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					                              Handels- und Zollpapiere
                                    Handelsrechnung
Die Handelsrechnung (Commercial Invoice) ist die wichtigste Beweisurkunde über die Vertragserfüllung und dient
in vielen Fällen als Grundlage für die Ausstellung besonderer Dokumente. Sie enthält Einzelheiten über
     - die Warenbezeichnung
     - das Gewicht, die Menge und die Verpackung
     - den Preis je Einheit und den Gesamtpreis
     - die Lieferbedingungen
     - die Markierung der Verpackung/Ware
     - die Vertragsparteien (Name und Anschrift) und
     - die Fracht- und Versicherungskosten.
Die Handelsrechnung ist Prüfunterlage für die Übereinstimmung mit dem Kaufvertrag und für die
Zahlungsanweisung durch den Importeur. Sie ist auch Unterlage für die Zollabfertigung, so dass in vielen Fällen
weitere Einzelheiten, wie Rabatte, Prachtbrief-Nr., Schiffsname, Zolltarif-Nr. usw. erforderlich sind.
Die Aufmachung der Handelsrechnung unterliegt keinen internationalen Vereinbarungen, doch haben viele Länder
sehr detaillierte eigene Aufmachungsvorschriften, die unbedingt einzuhalten sind, nicht zuletzt weil die Angaben in der
Handelsrechnung zur Ermittlung des Zollwertes und der Zulässigkeit der Einfuhr dienen. In manchen, besonders
außereuropäischen Ländern sind die Aufmachungsbestimmungen sehr umfangreich. (Vgl. Informationen für die
Außenwirtschaft, div. Ländermerkblätter.) Um eine reibungslose Ablieferung beim Importeur zu gewährleisten,
muss sich der Exporteur ständig an die neuesten Aufmachungsbestimmungen halten.
Mitunter werden Pro-forma-Rechnungen ausgestellt, die die gleichen Angaben wie die Handelsrechnung
enthalten müssen. Es handelt sich hier jedoch nur um der Form halber ausgestellte Vorausrechnungen, die
von manchen Ländern zur Ausstellung einer Importlizenz benötigt werden oder als Grundlage für einen
Akkreditivantrag bei einer Bank dienen. Manchmal finden sie auch bei Angeboten oder Konsignations-
geschäften Verwendung.
Länder mit Devisenbewirtschaftung verlangen oft eine legalisierte Handelsrechnung, durch die sie sich die
Angemessenheit des Preises bestätigen lassen. Sie wollen vermeiden, dass aufgrund interner Vereinbarungen
zwischen Exporteur und Importeur ein überhöhter Rechnungsbetrag angewiesen wird, der dann auch zu einer
höheren Bereitstellung von Devisen an den Importeur führt. Tatsächlich zahlt der Importeur aber nur den
niedrigeren, richtigen Preis und erschleicht sich so zusätzlich Devisen.
Die Beglaubigung der Angemessenheit des Preises erfolgt meistens durch die Industrie- und Handelskammern oder
durch das Konsulat des Importlandes.
                                                   Konsulatsfaktura
Die Konsulatsfaktura (Consular Invoice) wird vom Konsulat des Importlandes im Exportland auf eigenen
Rechnungsformularen ausgestellt. Sie hat zunächst grundsätzlich den gleichen Inhalt wie die Handelsrechnung, doch
soll sie als Unterlage für die Verzollung im Importland Angaben über das Ursprungsland und (wie die legalisierte
Handelsrechnung) die Angemessenheit des Preises machen sowie vor Manipulationen zu Lasten des Importlandes
schützen. Die Ausstellung bzw. Beglaubigung der Konsulatsfaktura erfordert bisweilen eine längere
Bearbeitungszeit und ist nicht kostenfrei.

                                                 Zollfaktura
Die Zollfaktura (Customs Invoice) wird auf Formularen der Zollämter des Importlandes ausgestellt und
ist vom Exporteur und ggf. einem Zeugen (Angestellten) zu unterschreiben. Sie dient als Unterlage für
die Verzollung im Importland und hat neben den üblichen Angaben das Ursprungsland der Ware zu
bescheinigen. Dadurch kann das Ursprungszeugnis entfallen (Combined Certificate of Value and Origin).
Die Zollfaktura ist also richtiger ein Wert- und Ursprungszertifikat, das vor allem von zum
Commonwealth gehörenden Ländern verlangt wird, wie z.B. von Jamaika oder Neuseeland, aber auch
von Kanada.
                                Ursprungszeugnis und Ursprungserklärung
Ein Ursprungszeugnis (Certificate of Origin) wird von vielen Ländern verlangt, teilweise jedoch nur für
bestimmte Produkte. Ursprungszeugnisse dienen:
• dem Nachweis der überwiegenden Herstellung im Exportland
• der Überprüfung der Einhaltung bilateraler Handelsabkommen
• zur Kontrolle der Nicht-Einfuhr aus bestimmten Ländern
• zur Überwachung von Importbeschränkungen und Importkontingenten
• dem Importeur zur Erreichung von Einfuhrerleichterungen bei Meistbegünstigungsklauseln aufgrund von
   Handelsverträgen.
