Rueckstaende an Ochratoxin A in Roestkaffee - Untersuchungen aus dem Jahr 2012

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					30.08.2012




Rückstände an Ochratoxin A in Röstkaffee -
Untersuchungen aus dem Jahr 2012

Ein Bericht aus unserem Laboralltag




Zusammenfassung
Im Jahr 2012 wurden am CVUA Stuttgart 34 Proben Röstkaffee (davon 12 aus
ökologischer Erzeugung) auf ihren Gehalt an Ochratoxin A untersucht.
    •     .In keiner der 34 untersuchten Proben wurde die gesetzlich festgesetzte
          Höchstmenge für Ochratoxin A von 5 g/kg überschritten.
    •     Der Mittelwert für Ochratoxin A in ökologisch erzeugtem Röstkaffee lag -
          bezogen auf die positiv getesteten Proben - bei 1,1                         g/kg; der höchste
          ermittelte Gehalt betrug 3,2 g/kg.
    •     Der Mittelwert für Ochratoxin A in konventionell erzeugtem Röstkaffee lag
          - bezogen auf die positiv getesteten Proben - bei 2,1 g/kg; der höchste
          ermittelte Gehalt betrug 4,3 g/kg.


Damit ist die Rückstandssituation insgesamt positiv zu bewerten.



Hintergrund
Das Mykotoxin Ochratoxin A (OTA) wird von verschiedenen Spezies niederer
Pilze der Gattungen Penicillium und Aspergillus gebildet, die in der Natur weltweit
verbreitet vorkommen. Unter unzureichenden Lagerbedingungen von pflanzlichen
Lebensmitteln können sich die entsprechenden Toxinbildner, im Gegensatz zu
den aflatoxinbildenden Spezies, auch in gemäßigten Klimazonen entwickeln.
OTA tritt fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmittel wie Getreide,
Hülsenfrüchten, Kaffee, Bier, Weintrauben und daraus hergestellte Erzeugnissen
(z.B. getrocknete Weintrauben, roter Traubensaft, Rotwein), Kakao, Nüssen und
 ADRESSE Schaflandstraße 3/2  70736 Fellbach          E-MAIL Poststelle@cvuas.bwl.de
 TELEFON +49 711 3426 - 1234                           INTERNET www.cvua-stuttgart.de
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Gewürzen überall auf der Welt auf. Vom Tier stammende Lebensmittel wie
Fleisch, Milch und Eier weisen kaum OTA-Gehalte auf.
Problematisch ist die lange Halbwertszeit von OTA im tierischen und
menschlichen Organismus; nach dem Verzehr kontaminierter Produkte wird das
Toxin nur sehr langsam aus dem Körper ausgeschieden, es kann zu
Akkumulationen im Nierengewebe führen.
Im tierischen Organismus ist Ochratoxin A stark nierentoxisch. Die Schädigung ist
abhängig von der Dosis und der Dauer der Einwirkzeit. Es ist sehr
wahrscheinlich, dass dieses Toxin auf Grund der Bildung von zellschädigenden
freien Radikalen auch als genotoxisch einzustufen ist.



                                       Einleitung
                                       Die uns bekannten braunen Kaffeebohnen
                                       sind    die      gerösteten    Samen    der
                                       Kaffeekirsche.     Bei   der   Kaffeepflanze
                                       handelt sich um bis zu 4 m hohe
                                       Sträucher mit duftenden weißen Blüten.
                                       Hauptanbaugebiete        für   Kaffee   sind
                                       Lateinamerika, Afrika und der indisch-
                                       indonesische Raum. Die wirtschaftlich
                                       größte Bedeutung kommt den Sorten
                                       Arabica und Robusta zu. Arabica wurde
wegen ihres Aromas bekannt und macht den Hauptanteil des gehandelten
Kaffees aus, Robusta ist ertragreicher, aber kälteempfindlicher als Arabica,
jedoch auch resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge. Es gibt noch weitere,
jedoch eher selten verwendete Sorten; am bekanntesten und teuersten hierunter
ist wohl Kopi Luwak, die ihr besonderes Aroma der Darmpassage einer speziellen
Katzenart verdankt.


Heutzutage ist es kaum noch wirtschaftlich, die Pflanzen in ihrem natürlichen
Umfeld im Schatten benachbarter Bäume großzuziehen (Arabica ist eine
Schattenpflanze). Stattdessen wird Kaffee überwiegend in großen Monokulturen
angebaut, deren Anbaufläche meist durch Rodung gewonnen wurde. Dies hat
Auswirkungen auf die Lebensräume und ihre Bewohner. Oft steigt die
Schädlingsrate und „Unkraut“wachstum, was durch die Anwendung von
Pestiziden eingedämmt werden soll. Als negative Auswirkungen seien u.a. weiter
genannt Rückgang der Artenvielfalt, Vernichtung von Vegetationsschichten, die
den Boden schützen und Bodenerosion.


