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					THE KIDS ARE ALL RIGHT




    Kinostart: 18. November 2010




               im Verleih von
UNIVERSAL PICTURES INTERNATIONAL GERMANY
INHALT


Stab                                      Seite 3
Besetzung                                 Seite 4
Synchronsprecher                          Seite 5
Pressenotiz                               Seite 6
Inhalt                                    Seite 7
Über die Produktion – Ein Interview       Seite 8
Über die Besetzung                        Seite 23
Über die Filmemacher                      Seite 30




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STAB


Regie               Lisa Cholodenko
Drehbuch            Stuart Blumberg
                    Lisa Cholodenko
Produktion          Gary Gilbert
                    Jeffrey Levy-Hinte
                    Celine Rattray
                    Jordan Horowitz
                    Daniela Taplin Lundberg
                    Philippe Hellmann
Kamera              Igor Jadue-Lillo
Produktionsdesign   Julie Berghoff
Kostümdesign        Mary Claire Hannan
Schnitt             Jeffrey M. Werner
Musik               Carter Burwell




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BESETZUNG


Nic         Annette Bening
Jules       Julianne Moore
Paul        Mark Ruffalo
Joni        Mia Wasikowska
Laser       Josh Hutcherson
Tanya       Yaya DaCosta




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SYNCHRONSPRECHER


Rolle                       Schauspieler                Dt. Stimme
Nic                         Annette Bening              Traudel Haas
Jules                       Julianne Moore              Petra Barthel
Paul                        Mark Ruffalo                Norman Matt
Joni                        Mia Wasikowska              Janin Stenzel
Laser                       Josh Hutcherson             Ricardo Richter
Tanya                       Yaya DaCosta                Sanam Afrashteh




Deutsches Dialogbuch & Dialogregie: Christoph Cierpka
Lauflänge: tba
FSK: www.fsk-film.de




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PRESSENOTIZ


„The Kids Are All Right“ war der Film, über den auf dem Sundance Film Festival 2010 am
meisten gesprochen wurde. Und auch auf der diesjährigen Berlinale sorgte er für Aufsehen
und gewann den Teddy Award als Bester Film. Regie führte Lisa Cholodenko („Laurel
Canyon“) basierend auf einem Originaldrehbuch, das sie gemeinsam mit Stuart Blumenberg
(„Keeping the Faith“) verfasste. Die beiden weiblichen Hauptrollen spielen die viermal für
den Oscar nominierte Julianne Moore („A Single Man“) und Annette Bening („Being Julia),
die drei Oscar-Nominierungen vorweisen kann. Außerdem mit von der Partie ist der
amerikanische Charakterdarsteller Mark Ruffalo („Zodiac – Die Spur des Killers“).


„The Kids Are All Right“ kombiniert auf einzigartige Weise komödiantische Überraschungen
mit packenden emotionalen Wahrheiten und zeichnet ein witziges, strahlendes und
tiefgehendes Porträt einer modernen Familie. Der ideale Film für die ganze Familie.




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INHALT


Ärztin Nic (Annette Bening) und Jules (Julianne Moore) sind ein verheiratetes lesbisches Paar
und führen in einer gemütlichen Vorstadt in Südkalifornien eine harmonische Ehe. Den
beiden Kindern, dem 15jährigen Laser (Josh Hutcherson) und der 18jährigen Joni (Mia
Wasikowska), fehlt es an nichts. Nic und Jules – oder „Mütter“, wie Joni sagt, wenn sie sich
auf beide bezieht – ließen sich künstlich befruchten, trugen jeweils eines der Kinder aus und
bauten zu viert ihr Familienleben auf. Da Joni nun bald aufs College gehen wird, bittet Laser
sie inständig um einen großen Gefallen: Joni soll ihm helfen, ihren gemeinsamen biologischen
Vater aufzuspüren.


Obwohl sie der Aktion eher kritisch gegenübersteht, tut Joni ihrem (Halb-)Bruder diesen
Gefallen und schafft es auch, Kontakt zu ihrem „Bio-Vater“ Paul (Mark Ruffalo) herzustellen,
ein entspannter und freundlicher Restaurantbesitzer. Die Teenager sind sofort vom lockeren
Lebensstil des eingefleischten Junggesellen begeistert – ist er doch der genaue Gegensatz zu
Nic, der prinzipientreuen Ärztin, die schon immer die strengen Regeln im Haus festlegte.
Jules, die danach strebt eine neue Karriere im Bereich der Landschaftsgärtnerei zu starten,
versteht sich mit Paul ebenfalls ziemlich gut.


Als Paul nun immer mehr am Leben dieser so ausgeglichenen vierköpfigen Familie teilnimmt,
beginnt völlig unverhofft ein ganz neues Kapitel in ihrem Leben: Familienbande werden
definiert, neu definiert, und dann wieder ganz neu definiert…




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ÜBER DIE PRODUKTION – EIN INTERVIEW


Die Anfänge und die Geburtsstunde


Die Credits zu „The Kids Are All Right“ scheinen darauf hinzuweisen, dass Sie dieses
Drehbuch gemeinsam mit Lisa Cholodenko geschrieben haben. War das der Fall?


Drehbuchautor Stuart Blumberg (SB): Wir waren uns sehr nah. Wir haben uns gehasst.
Wir haben uns wirklich gemocht. Und wenn wir müde waren, haben wir gemeinsam ein
Nachmittagsschläfchen gehalten.


Regisseurin Lisa Cholodenko (LC): Es war ein langer Prozess, der über vier Jahre gedauert
hat.


SB: Wir sind da gemeinsam durchgegangen. Ich würde es allerdings nicht als Bruder-
Schwester-Verhältnis bezeichnen…


LC: Unsere Geschichte war die, dass wir uns schon lange Jahre in New York kannten…


SB: …und wir haben uns immer richtig gut verstanden. Ich hatte Lisa über einen
gemeinsamen Freund kennen gelernt, und so wurden wir Freunde.


LC: Dann haben wir uns zufällig in einem Coffee Shop in Los Angeles getroffen, und Stuart
fragte mich, was ich gerade so tat. Ich erzählte ihm, dass ich an einem Drehbuch schrieb, aber
gerade erst angefangen hatte und schon unter einer Schreibblockade litt. Dann wollte ich
wissen, woran er gerade arbeitete… Mein zweiter Spielfilm „Laurel Canyon“ war gerade
herausgekommen, und ich führte im Fernsehen Regie. Aber eigentlich wollte ich wirklich ein
Originaldrehbuch schreiben; all die Vorlagen, die man mir so schickte und die ich las, waren
nicht wirklich Dinge, mit denen ich mich beschäftigen wollte. Nach meinem Gefühl war ich
schon in diesen Prozess gestartet, in dem man persönlichere Themen bearbeiten will; deshalb
haben mich eher die Drehbücher mit starken Charakteren und Persönlichkeiten angesprochen.




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SB: Sie sagte: ‚Ich möchte einen Mainstream-Film über Mütter schreiben, die Kinder von
Samenspendern bekommen’, und ich meinte: ‚Das ist witzig, denn ich möchte Dinge tun, die
eher so sind wie deine Filme’, also eher unabhängige Produktionen.


LC: Ich habe ihm die Idee in groben Zügen vorgetragen. Er hatte seine guten Gründe, daran
interessiert zu sein…


SB: Während meiner College-Zeit war ich auch selbst Samenspender.


LC: Aus meinem Freundeskreis kannte ich Menschen, die mit diesem Thema auf die
verschiedensten Weisen in Berührung gekommen waren, und meine Partnerin und ich
versuchten gerade schwanger zu werden. Es hatte viele Geschichten um Kinder gegeben, die
aus künstlicher Befruchtung stammen – in der The New York Times, bei „60 Minutes“ -, und
diese Kinder werden nun erwachsen. Das ist eine ganz neue Welt für Familien. Während
Stuart also glaubte, es werde Spaß machen, sich einer eher unabhängig geprägten Produktion
anzuschließen, war mir daran gelegen, für dieses Projekt jemanden ins Boot zu holen, der ein
ausgeprägtes kommerzielles Gespür hat. Wir waren davon überzeugt, dass dies eine gute Ehe
sein würde.


SB: Keiner von uns hatte jemals zuvor als Ko-Autor gearbeitet.


LC: Gleich am nächsten Tag haben wir uns getroffen und beschlossen, es zu versuchen.


Haben Sie einfach damit begonnen, bestimmte Szenen zu schreiben, oder lief die
Zusammenarbeit ganz anders?


SB: Wir verbrachten Monate damit, die Story zu skizzieren, Monate mit der ersten Version.
Wir saßen monatelang Seite an Seite und arbeiteten alles gemeinsam aus. Jede einzelne
Szene, jede Figur, jede Textzeile wurde mindestens zehn Mal umgeschrieben.


LC: Wir haben dieses Drehbuch bis aufs Mark zerpflückt und wieder aufgebaut. Wir haben
uns gegenseitig Fragen zu diesen Figuren gestellt, sie ausgeformt und in Kontrast zueinander
gesetzt. Sobald ich das Gefühl hatte, das Skript gleitet in Oberflächlichkeiten ab, oder driftet
in politisch korrektes Gewässer, mussten wir die Zügel wieder herumreißen.

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SB: Es war eine interessante Dynamik, denn Männer und Frauen sind sehr verschieden. Ich
fand die Zusammenarbeit mit Lisa toll. Manchmal saß ich am Computer und meinte: ‚Also,
die Zeit ist knapp, lass uns loslegen’, aber sie sagte: ‚Nein, erzähl mir doch, wie dein
Wochenende war. Was war denn so los?’ Darauf ich: ‚Wir müssen wirklich anfangen!’ Und
sie: ‚Ach was, wir sollten uns erst auf den neuesten Stand bringen…’


LC: Wenn ich mich bei meiner Partnerin darüber beklagte, dass ich nicht gar wusste, ob das
Skript überhaupt taugte, sagte sie: ‚Schreib weiter, bis du dir selbst das Herz brichst. Wenn es
dich anspricht, dann ist es auf dem richtigen Weg.’ Stuart und ich hatten schon über
anderthalb Jahre lang geschrieben, und gleichzeitig versuchte ich, schwanger zu werden – was
dann auch klappte. Wir dachten, wir würden den Film und alles fertig stellen noch bevor das
Baby geboren würde. Das war die erste Inkarnation des Films; wir versuchten, die Produktion
2005-2006 über die Bühne zu bringen. Das Timing hat aber nicht geklappt. Als die
Finanzierung stand, war ich zu hochschwanger um den Film zu verwirklichen. Also bekam
ich meinen Sohn und verbrachte die nächsten paar Jahre damit, mein Leben neu zu orientieren
und Zeit mit ihm zu verbringen. Doch Stuart und ich haben weiter geschrieben.
Überarbeitungen haben das Drehbuch besser gemacht. Und weil wir so lange daran gearbeitet
hatten, las es sich auch sehr visuell.


