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					    KITE
BOARDING
 Work- und Stylebook
    KITE
BOARDING
 Work- und Stylebook
Name
          usterfrau
 Melanie M
           th
Date of bir
            985
 5. Januar 1
 Nationality
  German
  Issued
   1. Juli 2006            Licence-N
                                    o




   School-ID                00123784
    12345

                           Nach jedem
                  Kursabschnitt erhältst
                        du von deinem
                          Ausbilder die
                   Bestätigung für den
                       ereichten Level.
     NEW
   DAS LEVELSYSTEM DES
                                Allgemeine Sicherheit,
                          Startvorbereitung, Startübungen,
                            erste Flugübungen, Bodydrag



        Rotationen oder                                      Bodydrag,
     Kiteloop, Grabs,                                          Wasserstart des Kite
  One Foot, Board
  off oder Railey




Basic Jump                                                                Allgemeiner
       und                                                                Wasserstart,
 Gleithalse                                                               erste (mindes-
       oder                                                               tens 50) gefah-
 Transition                                                               rene Meter
      Jump




                                                                    Allgemeine
                                                                 Theorie zu Sicher-
                Höhe
                                                               heit, Verhalten, Aus-
              gewinnen
                                                             weichen und Technik
                                                      v EL!
                                Raumschot fahren,
                                    Steuern,
                              Höhe halten, Basishalse




                       LE                                           56
                                                                        71




                    UR
                                                    4




                                                                  TH   23
                T YO
                                                               EO
                                                             RY



              GE
Kiteboarding: Work- und Stylebook
ISBN-10: 3-00-019163-1 / ISBN-13: 978-3-00-019163-3
Offizielles Lehrbuch des VDWS für Ein- und Aufsteiger
2. Auflage, August 2006

Herausgeber:
VDWS-Service GmbH

Hergestellt im Auftrag des Verbandes
Deutscher Windsurfing und Wassersport Schulen e.V. (VDWS)

Fotos: Thomas Streubel – Sport- und Actionfotografie, München

Layout, Satz, Fotomontagen: Rothe Grafik, Georgsmarienhütte

Druck: Grote Druck, Bad Iburg

Copyright VDWS-Service GmbH, © 2006
Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Erlaubnis der VDWS-Service GmbH darf das Werk,
auch nicht Teile daraus, weder reproduziert, übertragen, noch kopiert werden, wie z. B. manuell
oder mit Hilfe elektronischer und mechanischer Systeme, inklusive Fotokopien, Bandaufzeichnungen
und Datenspeicherungen.
          Inhalt
          Welcome .........................................      6
Theory    Equipment ......................................       8
          Kitesysteme ..................................... 10
          Kiteboards ....................................... 14
          Zubehör / Accessories ...................... 16
Level 1   Basics .............................................. 18
          Getting Ready ................................. 24
          Start Flying ...................................... 27
          Take Off .......................................... 32
          Summary ......................................... 34
Level 2   Bodydrag – Funfaktor 100% ............ 36
          Bodydrag ........................................ 40
          Relaunch ......................................... 42
          4-Leiner Relaunch............................. 44
          5-Leiner Relaunch............................. 46
          Bow-Kite / Softkite Relaunch ............ 48
Level 3   Waterstart ....................................... 51
Level 4   Mit Volldampf ins Kiterleben ............ 54
          Basic Jibe ......................................... 56
Level 5   Going Upwind.................................. 58
Level 6   Hoch hinaus ..................................... 61
          Basic Jump ....................................... 62
          Carved Jibe / Transition Jump ........... 64
Level 7   Front, Back – Fun ............................. 66
          Rotation Jumps ................................ 68
          Upside Down ................................... 72
          Grabs, One Foot, Board Off.............. 74
          … und Action .................................. 78
          Unhooked Special ............................ 80
Theory    Safety............................................... 82
          Rules ................................................ 86
          Pro Career ........................................ 92
          Willkommen in der Wunderwelt des Kitesurfens
WELCOME



          Wir möchten dich gerne auf eine ganz besonde-        Die VDWS-Schulen sind mit optimalem
          re Reise mitnehmen und sind uns jetzt schon          Einsteigermaterial, das im Regelfall genau auf
          sicher, dass du es nicht bereuen, sondern nicht      dich und die vorherrschenden Bedingungen
          mehr davon wegkommen wirst. Bei unserer              abgestimmt ist, ausgestattet. Wie alle aktiven
          Reise handelt es sich um eine Erlebnisreise zu       Natursportarten birgt natürlich auch das Kite-
          den Naturelementen Wasser und Luft. Du wirst         surfen ein gewisses Risikopotenzial, das wir
          Leichtigkeit, Schwerelosigkeit, Dynamik,             gemeinsam mit Umsicht und Rücksicht auf ein
          Sportlichkeit und puren Spaß erleben. Ob du          Minimum reduzieren können. Der Faszination
          das Kiteboarden nur für ein Wochenende oder          Kitesurfen sind somit keine
          in deinem Urlaub ausprobieren möchtest, ent-         Grenzen mehr gesetzt.
          deckst, dass du damit deine Freizeitsportart
          gefunden hast, oder wirklich in die große            Das VDWS-Kiteworkbook
          Kitekarriere einsteigen willst: Mit der VDWS         haben wir für dich in Ein-
          Kitesurfschule hast du deinen professionellen        und Aufsteigerlevel geglie-
          »Begleiter« gefunden.                                derte Handhabungs- und
                                                               Manöverbeschreibungen
          Die rasante Entwicklung des Kitesurfens begrün-      zusammengefasst. Dieses
          det sich damit, dass das Kiten eine Wassersport-     Buch stellt eine Ergänzung
          art ist, die einerseits sehr leicht und schnell zu   zum Unterricht in einer
          erlernen ist und dir als Kitesurfer schon nach       VDWS-Kitesurfschule dar,
          den ersten Erfahrungen keine Grenzen mehr            gibt dir aber auch Hilfe-
          gesetzt sind. Andererseits gibt es beim Kiten        stellung für weitere
          viele Parallelen zu anderen, modernen Board-         Manöver und
          und Schirmsportarten. Für Wake-, Skate-, oder        deine Kite-
          Snowboarder, aber auch als Windsurfer, Buggy-        Karriere.
          fahrer, Gleitschirmflieger oder auch Freizeit-
          drachenflieger gibt es zahlreiche Fähigkeiten die
          1:1 auf das Kitesurfen übertragen werden kön-
          nen und das Erlernen somit stark vereinfachen.
          Doch nicht nur für »Vorbelastete« aus
          anderen Sportarten ist das Kiten die
          Wassersportart schlechthin. Denn auch                              Zum Abschluss jedes Trainings
          absolute Neulinge in diesem Wasser-,                         gehört selbstverständlich die VDWS-
          Wind-, und Boardsport-Segment, haben                  Kiteboarding-Licence, die dich wie eine Art
          beim Kitesurfen ungeahnte Erfolgs- und               Logbuch durch deine gesamte Kitelaufbahn
          Erlebnisaussichten. Der Kiteschirm reduziert         begleiten wird.
          ganz erheblich das Körpergewicht des Kiters,
          da er ihn immer leicht anhebt.                       Wir wünschen dir viel Spaß beim Lesen deines
                                                               VDWS-Kiteboarding Work- und Stylebook
          Um den sicheren Umgang mit dem »Fluggerät            natürlich viel Erfolg bei deinem Training.
          Kite« zu erlernen, kann es für dich nur den Weg
          in eine der weltweit vertretenen VDWS-Kitesurf-      See you on the water,
          schulen geben. Denn hier erhältst du von ausge-      dein VDWS Lehrteam
          bildeten Spezialisten eine fundierte Einführung
          in den neuen Trendsport, fachkundige Beratung
          und Schulung in kleinen, individuellen Gruppen.
   B
KITE oarding




               WELCOME
EQUIP
MENT
                    Kitesysteme
EQUIPMENT · KITES


                    In den vergangenen Jahren hat sich im Kitesport   Entwicklung zu verzeichnen. Hier stellen wir die
                    enorm viel getan. Kaum eine andere Wasser-        aktuellen Kitesysteme mit den zugehörigen
                    sportart hat eine derart rasante und radikale     Barsystemen und sonstigen Features vor.




                    4-Leiner                 Barsysteme                           Flugleinen, Connecting Points




                                                                       3
                                                   7 6




                                                                      2
                                                           4
                                                           5
                                               1




                    5-Leiner
                                                                      3
                                              6
                                                   7 8




                                                                      2
                                                          4 5
                                              1




                    Bow-Kite
                                                                          3
                                                              5
                                                   6

                                                              4


                                                                      2
                                                    7 8
                                              1




                    Softkite
                                                 54
                                                          3
                                             1




                                                                  2




 10
                                                                            B
                                                                     KITE oarding

             Kitebarsysteme




                                                                                            EQUIPMENT · KITES
             Die Kitebar – oft einfach nur Bar genannt – dient der Kitesteuerung und
             der Kitekontrolle in Bezug auf Richtung und Kraftentwicklung. Die Bar soll-
             te immer mit einem aktuellen, dem System entsprechenden Sicherheits-
             mechanismus ausgestattet sein. Dazu gehören insbesondere die folgenden
             Auslösemöglichkeiten: Quickrelease am Chickenloop und an der Safety-
             Leash. Eine vollständige Trennung vom Kite sollte jederzeit möglich sein.


Flugleinen       Kite
                                       4-Leiner
                                       1. Lenkstange (Bar), 2. Mittelleinen (Frontlines),
                                       3. Steuerleinen (Backlines), 4. Adjuster,
                                       5. Vorleinen, 6. Depowertampen,
                                       7. Safety-Leash




                                       5-Leiner
                                       1. Lenkstange (Bar), 2. Mittelleinen (Frontlines),
                                       3. Steuerleinen (Backlines), 4. Adjuster,
                                       5. Vorleinen (Leaderlines), 6. Linewinders mit
                                       Sicherung, 7. Depowertampen (Centerline)
                                       8. Fünfte Leine (Vorrichtung Safety-Leash)




                                       Bow-Kite
                                       1. Lenkstange (Bar), 2. Mittelleinen (Frontlines),
                                       3. Steuerleinen (Backlines), 4. Adjuster,
                                       5. Vorleinen, 6. Depowertampen, 7. Safety-
                                       Leash, 8. Quickrelease an der Safety-Leash




                                       Softkite
                                       1. Lenkstange (Bar), 2. Steuerleinen (Backlines),
                                       3. Adjuster, 4. Depowertampen (Centerlines),
                                       5. Safety-Leash




                                                                                            11
                    Vorstellung der Kitesysteme im Detail
EQUIPMENT · KITES




                    4-Leiner Tubekite                                   5-Leiner Tubekite

                     7                       1                          7                     1
                                         3                        5                                                  5
                                                                                   3         8
                      6                                                  6
                                         4                                                4

                                             2                                                2
                    1. Anströmkante (Leading Edge)                      1. Anströmkante (Leading Edge)
                    2. Abrisskante (Trailing Edge)                      2. Abrisskante (Trailing Edge)
                    3. Fronttube                                        3. Fronttube
                    4. Struts                                           4. Struts
                    5. Tips                                             5. Tips
                    6. Anknüpfpunkte an der Abrisskante                 6. Anknüpfpunkte an der Abrisskante
                    7. Anknüpfpunkte an der Anströmkante                7. Anknüpfpunkte an der Anströmkante
                                                                        8. Anknüpfpunkt(e) für die 5. Leine




                    Der Tubekite ist das am meisten verbreitete         Der 5-Leiner Kite ist vom Aufbau dem 4-Leiner
                    Kitesystem. Er wird aufgrund seiner Form auch       Kite identisch. Nur beim Anknüpfen der Leinen
                    oft als C-Kite bezeichnet. Jeder Tubekite besitzt   gibt es kleine, aber feine Unterschiede. Die
                    ein Gerüst, bestehend aus einer Fronttube und       Flugleinen werden an den Enden des Kites, den
                    mehreren Quertubes, in der Fachsprache Struts       sogenannten Tips, befestigt, die Steuerleinen
                    genannt, die ihm seine Formstabilität verleihen.    (Backlines) an den Anknüpfpunkten der
                    Die Fronttube und die Struts müssen mit Hilfe       Abrisskante und die Mittelleinen (Frontlines) an
                    einer Pumpe aufgeblasen werden.                     den Anknüpfpunkten der Anströmkante. Im
                    Dazu gibt es je nach Hersteller für jedes Form      Unterschied zum 4-Leiner System verfügt das
                    segment ein Ventil oder auch ein komfortables       5-Leiner Tubekitesystem über eine weitere Leine,
                    »One-Pump-System«.                                  die zentral an der Fronttube befestigt wird und
                    Die Flugleinen werden an den Enden des Kites,       unter anderem für eine verbesserte Relaunch-
                    den sogenannten Tips, befestigt: Die Steuer-        fähigkeit sowie größere Depowerwirkung sorgt.
                    leinen (Backlines) an den Anknüpfpunkten der
                    Abrisskante und die Mittelleinen (Frontlines) an
                    den Anknüpfpunkten der Anströmkante.




