Bedeutung des iCommerce by 2jEJEK

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									                         Bedeutung des eCommerce

Wir werden uns in diesem Semester die Bedeutung des eCommerce für die
Ökonomie des Unternehmens erarbeiten. Gemeinsam entwickeln wir ein Verständnis
für die Relevanz des Mediums und der darauf basierenden Wirtschaft.

Sie lernen, wie erfolgreiche Geschäftsmodelle in der neuen Wirtschaft aufgebaut
werden. Wenn die Vorlesung erfolgreich durchgeführt ist, haben Sie neue Potenziale:

Sie werden Ihre Aufgaben mit dem Medium besser erledigen können, als mit jedem
anderen Medium.

Sie werden verstehen, welche Rationalisierungsvorteile in dem Medium stecken.

Sie werden jedem erklären können, was das Besondere am eCommerce ist.

Sie werden andere von Vorurteilen befreien und vor Fehleinschätzungen warnen.

Unsere Wirtschaftslehre hat eine deskriptive Vorgehensweise. Sie beobachtet, was
passiert und formt daraus sogenannte Theorien. Wenn es mir gelingt, Sie in die Lage
zu versetzen, präskriptiv zu denken, dann haben Sie einen großen Vorteil – eines
Tages werden Sie damit Geld verdienen.

Am Ende der Vorlesung werden Sie eine Meinung haben zu vielen Fragen, die auf
Sie im Zusammenhang mit dem Medium zukommen, oder die Sie sich selbst stellen.

Zum Beispiel:

Warum sind manche Internet Unternehmen erfolgreicher als andere?

Welche Bedeutung hat eBusiness für die Old Economy?

Wie wird in etablierten Geschäftsprozessen mit dem eBusiness Geld verdient?

Warum ist die Internet Blase geplatzt – ist sie das überhaupt?

In welche Entwicklungen sollen wir Geld investieren?

Was ist der optimale Preis für eine Internet Dienstleistung?

Welche Vorteile hat der First Mover?

Wie werden Interessanten angelockt und wie werden Sie gebunden?

Welches Marketing ist im eBusiness erfolgreich?

Haben Sie noch Fragen, die Sie gern beantworten möchten? Sie haben jetzt die
Gelegenheit, den weiteren Verlauf der Vorlesung zu beeinflussen.
Ich habe hier noch ein paar Antworten auf Fragen, die Sie erst noch stellen werden;
d.h. ich werde ein paar Vorurteile gleich mal zu Beginn unserer Vorlesung
ausräumen.

   1. Vorurteil: Das Internet hat keine Bedeutung für den stationären Handel

Heute werden erst 2-3 Prozent des Handels über das Internet abgewickelt, sagen
manche Handelsfunktionäre.

Das ist in jeder Beziehung falsch.

Genauso gut könnte man sagen, es werden erst x-Prozent des Handels über das
Telefon abgewickelt. Über das Telefon wird gar kein traditioneller Handel
abgewickelt, genau so wenig, wie über das Internet – oder haben Sie schon mal eine
Tiefkühlpizza durch das Telefon bekommen?

Tatsächlich informieren sich 90 Prozent der Internet Nutzer im Internet über ein
Produkt, bevor sie es kaufen. Schätzungen für die USA haben ergeben, dass 650
Mrd. $ Umsatz durch das Internet beeinflusst werden.

Das ist der hintergründige Effekt. Vordergründig werden bereits 680 Mrd. € in
Westeuropa umgesetzt, davon 90% im B2B – und übrigens - 16% des
Handelsumsatzes ist B2B.

Lassen Sie uns später noch einmal auf die konkrete Marktbedeutung des
eCommerce eingehen.

Am Internet hängt inzwischen eine riesige Industrie für Produkte und
Dienstleistungen. Milliarden sind in Rechner, Router, Server und Kabel investiert
worden. Millionen von Kilometern sind an Datenkabeln gezogen worden. Rechnen
Sie nur die Rechner hoch, die im Internet als Server angemeldet sind. Die
Schätzungen belaufen sich auf 200 Mio. Hosts. Nehmen wir für jeden nur einen Wert
von 5.000 € an, so summiert sich das auf 1 Billion €.

   2. Vorurteil: Es gibt kaum digitale Güter, die über das Internet verkauft
      werden.


Die Umsätze mit virtuellen Gütern steigen dramatisch; hier nur für einige Beispiele:

eBay: 2,5 Mrd. $
T-Online: 2 Mrd €
AOL: 41 Mrd. $
Yahoo: 3,2 Mrd $
Google: 1,6 Mrd. $
Downloads – virtuelle Güter im Wert von 484 Mio. € in Deutschland
Internetwerbung – die Werbeausgaben im Internet haben gerade die Radiowerbung
überholt.

Freenet, Web.de, Overture, Online Werbung in Deutschland: 1 Mrd € in 2004
Also während die Nation noch über 1% Wachstum lamentiert, macht iTunes 162%
im Quartal; also, worüber reden wir hier eigentlich?

   3. Vorurteil: Die Internet Blase ist geplatzt

Die Hälfte der Internet Unternehmen hat überlebt. Kein deutscher Computerhersteller
hat überlebt; Wieviel deutsche Fernsehhersteller kennen Sie? Wie viele deutsche
Steinkohlenzechen gibt es noch? Wieviele Tankstellen gibt es? Ihre Zahl ist von über
50.000 in den 80’er Jahren auf 14.000 zurückgegangen – ist deshalb die Tankstellen
Blase geplatzt?

   4. Vorurteil: Das Internet ist ein Allheilmittel

Die verbesserte Kommunikation im Internet wird Missverständnisse ausräumen und
Frieden stiften.

Diese Erwartung ist so alt, wie jede Kommunikation, aber sie wurde leider bisher
immer enttäuscht.

„Mit diesem Mittel zum Gedankenaustausch zwischen allen Nationen der Welt kann
es gar keine Vorurteile und Feindschaften mehr geben.“ Das ist kein aktueller
Ausspruch, sondern das sagten die Menschen begeistert, nachdem das erste
Transatlantikkabel verlegt war.

Nicholas Negroponte hat sich zu der Äußerung aufgeschwungen, dass die Kinder
der Zukunft dank des Internet „keinen Nationalismus mehr kennen“ werden.

Ähnliche Hoffnungen wurden schon in das Radio gelegt. „Eine Nation wird der
anderen Frieden verkünden“ war das Motto der weltweiten Sendungen der BBC.
Leider ist genau das Gegenteil eingetreten, bei Adolf Hitler oder dem Sender Mille
Collines in Ruanda.

Das Internet erzeugt keine eigenen Botschaften, es stellt sie nur auf eine für das
Medium eigene Weise dar.

The Medium is the Message.

								
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