Bestfoods Nutrition Letter by Guttermouth

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                                                                                                                                                     Ausgabe 3, Sept. 2000




                                                     Bestfoods
                                                     Nutrition Letter
                                                     Aktuelle Erkenntnisse für den Ernährungsberater/ Arzt


                                   Ly c o p i n – To m a t e n f a r b s t o f f i n                                               Inhalt
                                          der Prävention von KHK                                                                   ➤ Lycopin – Tomatenfarbstoff in der Prävention
                                                                                                                                     von KHK und Krebs

                                               und Krebs                                                                           ➤ Zivilisationskrankheit Übergewicht –
                                                                                                                                     praxisrelevante Ansätze sind gefordert
                                                         Lycopin, Farbstoff      Wirkmechanismen höherer Lycopinspiegel            ➤ Gewichtsreduktion – Beitrag von Suppen
                                                                                                                                     zur Verbesserung der Nährstoffbilanz
                                                         und dominantes          werden Effekte auf die Cholesterinbiosyn-
                                                                                                                                   ➤ Neue Broschüren zum Thema Übergewicht
                                                         Carotinoid der Toma-    these und die Gefäßwand diskutiert [4].
                                                                                                                                   ➤ Literaturhinweise, Impressum
                                                        te (Lycopersicon escu-
                                                      lentum) ist derzeit        Antikanzerogene Wirkung des
                                                  Gegenstand intensiver For-     Lycopins – präventiver Einfluss                  tiven oxidativen Schädigungen spielen in-
                                   schung. Immer mehr Studienergebnisse          auf die Zelldifferenzierung                      zwischen eine wesentliche Rolle (¡ oxida-
                                   weisen auf eine inverse Beziehung zwi-        In zahlreichen Beobachtungsstudien konn-         tiver Stress) in der Diskussion. Die Effekte
                                   schen der Aufnahme von Lycopin aus            ten präventive Effekte hinsichtlich einzel-      des Lycopins beziehen sich aufgrund des
                                   Tomaten und tomatenhaltigen Produkten         ner Krebsarten gezeigt werden. Eine ver-         Einflusses auf die Zelldifferenzierung vor
                                   und der Entwicklung chronisch degenera-       mehrte Aufnahme an tomatenhaltigen Pro-          allem auf die frühe Entstehungsphase, die
                                   tiver Erkrankungen hin [1, 2].                dukten bzw. ein höherer Lycopinspiegel ist       Initiierung der Krebsentstehung. Lycopin
                                                                                 mit einem geringeren Risiko für Prostata-,       supprimiert die Umwandlung vorgeschä-
                                   Arteriosklerotische kardiovas-                Lungen- und Magenkrebs verbunden. Aber           digter Zellen zu Krebszellen, indem es den
                                   kuläre Erkrankungen – Lycopin                 auch Karzinome des Ösophagus, Colon              Austausch regulierender Wachstumssigna-
                                   reduziert LDL-Oxidation                       und Rektum sowie der Brust und des Ge-           le von gesunden zu kranken Zellen über
                                   Neuere epidemiologische Untersuchungen        bärmutterhalses traten vergleichsweise           funktionsfähige „gap junctions“ ermög-
                                   lassen den Schluss zu, dass höhere Lyco-      seltener auf [5, 6, 7]. Die Resultate dieser     licht (Zell-Zell-Kommunikation).
                                   pinkonzentrationen im Serum und Fettge-       Studien unterstützen die Annahme, dass
                                   webe mit einem geringeren Risiko für ko-      Lebensmittel auf Tomatenbasis eine anti-         Dermatologie – Hautschutz
                                   ronare Herzkrankheit (KHK) assoziiert sind.   kanzerogene Wirkung haben.                       durch Inaktivierung von Singu-
                                   Die oxidative Modifikation des LDL spielt     Die Wirkmechanismen sind nicht vollstän-         lett-Sauerstoff
                                   in der Pathogenese der Arteriosklerose        dig gesichert. Stimulierende Effekte auf         Eine wesentliche Funktion des Lycopins
                                   und der KHK eine zentrale Rolle (¡ oxida-     das Immunsystem und Schutz vor kumula-           besteht im Schutz lichtexponierter Zellen
                                   tiver Stress). Aktivierte Makrophagen neh-
                                   men das oxidierte LDL auf, was zur Bil-
                                   dung von Schaumzellen und zur Freiset-         Oxidativer Stress                               toren (inhalierendes Rauchen, UV-Strahlung,
                                   zung einer Reihe von Zellmediatoren führt      Ursache oxidativen Stresses im Organismus ist   Medikamente wie Zytostatika, Antibiotika).
