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Der Ernaehrungsmediziner August 2012

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Der Ernaehrungsmediziner August 2012 Powered By Docstoc
					                                                                                                   A
Der                                                                                                K
                                                                                                   A
                                                                                                   D

Ernährungsmediziner                                                                                E
                                                                                                   M
                                                                                                   I
Unabhängiger Informationsdienst                                                                  V E      R    L   A    G


Jahrgang 14, Nr. 3                                                                                             August 2012

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
der für mich wichtigste Beitrag in der Ihnen vorliegenden Ausgabe „Der Ernährungsmediziner“ ist die Laudatio zum
80. Geburtstag von Prof. Dr. med. Heinrich Kasper. Als akademischer Lehrer und auch während seiner beruflichen
Karriere war er stets ein Vorbild an Integrität, Fairness, Leistungsbereitschaft und Aufrichtigkeit. Eigenschaften, die
in unserer Gesellschaft nicht mehr zu den Kardinaltugenden gehören, aber für uns Ärzte weiterhin maßgeblich sein
sollten. Unsere Konsumgesellschaft schätzt leider andere Werte, wie „Mehr“, „Billiger“, „Schneller“ und „Beque-
mer“. Diese Einstellungen tragen nicht unerheblich zum Anstieg der Adipositas bei, die auch in dieser Ausgabe des
Ernährungsmediziners mit mehreren Beiträgen angesprochen wird. Zahlreiche neuere Untersuchungen befassen
sich mit den pleiotropen Wirkungen des Vitamin D und decken immer wieder neue physiologische Zusammenhän-
ge auf. So auch die hier berichteten Untersuchungen zur Gefäßwandsteifigkeit. Unser wichtigstes Thema sind na-
türlich die Wirkungen von Lebensmitteln und deren Inhaltstoffen auf ernährungsabhängige Erkrankungen. Hier
zeigt sich, dass eine gesunde Ernährung der Supplementierung mit Vitaminen deutlich überlegen ist. Dies zeigen
auch die in dieser Ausgabe berichteten Wirkungen auf die Inzidenz der Hypertonie, des Apoplex und des kardio-
vaskulären Risikos. Immer mehr in den Fokus kommt die Bedeutung der Darmmikrobiota und die ernährungsthe-
rapeutische Möglichkeit, das Keimspektrum im Darm günstig zu verändern. Bisher haben diese Interventionen
nicht immer den gewünschten Erfolg. Wahrscheinlich sind die Einwirkungen noch zu unspezifisch, so dass ihr ge-
zielter Einsatz noch nicht möglich ist. Der Bericht über ein negatives Behandlungsergebnis mit Lactobacillus casei
Shirota könnte hierfür ein Beispiel sein, wie Sie lesen werden. Möglicherweise müssen wir unser Wissen über die
Symbiose zwischen Mensch und Darmmikrobiota noch deutlich vertiefen, um wichtige Zusammenhänge mit ent-
zündlichen, neoplastischen, allergischen und sogar kardiovaskulären Erkrankungen nicht zu übersehen.
Ich wünsche Ihnen eine interessante und spannende Lektüre und verbleibe mit den besten Wünschen für erholsa-
me Rest-Urlaubstage
                                                                                                         Ihr Prof. Adam

                                                               Prof. Dr. med. Kasper feiert seinen 80. Geburtstag
In dieser Ausgabe:
                                                               Am 1.8.2012 feierte unser langjähriger Vizepräsident
•   Prof. Dr. med. Kasper feiert seinen 80. Ge-                und jetziger Ehrenpräsident Prof. Dr. med. Heinrich
    burtstag                                                   Kasper in guter Gesundheit seinen 80. Geburtstag.
•   Low Carb oder Low Fat – ein dauernder Streit               Wenige andere Menschen waren ein Leben lang mit
                                                               der Ernährungsmedizin so eng verbunden wie er.
•   Der Einfluss der Fettzufuhr auf bestimmte
    Gehirnregionen                                             Herr Kasper war nach seinem medizinischen Staats-
•   Effekt einer Vitamin C Supplementierung auf                examen und der Promotion an der Universität Gießen
    das Blutdruckverhalten                                     dort zunächst am Institut für Ernährungswissenschaf-
                                                               ten und dann an der Medizinischen Klinik (Gastroen-
•   Vitamin D verändert die Gefäßwandsteifigkeit
                                                               terologie und Stoffwechsel) wissenschaftlich tätig.
•   Folataufnahme und Hypertoniehäufigkeit                     Unter der Leitung von Prof. Cremer war er maßgeb-
•   Sodagetränke und Schlaganfallrisiko                        lich an der Gestaltung des Studiengangs Oecotro-
                                                               phologie beteiligt. 1966 erhielt er die Facharztaner-
•   Verringern Tomaten das kardiovaskuläre
                                                               kennung für Innere Medizin, 1968 habilitierte er sich
    Risiko?
                                                               auf diesem Gebiet. Es folgte die Ernennung zum
•   Der Effekt von Blutorangensaft auf die endo-               Oberarzt an der Medizinischen Klinik und zum Leiter
    theliale Funktion und Entzündungs-parameter                der Fachschule für Diätetik Gießen. 1970 wechselte
•   Wirkung von Rotweinpolyphenolen auf die                    Herr Kasper an die Medizinische Klinik der Universi-
    Darmmikrobiota                                             tät Würzburg, wo er sich weiter auf Gastroenterologie
•   Der Einfluss von Lactobazillus casei Shirota               und Stoffwechsel spezialisierte. Seinem Interesse für
    auf repiratorische Symptome und die Immun-                 die Ernährungsmedizin folgend wurde er auch in
    antwort nach Influenza-Impfung                             Würzburg ärztlicher Leiter der Fachschule für Diätetik
                                                               der Medizinischen Klinik. 1974 wurde er zum Profes-
•   Ausschreibungen                                            sor ernannt und übernahm 1980 die Leitung der Be-
•   Veranstaltungen                                            reiches Gastroenterologie und Stoffwechselerkran-
                                                               kungen. Seitdem leistete Prof. Kasper umfangreiche
                                                      Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                     August 2012