 12
                                                                                       B
                                                                                  KITE oarding




                                                                                                        EQUIPMENT · KITES
Bow-Kite                                            Softkite

       8                                                                      1
                      1
                  3                       67                         4            4
                                                    5       6                               6 5
 5                                                                        3
                     4

                      2                                                   2
1. Anströmkante (Leading Edge)                      1. Anströmkante (Leading Edge)
2. Abrisskante (Trailing Edge)                      2. Abrisskante (Trailing Edge)
3. Fronttube                                        3. Zellkammern
4. Struts                                           4. Lufteinlassventile
5. Tips                                             5. Tips
6. Anknüpfpunkte an der Anströmkante                6. Waageleine
7. Anknüpfpunkte an der Abrisskante
8. Waageleine




Die Bow-Kites sind von der Konstruktion dem         Softkites erhalten ihr Profil und ihre Stabilität
Tubekite sehr ähnlich. Ihre Form erhalten sie       dadurch, dass sie die Luft in mehreren Kammern
ebenfalls aus einem Gerüst von Fronttube und        zwischen zwei Tuchschichten speichern. Dazu
Struts, die aufgepumpt werden müssen.               verfügen sie über Lufteinlassventile an der
Allerdings mit dem Unterschied, dass das Profil     Anströmkante, die die Luft zwar eindringen,
wesentlich flacher ausfällt und die Fronttube bis   aber nicht wieder entweichen lassen. Im weite-
zu den Tipenden pfeilförmig herumgezogen ist.       ren Unterschied zu dem Tubekitesystem verfügt
Von den Softkites ist das Waageleinen-System        der Softkite über ein System von Waageleinen,
übernommen worden, jedoch in überschaubarer         welches später in eine Mittelleine (Frontline)
und modifizierter Form. Deutlich wird dies vor      und zwei Steuerleinen (Backlines) übergeht.
allem an den Anknüpfpunkten der Waage-
leinen, die im Gegensatz zum Softkite nur an
der Anströmkante (hier: Fronttube) ansetzen.




                                                                                                        13
EQUIPMENT · BOARDS




                     Marktübersicht
                     Hier siehst du die vier Systeme, zwischen denen     Von links nach rechts: Twin Tip groß, Twin Tip
                     zur Zeit unterschieden wird. Auf der linken Seite   klein, Mutant und Wave-/Directionalboard.
                     findest du die Twin Tips, Boards, die also in       Die Besonderheiten der unterschiedlichen Board-
                     beide Richtungen gleichermaßen fahren können        typen haben wir hier zusammengestellt.
                     und die zur Zeit den größten Marktanteil haben.




                     Board-Check:
                     Die richtige Boardgröße (Länge/Breite) hängt von folgenden Faktoren ab:
                     Könnensstand, Windstärke, Körpergewicht und Kitegröße.




 14
                                                                                       B
                                                                                    KITE oarding

Kiteboards




                                                                                                          EQUIPMENT · BOARDS
Auch bei den Boards, die für das Kitesurfen          »Bidies« genannt, durchgesetzt haben. Wir
konzipiert wurden, gab es große Entwicklungs-        wollen dir hier einen Gesamtüberblick ver-
sprünge. Man kann aber festhalten, dass sich         schaffen, und stellen neben den Twin Tips
hier die so genannten »Twin Tips«, oder auch         auch Spezialisten-Boards vor.

                        Twin Tip (TT)
                                                                                           1
                        Die Twin Tip-Boards sind aus dem Wakeboarden adap-
                        tiert und für das Kitesurfen modifiziert worden. Sie sind
                        der dominierende Boardtyp. Die Twin Tip-Boards gibt es
                        in verschiedenen Längen und Breiten. Sie eignen sich
                        sowohl für Einsteiger als auch für sehr erfahrene
                        Kitesurfer. Für Einsteiger empfehlen sich grundsätzlich
                        größere Boarddimensionen, während die Fortgeschritte-
                        nen ihren Spaß mit den »kleinen Schnittchen« haben.                           2
                        Charakteristisch ist die Symmetrie des Boards hinsicht-
                                                                                  3
                        lich Outline, Shape sowie Anordnung der Fußschlaufen-
                        und Finnenpositionen. Ein Fußwechsel bleibt dir mit so
                        einem Board bei einem Richtungswechsel erspart.
                                                                                                  4
                                           1. Tip · 2. Heel-Side · 3. Toe-Side
                                       4. Pads · 5. Fußschlaufen · 6. Finnen
                             7. Griff (Handle) · 8. Oberdeck · 9. Unterdeck




                        Mutant
                        Der Mutant ist eine Mischung aus Directional und Twin
                        Tip-Board. Von der Form her ähnelt er einem Directional
                        (besitzt Bug und Heck), das man allerdings auch gut
                        rückwärts fahren kann. Dafür sorgen die Finnen unter
                        dem Bug. Meistens sind nur zwei Fußschlaufen, wie bei
                        einem Twin Tip, montiert.
                                                                                       5

                                                                                                  9
                                                                                        7
                        Directional / Waveboard
                        Das Directional-Board war das erste Kiteboard und
                        wurde direkt aus dem Wellenreiten übernommen.
                        Heutzutage stellt das Kiten in den Wellen mit einem
                        Waveboard anstatt einem Twin Tip eine spannende
                        Herausforderung mit großem Funfaktor dar. Aber auch                8
                        bei Leichtwind stellt das Directional eine herausfordern-
                        de und gleichzeitig Spaß bringende Alternative zum                        6
                        großen Twin Tip dar und man muss zugeben, dass das
                        Directional heute noch ein gutes Einsteigerboard ist.




                                                                                                      15
                          Die Sicherheitsausrüstung
EQUIPMENT · ACCESSORIES



                          Helm                                                   Schuhe
                          Ein Helm kann vor Kopfverletzungen schützen.           Vor allen Dingen in Revieren mit großem
                          Entscheidest du dich für dieses Sicherheitsplus,       Stehbereich schützen Schuhe zuverlässig vor
                          so solltest du darauf achten, nur Helme zu ver-        Schnittverletzungen und halten auch bei kälte-
                          wenden, die speziell zum Kitesurfen entwickelt         ren Temperaturen die Füße warm.
                          wurden.
                                                                                 Sonnenbrille
                          Prallschutzweste                                       Kein wirkliches Muss, aber sehr sinnvoll, speziell
                          Eine Prallschutzweste erfüllt zweierlei Funktionen     an Revieren in denen die Sonne sehr hoch steht
                          beim Kiten. Da auch Wasser bei entsprechender          und man direkt in die Sonne schauen muss, um
                          Geschwindigkeit ziemlich hart sein kann, emp-          den Schirm zu beobachten.
                          fiehlt es sich vor allem beim Trainieren neuer
                          Manöver eine Weste zu tragen, die harte Stürze
                          abfedert. Des Weiteren dient sie als Auftriebshilfe,
                          die längere Schwimmeinlagen erleichtert.


                          Die Board-Leash
                          Durch die Board-Leash ist der Kiter mit seinem         hergeht. Bei einem Sturz spannt sich die Leash
                          Brett verbunden. Auch nach Stürzen kann er             und katapultiert das Board in Richtung des
                          mit Hilfe der Leash sein Board schnell und kraft-      Fahrers. Die Roll-Leash reduziert diese Gefahr
                          sparend wiedererlangen. Man unterscheidet              zwar etwas, ein erhöhtes Kollisionsrisiko bleibt
                          zwischen der festen Leash und der Roll-Leash.          jedoch bestehen. Grundsätzlich gilt: entscheidest
                                                                                 du dich für den Einsatz einer Leash, solltest du
                          Nachteil eines jeden Board-Leash-Systems ist die       auch Helm und Prallschutzweste verwenden.
                          stark erhöhte Verletzungsgefahr, die damit ein-


                                                              Feste Leash                                             Roll-Leash




 16
                                                                                 B
                                                                              KITE oarding

Zubehör




                                                                                             EQUIPMENT · ACCESSORIES
Für oder gegen welches Zubehör du dich entscheidest,
ist maßgeblich von deiner Könnensstufe und den jewei-
ligen äußeren Bedingungen abhängig. Genauso wich-
tig, wie beispielsweise ein guter Sunblocker in der
Karibik, ist ein Neoprenanzug an den meisten Spots der
Welt. Schau dir die Bedingungen genau an, bevor du
aufs Wasser gehst und entscheide dann selbst. Ein
zusätzliches Plus an Sicherheit hat
noch niemandem geschadet.




Das Trapez
Ohne Trapez funktioniert Kitesurfen nicht.
Selbst ein kleiner Kite entwickelt schon enorme
Zugkräfte, die auch von gut trainierten Sportlern
nicht lange zu halten sind. Grundsätzlich unter-
scheidet man zwischen folgenden Trapezen:                Für den Anfang
                                                         empfiehlt sich ein
                                                         Sitztrapez




                                  Hüfttrapez

                    Sitztrapez
Ein Hüfttrapez hat den Vorteil, dass es dem
Fahrer größtmögliche Bewegungsfreiheit bietet
und somit auch bei komplizierten Tricks nicht
behindert. Der Nachteil des Hüfttrapezes ist,
dass es zum Teil verrutschen kann und den
Tragekomfort somit erheblich beeinträchtigt.
Das Sitztrapez bleibt aufgrund der Beingurte
auch bei einem im Zenit fliegenden Kite wo es
hingehört und ist für Einsteiger häufig die
bequemere Variante.




                                                                                             17
BASICS
                   Wind
BASICS · LEVEL 1


                   Der Wind ist eine unverzichtbare Komponente
                   für diesen Sport. Ohne ihn funktioniert das
                   Ganze nicht. Und ohne zu wissen, woher der
                   Wind weht und mit welcher Windstärke er
                   bläst, fehlt die notwendige Sicherheit und
                   Orientierung.
                   Die Windrichtung kannst du schnell anhand von
                   Fahnen, Bäumen, fliegendem Sand oder Gras,
                   aufsteigendem Rauch oder Windwellen erken-
                   nen. Von der Windrichtung ist auch die Auswahl
                                                                        Luv                                  Lee
                   deines Übungsplatzes abhängig: Suche nach
                   Möglichkeit stets einen Platz mit sideshore Wind
                   (parallel zum Ufer) und reichlich Platz nach
                   Lee auf.
                   Von der Windstärke und deinem Können hängt
                   die richtige Materialwahl ab.
                   Zum Ermitteln der Windstärke, die meist in
                   Beaufort (Bft.) oder in Knoten (knts.) angegeben
                   wird, ist es sinnvoll, einen Windmesser zu ver-
                   wenden.
                   Hier erkennst du LUV und LEE:
                   Die linke Seite wird als LUV (wind-
                   zugewandte Seite) und die rechte Seite als LEE
                   (windabgewandte, windleere) bezeichnet.



                   Wetter
                   Informiere dich immer vorher über die aktuelle     daran, dass Gewitterfronten auch gegen den
                   Wetterlage und ihre Entwicklung. Somit redu-       Wind nach Luv ziehen können. Bei sich zuzie-
                   zierst du das Risiko, von einem plötzlichen        hendem, schwarzem Himmel wird sich das
                   Wetterumschwung überrascht zu werden.              Wetter mit großer Wahrscheinlichkeit ändern.
                   Nimm dir auch vor Ort immer wieder die Zeit,       Auch bei extrem böigen Bedingungen solltest
                   Wolken und Wetter zu beobachten. Denke             du nicht aufs Wasser gehen.




 20
                                                                                         B
                                                                                   KITE oarding

Hindernisse
                                                                                         NO!




                                                                                                        BASICS · LEVEL 1
Suche dir einen Übungsraum mit ausreichend
Platz. In Windrichtung sollte der freie Raum
mind. 2 Leinenlängen betragen. In dieser
Sicherheitszone dürfen sich keine Hindernisse
wie Häuser, Bäume, Sträucher, Zäune, Strom-
leitungen, Felsen, Steine, Buhnen o.ä. befinden.
Achte ebenfalls darauf, dass sich keine
Personen, wie Spaziergänger, Zuschauer oder
spielende Kinder, im Flugbereich deines Kites
aufhalten, denn sie könnten durch den Schirm
oder die Leinen verletzt werden. Genau wie an
Land, solltest du auch auf dem Wasser auf mög-
lichst viel Platz und Sicherheitsabstand achten.

Windrichtung
Den besten Übungsraum bieten dir Sideshore-
Wind-Bedingungen (Wind, der parallel zum Ufer
weht). Du kannst immer wieder sicher zum Ufer
                                                                                         NO!
zurückkommen. Bei ablandigem Wind besteht
die Gefahr auf das Meer hinausgezogen zu wer-
den. Zudem wird er oft falsch eingeschätzt, da
es unter Land nach viel weniger Wind aussieht.
Bei auflandigem Wind werden das Land an sich
und Hindernisse an Land schnell zur Gefahr.

Übe niemals allein!                                   Vorsicht Gefahr!
Eine helfende Hand                                    Es gibt Wetterbedin-
bringt Sicherheit und                                 gungen und Spots
Spaß beim Kitesurfen.                                 (Übungsplätze), bei
Gerade im Anfangs-                                    denen Kiten gefährlich
stadium solltest du                                   ist und keinen Sinn
nicht ohne Helfer üben.                               macht.
                                                                                             NO!
 Safety Check Box
 Bevor du aufs Wasser gehst, solltest du folgende Punkte überprüfen:
    Windrichtung und –stärke: Woher weht der Wind, wie stark und wie böig ist er?
    Material: Hast du Kite- und Boardgröße nach Windstärke, eigenem Können und Körpergewicht
    ausgewählt?
    Materialcheck: Alles funktionsfähig?
    Übungsraum: Ist ausreichend Platz vorhanden und befinden sich keine Hindernisse in Lee?
    Gibt es einen Notausstieg in Lee? Revierbesonderheiten?
    Eignet sich der Untergrund zum Aufbauen des Materials?
    Wetter: Hast du dich über die aktuelle Wetterlage und -entwicklung bzw. -prognose informiert?
    Helfer: Ist jemand in der Nähe, der beim Starten und Landen assistieren und im Notfall helfen und
    einen Anfänger sichern kann?