                                   und schließlich die Entstehung von arterio-    ein Ungleichgewicht zwischen Pro- und Anti-     Die antioxidativen Faktoren bilden ein hoch-
                                   sklerotischen Plaques bewirkt. In klini-       oxidantienstatus. Diese Imbalance fördert die   wirksames Abwehrsystem aus körpereigenen
                                   schen Studien konnte durch eine Zufuhr         Entstehung von reaktiven Sauerstoffverbindun-   Schutzmechanismen (Enzyme: Glutathionper-
                                   von tomatenhaltigen Produkten (Tomaten-        gen wie freien Radikalen. Sie schädigen Zell-   oxidase, Katalase, Superoxiddismutase) und
                                   saft, Spaghettisauce) der Serum-Lycopin-       bausteine (Proteine, Kohlenhydrate, Fette,      exogen aufgenommenen Substanzen (Caroti-
                                                                                  DNS) und fördern die Entstehung von Arterio-    noide, Vitamin C, Vitamin E, Flavonoide). Die
                                   spiegel deutlich erhöht werden. Der
                                                                                  sklerose oder Krebs.                            Wirksamkeit des exogenen Systems lässt sich
                                   Anstieg des Lycopinspiegels im Blut war        Zu den prooxidativen Faktoren zählen sowohl     durch entsprechende Nahrungsauswahl, teil-
                                   mit einer signifikanten Reduktion der LDL-     endogen frei werdende Radikale (Infektabwehr,   weise auch Supplementierungen, wesentlich
                                   Oxidation und der Serum-Lipid-Peroxidati-      Prostaglandinsynthese) als auch exogene Fak-    verbessern.
                                   on verbunden [3]. Als weitere mögliche
                                                                    „Wissen ums Genießen“


vor photooxidativen Schäden. Lycopin kann                sen sekundären Pflanzenstoff nur in gerin-                               Entscheidend sind Verdaubarkeit und me-
den durch UV-Licht entstehenden reaktiven                geren Mengen oder gar nicht. Lycopin ist                                 chanische Zerkleinerung der Nahrung
Sauerstoff (O2*, Singulett-Sauerstoff) inak-             im Fruchtfleisch der Tomaten, aber in be-                                sowie die Anwesenheit von Fett. Die Bio-
tivieren (quenchen) und dadurch der Oxi-                 sonders hohen Konzentrationen in der                                     verfügbarkeit von Lycopin ist aus Tomaten-
dation von Zellbestandteilen vorbeugen [8].              Schale lokalisiert (Abb. 2). Daten der natio-                            püree oder Tomatensaft größer als aus
Die Energie des angeregten Sauerstoffs                   nalen Verzehrsstudie (NVS) zufolge beträgt                               frischen Tomaten [13,14]. Durch den Verar-
wird auf Lycopin übertragen und in einem                 die mittlere tägliche Lycopinaufnahme in                                 beitungsprozess wird das Lycopin aus den
zweiten Schritt in Form von Wärme an die                 Deutschland 1,28 mg [10].                                                Pflanzenzellen herausgelöst und in die cis-
Umgebung abgegeben – ohne unmittelbare                                                                                            Konfiguration umgewandelt. Der Anteil an
Veränderung des Lycopinmoleküls (Abb. 1).                Durchschnittlicher Gehalt an Lycopin in                                  cis-Lycopin nimmt mit der Verarbeitungs-
                                                         Tomaten und tomatenhaltigen Produkten                                    dauer und -temperatur zu [15]. Über 90 %
                            Membranschäden                20      mg                                                              des Lycopins bleiben beim Kochen erhal-
O2            O2                                                  Lycopin pro Portion
                            mutagene Effekte                                                                                      ten. Bei der Herstellung von Tomatentro-
                                                          15                                                                      ckenprodukten wie KNORR Spaghetteria
                   Lycopin                                                                                                        Tomaten Sauce Napoli oder KNORR Fein-
                                          Wärme           10
                                                                                                                                  schmecker Tomaten-Suppe „Toscana“
                    Lycopin
                                                                                                                                  werden schonende Trockungsverfahren
   = angeregter Zustand
                                                                                                                                  eingesetzt.