und bedeutende wissenschaftliche Arbeit auf den                       Fort- und Weiterbildung für Ärzte zu fördern und
Gebieten Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankun-                    durchzuführen. Im September 1984 fand so bereits
gen und Diätetik. Er verfasste neben zahlreichen                      das erste Fortbildungsseminar in Freiburg statt. Wei-
Publikationen in nationalen und internationalen wis-                  tere Seminareinheiten folgten, aus denen schließlich
senschaftlichen Zeitschriften unter anderem das                       das Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärzte-
Standardlehrbuch der Ernährungsmedizin, an dessen                     kammer hervorging.
12. Auflage er derzeit arbeitet.
                                                                      Prof. Kasper war von Anbeginn bis zum heutigen
Prof. Kasper hat überragende Verdienste in den Jah-                   Zeitpunkt als hervorragender Referent und Mitgestal-
ren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die DAEM er-                  ter der ernährungsmedizinischen Fortbildungssemi-
worben. Im Rahmen einer Arbeitstagung über „Fort-                     nare der DAEM hoch geschätzt und auch in alle an-
schritte der Ernährungstherapie“ im April 1975 in                     deren wichtigen Aktivitäten der Akademie maßgeb-
Freiburg unter Leitung von Prof. Dr. med. Reinhold                    lich mit involviert. Als Beispiele seien das Modellpro-
Kluthe gründeten die Teilnehmer die „Deutsche Ar-                     jekt „Klinische Ernährungsmedizin“ – Lehrkliniken für
beitsgemeinschaft für klinische Ernährung und Diäte-                  Ernährungsmedizin der DAEM oder seine Mitarbeit in
tik (DAKED)“, in der Prof. Kasper bis zur Überführung                 der Schriftleitung des vorliegenden Newsletters „Der
in die DGEM im Jahre 1991 als Vorstandsmitglied ak-                   Ernährungsmediziner“ genannt. Beide Projekte bli-
tiv tätig war und mit seinem umfassenden Sachver-                     cken mittlerweile auf eine rund 15jährige Geschichte
stand zum Erfolg wesentlich beitrug.                                  zurück.
1983 wurde aus dem Kreis der Arbeitsgemeinschaft                      Die DAEM bedankt sich bei Prof. Dr. med. Heinrich
die „Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin                          Kasper für seine langjährige überaus verdienstvolle
(DAEM)“ gegründet, der Prof. Kasper dann 26 Jahre                     Tätigkeit. Wir gratulieren ihm recht herzlich zu sei-
als Vizepräsident angehörte. Zentrales Ziel der                       nem 80. Geburtstag und wünschen ihm an der Seite
DAEM war und ist es, die ernährungsmedizinische                       seiner lieben Frau noch viele schöne Jahre in seinem
                                                                      Würzburger Domizil. Und ich wünsche mir sehr, dass
  Impressum                                                           ich weiterhin auf seinen wertvollen Rat zurückkom-
  Schriftleitung                                                      men darf.
  Udo Rabast, Hattingen                                               Prof. Dr. med. Olaf Adam
  Olaf Adam, München
                                                                      Präsident der DAEM
  Heinrich Kasper, Würzburg
  Redaktion                                                           Low Carb oder Low Fat – ein dauernder Streit
  Andrea Drewski, Freiburg
  Albrecht Gebhardt, Freiburg                                         Adam O
  Verlag
  Akademie - Verlag                                                   Die Zahl der Veröffentlichungen über Low Carb (LC-
  Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg                                 Diät) oder Low Fat Diäten (LF-Diät) ist kaum noch zu
  Tel.: 0761/ 7 89 80; Fax.: 0761/ 7 20 24                            überblicken. Sowohl Vertreter der einen wie auch der
  Email: info@daem.de                                                 anderen Diätform betonen immer wieder die Überle-
  Internet: www.daem.de                                               genheit, so dass bei den Experten große Meinungs-
  Copyright                                                           verschiedenheiten vorherrschen, die jetzt durch zwei
  Zeitschrift, Beiträge und Abbildungen sind für die Dauer            große Studien, die in berühmten Fachzeitschriften
  des Urheberrechts geschützt. Eine Verwertung außer-                 fast gleichzeitig publiziert wurden, nochmals kulmi-
  halb des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Ver-                 nieren.
  lags strafbar. Das gilt insbesondere auch für Vervielfäl-
  tigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie                    In dem Journal of the American Medical Association
  Einspeicherungen und Verarbeitung in elektronischen                 (JAMA) vom 27.06.2012 wird eine Stoffwechselun-
  Systemen.                                                           tersuchung geschildert, die die Wirkung von drei Diä-
  Erscheinungsweise
                                                                      ten mit unterschiedlicher Komposition der Makro-
  Die Zeitschrift erscheint viermal jährlich.                         nährstoffe auf den Grundumsatz und einige Stoff-
                                                                      wechselparameter untersucht (1). 32 übergewichtige
  Bezugspreis                                                         oder adipöse junge Erwachsene wurden randomisiert
  Bezug als Email-Newsletter kostenlos.
                                                                      einem dreifachen Crossover zugeteilt. Während der
  Ausdruck des Newsletters Jahresbezugspreis 38,-- € +
  Versandkosten 5,80 € = 43,80 €
                                                                      Studie aßen sie drei isokalorische Diäten für jeweils
  Ausdruck des Newsletters Einzelheftpreis 10,-- € +                  vier Wochen nach einer initialen Gewichtsabnahme
  Versandkosten 1,45 € = 11,45 €                                      von 10 bis 15 Prozent mit einer energiereduzierten
                                                                      Kost. Die Energiezufuhr mit den isokalorischen Diä-
  ISSN Nummer: ISSN 1439-3921
                                                                      ten sollte eine Gewichtsstabilisierung erreichen. Die
                                                                      Zusammensetzung der drei Diäten, die in unter-

                                                              Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                                 2
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                August 2012


schiedlicher Reihenfolge von allen TeilnehmerInnen               Verschlusskrankheit (n=82) fanden die Autoren keine
durchlaufen wurden, war (1) eine LF-Diät mit hohem               Unterschiede in der Assoziation. Die Autoren folgern
Kohlenhydratanteil und 20 Energieprozent Eiweiß, (2)             daraus, dass LC-Diäten, die reich an Eiweiß sind und
eine Diät mit niedrigem glykämischen Index, einer                über einen längeren Zeitraum eingehalten werden,
moderaten Kohlenhydratzufuhr und 20 Energiepro-                  mit einer erhöhten kardiovaskulären Komplikationsra-
zent Eiweiß und (3) eine LC-Diät mit niedriger Koh-              te belastet sind.
lenhydratzufuhr und 30 Energieprozent Eiweiß. 21
TeilnehmerInnen durchliefen alle drei Diäten in dieser           Beide Untersuchungen beweisen, dass man sowohl
sehr gut konzipierten und durchgeführten Studie. Der             mit LF-Diät wie auch mit LC-Diät abnehmen kann.
Grundumsatz und der Gesamtenergieverbrauch ver-                  Jede der beiden Diätformen hat ihre Vorteile. LF-
minderten sich mit allen drei Diäten, aber die Ab-               Diäten sind leichter einzuhalten, die Adhärenz ist
nahme war mit der LF-Diät signifikant größer als mit             besser, jedoch ist eine Abnahme der Muskelmasse
den beiden anderen Diäten. Unterschiede zeigten                  und ein stärkeres Absinken des Grundumsatzes
sich auch in verschiedenen hormonellen und Stoff-                wahrscheinlicher als bei den LC-Diäten. Für die LC-
wechselfunktionen unter allen drei Diäten. Die Auto-             Diäten sprechen die raschere Gewichtsabnahme,
rInnen kommen zu dem Schluss, dass die stärkere                  das bessere Sättigungsgefühl, die deutlich bessere
Abnahme des Energieverbrauchs mit fettarmen Diä-                 Abnahme der Insulinresistenz und der Plasmalipide.
ten einem JoJo-Effekt Vorschub leistet. Favorisiert              In einer Metaanalyse von 107 Studien mit 3.268 Teil-
wurde die LC-Diät.                                               nehmerInnen wurde die Zusammensetzung von kon-
Zusammensetzung der Diäten:                                      ventionell fettarmen und kohlenhydratarmen Redukti-
                                                                 onsdiäten untersucht (3). Die Fettzufuhr lag bei den
                Low-      Niedriger           Low-
                                                                 LF-Diäten, die in die Metaanalyse aufgenommen
                Fat       Glyx-Index          Carb
                                                                 wurden, zwischen 0 und 73 Gramm pro Tag, der Ei-
 Kohlenhydrate  60        40                  10
                                                                 weißanteil zwischen 0 und 95 Gramm pro Tag und
 Fett           20        40                  60
                                                                 die Kohlenhydratzufuhr war mit bis zu 787 Gramm
 Eiweiß         20        20                  30                 pro Tag extrem hoch. Im Vergleich zu den LC-Diäten
Die zweite Studie erschien am 26. 6. 2012 im British             war die Gewichtsabnahme, die Senkung des Blutzu-
Medical Journal (BMJ) und kommt zu dem Schluss,                  ckers, des Insulins und der Blutfette mit den LF-
dass die LF-Diät besser ist (2). Auch hier handelt es            Diäten geringer. Bei den LC-Diäten lag die Fettzufuhr
sich um eine sehr gut durchgeführte randomisierte                in den Studien bei bis zu unglaublichen 351 Gramm
Populationsstudie an 43.396 schwedischen Frauen                  pro Tag, während die Zufuhr der Kohlenhydrate auf
im Alter von 30 bis 49 Jahre. Bei Studienbeginn füll-            weniger als 20 bis höchstens 60 Gramm pro Tag re-
ten sie einen umfangreichen Food-Frequency-Table                 duziert war. Die Zufuhr von Eiweiß war entsprechend
aus, die Beobachtungszeit lag bei durchschnittlich               zwischen 95 bis 250 Gramm pro Tag bei den LC-
15,7 Jahren. Zielkriterien waren das Auftreten kardio-           Diäten. Verglichen mit den LF-Diäten war bei den LC-
vaskulärer Erkrankungen, festgestellt durch den                  Diäten die Compliance schlechter, der Anstieg der
Zugriff auf das nationale Krankheitsregister. Das Kol-           Harnsäure und die Verminderung der Nierenfunktion
lektiv wurde aufgeteilt nach der Zufuhr von Kohlen-              größer. Die Relation der Makronährstoffe war sowohl
hydraten (10 Prozent-Schritte) und der Proteinzufuhr             für die LC-Diäten, wie auch für die LF-Diäten weit von
(ebenfalls 10 Prozent-Schritte). Zusätzliche wurde ei-           den Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften
ne Kombination dieser Variablen als Low-Carb-High-               entfernt, die eine Zufuhr von Fett 30% (80 Gramm
Protein-Score (LCHP-Score) mit einer Skalierung von              pro Tag), Kohlenhydrate 55% (300 Gramm pro Tag)
2 bis 20 angewendet. Adjustiert wurde nach der                   und Eiweiß 15% (80 Gramm pro Tag) der Nahrungs-
Energiezufuhr, der Aufnahme von gesättigten und                  energie empfehlen.
ungesättigten Fetten und mehreren nicht-diätetischen             Eine Gewichtsabnahme ist immer ein Langzeitpro-
Variablen.                                                       gramm und muss von flankierenden Maßnahmen,
Die AutorInnen fanden für eine Abnahme der Koh-                  wie gesteigerter körperlicher Aktivität, Verhaltensän-
lenhydrate oder eine Zunahme der Proteinzufuhr um                derung und Motivationstraining begleitet sein, um ei-
jeweils 10 Prozent, sowie den Anstieg des LCHP-                  nen Langzeiterfolg zu gewährleisten. Seit 15 Jahren
Score um 2 Einheiten eine statistisch signifikante As-           verwenden wir die Kombination der LF-Diät mit der
soziation zu allen kardiovaskulären Erkrankungen                 LC-Diät um eine ausgewogene Nährstoffzufuhr über
(n=1270) die OR war 1,04 (95% Konfidenzintervall                 den Tag zu erreichen (KFZ-Diät: Kohlenhydrate –
1,00 – 1,08), 1,04 (1,02-1,06) und 1,05 (1,02 – 1,08).           Fett – Zwischenmahlzeiten) (4,5). Wird morgens und
Zwischen den Score und den fünf untersuchten kar-                mittags eine LF-Diät eingehalten und am Abend eine
diovaskulären Ereignissen (KHK) (n=703), ischämi-                LC-Diät gegessen, so erreicht man eine ausgewoge-
scher Apoplex (n=294) Gehirnblutung (n=70), Suba-                ne Nährstoffzufuhr über den Tag. Die Gewichtsab-
rachnoidalblutung (n=132) und periphere arterielle               nahme liegt nach 10 Wochen zwischen den in der Li-

