlich
        niederzulegen. Damit ist die Höhe aller Vermögenswerte und Schulden festgestellt.
        Eventuelle Differenzen zu den Salden auf den Konten sind zu klären und durch
        Buchungen (mit Eigenbelegen untersetzt) zu bereinigen.
      Dann sind die Erfolgskonten über das Gewinn- und Verlustkonto abzuschließen. Für die
        Aufwandskonten lautet der Buchungssatz „Gewinn- und Verlustkonto an Aufwandskonto”.
        Der Buchungssatz für den Abschluss von Erlöskonten lautet „Erlöskonto an Gewinn- und
        Verlustkonto”.
      Das Gewinn- und Verlustkonto ist über das Eigenkapitalkonto abzuschließen. Wenn der
        Ertrag größer war als der Aufwand (Gewinn), lautet der Buchungssatz „Gewinn- und
        Verlustkonto an Eigenkapital”.
      Danach sind alle Bestandskonten (Aktiv- und Passivkonten) mit dem Schlussbilanzkonto
        abzuschließen.
      Das Schlussbilanzkonto enthält die Werte für die Jahresabschluss-Bilanz. Die Angaben
        sind in die gesetzlich vorgeschriebene Form zu bringen.
      Das Gewinn- und Verlust-Konto enthält die Werte der Gewinn- und Verlustrechnung. Auch
        hier muss auf dieser Grundlage die gesetzlich vorgeschriebene Übersicht erstellt werden.




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Anlage 1

          Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung

Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) sind teils geschriebene, teils
ungeschriebene Regeln zur Buchführung und Bilanzierung, die sich vor allem aus
Wissenschaft und Praxis, der Rechtsprechung sowie Empfehlungen von
Wirtschaftsverbänden ergeben. Siehe auch GDPdU und GoBS.
Ihre Aufgabe ist es, Gläubiger und Unternehmenseigner vor unkorrekten Daten,
Informationen und möglichen Verlusten weitestgehend zu schützen.

Zu den GoB´s gehören insbesondere Punkte wie:

   -   Die Buchführung muss klar und übersichtlich sein
   -   Ordnungsmäßige Erfassung aller Geschäftsvorfälle
   -   Keine Buchung ohne Beleg
   -   Ordnungsmäßige Aufbewahrung der Buchführungsunterlagen.

Grundsätze im Einzelnen:

Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit

Der Grundsatz der Richtigkeit ist erfüllt, wenn der Jahresabschluss nach den gültigen Regeln
erstellt in nachprüfbarer, objektiver Form aus ordnungsgemäßen Belegen und Büchern erstellt
wurde. Sofern nicht vermeidbar, sind Schätzwerte nach eigenem Ermessen festzusetzen. Diese
sollten möglichst willkürfrei und vertretbar sein und nach festgelegten Verfahren stetig angewandt
werden.

Grundsatz der Klarheit

Der Grundsatz der Klarheit bezieht sich auf die äußere Gestaltung der Aufzeichnungen in der
Buchführung sowie im Jahresabschluss. Die Forderung nach Klarheit ist insbesondere für die
Gliederung von Bilanz und GuV bedeutend. Wichtid ist das Salsierungsverbot, d. h. Aktiv- und
Passivposten sowie Aufwendungen und Erträge dürfen nicht gegeneinander verrechnet werden.

Grundsatz der Einzelbewertung

Der Grundsatz der Einzelbewertung besagt, dass alle Vermögensgegenstände und Schulden
unabhängig voneinander zu bewerten sind. Vom Grundsatz der Einzelbewertung gibt es aber eine
Reihe von Ausnahmen:

Grundsatz der Vollständigkeit

Gemäß dem Vollständigkeitsgrundsatz sind sämtliche buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle – d.
h. alle eingetretenen positiven und negativen Vermögensänderungen sowie Vermögens- und
Schuldumschichtungen – im Jahresabschluss zu erfassen.

Neben den buchführungspflichtigen Vorfällen sind auch Risiken, die bis zum Bilanzstichtag noch
keinen Niederschlag in der Buchführung gefunden haben, zu berücksichtigen (Rückstellung).




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Wertaufhellung

Wertaufhellung: Wenn Informationen über Sachverhalte eingehen, die schon vor dem
Bilanzstichtag eingetreten waren und die dem Kaufmann somit zum Zeitpunkt des Bilanzstichtags
bereits hätten bekannt sein können, handelt es sich um Wertaufhellung. Diese Informationen
müssen im Jahresabschluss berücksichtigt werden.

Wertbeeinflussung: Wenn Informationen über Sachverhalte eingehen, die erst nach dem
Bilanzstichtag eingetreten sind, handelt es sich um Wertbeeinflussung und die Informationen
dürfen nicht mehr berücksichtigt werden.

Realisationsprinzip

Das Realisationsprinzip sieht die Gewinnrealisation in jenem Zeitpunkt vor, zu dem der Kaufmann
das seinerseits zur Lieferung erforderliche getan oder die Dienstleistung erbracht hat. Die
Lieferung gilt mit Gefahrübergang als erbracht.

Imparitätsprinzip

Das Imparitätsprinzip fordert aus Vorsichts- und Gläubigerschutzgründen die Ungleich-
behandlung von Gewinnen und Verlusten. Werden Wertsteigerungen erst zum Zeitpunkt der
Realisation berücksichtigt, gilt für Wertminderungen, dass diese bereits dann zu berücksichtigen
sind, wenn sie mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit drohen (Verlustantizipation). Hier sind
beispielsweise drohende Verluste aus schwebenden Geschäften durch Rückstellung oder
Wertminderungen von Vermögensgegenständen (siehe Niederstwertprinzip) zu berücksichtigen.

Grundsatz der Abgrenzung der Sache und der Zeit nach

Der Grundsatz der zeitlichen Abgrenzung löst mehrere Probleme. Einerseits sind nach diesem
Grundsatz streng zeitraumbezogene Vermögensänderungen, wie z. B. Mietein- und -ausgaben,
Zinseinnahmen und -ausgaben oder Versicherungsprämien zeitlich proportional der Periode
zuzurechnen, in der sie ursächlich entstanden sind und nicht in der Periode, in der die Zahlung
erfolgte. Beispiel: Das Unternehmen erhält am 1. Oktober 2010 eine Mietzahlung für die
folgenden 6 Monate. Die Mietzahlung ist zur Hälfte dem Jahr 2010 und zur Hälfte dem Jahr 2011
zuzuordnen. (siehe Kapitel „Abgrenzungsrechnung“)


Der Grundsatz der sachlichen Abgrenzung ist eng verbunden mit dem Realisationsprinzip. Er
bestimmt, in welcher Periode die durch die Leistungserstellung verursachten Wertminderungen
als Aufwand zu erfassen und somit erfolgsmindernd zu berücksichtigen sind. Alle sachlich der
Unternehmensleistungen zurechenbaren leistungsbezogenen Aufwendungen sind unabhängig
davon, wann sie bezahlt wurden, der Periode zuzuordnen, der die sachlich zugehörigen Erträge
zugerechnet werden. Beispiel: Kauft ein Unternehmen Werkstoffe, die erst im nächsten Jahr zu
Produkten weiterverarbeitet und verkauft werden, dann werden die Ausgaben für diese
Werkstoffe auch erst im nächsten Jahr zu Aufwendungen, z. B: Kapitel „Bestandsveränderung
fertige und unfertige Erzeugnisse)

Grundsatz der Vorsicht

Aufgrund der im deutschen Handelsrecht überragenden Rolle des Gläubigerschutzes kommt dem
Vorsichtsprinzip große Bedeutung zu. Nach dem Grundsatz der Vorsicht ist bei Unsicherheit über
die Größe eines Wertes nicht der wahrscheinlichste Wert oder ein Mittelwert, sondern ein
tendenziell etwas pessimistischerer Wert anzusetzen. In der betrieblichen Praxis wird der
Grundsatz der Vorsicht häufig zur Bildung von stillen Reserven genutzt.



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Eine überhöhte Abschreibung auf einen Vermögensgegenstand führt zu einem geringeren
Buchwert. Nach gängiger Meinung ist die Legung stiller Reserven jedoch informationsverzehrend
und somit weder im Interesse der Gläubiger, noch (aufgrund des damit verbundenen geringeren
Gewinnausweises) der Eigner des Unternehmens.

Grundsatz der Kontinuität

Aus Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens zu
verschiedenen Zeitpunkten lässt sich nur dann die Entwicklung des Unternehmens erkennen,
wenn diese Informationen vergleichbar sind. Mit einem häufigen Wechsel der Ausweis- und
Bewertungsmethoden könnte sonst eine willkürliche Beeinflussung des Bilanz- und GuV-Bildes
erreicht werden.
     Die materielle Kontinuität verlangt, dass i. d. R. die einzelnen Positionen des
        Jahresabschlusses immer auf gleiche Weise zu ermitteln, abzugrenzen und
        zusammenzustellen sind.
     Die formelle Kontinuität schreibt vor, dass stets die gleichen Gliederungsbegriffe und -
        schemata zu verwenden sind.


Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Das Going-Concern-Prinzip (Fortführungsprinzip) ergibt sich aus der Forderung nach
Vergleichbarkeit der Informationen im Jahresabschluss, dem Grundsatz der Richtigkeit und
Willkürfreiheit sowie dem Realisationsprinzip. Danach ist bei der Bewertung der
Vermögensgegenstände und Schulden im Jahresabschluss davon auszugehen, dass das
Unternehmen über den Abschlussstichtag hinaus fortgeführt wird.

