future in Sri Lanka ein Wiederaufbauprojekt für kleingewerbliche Existenzen
Hilfe zur Selbsthilfe
Ein privates Hilfsprojekt von Roland Frutig, Arjuna Panamaldeniya und Freunden
1. Projektgrundlage Nachdem ich kurz nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004 den Entschluss gefasst hatte, ein privates Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen, hat dies nun nach meiner Abklärungssreise vor Ort vom Juli 2005 Gestalt angenommen.
ein Denkmal des Schreckens – 1'600 Personen kamen in diesem Zug ums Leben
ein Bild, das sich auf über 400 km Küstenbereichen wiederholt
Bei der Projektidee bin ich davon ausgegangen, dass der Wiederaufbau der Infra-
struktur und der Wohnbauten in erster Linie vom Staat und den NGO’s vorgenommen wird. Ein Grossteil der ca. 500'000 Obdachlosen hat mittlerweile ein provisorisches Dach über dem Kopf. Dass allerdings nach 6 Monaten erst wenige der ca. 90'000 benötigten Wohnhäuser erbaut sind, ist erschreckend. Dies hängt damit zusammen, dass die Regierung untersagt hat, im 100m-Küstenbereich Häuser wiederaufzubauen. Im Gegensatz dazu sind Hotels und Restaurants aber weiterhin erlaubt. Es kommt einer faktischen Enteignung für viele Menschen gleich und wird noch längere Zeit einen Streitpunkt darstellen.
Die typischen Notunterkünfte - ein Raum pro Familie
Ich habe von Beginn weg einen anderen Ansatz für eine nachhaltige Hilfe gesucht und mich auf den Wiederaufbau von klein- und kleinstgewerblichen Strukturen konzentriert. Dies nachdem ich nach dem grossen Erdbeben in Gujarat, Indien vom Januar 2001 die Erfahrung machen musste, dass es nicht reicht, den Menschen wieder ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, wenn sie dann keine wirtschaftliche Existenz mehr haben. Nur wenn die armen Menschen wieder Arbeit und Einkünfte haben, können sie das Unglück wirklich überwinden. 2. Auf die menschliche Tragödie folgt die Wirtschaftliche Nach der 250 km langen Reise entlang der Küste wird einem das Ausmass der Katastrophe allmählich zumindest optisch bewusst. Aber erst die Gespräche mit den Betroffenen lässt die wahren Dimensionen erahnen. Das menschliche Leid überwinden zu können, wird lange Zeit in Anspruch nehmen. Uns allen sind die dramatischen Bilder von der Busstation in Galle noch in Erinnerung. Nur unweit davon entfernt stand ein Behindertenheim mit 100 Kindern. 40 Kinder sind ertrunken. Bei 35'000 Toten
lässt sich die Liste von konkreten Einzelereignissen beliebig fortsetzen.
die desolaten Zustünde im Behindertenheim in Galle
Nun folgt aber bereits der nächste Schlag: die Menschen in den Küstenzonen lebten meist vom Fischfang und kleingewerblichen Strukturen. Diese wurden aber allesamt weggeschwemmt. Und mit dem Ausbleiben der Touristen sind in der Küstenregion weit mehr als 100'000 Jobs verloren gegangen.