                                                         Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                            3
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                August 2012


teratur beschriebenen Ergebnissen durch eine LF-                 fettarmen Joghurts. Das Ausmaß des Hungergefühls
Diät oder eine LC-Diät, nach einem Jahr ist die Ge-              wurde abgeschätzt, und vor jeder Messung des ce-
wichtsabnahme unter der KFZ-Diät mit der LF-Diät                 rebralen Blutflusses wurden Blutproben entnommen.
vergleichbar. Im Sieben-Jahresvergleich schneidet                Der fettreiche Joghurt bedingte eine deutliche Ab-
die KFZ-Diät besser als die anderen Diäten ab.                   nahme des cerebralen Blutflusses im Hypothalamus.
Durch die Kombination LF-Diät mit der LC-Diät er-                Die Veränderung im cerebralen Blutfluss korrelierte
reicht man nicht nur eine ausgewogene Nährstoffzu-               positiv mit einer Veränderung der Insulinkonzentrati-
fuhr, sondern auch eine bessere Adhärenz der Teil-               on. Die insuläre Aktivität stieg nach 120 Minuten nur
nehmer, da die Lebensmittelauswahl deutlich größer               unter den Bedingungen der fettarmen Mahlzeit an.
als mit den anderen Reduktionskosten ist.                        Die Veränderungen des cerebralen Blutflusses wie-
                                               (OA)              derum korrelierten in beiden Regionen positiv mit den
Literatur                                                        Bedingungen der fettreichen Nahrungszufuhr.
1. Ebbeling CB, Swain JF et al.: Effects of dietary
    composition on energy expenditure during weight              Die unter Fett gefundene Abnahme der hypothalami-
    loss maintenance. JAMA 307, 2627-2634, 2012.                 schen Aktivität und die Interaktion mit der insulären
2. Lagiou P, Sandin S, Lof M et al.: Low carbohy-                Kortexregion könnten zu einer effizienten Energie-
    drate-high protein diet and incidence of cardio-             homöostase beitragen. Fett könnte deshalb ein Mo-
    vascular diseases in Swedish women: prospec-                 dulator der homöostatischen und der Geschmacks-
    tive cohort study. BMJ. 2012 Jun 26; 344: e4026.             regionen im Gehirn sein.
                                                                                                                      (UR)
    doi: 10.1136/bmj.e4026
                                                                 Quelle
3. Bravata DM, Sanders L, Huang J et al.: Efficacy
                                                                 Frank S, Linder K, Kullmann S et al.: Fat intake mo-
    and safety of low-carbohydrate diets: a system-
                                                                 dulates cerebral blood flow in homeostatic and gusta-
    atic review. JAMA. 2003 Apr 9; 289(14): 1837-50.
                                                                 tory brain areas in humans, Am J Clin Nutr 2012 95:
4. Adam O, Schimpf E: Kurz- und Langzeiterfolge
                                                                 1342-1349
    einer Reduktionskost durch Trennung der Koh-
    lenhydrat- und Fettzufuhr (KFZ-Diät). Ernäh-
    rungs-Umschau 48: 451-454, 2001                              Effekt einer Vitamin C Supplementierung auf das
5. Lorenz Y, Schnurr C, Adam O: Langfristige Effek-              Blutdruckverhalten
    te der Ernährung nach dem KFZ-Prinzip auf den                Juraschek SP, Guallar E, Appel LJ et al.
    Body-Mass-Index und Adipositas-assoziierte Er-
    krankungen. Aktuel Ernaehr; 32: 282-285, 2007                Die Frage eventueller positiver Effekte einer über
                                                                 dem Bedarf liegenden Vitamin C Zufuhr wird zuneh-
Der Einfluss der Fettzufuhr auf bestimmte Ge-                    mend kontrovers diskutiert. In Beobachtungsstudien
hirnregionen                                                     zeigte sich allerdings, dass eine erhöhte Aufnahme
                                                                 von Vitamin C mit der Nahrung oder als Nahrungser-
Frank S, Linder K, Kullmann S et al.                             gänzungsmittel und auch hohe Vitamin C Konzentra-
                                                                 tionen im Serum mit niedrigeren Blutdruckwerten as-
Der Hypothalamus ist die zentrale homöostatische
                                                                 soziiert sind. Die Ergebnisse aus klinischen Studien
Kontrollregion im Gehirn. Lässt sie sich auch in ho-
                                                                 zur Frage einer blutdrucksenkenden Wirkung von Vi-
hem Maße durch Ernährungseinflüsse, wie Glukose
                                                                 tamin C sind allerdings widersprüchlich.
und Fett beeinflussen? Gut dokumentiert sind die so-
fortigen und langfristigen homöostatischen Effekte               Es wurde ein Literaturreview klinischer Studien
einer Glukosezufuhr. Studien, in denen die Stimulati-            durchgeführt. Studien, bei denen der Effekt einer Vi-
on mit Fett erfolgte, untersuchten die sofortigen Aus-           tamin C Supplementierung auf das Blutdruckverhal-
wirkungen einer Fettzufuhr. Abgesehen von homö-                  ten untersucht wurde, wurden einer Metaanalyse un-
ostatischen Effekten, verarbeiteten der gustatorische            terzogen. Es wurde auf Datenbanken mit Daten zwi-
Kortex und Teile der Inselregion im Wesentlichen die             schen 1996 und 2011 zurück gegriffen. Als Ein-
Nahrungsmittel-Informationen.                                    schlusskriterien für eine Auswertung der Studien gal-
                                                                 ten: Vorliegen einer randomisierten, kontrollierten
In einer Studie sollte der Effekt von fettreichen und
                                                                 Studie, Angabe des systolischen oder diastolischen
fettarmen Mahlzeiten auf den Hypothalamus und den
                                                                 Blutdrucks oder beider Blutdruckwerte. Anwendung
insulären Kortex untersucht werden. Elf gesunde
                                                                 einer oralen Vitamin C Supplementierung und Unter-
Männer nahmen an einer einfach verblindeten, funk-
                                                                 suchung einer Kontrollgruppe. Mindestdauer der Stu-
tionellen MRI-Studie teil. Sie erhielten an zwei auf-
                                                                 die von zwei Wochen. Auswertungen des Effekts auf
einander folgenden Messtagen eine fettreiche und
                                                                 den Blutdruck nach standardisierten, randomisierten
eine fettarme Mahlzeit. Gemessen wurde der ce-
                                                                 Bedingungen.
rebrale Blutfluss vor Verzehr, 30 Minuten und 120
Minuten nach Verzehr eines fettreichen und eines                 In die Auswertungen einbezogen wurden 29 Studien,