                                                                                                        21
                   Internationale Kitezeichen
BASICS · LEVEL 1


                   Um sich schnell, deutlich und für jeden Kiter     res Maß an Sicherheit, überwindet Sprachbarrie-
                   verständlich auszudrücken, hat man sich inter-    ren und gewährleistet die Verständigung auch
                   national auf die nachfolgenden Handzeichen        über größere Entfernungen.
                   verständigt. Ihre Anwendung sorgt für ein höhe-


                                                 Startfreigabe                                             Landen
                                            Von Pilot und Helfer                              Von Pilot und Helfer
                                                       bestätigt.                                  bestätigt. Hand
                                                Daumen hoch!                                   flach auf den Kopf




                                                   Startabbruch
                                              Pilot winkt mit der
                                                     freien Hand
                                                     hin und her




                                                                                                         Drehung
                                                                                              Richtungsänderung,
                                                                                             Zeigefinger hoch und
                                                                                                     Hand kreisen




 22
                                         B
                                      KITE oarding




                                                     BASICS · LEVEL 1
Hilfe!!!
Kiter winkt mit freier Hand hin und
her. »Ich brauche Hilfe«




                                                     23
                          Materialcheck
GETTING READY · LEVEL 1


                          Das Materialhandling, die Vorbereitung muss          treffen, dass ein Materialaustausch vorgenom-
                          beim Kitesurfen sehr gewissenhaft und exakt          men werden muss. Doch auch der pflegliche Um-
                          verlaufen. Hier kannst du feststellen, ob all dein   gang mit dem Material spielt eine entscheiden-
                          Material so ist, wie es sein soll, gegebenenfalls    de Rolle. Je mehr Mühe du dir als Kiter gibst,
                          Fehler beheben oder auch die Entscheidung            desto mehr Spaß hast du mit dem Material.


                                                                     NO!


                          Aufpumpen                                            Kraft oder Technik?
                          Beim Pumpen gehören beide Füße auf und               Jeder hat seinen eigenen Stil. Manche quetschen
                          beide Hände an die Pumpe.                            das Ventil zusammen, andere halten den Finger
                          Ohne Pumpe pumpen macht keinen Spaß.                 drauf, um nach dem Pumpen keine Luft entwei-
                                                                               chen zu lassen, bis der Stopfen sitzt.

                                                                               Rückschlagventile
                                                                               Die meisten Ventile werden heute gleich mit
                                                                               einem Rückschlagmechanismus ausgestattet, so
                                                                               dass man ohne Hast und Technik die Tube ver-
                                                                               schließen kann. Es gibt hier Systeme mit Kugel
                                                                               (siehe Beispiel) oder Membran. Komfortabel
                                                                               sind die »One Pump-Systeme«, bei denen über
                                                                               das Hauptventil der Fronttube auch alle Struts,
                                                                               und somit der gesamte Kite aufgepumpt wird.

                                                                               Attachement Point
                                                                               Viele Hersteller lassen es zu, dass man die Bridles
                                                                               auf der hinteren, und sogar der vorderen Position
                                                                               variieren kann. Dadurch kann man die Drehge-
                                                                               schwindigkeit des Kites und die notwendigen
                                                                               Lenkkräfte verändern (Anknüpfpunkte hinten),
                                                                               oder den Kite grundsätzlich auf mehr oder
                                                                               weniger Power einstellen (Anknüpfpunkte vorn).


                                                                               Waageleinen
                                                                               Bei den neuen Bow-Kites werden die Bridles
                                                                               und Flugleinen über ein System von Waagelei-
                                                                               nen mit dem Kite verbunden. Achtung: Die Lei-
                                                                               nen müssen frei laufen, damit alles funktioniert.




 24
                                                                                    B
                                                                              KITE oarding




                                                                                                                    GETTING READY · LEVEL 1
Sicherung eines Tubekites / Parkposition          Sobald der Schirm mit seiner Nase (der Mitte der
Um den Tubekite an Land sicher zu »parken«,       Fronttube) möglichst genau im Wind liegt,
stütze ihn auf einem Ohr auf und heble ihn um     beschwere den Kite zwischen den Struts von
diesen Punkt herum, so dass die Fronttube nach    oben mit Sand oder anderen weichen, aber aus-
unten und die Öffnung des Kites nach Lee zeigt.   reichend schweren Gegenständen.


                                                  Trageposition
                                                  Auch für kurze Strecken gilt, dass der Tubekite
                                                  zum Tragen immer so gedreht ist, dass die
                                                  Ohren nach oben zeigen. Greife die Fronttube in
                                                  der Mitte und lasse den Kite vom Wind anheben.
                                                  Eine leichte Sache!




                                                                      Softkite: Lager– und
                                                                      Startposition                  Windrichtung
                                                                      Lege den Kite zum »Parken
                                                                      am Strand«, mit einem Ohr
                                                                      zum Wind und beschwere
                                                                      dieses Ohr ausreichend.
                                                                      Zum Start wird der Kite
                                                                      quer zum Wind ausgelegt
                                                                      und die gesamte hintere
                                                                      Kante des Schirms
                                                                      beschwert. Beim Ziehen an
                                                                      den Leinen richtet sich der
                                                                      Schirm zum Start auf. Ein
                                                                      Helfer hilft auch an dieser
                                                                      Stelle enorm.




                                                                                                             25
                          Auslegen der Leinen nach Luv                           Auslegen der Leinen nach Lee
                          Liegt die Bar in Luv vom Schirm, hat man den           Liegt die Bar in Lee vom Schirm, kann man den
GETTING READY · LEVEL 1



                          Nachteil, dass die Leinen nicht über ihre gesam-       Leinenverlauf von der Bar aus perfekt sehen und
                          te Länge zu sehen sind. Man muss hier ein              feststellen, ob alles seine Richtigkeit hat. Als
                          regelrechtes Ritual anwenden, um sicher zu             Regel lässt sich festhalten, dass die Bar »falsch
                          sein, dass alle Leinen richtig mit dem Kite ver-       herum«, die linke Seite also auf rechts liegen
                          bunden sind. Die Depowerleinen müssen durch            muss, damit in der Flugphase auch wirklich alles
                          die Mitte zum Kite, (von innen) und die Lenk-          stimmt.
                          leinen von außen an den Schirm geführt werden.




                                                                                                                         Windrichtung
                                                                  Windrichtung




                          »Kämmen« der Leinen
                          Beim Auslegen der Leinen, läufst du die Leinen ab und versuchst sie durch die Hände und Finger
                          laufen zu lassen, um eventuelle Beschädigungen und Verdrehungen feststellen zu können. Knoten
                          sollten entfernt, oder im Zweifelsfall die ganze Leine ausgetauscht werden.




 26
START
FLYING
                         Startcheck
START FLYING · LEVEL 1


                         Auch zum Start musst du natürlich, wie ein         how über das Windfenster, zählt natürlich auch
                         Pilot, eine Vielzahl von Aspekten bedenken und     die exakte Positionierung des Kites zum Start.
                         abchecken. Neben dem grundsätzlichen Know-


                                                                            Windfenster (-modell)
                                                                            Dieses Modell veranschaulicht die Windrichtung,
                                                                            die Position des Schirms (Zenit) und des Boardes
                                                                            und die einzelnen Zonen des Windfensters.

                                                                            Powerzone


                                                                                        Softzone


                                                                                     Windfensterrand



                         Faustregel:                                        benutzen wir Kiter (egal ob Tube– oder
                         Als Faustregel lässt sich festhalten, dass der     Softkitefahrer) die Softzone. Hier haben wir eine
                         Tubekite zum Start und zur Landung immer am        moderate Kraftentwicklung des Schirms zu
                         Rand des Windfensters platziert sein sollte. Bei   erwarten. Die Powerzone ist für die maximale
                         viel Wind kann man den Softkite ebenfalls am       Kraftentfaltung des Schirms gedacht, was spezi-
                         Windfensterrand starten und landen. Am             ell bei sehr wenig Wind und für den Wasserstart
                         Windfensterrand haben wir eine minimale Kraft      wichtig ist. In der Powerzone wird der Softkite
                         des Kites zu erwarten. Um wirklich zu fahren,      bei wenig Wind gestartet und gelandet.




                         Start– und Landeposition des Tubekites             Start– und Landeposition des Softkites
                         Zur Landung und zum Start wird beim Tubekite       Mitten in der Powerzone geht es los, und da
                         immer der Windfensterrand verwendet.               endet das Spiel mit dem Softkite auch wieder.
                         In allen anderen Flugzonen des Windfensters        Dies gilt allerdings nur bei geringen Wind-
                         würde der Schirm soviel Kraft entwickeln,          stärken. Sobald der Wind stark genug ist, wird
                         dass ein sicherer Start / eine sichere Landung     der Softkite ebenfalls am Windfensterrand
                         nicht zu gewährleisten wäre.                       gestartet und gelandet.




 28
                                                                                        B
                                                                                  KITE oarding




                                                                                                       START FLYING · LEVEL 1
Safety-Leash                                       Chickendick
Sobald Schirm und Bar miteinander verbunden        So ist die Bezeichnung für die Vorrichtung, die
sind gilt: Die Safety-Leash wird immer angelegt,   dafür sorgt, dass der Chickenloop nicht mehr
bevor man die Bar in die Hand nimmt.               aus Versehen vom Trapezhaken herunterrut-
                                                   schen kann. Der Chickendick wird unterhalb des
                                                   Chickenloops in den Trapezhaken eingefädelt.




Wenn du fest in den Chickenloop eingehängt         und die Bar geht vom Körper weg. Du bist dann
bist, musst du in einem Notfall das Quickrelease   nur noch über die Safety-Leash mit deinem
auslösen. Der Chickenloop öffnet sich damit        Schirm verbunden


                                                   Auslösen
                                                   In einer Notsituation gilt es, die Bar so schnell
                                                   wie möglich los zu lassen. Bis auf eine Leine
                                                   entspannen sich alle Leinen und der Schirm
                                                   stürzt ab.




                                                                                                       29
                         Startposition
START FLYING · LEVEL 1




                                                              NO!                                                NO!




                         Zu weit in Lee                                       Zu weit in Luv
                         Der Schirm ist zu weit im Windfenster positio-       Der Kite wird hier zu weit außerhalb des
                         niert. Er entwickelt zuviel Kraft und droht den      Windfensters platziert – er flattert im Wind.
                         Helfer umzuwerfen. Gehe entschlossen nach            Gehe entschlossen ein paar Schritte nach Luv
                         Lee und die Situation ist geklärt.                   und der Kite steht wieder im Wind.




                         Optimal                                              Handzeichen geben
                         Der Kite steht genau am Windfensterrand,             Mit dem Helfer per Handzeichen verständigen –
                         flattert nicht und macht es dem Helfer leicht.       und ab geht der Spaß ...
                         Nur in dieser Position gibt es eine Startfreigabe.




 30
               Steuern = Treppensteigen
               Um den Kite am Windfensterrand systematisch
               hoch und runter zu fliegen, gib ihm kleine
               Lenkimpulse, die dafür sorgen, dass er seine
               Position Schritt für Schritt verändert. Lass den
               Schirm also sozusagen am Windfensterrand die
               Treppen hinauf- oder hinuntersteigen.




Windrichtung
                     Startprozedere
TAKE OFF · LEVEL 1


                     Kurz vor dem Start hast du ein letztes Mal die                    wenn man sich selber als Pilot so positioniert,
                     Chance zu checken, ob die Leinen wirklich rich-                   dass alles korrekt ist und es nicht nötig ist, sei-
                     tig angebracht sind und ob alles o.k. ist. Sobald                 nen Helfer durch die Gegend zu scheuchen.
                     du deinem Helfer das Startzeichen gibst, muss                     Zum Starten ist es immer sicherer, wenn man
                     alles stimmen. Eine nette Geste ist es übrigens,                  den Adjuster erst einmal anzieht.
                       TUBEKITE




                                  Windrichtung




                                                      Wenn du deine Leinen zum      Dein Helfer sollte das        Sobald der Kite in der Luft
                                                      letzten Mal gecheckt hast     Startzeichen erwidern, so     ist, ziehe den Schirm trep-
                                                      und der Helfer gut positio-   dass beiden unmissver-        penstufenweise nach oben.
                                                      niert ist, kannst du das      ständlich klar ist, was als   Der Helfer sollte den
                                                      Startzeichen geben.           nächstes passiert.            Schirm beobachten.
                       SOFTKITE
                                       Windrichtung




                                                      Da der Softkite auch ohne     Ziehe zum eigentlichen        Halte mit beiden Händen
                                                      Helfer gestartet werden       Start die Depowerleine und    die Bar und depowere sie
                                                      kann, entfällt die            greife, sobald der Schirm     so weit es geht. Gehe ein
                                                      »Zeichensprache«, falls       abhebt, die Bar.              paar Schritte auf den
                                                      kein Helfer da ist.                                         Schirm zu.




