Creative Industries in Wien by SzYu1ey

VIEWS: 2 PAGES: 8

									Die Verwertungsrechte für diesen Text sind Eigentum von
WienTourismus. Bis auf Widerruf darf dieser Text kostenfrei
nachgedruckt werden, auch auszugsweise und in Bearbeitung.
Belegexemplare erbeten an: WienTourismus, Medienmanagement,
Obere Augartenstraße 40, 1020 Wien; media.rel@wien.info. Alle
Angaben in diesem Text ohne Gewähr.
Stand Jänner 2012




Creative Industries in Wien


Wer heute Wien besucht, trifft auf eine faszinierende Mischung aus Tradition und
Innovation. Das Neue hat das Alte nicht verdrängt, eine junge Kreativszene bespielt die
Stadt der Kunst und Kultur auch mit avantgardistischen Inhalten.


Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Wien das kreative Zentrum Europas. Josef Hoffmann,
Otto Wagner, Kolo Moser, Adolf Loos und Gustav Klimt läuteten um die Jahrhundertwende die
große Zeit der österreichischen Moderne ein. Wiener Traditionsunternehmen wie die Porzellan-
manufaktur Augarten und der Glaswarenspezialist Lobmeyr erkannten die Bedeutung der
kreativen Strömungen. Sie realisierten Entwürfe von zeitgenössischen Künstlern wie Josef
Hoffmann, Michael Powolny, Franz von Zülow und anderen Vertretern der Wiener Werkstätte.


Wien hat sich im 21. Jahrhundert wieder zu einem Zentrum der Kreativität entwickelt. Spannende
Dinge entstehen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design, zwischen Handwerk und neuen
Technologien. Die inzwischen klassischen Designs von Hoffmann & Co werden nach wie vor von
den Wiener Traditionsunternehmen produziert, gleichzeitig sorgen aber auch junge Künstler für
frischen Wind und neue Designideen in den Werkstätten. Ein schönes Beispiel ist das Trinkservice
Nr. 248 der Firma J. & L. Lobmeyr, das von Adolf Loos 1931 entworfen wurde. Zum 80. Jubiläum
dieses Services hat Lobmeyr den Grafikdesigner Stefan Sagmeister eingeladen, die Gläser
umzugestalten. Loos hatte einst angeregt, die Gläser am Boden mit kleinen Figuren zu verzieren.
Sagmeister, der durch CD-Covers für die Rolling Stones, Lou Reed oder die Talking Heads
bekannt wurde, interpretierte diese Idee neu. Zusammen mit der New Yorker Grafikdesignerin
Jessica Walsh verzierte er die Gläser mit 14 Motiven: Sieben Motive stellen die Todsünden dar,
weitere sieben die Tugenden.


Neben dem traditionellen 3/4-Takt des Walzers geben in Wien auch elektronische Beats immer
öfter den Ton an. Die Unternehmen der Creative Industries beleben Wien mit neuer Musik,
innovativem Design und trendiger Mode. Einen dichten Eindruck von den Produkten der Wiener


                                                1
Kreativszene vermitteln Präsentationsflächen wie die Kunstmesse Viennafair, das „festival for
fashion & photography“ oder die Vienna Design Week. Das Festival sound:frame widmet sich nun
bereits zum sechsten Mal audiovisuellen Kunstformen – in Praxis wie in Theorie.


Die Kunstmesse Viennafair findet im September statt und versteht sich als Inkubator und
Schaufenster für junge Galerien aus den Ländern Zentral-, Süd- und Osteuropas. Rund 160
Galerien stellen jedes Jahr Kunstwerke und -objekte von bis zu 1.500 Künstlern aus. Wiens
Galerien-Hotspots Eschenbachgasse und Schleifmühlgasse sind ebenso vertreten wie zahlreiche
Aussteller aus dem Ausland, speziell die Schwerpunktregion Ost- und Südosteuropa
(www.viennafair.at).


Mode steht im Mittelpunkt, wenn „Unit F büro für mode“ eine Veranstaltung gestaltet. Das „festival
for fashion & photography“ ist eine beeindruckende Leistungsschau der Wiener Kreativszene. Das
gilt auch für die einzelnen Events dieses Festivals, das Ende Mai/Anfang Juni stattfindet
(www.unit-f.at).