Das Prinzip hat zur Folge, dass das Vermögen grundsätzlich zu Anschaffungskosten zu bewerten
ist und insbesondere abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens planmäßig über
ihre zu erwartende Nutzungsdauer abgeschrieben werden müssen.


Stichtagsprinzip

Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlussstichtag einzeln zu bewerten.




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 .
 Anlage 2

                           Bilanzgliederung nach § 266 HGB

 Gemäß § 266 HGB ist eine nach dem deutschen Handelsgesetzbuch aufgestellte Bilanz
 wie folgt aufgebaut (Vorläufer ist der obligatorische Reichskontenrahmen (RKR) von
 1937):
               Aktivseite                                        Passivseite
A. Anlagevermögen                                    A. Eigenkapital
      I. Immaterielle                                      I.    gezeichnetes Kapital
         Vermögensgegenstände                             II.    Kapitalrücklagen
            1. Konzessionen, gewerbliche                 III.    Gewinnrücklagen
               Schutzrechte und ähnliche                            1. gesetzliche Rücklagen;
               Rechte und Werte sowie                               2. Rücklagen für eigene Anteile;
               Lizenzen an solchen                                  3. satzungsmäßige Rücklagen;
               Rechten und Werten;                                  4. andere Gewinnrücklagen;
            2. Geschäfts- oder Firmenwert               IV.      Gewinnvortrag/Verlustvortrag;
               (GoFW);                                    V.     Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag,
            3. geleistete Anzahlungen;                  VI.      (ggf.) Nicht durch Eigenkapital
     II. Sachanlagen                                             gedeckter Fehlbetrag
            1. Grundstücke,                          B. Rückstellungen
               grundstücksgleiche Rechte                      1. Rückstellungen für Pensionen und
               und Bauten einschließlich                         ähnliche Verpflichtungen
               der Bauten auf fremden                         2. Steuerrückstellungen
               Grundstücken;                                  3. sonstige Rückstellungen
            2. technische Anlagen und                C. Verbindlichkeiten
               Maschinen;                                     0. Anleihen, davon konvertibel;
            3. andere Anlagen, Betriebs-                      1. Verbindlichkeiten gegenüber
               und Geschäftsausstattung;                         Kreditinstituten;
            4. geleistete Anzahlungen und                     2. erhaltene Anzahlungen auf
               Anlagen im Bau;                                   Bestellungen;
    III. Finanzanlagen:                                       3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
            1. Anteile an verbundenen                            und Leistungen (LuL), (V.a.L.L.),
               Unternehmen;                                      (VLL);
            2. Ausleihungen an                                4. Verbindlichkeiten aus der Annahme
               verbundene Unternehmen;                           gezogener Wechsel und der
            3. Unternehmensbeteiligungen                         Ausstellung eigener Wechsel;
            4. Ausleihungen an                                5. Verbindlichkeiten gegenüber
               Unternehmen, mit denen                            verbundenen Unternehmen;
               ein Beteiligungsverhältnis                     6. Verbindlichkeiten gegenüber
               besteht;                                          Unternehmen, mit denen ein
            5. Wertpapiere des                                   Beteiligungsverhältnis besteht;
               Anlagevermögens;                               7. sonstige Verbindlichkeiten,
            6. sonstige Ausleihungen.                            davon aus Steuern,
B. Umlaufvermögen                                                davon im Rahmen der sozialen
      I. Vorräte/Vorratsvermögen                                 Sicherheit.
            1. Rohstoffe, Hilfsstoffe und            D. Rechnungsabgrenzungsposten
               Betriebsstoffe;
            2. unfertige Erzeugnisse,
               unfertige Leistungen;
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               3. fertige Erzeugnisse und
                  Waren;
               4. geleistete Anzahlungen.
     II.   Forderungen und sonstige
           Vermögensgegenstände
               1. Forderungen aus
                  Lieferungen und Leistungen
                  (LuL), (F.a.L.L.), (FLL);
               2. Forderungen gegen
                  verbundene Unternehmen;
               3. Forderungen gegen
                  Unternehmen, mit denen
                  ein Beteiligungsverhältnis
                  besteht;
               4. sonstige
                  Vermögensgegenstände;
    III.   Wertpapiere
               1. Anteile an verbundenen
                  Unternehmen;
               2. eigene Anteile;
               3. sonstige Wertpapiere;
    IV.    Kassenbestand,
           Bundesbankguthaben, Guthaben
           bei Kreditinstituten und Schecks
C. Rechnungsabgrenzungsposten
D. (ggf.) Nicht durch Eigenkapital gedeckter
   Fehlbetrag
   ____________________________                      ____________________________
   (Bilanzsumme)                                     (Bilanzsumme)



 Erleidet die Unternehmung einen so hohen Verlust, dass das Eigenkapital rechnerisch
 negativ wird, so wird der "Negativbetrag" als "Nicht durch Eigenkapital gedeckter
 Fehlbetrag" auf Aktiv- oder Passivseite ausgewiesen.
 Für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute, Versicherungen und Pensionsfonds
 bestehen eigenständige Bilanzgliederungsschemata nach HGB.




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Anlage 3
                                        Abschluss
                                    ohne Erfolgskonten


Geschäftsvorfälle:                                                             Buchungssätze:
1.   Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung                       BGA             an   Verb.
2.   Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                                        Bank            an   Ford.
3.   Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro                             Verb.           an   Bank
4.   Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                                Bank            an   Kasse

                                          Eröffnungsbilanz
                              BGA           32.000 Verb.        20.000
                              Ford.         12.000 EK           82.000
                              Bank          25.000
                              Kasse          3.000
                              Waren         20.000
                              Rohstoffe     10.000
                                           102.000             102.000
         Betriebs-
   /Geschäftsausstattung                    Forderungen                               Bank
AB     32.000 SB      35.500 AB             12.000 2.            3.000 AB         25.000 3.            4.000
1.      3.500                                      SB            9.000 2.          3.000 5.           10.000
                                                                       4.          2.000 6.            5.000
                                                                                         8.              500
                                                                                         SB           10.500
        35.500       35.500                 12.000              12.000            30.000              30.000

           Kasse                          Verbindlichkeiten                          Waren
AB       3.000 4.     2.000 3.               4.000 AB           20.000 AB         20.000 SB           20.000
7.       1.000 SB     2.000 SB              19.500 1.            3.500
         4.000        4.000                 23.500              23.500            20.000              20.000

        Eigenkapitel                                                                Rohstoffe
SB      82.000 AB    82.000                                              AB       10.000 SB           10.000

        82.000       82.000                                                       10.000              10.000

                                        Schlussbilanz(konto)
                              BGA           32.000 Verb.        20.000
                              Ford.         12.000 EK           82.000
                              Bank          25.000
                              Kasse          3.000
                              Waren         20.000
                              Rohstoffe     10.000
                                           102.000             102.000




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     Anlage 4
                                                Abschluss
                                            mit Erfolgskonten
                                                Geschäftsvorfälle:
1.     Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung          5.        Wir überweisen Löhne 10.000,00 €
2.     Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                           6.        Wir überweisen Miete 5.000,00 €o
3.     Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro                7.        Wir erhalten Provision 1.000,00 € bar
4.     Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                   8.        Wir überweisen € 500,00 Strom

           Büroausstattung                           Forderungen                                        Bank
AB      32.000SB                  35.500   AB         12.0002.      3.000         AB       25.000 3.                  4.000
1.       3.500                                              SB      9.000         2.        3.000 5.                 10.000
                                                                                  4.        2.000 6.                  5.000
                                                                                                  8.                    500
                                                                                                  SB                 10.500
        35.500                    35.500              12.000       12.000                  30.000                    30.000

               Kasse                               Verbindlichkeiten                             Rohstoffe
AB       3.0004.                   2.000   3.          4.000AB 20.000             AB       20.000 SB                 20.000
7.       1.000SB                   2.000   SB         19.5001.       3.500
         4.000                     4.000              23.500       23.500                  20.000                    20.000

       Warenbestand
AB     10.000 SB    10.000                                                                      Eigenkapitel
                                                                                  G+V      14.500 AB                 82.000
       10.000            10.000                                                   SB       67.500
                                                                                           82.000                    82.000


               Löhne                                 Raumkosten                              Provisionserträge
5.      10.000G+V                 10.000   6.          5.000G+V     5.500         G+V       1.000 7.                  1.000
                                           8.            500
        10.000                    10.000               5.500        5.500                   1.000                     1.000

                G+V
Löhne 10.000Prov.E.                1.000
Raumk 5.500EK                     14.500   Verlust
        15.500                    15.500
Erfolgskonten = kursiv
                                                Schlussbilanz(konto)
                                           BGA        35.500Verb. 19.500
                                           Ford.       9.000EK 67.500
                                           Bank       10.500
                                           Kasse       2.000
                                           Rohst      20.000
                                           Ware       10.000
                                                      87.000       87.000




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                     Rechnungswesen
                          leicht
                        gemacht

                         Teil 1b
                Regeln und Buchungssätze
                      zu wichtigen
                   Geschäftsvorfällen

                                        Ein Skript der

                                    BAW-Schule
                    Akademie für Berufliche Aus- und Weiterbildung



                 Hohenzollernring 55                          Berliner Allee 30
                 50672 Köln                                   40212 Düsseldorf
                 Tel. 0221 251919                             Tel.: 0211 2399333
                 Fax: 0221 254040                             Fax: 0221 254040
                 Internet: www.baw-schule.de                  Internet: www.baw-schule.de
                 E-Mail: info@baw-schule.de                   E-Mail: info@baw-schule.de




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                                Inhaltsverzeichnis


Geschäftsvorfälle und ihre Buchungen



     1. Roh-/Hilfs-/Betriebsstoff-/Warenkonten                                       4

     2. Umsatzsteuer                                                             11

     3. Privatentnahmen                                                          14

     4. Abschreibungen                                                           16

     5. Ein- und Verkauf von Sachanlagen                                         19

     6. Lohn und Gehalt                                                          21

    Anlagen:         Buchungsbeispiele 1 - 6                                     25




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       Geschäftsvorfälle und ihre Buchungen
   Als Anlage 1 sehen Sie Beispiele für Buchungen und Abschlüsse von
   Bestandkonten / Bilanzkonten ohne Berücksichtigung von Erfolgskonten

   In Anlage 2 sehen Sie Beispiele für Buchungen und Abschlüsse von
   Bestandkonten und Erfolgskonten.




