bedeutung der testdiagnostik ulbricht by l27LX9

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									Die Bedeutung der Testdiagnostik
    für den Beratungsprozess

        Einführung in die Thematik


 Staatliche Schulberatungsstelle München, Ulbricht, 2010
       Oft gleicht ein Beratungsfall einem Nebelwald. Man muss sich orientieren
       und vorsichtig an die Dinge herantasten, um Klarheit zu gewinnen.

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                               Der diagnostische Prozess
                                      im Überblick
                                              Beratungsanlass

                                                   Fragestellung

                                            Hypothesenbildung

                               Diagnostische Untersuchung

                                           Hypothesenprüfung

                                                      Befund


                                        Beratung / Intervention
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                                          Elemente der
                                   diagnostischen Untersuchung


Gespräche                        Beobachtungen          Analyse von       Tests
                                                        Unterlagen
klientenzentriert                freie Beobachtung                        Standardisierte Test
                                                        Zeugnisse         Informelle Tests
Hypothesen                       systematische B.
geleitet                                                Schülerakten      Schulleistungstests
                                 Unterrichtsbeo-
                                                                          – formell / informell
anamnestisch                     bachtung               Schülerarbeiten
                                                                          Persönlichkeitstests
explorativ                       Testbeobachtung        Beurteilungen
                                                                          – psychometrisch /
                                                        Gutachten         projektiv
                                                                          Intelligenztests




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                   Definition von „Tests“
„Ein Test ist ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder
mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer
möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen
Merkmalsausprägung..“ (Linert, 1967, S.7)
Impliziert wird, dass es sich bei den Tests um Messmethoden handelt, die auch
wirklich das messen, was sie zu messen vorgeben. Allen Tests voran gehen Theorien
über die Merkmale und Ursachen bestimmter Verhaltensweisen.
Testgütekriterien: Objektivität, Reliabilität (Zuverlässigkeit) und Validität (Gültigkeit).

Ein historischer (Test-) Irrtum – die Hexenprobe im Mittelalter
… da ist gleich ein Indiz zur Hand, da man der Frau aus allem einen Strick dreht. …
Es wird angeordnet, die Frau ins Gefängnis zu schleppen, da hat man abermals ein
neues Indiz. Denn sie zeigt dann entweder Furcht oder sie tut es nicht. Zeigt sie
Furcht, wegen der zu erwartenden Folter, sagt man, sie habe ein schlechtes
Gewissen. Zeigt sie keine Furcht, weil sie auf ihre Unschuld vertraut, sagt man, es sei
überhaupt eine ganz besondere Eigentümlichkeit der Hexen, dass sie sich unschuldig
stellen und den Kopf nicht sinken lassen. (aus Lukesch: Einführung in die
pädagogisch-psychologische Diagnostik, 1998, S.218)
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                           Testverfahren als diagnostisches
                                       Element
1. Standardisierte Tests
      … sind Verfahren, die es ermöglichen, "interindividuelle Unterschiede im
      Verhalten und Erleben" zu erfassen. Der Test liefert Kennwerte (z.B. die Anzahl
      der Ja-Antworten in einem Fragebogen; die Punktzahl in einem Leistungstest; die
      Geschwindigkeit, mit der eine Aufgabe bearbeitet wird), die den Vergleich
      zwischen Personen möglich machen. Die Kennwerte einer Person (z.B. eines
      Schülers) erlauben es dann, deren Leistung oder Antworttendenz relativ zu den
      Kennwerten der Gesamtpopulation (z.B. aller Schüler einer bestimmten
      Klassenstufe) zu betrachten. So kann in einem Intelligenztest der Kennwert der
      untersuchten Person mit der Verteilung der Kennwerte verglichen werden, die
      zuvor in einer Normstichprobe (z.B. einer repräsentativen Stichprobe aus
      Schülern der betreffenden Klassenstufe) erhalten wurde. Dadurch werden
      Aussagen möglich, wie
      "nur 10% der Gleichaltrigen haben gleich hohe oder höhere Kennwerte"
      oder "90% der Gleichaltrigen weisen einen niedrigeren Intelligenzkennwert auf".
Typische standardisierte Verfahren: Intelligenztests, Leistungstests