Die Vienna Design Week bespielt zahlreiche Orte der Stadt und beleuchtet Design von unter-
schiedlichen Seiten: Neben den Produkten selbst geht es bei diesem Festival auch um
Entstehungsprozesse und Produktionsbedingungen. Das hat die Vienna Design Week, die 2007
erstmals veranstaltet wurde, sehr schnell zu einem Fixtermin im herbstlichen Wiener Kultur-
kalender gemacht (www.viennadesignweek.at).



Mode aus Wien: Gar nicht traditionell


Wendy & Jim: Big in Japan
www.wendyjim.com
Wendy & Jim ist die größte Erfolgsstory für Mode aus Wien seit Helmut Lang. Ihre
avantgardistischen Entwürfe sind bei den weltweit wichtigsten Fashionshows zu sehen, seit 2003
sind sie Mitglied der „Chambre syndicale du prêt-à-porter des couturiers et des créateurs de mode“.
„Wir können mehr als nur Kleidung zeigen. Wir kreieren ein Lebensgefühl”, formulieren Hermann
Fankhauser und Helga Schania ihr Credo. Den größten Run auf die Kreationen von Wendy & Jim
gibt es seit Jahren in Japan, wo der Trend zu avantgardistischer Mode offensichtlich stärker ist als
in Europa.


Susanne Bisovsky: Haute-Couture, Punk und Tracht im Salon privé
Salon privé Seidengasse 13/6, 1070 Wien (nach Voranmeldung), www.bisovsky.com
Susanne Bisovsky hat bei Vivienne Westwood und Helmut Lang studiert, Jean-Charles de
Castelbajac hat sie als Newcomerin direkt nach Paris geholt. „Nichts ist unmoderner als der


                                                 2
modische Höhepunkt der Zeit“, dient der Modeschöpferin als Leitspruch. Dementsprechend setzt
sie auf Inspiration durch lokale Besonderheiten. Bisovsky kombiniert folkloristische Motive mit
nobler Eleganz oder konterkariert sie mit Punk-Elementen. Ihre Haute-Couture-Kollektionen tragen
Namen wie „Trachtencouture Trachtenpunk“ oder „Wiener Chic“. Im Prêt-à-porter-Segment bleibt
sie der Kollektion „Mitgift“ treu, die mittlerweile ihre dritte Erweiterung erfahren hat und auch in
Berlin, Amsterdam und Paris erfolgreich ist. Passend zu ihrem – allerdings nur scheinbar – aus der
Zeit gefallenen Modebegriff präsentiert Susanne Bisovsky ihre Entwürfe in einem 200 m² großen
„Salon privé“. Allerdings ist dafür, wie der Name schon vermuten lässt, eine Voranmeldung
notwendig.


superated: Ein Ort der Synergien
„Samstag“, Margaretenstraße 46, 1040 Wien, www.samstag-shop.com, www.superated.com
Die Mode von superated (Peter Holzinger, Bertrand Kirschenhofer, Christian Moser) überzeugt mit
klaren Linien, edlen Materialien und originellen Schnitten – das macht sie so zeitlos wie modern.
Damit hat sich superated als High-Fashion-Label etabliert. Mittlerweile gibt es auch den
dazugehörigen Shop „Samstag“ in der Margaretenstraße in Wien. Im Sinne der Synergien ist dort
neben den eigenen Stücken auch Mode anderer DesignerInnen zu finden.


Ute Ploier: menswear by a lady
Ute Ploier, Rüdigergasse 8/3, 1050 Wien, www.uteploier.com
Ute Ploier hat sich auf Männermode spezialisiert. Mit ihrer Kollektion „Noli me tangere“ gewann die
damals 27-Jährige als erste österreichische Designerin 2003 den renommierten Prix Hommes für
die beste Männerkollektion beim Internationalen Mode- und Fotografiefestival in Hyères. Ute
Ploiers Männerkollektion überzeugt durch High-Tech-Ästhetik und avantgardistische Ansätze. Mit
dem Kaufhaus Selfridges in London und Walter Van Beirendoncks Outlet „Walter Shop” in
Antwerpen ist Ute Ploier international vertreten. In Wien gibt es zwei Mal jährlich einen Sample
Sale in ihrem Atelier, Informationen dazu bietet der Newsletter.