Zerstörung soweit das Auge reicht
Den Tourismus können wir kaum gross beeinflussen, ausser den Aufruf zu verbreiten, dem paradiesischen Land weiterhin die Treue zu halten und hinzugehen. Es
braucht Überwindung, weil vieles nicht mehr ist, wie es mal war und es manchmal etwas Geduld braucht, den Menschen wieder ein Lächeln abzuringen. Ganze Märkte, unzählige kleine Shops, Handwerkerbuden, Werkzeuge, Fahr- und Motorräder etc. wurden weggeschwemmt. Die Ärmsten sind nie versichert und Geld leihen können sie sich meist auch nicht. Ohne wirtschaftliche Existenz haben die Familien oder das was davon übrig geblieben ist, keine Zukunft. 3. Das Projektteam Da ich verschiedene Male in Sri Lanka gewesen bin und mit meinen srilankischen Freunden über ein lokales Beziehungsnetz verfüge, ist es mir leicht gefallen, rasch ein effizientes Projektteam auf die Beine zu stellen. Alle Personen arbeiten unentgeltlich für dieses Projekt. Gesamtprojektleitung: Roland Frutig, Feng Shui-Berater, Eggenweg 9, 3268 Lobsigen Lokale Koordination und Materialeinkauf: Arjuna Panamaldeniya, Seafield Estate, Menikdivela, Sri Lanka Lokale Mitarbeiter: Kenneth Conrad Jayasooriya, AktivaLanka Travels, Hikkaduwa (Logistik) Sumith Tennakoon, Air traffic controller, Gothatuwa New Town Chinthaka Gunawardene, Ayurveda-Masseur, Hikkaduwa, Bern Frau Ulrike Zettler, Leiterin Interne Dienste SV Group, wird uns während eines Monats bei der Projektausführung unterstützen. Zwei Personen, die uns mit den wichtigsten Informationen versorgt haben und uns weiter begleiten, möchte ich hier noch speziell erwähnen. IP Prabath Deshabanda, Tissamaharama Nalin Ranasinghe, Uyanwatta, Matara
Ohne Sie wäre es nicht möglich gewesen, in so kurzer Zeit 100 Familien ausfindig zu machen, die bislang keine Unterstützung erhalten haben und zugleich deren konkrete Bedürfnisse zu ermitteln. Mitgefühl zeigen heisst für uns nicht fassungslos da zu stehen, sondern aktiv zu werden und nachhaltig zu helfen.
4. Das Projekt Überall, wo wir unterwegs angehalten haben, hätten wir sogleich helfen können. Um
den logistischen Aufwand in Grenzen zu halten und eine straffe Oraganisation zu ermöglichen, konzentrieren wir unsere Anstrengungen auf 3 Standorte: Matara, am Südzipfel der Insel gelegen Kirinda, ein Fischerdorf im Südosten Galle, Sambhodhi Home, ein Behindertenheim für Kinder
4.1 Matara – Wiederaufbau eines Arme-Leute-Marktes Die Flutwelle hat einen kleinen Wochenmarkt vollständig zerstört, der Wiederaufbau dieser Strukturen und weiteren kleinen Shops steht hier im Vordergrund. Nalin Ranasinghe hat hier die Fakten zusammengetragen; wir haben mehr als 40 Familien interviewt. Im Einzelnen wollen wir folgende Strukturen wieder aufbauen (die Aufzählungen sind nicht abschliessend): 12 Nähateliers (Nähmaschine, Bügeleisen, Bügelbrett, Stoff, Nähzeug, Scheren, Tisch) 1 Hersteller von Lunchpaketen (Kochgeschirr, Gasbrenner, Reis-Steamer, Stock) 10 Gemüsestände (Waagen, Messer, Gemüse-Stock) 8 Früchtestände (dito, Früchte-Stock) 1 Kokosnus- und Spielzeugstand (Ausrüstung, Schrank und Stock) 1 Tee-Shop (Kühlschrank, Gaskocher, Stock) 6 Gemischtwarenstände (Stock) 1 Coiffeur-Laden (2 Stühle, Waschbecken, Scheren, div. Kleinmaterial) 1 Fischer ( Netze; Boot und Motor vorhanden) 1 Fischer (Aussenboardmotor, Netze; Boot vorhanden) 1 Fischstand, (Kühlschrank, Messer, Inoxplatte, Schneidbretter, Stock) 1 mobiler Fischhändler (Fahrrad, einfache Kühlboxen, Stock) 1 Taucher (Tauchausrüstung) 1 Hühnerzucht (500 Kücken, Futter). 4.2 Kirinda – das Fischerdorf IP Prabath Deshabanda hat eine sehr detaillierte Auflistung der Schäden und der betroffenen Familien. Hier haben praktisch alle Familien Angehörige verloren. Auffallend ist, dass einzelne Familien durch das offizielle Spendennetz fallen (falsche Partei- oder Volksgruppenzughörigkeit). Boote wurden bereits etwelche gespendet, allerdings ohne Motor und Netze! In diesen Gebieten wurden mit 12m die höchsten Flutwellen verzeichnet. Die Gewalt der Natur zeigt sich in den folgenden Bildern.