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                                            Testverfahren als
                                         diagnostisches Element
2. Informelle Tests
      Im Unterschied zu formellen Tests werden informelle Schulleistungstests von
      Lehrern konstruiert, um die Ergebnisse ihrer Lehr- und Lernvorgänge möglichst
      direkt und möglichst objektiv zu testen, um daraus weiteres pädagogisches,
      didaktisches oder methodisches Handeln abzuleiten. Die Konstruktion informeller
      Schulleistungstests erfordert nicht unerhebliche zeitliche und technische Mittel.
      Informelle Schulleistungstests werden nur für eine oder wenige Schulklassen
      konzipiert. Es ist daher keine überregionale Anwendbarkeit, oft nicht einmal
      eine solche innerhalb der Schule möglich.
      Informelle Tests können sich sowohl an Gruppen bezogenen Normen
      orientieren als auch an Lernzielen. Ein weiterer Vorteil informeller Tests ist die
      Tatsache, dass sie sich direkt auf den konkret durchgeführten Unterricht
      beziehen. Bei formellen Tests müsste sich der Unterricht nach den Tests richten.
Schulleistungstests können formell oder informell sein!
Typische informelle Tests: Proben, Lernzielkontrollen, einige Einschulungsverfahren


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                    Persönlichkeitstests
3. Persönlichkeitstests
Ein Persönlichkeitstest ist ein psychologisches Testverfahren zur Erfassung von
    Persönlichkeitseigenschaften. Im Gegensatz zu Leistungstests, welche die
    kognitive Leistungsfähigkeit messen, geht es in Persönlichkeitstests um die
    Beschreibung und Vorhersage emotionaler und motivationaler Aspekte des
    Verhaltens.
Der Test findet unter standardisierten Bedingungen statt, d.h., dass störende situative
    Einflüsse möglichst ausgeschaltet werden sollten und dass die Instruktion genau
    vorgeschrieben ist. Meist beantwortet der Proband Fragen (Selbstbeurteilungen,
    Fremdbeurteilungen) oder nimmt Stellung zu mehrdeutigem Reizmaterial (Bilder,
    Gegenstände, Aufstellungen).
Psychometrische Tests werden von projektiven Tests unterschieden.
    Psychometrische Tests sind meist Fragebögen, mittels derer
    Persönlichkeitseigenschaften eines Probanden mit den durchschnittlichen Werten
    einer Normstichprobe verglichen werden.
Im Gegensatz dazu wird der Proband in einigen projektiven Tests gebeten, schwach
    strukturiertes Reizmaterial zu deuten; aus der Deutung werden durch eine primär
    qualitative Auswertung Schlüsse auf die Persönlichkeit, intrapsychische Konflikte,
    oder Beziehungsstrukturen gezogen.
Typische Persönlichkeitstests: psychometrisch: PFK, AFS, d2;
    projektiv: Familie in Tieren, FAST Familiensystemtest

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                    Die Testdiagnostik als Baustein innerhalb
                    der diagnostischen Untersuchung

   Aus den Bausteinen der diagnostischen Untersuchung über die
                Hypothesenprüfung zum Befund.



 Gespräche                                                              Testdiagnostik


                                                    Hypothesenprüfung


Beobachtungen                                                           Analyse von
                                                     Befund             Dokumenten


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                       Literatur und Quellen

Testzentrale
Testkatalog mit Kurzbeschreibungen, Fachversand
http://www.testzentrale.de/


Handbuch
H. Lukesch: Einführung in die pädagogische Diagnostik, Roderer Verlag,
1998




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