 32
                                                                                                  B
                                                                                           KITE oarding




                                                                                                                 TAKE OFF · LEVEL 1
Gib dem Schirm leichte       Stell den Adjuster richtig   Führe den Schirm zur        Gib das Landezeichen und
Lenkimpulse, so dass er      ein, sobald der Kite im      Landung in umgekehrter      lass es dir von deinem
Stück für Stück steigen      Zenit steht.                 Reihenfolge wieder an den   Helfer bestätigen. Lande
kann.                                                     Windfensterrand.            den Kite dosiert.




Lass den Schirm bis in den   Greife mit beiden Händen     Ziehe die äußeren Leinen    Durch einseitiges Lösen
Zenit steigen. Stell den     die äußeren Leinen, um       entschlossen durch.         und Ziehen der Leinen
Adjuster richtig ein.        den Kite auf die Landung                                 bestimmst du die
                             vorzubereiten.                                           Flugrichtung. Halte die
                                                                                      Leinen fest.




                                                                                                                 33
                    Das »Tipp ABC«
                                                                        B   öiger Wind:
                                                                            Bei extrem böigem Wind sollte man auf das
SUMMARY · LEVEL 1


                    Bevor es nun richtig losgeht, haben wir hier die
                    wichtigsten Hinweise der vorangegangen Seiten       Kiten verzichten.
                    zusammengefasst.

                                                                        E  insteigerboard:
                                                                           Große Twin Tip-Boards sind für Einsteiger
                                                                        und bei Schwachwind optimal. Hier funktionie-
                                                                        ren auch Directional-Boards sehr gut.


                                                                        G  oldene Regel:
                                                                           Ziehe zum Start deines Kites vorsichtshalber
                                                                        immer den Adjuster durch.




                    A    blandiger Wind:
                         Wenn du keine Höhelaufen kannst, solltest du
                    bei diesen Bedingungen nicht auf‘s Wasser gehen.
                    Aber auch gute Kiter haben bei ablandigem Wind
                    das Problem, dass in einem Notfall alles in
                    Richtung offenes Meer, und damit vom Land weg-
                    getrieben, wird. Ohne einsatzbereites Sicherungs-
                    boot sollte man bei ablandigem Wind nicht kiten.

                         uflandiger Wind:
                    A    Bei auflandigem Wind ist größte Vorsicht
                    geboten, denn sicheres Kiten funktioniert hier
                    nur in großen Stehbereichen, wo sich der Kiter
                    vor dem Start weit vom Land entfernen kann.




 34
                                                                                   B
                                                                              KITE oarding


H    elfer:
     Immer mit einem eingewiesenen Helfer        S  afety-Leash:
                                                    Bevor die Bar am aufgebauten Schirm in die




                                                                                                  SUMMARY · LEVEL 1
starten und landen.                              Hand genommen wird, muss die Safety-Leash
                                                 angelegt werden.

H   elmpflicht:
    Wer eine Board-Leash verwendet, muss
auch Helm und Prallschutzweste tragen.           S   icherer Wind:
                                                     Sideshore-Wind bietet die sichersten
                                                 Kitebedingungen.

L  einenvorbereitung:
   Nur beim »Durchkämmen« der Leinen
können Beschädigungen festgestellt und           S   tartposition:
                                                     Ein Tubekite wird immer am
Sicherheitsmängeln vorgebeugt werden.            Windfensterrand gestartet und gelandet.
                                                 Ein Softkite kann bei wenig Wind in der Power-

M     indestabstand:
      Nach Lee sollte zu jeder Zeit mindestens
2 Leinenlängen Sicherheitsabstand zu allem
                                                 zone gestartet und gelandet werden. Bei viel
                                                 Wind ist es ratsam, den Softkite sowie den
                                                 Tubekite am Windfensterrand zu starten und zu
und jedem bestehen.                              landen.


Q    uickrelease:
     Ein Quickrelease am Chickenloop und
der Safety-Leash sind ein absolutes Muss.
                                                 S  tartregel:
                                                    Beachte beim Start: Du bist der Pilot und
                                                 musst die Entscheidungen treffen.


                                                 W      indfenster:
                                                        Windfensterrand bedeutet wenig
                                                 Winddruck im Schirm. In der Softzone ent-
                                                 wickelt der Schirm moderate Kraft und in der
                                                 Powerzone gibt er Vollgas.




                                                                                                  35
BODYDRAG
100% FUN
                       Übung macht den Meister
BODYDRAG · LEVEL 1-2


                       Um das Flugverhalten des Kites kennenzulernen,     Bedarfsfall zu tun ist, starten wir die Kitepraxis
                       seine Eigenschaften in jeder Flugphase zu erfah-   mit den Flugübungen, die du am sichersten in
                       ren, und um jederzeit zu wissen, was im            stehtiefem Wasser durchführen kannst.




                              Windrichtung




                       Slow Bodydrag
                       Anfangen solltest du mit dem langsamen             dem Kite herziehen lässt. Beginne den Kite zum
                       Bodydrag, bei dem der Kite horizontal in der       Beispiel von der 1 Uhr Position auf die 11 Uhr
                       Softzone des Windfensters gesteuert wird, und      Position zu ziehen, wie hier demonstriert.
                       du dich langsam, auf der Brust liegend, hinter




 38
                                                                                       B
                                                                                KITE oarding




                                                                                                     BODYDRAG · LEVEL 1-2
                                                                    Windrichtung



Fast Bodydrag
Beherrschst du den Slow Bodydrag sicher,           Wichtig hierbei ist, dass du neben dem Gas-
beginne damit, den Kite vertikal in der Power-     geben vor allem auch das Bremsen lernst.
zone durch das Windfenster zu fliegen. Der Kite    Trainiere also nach dem Stop-and-Go-Prinzip:
wird, wie hier demonstriert, aus dem Zenit senk-   kontrolliert Gas geben – kontrolliert anhalten.
recht hoch und herunter geflogen.



Tipp                                               Merke:
Wichtig bei allen Bodydrags ist, dass du den       Vertikale Flugbahn = viel Power
Kite nicht aus den Augen verlierst. Versuche       Horizontale Flugbahn = wenig Power
deshalb, dich immer auf der Brust und nie auf
dem Rücken ziehen zu lassen




                                                                                                     39
                       Meisterhafte Übungen
BODYDRAG · LEVEL 1-2


                       Wenn das geschafft ist, geht die Action richtig     oder zum Strand zurück zu meistern, oder ein
                       los. Denn egal, ob es darum geht nach einem         verloren gegangenes Board wieder zurück zu
                       Sturz die Kontrolle über den Schirm zurück zu       erlangen. Bodydrags sind ein wesentliches
                       erlangen, gefahrlos den Weg vom Strand weg          Element des Kitesurfens und unerlässlich.




                       Bodydrag – Füße voraus
                       Eine gute Vorübung zum Wasserstart ist der          ganz genau wie beim Wasserstart versuchen,
                       Bodydrag mit Füßen voraus. Versuche diese           den Kite mit einer Hand möglichst ruhig im Ze-
                       Übung zuerst mit beiden Händen an der Bar,          nit zu halten und dich ganz langsam, ohne dich
                       anschließend mit einer Hand. Hierbei solltest du    zu verdrehen, durchs Wasser ziehen zu lassen.




                                                                               Windrichtung


                       Bodydrag
                       Wer ohne Leash fährt, muss einen einhändigen        stabilisator benutzen. Strecke hierfür den vorde-
                       Bodydrag nach Luv beherrschen, um nach              ren Arm ins Wasser und halte den Körper mög-
                       einem Sturz sein Board wieder erreichen zu kön-     lichst gestreckt und steif. Versuche dein Board
                       nen. Anders als bei den Richtungsbodydrags          ständig im Auge zu behalten und dich nicht zu
                       zuvor, musst du nun deinen Arm als Richtungs-       weit davon zu entfernen.


                       Direction Bodydrag
                       Der Richtungsbodydrag kann dazu benutzt wer-
                       den, genügend Sicherheitsabstand zwischen dir
                       und dem Strand zu schaffen, oder aber auch
                       um sicher wieder am Strand anzulanden. Wer
                       auf diese Art startet oder anlandet, erhöht nicht
                       nur seine eigene Sicherheit, sondern auch die
                       aller anderen Strandbesucher.
                       Der Hauptunterschied zum normalen Bodydrag
                       besteht darin, dass der Kite möglichst ruhig am     Richtung halten zu können, solltest du versu-
                       Windfensterrand gehalten wird, ohne die Soft-       chen, das vor dir liegende Board mit dem Arm
                       oder Powerzone zu berühren. Um besser die           anzukanten.



 40
RELAUNCH
                     Relaunch
RELAUNCH · LEVEL 2


                     So nennt man in der Kiterfachsprache den           Diese Technik ist von dem jeweils benutzten
                     Widerstart des Kites, wenn er denn ausnahms-       System abhängig. Wir stellen dir hier den
                     weise mal ins Wasser gefallen ist. Der Relaunch    Relaunch eines 4-Leiner-, eines 5-Leiner- und
                     ist bei den modernen Materialien keine Frage       eines Bow-Kite-/Softkite-Systems vor. Auf die
                     der Kraft mehr, auf die Technik kommt es an.       kleinen, feinen Unterschiede kommt es an.


                     4-Leiner Relaunch




                         1                                              2
                         Ausgangsposition                               Spannung aufbauen
                         Der Kite liegt auf der Fronttube, genau auf    Greife die Bar mittig mit einer Hand, mit der
                         Vorwindkurs, die Leinen sind gespannt und      anderen fasse die Centerleine und ...
                         verlaufen über Kreuz.




                         5                                              6
                         Rückenlage                                     Wind einfangen
                         Ist der Kite auf den Rücken gekippt, Leinen    Meist bewegt sich der Kite jetzt schon in eine
                         wieder auf Spannung bringen, sonst pas-        Richtung. Fange mit dosiertem Zug der oberen
                         siert es, dass sich der Kite noch einmal       Leine Wind ein. Bewege dich selbst in die ent-
                         dreht. Die Bar mit beiden Händen festhalten.   gegengesetzte Richtung.



 44
                                                                                      B
                                                                                KITE oarding




                                                                                                      RELAUNCH · LEVEL 2
3                                                  4
                                                   Nachgeben
... ziehe sie kraftvoll und gleichmäßig Richtung   Centerleine loslassen, löse damit die Spannung
Brust. In den Leinen baut sich Spannung auf.       auf, und gehe/laufe/schwimme solange auf den
                                                   Kite zu, bis er auf dem Rücken liegt.
                                 Wi
                                   ndr
                                      ich
                                         tun
                                            g




7                                                  8
Krabbeln lassen                                    Startimpuls
Der Kite geht zum Windfensterrand. Jetzt die       Ziehe zum Starten dosiert die obere Steuerleine.
untere, wassernahe Leinenseite dosiert ziehen.     Wenn der Kite anfängt, sich vom Wasser zu
                                                   lösen, dann ziehe weiter.




                                                                                                      45
                     5-Leiner Relaunch
RELAUNCH · LEVEL 2




                       1                                              2
                       Ausgangsposition                               Kite kippen
                       Der Kite liegt auf der Fronttube, genau auf    Ziehe an der 5. Leine. Bringe den Kite dadurch
                       Vorwindkurs, die Leinen sind gespannt und      zum Umkippen.
                       verlaufen über Kreuz.

                                                                                               Wi
                                                                                                 ndr
                                                                                                    ich
                                                                                                       tun
                                                                                                          g




                       5                                              6
                       Loslassen                                      Alles im Griff
                       Erst wenn der Kite das Wasser verlassen        Ziehe die Bar dosiert an der oberen Barseite /
                       hat und frei fliegt, die 5. Leine loslassen.   Leine. Der Kite beginnt am Windfensterrand
                                                                      entlang zu steigen.




 46
                                                                                B
                                                                          KITE oarding




                                                                                           RELAUNCH · LEVEL 2
3                                         4
Kite kippen                               Wind fangen
Lege ihn nicht komplett auf den Rücken,   Krabbeln lassen. In der Schräglage ent-
sondern nur bis kurz davor, so dass er    scheidet sich der Kite schnell für eine Seite.
unter Spannung in einer Schräglage        Unterstütze ihn, indem du mit einem Ohr,
bleibt.                                   wie beim 4-Leiner, Wind einfängst. Denke
                                          daran, die 5. Leine bis zum Start auf
                                          Spannung zu halten.




Tipp
Achte beim Ziehen der 5. Leine darauf,
dass die Restleinen ordentlich neben
dir liegen, um dich nicht in den
Leinen zu verheddern.
Beachte: Es findet keine
Vorwärtsbewegung auf
den Kite zu, wie beim
klassischen 4-Leiner
Relaunch üblich,
statt!




                                                                                           47
                     Bow-Kite / Softkite Relaunch
RELAUNCH · LEVEL 2


                     Beide Systeme sind beim Relaunch sehr gut mit-     den Systemen identisch ist. Nur beim Rückwärts-
                     einander zu vergleichen, da die Technik bei bei-   start des Softkites gibt es Besonderheiten.


                     Bow-Kite / Softkite




                       1                                                2
                       Ausgangsposition                                  Steuerleine greifen
                       Der Kite liegt auf der Fronttube / Vorder-        Ziehe eine Barseite stark an. Greife bei schwa-
                       kante, genau auf Vorwindkurs, die Leinen          chem Wind zusätzlich in die entsprechende
                       sind gespannt und verlaufen über Kreuz.           Vorleine und ziehe diese dosiert, so dass der
                                                                         Kite anfängt in eine Richtung zu krabbeln. Die
                                                                         andere Barseite sollte so lang wie möglich blei-
                                                                         ben.