das mehrere Tonnen schwere Schiff steht 6m über dem Hafenbecken vor dem Dorf
Im Einzelnen wollen wir hier folgende Existenzen wieder aufbauen: 4 Fischer (Boot, Motor, Netze) 17 Fischer (Netze für Shrimps und Fischfang) 3 mobile Fischhändler (Bike, Gefrierschrank, Kühlboxen) 1 Coiffeur (Einrichtung, Werkzeuge und Kleinwaren) 2 Maurer (Werkzeuge) 2 Betonblock-Hersteller (Formen, Werkzeuge, Stahlruten; Stock) 1 Ziegelstein-Hersteller (Formen, Werkzeuge, Stock) 2 mobile Händler (Bike, Boxen) 4 Gemischtwarenhändler (Standusrüstung und Stock) 2 Früchtehändler (Standausrüstung und Stock) 1 Tee-Shop (Kühlschrank, Einrichtung und Stock) 1 Ziegenzüchter (10 Jungziegen) 2 mobile Bewässerer (Wasserpumpe und Schlauch). 4.3 Galle – Behindertenheim Sambodhi Home Weil ich selbst einen behinderten Sohn habe, berührt mich dieses Projekt selbst sehr. Hier suchen wir insbesondere einen Spender, der bereit ist, die Betriebs- und Medikamentenkosten für ein Jahr im Betrage von Fr. 5'000.00 zu spenden. Wohlgemerkt, dies sind die Kosten für 60 Kinder!
5. Sie wissen, wofür Sie spenden! Wir haben keine Administrativkosten; alle Mitglieder des Teams arbeiten unentgeltlich. Ihre Spenden werden von uns direkt zugewiesen. Als Drittkosten fallen lediglich die Reisekosten, Logistik, Unterkunft und Verpflegung an. Wir logieren nicht in Luxushotels sondern in kleinen Guesthouses.
rasch und unkompliziert konnte diese Frau mit drei Kindern die Utensilien für ihren Stand in Empfang nehmen und die Früchte für den Neustart mit Nalin, unserem Helfer vor Ort, einkaufen
Mit Fr. 1'000.00 spenden Sie z.B. zwei Nähateliers in Matara oder Kirinda. Zwei Familien erhalten damit längerfristig eine kleine, aber sichere Existenz. Mit Fr. 5'000.00 spenden Sie einem Fischer ein Boot samt Ausrüstung. Damit ist nicht nur die Existenz des Fischers verbunden; er hat einen oder zwei Begleiter, liefert Waren für den Händler. Da zwischen den Vorabklärungen und der Projektausführung 3 Monate liegen, kontrollieren wir vorgängig nochmals bei den einzelnen Familien, ob sie in der Zwischenzeit anderweitig Unterstützung erhalten haben. Wir behalten uns deshalb vor, andere Familien zu berücksichtigen, wenn sich Veränderungen ergeben haben. Dies ist aber kein Problem, da die Wartelisten sehr lang sind. Die Art der Unterstützung bleibt aber stets die Gleiche: Hilfe zur Selbsthilfe mit dem Aufbau neuer Existenzen. Nach Projektausführung erhalten Sie eine kurze Bestätigung, wofür Ihr Geld verwendet wurde. Dies gilt für Spenden ab Fr. 1'000.00. Mit Fr. 100'000.00 können wir ca. 100 Familien eine neue Existenz bieten und damit ca. 500 Menschen eine Zukunft in Sri Lanka bieten. Future eben!
den Familien und insbesondere den Kindern einen Schritt zurück in die Normalität zu ermöglichen, ist unser Ziel
6. Projektausführung Die Projektausführung erfolgt im Oktober/November 2005 und ist bereits fixiert. Ich werde persönlich vor Ort sein. 7. Kontaktadresse Für weitere Auskünfte und zusätzliches Bildmaterial stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Roland Frutig, Eggenweg 9, CH-3268 Lobsigen Tel. 0041 79 285 6001; fax: 0041 32 392 1003, e-mail: r.frutig@feng-shui.ch Spendenkonto: future, Wiederaufbauprojekt Sri Lanka Roland Frutig 3268 Lobsigen PC 30-540707-2 Wir finden es grossartig, dass Sie die notleidende Bevölkerung in Sri Lanka direkt unterstützen! Herzlichen Dank für Ihr Engagement! CH-3268 Lobsigen, im Juli 2005