Stichwort visuell: Sie haben auf Film gedreht, oder?


LC: Ja, Kameramann Igor Jadue-Lillo und ich haben einen 35-Millimeter-Film eingesetzt. Ich
liebe Filmrollen, und ich wollte nicht unbedingt diese dichte, hyperrealistische Ausstrahlung
von Digitalfilmen. Der Film sollte ruhig körnig sein. Nach meinem Gefühl sollte er
photorealistisch wirken, wie die Filme, mit denen ich aufgewachsen bin.


Lag Ihnen von Anfang an sehr daran, dass die Zuschauer auch eine Botschaft aus dem
Film ziehen?


SB: Es geht nicht um eine Botschaft über gleichgeschlechtliche Ehen. Vielleicht findet sich
etwas von dem alten Witz: „Homosexuelle Paare verdienen es, genauso unglücklich zu sein
wie die Heteros…“ Als Lisa und ich damit begannen, „The Kids Are All Right“ zu schreiben,



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ging es wohl darum zu sagen: ‚So etwas geschieht, lass uns die Geschichte ausloten, die sich
daraus ergibt.’ Wir haben uns auf menschliche Wesen konzentriert, nicht auf Themenkreise.


LC: Ich sehe mich selbst nicht als übermäßig politisch engagierte Person, teilweise weil ich
der Ansicht bin, dass es hier um Menschenrechte geht. Ich weiß, Menschenrechte sind sehr
wohl ein politisches Thema, aber meine Beziehung und mein Beitrag dazu stammt aus der
kreativen und künstlerischen Perspektive. Mir ist bewusst, dass manche sagen werden: ‚Oh,
das ist eine unkonventionelle Familie, zwei Mütter und ihre Kinder.’ Auf mich wirkt diese
Familie sehr typisch. Wir bringen sie auf eine Weise auf die Leinwand, die nichts mit dem
politisch engagierten Umfeld zu tun hat. Es ist einfach eine Familie.


SB: Sie haben ein wunderbares Leben à la „Ozzie and Harriet“ (eine amerikanische Real-Life
TV-Sitcom; 1952 – 1966; Synonym für die typisch heile US-Familie) geführt, doch wir
erwischen diese Figuren gerade in einer Zeit des Umbruchs. Hoffentlich ist diese Geschichte
reichhaltig und komplex genug, um aus eigener Kraft zu bestehen.


LC: In dieser Geschichte soll es darum gehen, die Themen anzusprechen, denen sich alle
Familien stellen müssen, besonders Familien mit Kindern: die Ängste, das Witzige, der
Schmerz und das Pathos, wenn man mit ansehen muss, wie sich die eigene Familie verändert.
Ganz egal, ob man homosexuell oder heterosexuell oder allein erziehend oder sonst was ist –
jeder   macht   einen   ähnlichen   Weg     durch,   alle   Familien    stehen   vor   ähnlichen
Herausforderungen: die emotionalen Rituale des Übergangs in eine neue Phase, die
getroffenen Entscheidungen, ob man Dinge einfach aussitzt oder als Familie zusammenhält.
Die Elemente, die bei gewissen Entscheidungen eine Rolle spielen, und die Kreuzungen, an
denen man aus der Bahn geworfen werden kann – auch diese Themen wollten wir hier
ausloten.


SB: Unsere Filmfamilie ist genauso wunderbar und gestört oder beschädigt wie jede andere
Familie auch. Mit solchen Geschichten hat man die Gelegenheit, in die Motivationen
einzutauchen, weshalb sich menschliche Wesen so verhalten, wie sie sich eben verhalten.
Obwohl ich Actionfilme und Thriller wirklich sehr mag, kann es sehr spannend und erfüllend
sein, auch Zeit mit der menschlichen Natur zu verbringen.




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LC: Als ich beschloss, es mit dem Filmemachen zu versuchen, haben die Filme, die ich als
Heranwachsende gesehen hatte, den Ausschlag gegeben; das waren Filme, die ein echtes
Gespür für Komödie und Tragödie hatten. Sie offenbarten die menschliche Seite und die
Komplexität der Charaktere, und das eigene Mitgefühl wurde stark angesprochen.


SB: Wenn ich an die Filme denke, die ich vorher gemacht habe, gibt es da unterbewusst
vielleicht ein Muster? So etwas wie ‚eine neue Figur betritt eine etablierte Situation und bringt
alles durcheinander’… Ich interessiere mich also für Menschen, die versuchen, einen Sinn in
ihrer jeweiligen Lebenssituation zu finden - und dann betritt eine weitere Person den Platz und
dient als Katalysator, damit diese Menschen sich wirklich Gedanken um diese Fragen machen.
Mark Ruffalo trägt in der Rolle des Paul sehr viel dazu bei. Er geht dabei sehr tief, und er ist
richtig witzig. In dieser Rolle erinnert er mich an andere, die er am Anfang seine Karriere
spielte.


LC: Der Charakter von Paul wurde durch Mark Ruffalo viel reicher. Schon von Anfang an
hatte ich mir Mark in dieser Rolle vorgestellt. Er hatte andere Angebote, für größere Filme,
doch ich glaube, dass einige der großen Schauspieler der Überzeugung sind, der Genuss in der
Schauspielerei findet sich darin, auch in kleineren Filmen mitwirken zu können, denen man
sich mit Haut und Haar hingeben kann. Julianne Moore war großartig, denn ich sagte: ‚Ich
werde Mark ansprechen, könntest du mich dabei unterstützen? Ihn vielleicht mal anrufen?’
Und sie hat ihn angerufen.


War Julianne Moore stets Ihre erste Wahl?


SB: Natürlich, die Rolle von Jules haben wir Julianne auf den Leib geschrieben. Es war
wunderbar, genau die Person, die man visualisiert hatte, dann den Text sprechen zu hören.


LC: Am Set war Julianne für alles zu haben, inklusive der Sex-Szenen. Zum ersten Mal habe
ich Julie vor zehn Jahren getroffen. Im Laufe der Jahre haben wir uns immer mal wieder
unterhalten, und sie meinte: ‚Schreib doch etwas für mich!’ Ich habe ihr eine frühe Version
von „The Kids Are All Right“ geschickt, und schon 2005 war sie mit von der Partie, als der
Film ursprünglich gemacht werden sollte. Vier Jahre lang hat sie sich dafür bereitgehalten. Sie
hielt sich bereit, hielt an mir fest, und hat Wort gehalten. Ich fuhr nach New York, traf sie und
wir redeten viel. Es gab etliche Gespräche mit Julianne darüber, wie sich das Drehbuch

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entwickelte, wie sich die Rollen verändert hatten und weshalb. Julianne hat ihre Rolle auf
organischere Weise kennen gelernt, währen Jules sich weiterentwickelte.


SB: Unserer Ansicht nach sollte dies etwas anderes werden als das, was wir zuvor von ihr
gesehen hatten; normalerweise spielt Julianne ja sehr starke Frauen. Das soll nicht heißen,
dass Jules keine starke Frau ist – aber in dieser Filmbeziehung ist sie doch weitaus
verletzlicher.


Während der Arbeit am Drehbuch stand Julianne also schon fest, es gab aber noch
keine Besetzung für Nic. Steckt deswegen viel von Lisa in Nic?


LC: Es gibt Teile von mir in Nic, einige meiner Persönlichkeitsmerkmale. Aber in meiner
Familie bin ich nicht diejenige, die die Brötchen verdient… Um die Rolle der Nic zu
besetzen, brauchten wir eine Yin-Figur, die Juliannes Yang ergänzen konnte. Ich habe sehr
lange gebraucht, um festzulegen, wen wir für Nic besetzen sollten. Mir war klar, dass es eine
große Schauspielerin sein sollte, die witzig, dramatisch, stark, sexy, über 40 ist und einen
großen Wiedererkennungswert hat. Außerdem wusste ich, dass ich nicht in der Lage sein
würde, mich mit irgendjemandem einfach probehalber dafür zusammenzusetzen; es sollte ein
einziges Angebot sein, also habe ich die Auswahl sehr ernst genommen! In New York haben
Julie und ich eine kurze Liste von Schauspielerinnen ausgewertet. Wir konzentrierten uns
darauf, dass Annette Bening eine Schauspielerin ist, die wir beide großartig finden; also
wandte ich mich an sie mit diesem Angebot. Julie hat Annette eine E-Mail geschickt, in der
stand: ‚Ich würde es lieben, wenn du zusagst!’ Es war wie eine arrangierte Hochzeit; sehr viel
von den Vorbereitungen für den Film wurde durch die Besetzung mit Annette entschieden.
Beide Darstellerinnen wussten, dass sie füreinander ausgewählt worden waren, und dass der
Film durch sie entstehen musste. Außerdem gefiel ihnen die Herausforderung, tief in die
Psychologie dieses Paares und in die dazugehörigen emotionalen Untiefen einzutauchen.


SB: Annette ist überwältigend. Sie hat wortwörtlich eine Schauspielklinik auf die Beine
gestellt; jeder Tag am Set war ein beeindruckender Beweis ihrer Kunst. Sie engagiert sich mit
jeder Faser für die Figur! Sie hat unglaublich viele Hausaufgaben dafür gemacht; es war eine
große Inspiration, einen Profi dabei zu beobachten, dieses Unterfangen so ernst zu nehmen.
Sie hat die Rolle der Nic mit absoluter Hingabe verkörpert.



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LC: Da Annette in Los Angeles war, haben Stuart und ich mit ihr etliche Drehbuch-Meetings
abgehalten und gemeinsam einige wichtige Überarbeitungen vorgenommen. Die Arbeit am
Skript ist ihr wichtig, und sie ist darin sehr gut. Annette ist formidabel – sehr intensiv, smart
und methodisch. Ich habe festgestellt, dass sie die Figur ist, über die ich geschrieben habe –
denn auch im wahren Leben ist sie eine Löwenmutter. Also fiel es ihr leicht, für die Rolle auf
diese Eigenschaften zurückzugreifen, durch die sie sich mit Leib und Seele dem Leben ihrer
Kinder widmet. Die Zusammenarbeit mit Annette in der Zeit, bevor Julianne nach Los
Angeles zurückkam, hat mir ein tieferes Verständnis für die Figuren und ihre Beziehungen
gegeben – was dann wiederum beiden Schauspielerinnen dabei half, Schlüsselmomente
herauszuarbeiten, die auf der Leinwand eine authentische Beziehung entstehen lassen. Gerade
die Normalität und Menschlichkeit ihrer Figuren und ihrer Ehe machte sie frei, um ganz
natürlich zu bleiben und alles Erzwungene oder Aufgesetzte beiseite zu schieben.