                     Special: Rückwärtsstart Softkite




                       1                                                2
                       Ausgangsposition                                  Leinengriff
                       Der Kite liegt auf seiner Vorderkante,            Greife bei wenig Wind mit beiden, bei viel Wind
                       genau auf Vorwindkurs, die Leinen sind            nur mit einer Hand weit in die Backlines und
                       gespannt und verlaufen über Kreuz.                ziehe diese an. Der Kite startet rückwärts.




 48
                                                                                        B
                                                                                  KITE oarding

Tipp
Die Starttechnik beim Bow-Kite ist wohl die ein-    Spannung auf den Leinen hältst. Im tiefen




                                                                                                          RELAUNCH · LEVEL 2
fachste aller Relaunchtechniken. Beachte: Diese     Wasser stecke dir als Hilfe das Board an die
Technik funktioniert am besten, wenn du dich        Füße. Somit hast du den größten Widerstand
nicht auf den Schirm zu bewegst und dauerhaft       und der Start funktioniert entsprechend schnell.




3                                                   4
Kite krabbeln lassen                                Startimpuls
Lasse den Kite mit dosiertem Zug an der             Achtung: der Bow-Kite ist sehr früh startbereit.
Vorleine in die Windfensterrandposition krab-       Sobald du die Steuerleine voll durchziehst, startet
beln. Sobald der Kite auf einem Ohr krabbelt,       der Kite. Durch Strecken der Arme (Depowern)
kannst du die Vorleine loslassen und den Kite       ist das Startprozedere aber zu jeder Zeit ein kon-
nur über die Bar gesteuert krabbeln lassen.         trollierter Vorgang. Der Softkite muss ein wenig
                                                    weiter an den Fensterrand krabbeln.




3                                                   4
Kite dreht                                          Durchstarten
Lasse nun eine Leine los. Der Kite dreht auf der    Aus der Powerzone heraus startet der Schirm
Stelle. Achtung: Diese Drehung vollzieht der Kite   durch. Diese Technik nicht bei sehr starkem
in der Powerzone.                                   Wind und Hindernissen in Lee anwenden.

                                             Wi
                                               ndr
                                                  ich
                                                     tun
                                                        g
                                                                                                          49
Ausdrehen
Wie beschrieben sind die Leinen in
den Ausgangspositionen fast aller
Relaunchvarianten über Kreuz.
Je nach Startrichtung kann
es nun passieren,
dass die Leinen,
auch wenn der Kite
bereits in der Luft ist,
noch über Kreuz sind. Das macht
gar nichts. Steuere den Kite in den
Zenit und drehe dann deinen
ganzen Körper, inklusive der Bar,
einmal in die entsprechende
Richtung im Kreis. Die Leinen
sollten nun wieder offen lau-
fen. Wichtig ist beim
Ausdrehen, dass du den Kite
während der Körperdrehung
nicht lenkst.
WATER
START
WATERSTART · LEVEL 3




                       Das Brett,
                       das die Welt bedeutet
                       Stellt der Bodydrag für dich kein Problem mehr
                       dar, wird es Zeit für den nächsten Level: den
                       Wasserstart.
                       Jetzt endlich kommt das Board mit ins Spiel und
                       zwar dort, wo es hingehört: an deine Füße. Das
                       Faszinierende im Vergleich zu den meisten ande-
                       ren Gleit-Wassersportarten ist, dass du von
                       Beginn an in den Schlaufen bist und, kaum dass
                       du auf dem Board stehst, gleitest.




                       Tipp: Wähle am Anfang ein großes Board und
                       einen möglichst kleinen Kite zum Trainieren. Je
                       besser du wirst, desto mehr kehrt sich dieses
                       Verhältnis um.
                                                                         Windrichtung




 52
                                                                                       B
                                                                                 KITE oarding


 1                                                  2




                                                                                                         WATERSTART · LEVEL 3
Ausrichten                                         Einsteigen
Richte das Board an der hinteren Fußschlaufe       Versuche in die Fußschlaufen einzusteigen.
oder den Handgriff (Grabhandle) festhaltend, in    Behalte dabei den Kite im Auge. Solange du das
Fahrtrichtung aus. Deine andere Hand, mittig an    Board festhältst, bekommst du die Füße tief und
der Bar, hält den Kite ruhig im Zenit.             fest in die Schlaufen.


 3                                                  4



In Startposition                                   Schwerpunkt zum Board
Nimm beide Hände wieder an die Bar. Steuere        Versuche nun, so nah wie möglich mit dem Po
den Kite nun langsam auf die korrekte Start-       an das Board zu rutschen. Steuere den Kite vertikal
position. 1 Uhr Position, wenn du nach links       nach unten in die Powerzone. Sobald der Zug
starten möchtest, 11 Uhr Position, wenn du         im Kite zunimmt, stehe mit langen Armen auf.
nach rechts möchtest.


 5                                                  6




Tief bleiben                                       Kite bewegen
Halte die Knie leicht gebeugt und schaue in        Erst die Aufwärtsbewegung des Kites bringt
Fahrtrichtung. Der erste Teil des Starts ist       dich richtig aufs Board und ist die Basis für eine
geschafft. Direkt nach dem Powerdive solltest      kontrollierte Fahrt.
                                                                            Windrichtung
du versuchen, den Kite wieder möglichst vertikal
nach oben zu steuern.



                                                                                                         53
MIT VOLLDAMPF
IN’S KITERLEBEN
                       Trambahn-Halse
BASIC JIBE · LEVEL 4


                       Bei der sogenannten »Straßenbahn-Halse« han-          zu lernen und äußerst effektiv. Denn richtig
                       delt es sich um die einfachste Art der Kehrt-         ausgeführt, verlierst du nur sehr wenig Höhe
                       wende mit einem Twin Tip. Sie ist relativ schnell     zum Wind.




                                                               2                                 3




                           Ausgangsposition                     Kite langsam nach oben            Kite im Zenit
                           Reduziere deine                      lenken                            Dein Körpergewicht wandert
                           Geschwindigkeit, indem du            Die Geschwindigkeit redu-         Richtung vorderes Bein. Die
                           den Kite langsam nach oben           ziert sich. Lasse den Kite        Knie sind leicht angewinkelt.
                           fliegst und gleichzeitig die         weiter in Richtung Zenit flie-    Ein tiefer Schwerpunkt gibt
                           Luvkante mit der Ferse               gen. Kante das Board weiter       dir besseren Halt. Du kantest
                           belastest. Du luvst an. Über-        an. Lehne dich gegen den          das Brett weiter stark an,
                           prüfe, ob der Raum frei ist.         Zug des Kites. Achtung: Wer       während der Kite den Zenit
                                                                hier zu schnell zurücklenkt,      erreicht.
                                                                hebt ab.




 56
                                                                                         B
                                                                                   KITE oarding




                                                                                                            BASIC JIBE · LEVEL 4
    Wir zeigen dir hier eine einfache, aber dennoch     umfassenden Eindruck bekommst, haben wir dir
    stylische Variante, den Richtungswechsel vor-       die Basic Jibe einmal in der Detailansicht und
    zunehmen. Und damit du einen möglichst              einmal in der Totalen dargestellt.




4                                    5                                6




    Kite in neue Richtung              Gewicht nach hinten              Neuer Kurs
    Lenke den Kite kontinuier-         Dein Hauptgewicht lastet         Dein Körpergewicht ist weit
    lich und dynamisch durch           jetzt über dem neuen hinte-      hinten. Das neue vordere
    den Zenit in die neue              ren Bein, dem ehemals »vor-      Bein wird leicht gestreckt.
    Windfensterhälfte. Gleich-         deren«. Steuere dabei weiter     Stimmt das Timing mit der
    zeitig wandert dein Körper-        entschlossen den Kite in         richtigen Kitesteuerung,
    gewicht über dein vorderes         Richtung Powerzone.              wirst du jetzt zügig über
    Bein. Du schiebst mit dem                                           einen Raumwindkurs
    hinteren Fuß das Board quer                                         beschleunigen.
    zur Fahrtrichtung.                                                                            W
                                                                                                   in
                                                                                                     dr
                                                                                                       ich
                                                                                                          tu
                                                                                                            ng




                                                                                                         57
                         Höhelaufen
GOING UPWIND · LEVEL 5


                         Hier stellt sich dem modernen Kiter die erste     Das kontrollierte Powern / Depowern des
                         wirkliche Hürde in den Weg, denn um das Höhe-     Schirms und der richtige Einsatz der Boardkante
                         laufen zu lernen und zu beherrschen, muss vor-    machen den Unterschied zwischen Aufsteiger
                         her viel Routine gesammelt werden. Die richtige   und Profi aus.
                         Power im Schirm ist der Schlüssel zum Erfolg.




                             Halbwindfahrt                                    Anluven
                             2 Kiter auf Halbwindkurs. Der Kiter in Lee       Der Luvkiter beginnt deutlich anzuluven.
                             hat die Beine verhältnismäßig durchge-           Dabei wandert der Körperschwerpunkt
                             streckt. Der Luvkiter ist bewegungsbereiter      deutlich nach hinten und nach Luv.
                             in den Knien.                                    Ab hier macht die Körperspannung den
                                                                              Unterschied zwischen Höhe und
                                                                              Geradeausfahrt.




                                                                           Hoch oder Tief?
                                                                           Ein Kiter fliegt seinen Schirm sehr flach über
                                                                           dem Wasser. Der Druck im Schirm, und dadurch
                                                                           auch der Druck auf der Kante, ist maximal. Eine
                                                                           sehr kompromisslose Situation. Der zweite Kiter
                                                                           fliegt den Schirm sehr hoch, ist deutlich langsa-
                                                                           mer, dadurch aber auch kontrollierter, braucht
                                                                           aber mehr Technik. Reine Geschmacksache!




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                                                                                       B
                                                                                 KITE oarding




                                                                                                   GOING UPWIND · LEVEL 5
Technik, die begeistert!
Der Luvkiter fährt auf vollem Amwindkurs, hohe Körperspannung und
starker Kanteneinsatz. Drehe die Schultern in Fahrtrichtung und verlage-
re dein Gewicht auf das hintere Bein. Aufrecht gefahren kommt man
nicht auf die optimale Höhe.                                                        Windrichtung




                       1 3
        2

                                                     Kurstreue
                                                     Unser Kiter fährt hier rechtwinklig
                                                     zum Wind, also auf Halbwindkurs (1).
                                                     Fällt er weiter ab, befindet er sich auf
                                                     Raumwindkurs (2). Luvt er weiter an,
                                                     geht er auf Amwindkurs (3). Dies sind die
                                                     Kurse, die wir als Kiter fahren können.




                                                                                                   59
                         Power
GOING UPWIND · LEVEL 5


                         Je fortgeschrittener du bist, desto größer wer-   wird. Wie geht man als Kiter mit einem Schirm
                         den die verwendeten Schirme. Da passiert es       um, der auf Grund seiner Fläche zu viel Druck
                         schon mal, dass der Schirm ein wenig zu groß      erzeugt?




                         Überpower                                         Hand, die du zum Wasser führst, vielleicht sogar
                         Wenn du überpowert bist, geht es nur darum,       eintauchst, oder auch mit dem Gesäß. Das
                         den Schirm am Windfensterrand zu halten. Wie      Board bremst und der Schirm geht an den
                         gelingt das? Indem du bremst. Entweder mit        Windfensterrand. Den Schirm solltest du maxi-
                         maximalem Kanteneinsatz, oder der vorderen        mal depowern, also die Arme durchstrecken.

                                                                           Windrichtung


                                                                           Überpower für Fortgeschrittene
                                                                           Wenn zu viel Zug auf dem Schirm ist, ist an
                                                                           bremsen häufig nicht zu denken. Fahre in
                                                                           einem solchen Moment beherzt auf tiefem
                                                                           Raumwindkurs auf den Schirm zu. Die Leinen
                                                                           entspannen sich und du bekommst die Chance,
                                                                           über die Kante zu bremsen.




                                                                                                       Unterpower
                                                                            Bei wenig Wind Höhe zu laufen ist sehr schwer.
                                                                             Bewegst du den Schirm zu stark, wird der Zug
                                                                                unkonstant und es geht nur noch nach Lee.
                                                                               Versuche also mit der Boardkante zu spielen.
                                                                              Lässt der Zug im Schirm nach, lasse die Kante
                                                                                 frei und das Board laufen. Erst bei höherer
                                                                                         Geschwindigkeit wieder ankanten.




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HOCH


HINAUS
                       Dein erster Sprung
BASIC JUMP · LEVEL 6


                       In kaum einer anderen Funsportart ist das Sprin-       um 3,5 Sekunden lang in der Luft zu bleiben.
                       gen so einfach zu erlernen wie beim Kiteboarden.       Als Kiter erreichst du diese Flugzeit schon nach
                       Ein Skispringer benötigt sehr lange Übungszeit,        wenigen Tagen Training. Achte beim Trainieren




                       Anfahren                                Aufladen                                Absprung
                       Du solltest locker im                   Kurz vor dem Absprung solltest du       Versuche deine
                       Gleiten sein, dein Kite                 versuchen, soviel Leinenspannung        Körperspannung so lange
                       befindet sich auf 10 Uhr /              wie möglich aufzubauen. Belaste         wie möglich beizubehalten.
                       2 Uhr im Windfenster. Der               den hinteren Fuß maximal, kante         Erst im letzten Moment,
                       Kite muss so groß gewählt               dein Board extrem an und schaue         bevor der Kite dich aus
                       sein, dass du keine Sinus-              über die vordere Schulter nach Luv.     dem Wasser hebt, streckst
                       kurven fliegen musst.                   Zeitgleich steuerst du den Kite ent-    du dich und drückst dich
                                                               schlossen von der 10 Uhr auf die 1      aus dem Wasser ab.
                                                               Uhr Position (von 2 Uhr auf 11
                                                               Uhr), entgegen deiner eigentlichen
                                                               Fahrtrichtung.