Anna Aichinger: Mode für feminine Powerfrauen
Anna Aichinger, Weihburggasse 16/3, 1010 Wien, www.annaaichinger.com
Als Mode für „Alphafrauen, die sich nicht davor scheuen, Machtpositionen einzunehmen oder die
Welt auf andere Weise zu erobern – durch Talent, Engagement und Stil“, beschreibt Anna
Aichinger ihre Linie. Das zeigt sie durch geradlinige Entwürfe, die aus neu interpretierten Basics in
elementaren Farben bestehen. Neben dem starken Design legt Aichinger Wert auf hohe Material-
qualität und faire Herstellungsbedingungen. In Wien findet man die Kollektionen bei Nachbarin,
dem Shop für europäisches Modedesign (Gumpendorfer Straße 17, 1060 Wien,
www.nachbarin.co.at), Amicis (Seilerstätte 11, 1010 Wien) und Be A Good Girl (Westbahnstraße
5A, 1070 Wien, www.beagoodgirl.com).


                                                    3
Petar Petrov Menswear: Bulgarien, Wien, Paris
www.petarpetrov.com
Von Bulgarien über die Wiener Universität für angewandte Kunst zur Pariser Fashion Week: So
lässt sich die Biographie von Petar Petrov kurz zusammenfassen. Mit Reduktion, manchmal
überraschenden Farben und viel Lust auf schräge Details – wie etwa asymmetrische Falten – hat
er seinen unverwechselbaren Stil entwickelt. Im Juni 2004 wurde Petrov in den offiziellen
Showkalender der Pariser Fashion Week aufgenommen und ist seither regelmäßig in Paris
präsent. Seine Biographie zeigt auch, wie gut die Wiener Kreativszene als Schnittstelle zwischen
Ost und West funktioniert. Die Reflexion seiner osteuropäischen Wurzeln und sein unmittelbares
Umfeld nennt der Modedesigner als zentrale Quellen seiner Inspiration.



Accessoires: Kunst am Körper und auf dem Kopf


Ina Kent: Taschen, die funktionieren
Lindengasse 46 & Siebensterngasse 50, 1070 Wien, www.inakent.at
„Bags tell stories“ lautet Ina Kents Leitspruch. Die Designerin versteht ihre Taschen nicht als
solitäre Objekte, sondern als Accessoires, die vielseitig einsetzbar und gut kombinierbar sind.
Neben dem durchdachten Design bilden höchste Maßstäbe bei Verarbeitung und Qualität des
Materials die Voraussetzung dafür. Überflüssiges lässt Ina Kent weg, die Funktion steht im
Vordergrund. Man kann es Understatement nennen, jedenfalls zeigen diese Taschen, dass gutes
Design nicht spektakulär sein muss. Auf ihrer Website verrät die Designerin auch, wie ihre
Taschen „umgebaut“ und auf unterschiedliche Art getragen werden können.


Florian Ladstätter: Schmuck für Kate Moss
www.florian-design.com
„Ich komme aus einer Szene, die Schmuck immer als Kunst gesehen und in Vitrinen ausgestellt
hat”, sagt Florian Ladstätter. Das war ihm aber zu wenig, er will seine Arbeiten nicht nur als
autonome Objekte sehen: „Angewandt ist es viel spannender, als ein von Menschen benutztes und
mit dem Körper spielendes Schmuckstück.” Internationale Anerkennung ist ihm gewiss: So
präsentiert etwa Supermodel Kate Moss seine Kreationen im Hochglanzmagazin „W“. Mit der Serie
„Vienna Jewels“ interpretiert Ladstätter bekannte Kulturgüter Wiens. Es geht ihm dabei nicht um
einfaches Abbilden: Er will die Ästhetik und Atmosphäre von Bauwerken wie dem Schloss Schön-
brunn oder der Wiener Secession einfangen und auf Schmuckstücke übertragen.