Wie und auf welche Weise haben die jungen Darsteller Sie überrascht?


SB: Nun, Mia Wasikowska mag zwar wie eines dieser „It-Girls“ wirken, die über Nacht ins
Rampenlicht katapultiert werden – aber sie ist in Wahrheit unglaublich bodenständig und
ausgeglichen. Diese Eigenschaften hat sie auch in der Rolle der Joni zur Geltung gebracht, die
ja eine ziemlich reife 18jährige ist. Josh Hutcherson hat einen tollen Job gemacht; im wahren
Leben ist er völlig anders als Laser. Wir konnten ihn dabei beobachten, wie er sich vor der
Kamera vom extrovertierten Burschen zu einem Teenager verwandelte, der sehr in sich
zurückgezogen ist und dabei fast implodiert.


Wie waren die ersten Reaktionen der Zuschauer? Der Film lief zunächst ja im Januar
und Februar 2010 jeweils auf dem Sundance Film Festival und auf der Berlinale…


LC: …worauf ich gar nicht hingearbeitet hatte. Wir haben den noch unfertigen Film als
Weltpremiere in Sundance gezeigt – es war ziemlich nervenaufreibend, die Temp-Mixes noch
rechtzeitig hinzukriegen -, aber dennoch hatten wir eine unglaublich tolle Resonanz.
Tatsächlich wurde der Film begeistert aufgenommen. Auch die Erfahrungen auf der Berlinale
waren überaus positiv. Meiner Meinung nach waren die Menschen erleichtert, einen Film
sehen zu können, der sich um reale und komplizierte Dinge dreht, gleichzeitig aber witzig ist.
Sie fanden das aufrichtige Porträt einer Ehe und des Familienlebens erfrischend, und der
Aspekt einer gleichgeschlechtlichen Ehe mit Kindern führte manche Zuschauer wohl auf

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unbekanntes Terrain. Das Publikum auf beiden Festivals wusste diese Erfahrungen zu
schätzen – und zwar weitaus mehr, als ich jemals erwartet hätte. Dieser Film nimmt uns mit
auf eine Abenteuerfahrt, die ehrlich und überraschend ist, und man landet an einem Ort, der
voller Hoffnung ist.


Erwarten Sie noch mehr Rückmeldungen und Diskussionen dazu?


LC: Selbstverständlich! Das wird Spaß machen!




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Eine vierköpfige Familie - plus Eins


Annette Bening (AB): Im Film ergibt sich alles aus dem Drehbuch. Meiner Meinung nach ist
„The Kids Are All Right“ eine großartige und prägnante Geschichte über eine Familie, in der
man sich sehr liebt, und die genau das durchmacht, was viele Familien auch durchmachen. Es
geht um Dinge, die wir alle gemeinsam haben, und mit denen wir uns alle identifizieren
können. Darin steckt so viel Herz, so viel aufrichtige Emotion – und nichts ist zuckersüß oder
nimmt sich zu ernst. Ernsthaftigkeit ist langweilig.


Julianne Moore (JM): Einer der Gründe, weshalb mich das wundervoll witzige Drehbuch so
angesprochen hat, war die Tatsache, dass es von der Phase handelt, in der man sich befindet,
wenn man über lange Zeit in einer Beziehung ist und Kinder hat. Annette und ich sind im
Film schon seit langem ein Ehepaar, haben Kinder und wissen, was es bedeutet, Eltern zu
sein. Wenn eins deiner Kinder erwachsen wird und die Familie verlässt, ist das für alle
Beteiligten ein großer Umbruch.


Mia Wasikowska (MW): Die Familiendynamik verändert sich, wenn Personen erwachsen
werden und beginnen, ihr eigenes Leben zu führen.


AB: Alle Figuren im Film machen eine Veränderung durch. Nic und Jules sind wirklich gute
Mütter; sie haben ihre Kinder in einer liebevollen, unterstützenden Umgebung großgezogen.
Sie sind menschlich, genau wie wir alle in unseren Familien. Beide Frauen sind sehr
unterschiedlich; am Drehbuch gefiel mir besonders gut, dass sie so verschieden gezeichnet
sind.


JM: Jules hat unterschiedliche Jobs ausprobiert; sie hat Architektur studiert, ein Geschäft
gehabt und versucht sich jetzt als Landschaftsgärtnerin. Aber insgesamt war sie das Elternteil,
das meist zuhause war, also ist es für sie ein großes Thema, dass Joni nun aufs College gehen
wird. Denn ihr ganzes Leben drehte sich bisher eigentlich darum, zuhause zu sein und die
Kinder großzuziehen. Das verursacht eine komplizierte Dynamik. In Filmen haben die
Charaktere oft eine ganz klare Vorstellung davon, wo es hingehen soll; im wahren Leben aber
kenne ich viele Leute, die solche Vorstellungen eben nicht haben. Genau das wollte ich in
Jules darstellen; sie hat Schwierigkeiten, weil sie das Gefühl hat, festzustecken. Und damit
muss Nic umgehen, sie müssen sich gemeinsam damit auseinandersetzen. Es hat mir gefallen,

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dass sich Jules an einem so amorphen Punkt in ihrem Leben befindet – das macht diese Rolle
umso interessanter zu spielen.


AB: Ich hatte das Gefühl, Nic gut zu verstehen; ich sah sie als gesunde, stabile, kluge Frau.
Sie sieht sich dann in einem Dilemma, macht harte Zeiten durch – und eine der großen
Freuden in der Schauspielerei ist es, sich so gut wie möglich in eine andere Person
hineinzuversetzen und die Welt dann durch deren Augen zu betrachten.


MW: Nic und Jules bringen jeweils andere Merkmale in Jonis Persönlichkeit ans Tageslicht.
Auf mich wirkte Joni stets wie eine von großer innerer Kraft angetriebene Person; sie ist sehr
ehrgeizig und will in der Schule stets die besten Noten haben. Sie interessiert sich mehr für
intellektuelle Dinge und wohl nicht so sehr für Mode.


Josh Hutcherson (JH): Laser versteht sich mit seinen Müttern sehr gut, doch als er dann Paul
kennen lernt, wird klar, dass er bisher kaum männliche Rollenvorbilder in seinem Leben
gehabt hat. Zu Beginn der Geschichte ist Laser derjenige, der Kontakt zu seinem biologischen
Vater aufnehmen will. Lisa, Julianne, Annette, Mia und ich haben gemeinsam darüber
gesprochen: ‚Was würdest du tun, wenn Laser dein Sohn wäre? Würdest du ihm erlauben,
seinen Erzeuger zu treffen?’


Mark Ruffalo (MR): Paul interessiert sich zum Teil dafür, dort in die Bresche zu springen,
wo die Mütter eine kleine Lücke hinterlassen haben. Meiner Meinung nach erwartet Laser
eher einen traditionellen Vater, aber Paul ist da weitaus eklektischer. Paul gibt ihn nicht völlig
auf, wendet sich dann aber dorthin, von wo er mehr Reaktionen bekommt – also zu Joni.


JH: Laser lässt sich nicht in die Karten schauen, aber Joni ist Paul gegenüber viel offener.


MW: Anfangs ist Joni sehr zurückhaltend, denn sie findet sich in einer völlig unerwarteten
Beziehung wieder.


MR: Paul hat nie wirklich gelernt, wahre emotionale Bindung gegenüber Frauen zuzulassen –
abgesehen von seinen Betthasen. Als er dann den Anruf bekommt mit der Information, dass
aus seiner Samenspende vor so vielen Jahren wirklich Kinder entstanden sind, ist er wohl



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auch ziemlich stolz. Es kommt eine gewisse Fantasie auf: ‚Vielleicht fange ich jetzt an, ein
Vater zu sein.’ Denn er wird sich ja nicht um ein Baby kümmern müssen.


JM: Der Kern der Familie ist die Beziehung zwischen den Eltern. Das Interessanteste an
dieser Filmfamilie ist die Tatsache, dass ihre Beziehung so überaus normal ist. Im Drehbuch
wird erwähnt, dass Nic an der UCLA war und dort Jules kennen lernte. Sie trafen sich und
gründeten schon sehr bald eine Familie.


AB: Beide Elternteile verbrachten ihr gesamtes erwachsenes Leben bisher miteinander, was ja
eine sehr typische Familiengeschichte ist. Im Film wird nie besonders betont, dass hier zwei
Frauen miteinander verheiratet sind, und genau das gefällt mir daran so. Dass es zwei Mütter
sind, ist einfach ein Bestandteil dieser gezeigten Familie.


MR: Für Paul stellt Jules die ultimative Eroberung dar: Sie ist nicht nur verheiratet, sondern
auch lesbisch (lacht). Jules ist die verbotene Frucht, praktisch tabu. Dennoch fühlen sie sich
gleich vertraut und verbunden, denn sie haben ja ein gemeinsames Kind. Ich habe schon
vorher mit Julianne zusammengearbeitet (bei „Die Stadt der Blinden“), also kannten wir uns
gegenseitig schon ziemlich gut. Unsere Freundschaft machte auch die sexy Szenen einfacher,
und außerdem (lacht) ist sie mit meiner Ehefrau befreundet, was die Dinge noch leichter
macht.


JM: Ich war dankbar dafür, dass wir uns schon so gut kannten, denn dadurch wurde alles
weniger kompliziert. Die ganze Besetzung ist toll, und es das kraftvolle Drehbuch, das sie an
„The Kids Are All Right“ angesprochen hat. Lisa habe ich zum ersten Mal vor Jahren auf
einer Veranstaltung zu Women in Film getroffen. Ich hatte „High Art“ gesehen und fand
diesen Film brillant. Tatsächlich habe ich zu ihr gesagt: ‚Warum habe ich dieses Drehbuch
nicht bekommen?’ Lisa ist meiner Meinung nach eine wunderbare Autorin und Regisseurin;
wir blieben in Kontakt und suchten nach einer möglichen Zusammenarbeit. Dann schickte sie
mir das Skript, das sie mit Stuart geschrieben hatte, und ich habe zugesagt. Darauf folgte ein
langer Prozess, um den Film zu verwirklichen. Ich bin dabeigeblieben, denn ich glaubte an
Lisa als Filmemacherin, und ich glaubte an ein schönes Drehbuch.