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                                                                                                    B
                                                                                             KITE oarding




                                                                                                                      BASIC JUMP · LEVEL 6
ganz besonders darauf, viel Platz nach Lee zu
haben. Du wirst überrascht sein, wie weit du
schon bei deinen ersten Versuchen fliegen wirst.




Airborn                     Kompakt                         Landung einleiten /         Landung
Sobald du in der Luft       Versuche in der Luft eine       Touch Down                  Zur Landung richte dein
bist, steuere den Kite in   möglichst kompakte, »kleine«    Um die Landung einzu-       Board in die Zugrichtung
den Zenit und ziehe die     Körperhaltung beizubehal-       leiten, bringe das Board    des Kites aus. Löse dich
Arme an. Beginne die        ten. Dadurch steigerst du die   wieder unter deinen Kör-    von deiner angewinkelten
Beine nach oben in          Körperspannung während          per, und steuere den Kite   Flugposition und federe die
Richtung Brust hochzu-      des Fluges, und das wieder-     in die neue Fahrtrich-      Landung mit den Knien ab.
heben.                      um bringt dir die notwendige    tung. Schaue in Richtung
                            Kontrolle. Reicht die Körper-   deiner Landezone.
                            spannung nicht, drehst du
                            dich in der Luft nach vorne;
                            schlecht für die Landung ...
                                                                                                    Windrichtung




                                                                                                                      63
                        Die Carved Jibe
CARVED JIBE · LEVEL 6


                        Jetzt wird es richtig dynamisch, denn mit der      Energie, die darin steckt, sieht man auch als
                        Gleithalse unterbrichst du deine Fahrt zum         Zuschauer sehr schön, denn plötzlich kommt
                        Richtungswechsel erstmals nicht mehr. Die          richtig Dynamik und Fahrfreude auf.



                          1

                                                                             2


                        Into Switch
                        Die einfachste Variante der Carved Jibe ist,
                        schon vor dem Richtungswechsel in die Switch-
                        position zu gehen. Hierfür solltest du den Kite
                                                                           Kite in die neue Richtung
                        relativ weit oben im Windfenster fliegen. Bringe
                                                                           Steuere den Kite nun mit der hinteren Hand auf
                        dann dein Gewicht auf den vorderen Fuß und
                                                                           die andere Seite des Windfensters. Der Kite soll-
                        slide das Board um 180 Grad herum. Das
                                                                           te dabei nicht den Zenit passieren, sondern in
                        Gewicht verlagert sich dabei auf die Zehen.
                                                                           der Softzone »gewendet« werden. Schaue dem
                        Achte darauf, den Kite bei der Drehung nicht
                                                                           Kite nicht gleich hinterher, sondern bleibe noch
                        zu versteuern.
                                                                           einen Moment in der Switchposition.


                                                      Windrichtung
                                                                            3

                        Voilà – und gleich noch mal ...
                        Zum Weiterfahren erst auf neuem Raumwind-
                        kurs wieder Geschwindigkeit aufnehmen.


                          4
                                                                           Carve dem Kite hinterher
                                                                           Wird die Spannung auf den Leinen zu groß,
                                                                           wird es Zeit, dem Kite hinterher zu fahren. Löse
                                                                           dich aus der Switchposition, drehe den Kopf in
                                                                           Richtung des Kites und carve dem Kite hinterher.
                                                                           Bleibe dazu tief in den Knien und bringe viel
                                                                           Druck auf deine Fersen.




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                                                                     B
                                                                  KITE oarding

Transition Jump




                                                                                 TRANSITION JUMP · LEVEL 6
Mit Transition beschreibt man eine Richtungs-
änderung. Transition-Sprünge sind fast noch ein-
facher als normale Sprünge. Du musst nichts
Neues lernen, sondern eigentlich nur ein Ele-
ment des normalen Sprungs weglassen. Und
plötzlich kannst du sogar in der Luft die
Richtung ändern. Viel Spaß!




Die Bewegung ist mit dem normalen
                                                   Windrichtung




Sprung fast identisch:
– nicht zu schnell anfahren und den Kite
   etwas tiefer im Windfensterrand halten.
– Board extrem ankanten und die Kante mög-
   lichst lange im Wasser halten
– Kite in den Zenit steuern und abspringen
– Arme anziehen und Körperspannung halten

Bis zu diesem Punkt ist die Technik mit der des
normalen Sprungs identisch. Um aus einem nor-
malen Sprung nun eine Transition zu machen,
fliege den Kite nicht wieder zurück in die alte
Hälfte des Windfensters, sondern
– steuere den Kite vertikal mit der neuen vor-
    deren Hand nach unten in Richtung der
    Powerzone der neuen Windfensterhälfte.
– Blick in die neue Fahrtrichtung, Gewicht auf
    das neue, hintere Bein und landen.




                                                                                 65
FRONT
        BACK
FUN!
                                          Stylische Moves
ROTATION JUMPS · LEVEL 7




                                            Backflip




                                          Vorbereitung                             Kopfarbeit                             Rückenlage
                                          Greife die Bar in der Mitte und baue     Drücke dich gegen den Kantendruck      Der Kopf bleibt soweit es geht
                                          maximalen Druck auf Boardkante           aus den Beinen ab und drehe den        über die vordere Schulter gedreht.
                                          und Schirm auf. Der Schirm steht         Kopf aktiv über die vordere Schulter   Je nach Sprunghöhe musst du die
                                          stationär auf 11 / 1 Uhr.                nach Luv. Ziehe die Bar mit beiden     Beine anziehen oder kannst sie
                                                                                   Händen zum Körper.                     gestreckt halten.



                                            Frontflip
                           Windrichtung




                                          Vorbereitung                           Kopfarbeit                               Kopf zurück
                                          Greife die Bar in der Mitte und baue   Drücke dich gegen den Kantendruck        Bringe deinen Kopf in den
                                          maximalen Druck auf Boardkante         aus den Beinen ab und drehe den Kopf     Nacken und lasse ihn über die
                                          und Schirm auf. Der Schirm steht       aktiv über die hintere Schulter nach     hintere Schulter gedreht. Dadurch
                                          stationär auf 11 / 1 Uhr.              Luv. Ziehe die Bar mit beiden Händen     wandert der Oberkörper nach
                                                                                 zum Körper.                              hinten.



 68
                                                                                               B
                                                                                        KITE oarding
                                         ng
                                       tu
                                   rich
                                ind




                                                                                                                ROTATION JUMPS · LEVEL 7
                               W




Landepunkt fixieren                    Körperöffnung                          Weiter geht´s
Sobald du das Wasser wieder            Bringe die Beine und Füße zur          Federe die Landung weich in
auf dich zukommen siehst,              Landung wieder unter den               den Knien ab und lenke den
fixiere diesen Punkt mit den           Körper. Die Arme sollten               Schirm aktiv in Fahrtrichtung –
Augen und beginne die Arme             gestreckt sein, der Blick geht         geschafft!
zu strecken.                           wieder in Fahrtrichtung.




Füße hoch                         Landung fixieren                            Einlenken
Führe das Board und deine         Blick wieder in Fahrtrichtung ausrich-      Federe die Landung weich in
Füße deutlich nach oben. Die      ten. Das Kinn sollte zur Brust orientiert   den Knien ab und lenke den
Kopfdrehung über die hintere      sein. Bringe die Beine und Füße zur         Schirm aktiv in Fahrtrichtung –
Schulter bleibt bestehen.         Landung wieder unter den Körper.            geschafft!




                                                                                                                69
                             Kiteloop hooked in
ROTATION JUMPS · LEVEL 7




                                          Druck herausnehmen
                                          Falle vor dem eigentlichen Absprung
                                          auf Raumwindkurs ab. Dadurch lässt
                                          der Druck im Schirm nach. Springe
                                          aktiv aus den Beinen ab.




                                                                     Schirmimpuls
                                                                     Unterstütze den Absprung, indem
                                                                     du den Schirm zurück lenkst und
                                                                     die Bar dicht an den Körper nimmst.




                                                                                                           Voll durchziehen
                                                                                                           Sobald du deutlich abgehoben bist,
                                                                                                           ziehe den Schirm mit der hinteren
                                                                                                           Hand voll durch. Der Schirm
                                     ng




                                                                                                           beschreibt einen Looping gegen die
                                   tu
                                ich




                                                                                                           Fahrtrichtung.
                              dr
                            in
                           W




 70
                                                                                             B
                                                                                       KITE oarding




                                                                                                             ROTATION JUMPS · LEVEL 7
                                                                         Landung freigegeben
                                                                         Durch die Aufwärtsbewegung des
                                                                         Schirms hört die Beschleunigung
                                                                         nach Lee auf. Beide Arme zur
                                                                         Landung strecken und weich in den
                                                                         Knien abfedern.




                                      Aufwärtstrend
                                      Noch immer ist die hintere Hand
                                      ganz angezogen. Der Schirm been-
                                      det den Looping und beschreibt
                                      nun eine Aufwärtsbewegung.


Powerzone
Halte die hintere Hand voll angezo-
gen. Der Schirm taucht während
seines Loopings in die Powerzone
ein. Du wirst stark nach Lee
beschleunigt.




                                                                                                             71
UPSIDE
DOWN
                  Grabs, One Foot, Board Off
GRABS · LEVEL 7


                  Grab bedeutet, das Board in der Luft mit einer     Grabs gibt es in allen möglichen Variationen.
                  Hand zu greifen. Dies lässt aus einem normalen     Sie sind einfach zu lernen und stellen die Basis
                  Sprung schon einen richtigen Trick werden.         für viele fortgeschrittenen Manöver dar.


                    Tailgrab




                    1                                  2                                 3
                    Absprung                           Hinten geht´s ab                  Hinten hochziehen
                    Springe wie gewöhnlich ab.         Nachdem du den Kite mit           Greife das Board mit der
                    Achte lediglich darauf, mit        der hinteren Hand zurückge-       hinteren Hand am Tail und
                    der vorderen Hand weiter in        lenkt hast, ziehe den vorde-      ziehe es nach oben.
                    der Mitte der Bar zu greifen.      ren Arm an und löse die hin-
                                                       tere Hand von der Bar.




 74
                                                         B
                                                      KITE oarding




                           ng
                         tu
                      ich




                                                                      GRABS · LEVEL 7
                    dr
                  in
                 W




                                5
                                Landung
                                Lande wie bei einem
                                normalen Sprung



4
Zurück an die Bar
Bevor du landest, löse die
hintere Hand vom Board
und greife die Bar.




                                                                     75
                  One Foot
GRABS · LEVEL 7



                  1                               2                             3




                  Warm up                         Hinteren Fuß raus             Zurück in die Schlaufe
                  Springe wie beim Tailgrap       Greife das Tail. Nimm den     Setze deinen Fuß wieder
                  ab. Versuche in der Luft den    hinteren Fuß aus der          rechtzeitig in die Schlaufe
                  Rücken in Flugrichtung zu       Schlaufe und strecke das      zurück. Der vordere Arm
                  drehen, das erleichtert das     Bein nach unten. Halte die    hält die Bar immer noch nah
                  Aus- und Einsteigen in die      Bar dicht am Körper.          am Körper.
                  Schlaufe.

                                                        Windrichtung




                  Board Off


                  1                               2                             3




                  Höhe ist entscheidend           Board off                     Wiedereinstieg
                  Drehe deinen Rücken deut-       Beide Füße sind aus den       Drehe den Rücken wieder
                  lich gegen die Fahrtrichtung.   Schlaufen, die Beine wegge-   gegen die Fahrtrichtung, so
                  Greife mit der hinteren Hand    streckt, das Board deutlich   kommst du mit den Füßen
                  die Handle.                     vom Körper weggehalten.       wieder in die Schlaufen.




 76
                                      B
                                   KITE oarding




          ng
        tu
     ich
   dr




                                                   GRABS · LEVEL 7
 in
W




4
Landepunkt fixieren
Peile deine Landezone an.
Greife wieder mit beiden Händen
die Bar und lasse die Arme lang.




                                                  77
ACTION!
                                                                                                                  ng
                                                                                                                tu
                                                                                                             ich
                                                                                                           dr
                                                                                                         in
                             Unhooked




                                                                                                        W
UNHOOKED SPECIAL · LEVEL 7




                             Power raus            Aushaken                     Einhaken
                             Vor dem Aushaken:     Zum Aushaken leicht          Zum Einhaken wieder leicht abfallen und dem
                             Power raus! Zieh      abfallen und dem Kite        Kite hinterherfahren. Greife mit einer Hand
                             den Adjuster durch.   hinterherfahren. Greife      mittig an die Bar und mit der anderen zum
                                                   mit beiden Händen die        Chickenloop. Ziehe die Bar Richtung Trapez-
                                                   Bar mittig und ziehe sie     haken und häng dich ein. Folgt kein weiterer
                                                   ruckartig an, so dass der    Unhooked-Move, sichere den Loop mit dem
                                                   Chickenloop aus dem          Chickendick.
                                                   Haken fällt. Achtung:
                                                   Das funktioniert nur,
                                                   wenn du ohne Chicken-
                                                   dick fährst bzw. dich vor-
                                                   her »entsichert« hast!