Mühlbauer: Keep a cool head
Mühlbauer Hutmanufaktur, Seilergasse 10, 1010 Wien, www.muehlbauer.at
Der Name Mühlbauer steht in Wien seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts für traditionelle Hut-
mode mit hoher Qualität. Als Klaus Mühlbauer mit seiner Schwester Marlies im Jahr 2000 den

                                                  4
Familienbetrieb übernahm, krempelte er das Sortiment gründlich um. Die Qualität ist geblieben,
bewährte Handwerkskunst hat eine neue Form erhalten. Avantgardistisches Styling hat Mühlbauer
Headwear attraktiv gemacht für Trendsetter auf der ganzen Welt – von Eva Padberg bis Yoko Ono.
80 Prozent der Mühlbauer-Hüte gehen in den Export. In Wien betreibt Mühlbauer nicht nur sein
Atelier am Schwedenplatz, sondern auch den vom Architektenduo Kühn Malvezzi gestalteten
Flagship-Store in der Seilergasse. Das coole Design bietet den perfekten Rahmen für die
ausgefallenen Entwürfe.


AND_i: Coole Glanzstücke
Atelier: Hohlweggasse 11/2 (Voranmeldung erforderlich), 1030 Wien, www.and-i.net
Eloxiertes Aluminium dominiert die Startkollektion „Shimmer“ des Schmucklabels AND_i. New York
und Tokio sind, neben dem Webshop, die ersten Stationen der internationalen Etablierung des
jungen Wiener Schmuckdesigners Andreas Eberharter. Nebenbei haben seine Stücke bereits
Museumsreife erlangt: Sie wurden in die Sammlung des Museum für angewandte Kunst (MAK) in
Wien aufgenommen. Neben dem verwendeten Aluminium zeichnen sich die überdimensional
großen Schmuckstücke durch die hohe Qualität des handwerklichen Zugangs und das
kompromisslose Design aus. In Wien gibt es AND_i-Schmuckstücke bei artup (Bauernmarkt 8,
1010 Wien, www.artup.at) oder nach vorheriger Absprache direkt im Atelier des Designers.


eva blut accessories: Innovativer Materialmix
www.evablut.com
Das 1998 in Wien gegründete Label steht für innovative Kollektionen, die zwischen Kleidung und
Accessoires angesiedelt sind. Ein origineller Materialmix zeichnet die neue Produktlinie „eva blut -
favorite companions“ aus, die Gitternetzmaterialien mit Leder kombiniert. So entstehen flexible,
leichte und trotzdem hoch belastbare Taschen und Accessoires, die den persönlichen Stil der
Trägerin unterstreichen und sich wandelnden Tragebedürfnissen anpassen. In Wien erhältlich bei
Tiberius (Lindengasse 2, 1070 Wien, www.tiberius.at).



Design: Schräg, glamourös und praktisch


Walking-Chair: Schräge Klassiker
Walking-Chair, Rasumofskygasse 10, 1030 Wien, www.walking-chair.com
Die Ansprüche der Walking-Chair-Designer Karl-Emilio Pircher und Fidel Peugeot sind hoch: „Man
sollte vor gutem Design entzückt wie vor der Mona Lisa stehen“. Mit Produkten wie dem runden
Konferenztisch PingMeetsPong oder dem Walking Chair ist ihnen das bei ihren eigenen Entwürfen
durchaus schon gelungen. Die aktuellen Ideen drehen sich um den öffentlichen Raum, den
Walking-Chair wieder aufwerten will. Das Mittel dazu heißt „Public Furnitures“. Das sind Möbel, die
aus beständigen Materialen gefertigt werden, mit einer Formgebung, die auf die Bedürfnisse der

                                                  5
Menschen des 21. Jahrhunderts zugeschnitten ist. Bequemlichkeit, Privatsphäre und
Kommunikation stehen im Mittelpunkt: So bieten sie neben Wetter- und Lichtschutz für Bildschirme
auch W-LAN.


Lucy.D: Skulpturen mit Gebrauchswert
Lucy.D Design, Halbgasse 20/3, 1070 Wien, www.lucyd.com
„Die Einfachheit der Handhabung steht im Mittelpunkt. Unsere Inspirationen holen wir uns aus dem
Alltag, den wir permanent beobachten und hinterfragen.“ So definieren die Designerinnen Barbara
Ambrosz und Karin Santorso das Prinzip hinter ihrem Label Lucy.D. Möglicherweise klingt hier ein
wenig Understatement durch, denn das Label steht für unkonventionelles, experimentelles Design
an der Schnittstelle von Gebrauchsgegenstand und Skulptur. Ihre von der Wiener Glasmanufaktur
Lobmeyr produzierte Trinkschale „Liquid Skin“ wurde 2000 vom Museum of Modern Art in New
York und 2001 vom Victoria & Albert Museum in London in die Sammlung aufgenommen. Das
Porzellanservice „Ryker“ schaffte den Sprung in das International Design Yearbook 2005 und
wurde von Paul Smith in seine Kollektion aufgenommen.