                                                           5

Abb. 1 Inaktivierung von Singulett-Sauerstoff
durch Lycopin
                                                                                                                                  Praxisempfehlung – Tomatenpro-
                                                           0
                                                                      ten         up           e                e                 dukte als regelmäßiger Bestand-
                                                                                            uc               pp             aft
                                                                 om
                                                                     a        tch        sa               su             ns       teil der Ernährung
UV-Licht kann auch direkt die Bildung von                     eT            Ke ml aten                 me             ate l
                                                                             20 om ml               re              m
                                                           roh 5 g                  T 5          nc               To 0 m
Radikalen initiieren, die zur Lipidperoxida-                 12                      12      ate                    25            Konkrete Empfehlungen für die Zufuhr von
                                                                                        Tom 0 ml
tion der Membranfettsäuren führt (¡ oxi-                                                  20                                      Lycopin sind aufgrund der derzeitigen
dativer Stress). Durch direkte chemische                 Abb. 2 Nach NGuyen, M, Schwarz, S bzw. Schwarz, J                        Datenlage noch nicht möglich. Die spezifi-
Reaktion der Carotinoide kann diese Ket-                 [11,12], abstrahiert                                                     schen physiologischen und pharmakologi-
tenreaktion unterbrochen werden. Im                                                                                               schen Wirkmechanismen des Lycopins, die
Gegensatz zur Deaktivierung des Singulett-               In Deutschland liefern frische Tomaten,                                  Effekte hinsichtlich klinischer Endpunkte
Sauerstoffs wird das Lycopin dabei ver-                  Tomatenpüree, Tomatensaucen, Tomaten-                                    und die Höhe präventiv wirkender Plasma-
braucht. Kontrollierten Studien zufolge                  saft und -suppen 85 % des aufgenomme-                                    spiegel müssen Gegenstand weiterer Stu-
spielt Lycopin bei der Verminderung oxida-               nen Lycopins. In den USA erfolgen 80 %                                   dien sein.
tiven Stresses durch UV-Licht offenbar eine              der Lycopinzufuhr durch den Verzehr von                                  Gerechtfertigt erscheint die Empfehlung
größere Rolle als das β-Carotin [9].                     Ketchup, Tomatensaft und Pizzasauce [4].                                 eines regelmäßigen Verzehrs von Tomaten
Dadurch lässt sich die Schutzwirkung des                 In frischen Tomaten liegt Lycopin in der all-                            und tomatenhaltigen Produkten. Hierbei
Lycopins für die Haut erklären.                          trans-Form vor (Abb. 3). Das Isoprenoid-                                 können verarbeitete Tomatenprodukte oder
Weitere präventive Eigenschaften des                     Grundgerüst des Lycopins ist der Prototyp                                ein Glas Tomatensaft (ca. 20 mg Lycopin)
Lycopins und anderer Carotinoide, die auf                der Struktur der meisten natürlichen Caro-                               aufgrund der höheren Bioverfügbarkeit des
einer Verstärkung der Hautpigmentierung                  tinoide. In der Biosynthese, die nur in                                  Lycopins eine Alternative zu rohen Tomaten
und Verminderung der Lichtempfindlichkeit                Pflanzen möglich ist, entstehen durch Cy-                                bieten.