                                                         Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                            4
Der Ernährungsmediziner
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bei denen die Kriterien erfüllt waren. Die als Supple-             Blutdruck und die körperliche Aktivität.
ment täglich zugeführte mittlere Vitamin C Dosis lag
bei 500 mg, die mittlere Studiendauer betrug acht                  Die beiden Kollektive unterschieden sich auch nach
Wochen. Die Anzahl der TeilnehmerInnen variierte                   Korrektur für andere Risikofaktoren nur in der carotis-
zwischen 10 bis 120 Personen. Die gepoolt ausge-                   femoralis PWV (m/s), die bei den Asiaten größer war
werteten Daten zeigten eine Verminderung des                       (9,32 vs 8,68; p=0,001) und der Konzentration des
systolischen Blutdrucks um -3,84 mmHg (p<0,01)                     25(OH)Vitamin D (nmol/l) im Plasma, die bei den A-
und des diastolischen um -1,48 mmHg (p< 0,04)                      siaten signifikant niedriger war (21,92 vs. 52,5;
durch Vitamin C. In den Studien mit hypertensiven                  p<0,001). 25(OH)Vitamin D war unabhängig von an-
PatientInnen betrug die Reduktion des systolischen                 deren Variablen (Alter, mittlerer arterieller Druck, Ge-
Blutdrucks 4,85 mmHg (p<0,01), des diastolischen                   schlecht, Glukose, Pulsfrequenz, vasoaktive Medi-
1,67 mmHg (p=0,17).                                                kamente) mit der CFPWV bei den Personen aus
                                                                   Südasien assoziiert (R=0,73; p=0,004). Zudem war
Es wird darauf hingewiesen, dass Langzeituntersu-                  das 25(OH)Vitamin D bei allen Teilnehmern negativ
chungen zur Frage des Effekts einer Vitamin C Sub-                 mit dem carotis-femoralis PWV korreliert, zeigte aber
stitution erforderlich sind. In Anbetracht möglicher Ri-           keine Korrelation zur körperlichen Aktivität. Die Auto-
siken erscheint das Ausmaß der in den vorliegenden                 ren führen die erhöhte Steifigkeit der Gefäße bei Asi-
Studien beobachteten Blutdrucksenkung zu gering,                   aten, die seit längerer Zeit in England wohnten, auf
um die Anwendung einer regelmäßigen Vitamin Sub-                   eine Minderversorgung mit Vitamin D zurück. Die re-
stitution mit dieser Indikation zu empfehlen.                      lativ hohen Spiegel des Vitamin D bei den Europäern
                                                  (UR)             könnten auf die mit Vitamin D angereicherte Milch zu-
Quelle                                                             rückzuführen sein. Da Asiaten sehr häufig eine Lak-
Juraschek SP, Guallar E, Appel LJ et al.: Effects of               toseintoleranz aufweisen, kann hierdurch die Versor-
vitamin C supplementation on blood pressure: a me-                 gung unzureichend gewesen sein.
ta-analysis of randomized controlled trials, Am J Clin                                                                (OA)
Nutr 2012 95: 1079-1088                                            Quelle
                                                                   Webb DR, Khunti K, Lacy P et al.: Conduit vessel
Vitamin D verändert die Gefäßwandsteifigkeit                       stiffness in British south Asians of Indian descent re-
                                                                   lates to 25-hydroxyvitamin D status. J Hypertens.
Webb DR, Khunti K, Lacy P et al.                                   2012 Jun 7
Seit langem ist bekannt, dass die Analyse der Puls-
welle weit mehr Informationen liefert, als nur den                 Folataufnahme und Hypertoniehäufigkeit
systolischen und diastolischen Blutdruck. Die For-                 Xun P, Liu K, Loria CM et al.
schung der letzten 15 Jahre hat gezeigt, dass die
Pulswellengeschwindigkeit (PWV, Pulse wave veloci-                 Laboruntersuchungsergebnisse weisen darauf hin,
ty) und der Augmentationsindex (AIX) wichtige Hin-                 dass eine ausreichende Folsäureaufnahme zu einem
weise auf das koronare Risiko geben. Die Pulswelle                 niedrigeren Blutdruck im Laufe des Lebens führt. Als
durchläuft das Gefäßsystem etwa zehnmal schneller                  ursächlich wird eine vermehrte Stickstoffoxid (NO)
als der Blutstrom. Im jugendlichen Alter läuft die PWV             Synthese in den Endothelzellen diskutiert. Des Wei-
in den elastischen Gefäßen langsamer als im starren                teren kommt eine Reduktion der Plasma-Homo-
Gefäßsystem älterer Personen. Dies hat zur Folge,                  cysteinsynthese als ursächlich in Frage. Die Zahl bis-
dass durch die PWV im jugendlichen Alter die Koro-                 her beim Menschen zu dieser Fragestellung durchge-
nardurchblutung verstärkt und der diastolische Blut-               führter Untersuchungen ist allerdings sehr gering.
druck erhöht wird. Im Alter ist es umgekehrt.
                                                                   In einer Follow-up Studie wurde deshalb der Frage
Es gibt nun zahlreiche Hinweise, dass Vitamin D kar-               nachgegangen, ob die Höhe der Folsäurezufuhr mit
dioprotektiv wirken kann. Die Autoren untersuchten in              der Nahrung in einem Zeitraum von 20 Jahren das
einer Querschnittsuntersuchung mit einer Korrelati-                Auftreten einer Hypertonie beeinflussen kann. In die
onsanalyse 257 Personen, die randomisiert aus einer                prospektiven Untersuchungen wurden 4.400 Männer
Bevölkerungsstudie für ein Diabetes Screening rekru-               und Frauen, Afro-AmerikanerInnen und Weiße im Al-
tiert wurden. Die Personen hatten zwar ein erhöhtes                ter von 18-30 Jahren eingeschlossen. Zum Zeitpunkt
Diabetes-Risiko, jedoch keine erkennbaren kardio-                  der Ausgangsuntersuchungen 1985, 1987, 1990,
vaskulären Schäden. 132 der Teilnehmer stammten                    1992, 2000 und 2005 bestand kein Hypertonus. Die
ursprünglich aus Südasien und der Rest (n=125) wa-                 Art der Nahrungsaufnahme und die Höhe der Folsäu-
ren Europäer, das mittlere Lebensalter war 56 Jahre,               rezufuhr wurden mit Hilfe von Ernährungsanamnesen
die Einnahme von Vitamin D war ein Ausschlussfak-                  zu Beginn der Studie und 1992 und 2005 erfasst. Ei-
tor. Gemessen wurden die Carotis-Femoralis PWV,                    ne beginnende Hypertonie bestand definitionsgemäß
das 25(OH)Vitamin D, der Nüchternblutzucker, der                   dann, wenn erstmals bei irgendeinem Follow-up ein