   Die Roh-/Hilfs-/Betriebsstoff-/Warenkonten
Eine besondere – weil etwas schwierige – Betrachtung benötigen die
sogenannten „Warenkonten“ (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe und
Handelswaren).

Da man auf einem Konto nicht Anfangsbestände, Einkäufe, Verbrauch und
Umsatzerlöse buchen kann (man bewertet z. T. zu Einstandspreisen, z. T. zu
Verkaufspreisen), benötigt man für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe
(zusammengefasst Material genannt) und Handelswaren (Warenbestand) je 3
Arten von Konten:

       1. Materialbestand/

          Warenbestand             als Bestandskonto für Anfangsbestand, Zugänge,

                                   Abgänge (z. B. Verarbeitung und Verkauf) und für

                                   den Schlussbestand


       2. Materialverbrauch/
          Wareneinsatz             als Aufwandskonten für den Verbrauch/Einsatz

       3. Umsatzerlöse/
          "Warenverkauf"           als Erfolgskonto für die verkauften Güter

zu 1. Solange diese Stoffe sich im Lager befinden, handelt es sich um Vermögenswerte
des Umlaufvermögens, d. h. der Anfangsbestand und alle Zugänge werden auf den
entsprechenden Bestandskonten „Rohstoffbestand“, „Hilfsstoffbestand,
„Betriebsstoffbestand und "Bestand an Handelsware"“ gebucht. Deshalb sind diese
Konten auch Bestandskonten.

zu 2. Werden diese Stoffe aus dem Lager entnommen um bearbeitet / verarbeitet /
eingebaut oder anderweitig verbraucht zu werden, so entstehen Aufwendungen (Kosten),
da die ursprünglichen Produkte können ohne größere Mühe wieder verkauft oder zurück
gegeben werden können. man bucht auf dem Konto „Verbrauch von ........“. Bei diesen
Konten handelt es sich um Erfolgskonten (Aufwandskonten).


 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)    54
Es gibt 2 Methoden den Verbrauch von Materialkosten und Waren zu erfassen und
zu buchen:

   a) Bestandsorientierte Buchungen
   b) Aufwandsorientierte Buchungen




    Erfassung der Material-/Warenkosten zum Zeitpunkt des
         Materialeingangs bzw. beim Verkauf der Ware
         (Bestandsorientierte Buchung - Methode A):
Soll eine zeitnahe Erfassung dieser Kosten erfolgen, werden:
a) in einem Industrie- oder großem Handwerksbetrieb bei Entnahme der Materialien
sogenannte „Materialentnahmescheine“ angefertigt und diese werden bewertet (Menge x
i.d.R. Einstandspreis).
b) in einem Handelsbetrieb wird im Rahmen des Warenwirtschaftssystem der
Lagerabgang zeitgleich mit dem Umsatzerfolg an der Kasse gebucht.
1. Die bezogene Waren/Materialien werden beim Waren-/Materialeingang auf dem
   Bestandskonto (Waren-/Materialbestand) zu Einstandspreisen erfasst.

2. Die verkaufte Menge wird auf dem Erfolgskonto „Warenverkauf/Umsatzerlöse“
   zum Verkaufspreis gebucht (Menge x Verkaufspreis) und

3. der Wareneinsatz auf dem Aufwandskonto („Wareneinsatz“/“Verbrauch von …“)
   zum Einkaufspreis (Menge x Einkaufspreis) gebucht




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         Buchen der Waren-/Materialkonten (Bestandsorientiert)
   - Wir haben einen Anfangsbestand von 100 Artikel zum Einstandspreis von 10,00 €.
   - Wir kaufen 200 Artikel zu je 10,00 Euro = 2.000 Euro
   - Wir verkaufen/verarbeiten 210 Stück zu einem Einstandspreis von 10 Euro und
     erfassen den Einsatz/Verbrauch mittels Warenwirtschaftssystemen oder
     Materialentnahmescheinen                      (Lagerentnahme).
   - Wir verkaufen 210 Artikel zum Preis von je 15,00 Euro = 3.150 Euro
   - Wir ermitteln den Endbestand von 90 Artikel 10,00 Euro
                     Bestandskonto
                     Bestandskonto
                                                                               Erfolgs-(Ertrags-)konto
                                                                               Erfolgs-(Ertrags-)konto
               Waren- / Materialbestand
                                                                      Warenverkauf/Umsatzerlöse
    Anfangs-         1.000      Schluss-       900
    bestand                     bestand
                                                                                            Verkäufe zu
                              Einsatz zu                          Saldo           3.150     Verkaufs-
    Einkäufe         2.000    Einstands-                                                    preisen
                                                                                                          3.150
    insgesamt                                2.100
                              preis ges.



                 Erfolgs-(Aufwands-)konto
                 Erfolgs-(Aufwands-)konto
                Waren- / Materialeinsatz
                                                                                    Erfolgskonto
                                                                                    Erfolgskonto
                 Vorsteuer
    Einsatz zu                                                          Waren- / Materialeinsatz
                                                                    Gewinn und Verlustkonto (GuV)
    Einstands-       2.100    Saldo         2.100
    preis ges.
                                                                  Verbrauch/      2.100        Umsatz     3.150
                                                                  Einsatz
                                                                  S. Aufwand       xx,xx     S. Erträge   xx,xx


  BAW-Akademie                              Buchführung System - 03/11                                        39




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"           - Ein Skript der BAW-Schule            (Stand 05/11)               56
    Erfassung der Material-/Warenkosten zum Zeitpunkt des
         Materialeingangs bzw. beim Verkauf der Ware
         (Bestandsorientierte Buchung - Methode B):



Bei dieser Methode werden die Waren-/Materialeingänge nicht auf dem/den
Aufwandskonten („Wareneinsatz“/“Verbrauch von…. “) gebucht, sondern auf den
Bestandskonten „ Waren-/Materialbestand“ vermerkt.
Wenn man dann durch Inventur den Endbestand ermittelt hat, ergibt sich auf den
Bestandskonten natürlich eine Differenz, da ja alle Abgänge fehlen.
Diese Differenz ist der Waren-/Materialeinsatz und wird dann entweder:

a) auf Sollseite des Kontos „Warenverkauf/Umsatzerlöse“ als Aufwand gebucht
   - sich auf dem Konto Warenverkauf jetzt ergebende Differenz (der Rohgewinn)
    wird auf das Konto „Gewinn und Verlust (GuV)“ übertragen oder
b) der Waren-/Materialeinsatz wird als Aufwand sofort über das Konto „Gewinn
   und Verlust (GuV)“ als Aufwand abgeschlossen.
Da Methode B nur noch selten angewandt wird, verzichtet wie auf eine detaillierte
Darstellung.




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   57
     Erfassung des Material-/Warenverbrauchs bei Lieferung
                (Aufwandsorientierte Buchung)
Aufwandsorientierte Buchungen erfolgten früher aus Vereinfachungsgründen um
nicht den Materialeinsatz bzw. die verkaufte Menge zu Einstandspreisen laufend
erfassen zu müssen (man ersparte sich Materialentnahmescheine und
Warenwirtschaftssystem).
Vor allem wurde diese Methode in Industriebetrieben bei
Hilfsstoffen/Betriebsstoffen bzw. bei Kleinteilen im Handel angewandt (Rohstoffe
und Hauptartikel wurden nach der Bestandsmethode erfasst).
Aufwandsorientierte Buchungen erfolgen in den letzten Jahren aber auch bei Roh-
stoffen und Hauptartikeln und in vielen industriellen Großbetrieben, da sie das
                                     „Just-in-time“
System anwenden.
Diese Betriebe unterhalten nur noch ein Lager für Notfälle.
Die Lieferanten sind verpflichtet so zeitnah (und häufig auch bis an den
Arbeitsplatz) zu liefern, dass das Material unmittelbar nach Anlieferung verbraucht
wird – und damit – zeitlich gesehen - sofort Aufwand darstellt.
Man verzichtet bei dieser Methode auf die Erstellung von Material-
entnahmescheinen und bucht die Kosten der Warenlieferung sofort auf das
Aufwandskonto.
Die sich auf den Bestandskonten ergebende Differenz nennt man
„Bestandveränderung“.
Dieser sich auf den Bestandskonten am Bilanzstichtag ergebende Saldo resultiert
aus der Tatsache, dass bis zu diesem Tag etwas mehr oder wenige
verbraucht/verarbeitet wurde als geliefert.
Die Gegenbuchung und damit Korrektur erfolgt über eines der Aufwandskonten
(„Verbrauch von ….)“.
Bestandsmehrungen werden auf dem Aufwandskonto im Soll
-mehrungen werden auf dem Aufwandskonto im Haben gebucht
Auch im Handel findet diese Methode Anwendung.
Hier allerdings in der Regeln in kleineren und mittleren Betrieben, die auf ein
Warenwirtschaftssystem was gleichzeitig Verkaufsumsätze und Wareneinsatz per
Scanner-Kasse erfasst.
Die kontenmäßige Behandlung ist gleich den vor- und nachstehenden Beispielen.