beruhen, werden diskutiert.                              clase die beiden ringförmigen Endgruppen,
                                                         die charakteristisch für β-Carotin sind.                                 Tomaten – wertvolle Quelle für
Tomaten und tomatenhaltige                                                                                                        weitere sekundäre Pflanzenstoffe
Produkte – wesentliche Liefe-                            Schnelle und schonende Verar-
                                                         beitung von Tomaten erhöht die                                           Carotinoidgemische in natürlichen Nah-
ranten für Lycopin                                                                                                                rungsmitteln scheinen einen besseren Ge-
                                                         Bioverfügbarkeit
Lycopin wird nur von wenigen Pflanzen ge-                                                                                         sundheitsschutz als Einzelsubstanzen zu
                                                         Die Resorption des Lycopins wird von der
bildet. Wichtige Nahrungsquellen für Lyco-                                                                                        bieten. Möglicherweise beruht der protek-
                                                         Nahrung und anderen Faktoren beeinflusst.
pin sind vor allem Tomaten und tomaten-                                                                                           tive Effekt von Obst und Gemüse auf der
haltige Produkte,                                                                                                                 Vielfalt und damit möglichen Interaktionen
in geringerem                                                                                                                     der Inhaltsstoffe, die bei einer isolierten
                                                                                                           H3C
Umfang Wasser-                                                                                                                    Supplementierung nicht berücksichtigt
                      H3C CH3      CH3                   CH3
melonen, Pink Gra-                                                                                                                werden. Tomaten enthalten neben Lycopin,
pefruit, Papaya                                                                                                                   β- und γ-Carotin weitere sekundäre Pflan-
und Guave. Andere                                                               CH3                 CH3             H3C CH3       zenstoffe wie Flavonoide und Phytosterole.
                               CH3
Gemüsesorten und                                                                                                                  Sie machen Tomaten zu einem natürlichen
Früchte liefern die-                                     all-trans-Lycopin                                                        „Functional Food“.
                         Abb. 3 Strukturformel [8], modifiziert
                                                       „Wissen ums Genießen“


Zivilisationskrankheit Überge-                                                                                der Oxidationsrate (Thermogenese), da die
                                                                                                              Speicherfähigkeit begrenzt ist. Für über-
wicht – praxisrelevante Ansätze                                                                               schüssiges Fett hingegen bestehen nahezu
                                                                                                              unbegrenzte Kapazitäten in den Fettdepots.
sind gefordert                                                                                                Diätetischer Therapieansatz:
Die steigende Prävalenz des Übergewichts                                                                      satt essen, aber Fett reduzieren
                                                                Gesamt           Krebs          Diabetes
stellt die größte Herausforderung an das                0                                                     Langzeiterfolge der Therapie des Überge-
                                                       -5
Gesundheitssystem dar: Etwa die Hälfte                                                                        wichts beruhen daher auf einer kalorien-
                                                     - 10
der erwachsenen Bundesbürger ist überge-                                                                      und insbesondere fettreduzierten Misch-
                                                     - 15
wichtig (BMI >25 kg/m2) und jeder sechste            - 20
                                                                                                              kost mit genügend Volumen, so dass eine
bereits adipös (BMI >30 kg/m2) (Abb. 4).             - 25       -20 %                                         ausreichende Sättigung gewährleistet ist.
                                                     - 30                                                     Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass
Gefährliche Folgekrankheiten –                       - 35                                                     eine groß angelegte französische Untersu-
                                                     - 40
moderate Gewichtsreduktion oft                                                    -37 %                       chung zu dem Ergebnis kommt, dass
                                                     - 45
schon ausreichend                                    - 50
                                                            Mortalität                            -44 %
                                                                                                              regelmäßiger Suppenkonsum mit niedrige-
                                                            [ %]                                              rem Körpergewicht verbunden ist [17].