JH: Ich war ein Fan von Lisas zweitem Spielfilm „Laurel Canyon“. Dieses Drehbuch nun war
vom Feeling, der Ausstrahlung und dem Rhythmus her ganz ähnlich. Während ich es las,

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pochte mein Herz so stark, als Nic das Haar im Abfluss fand. Ich dachte nur: ‚Nein, bloß
nicht!’ Für einen Schauspieler gibt es darin viele saftige Szenen, in denen man emotional und
persönlich sehr weit gehen muss.


MW: Als ich das Drehbuch las, fand ich darin vieles, womit ich mich identifizieren konnte.
Jodi nahm in meiner Vorstellung ganz konkrete Formen an. Bei der Vorbereitung auf diese
Rolle habe ich dann diese Vorstellung übernommen und nachgeahmt; ich habe das Drehbuch
wieder und wieder gelesen, und mir dann zu den Dingen, die ich mir vorstellte, Notizen
gemacht.


MR: Lisas und Stuarts Skript war so ausgeklügelt, und auf jeder Seite kamen viele
Anweisungen vor. Lisa versteht Schauspieler wirklich gut, und ich habe eine tolle Zeit mit ihr
verbracht. Bei einem Film wie diesem haben wir pro Tag rund sechs bis sieben Seiten gedreht;
aber es war ein sanftes Set. Lisa strahlt in jeglicher Hinsicht so viel Selbstvertrauen aus.


JM: Lisa war hervorragend vorbereitet; nachdem wir so lange darauf gewartet hatten, um
diesen Film Wirklichkeit werden zu lassen, hat sie jeden einzelnen Moment genossen und all
ihre Fähigkeiten zur Geltung gebracht.


AB: Die Joni Mitchell/Dinner-Party-Sequenz war perfekt geschrieben, und Lisa wusste vorab
ganz genau, wie dieser spezifische Moment für Nic dramatisiert werden sollte. Sie wusste, wo
die Kamera stehen und wann die Musik einsetzen sollte. Sie ist wie ein Romanschriftsteller,
der einem die Geschichte offenbart. Die Art und Weise, wie sie das Set handhabt, ist sehr
gesund. Sie ist entspannt und nimmt die Ereignisse vor Ort offen auf. Gute Regisseure wissen,
dass sie schon mit der Besetzung die wichtigsten Entscheidungen getroffen haben, und sie
vertrauen auf die Instinkte der Mitwirkenden während der Dreharbeiten. Sie kommt zum
Beispiel auf einen zu und flüstert dir ins Ohr: ‚Versuch doch mal folgendes…’


JH: Lisa setzt auf Teamarbeit, hat aber auch eine klare Vision, die sich wie ein roter Faden
durch den Dreh zieht.


MW: Lisas Ausgeglichenheit und Gelassenheit übertrug sich auf die gesamten Schauspieler
und den Stab. An manchen Sets herrscht eher Anspannung, aber sie sorgt für eine wirklich
entspannte Atmosphäre, und das ist eine große Leistung.

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JM: Die Crew war fantastisch, und der gesamte Arbeitsablauf war ein Genuss. Es waren 21
Tage Dreharbeiten, doch wir hatten vorab ein paar Tage, in denen alle gemeinsam Leseproben
machten.


AB: Wir hatten ihre Beziehung und gemeinsame Geschichte im Detail besprochen, und
manche dieser Details flossen dann ins Drehbuch ein; ich als Schauspielerin muss in jedem
Fall eine Gesamtgeschichte im Kopf haben, die nicht unbedingt auch alle anderen kennen
müssen. Es ist nicht ausschlaggebend, dass alle die gleichen Grundvorstellungen haben. Lisa
und Stuart waren sehr aufmerksam und arbeiteten über die ganze Zeit weiter am Script; das
finde ich toll, denn während der Dreharbeiten erfährt und lernt man ja so vieles. Zu diesem
Zeitpunkt des Arbeitsablaufs können ganz kleine Details sehr viel zu einem Film beitragen, ob
das nun der Kamerawinkel für eine Einstellung ist oder die Art und Weise wie man sich
entscheidet, eine Szene zu spielen. Man versucht, sich auf die anderen Schauspieler
einzustellen, damit die Ereignisse glaubwürdig und natürlich bleiben; das habe ich in diesem
Film unmittelbar gemacht. Und das wiederum wegen Lisa: Sie weiß genau, wie man eine
Atmosphäre schafft, in der Menschen agieren können statt nur zu repräsentieren. Bei diesen
Dreharbeiten habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt.


JM: Es war sehr leicht für uns, uns als Familie zu fühlen. Mia und Josh arbeiten seit Jahren
als   professionelle   Schauspieler;   es   war    eine   Freude,   mit   so   erfahrenen   und
begeisterungsfähigen jungen Darstellern zu arbeiten.


AB: Sowohl Mia als auch Josh verstanden, dass ein gutes Verhältnis zur Kamera darin
besteht, zuzuhören und zu empfangen, um die Geschichte wirken zu lassen. Die Momente, an
die sich viele von uns bei einem Film erinnern, sind diejenigen, in denen Menschen auf etwas
reagieren – denn wenn man eine Performance liefert, weiß man noch nicht, welche Szenen am
Ende wirklich im Film landen, also ist das Beste, was man tun kann, sich in jedem Moment
voll einzubringen. Ja, du bist zwar nicht du selbst, du schauspielerst, es ist eine Szene – aber
trotzdem will man so gut wie nur möglich wirklich überrascht sein. Das ist der schmale Grat,
auf dem man jeden Tag wandelt, während man dreht.




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MW: Die Gelegenheit, neben Julianne Moore und Annette Bening vor der Kamera zu stehen,
sie bei der Arbeit beobachten und von ihrer Arbeit lernen zu können, war eine großartige
Erfahrung.


JH: Es war unglaublich. Als ich mit der Schauspielerei begann, hätte ich nie gedacht, dass ich
eines Tages Szenen mit Schauspielern drehen würde, die zusammen insgesamt sieben Oscar-
Nominierungen haben. Man muss sich nur anschauen, was sie bereits geleistet und wie viel
sie schon gemeistert haben – sie waren alles und viel mehr, als ich mir hätte erhoffen können.


MR: Wenn das eigene Ego nicht zu aufgeplustert ist, schließt man sich einem Ensemble an
und ab da ist es ein Kreislauf von gegenseitigem Geben und Nehmen. Auf ein Set zu
kommen, an dem jemand wie Annette arbeitet, gibt einem ein Gefühl, als würde man wieder
nach Hause kommen. Diese Darsteller nehmen die Arbeit ernst; es geht darum, dem Stoff zu
dienen.


AB: Ich war sehr beeindruckt von Marks Großzügigkeit; wir haben vor dem ersten Drehtag
telefoniert und er wusste, dass ich eine Szene drehen musste, in der ich über ihn (Paul) sprach.
Mark verkörpert Pauls Aufrichtigkeit, und das macht die ganze Story noch authentischer, denn
er ist sehr mitfühlend. Ich denke, die Zuschauer werden sich in diesen Figuren wieder
erkennen. „The Kids Are All Right“ fühlt sich an wie das wahre Leben, mit all seinen
Komplikationen, Freuden, Enttäuschungen, Neurosen und Intimitäten.


JM: „The Kids Are All Right“ erzählt eine universal gültige Geschichte auf einzigartige
Weise. Der Film erzählt darüber, was es bedeutet, Teil einer Familie zu sein; wir alle haben
Verständnis dafür, ganz egal aus welcher Kultur wir stammen oder zu welcher Generation wir
gehören.


MR: Ich bin wirklich richtig stolz auf diesen Film. Er zeigt Familie auf eine schöne Weise –
und ist dazu auch noch lustig.




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ÜBER DIE BESETZUNG


ANNETTE BENING (Nic)


Annette Bening hat bereits drei Oscar-Nominierungen erhalten, und zwar für ihre Rollen in
Stephen Frears’ „Grifters“, Istvan Szabos „Being Julia“ und Sam Mendes’ „American
Beauty“. Letztgenannter brachte ihr außerdem einen BAFTA ein, dazu eine Nominierung zum
Golden Globe sowie zwei Screen Actors Guild Awards, einen für ihre Darstellung und einen
weiteren als Mitglied des Ensembles.


Für „Being Julia“ bekam sie außerdem einen Golden Globe, einen SAG sowie den Preis der
National Board of Review in der Kategorie Beste Schauspielerin. Für „Grifters“ erhielt sie
zudem den Preis der National Society of Film Critics in der Kategorie Beste Nebendarstellerin
sowie ihre erste BAFTA-Nominierung. Ihre Darstellung in Phyllis Nagys TV-Film „Mrs.
Harris“ brachte ihr Nominierungen zum Golden Globe, SAG und Emmy ein. Weitere Golden-
Globe-Nominierungen bekam sie für ihre Rollen in James Tobacks „Bugsy“, Rob Reiners
„Hallo, Mr. President“ und Ryan Murphys „Krass“.


Zu ihren weiteren Filmen gehören u.a. Rodrigo Garcias „Mother and Child“, Mike Nichols’
„Grüße aus Hollywood“, „Good Vibrations – Sex vom anderen Stern” und „In Sachen
Henry“, Tim Burtons „Mars Attacks!“, Glenn Gordon Carons „Perfect Love Affair“, Milos
Formans „Valmont“, Richard Loncraines „Richard III“, Irwin Winkler „Schuldig bei
Verdacht“ und Edward Zwicks „Ausnahmezustand“. Annette Bening wurde auf den
Filmfestivals in Boston, Palm Springs und Chicago jeweils mit einem Lifetime Achievement
Award ausgezeichnet; auf dem Filmfest in San Sebastián wurde ihr der Preis als
Schauspielerin des Jahres und auf dem Santa Barbara Film Festival der Montecito Award
verliehen.