Das goldene Wiener Herz: Klischees neu interpretiert
Das goldene Wiener Herz, Dürergasse 23/1, 1060 Wien, www.dgwh.at
Mit feinem Gefühl für die oft übersehenen Seiten vertrauter Wien-Bilder haben die Grafikdesigner
Alexander Dworsky und Ursula Meyer die Produktlinie „Das goldene Wiener Herz“ entwickelt. Ihre
Porzellanbecher und Trinkgläser greifen Wiener Ikonen auf, interpretieren sie neu und schärfen
den Blick auf Details der Stadt. Die von Otto Wagner entworfene Stadtbahnstation auf dem Karls-
platz etwa ist ein Motiv auf einem Porzellanbecher. Es geht aber nicht nur um Architektur: Die
Weingläser „Wiener Heuriger“ haben die traditionelle Form und das klassische Rebenmuster alter
Wiener Heurigengläser. Anders als im Original ist die Rebe aber nicht grün, sondern aus Blattgold.



Multimedia: Digitales Hightech und analoger Kult


Lomographische Gesellschaft: Von Wien in die ganze Welt
Lomography Shop Vienna, MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien,
shop@lomography.com, www.lomography.com
Am Anfang gab es eine russische Kleinbildkamera, die Lomo, um die ein paar ihrer Wiener Fans
einen Kult lostraten. Unscharfe, aus der Hüfte geschossene Fotos waren plötzlich super angesagt.
Mittlerweile hat sich die Lomographische Gesellschaft zu einer weltweiten Kreativcommunity
entwickelt, gesteuert immer noch von der Wiener Zentrale aus. Im MuseumsQuartier findet man
auch den unvergleichbar schrägen Lomography Shop Vienna. Hier gibt es die berühmten Lomo
Walls zu sehen und jede Menge trashige Produkte zu kaufen, „die niemand braucht – aber jeder
haben will“.

                                                 6
Musik: Cooler als Mozart


musicshop-vienna.com: Höchste Klangqualität, demokratisiert
www.musicshop-vienna.com, St.-Veit-Gasse 9/8, 1130 Wien
Auf Forschung auf dem Gebiet des Instrumentenbaus, Produktion und Vertrieb von qualitativ
hochwertigen Klarinetten-Mundstücken hat sich musicshop-vienna spezialisiert. Die Betreiber
spielen selbst in einem renommierten Orchester und können so auf ein profundes Expertenwissen
in Theorie und Praxis zurückgreifen. Die Orchesterelite schätzt ihre Klarinetten-Mundstücke wegen
ihrer hohen Ton- und Klangqualität. Mit dem Projekt „interclarinet“ werden neue Gussformen für
Mundstück-Prototypen entwickelt und hergestellt. Damit soll die Zielgruppe von den Klassik-
Klarinettisten auf die Musiker in der Blasmusik, in den Musikschulen und Laienorchestern
ausgeweitet werden.


Couch Records: Sounds like “Sex and the City”
www.couchrecords.com
Musik wird für Fernsehserien immer wichtiger. Umgekehrt werden TV-Serien für Musiker und
Labels immer wichtiger. Der Tonträgermarkt zeigt Schwächen, das macht neue Absatz- und
Vertriebswege notwendig. Das 1998 gegründete Wiener Label Couch hat es bereits geschafft,
Musik in den Top-TV-Serien „Six Feet Under” und „Sex and the City” zu platzieren. Der Export –
vor allem in die USA, aber auch nach Japan – ist für ein österreichisches Label ein entscheidender
Faktor, denn wie die Couch-Betreiber sagen: „Wien ist eine Musikstadt. Das wissen wir von der
jüngsten Vergangenheit bis zu Mozart zurück. Bloß der Markt ist klein, also muss man in die Welt
hinaus.” Dies beweisen auch Arbeiten für Apple oder Mercedes Benz.


