Fachtagung im Rahmen der 1

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Fachtagung im Rahmen der 1 Powered By Docstoc
					Fachtagung im Rahmen der
   1. Sportstättenmesse
       „Sportinfra“



     Vortrag zum Thema:
        Interkommunaler
     Schwimmbadbau und
            Betrieb
Dirk Osterhoff, Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH, Gau-Algesheim
Inhaltsangabe


Die Geschichte der „rheinwelle“   Seite 1 – 2



Zahlen, Daten, Fakten             Seite 3



Der Betrieb                       Seite 4



Die Wirtschaftlichkeit            Seite 5



Die Organisation                  Seite 6



Zusammenfassung                   Seite 7
Die Geschichte der „rheinwelle“

Von der ersten Idee für ein gemeinsames Bäder-Projekt bis zur Eröffnung der
„rheinwelle“ war es ein langer Weg. Viele Gespräche mussten geführt, viele
Ideen sondiert und viel weit reichende Entscheidungen getroffen werden. Doch
professionelle Planung und engagierte Mitarbeiter/innen machten aus den
ambitionierten Plänen eine Erfolgsgeschichte.

Die Chronologie der Ereignisse …

1996 – 1999
Die Idee, ein gemeinsames Schwimmbadprojekt der Städte Bingen und
Ingelheim zu verwirklichen, wurde bereits in den 90ern geboren. Die Hallen-
und Freibäder beider Städte waren so marode geworden, dass beide Städte über
einen Neubau eines Bades nachdenken mussten. In Zeiten knapper Kassen
entstand dann auf beiden Seite die Idee eines Gemeinschaftsprojektes. Bei der
Überlegung, welcher Standort für beide Städte geeignet ist, fiel die Wahl auf
eine Gründstücksfläche (ca. 42.000 m²) in der Gemarkung von Gau-Algesheim,
die etwa mittig zwischen den Städten Bingen und Ingelheim liegt.

Februar 2002

Es wurde der Zweckverband Regionalbad Bingen – Ingelheim durch die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier gegründet. Mitglieder des
Zweckverbandes sind die Städte Bingen, Ingelheim und Gau-Algesheim. Grund
für diese Organisationsform ist der Wunsch, der Stadt Gau-Algesheim –
unabhängig von der späteren Betreiberform – das Eigentumsrecht am
Grundstück zu bewahren, obwohl sich die Stadt nicht an den Investitions- und
Betriebskosten beteiligt.

Dezember 2002

Die Generalplanerleistungen werden im Amtsblatt der Europäischen
Gemeinschaft ausgelobt. 45 Büros haben sich beteiligt. 6 davon wurden
schließlich ausgewählt um eine Vorplanstudie gebeten.

Juni 2003

Die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Regionalbad Bingen –
Ingelheim vergibt die Generalplanung an das Architekturbüro Dr. Krieger aus
Velbert. Überzeugt hatte die Abgeordneten sich schlüssige Thematisierung des
Flussmotivs.
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Februar 2004

Nach unzähligen Abstimmungsgesprächen mit dem Innenministerium, dem
Bauamt und den verschiedenen Gremien und Abteilungen der Städte wird
schließlich der Bauantrag eingereicht.

29. April 2004

Das Projekt wird vom Bauamt genehmigt – der damalige Innenminister Walter
Zuber setzt den ersten Spatenstich.

Dezember 2004

Die Betonarbeiten sind beendet und der Ausbau beginnt.

Januar 2005

Die Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH wird als Betreibergesellschaft der
„rheinwelle“ gegründet. Damit übernehmen die beiden Städte Bingen und
Ingelheim – für ein bad dieser Größenordnung ungewöhnlich – selbst die
Verantwortung für den Betrieb der Anlage.

Frühjahr 2005

Ein Wettbewerb wird ausgelobt, der alle Bürgerinnen und Bürger auffordert,
einen Namen für ihr neu entstehendes Bad zu finden.

   01. April 2005

Der Name des Regionalbades steht endgültig fest und wird der Öffentlichkeit
mit samt dem dazugehörigen Logo vorgestellt: „rheinwelle – Die rheinhessische
Wasserwelt“.


14. August 2005

Anlässlich eines Tages der offenen Baustelle haben die Bürgerinnen und Bürger
die Gelegenheit, sich einen Eindruck von dem neuen Bad zu verschaffen, in dem
sie zukünftig ihre Freizeit genießen können.

18. Dezember 2005

Offizielle Eröffnung der „rheinwelle“
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Zahlen, Daten, Fakten

   6.268 m² Fliesen

   550 m² Naturstein

   85 Kilometer Kabel

   1.795 m² Wasserfläche davon 800 m² Badeteich

   180 Tonnen Stahl

   3.000 m² Dachfläche

   14 Millionen € Herstellungskosten die wie folgt aufgeteilt sind:

     * 752 Tausend für Grundstücke von der Stadt Gau-Algesheim

     * 4 Millionen Zuschuss vom Land

     * 1,34 Millionen Zuschuss vom Landkreis Mainz-Bingen

     * 200 Tausend Zuschuss von der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim

     * 100 Tausend Zuschuss vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr RP für
       den notwendigen Zufahrtskreisel

     * Der Rest von rund 8 Millionen werden vom Zweckverband
       fremdfinanziert




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Der Betrieb

Für den Betrieb zeichnet sich die Betreibergesellschaft „Regionalbad Bingen
– Ingelheim GmbH“ verantwortlich. Die Gesellschafter der
Betreibergesellschaft sind die Städte Bingen und Ingelheim.