Zu ihren Theaterauftritten in Los Angeles zählen Inszenierungen wie „Der Kirschgarten“ von
Anton Tschechow am Mark Taper Forum sowie Alan Bennetts „Talking Heads“ am Tiffany
Theatre. Außerdem spielte sie an der UCLA die Titelrolle in „Medea“. Vor kurzem war sie in
Joanna Murray-Smiths Stück „The Female of the Species“ unter der Regie von Randall Arney
am Geffen Playhouse zu sehen, wo sie schon zuvor in der Titelrolle von Henrik Ibsens

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„Hedda Gabler“ auf der Bühne stand.


Annette Bening stammt aus Kansas und ist in San Diego aufgewachsen, wo sie am College
war, als sie ein Engagement als Tänzerin in einer Pre-Show außerhalb des renommierten Old
Globe Theatre bekam. Dieses Engagement führte zu einem Kurzauftritt in einer Shakespeare-
Inszenierung und zwei Inszenierungen mit dem San Diego Repertory Theatre. Sie machte
ihren Studienabschluss an der San Francisco State University und wurde von American
Conservatory Theatre in San Francisco ausgebildet und anschließend in die Truppe
aufgenommen. Nachdem sie beim Shakespeare-Sommerfestival und in Regionalproduktionen
aufgetreten war, führte sie ihre Karriere nach New York. Dort bekam sie für ihre Rolle in Tina
Howes „Coastal Disturbances“ unter der Regie von Carole Rothman (ursprünglich Off-
Broadway am Second Stage, dann am Broadway aufgeführt) eine Nominierung zum Tony
Award und gewann den Clarence Derwent Award in der Kategorie Most Outstanding Female
Debut Performance of the Season.




JULIANNE MOORE (Jules)


Julianne Moore ist eine von insgesamt nur elf Personen in der Geschichte der Academy
Awards, die im gleichen Jahr zwei Oscar-Nominierungen in der Kategorie Schauspiel
bekamen: 2002 war sie sowohl für Todd Haynes’ „Dem Himmel so fern“ als auch für Stephen
Darldrys „The Hours“ nominiert. „Dem Himmel so fern“ brachte ihr außerdem
Nominierungen in der Kategorie Beste Schauspielerin u.a. für den Independent Spirit Award,
den Preis der National Board of Review, der Los Angeles Film Critics Association und der
Broadcast Film Critics Association ein, dazu Nominierungen für den Golden Globe und den
SAG. Für „The Hours“ erhielt sie außerdem zwei Nominierungen zum SAG: für ihre
Darstellung sowie als Mitglied des Schauspielensembles.


Sie hat noch zwei weitere Oscar-Nominierungen erhalten: für Neil Jordans „Das Ende einer
Affäre“ und Paul Thomas Andersons „Boogie Nights“. Diese Performances brachten ihr
außerdem Nominierungen zum Golden Globe und SAG ein. Jüngst war sie erneut Anwärterin
für den Golden Globe sowie einen Critics’ Choice Award, und zwar für ihre Rolle in Tom
Fords „A Single Man“.



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Zu ihren vielen weiteren Filmen gehören z.B. Paul Thomas Andersons „Magnolia“ (der ihr
eine SAG-Nominierung eintrug), Todd Haynes’ „Safe“ (für den sie zum Independent Spirit
Award nominiert war), Robert Altmans „Short Cuts“ (erneute Nominierung zum Independent
Spirit Award und Ensemble-Preisträgerin des Golden Globe), „Cookie’s Fortune – Aufruhr in
Holly Springs“, Fernando Meirelles’ „Die Stadt der Blinden“ mit Mark Ruffalo, Atom
Egoyans „Chloe“, Rebecca Millers „Pippa Lee“, Tom Kalins „Wilde Unschuld“, Joe Roths
„Das Gesicht der Wahrheit“, Alfonso Cuaróns „Children of Men“, Jane Andersons „The Prize
Winner of Defiance, Ohio“, Ridley Scotts „Hannibal“, Oliver Parkers „Ein perfekter
Ehemann“ (für den sie zum Golden Globe nominiert war), Joel und Ethan Coens „The Big
Lebowski“, Steven Spielbergs „Vergessene Welt: Jurassic Park“, Merchant Ivorys „Mein
Mann Picasso“, Louis Malles „Vanya on 42nd Street“, Curtis Hansons „Die Hand an der
Wiege“ sowie, unter der Regie ihres Mannes Bart Freundlich, in „The Myth of Fingerprints“,
„World Traveler“ und „Trust the Man“. Derzeit steht sie gerade neben Steve Carell und Kevin
Bacon für einen neuen Film – „Crazy, Stupid, Love“ - unter der Regie von John Requa und
Glenn Ficarra vor der Kamera.


Julianne Moore wurde außerdem 2004 auf der Preisverleihung der GLAAD Media Awards
mit dem Excellence in Media Award ausgezeichnet, 2002 beo den Gotham Awards mit dem
Schauspielpreis sowie 2001 auf dem Sundance Film Festival mit dem Tribute to Independent
Vision Award.


Nach ihrem Studienabschluss an der Boston University for Performing Arts war sie in etlichen
Off-Broadway-Inszenierungen zu sehen, darunter Caryl Churchills „Serious Money“ und „Ice
Cream/Hot Fudge“ am Public Theater. Zu ihren weiteren Bühnenauftritten gehören auch
Shakespeares „Hamlet“ unter der Regie von Garland Wright am Minneapolis Guthrie Theater
sowie David Hares „The Vertical Hour“ unter der Regie von Sam Mendes, mit dem sie ihr
Broadway-Debüt gab.




MARK RUFFALO (Paul)


Mark Ruffalo ist Schauspieler, Regisseur, Produzent und Autor; seine Performance an der
Seite von Laura Linney in Kenneth Lonergans „You Can Count on Me“ brachte ihm eine
Nominierung zum Independent Spirit Award ein, außerdem den New Generation Award der

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Los Angeles Film Critics Association sowie den Preis als Bester Schauspieler auf dem
Montreal World Film Festival 2000.


Sein Regiedebüt war der Spielfilm „Sympathy for Delicious“, 2010 auf dem Sundance Film
Festival Premiere feierte, wo er mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Die
Hauptrollen in dieser Independent-Produktion spielen Orlando Bloom, Laura Linney, Juliette
Lewis und Mark Ruffalo.


Zu seinen weiteren Filmen als Schauspieler gehören z.B. Brian Goodmans „What Doesn’t
Kill You“, David Finchers „Zodiac – Die Spur des Killers“, Spike Jonzes „Wo die wilden
Kerle wohnen“, Michel Gondrys Oscar-preisgekrönter „Vergiss mein nicht!, Rian Johnsons
„The Brothers Bloom“, Fernando Meirelles’ „Die Stadt der Blinden” mit Julianne Moore,
Michael Manns „Collateral“, Terry Georges „Ein einziger Augenblick“, Isabel Coixets „Mein
Leben ohne mich“, Jane Campions „In the Cut“, Gary Winicks „30 über Nacht“, Mark Waters
„Solange du da bist“, Steven Zaillians „Das Spiel der Macht“, John Woos „Windtalkers“, Rod
Luries „Die letzte Festung“ und Ang Lees „Wer mit dem Teufel reitet“. Vor kurzem war er an
der Seite von Leonardo DiCaprio in Martin Scorseses „Shutter Island“ zu sehen.


Mark Ruffalo war Ko-Autor des Drehbuchs zu Michael Hackers Independent-Film „The
Destiny of Marty Fine“, der unter die Finalisten des Slamdance Film Festivals kam; außerdem
führte er bei etlichen Theater-Inszenierungen Regie, darunter mit Timothy McNeils
„Margaret“ am Hudson Backstage Theatre in Los Angeles. Als ausführender Produzent
betätigte er sich an John Currans Independent-Film „We Don’t Live Here Anymore“, in der er
auch an der Seite von Laura Dern, Peter Krause und Naomi Watts vor der Kamera stand.


Ruffalo stammt aus Wisconsin und studierte bei Joanne Linville am Stella Adler
Conservatory, bevor er seine professionelle Schauspiellaufbahn auf der Bühne begann. Sein
Theaterdebüt gab er in David Steens „Avenue A“ am The Cast Theater, wo er später in
verschiedenen preisgekrönten Stücken von Justin Tanner zu sehen war, darunter „Still Life
with Vacuum Salesman“ und „Tent Show“. Die Aufmerksamkeit der Unterhaltungsindustrie
zog er mit der Hauptrolle in der Off-Broadway-Inszenierung von „This is Our Youth“ von
Autor und Regisseur Kenneth Lonergan auf sich. Für diese Rolle wurde Mark Ruffalo mit
dem Lucille Lortel Award in der Kategorie Bester Schauspieler geehrt. Außerdem gewann er
den Dramalogue und den Theatre World Award. Vor kurzem gab er in Bartlett Shers Revival

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von Clifford Odets „Awake and Sing!“ sein Broadway-Debüt und erhielt dafür eine
Nominierung zum Tony Award. Im Januar 2010 nahm er diese Rolle in fünf Auftritten am
Theatre Works in Los Angeles wieder auf; jeder der Auftritte wurde aufgezeichnet und in der
landesweit ausgestrahlen Theater-Verfilmungs-Reihe ausgestrahlt.




MIA WASIKOWSKA (Joni)


Mia Wasikowska ist ein aufgehender Stern am Hollywoodhimmel und steht gerade für die
Titelrolle in „Jane Eyre“ vor der Kamera, einer Neuverfilmung des klassischen Romans unter
der Regie von Cary Fukunaga. Vor kurzem war sie in der Titelrolle einer anderen klassischen
Story zu sehen: in Tim Burtons „Alice im Wunderland“ an der Seite von Johnny Depp,
Helena Bonham Carter und Anne Hathaway.


Als ausgebildete klassische Ballerina wandte sie sich der Schauspielerei zu und begann ihre
Laufbahn in ihrem Heimatland Australien. Sie ergatterte eine Rolle in der beliebten
Krankenhaus-Serie „All Saints“. Ihre erste große Kinorolle war in Paul Goldmans „Suburban
Mayhem“, für den die zum Australian Film Institute Award (AFI) nominiert war. Zu ihren
weiteren frühen Filmen zählen Peter Carstairs „September“ und Greg Mcleans „Rogue – Im
falschen Revier“ mit Radha Mitchell, Michael Vartan und Sam Worthington. Sie war auch in
etlichen Kurzfilmen verschiedener Autoren und Regisseure zu sehen, darunter Sonia
Whitemans „Lens Love Story“, Claire McCarthys „Skin“, Samantha Rebillets „Cosette“, Sean
Krucks „Summer Breaks“ sowie in der Titelrolle von Spencer Sussers „I Love Sarah Jane“.