Musikhaus Doblinger: Musiknoten auf Knopfdruck mit music2print.at
Ludwig Doblinger (Bernhard Herzmansky) KG, Dorotheergasse 10, 1010 Wien,
www.music2print.at
Tradition und Innovation – häufig ist die Rede von der befruchtenden Wirkung dieser Gegensätze.
Bei music2print.at geschieht das mit vollem Recht. Der traditionsreiche Wiener Musikverlag
Doblinger ist seit fast 130 Jahren direkter Partner vieler österreichischer Komponisten – und damit
ein wichtiger Bestandteil der Musikgeschichte. Mit diesem Projekt nutzt Doblinger die
Möglichkeiten des Internet, um Musikern wie auch Musikliebhabern weltweit die Möglichkeit zu
geben, Musiknoten österreichischer Komponisten erstmals über eine Download-Plattform
abzurufen. Das stärkt die Verbreitung dieser Noten vor allem in Ländern, in denen der klassische
Vertrieb gedruckter Noten lückenhaft ist – bietet aber auch in Europa oder Nordamerika einen
bequemen Weg zu einer riesigen Auswahl an Musiknoten. Davon profitieren nicht zuletzt die
Komponisten.




                                                 7
sound:frame AV: Zentrale für Audiovisuelles
www.soundframe.at
Das Festival sound:frame stellt die audiovisuelle Medienkunst in den Mittelpunkt. Es zeigt, dass
VJing und Live-Videoperformances längst integraler Bestandteil von Live-Events mit elektronischer
Musik sind. Aus diesem Festival hat sich mit sound:frame AV eine Plattform entwickelt, die als
Wissenspool und Vermittlungsinstanz für audiovisuelle Arbeit dient. Die Aktivitäten reichen von
Einzelevents bis hin zu Veröffentlichungen auf DVD. So realisierte sound:frame AV etwa zum
Zehn-Jahres-Jubiläum des MuseumsQuartiers die Architekturprojektion der Künstlergruppe
Urbanscreen. Meist bildet (elektronische) Popmusik die Basis, aber auch mit klassischer Musik
funktioniert das audiovisuelle Zusammenspiel ganz wunderbar. Das beweist etwa die „Gustav
Mahler Lied Collector’s Edition“. Auf einer siebenteiligen DVD-Box visualisieren annablume, LIA,
Luma.Launisch, LWZ, Valence und Victoria Coeln das Liedwerk des Komponisten. Der
Avantgarde-Elektroniker Christian Fennesz und der Berliner Videokünstler Lillevan ergänzen die
Box um einen Mahler-Remix.



Kreative Förderung – Wien setzt neue Impulse


Mit seiner großen Tradition und einer lebendigen, jungen Kreativszene war Wien prädestiniert
dafür, sich zu einem Zentrum der Creative Industries zu entwickeln. Wien hat die Bedeutung dieser
kreativen Unternehmen und ihre Leistungen, die sie für die Stadt erbringen, früh erkannt und setzt
mit innovativen Förderprogrammen wichtige Impulse. departure ist ein von der Stadt Wien ins
Leben gerufenes Förderprogramm, das kreative Unternehmen – vom avantgardistischen Start-Up
bis zum Traditionsbetrieb, der sich zeitgemäß positionieren will – fördert. Zusätzlich unterstützt
departure das Networking innerhalb der Kreativbranche, sieht sich als Promoter für Kreativität
innerhalb der Wirtschaft und unterstützt Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit kreativ
Schaffenden (www.departure.at).


Dass österreichische Designer auch international für Furore sorgen, ist nicht zuletzt der
engagierten Förderung durch die Modeplattform Unit F büro für mode (www.unit-f.at) zu verdanken.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und
Kultur fördert Unit F österreichische Designer nachhaltig und unterstützt sie beim sukzessiven
Aufbau ihrer Karrieren. Sowohl Nachwuchs als auch bereits etablierte Designer haben die
Möglichkeit, sich für die unterschiedlichen Förderungen zu bewerben. Den Designern wird
außerdem die Möglichkeit geboten, sich mit anderen auszutauschen. Die Maßnahmen von
departure und Unit F fallen in Wien auf fruchtbaren Boden. Das weltoffene Klima, die hohe
Lebensqualität und die bekannte Lebenslust der Stadt an der Donau bilden ein Umfeld, das Wien
für kreative, hoch qualifizierte Menschen aus aller Welt so anziehend macht.



                                                  8

								
To top