                                                           Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                              5
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                August 2012


Blutdruckwert von systolisch >/= 140 mmHg und                    Schlaganfall für ≥1 low-calorie Sodagetränk pro Tag
/oder diastolisch >/= 90 mmHg gemessen wurde,                    lag im Vergleich zu keinem Sodagetränk bei 1,16
oder bereits eine antihypertensive Medikation durch-             (95% CI: 1,05; 1,28). Verglich man die Zufuhr von ei-
geführt worden war. Insgesamt konnten 989 Proban-                nem zuckergesüßten Sodagetränk mit der Zufuhr von
dInnen über 20 Jahre nachbeobachtet werden.                      einem koffeinfreien Kaffee/Tag, so war unter Kaffee
                                                                 das Schlaganfall- Risiko um 10% reduziert (95% CI:
Nach dem Angleichen der Ergebnisse mit der Be-                   1%, 19%). Eine Tasse koffeinhaltigen Kaffees redu-
rücksichtigung potentieller Confounder zeigte sich bei           zierte das Risiko um 9% (95% CI: 0%, 17%). Eine
TeilnehmerInnen mit der höchsten Folatzufuhr, im                 ähnliche Risikoreduktion fand sich, wenn man kof-
Vergleich zu denen mit der niedrigsten Zufuhr, signi-            feinhaltigen oder koffeinfreien Kaffee gegen kalorien-
fikant seltener ein Bluthochdruck (p<0,01). Dabei un-            arme Sodagetränke austauschte.
terschieden sich die Ergebnisse für Weiße und Afro-
AmerikanerInnen (p-Interaction = 0,047). Die inverse             Letztlich bedingt ein hoher Konsum zuckergesüßter
Assoziation bestätigte sich auch in einer Untergruppe            und auch energiearmer Sodagetränke ein signifikant
der Kohorte mit 1.445 ProbandInnen, bei denen zu                 erhöhtes Schlaganfallrisiko. Das Risiko kann redu-
Studienbeginn und 1992 und 2000 Folsäuremessun-                  ziert werden, wenn Sodagetränke durch andere Ge-
gen durchgeführt wurden.                                         tränke ersetzt werden.
                                                                                                                      (UR)
Letztlich zeigte sich, dass eine hohe Folsäurezufuhr             Quelle
im jungen Erwachsenenalter mit einem selteneren                  Bernstein AM, de Koning L, Flint AJ et al.: Soda con-
Auftreten eines Bluthochdrucks im späteren Leben                 sumption and the risk of stroke in men and women,
assoziiert ist. Die Assoziation war bei Weißen deutli-
                                                                 Am J Clin Nutr 2012 95: 1190-1199
cher als bei Afro-AmerikanerInnen.
                                                (UR)
Quelle                                                           Verringern Tomaten das kardiovaskuläre Risiko?
Xun P, Liu K, Loria CM et al.: Folataufnahme und
                                                                 Thies F, Masson LF, Rudd A et al.
Hypertoniehäufigkeit bei jungen erwachsenen Ameri-
kanern: Eine 20-jährige follow-up Studie Am J Clin               Kardiovaskuläre Erkrankungen sind eine der Haupt-
Nutr 2012 95: 1023-1030                                          todesursachen in den Industrienationen und auch in
                                                                 Großbritannien. In epidemiologischen Studien fanden
Sodagetränke und Schlaganfallrisiko                              sich Hinweise eines möglichen positiven Effekts einer
                                                                 tomatenreichen Kost. Hiermit sollte sich das Risiko
Bernstein AM, de Koning L, Flint AJ et al.                       kardiovaskulärer Erkrankungen reduzieren lassen.
Die Zufuhr zuckergesüßter Sodagetränke ist mit ei-               Die zu erzielenden positiven Effekte werden teilweise
nem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankun-               den hohen in Tomaten zu findenden Lycopen-
gen verbunden. Der Zusammenhang mit dem Auftre-                  Konzentrationen zugeschrieben. Aussagekräftige,
ten zerebrovaskulärer Erkrankungen ist bislang unzu-             kontrollierte Studien zu dieser Fragestellung finden
reichend untersucht. Es sollte deshalb der Einfluss              sich bislang nicht. Deshalb wurde in einer einfach
derartiger Getränke auf die Häufigkeit von Schlagan-             verblindeten, randomisierten, kontrollierten Interven-
fällen und die Auswirkungen eines Austausches ge-                tionsstudie an gesunden Freiwilligen mittleren Alters
gen andere Getränke auf das Schlaganfallrisiko un-               der Frage nachgegangen, ob der Verzehr einer toma-
tersucht werden.                                                 tenreichen Kost die bei koronarer Herzerkrankung
                                                                 bekannten Risikobiomarker reduzieren kann.
In der Nurses’ Health Study wurden bei einer Kohorte
mit 84.085 weiblichen Teilnehmerinnen prospektiv                 Nach einer vierwöchigen Einstiegsphase mit einer an
über 28 Jahre (1980–2008) und in der Health Profes-              Tomatenprodukten armen Kost, erhielten 225 Freiwil-
sional Follow-up Studie bei einer Kohorte mit 43.371             lige (93 Männer und 131 Frauen) im Alter von 40 bis
männlichen Teilnehmern über 22 Jahre (1986–2008)                 65 Jahren randomisiert eine von drei Kostformen.
Daten zum Sodagetränke-Konsum und dem erstma-                    Verabreicht wurde entweder eine Kontrolldiät, in der
ligen Auftreten eines Schlaganfalls erhoben. 1.416               sich wenige tomatenhaltige Nahrungsmittel fanden
Schlaganfälle wurden bei den Männern während der                 oder eine Kost mit reichlich tomatenhaltigen Nah-
841.770 personenbezogenen Jahre des Follow-up                    rungsmitteln oder eine Kontrolldiät, bei der eine Kap-
und 2.938 Schlaganfälle bei den Frauen während                   sel mit 10 mg Lycopen verabreicht wurde. Der Stu-
2.188.239 personenbezogenen Follow-up Jahren re-                 dienzeitraum umfasste 12 Wochen. Zu Studienbe-
gistriert. Die gepoolte Risikorate für einen Schlagan-           ginn, nach sechs Wochen und am Ende des Inter-
fall für ≥1 zuckergesüßtes Sodagetränk pro Tag ver-              ventionszeitraums wurde Blut entnommen und die
glichen mit keinem Soda Getränk lag bei 1,16 (95%                Karotinoid- und Lipidprofile sowie die Entzündungs-
CI: 1,00; 1,34). Die gepoolte Risikorate für einen               parameter untersucht. Blutdruck, Körpergewicht und
                                                                 die Elastizität der arteriellen Gefäße wurden ebenfalls