Ihr US-amerikanisches Filmdebüt gab sie mit einem gefeierten Porträt in verschiedenen
Episoden der TV-Serie „In Treament“ an der Seite von Gabriel Byrne. Als Anerkennung für
diese Rolle wurde ihr von der in Los Angeles ansässigen Organisation Australians in Film der
Breakthrough Actress Awars zuteil.


Seither spielte sie u.a. in Edward Zwicks „Unbeugsam - Defiance“ mit Jamie Bell, Daniel
Craig und Liev Schreiber, in Mira Nairs „Amelia“ mit Hilary Swank und Richard Gere sowie
mit Hal Holbrook in Scott Teems „That Evening Sun“. Für letztgenannten Film bekam sie
eine Nominierung zum Independent Spirit Award in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.



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Demnächst wird sie an der Seite von Henry Hopper in Gus Van Sants „Restless“ zu sehen
sein.




JOSH HUTCHERSON (Laser)


Josh Hutcherson entwickelt sich schnell zu einem der begehrtesten jungen Talente in
Hollywood. Gerade hat er die Dreharbeiten zu Dan Bradleys Abenteuer-Thriller „Red Dawn“,
einem Remake des gleichnamigen Films von 1984, sowie zu Lawrence Roecks Drama
„Carmel“ abgeschlossen.


An der Seite von Brendan Fraser war er im Blockbuster „Die Reise zum Mittelpunkt der
Erde“ unter der Regie von Eric Brevig zu sehen; auch in der Fortsetzung wird er diese Rolle
wieder aufnehmen. Unter der Regie von Gabor Csupo stand er auch in „Brücke nach
Terabithia“ an der Seite von Anna Sophia Robb vor der Kamera und wurde für seine
Performance sowie als Mitglied des Ensembles dafür mit zwei Young Artist Awards
ausgezeichnet.


Zu den weiteren Filmen des aus Kentucky stammenden Darstellers gehören auch Barry
Sonnenfelds „Die Chaoscamper“ mit Robin Williams, Rowan Woods’ „Winged Creatures“
mit Dakota Fanning, Jon Favreaus „Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum“ (für den er mit
dem Young Artist Award ausgezeichnet wurde), Paul Weitz’ „Mitternachtszirkus –
Willkommen in der Welt der Vampire“, Todd Hollands „Rexx, der Feuerwehrhund“, Jedde
Dylans „Fußballfieber – Elfmeter für Daddy“ sowie „Little Manhattan“ von Mark Levin und
Jennifer Flackett.


Josh Hutcherson war auch im bahnbrechenden Motion-Capture-Process-Movie von Robert
Zemeckis’ „Der Polarexpress“ mit von der Partie.




YAYA DaCOSTA (Tanya)


Yaya DaCosta ist in New York geboren und aufgewachsen; ihre professionelle
Schauspielkarriere begann mit Liz Friedlanders „Dance! Jeder Traum beginnt mit dem ersten

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Schritt“ an der Seite von Antonio Banderas; für diese Rolle bekam sie eine Nominierung zum
Teen Choice Award.


Darauf folgte eine Hauptrolle in John Sayles „Honeydripper“ mit Danny Glover und Charles
S. Dutton; an der Seite von Dutton, der ebenfalls Regie führte, spielte sie dann auch im TV-
Film „Racing for Time“.


Vor kurzem war sie im Fernsehen in Oren Movermans gefeiertem „The Messenger“ mit
Oscar-Anwärter Woody Harrelson und Ben Foster zu sehen. Demnächst steht sie für den mit
Spannung erwarteten „Tron Legacy“ unter der Regie von Joseph Kosinski vor der Kamera.


Zu ihren TV-Rollen gehören auch Auftritte wie z.B. in der letzten Staffel von „Ugly Betty“ als
niederträchtige Tochter von Vanessa Williams sowie einer Dauerrolle in der Serie „All My
Children“. Die TV-Zuschauer werden sich vielleicht auch an sie erinnern als eine der
Finallistinnen der dritten Staffel von „America’s Next Top Model“.


Jüngst gab sie ihr professionelles Theaterdebüt als Mitglied der The Signature Theatre
Company in einem Tribut an die historische Negro Ensemble Company mit dem Revival der
Inszenierung von Leslie Lees „The First Breeze of Summer“ an der Seite von Leslie Uggams
unter der Regie von Ruben Santiago-Hudson. Für ihre Performance wurde Yaya DaCosta mit
dem Vivian Robinson Recognition Award for Excellence in Black Theatre ausgezeichnet.


Demnächst wird sie in „Tron Legacy“ zu sehen sein.




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ÜBER DIE FILMEMACHER


LISA CHOLODENKO (Regie, Drehbuch)


Lisa Cholodenko entdeckte ihre wahre Leidenschaft für den Film während der Arbeit in der
Schnitt-Assistenz für „Boyz N the Hood“ mit Autor und Regisseur John Singleton, der
zweimal für den Oscar nominiert war, sowie für „Die Herbstzeitlosen“ unter der Regie von
Beeban Kidron. Diese Projekte weckten in Cholodenko endgültig den Ehrgeiz, sich einer
Karriere in der Filmindustrie zu widmen. Bald darauf schrieb sie sich an der School of the
Arts der Columbia University ein, wo sie ihren Studienabschluss in den Fächern Drehbuch
und Regie machte.


In ihrer Studienzeit war sie unter der Anleitung ihres Mentors Milos Forman verantwortlich
für die Drehbücher und Regiearbeit bei etlichen gefeierten Kurzfilmen, darunter „Souvenir“
(1994), der auf über zwei Dutzend internationalen Filmfestivals gezeigt wurde, und „Dinner
Party“ (1997), der im britischen, französischen und schweizerischen Fernsehen lief und den
vom Britischen Filminstitut verliehenen Channel 4 TX Preis gewann. Zu ihren Universitäts-
Dozenten zählte auch der CEO von Focus Features, James Schamus.


Ihr Regiedebüt im Bereich Spielfilm war „High Art“ mit Ally Sheedy und Radha Mitchell in
den Hauptrollen; auch für das dazugehörige Drehbuch zeichnete Cholodenko verantwortlich.
Dieses in New York City spielende Drama feierte 1998 auf dem Sundance Film Festival
Premiere; Cholodenko wurde dafür mit dem Walto Salt Screenwriting Award geehrt. Nach
dem Kinostart im gleichen Jahr wurde Ally Sheedy von der Los Angeles Film Critics
Association und der National Society of Film Critics als Beste Schauspielerin nominiert und
mit dem Independent Spirit Award in der Kategorie Beste Weibliche Hauptrolle
ausgezeichnet. „High Art“ erhielt vier weitere Nominierungen zum Independent Spirit Award,
darunter in den Kategorien Bestes Erstes Drehbuch und Beste Weibliche Nebendarstellerin
(Patricia Clarkson). Weitere Ehrungen für diesen Spielfilm waren der GLAAD Media Award
in der Kategorie Outstanding Film sowie der Sonderpreis der Jury auf dem Filmfestival in
Deauville.


Während der Arbeit am Schnitt zu „High Art“ hörte Cholodenko viel Musik. Eines Morgens
brachte Cutterin Amy Duddelston die Platte „Ladies of the Canyon“ von Joni Mitchell mit.

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Das inspirierte die Regisseurin sehr, und so wurde Joni Mitchell der Katalysator für ihren
zweiten Spielfilm, „Laurel Canyon“, der in den Hollywood Hills spielt und gedreht wurde.
Die Hauptrollen spielten Kate Beckinsale und Christian Bale; Weltpremiere wurde 2002 auf
den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gefeiert. „Laurel Canyon“ brachte Cholodenko
2003 den Director’s View Film Festivals Dorothy Arzner Preis ein; die Schauspieler Frances
McDormand und Alessandro Nivola waren dafür außerdem jeweils für einen Independent
Spirit Award nominiert.


Cholodenkos dritter Spielfilm war „Cavedweller“, eine Adaption von Anne Meredith von
Dorothy Allisons Roman, der von der Versöhnung zwischen Vergangenheit und Zukunft
handelt. Die Hauptrollen spielten Kyra Sedgwick und Aidan Quinn, die beide für einen
Independent Spirit Award nominiert waren. 2004 brachte „Cavedweller“ der Regisseurin auf
dem Seattle International Film Festival den New American Cinema Award ein, auf den
internationalen Filmfestpielen von Karlovy Vary außerdem den Preis der Ökumenischen Jury.


Zusätzlich hat sie auch bei Episoden von US-TV-Serien wie „Homicide: Life on the Street“,
„Six Feet Under“, „Hung“ und „The L Word“ Regie geführt.




STUART BLUMBERG (Drehbuch)


Stuart Blumberg war Drehbuchautor und Produzent von „Keeping the Faith“ mit Edward
Norton, der ebenfalls Regie führte, sowie Ben Stiller und Jenna Elfman in den Hauptrollen.


Zu seinen weiteren Drehbüchern zählt z.B. „The Girl Next Door“ mit Emile Hirsch und Elisha
Cuthbert unter der Regie von Luke Greenfield.


2009 produzierte er „By the People: The Election of Barack Obama“, unter der Regie von
Amy Rice und Alicia Sams. Dieser HBO-Dokumentarfilm lief auch in den Kinos.


Derzeit arbeitet er am Drehbuch und der Ko-Produktion von „Bar Mitzvah Disco“ für
Universal Pictures; dieser Film basiert zum Teil auf der Website und dem Buch mit dem
gleichen Titel.



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GARY GILBERT (Produktion)


Gary Gilbert ist Gründer und Präsident von Gilbert Films, einer in Los Angeles ansässigen
Produktionsfirma, die sowohl Independent- als auch Studio-Produktionen realisiert und
finanziert.


Gilberts erster Spielfilm war Zach Braffs „Garden State“, der 2004 auf dem Sundance Film
Festival Premiere feierte und im Sommer darauf unter begeisterten Kritiken in die Kinos kam.
Die Hauptrollen darin spielen Zach Braff, Natalie Portman, Ian Holm und Peter Sarsgaard.
Gilbert wurde gemeinsam mit Braff und den weiteren Produzenten des Films mit dem
Independent Spirit Award in der Kategorie Bester Erster Spielfilm ausgezeichnet.


Gemeinsam mit Lakeshore Entertainment finanzierte und produzierte Gilber „Henry Poole is
Here“ von Mark Pellington mit Luke Wilson und Radha Mitchell in den Hauptrollen. Mit Fox
Searchlight finanzierte und produzierte er „Margaret“; für Drehbuch und Regie zeichnete
Kenneth Lonergan verantwortlich. Die Hauptrollen spielten Anna Paquin, Matt Damon,
Matthew Broderick und Mark Ruffalo.