Übergewicht wird oft als kosmetisches
Problem verkannt. Nicht nur die offensicht-         Abb. 5 Effekte einer moderaten Gewichtsreduktion
liche Überlastung des Stütz- und Bewe-              bei Frauen auf die Mortalität [16]                        Gewichtsreduktion –
gungsapparates hängt direkt mit dem
Gewicht zusammen. Auch Lungenfunktions-
                                                                                                              Beitrag von Suppen
                                                    Übergewicht – kein Schicksal,
störungen und Herzinsuffizienz sind durch
                                                    sondern lebensstilbedingt
                                                                                                              z u r Ve r b e s s e r u n g
die Vermehrung des Fettgewebes bedingt.
Übergewicht ist für 80 % der Typ-2-Diabe-           Sicherlich ist eine Veranlagung an der                    der Nährstoffbilanz
tes-Erkrankungen und mindestens für die             Genese von Übergewicht und Adipositas
Hälfte der Fälle von Hypertonie verantwort-         beteiligt. Doch Zwillings- und Adoptions-                 In Frankreich
lich, die als Teil des Metabolischen Syn-           studien zeigen, dass genetische Faktoren                  wird eine
droms die häufigste Risikokonstellation für         die Varianz des BMI nur zu einem kleineren                große
arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkran-          Teil erklären. Übergewicht ist vor allem                  Untersu-
kungen darstellen. Darüber hinaus korre-            lebensstilbedingt und damit prinzipiell                   chung zur
lieren manche Krebserkrankungen wie das             beeinflussbar. In erster Linie ist es die                 Ernährung - die
Mammakarzinom mit Adipositas.                       Folge einer den individuellen Energiebedarf               SU.VI.MAX-Studie
Angesichts der drastischen Reduktion der            chronisch überschreitenden Kalorienzufuhr.                (SUpplémentation
Lebenserwartung – und was für den Pa-               Die Prävalenz korreliert insbesondere mit                 VItamines et Minéraux
tienten genauso zählt, der Lebensqualität –         dem Fettgehalt der Nahrung. 1 g Fett liefert              AntioXydants) - an 12.735
ist es erfreulich, dass bereits eine mode-          mehr als doppelt so viel Kalorien wie 1 g                 45-60-jährigen Männern und
rate Gewichtsreduktion (0,5-9,5 kg) die             Kohlenhydrate oder Protein (9 kcal vs. 4                  35-60-jährigen Frauen durchgeführt.
Folgekrankheiten wirkungsvoll beeinflusst           kcal). Die Zufuhr von Kohlenhydraten und                  In einer Kohorte von 2.188 Männern und
(Abb. 5) [16]. Oft werden schon durch eine          Protein unterliegt außerdem einem stren-                  2.849 Frauen wurde der Einfluss des Sup-
Senkung des Gewichts um 4 % die Symp-               geren Regulationsmechanismus. Eine ver-                   penkonsums auf die Energiezufuhr und
tome von Diabetes, Bluthochdruck und                mehrte Aufnahme bewirkt eine Zunahme                      Makronährstoffaufnahme untersucht und
Dyslipidämie (TG, HDL) vermindert.                                                                            in Beziehung zum Körpergewicht gesetzt
                                                                                                              [17]. Von jedem Probanden wurden zwölf
Berechnungsgrundlagen für die Klassifizierung von Übergewicht und Adipositas
                                                                                                              24-Stunden-Ernährungsprotokolle inner-
         BMI (Body Mass Index, Körpermasse-Index)   WHR (Waist-to-hip-ratio, Taillen-Hüftumfang-Verhältnis)   halb von zwei Jahren erhoben und diese
                                                                                                              Erhebungen analysiert. Anthropometrische
                   Körpermasse (kg)                                      Taillenumfang (cm)                   Daten wie Größe und Gewicht zur Bestim-
           BMI =                                               WHR =
                   Körpergröße2 (m2)                                     Hüftumfang (cm)                      mung des Body Mass Index (Abb. 4) und
   Normalgewicht:           BMI = 20-24,9 kg/m2        Zur Erfassung des Fettverteilungsmusters. Bei          Messung des Cholesterinspiegels ergänz-
                                                       abdominaler (androider) Fettverteilung ist das         ten die Untersuchung.