Aufgabe der Betreibergesellschaft ist der Betrieb von Schwimmbadanlagen –
nicht nur für das Gemeinschaftsprojekt „rheinwelle“ sondern auch für die in
beiden Städten zudem vorhandenen neuen Freibäder, wo von eines (Ingelheim)
ein normales Freibad und das andere (Bingen) ein ebenfalls neues
Naturerlebnisbad ist.

Ziel ist es einen wirtschaftlichen Schwimmbadbetrieb aufzubauen und zu
organisieren, so dass das operative Ergebnis eine „schwarze Null“ aufweist.




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Die Wirtschaftlichkeit

Die Betreibergesellschaft Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH hat das
Freizeitbad „rheinwelle“ vom Zweckverband Regionalbad Bingen –
Ingelheim gepachtet. Die jährliche Pachthöhe beträgt genau die Summe des
zurückzuzahlenden Finanzvolumens, welches der Zweckverband
fremdfinanziert hat.

Die Gesellschafter haben sich, gemäß dem Gesellschaftervertrag, dazu
verpflichtet, einen möglichen Verlust je zu gleichen Teilen auszugleichen. In der
Kalkulation geht man davon aus, dass sich dieser in Höhe der jährlichen
Pachtzahlung bewegt, so dass die beiden Städte ihren jährlichen Zuschuss für
den Schwimmbadbetrieb, gemessen an den Zuschüssen die vor dem
Gemeinschaftsprojekt von beiden Städten für ihre Bäder aufgebracht werden
mussten, mehr als halbiert wird.

Die Betreibergesellschaft hat ein entsprechendes und spezielles Marketing- und
Betriebsführungskonzept für den Betrieb der „rheinwelle“ erstellt, welches
kontinuierlich umgesetzt wird. Aufgabe ist es zudem, Profitcenter im Bad zu
schaffen, die die Verluste aus dem reinen Schwimmbadbetrieb decken. Hierfür
sorgen einerseits die für einen modernen Schwimmbadbetrieb dazugehörigen
Abteilungen Sauna, Gastronomie und Shop aber auch andererseits die
Werbevermarktung der „rheinwelle“.


Weitere wichtige Bausteine für einen wirtschaftlichen Schwimmbadbetrieb sind:

      Konsequentes Kostenmanagement
      Personalmanagement mit frei verhandelbaren Gehältern
      Eventmanagement
      Qualitätsmanagement




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Die Organisation
Unerlässlich für einen Schwimmbadbetrieb ist die Verkehrssicherung, die in
letzter Instanz immer die Verantwortlichen, die Schwimmbäder betreiben,
treffen.

Um dieser Verantwortung, nicht nur dem eingesetzten Personal gegenüber,
sondern auch den Gesellschaftern (Städte Bingen und Ingelheim) und
insbesondere mir, in der Eigenschaft des Geschäftsführers, gerecht zu werden,
ist für den Betrieb der „rheinwelle“ im Rahmen der Verkehrssicherung und
Qualitätssicherung ein Betriebshandbuch entwickelt und entsprechend
umgesetzt worden.

Die Unternehmung Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH ist in einem drei
Liniensystem aufgebaut.

    Geschäftsleitung
    Teamleitung
    Schichtleitung

Dieses gliedert sich in 4 Abteilungen.

      Verwaltung
      Betrieb (Schwimmbad und Sauna)
      Gastronomie
      Technik

Für jeden Mitarbeiter/innen wurde im Rahmen des Betriebshandbuches ein
Aufgabenverteilungsplan erstellt und ist Bestandteil des Arbeitsvertrages.




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Zusammenfassung

Abschließend darf man sagen, dass die beiden Städte Bingen und Ingelheim
stolz auf ihr Gemeinschaftsprojekt sein dürfen.

Beide Städte haben Mut bewiesen, dieses Gemeinschaftsprojekt zu realisieren.

Dass letztendlich auch eine hohe Identifikation mit diesem Projekt einhergeht,
zeigt alleine die Tatsache, dass für den Betrieb eine eigene Betreibergesellschaft
gegründet wurde.

Es wäre sicherlich einfacher gewesen, die Anlage an einen privaten Betreiber
abzugeben – aber genau hier wurde sensibel entschieden, sicherlich auch aus
den einschlägig bekannten negativen Fallbeispielen anderer Kommunen, die
schon den so genannten „Heimfall“ erlebt haben, weil die Betreiber in Insolvenz
gegangen sind.

An dieser Stelle wird darauf verzichtet auf die verschiedenen Betreibermodelle
einzugehen, weil dieses in diesem Referat den Rahmen sprengen würde.

Bleibt noch zu erwähnen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt die „rheinwelle“
alle prognostizierten Kennzahlen mehr als erreicht hat, so dass für das erste
Geschäftjahr davon ausgegangen werden darf, dass die Unternehmung
Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH nicht nur eine „schwarze operative
Null“ schreibt sondern auch der komplette Finanzdienst, in Höhe der jährlichen
Pachtzahlung an den Zweckverband, erwirtschaftet wird.

Für die Zukunft bleibt aber abzuwarten, ob die Erfolgskurve auch für die
weiteren Jahre anhält. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist eine ständige
Investition in die Anlage, sowohl attraktivitätssteigernde- als auch
werterhaltende Investitionsmaßnahmen.

                                  Ganz nach dem Motto


          No Risk – No Fun
Gau-Algesheim, 09. August 2006


Dirk Osterhoff
Geschäftsführer der Regionalbad Bingen – Ingelheim GmbH – Binger Straße – 55435 Gau-Algesheim
Tel.: 06725 – 3005-100 oder 0172 – 67 97 347 Fax: 06725 – 3005-150

				
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