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   58
           Buchen der Waren-/Materialkonten (Aufwandsorientiert)
      - Wir haben einen Anfangsbestand von 100 Artikel zum Einstandspreis von 10,00 €.
      - Wir kaufen 200 Artikel zu je 10,00 Euro
      - Wir verkaufen 210 Artikel zu je 15,00 Euro = 3.150 Euro
      - Wir ermitteln mittels Inventur einen Endbestand von 90 Artikel und bewerten sie
        zum Einstandspreis von 10,00 Euro
        Wir haben also 10 Stück zu 10 € mehr verkauft als eingekauft (Bestandsveränderung)

                      Bestandskonto
                      Bestandskonto
                                                                                  Erfolgskonto
                                                                                  Erfolgskonto
                 Waren- / Materialbestand
                                                                           Warenverkauf/Umsatzerlöse
      Anfangs-       1.000      Schluss-
      bestand                   bestand          900
                                                                                         Verkäufe zu
                              Bestands-                               Saldo      3.150   Verkaufs-     3.150
                              veränderung        100                                     preisen
                              Einkaufspreis



                       Erfolgskonto
                       Erfolgskonto
                 Waren- / Materialeinsatz
                                                                                   Erfolgskonto
                                                                                   Erfolgskonto
       Einkäufe Vorsteuer
                   2.000                                                    Waren- / Materialeinsatz
                                                                       Gewinn und Verlustkonto (GuV)
                              Einsatz zu
       insgesamt
                              Einstands-      2.100
                              preis                                 Einsatz zu
       Bestands-       100                                          Einstands-
                                                                    Einstands-
                                                                                            Umsatz     3.150
       veränder.
                                                                                 2.100
                                                                    preis
                                                                    S. Aufwand   xx,xx    S. Erträge   xx,xx

     BAW-Akademie                             Buchführung System - 03/11                                       46




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"                   - Ein Skript der BAW-Schule            (Stand 05/11)         59
Gegenüberstellung Bestands- und Aufwandsorientierte Buchungen:


           Buchen der Waren-/Materialkonten (Bestandsorientiert)
     - Wir haben einen Anfangsbestand von 100 Artikel zum Einstandspreis von 10,00 €.
     - Wir kaufen 200 Artikel zu je 10,00 Euro = 2.000 Euro
     - Wir verkaufen/verarbeiten 210 Stück zu einem Einstandspreis von 10 Euro und
       erfassen den Einsatz/Verbrauch mittels Warenwirtschaftssystemen oder
       Materialentnahmescheinen                       (Lagerentnahme).
     - Wir verkaufen 210 Artikel zum Preis von je 15,00 Euro = 3.150 Euro
     - Wir ermitteln den Endbestand von 90 Artikel 10,00 Euro
                       Bestandskonto
                       Bestandskonto
                                                                                 Erfolgs-(Ertrags)konto
                                                                                 Erfolgs-(Ertrags)konto
                 Waren- / Materialbestand
                                                                        Warenverkauf/Umsatzerlöse
      Anfangs-        1.000       Schluss-         900
      bestand                     bestand
                                                                                                Verkäufe zu
                                Einsatz zu                          Saldo           3.150       Verkaufs-
      Einkäufe        2.000     Einstands-                                                      preisen
                                                                                                                   3.150
      insgesamt                                   2.100
                                preis ges.



                   Erfolgs-(Aufwands)konto
                   Erfolgs-(Aufwands)konto
                  Waren- / Materialeinsatz
                                                                                      Erfolgskonto
                                                                                      Erfolgskonto
                   Vorsteuer
      Einsatz zu                                                          Waren- / Materialeinsatz
                                                                      Gewinn und Verlustkonto (GuV)
      Einstands-      2.100     Saldo            2.100
      preis ges.
                                                                    Verbrauch/      2.100          Umsatz          3.150
                                                                    Einsatz
                                                                    S. Aufwand       xx,xx       S. Erträge        xx,xx


    BAW-Akademie                              Buchführung System - 03/11                                               38




            Buchen der Waren-/Materialkonten (Aufwandsorientiert)
     - Wir haben einen Anfangsbestand von 100 Artikel zum Einstandspreis von 10,00 €.
     - Wir kaufen 200 Artikel zu je 10,00 Euro
     - Wir verkaufen 210 Artikel zu je 15,00 Euro = 3.150 Euro
     - Wir ermitteln mittels Inventur einen Endbestand von 90 Artikel und bewerten sie
       zum Einstandspreis von 10,00 Euro
       Wir haben also 10 Stück zu 10 € mehr verkauft als eingekauft (Bestandsveränderung)

                        Bestandskonto
                        Bestandskonto
                                                                                         Erfolgskonto
                                                                                         Erfolgskonto
                   Waren- / Materialbestand
                                                                                 Warenverkauf/Umsatzerlöse
      Anfangs-         1.000       Schluss-
      bestand                      bestand           900
                                                                                                     Verkäufe zu
                                 Bestands-                                  Saldo       3.150        Verkaufs-         3.150
                                 veränderung         100                                             preisen
                                 Einkaufspreis



                         Erfolgskonto
                         Erfolgskonto
                   Waren- / Materialeinsatz
                                                                                             Erfolgskonto
                                                                                             Erfolgskonto
       Einkäufe Vorsteuer
                   2.000                                                         Waren- / Materialeinsatz
                                                                            Gewinn und Verlustkonto (GuV)
                                 Einsatz zu
       insgesamt
                                 Einstands-        2.100
                                 preis                                 Einsatz zu
       Bestands-         100                                           Einstands-
                                                                       Einstands-
                                                                                                         Umsatz        3.150
       veränder.
                                                                                       2.100
                                                                       preis
                                                                       S. Aufwand       xx,xx         S. Erträge           xx,xx

    BAW-Akademie                                 Buchführung System - 03/11                                                        46




Weitere Buchungsbeispiel siehe Anlage 3 und 5



 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"                       - Ein Skript der BAW-Schule                               (Stand 05/11)      60
                                 Umsatzsteuer
                 ein durchlaufender Posten

System

Die Umsatzsteuer wird in Deutschland seit dem 01.01.1968 (und inzwischen auch in
der EU) nach dem „Mehrwertsteuer-prinzip“ berechnet: Das Unternehmen zahlt
Umsatzsteuer nicht für den gesamten Umsatz, sondern nur für den Wertzuwachs,
den die berechnete Leistung durch das Unternehmen gewonnen hat (die
Umsatzsteuer ist also ein "durchlaufender Posten")

Die von den Lieferanten berechnete Umsatzsteuer (= Vorsteuer) wird von der eigenen
Umsatzsteuer abgezogen.

Die Umsatzsteuer und die Frage wer sie denn nun genau trägt und wer wie viel wann
ans Finanzamt abführt (zahlt), kann äußerst verwirrend sein.

Deshalb haben wir hier ein Beispiel einer Produktionskette, die verdeutlichen soll, wie die
Umsatzsteuer von einem Beteiligten zum nächsten „weitergereicht“ wird, bis sie beim
Endverbraucher (uns) ankommt, der sie letztendlich auch trägt.




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)      61
Beispiel:
Eine Schaffarm verkauft Wolle für 20€ netto an eine Weberei. Die Weberei webt aus der
Wolle einen Stoff und verkauft den Stoffballen an einen Stoffgroßhandel für 45€. Der
Stoffgroßhandel verkauft den Ballen für 58€ an ein Stofffachgeschäft weiter, wo der
Verbraucher ihn für 75€ netto erwirbt. Alle netto- Preise werden mit 19% Umsatzsteuer
berechnet.




Erklärung der Umsatzsteuer / Vorsteuer Grafik

Die Schaffarm verkauft Ihre Wolle für 20€ netto an die Weberei. Dazu kommen 3,80€
USt, die Weberei zahlt also 23,80€ an die Schaffarm. Die erhaltenen 3.80€ USt muss die
Schaffarm an das Finanzamt zahlen / abführen. Die Weberei verkauft den gefertigten
Stoff für 45€ an den Großhandel. Dieser muss incl. 11,02€ USt einen Betrag von 69,02€
an die Weberei zahlen. Die Weberei müsste eigentlich die erhaltenen 11,02€ USt an das
Finanzamt abführen, da sie aber beim Einkauf der Wolle bereits 3,80€ USt (man nennt
die bereits berechnete Steuer Vorsteuer) gezahlt haben, wird dies von den 11,02€
abgezogen, so dass sie dann noch 4,75€ an das Finanzamt zahlen müssen. Nach genau
demselben Prinzip funktioniert das bei allen nachfolgenden Stufen der Kette.