Auf dem Tribeca Film Festival lief vor kurzem die Weltpremiere von „Meet Monica Velour“,
das Spielfilmdebüt des preisgekrönten Werbefilmregisseurs Keith Bearden, mit Kim Cattrall,
Brian Dennehy und Keith David. Dieser Spielfilm wurde von Gilbert Films produziert und
vollständig finanziert.


Zu seinen neuen Projekten unter dem eigenen Banner gehören „From Prada to Nada“ unter
der Regie von Angel Gracia mit Camilla Belle und Alexa Vega, eine Neuinterpretation von
Jane Austens „Sinn und Sinnlichkeit“, die hier in einem zeitgenössischen Latino-Umfeld
spielt und von Lionsgate in die Kinos gebracht wird, sowie „Right Angle“, bei dem für das
Drehbuch und die Regie der preisgekrönte Filmemacher Michael Burke verantwortlich
zeichnet.




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JEFFREY LEVY-HINTE (Produktion)


Jeffrey Levy-Hinte ist ein in New York ansässiger Produzent und Regisseur; er ist Präsident
der Produktionsgesellschaft Antidote Films.


„The Kids Are All Right“ ist der dritte Film, den er nach „High Art“ – für den er zum
Independent Spirit Award nominiert war – und „Laurel Canyon“ nun für Lisa Cholodenko
produziert hat. Eine weitere Nominierung zum Independent Spirit Award erhielt er für die
Produktion von Catherine Hardwickes „thirteen“ mit Evan Rachel Wood und Holly Hunter in
den Hauptrollen, einen der meist gefeierten Regiedebüts des vergangenen Jahrzehnts.


2003 wurde er von der Fachzeitschrift Variety in die Liste der „10 Producers to Watch“
aufgenommen. Zu seinen weiteren Produktionen zählen auch Marina Zenovichs
Dokumentarfilm „Roman Polanski: Wanted and Desired“, für den er zu einem Emmy und
einem Gotham Award mitnominiert war, Jon Reiss’ Dokumentarfilm „Bomb It“ über
internationale Straßenkunst, Keven McAlesters Dokumentarfilm „The Dungeon Masters“,
Julian Goldbergers „The Hawk is Dying“ mit Paul Giamatti und Michelle Williams, Larry
Fessendens „Wendigo“ und „The Last Winter“, bei dem das Schauspielensemble für den
Gotham Award nominiert war sowie Gregg Arakis „Mysterious Skin“ mit Joseph Gordon-
Levitt.


Er war auch einer der Cutter von Leon Gasts Oscar-preisgekröntem Dokumentarfilm „When
We Were Kings“ über den legendären „Rumble in the Jungle“. Zwölf Jahre später war er als
Produzent und Regisseur für den Dokumentarspielfilm „Soul Power“ verantwortlich, in dem
über das den „Rumble“ begeleitende Konzert berichtet wurde; „Soul Power“ wurde auf dem
Los Angeles Film Festival mit dem Publikumspreis in der Kategorie Beste Dokumentation
ausgezeichnet.


Levy-Hinte ist im Vorstand des Independent Feature Project (IFP).




CELINE RATTRAY (Produktion)



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Celine Rattray ist Präsidentin von Mandalay Vision, der unabhängigen Sparte für
Entwicklung, Produktion und Finanzierung unter dem Dach der Mandalay Entertainment
Group. Mandalay Vision konzentriert sich auf innovatives Geschichtenerzählen im Film; zu
den Produktionen unter diesem Banner zählen „Soul Surfer“ – basierend auf der
Autobiographie der Teenage-Surferin Bethany Hamilton, mit Anna Sophia Robb, Helen Hunt,
Dennis Quaid und Carrie Underwood unter der Regie von Sean McNamara -, das Drama „The
Whistleblower“ unter der Regie von Larysa Kondracki mit Rachel Weisz, Vanessa Redgrave
und David Strathairn, der apokalyptische Thriller „Vanishing on 7th Street“ von Brad
Anderson mit Hayden Christensen, Thandie Newton und John Leguizamo sowie der Comedy-
Thriller „Salvation Boulevard“ unter der Regie von George Ratliff mit Jennifer Connelly,
Pierce Brosnan, Ed Harris, Marisa Tomei, Jim Gaffigan und Greg Kinnear.


Vor ihrer Tätigkeit bei Mandalay war sie von September 2003 bis Dezember 2009 Gründerin
und Chefin von Plum Pictures; unter diesem Banner produzierte sie mit ihren
Geschäftspartnern Galt Niederhoffer und Daniela Taplin Lundberg rund 20 Filme. Zu den
unter diesem Banner realisierten Filmen, die 2010 in die Kinos kommen, gehören z.B. James
C. Strouses „The Winning Season“ mit Sam Rockwell und Emma Roberts sowie Agnieszka
Wojtowicz-Vosloos „After.Life“ mit Liam Neeson und Christina Ricci. Rattray zeichnete vor
kurzem auch als ausführende Produzentin des Mehrteilers „New York, I Love You“ mit 12
unterschiedlichen Regisseuren verantwortlich.


Zu den weiteren Filmen von Plum gehören auch James C. Strouses „Grace is Gone“, der auf
dem Sundance Film Festival den Publikumspreis und den Waldo Salt Screenwriting Award
gewann sowie für zwei Golden Globes nominiert war, Craig Zobels „Great World of Sound“,
der mit dem Gotham Award in der Kategorie Breakthrough Director ausgezeichnet und für
zwei Independent Spirit Awards nominiert wurde, Patricia Foulkrods „The Ground Truth“
und James Motterns „Trucker“ mit Michelle Monaghan, die 2009 dafür vom Kritikerverband
in San Diego als Beste Schauspielerin nominiert war.


Rattray machte ihren Studienabschluss mit Ehren in Mathematik und Philosophie an der
Oxford University. Ihre Karriere begann bei McKinsey’s Media and Entertainment (1998 bis
2000), wo sie u.a. Klienten wie BBC, Channel 4, das British Film Institute und Time Warner
betreute. Daraufhin wechselte sie zu HBO, wo sie als Leiterin des Marketing und Business
Development tätig war. In ihrer dortigen drei Jahre währenden Tätigkeit entwickelte und

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lancierte sie HBO On Demand; durch diesen TV-Service können Zuschauer ohne zeitliche
Einschränkungen je nach Wunsch auf das Programm des Senders zugreifen. Sie produzierte
eine monatliche Sendung für HBO On Demand mit Schauspielern aus den Erfolgsserien;
unter ihrer Leitung wuchs HBO On Demand zu einer der gewinnbringendsten Sparten des
Senders und kann derzeit landesweit empfangen werden.


JORDAN HOROWITZ (Produktion)


Jordan Horowitz ist Vizepräsident der Produktion und Entwicklung bei Gilbert Films, einer in
Los Angeles ansässigen Produktionsfirma, die sowohl Independent- als auch Studio-
Produktionen verwirklicht und produziert.


Zuvor arbeitete er als Künstlerischer Direktor der The Delicious Theater Group. Mit dieser
Truppe produzierte er verschiedene Inszenierungen in New York City, darunter die
preisgekrönte Adaption von Mark Twains „The Celebrated Jumping Frog of Calaveras
County“, in der auch Kristen Schaal auf der Bühne stand.


Mit Gilbert produzierte er neben „The Kids Are All Right“ auch „Meet Monica Velour“, der
erste Spielfilm des preisgekrönten Werbefilmregisseurs Keith Bearden mit Kim Cattrall, Brian
Dennehy und Keith David, der vor kurzem auf dem Tribeca Film Festival Premiere feierte. Er
betätigte sich auch an der Entwicklung und Produktion von Mark Pellingtons „Henry Poole is
Here“ und Kenneth Lonergans neuem Film „Margaret“.


Zu seinen neuen Projekten unter dem Banner von Gilbert zählen auch „From Prada to Nada“
unter der Regie von Angel Gracia mit Camilla Belle und Alexa Vega, eine Neuinterpretation
von Jane Austens „Sinn und Sinnlichkeit“, die hier in einem zeitgenössischen Latino-Umfeld
spielt und von Lionsgate in die Kinos gebracht wird, sowie „Right Angle“, bei dem für das
Drehbuch und die Regie der preisgekrönte Filmemacher Michael Burke verantwortlich
zeichnet.




DANIELA TAPLIN LUNDBERG (Produktion)


Seit 2003 hat Daniela Taplin Lundberg unter ihrem Banner Plum Pictures über 20 Spielfilme

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finanziert und produziert. Zwölf unabhängige Produktionen brachte sie zum Sundance Film
Festival; jede davon wurde an einen großen Filmverleih verkauft.


Ihren Studienabschluss machte sie an der Princeton University; sie ist Geschäftspartnerin von
Galt Niederhoffer. Zu den Filmen unter ihrem Banner, die 2010 ins Kino kommen, gehören
auch James C. Strouses „The Winning Season“ mit Sam Rockwell und Emma Roberts in den
Hauptrollen sowie Agnieszka Wojtowicz-Vosloos „After.Life“ mit Liam Neeson und
Christina Ricci.


Zu ihren weiteren Filmen zählen z.B. Justin Theroux’ „Dedication“ mit Billy Crudup, Mandy
Moore und Tom Wilkinson, Craig Lucas’ „Birds of America“ mit Mattew Perry, Ginnifer
Goodwin und Hilary Swank, James C. Strouses „Grace is Gone“, der auf dem Sundance Film
Festival den Publikumspreis und den Waldo Salt Screenwriting Award gewann sowie für zwei
Golden Globes nominiert war, Craig Zobels „Great World of Sound“, der mit dem Gotham
Award in der Kategorie Breakthrough Director ausgezeichnet und für zwei Independent Spirit
Awards nominiert wurde, Patricia Foulkrods „The Ground Truth“, James Motterns „Trucker“
mit Michelle Monaghan, die 2009 dafür vom Kritikerverband in San Diego als Beste
Schauspielerin nominiert war, und Galt Niederhoffers „The Romantics“ mit Katie Holmes,
Anna Paquin und Josh Duhamel, der 2010 auf dem Sundance Film Festival Premiere feierte.


