Erg Vorbringen 9 6 2008 by klEiJ9G

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									                                                                                       Zl. 2007/05/0101

EINSCHREIBEN

Verwaltungsgerichtshof

Judenplatz 11

1014 Wien

                                                                              Salzburg, am 05.06.2008
                                                                   M-Emp/380KV / Dr.LG/BL / 90.doc




Beschwerdeführer: 1. Gemeinde Empersdorf, 8081 Empersdorf Nr. 1

                       2. Gemeinde Pischelsdorf, 8212 Pischelsdorf Nr. 85

                       3. Gemeinde Hofstätten an der Raab, Wünschendorf 110

                          8200 Hofstätten an der Raab

                       4. Gemeinde St. Margarethen an der Raab, 8321 St.

                          Margarethen

                          an der Raab Nr. 163

                       5. Gemeinde St. Johann in der Haide, 8295 St. Johann in der


                A-5020 Salzburg, Rudolfskai 48, Telefon 0662/840811-0, Fax 0662/840811-21

            Bankverbindung: Salzburger Sparkasse Bank AG, Kto. Nr. 00002608982647, BLZ 20404

                                             ATU59646912
                                                      2


                        Haide Nr. 100

                     6. Gemeinde Krumegg, 8323 Krumegg Nr. 1

                     7. Gemeinde Ilztal, Prebensdorf 170, 8211 Ilztal

                     8. Gemeinde Gersdorf an der Feistritz, 8212 Gersdorf an der

                         Feistritz Nr. 78

                     9. Gemeinde Oberrettenbach, 8212 Oberrettenbach Nr. 80

                     10. Gemeinde Mellach, Dillach 32, 8072 Mellach

                     11. Gemeinde Großsteinbach, 8265 Großsteinbach Nr. 62
                     12. Josef und Regina Arnus, 8081 Empersdorf, Rauden 88



alle nunmehr
vertreten durch:




                      Rudolfskai 48, 5020 Salzburg, Tel. 0662/84 08 11-0, Fax 84 08 11-21

                           Salzburger Sparkasse Bank AG, BLZ: 20404, Kto.Nr. 2608982647

                                          AEV PSK 92.097.306 - R 596022


                                       Vollmacht erteilt




Belangte Behörde:    Umweltsenat, Stubenbastei 5, 1010 Wien



Mitbeteiligte:              1. Verbund-Austrian Power Grid AG - APG

                     Am Hof 6, 1010 Wien



                    2. Stromnetz Steiermark GmbH

                     Leonhardgürtel 10, 8010 Graz
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beide vertreten

durch:             Onz Onz Kraemmer Hüttler Rechtsanwälte GmbH

                   Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien)




             ERGÄNZENDES VORBRINGEN DER BESCHWERDEFÜHRER



                                                                            dreifach




Beilagen: - Offener Brief Europacable vom 16.05.2008 samt detailliertem

          Kommentar

         - Konzept für eine kombinierte Kabel-/Freileitungstrasse der 380-kV-

          Leitung Ganderkesee – St. Hülfe
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In Ergänzung des bisherigen Vorbringens wird seitens der Beschwerdeführer
vorgebracht:




1. Der Verband der Europäischen Kabelhersteller „Europacable“ hat in einem offenen
Brief vom 16.05.2008 an die Landeshauptfrau von Salzburg, die Mitglieder der
Salzburger Landesregierung, den Vorsitzenden des Umweltsenates Herrn Dr. Rainer
Brock sowie in Kopie an den Herrn Bundeskanzler, den Herrn Bundesminister für
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Wirtschaft   und    Arbeit   sowie    Präsidenten    verschiedener    wirtschaftlicher
Interessensvertretungen zur gegenwärtigen Diskussion darüber, ob eine Kabellösung
dem „Stand der Technik“ entspricht oder nicht, Stellung genommen. Die
Beschwerdeführer sehen in dieser als Beilage nunmehr vorgelegten Stellungnahme
eine Unterstützung und Bestätigung ihrer Auffassung, wonach die Errichtung einer
Starkstromleitung im Höchstspannungsbereich in Form einer Verkabelung dem Stand
der Technik entspricht. Europacable hebt insbesondere hervor, daß unterirdische
Höchstspannungs-Stromkabel als innovative Technologie bereits in einer Reihe von
Übertragungssystemen verwendet werden bzw. geplant sind. Zu den bereits
bestehenden Projekten gehören das Barajas Projekt in Madrid (zwei 400 kV Leitungen
je 13 km, im Madrid Ring), das Elstree Projekt in London (10 km eines 400 kV Kreises),
der Kopenhagener 400 kV Ring, das 400 kV Projekt in Jutland sowie die Turbigo-Rho
Leitung in Italien. Eine weitere Verkabelung im Höchstspannungsbereich wird in den
Niederlanden aufgrund eines Beschlusses der Niederländischen Regierung erfolgen,
in Deutschland werden Teile der 60 km langen Stromleitung von Ganderkesee nach
Sankt Hülfe in Form einer kombinierten 380 kV Kabel-/Freileitungstrasse verkabelt.




Europacable weist auch darauf hin, daß mehrere weitere Projekte in England und
Schottland errichtet werden; aufgrund einer Empfehlung des dafür zuständigen EU
Koordinators Mario Monti auf Grundlage einer Studie des unabhängigen italienischen
Instituts CESI sollen Abschnitte der Stromleitung zwischen Spanien und Frankreich,
die von der Europäischen Union als Prioritätsprojekt erklärt wurden, verkabelt
werden.

Wenn daher bisher die Auffassung vertreten worden ist, daß die Verkabelung im
Einsatz in einem 380 kV-Ring nicht als Stand der Technik anzusehen wäre, muß dem
entgegengehalten werden, daß in allen europäischen Ländern sowie auch weltweit
VPE-isolierte Kabel unabhängig von der Spannungsebene als Stand der Technik
eingestuft werden. Auch die bisherige Auffassung, es gebe weltweit noch kein
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Referenzprojekt für eine (Teil)Verkabelung mit einer der verfahrensgegenständlichen
380 kV Steiermarkleitung vergleichbaren Dimensionierung unter den spezifischen
Bedingungen des österreichischen 380 kV-Ringes, ist nicht richtig. Sowohl die bereits
vorgelegte KEMA-Studie als auch Europacable attestieren, daß auch 4.600 MVA
thermische Grenzleistung mittels eines Doppelkabels mit 1.600 mm² oder eines
Dreifachsystems oder mittels einer Kühlung technisch realisiert werden können. Über
den Einsatz und das betriebliche Verhalten von Kabeln mit einem Querschnitt von
1.600 mm² liegen langjährige Erfahrungen vor.




Auch die Aussage elektrotechnischer ASV, daß es nämlich in den letzten zwei Jahren
ein realisiertes Referenzprojekt im Übertragungsnetz ohne parallel geführte
Leitungen, ohne Redundanz und ohne Netzregelung nicht gegeben habe, weil das
lückenhafte österreichische 380 kV-Netz einzigartig sei, ist nicht richtig.



Kommentar Europacable:



   -   Eine Besonderheit des österreichischen Netzes, so wie im übrigen fast aller
       Höchstspannungsnetze in deutschsprachigen Ländern ist, daß dieses mit
       Doppelleitungen (zwei Systeme je Mast) ausgeführt ist. In vielen Ländern
       Europas, so auch in Norditalien, sind Höchstspannungsleitungen überwiegend
       als Einfachleitung (ein System je Mast) ausgeführt. Doppelleitungen stellen
       parallel verlaufende Leitungen dar. Insofern ist die Aussage, daß es im
       österreichischen Netz keine parallel verlaufenden Leitungen gibt, unkorrekt.