Im Laufe der Produktion wurden für den Stoff insgesamt 14,25€ USt an das Finanzamt
abgeführt. Genau der Betrag, den der Endverbraucher dem letzten Beteiligten in der
Kette zahlen muss. Die USt wurde von Stufe zu Stufe weitegereicht, nur für den
Verbraucher macht sie sich wirklich im Geldbeutel bemerkbar




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   62
Berechnungsbeispiel: Vorsteuer / Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer)

Beispiel

Ein Beispiel mit den fiktiven Firmen SIEMAX (Hersteller), UMNI (Großhändler) und
PROFA (Einzelhändler) soll das ganze verdeutlichen. Die Buchungen erfolgen alle aus
der Sicht von UMNI:

1. Die IT Großhandlung UMNI kauft bei dem Hersteller SIEMAX am 20.03.2010 Ware im
Wert von 10 000,00 € und erhält eine Eingangsrechnung über:

        Notebooks 10 0000,00 €
        zzgl. Umsatzsteuer, 19 % 1 900,00 €
        = Rechnungsbetrag 11 900,00 €

2. UMNI verkauft die Ware am 25.03.2010 an den Einzelhändler IT PROFA für 12 650,00
€ und stellt folgende Ausgangsrechnung:
       Notebooks 12 650,00 €
       zzgl. Umsatzsteuer, 19 % 2 403,50 €
       = Rechnungsbetrag 15 053,50 €

Wieviel schuldet UMNI nun dem Finanzamt?

UMNI schuldet seinem Finanzamt für diesen Verkauf 2 403,50 € Umsatzsteuer und zieht
davon die von SIEMAX berechnete Umsatzsteuer von 1 900,00 € als Vorsteuer ab, zahlt
also seinem Finanzamt nur 503,50 € Umsatzsteuer für das Geschäft mit PROFA.

Buchungstechnisch ist die mit der Lieferantenrechnung gezahlte Vorsteuer eine
Forderung an das Finanzamt, die durch den Verkauf entstandene Umsatzsteuer eine
Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt.

Und wie lauten jetzt die Buchungen?

Die Eingangsrechnung von SIEMAX wird am 20.03.2010 gebucht:
       Wareneinkauf 10 000,00 €
       Vorsteuer, 19 % 1 900,00 €
       an Verbindlichkeiten aus Wareneinkäufen 11 900,00 €

Durch die Ausgangsrechnung (25.03.2010) an PROFA wird auf dem Konto
„Umsatzsteuer“ auf der Habenseite eine Verbindlichkeit von 2 403,50 € gebucht.

Am 31.03.2010 führt UMNI die Monatsabschlussbuchungen durch. Das Konto
„Vorsteuer“ wird über das Konto „Umsatzsteuer“ abgeschlossen, mit der Buchung:

        Umsatzsteuer 1 900,00 €
        an Vorsteuer, 19 % 1 900,00 €

Das Konto „Vorsteuer“ ist nun mit einem Saldo von 0,00 € ausgeglichen.

Auf dem Konto „Umsatzsteuer“ entsteht ein Saldo von 503,50 € auf der Sollseite als
Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt. 503,50 € muss UMNI also an das
Finanzamt zahlen.
 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   63
                                 Privatkonto
Ein Unternehmer begleicht seine privaten Lebenshaltungs-kosten über das
betriebliche Geschäftskonto, da er sich nicht wie seine Angestellten auf die Lohn- und
Gehaltsabrechnung setzen kann.

Durch solche privaten Geldentnahmen wird der Gewinn nicht geschmälert, da das
Privatkonto ein Unterkonto des Eigenkapitals ist aber nicht auf das Konto "Gewinn-
und Verlust" sondern direkt auf das "Eigenkapitalkonto" abgeschlossen wird.

Der Unternehmer greift also dem Gewinn nicht vor.

Beispiel: Entnahme von Geld

Beispielsweise entnimmt ein Unternehmer dem Geschäftskonto 12 000,00 € für private
Zwecke Buchung:

       Privat 12 000,00 €
       an Bank 12 000,00 €

Erklärung: Die Belastung auf dem Bankkonto muss buchhalterisch erfasst werden. Da es
sich beim Privatkonto um ein Passivkonto handelt, wird die Belastung auf der Habenseite
des Kontos verbucht.

Entnimmt der Unternehmer privat 2 000,00 € der Tageskasse wird wie folgt gebucht
Buchung:

       Privat 2 000,00 €
       an Kasse 2 000,00 €

Erklärung: Da das Konto Kasse ein Aktivkonto ist, werden Belastungen immer auf der
Habenseite gebucht.

Beispiel: Entnahme von Waren / Erzeugnisse

Bei einer Entnahme von Waren und Erzeugnissen des Betriebes für den privaten
Gebrauch im Wert von 1 190,00 € bucht man wie folgt.

       Privat 1 190,00 €
       an Entnahme von Gegenständen und Leistungen (GusL) 1 000,00 €
       an UST 190,00 €

Erklärung: Da es sich um einen privaten Umsatzerlös handelt, muss dieser auch auf
einem gesonderten Konto erfasst werden - dem Konto "Entnahme von Gegenständen
und sonstigen Leistungen". Und bei einem Umsatzerlös müssten natürlich auch die UST
korrekt verbucht werden.

Am Ende einer Abrechnungsperiode wird das Konto Privat über das Konto Eigenkapital
abgeschlossen. Privatentnahmen stellen stets eine Kapitalminderung dar.
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                              Abschreibungen
Das sogenannte Anlagevermögen einer Firma unterliegt einer ständigen
Wertminderung. Um diesem Rechnung zu tragen, nutzt man die Abschreibungen.
Diese dienen dazu, dass der Gegenstand in der Bilanz nicht mit den Anschaffungskosten
auftaucht, denn dies würde die gesamte Bilanz des Unternehmens verfälschen und eine
Vermögen ausweisen, das nicht vorhanden ist. Diese Regelung dient also u. a. dem
Gläubigerschutz (Schutz der Kreditgeber).

Abschreibungen dienen also dazu, dem natürlichen Verschleiß einer Maschine oder
eines Werkzeuges gerecht zu werden. Natürlich gibt es aber auch noch andere
Gründe, warum ein Anlagegut wertlos werden kann, etwa durch Feuer oder andere
Naturgewalten.

Die Abschreibung gehört also zu den Aufwendungen eines Betriebes – mindert das
Eigenkapital - und das Aufwandskonto erscheint demzufolge in der Gewinn- und
Verlustrechnung. Hier mindert sie den Gewinn des Unternehmens und damit die
Steuern. Abschreibungen werden meist am Ende eines Geschäftsjahres vorgenommen;
in der Regel ist dies der 31.12. eines Jahres.

Das besondere an den Abschreibung ist die Tatsache, dass diese
Aufwändungen in dem Buchungsjahr – außer im Anschaffungsjahr – keine
Ausgaben notwendig machen. Die Buchung ist also gewinnmindernd
und damit steuermindernd – ohne das die liquiden Mittel angegriffen
werden.

Die korrekte Bezeichnung dieses GuV-Kontos lautet "Abschreibung auf Sachanlagen"
und die Buchung

                "Abschreibungen auf …" an "Sachkonto (z. B. Fuhrpark)".




Beispiel: Kauf und Abschreibung eines PKWs

1. Anschaffung buchen
Die Anschaffung, also der Einkauf eines Anlagegutes, wird auf dem aktiven
Bestandskonto stets im Soll gebucht. Bei einem PKW wäre der Buchungssatz dann also:

        Fuhrpark 50.000 € an Kasse/Bank 50.000 €

Erklärung: Der Wertposten des Kontos Fuhrpark erhöht sich dementsprechend um
50.000 Euro, während Bank oder Kasse sich um den Einkaufswert von 50.000 Euro
vermindern.




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2. Abschreibung buchen

Am Ende eines Jahres wird bei der linearen Abschreibung auf diesem Aktivkonto
"Fuhrpark" dann wie folgt gebucht:

        Abschreibung 10.000 € an Fuhrpark 10.000 €

Erklärung: Dieser Buchungssatz wird nun jedes Jahr wiederholt (immer vorausgesetzt,
die lineare Abschreibung wird angewandt), bis das Anlagegut nicht mehr in der Bilanz
auftaucht. Somit verringert sich der Saldo des Kontos Fuhrpark jedes Jahr um 10.000 €
und dementsprechend natürlich auch die Aktivseite der Bilanz. Nach dem ersten
Abschreibungsjahr steht der PKW also nur noch mit 40.000 € in der Bilanz.

Der Wert des Gewinn- und Verlustkontos "Abschreibung" wiederum steigt; diese
Abschreibung mindert den Gewinn des Unternehmens. Dadurch müssen natürlich auch
weniger Steuern gezahlt werden



                   Geringwertige Wirtschaftsgüter                         -
Geringwertige Wirtschaftsgüter gehören zum Anlagevermögen; grundsätzlich
unterscheidet man hier drei Arten:

1. Anschaffungen mit Nettowert weniger 60 Euro

Diese werden dann nicht aktiviert, sondern sofort auf dem entsprechenden
Aufwandskonto gebucht (Sie erscheinen also nicht auf der Aktivseite der Bilanz, sondern
in der GuV. Unter einer Aktivierung versteht man die Bilanzierung eines
Vermögenspostens auf der Aktivseite der Bilanz.)
Die Buchung sieht folgendermaßen aus:


        Büromaterial 50,00 Euro
        Vorsteuer 9,50 Euro
        an Bank 59,50 Euro.