   Übergewicht:             BMI = 25-29,9 kg/m2
   (Adipositas Grad I)                                 Risiko höher als bei hüftbetonter (gynoider) Fett-
                                                       akkumulation.                                          Die Probanden wurden nach der Häufigkeit
   Adipositas:              BMI = 30-39,9 kg/m2                                                               des Suppenkonsums drei Gruppen zugeordnet:
   (Adipositas Grad II)
                                                       Erhöhtes Risiko bei:                                   Nicht-Suppenesser: ≤ 2 Teller pro Woche (8 %)
   Extreme Adipositas:      BMI > 40 kg/m2             Frauen WHR > 0,8            Männern WHR > 1,0          Regelmäßige Suppenesser: 3-4 Teller pro Woche (44 %)
   (Adipositas Grad III)
                                                                                                              Häufige Suppenesser: 5-6 Teller pro Woche (48 %)

Abb. 4
                                                                                                  Bestfoods Ernährungs Forum
                                                                                                                     Wissen ums Genießen


                   kcal
                                                                               lenhydraten. Dadurch
                                                                      Nicht - Suppenesser            Fett (g)
                                                                                                                                            volle Gerichte sein können [18]. KNORR
1000
            909
                                                                               lässt sich offensicht-
                                                                      Häufige Suppenesser
                                                                                                                50                          Feinschmecker Tomaten-Suppe „Toscana“
                                                 40,9
                                                                               lich ein niedrigeres                                         oder KNORR Feinschmecker Gemüse-
  800           756                                                       40   Körpergewicht erzie-                                         Suppe „Minestrone“ werden unter weitge-
                         655                          32,4                     len und halten. Ande-                                        hender Verwendung von Jodsalz herge-
                                                               31,4
  600                         548                                         30   re Studien kamen zu                                          stellt und haben beispielsweise eine so
                                                                    24,7       ähnlichen Ergebnis-                                          günstige Verteilung der Makronährstoffe,
  400                                                                     20
                                                                               sen. In einer italieni-                                      wie sie in der Praxis mit einer einzelnen
                                                                               schen Untersuchung                                           Mahlzeit sonst nur schwer zu erreichen ist.
    0
                Energie                                    Fett
                                                                               an 698 Probanden
                                                                                                                                            Fazit: Suppen lassen sich sinnvoll in Pro-
                                                                               wurde gezeigt, dass
                                                                                                                                            gramme zur Gewichtsreduktion einbauen.
Abb. 6 Durchschnittliche Energie- und Fettzufuhr        Suppenesser sich durch eine niedrigere
durch eine Abendmahlzeit [17]                                                                                                               Sie führen im Vergleich zu anderen klassi-
                                                        Prävalenz von Übergewicht und kardiovas-
                                                                                                                                            schen Mahlzeiten zu einer niedrigeren
                                                        kulären Risikofaktoren (Hypercholesterin-
Ergebnisse: 92 % der Suppen wurden als                                                                                                      Energie- und Fettzufuhr und leisten einen
                                                        ämie, Hypertriglyzeridämie, Hypertonus)
Abendessen verzehrt. Die Gruppe der häu-                                                                                                    wichtigen Beitrag für eine ausreichende
                                                        auszeichnen. Umgekehrt fand sich in einer
figen Suppenesser zeichnete sich durch                                                                                                      Flüssigkeitsaufnahme. In der Langzeitthe-
                                                        Studie zur Gewichtsreduktion bei über-
eine statistisch niedrigere Aufnahme an                                                                                                     rapie helfen Suppen das Gewicht bei genü-
                                                        gewichtigen Probanden eine positive Kor-
Nahrungsfett und Alkohol sowie eine höhe-                                                                                                   gender Sättigung zu halten und stellen
                                                        relation zwischen dem Ausmaß des Ge-
re Zufuhr an Kohlenhydraten aus (Abb. 6).                                                                                                   eine empfehlenswerte Wahl dar.