                                                         Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                            6
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                 August 2012


ermittelt. Die Zufuhr der Kost wurde während des                  Entzündungsmarker wie hochreaktives C-reaktives
Studienzeitraums kontrolliert.                                    Protein, IL-6, und TNF-α sanken signifikant ab (p <
                                                                  0,001). Auf die NO-Plasma-konzentration war Blut-
Bei der Auswertung zeigte keiner der gemessenen                   orangensaft ohne signifikanten Effekt.
Parameter eine signifikante Änderung. So blieben die
Marker für die Insulinresistenz und –sensitivität eben-           Ein sieben-tägiger Konsum von Blutorangensaft ver-
so unverändert wie die Entzündungsparameter, Lipid-               bessert die endotheliale Funktion und reduziert die
Konzentrationen und die Elastizität der Arterien.                 inflammatorischen Parameter bei NichtdiabetikerIn-
                                                                  nen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko.
Letztlich zeigen die Befunde, dass eine Kost, bei der                                                                  (UR)
reichlich tomatenhaltige Nahrungsmittel mit einem                 Quelle
Gesamt-Lycopengehalt von 32-50 mg Lycopen ver-                    Buscemi S, Rosafio G, Arcoleo G et al.: Effects of red
zehrt werden oder Lycopen in einer Dosis von 10-15                orange juice intake on endothelial function and in-
mg pro Tag als Supplement zugeführt wird, nicht in                flammatory markers in adult subjects with increased
der Lage ist, die bekannten kardiovaskulären Risiko-              cardiovascular risk, Am J Clin Nutr 2012 95: 1089-
parameter bei gesunden ProbandInnen mittleren Al-                 1095
ters und mit mäßigem Übergewicht signifikant zu re-
duzieren.
                                                                  Wirkung von Rotweinpolyphenolen auf die
                                                 (UR)
Quelle                                                            Darmmikrobiota
Thies F, Masson LF, Rudd A et al.: Einfluss einer                 Queipo-Ortuño M I, Boto-Ordóñez M, Murri M et al.
Kost mit reichlich Tomatenprodukten auf das kardio-
vaskuläre Risiko bei mäßig übergewichtigen, gesun-                Es gibt nur wenige Studien, in denen der Effekt diäte-
den Erwachsenen mittleren Alters, Am J Clin Nutr                  tischer Polyphenole auf die komplexe Zusammenset-
2012 95: 1013-1022                                                zung der menschlichen Darmflora, der Mikrobiota,
                                                                  untersucht wurde. Meist wurde ein Augenmerk auf
Der Effekt von Blutorangensaft auf die endotheli-                 einzelne Polyphenolmoleküle und deren Einfluss auf
ale Funktion und Entzündungsparameter                             eine selektierte Bakterienpopulation gerichtet.

Buscemi S, Rosafio G, Arcoleo G et al.                            In dieser Studie wurde der Effekt einer mäßigen Zu-
                                                                  fuhr von Rotweinpolyphenolen auf bestimmte Grup-
Oxidativer und inflammatorischer Stress sind in der               pen der Darmmikrobiota und den daraus resultieren-
Pathogenese der Arteriosklerose bedeutsam. Der                    den Gesundheitseffekten untersucht. Zehn gesunde,
Verzehr von Obst und Gemüse ist mit einem verbes-                 freiwillige Männer wurden in einer kontrollierten, ran-
serten Gesundheitsstatus und einem verminderten                   domisierten, cross-over Interventions-Studie unter-
kardiovaskulären Risiko assoziiert. Blutorangen ent-              sucht. Nach einer Auswaschphase erhielten alle über
halten reichlich antioxidative und antiinflammatori-              20 Tage Rotwein, die gleiche Menge an alkoholfrei-
sche Substanzen. Allerdings gibt es kaum Daten zur                em Rotwein oder Gin. Die fäkale Gesamt-DNA wurde
Frage eines positiven Effekts von Blutorangensaft auf             mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) mit ver-
kardiovaskuläre Biomarker. Es wurde deshalb bei                   schiedenen Verfahren untersucht. Es sollten Verän-
Personen mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko der                 derungen der fäkalen Mikrobiota erfasst und quantifi-
Effekt einer Blutorangensaftzufuhr auf die Endothel-              ziert werden. Zusätzlich wurden einige biochemische
funktion und die Entzündungsmarker untersucht.                    Parameter untersucht.
19 NichtdiabetikerInnen mit erhöhtem kardiovaskulä-               Die Bakterienzusammensetzung blieb in den ver-
rem Risiko im Alter von 27 bis 56 Jahren wurden in                schiedenen Untersuchungsperioden nicht konstant.
einer randomisierten, placebokontrollierten, einfach              Im Vergleich zu den Ausgangswerten bedingte der
verblindeten cross-over Studie untersucht und mit 12              tägliche Konsum von Rotweinpolyphenolen über vier
gesunden nichtadipösen Kontrollen verglichen. In                  Wochen eine signifikant erhöhte Zahl von Bakterien
zwei Zeiträumen von je sieben Tagen, erhielt jede/r               aus der Gruppe der Enterococcen, Prevotella, Bacte-
Teilnehmer/in randomisiert entweder 500 ml Blut-                  roides, Bifidobacterien, Bacteroides uniformis, Eg-
orangensaft pro Tag oder 500 ml eines Placebos.                   gerthella lenta, und Blautia coccoides–Eubacterium
Den beiden Testphasen war jeweils ein Intervall von               rectale (p<0,05). Parallel dazu sanken systolicher
drei Tagen zwischengeschaltet. Alle Messungen                     und diastolischer Blutdruck, Triglycerid-, Gesamtcho-
wurden jeweils morgens nüchtern durchgeführt. Die                 lesterin-, HDL Cholesterin- und C-reactive Protein-
mittels flow-vermittelter Dilatation gemessene Endo-              Konzentrationen signifikant ab (p<0,05). Die Verän-
thelialfunktion verbesserte sich signifikant und nor-             derungen der Konzentrationen von Cholesterin und
malisierte sich nach einwöchigem Konsum von Blut-                 C-reactivem Protein waren abhängig von der geän-
orangensaft (p< 0,005). Die Konzentrationen der                   derten Anzahl der Bifidumbakterien.


                                                          Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                             7
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                 August 2012


Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass                 Quelle
Rotweingenuss beim Menschen zu einer signifikan-                  Van Puyenbroeck K, Hens N, Coenen S et al.: Effi-
ten Veränderung im Wachstumsverhalten bestimmter                  cacy of daily intake of Lactobacillus casei Shirota on
Bakterien der Darmmikrobiota führt. Es ist zu vermu-              respiratory symptoms and influenza vaccination im-
ten, dass Rotweinpolyphenole in einer Kost einen                  mune response: a randomized, double-blind, pla-
möglichen präbiotischen Effekt haben.                             cebo-controlled trial in healthy elderly nursing home
                                                 (UR)             residents, Am J Clin Nutr 2012 95: 1165-1171
Quelle
Queipo-Ortuño M I, Boto-Ordóñez M, Murri M et al:                 Ausschreibungen
Der Einfluss von Rotweinpolyphenolen und Äthylal-
kohol auf die Darmmikrobiota und biochemische                     Förderpreis 2013 des Instituts Danone Ernährung
Marker, Am J Clin Nutr 2012 95: 1323-1334                         für Gesundheit e.V.
                                                                  Das Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.
Der Einfluss von Lactobazillus casei Shirota auf                  (IDE), das in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen
repiratorische Symptome und die Immunantwort                      feiert,    vergibt   für   besonders    qualifizierte
nach Influenza-Impfung                                            wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der
Van Puyenbroeck K, Hens N, Coenen S et al.                        Ernährungswissenschaft, Ernährungsepidemiologie,
                                                                  Ernährungsme-dizin,      Lebensmittelchemie      und
Zunehmendes Alter geht mit einer Dysregulation des                verwandten Wissenschaftsgebieten den „Förderpreis
Immunsystems und damit verbunden mit einer erhöh-                 des Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.“
ten Infektanfälligkeit einher. Ferner findet sich eine
                                                                  Bewerben können sich Wissenschaftler/innen aus
verminderte Immunantwort nach Impfungen.
                                                                  Deutschland, Österreich und der Schweiz, die das
Es wurde untersucht, ob man diese Situation durch
                                                                  35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Preis
die Gabe fermentierter, mit Lactobacillus casei Shiro-
                                                                  in Höhe von 5.000 € wird jährlich vergeben.
ta angereicherter probiotischer Milch bei Bewohnern
eines Altenheimes ändern kann. Von Interesse war,                 Wissenschaftler/innen, die neue wissenschaftliche
ob sich die Häufigkeit respiratorischer Infekte redu-             Erkenntnisse auf den genannten Gebieten vorlegen
zieren und die Immunantwort nach einer Influenza-                 können, werden gebeten, zur Veröffentlichung vorge-
Impfung verbessern lässt.                                         sehene Manuskripte oder innerhalb der letzten zwei
                                                                  Jahre in internationalen wissenschaftlichen Zeitschrif-
Zwischen Oktober 2007 und April 2008 wurde eine
                                                                  ten veröffentlichte Ergebnisse (in deutscher oder
randomisierte, placebo-kontrollierte Doppelblind-
                                                                  englischer Sprache) bis zum 15.10.2012 an die Ge-
Studie in Belgien an 737 über 65 Jahre alten Alten-
                                                                  schäftsstelle des IDE zu schicken.
heimbewohnerInnen aus 53 Altenheimen durchge-
führt. Die Freiwilligen wurden randomisiert zugeteilt             Beizufügen sind kurze Angaben zur Person, zum be-
und erhielten entweder zwei Flaschen fermentierter                ruflichen Werdegang und zu bisherigen wissenschaft-
                       9
Milch, die >6,5 x 10 lebende Keime Lactobacillus                  lichen Veröffentlichungen sowie eine Kurzfassung
casei Shirota enthielt (n=375) oder als Placebo einen             der eingereichten Arbeit von maximal zwei DIN A 4 –
ähnlichen Drink ohne Bakterien (n=362). Der Unter-                Seiten. Forschungsergebnisse, die bereits für andere
suchungszeitraum betrug 176 Tage. Nach 21 Tagen                   wissenschaftliche Preise eingereicht wurden, können
erhielten alle TeilnehmerInnen eine Influenza Imp-                nicht berücksichtigt werden. Die Auswahl des Preis-
fung. Untersucht wurde, ob sich mit dieser Maßnah-                trägers erfolgt durch ein vom wissenschaftlichen Bei-
me die Zahl respiratorischer Infekte und die Zahl der             rat des IDE gewähltes Komitee.
Tage mit respiratorischen Symptomen reduzieren
lässt. Ferner wurde der Antikörpertiter nach der In-              Einzureichen unter:
fluenza-Impfung bestimmt.                                         Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V.
                                                                  Geschäftsstelle
Unter Anwendung verschiedener Auswertungsme-                      Richard-Reitzner-Allee 1, 85540 Haar
thoden zeigte sich unter der Gabe von Probiotika
kein Effekt auf die Infekthäufigkeit, die Tage mit re-            Ausschreibung des Hans Adolf Krebs-Preis 2013
spiratorischen Symptomen und die Immunantwort                     der DGE
nach einer Influenza-Impfung. Letztlich zeigt die Stu-
die, dass der tägliche Verzehr probiotischer, fermen-             Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
tierten Milch, die mit Lactobacillus casei Shirota an-            verleiht 2013 zum elften Mal den Hans Adolf Krebs-
gereichert wurde, keinen statistisch oder klinisch sig-           Preis. Der Preis wird von der Stiftung zur Förderung
nifikanten Effekt hat und nicht vor dem Auftreten ei-             der DGE e. V. getragen.
ner respiratorischen Symptomatik schützt.                         Ausgezeichnet werden wissenschaftliche Arbeiten,
                                                 (UR)             die

                                                          Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                             8
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                  August 2012


•   sich mit generellen Fragen zur Ernährungs- oder                Ein Kompaktkurs gliedert sich in 5 Seminarblöcke
    Lebensmittelwissenschaft und ihrer ernährungs-                 mit jeweils 20 Unterrichtseinheiten.
    physiologischen Bedeutung beschäftigen,                        Programmübersicht:
•   Originalität hinsichtlich des Ansatzes und des                 • Seminarblock 1: Ernährungslehre und ernäh-
    methodischen Vorgehens zeigen und                                   rungsmedizinische Grundlagen
•   innovative Lösungen bieten.                                    • Seminarblock 2: Metabolisches Syndrom und
Der Preis ist dotiert mit 5.000 Euro.                                   Prävention
                                                                   • Seminarblock 3: Therapie ernährungsabhängi-
Sie können sich bewerben, wenn Sie                                      ger Erkrankungen
• Ernährungswissenschaftler/innen oder Vertre-                     • Seminarblock 4: Gastroenterologie und künstli-
    ter/innen einer angrenzenden Disziplin sind,                        che Ernährung
• jünger als 40 Jahre sind,                                        • Seminarblock 5: Ausgewählte Kapitel, Fallbe-
• Ihren Hauptwohnsitz in Deutschland, Österreich                        sprechungen und Falldokumentation
    oder der Schweiz haben,
• eine preiswürdige Publikation (englisch oder                     Im Rahmen eines Kompaktkurses findet am Ende
    deutsch) in einer peer review-Zeitschrift, nicht äl-           des Seminarblocks 4 eine schriftliche Prüfung
    ter als 2 Jahre, verfasst haben.                               (multiple choice) und während des Seminarblocks
                                                                   5 eine Fallprüfung statt.
Schon prämierte oder anderweitig eingereichte Arbei-               Beide Prüfungen sowie die Vorlage von 10 Falldo-
ten und Teilarbeiten sowie Bewerbungen mit Arbei-                  kumentationen sind Voraussetzung für die Verga-
ten, die in einer industriellen Einrichtung entstanden             be der führbaren Qualifikation:
sind, können nicht berücksichtigt werden.                          "ErnährungsmedizinerIn DAEM/DGEM “.
                                                                                                       ®

Anforderungen an die Bewerbung                                     Programmgestaltung und wissenschaftliche Lei-
• Angaben zur Person (persönlicher Werdegang                       tung der Kompaktkurse: O. Adam, München; H.
   und die wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten)                Hauner, München; U. Rabast, Hattingen; J. G.
• 5-fache Ausfertigung der Publikation                             Wechsler, München; G. Zürcher, Freiburg.
Weitere Hinweise
• Die Bewerbungsunterlagen des/der Preisträ-                       September 2012 bis Februar 2013, Münster
   gers/-in verbleiben bei der DGE. Die Mitglieder                 Blended-Learning-Kompaktkurs Ernährungsmedizin
   der Jury werden von der DGE berufen und sind                    der DAEM in Münster in Zusammenarbeit mit der A-
   unabhängig in ihrem Urteil.                                     kademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung der
• Eine Anfechtung der Entscheidung ist nicht mög-                  Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung
   lich. Der Preis wird im Rahmen des DGE-                         Westfalen-Lippe. Der Kurs beinhaltet zwei Telelern-
   Kongresses vom 20.-22. März 2013 in Bonn ver-                   phasen (eLearning) und zwei Präsenzphasen.
   liehen.
• Der/die Preisträger/-in wird über seine/ihre einge-              Telelernphase 1       19. Sept. - 25. Okt. 2012
   reichte Arbeit referieren.
                                                                   Präsenztermin 1       26. Okt. – 28. Okt. 2012
Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012
                                                                   Telelernphase 2       29. Okt. 2012 – 05. Feb. 2013
Bei Bewerbungen per E-Mail senden Sie die Unterla-                 Präsenztermin 2       06. Feb. – 10. Feb. 2013
gen bitte als pdf-Dateien zu.
Einsenden der Bewerbung an die:                                    Veranstaltungsort     Ärztehaus Münster
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)                    Präsenzphasen:        Gartenstr. 210-214
Referat Öffentlichkeitsarbeit                                                            48147 Münster
Godesberger Allee 18
                                                                   07. - 17. März 2013, München
53175 Bonn
                                                                   DAEM-Kompaktkurs, in Kooperation mit der Bayeri-
E-Mail: webmaster@dge.de
                                                                   schen Landesärztekammer und der Universität Mün-
Weitere Informationen unter www.dge.de                             chen