2. Anschaffungen zwischen 61 € und 150 € (netto)

Die zweite Form der geringwertigen Wirtschaftsgüter sind die Güter, deren
Anschaffungspreis sich zwischen 61 Euro und 150 Euro netto bewegt. Diese werden auf
das Konto "Geringwertige Wirtschaftsgüter" gebucht, dieses ist ein Aktivkonto und hat in
der Regel die Kontonummer 0890. Für diese Güter besteht eine Abschreibungspflicht im
selben Jahr der Anschaffung; dies geschieht über das Aufwandskonto "Abschreibungen
auf GWG".




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In der Praxis sehen diese Buchungen so aus:


        GWG 100,00 Euro
        Vorsteuer 19,00 Euro
        an Bank 119,00 Euro

Die sofortige Abschreibung wird so gebucht:

        Abschreibungen GWG 100,00 Euro
        an GWG 100,00 Euro.


Das Aktivkonto GWG ist somit ausgeglichen; das Anlagegut wird sofort als Aufwand in
der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht.




3. Anschaffungen von 150 € netto bis 1000 €

Übersteigt das Wirtschaftsgut den Anschaffungspreis von 150,00 Euro netto (bis zu
einem Betrag von 1.000,00 Euro netto), wird dieses auf einem Sammelkonto erfasst.
Diese Güter müssen über einen Zeitraum von fünf Jahren linear abgeschrieben werden
(also jedes Jahr mit 20 Prozent).

Die Anschaffung wird dann so gebucht:


        GWG-Sammelposten 900,00 Euro
        Vorsteuer 171,00 Euro
        an Bank 1.071,00 Euro


Und so wird die Abschreibung gebucht:

        Abschreibungen GWG 2.000,00 Euro an GWG-Sammelposten 2.000,00 Euro


In diesem Fall wäre der Endbestand des Kontos GWG-Sammelposten
10.000 Euro. Von diesem Betrag werden 20 Prozent abgeschrieben;
somit beträgt die Höhe der Abschreibung 2.000,00 Euro.




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Einkauf und Verkauf von Sachanlagen
Unter Sachanlagen versteht man das sogenannte Anlagevermögen eines
Unternehmens.

Dies können beispielsweise Maschinen oder Fahrzeuge sein.
Der Einkauf wird auf dem Bilanzkonto, dem Anlagekonto gebucht; die Vorsteuer kann
sofort geltend gemacht werden. Die Buchung sieht dann einfach wie folgt aus:

Buchungssatz - Einkauf von Sachanlagen

        Maschine 10.000 Euro
        Vorsteuer 1.900 Euro
        an Bank 11.900 Euro

Natürlich kann der Einkauf auch "auf Ziel" erfolgen - dann würde die Buchung so
aussehen:


        Maschine 10.000 Euro
        Vorsteuer 1.900 Euro
        an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 11.900 Euro.


Die Aktivseite des Anlagekontos und somit die Summe der Bilanz erhöht sich also um
den Nettowert des gekauften Gegenstandes.




Verkauf von Sachanlagen buchen


Werden Sachanlagen verkauft, unterliegt dieser Verkauf natürlich ebenso wie der Einkauf
einer Sachanlage der Umsatzsteuerpflicht.

Entsprechender Buchungssatz bei dem Verkauf wäre folgender:

        Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 17.850 Euro
        an Umsatzsteuer 2.850 Euro
        an Anlagekonto 15.000 Euro


Beim Verkauf eines Anlagegutes kann für das Unternehmen entweder ein Buchgewinn
oder ein Buchverlust entstehen - je nachdem, ob das Gut unter oder über dem aktuellen
Buchwert verkauft wird, mit welchem dieses in der Bilanz steht.

Liegt der Verkaufserlös über dem Restbuchwert, entsteht für das Unternehmen ein
sogenannter Erlös aus Anlagevermögen.
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Dieses ist ein Erlöskonto und wird in der Gewinn- und Verlustrechnung im Haben gebucht
- dadurch erhöht sich natürlich der Gewinn des Unternehmens. Die entsprechende
Buchung lautet wie folgt:


        Bank 17.850 Euro
        an Umsatzsteuer 2.850 Euro
        an Erlöse AV 15.000 Euro.


Diese Erlöse aus dem Anlagevermögen können sowohl Ertrag als auch Verlust sein.
Beide Konten werden über das Gewinn- und Verlustkonto am Jahresende abgeschlossen
und dort saldiert.

So entsteht entweder ein "sonstiger betrieblicher Aufwand" oder ein "sonstiger
betrieblicher Ertrag".




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                              Lohn und Gehalt
Die Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, erhalten für ihre dort ausgeführten
Tätigkeiten natürlich ein Entgelt. Diese Zahlungen an die Arbeitnehmer müssen
logischerweise auch in der Finanzbuchhaltung behandelt werden.




Wichtige Begriffe im Bereich Lohn und Gehalt


       Lohn wird an gewerbliche Arbeitnehmer, also an Arbeiter gezahlt.
       Gehalt wird an Angestellte gezahlt.
       Gehalt und Lohn bilden für den Arbeitgeber Aufwendungen.
       Die Höhe der Löhne und Gehälter werden festgelegt durch:
          Einzelarbeitsverträge, Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge


Lohnabzüge - Vom Bruttogehalt zum
Nettogehalt
Vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers werden folgende Positionen abgezogen. Daraus
ergibt sich das Nettogehalt – also der Betrag, welcher dem Arbeitnehmer tatsächlich
ausgezahlt wird.

Bruttogehalt
- Steuern
- Arbeitnehmeranteil der gesetzlichen Sozialversicherung
= Nettogehalt


Die Lohnabzüge im Detail - die Steuern

Erstmal gilt es also herauszufinden, wie hoch der Steuerbetrag ist, der vom Bruttogehalt
abgezogen wird. Dazu folgt erstmal ein wenig Theorie – der mittels Pfeil hervorgehobene
Link zeigt ein konkretes Beispiel zur Berechnung der Steuerabzüge.




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)     70
                               Alle Einkünfte, die aus nicht selbständigen Tätigkeiten – also
                                  Arbeiten in einem Angestelltenverhältnis – hervorgehen,
                                                 unterliegen der Lohnsteuer.
         Lohnsteuer
                            Natürlich ist die Lohnsteuer nicht für alle gleich hoch – sie richtet
                               sich nach: Höhe des Gehaltes, Steuerklasse, Freibeträge. In
                                          Deutschland gibt es sechs Steuerklassen.

                         Die Einheit zwischen der DDR und der BRD hat ein „bisschen“ was
    Solidaritätszuschlag
                          gekostet. Deswegen wird zur Finanzierung der deutschen Einheit
                              seit 1995 der so genannte Solidaritätszuschlag erhoben.
                                      Diese beträgt 5.5 % von der Lohnsteuer.

                                  Die Kirchensteuer ist natürlich nur zu entrichten, wenn
                              Kirchenmitglied ist. Sie beträgt – in Bezug auf die Lohnsteuer:
       Kirchensteuer
                                       - In Bayern und Baden-Württemberg 8 %
                                         - in den restlichen Bundesländern 9 %

Wie hoch letztendlich die Steuerabzüge ausfallen, kann der Lohnsteuertabelle
entnommen werden. Eine komplette Lohnsteuertabelle ist auf folgender Website zu
finden: Lohnsteuertabelle (externer Link - PDF). Die Verwendung dieser Tabelle wird in
dem folgenen Fallbeispiel genauer erörtert.

 Fallbeispiel: Berechnung der Steuerabzüge.




Die Lohnabzüge im Detail - die Sozialversicherungen

Es werden nicht nur Steuern vom Bruttogehalt abgezogen – den größten Teil machen die
Sozialversicherungen aus. Natürlich ist es erstmal wichtig zu wissen, welche
gesetzlichen Sozialversicherungen es in Deutschland überhaupt gibt:




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)        71
Die nachstehenden Zahlen sind gültig für 2011


             Versicherung                 Beitragssatz          Beitragsbemessungsgrenze

         Krankenversicherung                 15,5 %                          4.125.00 €


                                                                             4.125.00 €
          Pflegeversicherung             1.95 % / 2.2 %

                                                                       West: 5.500,00 EUR €
                                                                         Ost: 4.800,00 €
          Rentenversicherung                 19.9 %

       Arbeitslosenversicherung               3,0 %                      West: 5.500,00 €

Nun gibt es für jede dieser Versicherung verschiedene Beitragssätze, die sich immer
auf das Bruttogehalt beziehen. Auch einige Ausnahmen müsse beachtet werden. Hier
erstmal zusammengefasst die wichtigsten Fakten:

     Basis der Berechnung: Das Bruttogehalt
     Die Sozialversicherungen werden zur Hälfte von Arbeitnehmer und zur Hälfte
        vom Arbeitgeber gezahlt. Eine Berechnung erfolgt nur bis zur
        Beitragsbemessungsgrenze


Buchung Lohn und Gehalt

Unternehmen sind dazu verpflichtet, die Steuern und Sozialversicherungsbeträge vom
Brutto-Gehalt abzuziehen und den entsprechenden Behörden zu übertragen. Und
natürlich muss das Unternehmen auch den Netto-Betrag an den Arbeitnehmer auszahlen.
Man ahnt es also bereits: Bei der Verbuchung von Gehältern hat man es mit
verschiedenen Konten und Buchungen zu tun.