                             Warum unhooked?                                    auch unhooked noch steuerbar ist, muss der
                             Wakestyle ist angesagt. Hierbei werden             Adjuster vor dem Aushaken soweit durchgezogen
                             Wakeboard- Tricks 1:1 am Kite umgesetzt und        werden, dass die Frontlines gespannt bleiben.
                             weiterentwickelt. Das Tricksen ohne Haken          Zum unhooked Fahren sind generell nur Kites zu
                             (unhooked) gehört hier zum Repertoire.             empfehlen, die über ihre Safety-Leash den Kite
                                                                                beim Loslassen der Bar sofort drucklos werden
                             Materialbesonderheiten                             lassen. Die meisten Wakestyler haben ihre Safety-
                             Die passende Kitegröße ist die wichtigste Vor-     Leash an der Trapezrückseite als »Backleash«
                             aussetzung. Der Unhooked-Kiter fährt mindes-       befestigt. Wakestyle orientierte Boards sind im
                             tens ein bis zwei Schirmgrößen kleiner, als er     Allgemeinen breiter und somit fehlerverzeihender
                             zum normalen Fahren verwenden würde. Die           bei Landungen. Sollte trotzdem mal eine Landung
                             Kitegröße sollte so gewählt sein, dass das Höhe-   daneben gehen, lohnt sich eine Prallschutzweste
                             fahren noch knapp funktioniert. Damit der Kite     beim Trainieren von Wakestyle-Moves.




  80
                                                                                       B
                                                                                 KITE oarding

Railey




                                                                                                            UNHOOKED SPECIAL · LEVEL 7
Der Railey ist ein besonders spektakulärer und       möglich zu strecken und vor allem die Beine so
einfacher Wakeboard-Einsteiger-Move. Das             gerade wie möglich zu halten.
Besondere dabei ist, den Körper soweit wie




  1                                 2                                  3




 Aushaken                           Geschwindigkeit aufnehmen          Körperstreckung
 Zieh deinen Adjuster durch         Nimm so viel Geschwindigkeit       Strecke nach dem Absprung
 und hake dich aus. Greife          auf wie möglich. Fliege den Kite   deinen Körper. Versuche das
 die Bar mittig.                    dabei auf 45 Grad (halb 11 /       Board während der Körper-
                                    halb 2). Kante hart an und         streckung auf oder sogar über
                                    springe über die Kante ab.         Kopfhöhe zu bringen. Drücke
                                                                       dabei die Bar nach unten und
                                                                       halte die Arme gestreckt.




                                                                                                       ng
                                                                                                     tu
                                                                                                  ich
  4                                 5                                                           dr
                                                                                              in
                                                                                             W




 Bar zur Hüfte                      Landung                            Ausblick
 Bringe zur Landung die Bar         Lande auf einem Raumwindkurs       Wenn du Gefallen am Wake-
 Richtung Hüfte, um so den          und kante schnell wieder an,       style gefunden hast, warten
 Körperschwerpunkt wieder über      um die Spannung in den Leinen      weitere, spannende und heraus-
 das Board zu bekommen.             zu erhalten.                       fordernde Moves auf dich.




                                                                                                        81
SAFETY
         Kiteboarden ist ein Extremsport!
SAFETY



         Diese Aussage beinhaltet viele, viele Vorteile    Kitesurfen ist eine faszinierende Sportart. Bei
         und Reize, die der Kitesurfsport gegenüber        Selbstüberschätzung oder falscher Einschätzung
         anderen Sportarten bietet und verpflichtet alle   der Bedingungen kann Kitesurfen aber auch
         Kiter auch zu einem umsichtigen und sicher-       sehr schnell gefährlich werden. Beachte daher
         heitsorientierten Umgang mit unserem Sport.       folgende Sicherheitsregeln:




         11 x Sicherheit beim Kitesurfen
         Übungsraum                                        Material
         1. Suche dir einen geeigneten Übungsraum;         4. Checke Board und Kite auf Funktion und
            am besten im Wasser mit einem freien              Zustand. Überprüfe deinen Kite und seine
            Start- und Landeplatz. Ideal sind mindestens      Leinen auf Schäden und auf einen sach-
            drei Leinenlängen Platz nach Lee. Denke           gemäßen Aufbau.
            daran, dass Bäume, Steine, Menschen,           5. Benutze immer funktionstüchtige Notaus-
            Tiere, oder Buhnen zu gefährlichen Hinder-        lösesysteme (Quickrelease) an sämtlichen
            nissen werden können. In Lee sollte sich          Verbindungen und eine Sicherheitsleine
            immer ein geeigneter Notlandeplatz befin-         (Safety-Leash).
            den. Rettungsfahrzeuge sollten Zugang zum      6. Kite nie ohne Anzug, Trapez, Auftriebshilfe,
            Kitegebiet haben. Beachte auch den Raum           Prallschutz und Helm. Verzichte nur auf eine
            in Luv! Abdeckungen, zum Beispiel durch           Board-Leash, wenn es dein Könnensstand
            Hindernisse, können zu Verwirbelungen             zulässt.
            führen.
                                                           Verhalten
         Windstärke                                        7. Achte auf eine sichere Lagerung von Kite
         2. Kite nur bei Windbedingungen, die du               und Board an Land.
            beherrschst. Schätze die Windbedingungen       8. Starte und lande immer mit Helfer!
            sorgfältig ab und beachte zum Beispiel             Nur eingewiesene Personen dürfen
            bebaute Uferzonen und Winddrehungen.               beim Starten und Landen helfen.
            Wähle sorgfältig die für dein Können und       9. Beachte die Ausweichregeln und trainiere
            die Windbedingungen angemessene                    Notsituationen!
            Kitegröße aus.                                 10. Fliege oder starte niemals über Personen,
                                                               die sich im Flugradius des Kites befinden.
         Windrichtung                                      11. Kite nie allein und nie weiter hinaus als du
         3. Nur sideshore und side-onshore Wind ist            schwimmen kannst. Sorge dafür, dass du
            geeignet! Ohne geeignetes Sicherungsboot           unter Beobachtung stehst und gegebenen-
            solltest du nie bei ablandigem Wind kiten!         falls Hilfe erwarten kannst.
            Direkt auflandiger Wind ist zu meiden,
            wenn kein Stehrevier vorhanden ist, bei
            dem du weit hinauslaufen kannst!
            Allgemein gilt, dass böiger Wind für Kiter
            sehr gefährlich ist.




84
                                                                                    B
                                                                              KITE oarding

Befähigungsnachweis / Kiteboarding Licence




                                                                                                     SAFETY
Zum Kitesurfen ist kein amtlicher Führerschein   Sachen Sicherheit umfassend geschult wurdest,
vorgeschrieben. Auf einigen Binnengewässern      den Schirm kontrolliert fliegen, starten und lan-
können allerdings Befähigungsnachweise ver-      den, Höhe halten und gewinnen kannst sowie
langt werden. Auch bei der Materialmiete in      verschiedene Manöver beherrschst. Für die
Schulen wird ein Nachweis verlangt.              Theorie bescheinigt dir die Licence die bestande-
Über die Kiteboarding Licence wird dir anhand    ne Prüfung mit den Schwerpunkten »Sicherheit
verschiedener Level bescheinigt, dass du in      und Verhalten auf dem Wasser«.




                                                                                                     85
KITEBOARDING

RULES
                     Ordnung muss sein
KITEBOARDING RULES


                     Internationale als auch z.T. nationale Verkehrs-   Grundregel für das Verhalten im Verkehr
                     vorschriften regeln den Schifffahrtsverkehr auf    Allen Verkehrsvorschriften steht der Grundsatz
                     den Wasserstraßen.                                 voran, dass sich jeder Verkehrsteilnehmer so zu
                     Grundsätzlich gelten auf der keiner Hoheits-       verhalten hat, dass die Sicherheit und Leichtig-
                     gewalt unterliegenden Hohen See und auf den        keit des Verkehrs gewährleistet und dass kein
                     mit dieser verbundenen, von Seeschiffen befahr-    anderer Verkehrsteilnehmer geschädigt, gefähr-
                     baren, Gewässern die internationalen Kollisions-   det oder mehr, als nach den Umständen unver-
                     verhütungsregeln (International Regulations for    meidbar, belästigt wird. Insbesondere sind die
                     Preventing Collisions at Sea) In den jeweiligen    Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die die allge-
                     Küstengewässern können darüber hinaus ergän-       meine seemännische Praxis oder die besonderen
                     zende, mitunter auch abweichende Regelungen        Umstände des Falles erfordern.
                     bestehen, die im letzteren Falle dann vorrangig
                     gelten.                                            Allgemeine Verhaltensregeln
                                                                        Im Geltungsbereich der internationalen
                     Auf den innerstaatlichen Flüssen und Kanälen       Kollisionsverhütungsregeln hat jedes Fahrzeug
                     gelten zumeist nationale Befahrensregelungen,      jederzeit durch Sehen und Hören gehörigen
                     die den Besonderheiten der Binnenschifffahrt       Ausguck zu halten. Es ist stets mit einer sicheren
                     Rechnung tragen.                                   Geschwindigkeit (unter anderem in Abhängig-
                                                                        keit von der Verkehrsdichte, den Sichtverhält-
                     Die Kenntnis und Beachtung der Verkehrsvor-        nissen und der eigenen Manövrierfähigkeit) zu
                     schriften ist Voraussetzung für einen geordneten   fahren, so dass geeignete und wirksame Maß-
                     und konfliktfreien Ablauf des Verkehrsgesche-      nahmen zur Vermeidung eines Zusammenstoßes
                     hens. Deswegen ist es unerlässlich, sich vor       getroffen werden können. Jedes Fahrzeug ist
                     Fahrtantritt über die geltenden Verkehrsvor-       zudem verpflichtet, mit allen verfügbaren Mit-
                     schriften, eventuell bestehende Fahrverbote und    teln festzustellen, ob die Möglichkeit der Gefahr
                     Befahrensbeschränkungen zu informieren.            eines Zusammenstoßes besteht. Im Zweifelsfall
                                                                        ist diese aber anzunehmen.
                                                                        Alle Manöver zur Vermeidung eines Zusammen-
                                                                        stoßes müssen entschlossen, rechtzeitig und
                                                                           klar erkennbar ausgeführt werden. Ein siche-
                                                                               rer Passierabstand ist dabei einzuhalten.




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                                                                                           B
                                                                                    KITE oarding




                                                                                                             KITEBOARDING RULES
Ausweich- und Kurshaltepflicht                       flächen) Segelfahrzeugen grundsätzlich auszu-
Nähern sich zwei Fahrzeuge so, dass die Gefahr       weichen. Da ein Überholer jedoch unabhängig
eines Zusammenstoßes besteht, müssen sie sich        von der Antriebsart ausweichpflichtig ist, hat z.
entsprechend den einschlägigen Ausweich- und         B. ein überholendes Segelfahrzeug einem
Fahrregeln verhalten. Die internationalen            langsamen Maschinenfahrzeug auszuweichen.
Kollisionsverhütungsregeln unterscheiden zwi-
                                                     Eine Differenzierung der windbetriebenen Fahr-
schen Ausweichpflicht und Kurshaltepflicht.
                                                     zeuge nehmen die internationalen Kollisions-
                                                     verhütungsregeln nicht vor, so dass bei weiter
Das ausweichpflichtige Fahrzeug muss das
                                                     Auslegung der Vorschriften Surfer als auch
Ausweichmanöver frühzeitig, durchgreifend und
                                                     Kitesurfer als Segelfahrzeuge einzustufen sind.
klar erkennbar durchführen. Beim Ausweichen
                                                     Es gelten folglich die Ausweichregeln für
sollte keinesfalls der Bug des Kurshalters ge-
                                                     Segelfahrzeuge untereinander:
kreuzt, sondern dessen Heck mit ausreichendem
                                                        Haben zwei Segelfahrzeuge den Wind nicht
Abstand passiert werden.
                                                        von derselben Seite, so muss das Fahrzeug,
                                                        das den Wind von Backbord hat, dem ande-
Der Kurshalter hat seinen Kurs und seine Ge-
                                                        ren ausweichen.
schwindigkeit zunächst beizubehalten. Kommt
                                                        Haben zwei Segelfahrzeuge den Wind von
der Ausweichpflichtige seiner Ausweichpflicht
                                                        derselben Seite, so muss das luvwärtige Fahr-
jedoch nicht oder nicht angemessen nach, darf
                                                        zeug dem leewärtigen Fahrzeug ausweichen.
der Kurshalter durch eigenes Manöver einen
                                                        Kann ein Segelfahrzeug mit Wind von Back-
Zusammenstoß vermeiden. Keinesfalls sollte der
                                                        bord nicht mit Sicherheit feststellen, ob ein sich
Kurshalter jedoch solange abwarten, bis das
                                                        in Luv näherndes Segelfahrzeug den Wind von
ausweichpflichtige Fahrzeug so nahe gekom-
                                                        Backbord oder von Steuerbord hat, muss es
men ist, dass ein Zusammenstoß durch dessen
                                                        dem anderen ausweichen (Unklarheitenregel).
Manöver allein nicht mehr vermieden werden
                                                        Überholende Segelfahrzeuge sind ausweich-
kann. In diesem Falle müsste der Kurshalter
                                                        pflichtig.
ohnehin das sog. »Manöver des letzten
Augenblicks« fahren.
                                                     Fahrverbote
                                                     Surfer und Kitesurfer unterliegen einem zeitwei-
Ausweichregeln der Fahrzeuge
                                                     ligen Fahrverbot bei Nacht und bei verminderter
Die Ausweichregeln der internationalen Kollisions-
                                                     Sicht. Zudem enthalten nationale Verkehrsord-
verhütungsregeln unterscheiden ausschließlich
                                                     nungen einiger Küstenländer generelle Fahr-
nach der Antriebsart der Fahrzeuge. Besondere
                                                     verbote für das Fahrwasser. Ansonsten dürfen
Fahr- und Ausweichregeln für Sportfahrzeuge
                                                     Segelfahrzeuge nach den internationalen Kolli-
gibt es nicht. Sie haben nach der KVR die glei-
                                                     sionsverhütungsregeln die Durchfahrt von
chen Rechte, aber auch die gleichen Pflichten
                                                     Fahrzeugen im Fahrwasser nicht behindern.
wie die Berufsschifffahrt. Im Hinblick auf die
mitunter erheblichen Notstoppstrecken und            Auch das Befahren von ausgewiesenen Bade-
Dreheigenschaften der großen Berufsschiffe           gebietszonen ist für Surfer und Kitesurfer nach
empfiehlt es sich jedoch in jedem Fall, so recht-    nationalen Bestimmungen mancher Küsten-
zeitig seinen Kurs zu ändern, dass erst gar nicht    länder und z. T. generell verboten. Andernfalls
die Möglichkeit der Gefahr eines Zusammen-           sind ausgewiesene Badebereiche mit äußerster
stoßes entsteht.                                     Vorsicht zu durchfahren. Ausgewiesene Schnei-
                                                     sen sind unbedingt zu nutzen. Auch außerhalb
Nach den internationalen Kollisionsverhütungs-       ausgewiesener Badegebietszonen ist auf jeden
regeln haben Maschinenfahrzeuge außerhalb            Fall auf Badende und Schwimmer besondere
von Fahrwassern (zumeist betonnte Wasser-            Rücksicht zu nehmen.