Als Ursprungsland gilt das Land, in dem die Ware vollständig gewonnen worden ist oder in dem die Ware die
letzte erhebliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- oder Verarbeitung erfahren hat, die zur Herstellung eines
neuen Erzeugnisses geführt hat oder eine bedeutende Herstellungsstufe darstellt. Als Entscheidungskriterium für
eine Be- oder Verarbeitung kann der Wechsel der Zoll-Tarifnummer dienen.
Sind an der Herstellung einer Ware mehrere Länder beteiligt, so gilt als Ursprungsland in der Regel das der letzten
Bearbeitung, sofern diese eine wesentliche Veränderung der Ware herbeigeführt hat.
Das Ursprungszeugnis wird in der Regel von den inländischen Industrie- und Handelskammern ausgestellt oder
beglaubigt und bescheinigt die Herkunft der Ware. Zur Ausstellung können auch Wirtschaftsverbände
autorisiert sein, jedoch nicht der Exporteur selbst oder der Ablader.
Problematisch kann die Beglaubigung werden, wenn zusätzliche (diskriminierende) Erklärungen im
Ursprungszeugnis enthalten sein sollen wie z.B. die sog. Israel-Klauseln bei Exporten in islamische Länder oder
die sog. Black-List-Clauses (keine Wirtschaftsbeziehungen zu bestimmten Unternehmen). Nach § 4a AWV ist
Gebietsansässigen seit 1993 die Abgabe von jeder Art von Erklärung verboten, die einen Boykott gegenüber
einem anderen Staat bedeuten würde. Davon sind alle Bereiche des Außenwirtschaftsverkehrs betroffen, nicht nur der
Warenverkehr sondern z. B. auch Akkreditive, Garantien oder Ausschreibungen.
In manchen Fällen genügt auch eine Ursprungserklärung des Lieferanten, die von ihm und einem Zeugen (i. d.
R. ein Angestellter) zu unterzeichnen ist und keine bestimmten Form Vorschriften erfüllen muss, so dass sie auch
auf der Handelsrechnung oder ähnlichen Dokumenten abgegeben werden kann. Bei Einfuhren in die EG muss die
Erklärung den Hinweis auf die Einhaltung der Ursprungs regeln der EG enthalten.
                                          Warenverkehrsbescheinigung
Die Warenverkehrsbescheinigung ist die Erklärung des Exporteurs, dass die Ware entweder in einem EG-Land
oder in einem mit der EG durch ein Assoziierungs-, Präferenz-, Kooperations- oder Freihandelsabkommen
verbundenen Land hergestellt worden ist oder bei entsprechender Warenherkunft in der EG zollamtlich zum freien
Verkehr freigegeben ist. Die Erklärung wird vom Zollamt bestätigt und ist auf dem Formular EUR l abzugeben.
Bei einem Warenwert unter 6.000 Euro reicht auch eine Erklärung des Exporteurs auf der Handelsrechnung über die
Warenherkunft und die Erfüllung der Voraussetzungen für den präferenzbegünstigten Warenverkehr.
In bestimmten Fällen wie z. B. bei kleineren Warenimporten oder kleineren Postsendungen genügt das vereinfachte
Formular EUR 2.
Warenverkehrsbescheinigungen sind Präferenzursprungsnachweise, von deren Vorlage die Einräumung der
bevorzugten Zollsätze abhängig gemacht wird. Sie dienen auch ersatzweise als allgemeines Ursprungszeugnis.
Als spezielle Warenverkehrsbescheinigungen sind noch die Freiverkehrsbescheinigungen bei Warenimporten aus
der Türkei in die EG zu sehen (A.TR),. Sie dienen als Nachweisdokument für den begünstigten Warenverkehr
und die Freiverkehreigenschaft im Rahmen der Zollunion mit der Türkei als assoziiertem Staat.
                                        Sonstige Warenbegleitdokumente
Je nach der Besonderheit des Außenhandelsgeschäfts oder der Einfuhrbestimmungen können weitere
Warenbegleitpapiere erforderlich oder wünschenswert sein. So können Sachverständigenzeugnisse dem Importeur
die einwandfreie Lieferung bescheinigen oder den Einfuhrbehörden die Einhaltung spezieller Gesetze bestätigen.
Hierzu zählen:
• das Gesundheitszertifikat (insbesondere bei Lebensmitteln und Tieren)
• das Inspektionszertifikat (insbesondere bei Getreidelieferungen über Tierbefall, Qualität und Provenienz oder
   bei technischen Erzeugnissen über die technische Abnahmeprüfung)
• das Analysenzertifikat (insbesondere bei Rohstoffen und Lebensmitteln über die chemische Zusammensetzung)
• Wiegezertifikate (insbesondere bei Massengütern)
• IMO - Erklärung für gefährliche Güter gemäß § 8 GGVSee.
In manchen Fällen werden vom Importeur oder von Versicherungen Transporterklärungen gefordert, in denen vor
allem bestätigt wird, dass Transporte nicht mit bestimmten (z. B. ungeeigneten) Schiffen durchgeführt werden und
bestimmte (z. B. bedrohte) Häfen nicht angelaufen werden. Derartige Erklärungen sind zulässig, wenn sie dazu dienen,
den Versicherungsschutz oder den Warenerhalt zu gewährleisten.
Weiterhin können für den Importeur folgende Bescheinigungen zur besseren Kontrolle vorteilhaft sein, wie z.B.
 • Gewichtslisten
• Aufmaßlisten
• Werkstatteste und
• Verpackungslisten.

				
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