Übersicht der Konten - Was wird wo verbucht?

Einführend eine Übersicht der Konten, mit denen man es in der Verbuchung von Lohn
und Gehalt zu tun hat.

                          Art                                              Konto

                     Bruttogehalt                                         Gehälter

                                                       FB-Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten
                                                           gegenüber Finanzbehörden)
                    Steuerabzüge

      Sozialversicherung - Arbeitnehmeranteil                        SV-Vorauszahlungen

       Sozialversicherung - Arbeitgeberanteil                    Arbeitgeberanteil - SV

 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule       (Stand 05/11)        72
Beispiel für die Verbuchung von Lohn und Gehalt

Als Basis dienen uns die Werte, die wir aus dem Lohnabzüge - Beispiel erhalten
haben:

       Bruttogehalt: 3.002.00 €
       Steuerabzüge: 608.63 €
       SV-Anteil Arbeitnehmer: 643.92 €
       SV-Anteil Arbeitgeber: 580.14 €
       SV Beträge gesamt: 1224.06 €

Auf geht es wird gebucht:

                                                                             Die
Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmer + Arbeitgeber) werden per Bank überwiesen.




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"   - Ein Skript der BAW-Schule   (Stand 05/11)   73
Anlage 1
                                        Abschluss
                                    ohne Erfolgskonten


Geschäftsvorfälle:                                                               Buchungssätze:
1.   Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung                         BGA             an   Verb.
2.   Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                                          Bank            an   Ford.
3.   Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro                               Verb.           an   Bank
4.   Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                                  Bank            an   Kasse

                                           Eröffnungsbilanz
                              BGA            32.000 Verb.         20.000
                              Ford.          12.000 EK            82.000
                              Bank           25.000
                              Kasse           3.000
                              Waren          20.000
                              Rohstoffe      10.000
                                            102.000              102.000
         Betriebs-
   /Geschäftsausstattung                     Forderungen                                Bank
AB     32.000 SB      35.500 AB              12.000 2.             3.000 AB         25.000 3.            4.000
1.      3.500                                       SB             9.000 2.          3.000 5.           10.000
                                                                         4.          2.000 6.            5.000
                                                                                           8.              500
                                                                                           SB           10.500
        35.500       35.500                   12.000              12.000            30.000              30.000

           Kasse                           Verbindlichkeiten                           Waren
AB       3.000 4.     2.000 3.                4.000 AB            20.000 AB         20.000 SB           20.000
7.       1.000 SB     2.000 SB               19.500 1.             3.500
         4.000        4.000                  23.500               23.500            20.000              20.000

        Eigenkapitel                                                                  Rohstoffe
SB      82.000 AB    82.000                                                AB       10.000 SB           10.000

        82.000       82.000                                                         10.000              10.000

                                          Schlussbilanz(konto)
                              BGA             32.000 Verb.        20.000
                              Ford.           12.000 EK           82.000
                              Bank            25.000
                              Kasse            3.000
                              Waren           20.000
                              Rohstoffe       10.000
                                             102.000             102.000




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"       - Ein Skript der BAW-Schule          (Stand 05/11)                74
     Anlage 2
                                                Abschluss
                                            mit Erfolgskonten
                                                Geschäftsvorfälle:
1.     Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung          5.        Wir überweisen Löhne 10.000,00 €
2.     Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                           6.        Wir überweisen Miete 5.000,00 €o
3.     Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro                7.        Wir erhalten Provision 1.000,00 € bar
4.     Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                   8.        Wir überweisen € 500,00 Strom

           Büroausstattung                           Forderungen                                        Bank
AB      32.000SB                  35.500   AB         12.0002.      3.000         AB       25.000 3.                  4.000
1.       3.500                                              SB      9.000         2.        3.000 5.                 10.000
                                                                                  4.        2.000 6.                  5.000
                                                                                                  8.                    500
                                                                                                  SB                 10.500
        35.500                    35.500              12.000       12.000                  30.000                    30.000

               Kasse                               Verbindlichkeiten                             Rohstoffe
AB       3.0004.                   2.000   3.          4.000AB 20.000             AB       20.000 SB                 20.000
7.       1.000SB                   2.000   SB         19.5001.       3.500
         4.000                     4.000              23.500       23.500                  20.000                    20.000

       Warenbestand
AB     10.000 SB    10.000                                                                      Eigenkapitel
                                                                                  G+V      14.500 AB                 82.000
       10.000            10.000                                                   SB       67.500
                                                                                           82.000                    82.000


               Löhne                                 Raumkosten                              Provisionserträge
5.      10.000G+V                 10.000   6.          5.000G+V     5.500         G+V       1.000 7.                  1.000
                                           8.            500
        10.000                    10.000               5.500        5.500                   1.000                     1.000

                G+V
Löhne 10.000Prov.E.                1.000
Raumk 5.500EK                     14.500   Verlust
        15.500                    15.500
Erfolgskonten = kursiv
                                                Schlussbilanz(konto)
                                           BGA        35.500Verb. 19.500
                                           Ford.       9.000EK 67.500
                                           Bank       10.500
                                           Kasse       2.000
                                           Rohst      20.000
                                           Ware       10.000
                                                      87.000       87.000




      "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"        - Ein Skript der BAW-Schule            (Stand 05/11)            75
Anlage 3
                  Abschluss mit laufender Buchung der Warenentnahmen
                                   Bestandsorientierte Buchungen
1.           Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung       8.            Wir überweisen € 500,00 Strom
2.           Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                        9.            Barverkauf Waren € 5.000
3.           Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro             10.           Wir kaufen Ziel Waren € 4.000
4.           Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                11.           Barverkauf von Waren € 7.500
                                                                                    Rohstoffeinsatz ein lt. Material-
5.           Wir überweisen Löhne 10.000,00 Euro                      12.           emtnahmeschein € 3.000
6.           Wir überweisen Miete 5.000,00 Euro                       13.           Wareneinsatz gem. WWS = € 2.000
7.           Wir erhalten Provision 1.000,00 Euro bar                 Schlussbestand Waren = Inventur

               Büroausstattung                               Forderungen                                 Bank
AB                32.000SB            35.500     AB       12.000 2.            3.000   AB              25.000 3.         4.000
1.                 3.500                                         SB            9.000   2.               3.000 5.        10.000
                                                                                       4.               2.000 6.         5.000
                                                                                                              8.           500




                                                                                                                              B e t a n d s k e n
                                                                                                              SB        10.500
                  35.500              35.500              12.000             12.000                    30.000           30.000
                   Kasse                                   Verbindlichkeiten
AB                 3.0004.             2.000     3.        4.000 AB          20.000
7.                 1.000SB            14.500     SB       23.500 1.           3.500
9.                 5.000                                         10.          4.000
11.                7.500
                  16.500              16.500              27.500            27.500
               Warenbestand                                 Rohstoffbestand                            Umsatzerlöse
AB             20.000     13           2.000     AB 10.000       12   3.000            G+V             12.500 9          5.000
10.                 4.000                                        SB   7.000                                   11         7.500
                            SB        22.000
                   24.000             24.000            10.000        10.000                           82.000           82.000

                Wareneinsatz                               Rohstoffeinsatz                           Eigenkapitel                E
13.                2.000 G+V           2.000               3.000     G+V       3.000   G+V             7.000 AB         82.000 r
                                                                                       SB             75.000                     f
                    2.000              2.000               3.000                                      82.000            82.000 o
                    Löhne                                     Raumkosten                           Provisionserträge             s
5.                 10.000G+V          10.000     6.        5.000 G+V           5.500   G+V             1.000 7.          1.000 k
                                                 8.          500                                                               o
                   10.000             10.000               5.500               5.500                    1.000            1.000 n
                                                                                                                               t
            Gewinn u. Verlust-Konto                                                                                            e
WE                  2.000Erlöse       12.500                                                 Schlussbilanz(konto)              n
Rohstoffe           3.000Prov.E.       1.000                                           BGA        35.500 Verb.    23.500
Löhne              10.000EK            7.000     Verlust                               Ford.       9.000 EK       75.000
Raumk               5.500                                                              Bank       10.500
                  20..500             20.500                                           Kasse      14.500
                                                                                       Waren      22.000
                                                                                       Rohst       7.000
Erfolgskonten = kursiv                                                                            98.500          98.500




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"            - Ein Skript der BAW-Schule            (Stand 05/11)               76
Anlage 4
              Abschluss ohne laufender Buchung der Warenentnahmen
                               Aufwandsorientierte Buchungen
1.          Wir kaufen einen PC für 3.500,00 Euro auf Rechnung     8.             Wir überweisen € 500,00 Strom
2.          Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                      9.             Barverkauf Waren € 5.000
3.          Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro           10.            Wir kaufen Ziel Waren € 4.000
4.          Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein              11.            Barverkauf von Waren € 7500.
5.          Wir überweisen Löhne 10.000,00 Euro                    Schlussbestand Waren lt. Inventur € 22.000,00
6.          Wir überweisen Miete 5.000,00 Euro                     Schlussbestand Rohstoffe lt. Inventur € 7.000,00
7.          Wir erhalten Prüvision 1.000,00 Euro bar               BV = Bestandsveränderung