Dagegen wird im ökologischen Kaffeeanbau ein Mischanbau, zwischen Obst-,
Gewürz- oder anderen Bäumen angebaut, betrieben. Die Schattenbäume
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schützen die Kaffeepflanzen vor zu viel Sonne und bewahren den Boden vor dem
Austrocknen. Die Bäume bieten außerdem Nahrung und Lebensraum für
Insekten, Vögel und andere Kleintiere. Von dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel
profitieren auch die Arbeiter auf den Plantagen: Sie sind bei ihrer täglichen Arbeit
nicht den Giften ausgesetzt, die im konventionellen Kaffeeanbau üblich sind und
schwere Gesundheitsschäden hervorrufen können [1,2].


In Äquatornähe überschneiden sich Blüte- und Erntezeit, so dass an ein und
demselben Kaffeestrauch Blüten und Kaffeekirschen in unterschiedlichen
Reifestadien zu finden sind. Gerade hier ist eine maschinelle Ernte nicht geeignet
und es wird arbeitsintensiv manuell geerntet, was jedoch zu einer besseren
Qualität des Kaffees führt.


Nach der Ernte werden die Kaffeekirschen entweder in einer nassen Aufbereitung
einer mechanischen Entpulpung unterzogen mit anschließender Ablösung
verbleibender Fruchtfleisch-Rückstände und der den Samen umgebenden
Pergamentschicht durch eine enzymatische Fermentation. Oder es erfolgt eine
trockene Aufarbeitung, bei der die Kaffeekirschen nach der Trocknung geschält
werden.
Anschließend erfolgt eine Sortierung der rohen Bohnen nach Größe, Farbe und
Dichte für die verschiedenen Qualitätsstufen zur Rösterei [3, 4, 5].



Ergebnisse
In den nachfolgenden Tabellen sind die Ochratoxin                          A-Ergebnisse der
untersuchten Röstkaffee-Proben dargestellt.

Tabelle 1
Gegenüberstellung der Ochratoxin A-Ergebnisse in Röstkaffee aus ökologischer und konventioneller
Erzeugung
                                                             Mittelwert           Höchster
 Ochratoxin                       Anzahl Proben
                                                            (der Proben           ermittelter
                    Anzahl Proben mit Gehalten >
        A                                                   mit Gehalten)           Gehalt
                                       BG*
                                                                [ g/kg]            [ g/kg]
ökologische
Erzeugung                  12               5 (42%)                1,1                 3,2
konventionelle
Erzeugung                  22               7 (32%)                2,1                 4,3

* BG Bestimmungsgrenze Ochratoxin A: 0,4 g/kg



Die Ergebnisse zeigen, dass in 32 % der untersuchten Röstkaffee-Proben aus
konventioneller Erzeugung Ochratoxin A bestimmt wurde. Die positiv getesteten
Proben enthielten im Mittel 2,1 g/kg Ochratoxin A. Jedoch lag auch der höchste
ermittelte Gehalt von 4,3 g/kg unter dem gesetzlich festgelegten Grenzwert von
5 g/kg für Röstkaffee [6].
Mit 42% wurden in mehr Proben aus ökologischer Erzeugung als aus
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konventioneller Erzeugung Ochratoxin A ermittelt. Jedoch lag die mittlere
Belastung der positiv getesteten Proben mit 1,1 g/kg unter der von Erzeugnissen
aus konventionellem Anbau. Auch der höchste ermittelte Gehalt lag mit 3,3 g/kg
niedriger als der des Produkts aus konventioneller Erzeugung.




Literatur

[1]      http://www.rohkaffees.de (2010 Joerrens Impessum).
[2]      http://www.fairtrade-
         deutschland.de/fileadmin/user_upload/materialien/download/download_st
         atement_Kaffee.pdf.
[3]      Wikipedia.
[4]      http://www.hensler-kaffee.de/kaffeeanbau.html.
[5]      http://www.allvendo.de/kaffeewelt/kaffee_anbau.htm.
[6]      VO (EG) 1881/2006: Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 der Kommission
         vom 19. Dezember 2006 zur Festsetzung der Höchstgehalte für
         bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln (ABl. L 364/5), zuletzt
         geändert durch die Verordnung (EU) Nr. 594/2012 vom 5. Juli 2012 (ABl.
         L 176/43).




Bildernachweis:
Kaffeestrauch: CVUA Stuttgart.
Kaffeebohnen, Christian Lung, Pixelio.de, Image-ID=602011.



Autor(en): Tamara Hummel, Renate Schnaufer.

				
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