Derzeit arbeitet sie an der Entwicklung einer Kinoadaption des The New York Times-
Bestsellers „American Wife“ sowie der Filmversion des mit dem Pulitzer-Preis
ausgezeichneten „The Rise of Theodore Roosevelt“ unter der Regie von Oscar-Preisträger
Taylor Hackford.




PHILIPPE HELLMANN (Produktion)


Philippe Hellmann war eines der Gründungsmitglieder, die 1971 die große französische
Medienfirma UGC aufkauften. Bei UGC war er viele Jahre lang für die Sparten Produktion,
Vertrieb und Vorführung verantwortlich, bevor er und seine Geschäftspartner einen neuen
Kurs einschlugen: Für die Produktion und den Vertrieb gründeten sie jeweils neue
Tochtergesellschaften. So war er dann Gründer – und Eigentümer – von UGC PH.



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1988 gegründet, ist UGC PH für die Akquise und den Verleih ausländischer Filme in
Frankreich und französischsprachigen Territorien zuständig sowie Partner bei internationalen
Co-Produktionen. Branchenübergreifend ist UGC PH sowohl im Kino- als auch im Video-
und TV-Verleih-Geschäft tätig.


Zu Hellmans Aufgaben gehört auch die Entdeckung neuer Talente und Zusammenarbeit mit
renommierten Regisseuren. Zu den vielen gefeierten Filmen, die im Verleih von UGC PH
herausgebracht wurden, gehören z.B. Ang Lees „Das Hochzeitsbankett“, „Eat Drink Man
Woman“, „Gefahr und Begierde“, der Oscar-preisgekrönte „Brokeback Mountain“, Nikita
Mikhalkovs „Schwarze Augen“ mit Marcello Mastroianni, Kenneth Branaghs „Viel Lärm um
nichts“ und „Peter’s Friends“, Terry Gilliams „12 Monkeys“ mit Brad Pitt, Chris Menges’
„Zwei Welten“, Pedro Almodóvars „High Heels“, David Cronenbergs „eXistenZ“, Sidney
Lumets „Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You’re Dead“ und Christopher
Nolans „Memento“.




IGOR JADUE-LILLO (Kamera)


Igor Jadue-Lillo fühlt sich sowohl als Kameramann bei Spielfilmen als auch in anderen
Formen des Geschichtenerzählens in seinem Element.


Er stammt aus Chile und studierte an der London Film School, wo er seinen Master in
Filmwissenschaften machte. Er begann umgehend bei Musik-Clips und Werbefilmen zu
arbeiten; bald traf er Garth Jennings von Hammer & Tongs und begann, mit ihm und
Produzent Nick Goldsmith zusammenzuarbeiten. Gemeinsam erhielten sie für Bentley
Rhythm Aces „Theme from Gutbuster“ den Best International Video of the Year Award. Er
wurde, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Hammer & Tongs, außerdem für Blurs „Coffee &
TV“ mit dem Creative & Art Award in der Kategorie Beste Kamera in einem Musikvideo
ausgezeichnet.


Für seine Kameraarbeit unter der Regie von Jamie Thraves Spielfilm „The Lown Down“
wurde Jadue-Lillo eine Nominierung zum British Independent Film Award in der Kategorie
Best Newcomer (Off-Screen) zuteil. Gemeinsam mit Hammer & Tongs drehte er dann den
Spielfilm „Per Anhalter durch die Galaxis“; zu seinen weiteren Filmen gehören Kirsten

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Sheridans „Disco Pigs“ und Rodrigo Garcias „Passengers“ mit Anne Hathaway.


Zu den Regisseuren, mit denen er bei Werbefilmen zusammengearbeitet hat, gehören z.B.
David Kellog, Jonathan Dayton und Valerie Faris, Frederik Bond, Bennett Miller und
Alejandro González Iñárritu. Er stand für die verschiedensten Produkte hinter der Kamera, die
von PlayStation bis Dr. Pepper rangieren.




JULIE BERGHOFF (Produktionsdesign)


Julie Berghoff begann ihre Karriere als Modell-Bauerin in einer Firma für Spezialeffekte in
Chicago. So kam sie zur Art-Direction und dem Design der gefeierten Stop-Motion-
Animations-Serie „The PJs“, bei der Eddie Murphy als Darsteller und Produzent
verantwortlich zeichnete.


Daraufhin arbeitete sie für Werbefilme und Musikclips, darunter in Zusammenarbeit mit so
renommierten Regisseuren wie Herb Ritts, Jared Hess und David LaChapelle.


Ihr erster Spielfilm als Produktionsdesignerin war James Wans Überraschungserfolg „Saw“.
Ihre Arbeit an diesem einzigartigen Horror-Thriller setzte in der visuellen Ästhetik die
Maßstäbe für alle weiteren Fortsetzungen der erfolgreichen Filmreihe. Gemeinsam mit
Regisseur Wan arbeitete sie auch an „Dead Silence“ und „Death Sentence - Todesurteil“ mit
Kevin Bacon. Zu ihren weiteren Filmen als Produktionsdesignerin zählt auch Laurence
Malkins „Five Fingers“ mit Laurence Fishburne und Ryan Phillippe.




MARY CLAIRE HANNAN (Kostümdesign)


Ihren Durchbruch im Filmgeschäft hatte Mary Claire Hannan mit Quentin Tarantinos
„Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“; sie entwickelte ein realistisches Auge, das sich
fantasievoll an die Anforderungen des Genres anpasste. Schon bald zeichnete sie auch für den
dritten Spielfilm des Filmemachers verantwortlich, „Jackie Brown“.


Vor kurzem entwarf sie auch die Kostüme für Sean Penns „Into the Wild“; für diese Arbeit

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wurde ihr eine Nominierung zum Costume Designers Guild Award zuteil.


Zu ihren weiteren Filmen gehören u.a. Wes Cravens „Red Eye“ mit Rachel McAdams und
Cilian Murphy, Jamie Blanks’ „Urban Legend“, Anthony Drazans „Hurlyburly – Dolce Vita
in L.A.“ – ihre erste Zusammenarbeit mit Sean Penn -, Dennis Dugans „Beverly Hills Ninja –
Die Kampfwurst“, Bruce Paltrows „Traumpaare“, Peter Chelsoms „Weil es dich gibt“, E.
Elias Merhiges „Suspect Zero – Im Auge des Mörders“ und Rowan Woods’ „„Winged
Creatures“, ihre erste Zusammenarbeit mit Josh Hutcherson aus „The Kids Are All Right“.




JEFFREY M. WERNER (Schnitt)


Jeffrey M. Werner begann seine Karriere als Schnitt-Assistenz bei David Mamet und Martin
Scorsese. Nachdem er an drei Projekten von Scorsese gearbeitet hatte – „Il mio viaggio in
Italia“, „Bringing Out the Dead“ und „Gangs of New York“ – war er als Cutter für Michel
Gondrys „Vergiss mein nicht“ verantwortlich.


Als Cutter betätigte er sich daraufhin bei unterschiedlichen Independent-Produktionen
verschiedener Autoren und Regisseure, darunter Chris Goraks „Right at Your Door“ mit Rory
Cochrane und Mary McCormack, Scott Caans „The Dog Problem“ mit Giovanni Ribisi und
Lynn Collins sowie Julie Delpys „2 Tage Paris“ mit Julie Delpy und Adam Goldberg.


Zu seinen weiteren Filmen gehören auch Alex Riveras Spielfilmdebüt „Sleep Dealer“, der
2008 u.a. auf dem Sundance Film Festival mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde, Michael
Landers „Peacock“ mit Cillian Murphy und Ellen Page sowie Larry Charles’ Nonfiction-
Comedy „Religulous“.




CARTER BURWELL (Musik)


Carter Burwell machte 1977 seinen Studienabschluss in Harvard. Er studierte dort auch
Animation bei Mary Beams und George Griffin, das Fach Elektronische Musik mit Ivan
Tcherepnin und widmete sich unabhängigen Forschungen am MIT Media Lab, damals noch
als Architecture Machine Group bekannt. Nach seinem Abschluss wurde er Lehrassistent im

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Harvard Electronic Music Studio.


Er hat oft mit den Regisseuren Joel und Ethan Coen zusammen gearbeitet, darunter z.B. für
„Blood Simple”, „Arizona Junior“, „Miller’s Crossing“, „Barton Fink“, „Hudsucker – Der
große Sprung“, „Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn’t There“, „Ein
(un)möglicher Härtefall“, „Ladykillers“, „No Country for Old Men“, „A Serious Man“ und
„Burn After Reading“, der ihm den Preis der International Film Music Critics in der Kategorie
Best Original Score for a Comedy Film einbrachte. Er komponierte auch die zusätzliche
Musik für „O Brother, Where Art Thou? – Eine Mississippi-Odyssee“, durch die ihm eine
Nominerung zum BAFTA zuteil wurde.


Zu seinen weiteren Filmkompositionen gehören z.B. Julian Schnabels „Before Night Falls“,
der ihm 2000 auf den Filmfestspielen in Venedig den Nino Rota Soundtrack Award
einbrachte, Spike Jonzes „Being John Malkovich“, „Adaptation“ und „Wo die wilden Kerle
wohnen“, Bill Condons „Kinsey“ und „Gods and Monsters“, für den er von den Los Angeles
Film Critics Association geehrt wurde, John Lee Hancocks „Die Entscheidung – Eine wahre
Geschichte“ und „Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende“, David O. Russells
„Three Kings“, Todd Haynes’ „Velvet Goldmine“, David Mamets „Die unsichtbare Falle“,
Rob Epsteins und Jeffrey Friedmans „Die Kammer“ und „Der Schakal“, Sidney Lumets
„Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You’re Dead“, Martin McDonaghs
„Brügge sehen… und sterben?“ und John Lee Hancocks „Blind Side – Die große Chance“.


Zu seinen Arbeiten für das Theater gehören u.a. die Kammeroper „The Celestial Alphabet
Event“, Ariel Dorfmans Stück „Widows“, Henry Millers „The 14th Ward“ und Mabou Mines’
Produktion von „Mother“ (1994). Außerdem komponierte er die Begleitmusik zu William
Burroughs Lesung seines Romans Junky für Penguin Audiobooks.


Als Vokalist, Akkordeonist und Synthesiser-Spieler trat Burwell mit dem Harmonic Choir,
Big Joe und dem Litwinski Ensemble in New York City auf, außerdem in Frankreich, Italien,
Deutschland und Australien.


Aufnahmen seiner Werke sind bei folgenden Labels erhältlich: Universal Music, Virgin,
Varèse Sarabande, Factory und Les Disques de Crepescule.



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