Veranstaltungen der Deutschen Akademie für                         Veranstaltungsort     Räumlichkeiten des Physiologi-
Ernährungsmedizin e.V. (DAEM) in 2012/2013                                               kums und Walther-Straub-Hör-
                                                                                         saal der Universität München,
Curriculare Fortbildung in Ernährungsmedizin                                             Klinikum Innenstadt
für ÄrztInnen – Kompaktkurse Ernährungsmedi-                                             Pettenkofer Straße und Schiller-
zin der DAEM nach dem 100-stündigen Curricu-                                             straße, 80336 München
lum „Ernährungsmedizin“ der BÄK

                                                           Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                              9
Der Ernährungsmediziner
                                                                                                                  August 2012


Nächster Kurs in Bad Krozingen im Juni 2013 in                     08. – 10. Oktober 2012, Karlsruhe
Planung                                                            Max Rubner Conference 2012 on “Antibiotics in the
DAEM-Kompaktkurs, in Kooperation mit dem Park-                     Food Chain”
Klinikum Bad Krozingen, Lehrklinik für Ernährungs-                 Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Er-
medizin der DAEM                                                   nährung und Lebensmittel
Auskünfte und Anmeldung zu den Kompaktkur-                         Weitere Informationen unter www.mri.bund.de
sen „Ernährungsmedizin“:
Geschäftsstelle der DAEM                                           12. – 13. Oktober 2012, München
Reichsgrafenstr. 11, 79102 Freiburg                                Update Ernährungsmedizin 2012
Tel.: 0761/ 7 89 80; Fax: 0761/ 7 20 24                            Fortbildungsveranstaltung der ZIEL-TUM-Akademie
Email: info@daem.de, Internet: www.daem.de                         Themenüber-          Der extrem adipöse Patient, Wie-
                                                                   sicht:               viel Vitamin D braucht der
Veranstaltungen anderer Institutionen in 2012                                           Mensch?,      Nahrungsergänzung-
                                                                                        mittel: Sinn oder Unsinn, Künstli-
08.-11. September 2012, Barcelona/Spanien                                               che Ernährung bei Tumorpatien-
34. ESPEN Kongress                                                                      ten, Stellenwert besonderer Kost-
Achieving Goals in Nutrition                                                            formen, die Sache mit der Präven-
Kongress der europäischen Fachgesellschaft ES-                                          tion
PEN (European Society for Clinical Nutrition and
Metabolism)                                                        Weitere Informationen: www.akademie.ziel.tum.de
Weitere Informationen unter www.espen.org                          25. Oktober 2012, Berlin
                                                                   Perspektiven der Prävention von Adipositas in
14.-16. September 2012, Aachen                                     Deutschland – Möglichkeiten und Grenzen
20. Aachener Diätetik Fortbildung                                  Ein gemeinsamer Journalisten- und Multiplikatoren-
Referenzwerte für die tägliche Nährstoffzufuhr                     Workshop des Kompetenznetzes Adipositas und
Themenüber-         Adipositas, Aktuelles aus der In-              des Nationalen Genomforschungsnetzes plus
sicht der Vorträ-   dustrie, Beratungspraxis, Berufs-              Weitere Informationen unter: www.kompetenznetz-
ge:                 praxis, Burn out, Diabetes melli-              adipositas.de
                    tus, Diätverordnung, Essstörun-
                    gen, Gastroenterologie, Nachhal-               26. – 27. Oktober 2012, Kloster Irsee
                    tigkeit in der Ernährung, Nähr-                26. Irseer Fortbildungsveranstaltung
                    wertberechnungsprogramme,                      Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Er-
                    Nephrologie, Sport und Ernährung               nährungsmedizin (DGEM e.V.)
Weitere Informationen unter www.vfed.de                            Weitere Informationen unter: www.dgem.de
27.-28. September 2012, Wien/Österreich                            08. November 2012, Dortmund
XIII. Dreiländertagung der ÖGE, DGE e. V. und SGE                  3. Dortmunder Forum für Prävention und Ernährung
Referenzwerte für die tägliche Nährstoffzufuhr                     Kinderernährung im Wandel: Erfahrung – Erkenntnis
                                                                   - Evidenz
Themenüber-         Grundlagen zur Ermittlung des
sicht:              Nährstoffbedarfs,     Formulierung             Weitere Informationen unter: www.fke-do-gmbh.de
                    nährstoffbasierter Empfehlungen,
                    Zur Validierung von Referenzwer-               16. – 17. November 2012, Schloss Machern
                    ten für die Nährstoffzufuhr, Prakti-           18. Leipziger Fortbildungsveranstaltung
                    sche Anwendung der nährstoffba-                Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Er-
                    sierten Empfehlungen, Geleitete                nährungsmedizin (DGEM e.V.)
                    Posterdiskussion                               Weitere Informationen unter: www.dgem.de
Weitere Informationen unter www.oege.at
                                                                   24. November 2012, Oberhausen
04. – 06. Oktober 2012, Stuttgart                                  Train-the-trainer-Seminar DOC WEIGHT®
“Viel gelernt und dennoch machtlos? - Wer gewinnt                  Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner
das Rennen gegen Adipositas?“                                      (BDEM e.V.)
28. Jahrestagung der Deutschen Adipositas –                        Multimodales Therapieprogramm zur Gewichtsre-
Gesellschaft (DAG e.V.)                                            duktion bei Adipositas Grad II und III in der Schwer-
Weitere Informationen unter www.adipositas2012.de                  punktpraxis Ernährungsmedizin BDEM
                                                                   Weitere Informationen unter www.bdem.de

                                                           Ein Informationsdienst für Ärzte und andere Ernährungsinteressierte
                                                             10

				
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posted:8/29/2012
language:Luxembourgish
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Description: Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, der fuer mich wichtigste Beitrag in der Ihnen vorliegenden Ausgabe „Der Ernaehrungsmediziner“ ist die Laudatio zum 80. Geburtstag von Prof. Dr. med. Heinrich Kasper. Als akademischer Lehrer und auch waehrend seiner beruflichen Karriere war er stets ein Vorbild an Integritaet, Fairness, Leistungsbereitschaft und Aufrichtigkeit. Eigenschaften, die in unserer Gesellschaft nicht mehr zu den Kardinaltugenden gehoeren, aber fuer uns AErzte weiterhin ma�geblich sein sollten. Unsere Konsumgesellschaft schaetzt leider andere Werte, wie „Mehr“, „Billiger“, „Schneller“ und „Bequemer“. Diese Einstellungen tragen nicht unerheblich zum Anstieg der Adipositas bei, die auch in dieser Ausgabe des Ernaehrungsmediziners mit mehreren Beitraegen angesprochen wird. Zahlreiche neuere Untersuchungen befassen sich mit den pleiotropen Wirkungen des Vitamin D und decken immer wieder neue physiologische Zusammenhaenge auf. So auch die hier berichteten Untersuchungen zur Gefae�wandsteifigkeit. Unser wichtigstes Thema sind natuerlich die Wirkungen von Lebensmitteln und deren Inhaltstoffen auf ernaehrungsabhaengige Erkrankungen. Hier zeigt sich, dass eine gesunde Ernaehrung der Supplementierung mit Vitaminen deutlich ueberlegen ist. Dies zeigen auch die in dieser Ausgabe berichteten Wirkungen auf die Inzidenz der Hypertonie, des Apoplex und des kardiovaskulaeren Risikos. Immer mehr in den Fokus kommt die Bedeutung der Darmmikrobiota und die ernaehrungstherapeutische Moeglichkeit, das Keimspektrum im Darm guenstig zu veraendern. Bisher haben diese Interventionen nicht immer den gewuenschten Erfolg. Wahrscheinlich sind die Einwirkungen noch zu unspezifisch, so dass ihr gezielter Einsatz noch nicht moeglich ist. Der Bericht ueber ein negatives Behandlungsergebnis mit Lactobacillus casei Shirota koennte hierfuer ein Beispiel sein, wie Sie lesen werden. Moeglicherweise muessen wir unser Wissen ueber die Symbiose zwischen Mensch und Darmmikrobiota noch deutlich vertie