              Büroausstattung                           Forderungen                                    Bank
AB               32.000SB          35.500     AB     12.000 2.             3.000    AB              25.000 3.        4.000
1.                3.500                                     SB             9.000    2.               3.000 5.       10.000
                                                                                    4.               2.000 6.        5.000
                                                                                                           8.          500




                                                                                                                            B e s t a n d s k t e n
                                                                                                           SB       10.500
                 35.500            35.500            12.000               12.000                    30.000          30.000

                  Kasse                               Verbindlichkeiten
AB                3.0004.           2.000     3.      4.000 AB          20.000
7.                1.000SB          14.500     SB     23.500 1.           3.500
9.                5.000                                     10.          4.000
11.               7.500
                 16.500            16.500            27.500               27.500

             Warenbestand                               Rohstoffbestand                              Umsatzerlöse
AB           20.000     SB         22.000     AB 10.000       SB        7.000,00    G+V             12.500 9            5.000
BV                2.000                                       BV           3.000                           11           7.500

                22.000             22.000          10.000         10.000                         82.000             82.000
               Wareneinsatz                            Rohstoffeinsatz                           Eigenkapitel                   E
10.               4.000G+V           4.000                                          G+V           7.000 AB          82.000 r
                                                                                    SB           75.000                  f
                  4.000              4.000              3.000                                    82.000           82.000 o
                  Löhne                                    Raumkosten                          Provisionserträge         s
5.               10.000G+V         10.000     6.        5.000 G+V          5.500    G+V           1.000 7.         1.000 k
                                              8.          500                                                            o
                 10.000            10.000               5.500              5.500                  1.000            1.000 n
                   G+V                                                                                                   e
WE                4.000Erlöse      12.500                                                    Schlussbilanz(konto)        n
BV Rohst.         3.000BV Wa.       2.000                                           BGA             35.500 Verb.    23.500
Löhne            10.000Prov.E.      1.000     Verlust                               Ford.            9.000 EK       75.000
Raumk             5.500EK           7.000                                           Bank            10.500
                 22.500            22.500                                           Kasse           14.500
                                                                                    Waren           22.000
                                                                                    Rohst            7.000
Erfolgskonten = kursiv                                                                              98.500          98.500




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"         - Ein Skript der BAW-Schule            (Stand 05/11)                  77
Anlage 5
      Abschluss mit bestandsorientierten Buchungen der Warenentnahmen
                                und Umsatzsteuer
1.     Wir kaufen PC für € 3.500,00 + USt auf Rechnung        8.       Wir überweisen € 500,00 + USt Strom
2.     Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                      9.       Barverkauf von Waren € 5.950 incl. Ust
3.     Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro           10.      Wir kaufen (ER12) Waren € 4.760 incl. Ust
4.     Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein              11.      Barverkauf von Waren € 7.500 + Ust
5.     Wir überweisen Löhne 10.000,00 Euro                    12.      Wir setzen Waren ein ME/WWS € 3.000
6.     Wir überweisen Miete 5.000,00 Euro                     13.      Wareneinsatz gem WWS € 2.000
7.     Wir erhalten Provision 1.000,00 Euro bar                      Schlussbestand Waren = Inventur

        Büroausstattung                         Forderungen                                   Bank
AB       32.000 SB      35.500     AB           12.0002.             3.000   AB           25.000 3.        4.000
1.        3.500                                       SB             9.000   2.            3.000 5.       10.000
                                                                             4.            2.000 6.        5.000
                                                                                                 8.          595
                                                                                                 SB       10.405
         35.500           35.500                12.000              12.000                30.000          30.000

            Kasse                             Verbindlichkeiten                            Vorsteuer
AB        3.000 4.         2.000   3.            4.000 AB           20.000   1.               665 MWSt     1.520
7.        1.000 SB        16.875   SB          24.925 1.             4.165   8.                95
9.        5.950                                         10.          4.760   10.              760
11.       8.925
         18.875           18.875                28.925              28.925                 1.520           1.520

        Warenbestand                           Rohstoffbestand                             Umsatzsteuer
AB      20.000 13.    2.000        AB.          10.00012.            3.000   Vorst.        1.520 9.       950
10.      4.000                                        SB             7.000   SB              855 11.    1.425
               SB    22.000
        24.000       24.000                    10.000               10.000                 2.375            2.375
        Wareneinsatz                         Rohstoffverbrauch                            Umsatzerlöse
12.      5.000 G+V    5.000        12.          3.000G+V             3.000   G+V        12.500 9.          5.000
                                                                                                 11.       7.500
          5.000            5.000                 3.000               3.000              12.500           12.500
            Löhne                               Raumkosten                              Provisionserträge
5.       10.000 G+V       10.000   6.            5.000G+V            5.500   G+V           1.000 7.         1.000
                                   8.              500
         10.000           10.000                 5.500               5.500                 1.000           1.000

                                               G+V-Konto                           Schlussbilanz(konto)
                                   WE            2.000UmsErlös 12.500        BGA          35.500 Verb.    24.925
            Eigenkapital           Rohst.        3.000Prov.E       1.000     Forder        9.000 MWSt        855
G+V     7.000 AB         82.000    Löhne        10.000EK           7.000     Bank         10.405 EK       75.000
SB     75.000                      Raumk         5.500(Verlust)              Kasse        16.875
82.000                   82.000                 20.500          20.500       Waren        22.000
                                                                             Rohstoff      7.000
Erfolgskonten = kursiv                                                                   100.780         100.780




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"        - Ein Skript der BAW-Schule       (Stand 05/11)               78
Anlage 6
     Abschluss mit bestandsorientierten Buchungen der Warenentnahmen
                           (Rohstoffe und Waren aus Platzmangel zusammengefasst)
                    Umsatzsteuer, Abschreibungen und Privatentnahmen
1.       Wir kaufen PC für € 3.500,00 + USt auf Rechnung          9.        Barverkauf von Waren € 5.800 incl. Ust
2.       Ein Kunde überweist 3.000,00 Euro                        10.       Wir kaufen (ER 12) Waren € 4.640 incl. Ust
3.       Wir überweisen an den Lieferer 4.000,00 Euro             11.       Barverkauf von Waren € 7.500 + Ust
4.       Wir zahlen Euro 2.000,00 auf die Bank ein                12.       Wir setzen Waren ein lt. ME/WWS € 3.000
5.       Wir überweisen Löhne 10.000,00 Euro                      13.       Wir setzen Waren ein lt. ME/WWS € 2.000
6.       Wir überweisen Miete 5.000,00 Euro                       14.       Inhaber entnimmt Ware 1.000 + Ust
7.       Wir erhalten Provision 1.000,00 Euro bar                 15.       Wir schreiben die BGA mit 4.550 ab
8.       Wir überweisen Euro 500,00 + USt Strom                   Schlussbestand Waren = Inventur
             Büroausstattung                          Forderungen                         Bank
AB        32.000 15.Afa        4.550    AB        12.000 2.            3.000 AB          25.0003.       4.000
1.         3.500 SB           30.950                     SB            9.000 2.           3.0005.      10.000
                                                                             4.           2.0006.       5.000
                                                                                                8.        595
                                                                                                SB     10.405
          35.500              35.500              12.000              12.000             30.000        30.000
               Kasse                              Verbindlichkeiten                        Vorsteuer
AB         3.000 4.            2.000    3.         4.000 AB           20.000 1.             665MWSt     1.520
7.         1.000 SB           16.875    SB        24.925 1.            4.165 8.              95
9.         5.950                                         10.           4.760 10.            760
11.        8.925
          18.875              18.875              28.925            28.925                1.520         1.520
           Warenbestand                             Mehrwert-/Umsatzsteuer                  Privat
AB        30.000 12.           3.000    Vorst.     1.520 9.              950 14.          1.190 EK       1.190
10.        4.000 13.           2.000    SB         1.045 11.           1.425 Entn.
                 SB           29.000                     14.             190
          34.000              34.000               2.565               2.565           1.190             1.190
            Wareneinsatz                    Warenverkauf/Verkaufserlöse                   Eigenkapitel
12.         3.000 G+V           5.000   G+V       13.500 9.         5.000    G+V      10.550 AB         82.000
13.         2.000                                        11.           7.500 Privat    1.190
                                                         14. **        1.000 SB       70.260
            5.000               5.000             13.500              13.500          82.000            82.000
                                        ** man kann auch einem separten Erlöskonto
                                        buchen und dies über G+V abschließen
               Löhne                                Raumkosten                       Provisionserträge
5.        10.000 G+V          10.000    6.         5.000 G+V           5.500 G+V       1.0007.           1.000
                                        8.           500
          10.000           10.000                  5.500               5.500           1.000             1.000
            Abschreibungen                              G+V
15.        4.550 G+V        4.550       WE         5.000 WV           13.500        Schlussbilanz(konto)
                                        Löhne     10.000 Prov.E.       1.000 BGA         30.950Verb.   24.925
                                        Raumk      5.500 EK           10.550 Ford.        9.000MWSt     1.045
                                        Abschr.    4.550                     Bank        10.405EK      70.260
                                                  25.050              25.050 Kasse       16.875
                                                                             Waren       29.000
Erfolgskonten = kursiv                                                                   96.230        96.230




 "Rechnungswesen leicht gemacht 1a"         - Ein Skript der BAW-Schule           (Stand 05/11)           79

				
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posted:10/15/2012
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