                                                        wichtsverlustes und der Häufigkeit des
Das galt für Probanden beiderlei Ge-
                                                        Suppenkonsums. Der Verzehr von Suppen                                               Literatur:
schlechts. Die durchschnittliche Energie-                                                                                                   [1] Bramley PM: Is lycopene beneficial to human health?
                                                        als Vorspeise bewirkte eine niedrigere                                                   Phytochemistry 54 (2000) 233-236
zufuhr war bei häufigen Suppenessern                                                                                                        [2] Linton SK: Chemistry, biology, and implications for human health
                                                        Nahrungsaufnahme (-150 kcal) pro Mahl-                                                   and disease. Nutr Rev 56 (1998) 35-51
niedriger als in den übrigen beiden Grup-                                                                                                   [3] Agarwald S, Rao AV: Tomato lycopene and low density lipoprotein
                                                        zeit [19]. Dieser Effekt macht sich bei                                                  oxidation: a human dietary intervention study.
pen – statistisch signifikant allerdings nur                                                                                                     Lipids 33 (1998) 981-984
                                                        Übergewichtigen besonders bemerkbar                                                 [4] Arab L, Streck S: Lycopene and cardiovascular disease.
bei männlichen Studienteilnehmern.                                                                                                               Am J Clin Nutr 71 (2000) 1691S-1695S
                                                        und wird der hohen sättigenden Wirkung                                              [5] Giovannucci E: Tomatoes, tomato-based products, lycopene,
Häufige Suppenesser hatten eine deutlich                                                                                                         and cancer: review of the epidemiologic literature.
                                                        von Suppen zugeschrieben. Ursache dafür                                                  J Natl Cancer Inst 91 (1999) 317-331
geringere Prävalenz von Übergewicht, und
                                                        sind vermutlich vor allem ein relativ großes                                        [6] Porrini M, Riso P: Lymphocyte lycopene concentration and DNA
bei Männern fand sich ein signifikant nied-                                                                                                      protection from oxidative damage is increased in women after a
                                                        Volumen mit vergleichsweise geringer                                                     short period of tomato consumption. J Nutr 130 (2000) 189-192
rigerer Cholesterinspiegel.                                                                                                                 [7] Franceschi S et al: Tomatoes and risk of digestive-tract cancers.
                                                        Energiedichte und doch hohem Genuss-                                                     Int J Cancer 59 (1994) 181-184
                                                                                                                                            [8] Nikoleit D: Carotinoide natürlichen Ursprungs: wichtige
                                                        wert.                                                                                    physiologische Modulatoren, mehr als nur Provitamin A.
Verzehr von Suppen verbessert                                                                                                                    Vitaminspur 12 (1997) 5-19
                                                                                                                                            [9] Ribaya-Mercado JD et al: Skin lycopene is destroyed preferentially
Energie- und Nährstoffbilanz                                                                Ernährungsphysiologisch                              over beta-carotene during ultraviolet irradiation in humans.
                                                                                                                                                 J Nutr 125 (1995) 1854-1859
Die Ergebnisse der Studie lassen den                                                        betrachtet stellen Suppen eine                  [10] Pelz R, Schmidt-Faber B, Heseker H. Carotenoid intake in the German
                                                                                                                                                 National Food Consumption Survey.
Schluss zu, dass häufiger Suppenkonsum                                                      wertvolle Mahlzeit dar                               Z Ernährungswiss 37 (1998) 319-327
                                                                                                                                            [11] NGuyen M, Schwartz S: Lycopene stability during food processing.