   -   Redundanz ist auf zweifache Weise gegeben: Die Salzburgleitung kann von
       Nord- und Südrichtung gespeist werden. Selbst bei Ausfall des kompletten
       Doppelsystems kann die Versorgung aufrechterhalten werden. Diese Tatsache
       wird durch den kürzlich aufgetretenen Ausfall der Salzburgleitung zwischen St.
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       Peter und Salzburg infolge des Sturms „Emma“ bestätigt. Der Vorstand von
       APG bestätigt in einem Schreiben vom 03. März 2008 an die Landesregierung
       Salzburg,    daß    die     Leitungsausfälle   zu     keinen   Stromversorgungs-
       unterbrechungen im übergeordneten und regionalen APG-Übertragungsnetz
       geführt haben. Darüber hinaus führt der APG-Vorstand aus, daß aufgrund der
       sofort eingeleiteten Maßnahmen die (n-1)-Sicherheit gegeben war und ist. Aus
       dieser Aussage kann im Umkehrschluß logisch geschlußfolgert werden, daß
       das Netz (n-3)-sicher ist, wodurch der Ausfall von zwei Leitungssystemen
       beherrschbar ist.

   -   Grundsätzlich hat jedes Höchstspannungsnetz in jedem Land seine
       spezifischen Eigenheiten und Besonderheiten. Eine Besonderheit des
       österreichischen Netzes besteht darin, daß dieses auf der 380 kV-Ebene
       bislang     weder   einen    Ring   bildet,    noch    Vermaschungen,   wie   in
       Höchstspannungsnetzen üblich, bestehen. Dem 380-kV-Netz ist ein 220-kV-
       Netz unterlagert, welches vermascht betrieben wird. Trotz der Eigenheiten
       und Besonderheiten der Höchstspannungsnetze gibt es in Europa die über alle
       Netze verbindende Gemeinsamkeit einer hohen Anforderung an die
       Versorgungssicherheit. In keinem Netz Europas werden Risiken akzeptiert, die
       die Versorgungssicherheit gefährden.



2. Europacable erwähnt auch, daß VPE-Kabel in Europa bereits seit über 25 Jahren
kommerziell genutzt werden und der Einsatz exponentiell wächst. Auch die
Lebensdauer der Verkabelung auf Basis der VPE-Technologie entspricht den
Anforderungen.




Auch die Meinung, daß Kabel keine automatische Wiedereinschaltung ermöglichen,
der Aufwand für Fehlerortung und Reparatur wesentlich größer wäre als bei
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Freileitungen, in der hohen Anzahl von Muffen im Zuge der Kabelstrecken läge ein
hohes Risiko, welches zu vermehrten Kabelfehlern führen könne, überhaupt Kabel
wesentlich störanfälliger sind als Freileitungen, wird durch die Stellungnahme
Europacable genauso wie durch die KEMA-Studie entkräftet.




- Beweis:    Offener Brief Europacable vom 15.05.2008 samt detailliertem

            Kommentar



Für das oben erwähnte Konzept für eine kombinierte Kabel-/Freileitungstrasse (380-
kV-Leitung) Ganderkesee – St. Hülfe wurde vom niedersächsischen Ministerium für
Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung unter dem
21.04.2008 die Planung vorgestellt. Auch dieses Konzept (Planung) zeigt, daß eine
kombinierte Kabel-/Freileitungstrasse durchaus dem Stand der Technik entspricht
und jedenfalls von den zuständigen Behörden des Landes Niedersachsen als
unproblematisch angesehen wird.




- Beweis:    Konzept für eine kombinierte Kabel-/Freileitungstrasse der 380-kV-

            Leitung Ganderkesee – St. Hülfe




Salzburg, am 05.06.2008                1. Gemeinde Empersdorf
                                       2. Gemeinde Pischelsdorf
                                       3. Gemeinde Hofstätten an der Raab

                                       4. Gemeinde St. Margarethen an der Raab

                                       5. Gemeinde St. Johann in der Haide

                                       6. Gemeinde Krumegg
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7. Gemeinde Ilztal

8. Gemeinde Gersdorf an der Feistritz

9. Gemeinde Oberrettenbach

10. Gemeinde Mellach

11. Gemeinde Großsteinbach

12. Josef und Regina Arnus

								
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