                                                                                                             89
KITEBOARDING RULES


                     Sperrgebiet                                        Naturschutzgebiet und Nationalpark
                     Das Befahren von Sperrgebieten ist generell ver-   Die in Naturschutzgebieten und Nationalparken
                     boten. In den Warngebieten ist der Aufenthalt      geltenden Befahrensregelungen enthalten
                     ebenfalls verboten, wenn sie für militärische      Befahrensverbote, zeitliche Befahrensbeschrän-
                     Übungs- und Erprobungszwecke zur Verfügung         kungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen.
                     stehen müssen. Sperr- und Warngebiete sind mit     Zumeist besteht für Surfer und Kitesurfer ein
                     ihren Grenzen aus den Seekarten zu ersehen.        generelles Fahrverbot in den ausgewiesenen
                     Auf den meisten Kanälen ist das Segeln verbo-      Schutzzonen.
                     ten. Einschränkungen für Surfer und Kitesurfer
                     können zudem auf den innerstaatlichen Flüssen      Es ist selbstverständlich, dass Kiter jegliche Stö-
                     bestehen.                                          rungen für Tier- und Pflanzenwelt vermeiden
                                                                        und zur Gewässerreinhaltung beitragen! Hier ist
                                                                        intensiver Informationsaustausch und Auflärung
                                                                        unter den Wassersportlern nötig.
                                                                        Insbesondere sind
                                                                           Schilfzonen zu meiden
                                                                           zu Vögel- und Seehundansammlungen ausrei-
                                                                           chende Mindestabstände einzuhalten
                                                                           Müll und sonstige Abfälle ordnungsgemäß zu
                                                                           entsorgen, weil sauberes Wasser Grundlage
                                                                           des Wassersports ist!

                                                                        Sicherheit
                                                                        Sicherheit ist auf den Wasserstraßen oberstes
                                                                        Gebot. Selbstüberschätzung oder fehlerhafte
                                                                        Einschätzung der Bedingungen führt zur Ge-
                                                                        fährdung sich und anderer.
                                                                        Ein sorgfältiger Ausrüstungs- und Materialcheck,
                                                                        die Einholung von Revier- und Wetterinfor-
                                                                        mationen sowie die richtige Bewertung der
                                                                        eigenen Kondition und Erfahrung sollte daher
                                                                        vor Fahrtantritt selbstverständlich sein.




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                                                                        B
                                                                   KITE oarding

Verhaltensregeln für Kiter untereinander:




                                                                                         KITEBOARDING RULES
                                      Beim Kiten reicht es oftmals nicht aus, wenn nur
                                      der Fahrer Platz macht. Auch die Kites, die in
                                      25-30 Meter Entfernung fliegen, müssen koordi-
                                      niert werden.
                                      Daher gilt: Der luvwärtige Fahrer fliegt seinen
                                      Kite oben, der leewärtige Fahrer fliegt seinen
                                      Kite in der unteren Etage. Nur so können auf
                                      engstem Raum viele Kiter fahren.




                                            Windrichtung




                                      Für Kiter, Surfer und Segler untereinander gilt:
                                      Steuerbordbug weicht Backbordbug
                                      Haben zwei Segelfahrzeuge ihre Segel / Schirme
                                      auf unterschiedlichen Seiten und befinden sie
                                      sich auf Kollisionskurs, muss das Fahrzeug aus-
                                      weichen, das sein Segel / seinen Schirm über der
                                      rechten (Steuerbord-) Seite führt. Das andere
                                      Fahrzeug ist kurshaltepflichtig.



                                            Windrichtung




                                      Luv weicht Lee
                                      Haben zwei Segelfahrzeuge ihre Segel / Schirme
                                      auf der gleichen Seite, muss das luvwärtige
                                      Segelfahrzeug ausweichen.
                                      Das Leewärtige muss seinen Kurs halten.

                                      Freihalten beim Überholen
                                      Überholende Fahrzeuge müssen sich freihalten.
                                      Der Sicherheitsabstand für Kitesurfer beträgt
                                      mindestens zwei Leinenlänge. Niemals so eng
                                      auffahren, wie man es hier sieht.


                                            Windrichtung


                                                                                         91
             Vom Einsteiger zum Profi: deine Kite-Karriere!
PRO CAREER



               Wo beginnt sie und wo hört sie auf? Die      gen nicht absehen, denn wenn du der Reihe
                Antwort auf die erste Frage ist sehr ein-   nach die Level vom Beginner über den Inter-
                  fach, denn mit deinem ersten Kontakt      mediate zum Advanced Kiter durchlaufen hast,
                    zum Kitesport bist du eigentlich        steht dir die Tür zum professionellen Bereich
                      schon voll dabei – mit Herz und       des Kitesports weit offen. Du kannst nun den
                        Seele. Wichtigster Aspekt in die-   Traumberuf »VDWS-Kiteboarding-Instructor«
                          sem Zusammenhang ist das          ergreifen.
                             Credo »safety first«.          Wir haben dir eine Übersicht über deine
                               Ein Ende deiner Kite-        Entwicklungsmöglichkeiten zusammengestellt.
                                 karriere kann man dage-    Viel Spaß und welcome to the community!




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                                                                                        B
                                                                                  KITE oarding

Das VDWS-Levelsystem




                                                                                                      PRO CAREER
Die hier aufgeführten Level beschreiben deinen       zukünftig bei Erreichen des nächst höheren
persönlichen (Kite-)Werdegang. Bei jedem             Levels deinen Könnensstand von einer VDWS-
VDWS-Kurs bekommst du deinen individuellen           Schule dokumentieren zu lassen.
Level dokumentiert. Ziel sollte es sein, dir auch


                                            Einsteiger
  Level 1    Sicherheit, Startvorbereitung, Startübungen, erste Flugübungen, Bodydrag
  Level 2    Bodydrag, Wasserstart des Kite
  Level 3    Allgemeiner Wasserstart, erste (mindestens 50) gefahrene Meter



                                              Theorie
  Allgemeine Theorie zu Sicherheit, Verhalten, Ausweichen und Technik



                                           Aufsteiger
  Level 4    Raumschot fahren, Steuern, Höhe halten, Basishalse
  Level 5    Höhe gewinnen



                                      Fortgeschrittene
  Level 6    Basic Jump und Gleithalse oder Transition Jump
  Level 7    Rotationen oder Kiteloop, Grabs, One Foot, Board off oder Railey




                   Profibereich – Instruktorenausbildung
  VDWS-Assistant-Kiteboarding-Instructor
  Begleitung von »betreutem Kiten« für Kitekunden, erster Unterricht von kleinen Gruppen in Be-
  gleitung eines VDWS-Kiteboarding-Instructors, es ist nicht gestattet, VDWS-Lizenzen auszustellen.

  VDWS-Kiteboarding-Instructor
  Begleitung von »betreutem Kiten« für Kitekunden, Unterricht und Unterrichtsorganisation
  von Gruppen in allen Leveln, Privatunterricht, Ausstellung von VDWS-Lizenzen, Training und
  Betreuung von VDWS-Assistant-Kiteboarding-Instructoren.




                                                                                                      93
PRO CAREER




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                                                                   r auf
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              Kitebo sollte die Lic leihen von M ildung beleg
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                       amit d           VDWS




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                        raktard gibt es gegeweis beim VDWSsönlichen Datse aket.
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                                serfes       e            e
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                                unsch
                          Auf W




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                                                                 B
                                                              KITE oarding




                                                                             PRO CAREER
.
                               Name
                                Melanie Must
                                            erfrau
                              Date of birth
                               5. Januar 1985
                             Nationality
                              German
                             Issued
                             1. Juli 2006
                            School-ID
                             12345              Licence-N o
                                                00123784
                                                   D!
    Die wasserfeste Card aus Kunststoff
    – im Scheckkartenformat mit deinem Foto
    – praktisch und unverwüstlich
                                                 AR
    – als Mietnachweis anerkannt



                 C
    – auf Wunsch mit Kite-Versicherungspaket




             OUR
         ET Y
                                                So einfach zu bestellen:
                                                www.vdws.de
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VDWS Service GmbH
Dr.-Karl-Slevogt-Str. 5
82362 Weilheim i. Ob.
Telefon:    +49-(0)881-9311-0
Fax:        +49-(0)881-9311-15
E-Mail:     info@vdws.de
Internet: www.vdws.de

Hergestellt im Auftrag des Verbandes
Deutscher Windsurfing und Wassersport Schulen e.V. (VDWS)

Redaktion (verantw.):
Claus Baalmann, Dirk Muschenich

Konzeption:
Dieses Lehrbuch wurde vom Kitesurflehrteam des VDWS entwickelt.
Die inhaltliche Gestaltung, Erstellung der Fotopläne und Texte wurden maßgeblich
von Jörn Kappenstein, Dirk Muschenich und Chris Ziaja vorgenommen.
Die in diesem Buch aufgeführten Sicherheits-, Wegerechts- und Verhaltensregeln
wurden von dem VDWS-Referenten für Seerecht, Rainer Beerfelde, zusammengestellt.

Besonderer Dank gilt allen Lehrteamern, die an der Entstehung dieses Lehrbuches
mitgewirkt haben. Insbesondere Bernie Kudernatsch, Carsten Ritter, Dennis Schormann,
Michael Vogel sowie den Fahrerinnen und Fahrern Ilona Krüger, Andrea Lentzen,
Dirk Muschenich, Carsten Ritter und Chris Ziaja.
Der VDWS bedankt sich ausdrücklich für die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit bei
Cabrinha, Chiemsee, Club Mistral Travel (Ras Sudr), Club Robinson (Soma Bay), Flysurfer,
Naish Kiteboarding sowie bei Pro Limit für die freundliche Unterstützung während
des Fotoshootings.

Alle VDWS-Schulen im Internet unter:
www.vdws.de
KITEBOARDING
WORK- UND STYLEBOOK
           Kitesurfen lernen und besser werden: Auf 96
           Seiten hat das Lehrteam des VDWS insgesamt 20
           aktuelle Manöver und Manövervorbereitungen
           zusammengestellt. Über 300 brillante Farbbilder
           und Grafiken zeigen ausführlich und anschaulich
           die sieben Level des Kiteboardens. Von der Pieke
           an werden die notwendigen Begriffe erklärt. Der
           VDWS gibt einen umfassenden Überblick über die
           verschiedenen Kite-Systeme und verrät jede
           Menge Tipps und Tricks für erste Flugübungen
           und sicheres Kiteboarden, bevor das Höhelaufen,
           Springen und stylische Moves beschrieben werden.

           Die Erfahrungen der letzten Jahre haben im VDWS
           zu einem Ausbildungskonzept geführt, das in die-
           sem Buch erstmalig veröffentlicht wird. Nach ei-
           nem ausgefeilten Levelsytem werden Anfänger
           und Fortgeschrittene in kleinen Trainingseinheiten
           sicher bis zur perfekten Technik geführt und auf
           das Ziel – die Kiteboarding-Licence – vorbereitet.


 MADE BY KITEBOARDERS, FOR KITEBOARDERS

                                       GET YOUR
                                       LICENCE!

www.vdws.de · info@vdws.de
ISBN-10: 3-00-019163-1 / ISBN-13: 978-3-00-019163-3

				
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