zu einer besseren Nährstoffbilanz führt,                                                    Eine Untersuchung über die Nährstoffrela-            Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine
                                                                                                                                                 218 (2) (1998) 101-105
charakterisiert durch eine geringere Ge-                                                    tionen von verschiedenen Fertigsuppen           [12] NGuyen M, Schwartz J: Lycopene: Chemical and Biological
                                                                                                                                                 Properties. Food Technology 53 (2) (1999) 38-45
samtenergiezufuhr und Fettaufnahme bei                                                      zeigt, dass Suppen wegen ihrer ausgegli-        [13] Gartner C, Stahl W, Sies H: Lycopene is more bioavailable from tomato
                                                                                                                                                 paste than from fresh tomatoes. Am J Clin Nutr 66 (1997) 116-122
gleichzeitig höherer Versorgung mit Koh-                                                    chenen Nährstoffzusammensetzung wert-           [14] Rao AV, Agarwald S: Bioavailability and in vivo antioxidant properties
                                                                                                                                                 of lycopene from tomato products and their possible role in the
                                                                                                                                                 prevention of cancer. Nutr Cancer 31 (1998) 199-203
                                                                                                                                            [15] Shi J, Le Maguer M: Lycopene in tomatoes: chemical and physical
            Neue Broschüren zum Thema Übergewicht                                                                                                properties affected by food processing.
                                                                                                                                                 Crit Rev Food Sci Nutr 40 (2000) 1-42
                                                                                                                                            [16] Williamson DF et al: Prospective study of intentional weight loss and
                               Wer langfristig abneh-                                       Die Broschüre ist ein wertvoller Ratgeber mit        mortality in never-smoking overweight US women aged 40-64 years.
                                       :                                                                                                         Am J Epidemiol 141 (1995) 1128-1141
        :
                            für
                      Ernährun men und sein Gewicht
                    Rezepte gsformen
            spezielle                                                                       leicht verständlichen Informationen über        [17] Bertrais S et al: Consumption of soup and nutritional intake in French
                                                                                                                                                 adults: Consequences on nutritional status.
                                halten will, muss seine                                     Ursachen des Übergewichts, gesundheitliche           Journal of nutrition and dietetics (in Vorbereitung)
                      enießer    Ernährungsgewohn-                                          Risiken und Möglichkeiten einer langfristig     [18] Müller B: Ernährungsphysiologische Beurteilung von Suppen,
              e für G
Leicht e Küch         ezepte
                             für die
               intopfr nährung                                                                                                                   Diplomarbeit, Formal- und Naturwissenschaftliche Fakultät,
       - und E
 Suppen enbewusste E
    kalori
                        r
                                 heiten Schritt für                                         erfolgreichen Gewichtsreduktion. Leckere             Fachrichtung Ernährungswissenschaften der Universität Wien (2000)
                                                                                                                                            [19] Poppe F et al: Suppen. Bestandteil der modernen Ernährung.
                                  Schritt ändern.                                           Rezeptideen für die schnelle und leichte             Beilage zur Ernährungs-Umschau 30 (3) (1998) B9-B13
                                  In der Reihe                                              Küche bieten Abwechslung beim Abnehmen.         Bestfoods Nutrition Letter,
                                   „Rezepte für spe-                                        Dazu gibt es Tipps für fettarme Zuberei-        Ausgabe 3/September 2000
                                                                                                                                            Herausgegeben von:
                                    zielle Ernährungs-                                      tungs- und Garverfahren sowie Vorschläge        Bestfoods Ernährungs Forum
                                                                                                                                            c/o Bestfoods Deutschland GmbH & Co. OHG
                                     formen“ erscheint                                      für ein begleitendes Bewegungsprogramm.         Postfach 2650
                                      demnächst die
                                           Ernährung
                                                       s Forum
                                                              ießen
                                                                                            Parallel erscheint die neue Fachbroschüre       D-74016 Heilbronn
                         Bestfoods            Wissen
                                                       ums Gen                                                                              Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Robert Wittner
                                     Broschüre                                              „Übergewicht und Adipositas – Therapie und      Druck: Paul Schildbach GmbH, Bietigheim-Bissingen
                                                                                                                                            Nachdruck oder Vervielfältigung nur mit Genehmigung des Herausgebers
                       „Leichte Küche für Genießer“.                                        Prävention“ im Rahmen der Reihe „Ratgeber       Leserservice: Bestfoods Ernährungs Forum
                                                                                            Ernährung“.                                     Fax: 07131/501-9902, Telefon 07131/501-342
                                                                                                                                            E-Mail: ernaehrungs-forum@eu.bestfoods.com
                                                                                                                                            Artikel Nr. 100753

								
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