Mensch was willst du mehr

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					                                                            Hochschulwoche am Goetheanum 25.08.–01.09.2002




      Hochschulwoche am Goetheanum 25.08.–01.09.2002
                               25. August bis 1. September 2002

                        Mensch was willst du mehr


Unser Anliegen
Die anthroposophische Hochschulwoche am Goetheanum in der Schweiz, bei Basel, findet seit 1997
statt. In studentischer Eigeninitiative wird für sieben Tage im Jahr ein Raum geschaffen, in dem neue
Ideen entwickelt und bestehende Gedanken ausgetauscht werden können. Damit erweitert sich nicht
nur der fachliche Rahmen der Studiengänge an der Universität und anderer Ausbildungsstätten, das
kreative, gemeinsame Arbeiten ermöglicht auch eine neue Begegnungskultur.

Dieser Woche liegt die Frage zu Grunde, in welchem Verhältnis Mensch und Bildung zueinander
stehen. Der Mensch entwickelt sich fortwährend: Von einer Zelle,
zum Baby, zum Teenager, zum Erwachsenen Mensch und Entwicklung gehören untrennbar
zusammen; Mensch und Bildung auch? Die beiden Begriffe verbinden sich, wenn Entwicklung
verstanden wird als ein «sich allmählich herausbilden». MenschenBildung – der Mensch, der sich
entwickelt, sich herausbildet
Woraus bildet er sich? Was ist überhaupt der Mensch? Gibt es ein Bild des Menschen? Wenn wir uns
noch in Bildung befinden, gibt es den Menschen
dann schon?

Welche Bedeutung hat die Beschäftigung mit diesen Themen für uns? Wir erfahren häufig, dass der
Forderung nach qualitätsorientiertem Funktionieren im Studium, die Empfindung, den eigenen Weg
von innen her zu beschreiten, gegenübersteht. Ist es möglich einen eigenen Weg von innen her zu
beschreiten, sich erst einmal selbst zu finden und nicht im Lernen des Notwendigen zu verlieren? Ein
individuelles Interesse zu entwickeln, dass nicht von allgemeinen Anforderungen überrollt ist?

Wenn wir erkennen, in welcher Phase unserer Entwicklung wir gerade sind, kann uns das helfen
Wege zu finden, in unserer Bildungssituation eine Vermittlung von «notwendig» und «gewollt» zu
erreichen. Auf diesem Hintergrund werden wir uns mit der Menschheits-/Bewusstseinsentwicklung
beschäftigen.

«Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. () Dieses Offensein für jede
Erkenntnis, für jedes neue Erlebnis im Aussen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen.» (Pablo Picasso)
Mit diesen Sätzen spricht Picasso die gegenwärtige Menschheit an. Vor 6000 Jahren hätten diese
Worte keinen Sinn gemacht, die Menschen damals lebten in einem anderen Bewusstseinszustand.
Was unterscheidet den Menschen der Gegenwart von dem Menschen vor 1000, 3000 oder 6000
Jahren? Was bedeutet es heute, sich in der Teilnahme an wissenschaftlichen, kulturellen, und wirt-
schaftlichen Zeitfragen als junger Mensch zu bilden, offen zu sein für jede Erkenntnis?

Die aktuelle Gegenwart bringt Möglichkeiten und Anforderungen mit sich; sowohl bezogen auf die
Lebensphase des «in Ausbildung seins», als auch bezogen auf aktuelle, gesamtgesellschaftliche
Themen (z.B. Europa, Kulturen, Religion).
Wir verstehen Bildung als einen Weg und wollen diesen bewusst gehen. Die Hoch-schulwoche 2002
bietet die Möglichkeit, einige Schritte miteinander zu tun, und dabei Anregungen für ein individuelles
Gestalten dieses Prozesses zu finden.

Wir hoffen mit der Hochschulwoche einen Raum zu schaffen, in dem konkrete Fragen konstruktiv
bearbeitet werden können.
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08. 30– 09. 00   Morgendlicher Chor

Heiner Ruland: Das musikalische Erbe der nachatlantischen Kulturen.
Ein Gang aus der Ur-Vergangenheit in die Zukunft in gemeinsamem Singen.
In charakteristischen Gesängen verschiedener Länder und Kontinente wollen wir singend und übend
den Entwicklungs-Spuren einer Menschenbildung und Seelenentfaltung durch Musik nachgehen.



09. 15– 10. 45   Gemeinsamer Kurs
In dem gemeinsamen Kurs werden wir uns mit der Menschheits-/ Bewusstseinsentwicklung
beschäftigen:
In welchem Bewusstseinszustand lebten die alten Ägypter, Griechen, Römer? Können wir uns
vorstellen, mit unserem heutigen Bewusstsein in der damaligen Zeit zu leben? In welche Richtungen
geht die Entwicklung des Bewusstseins heute (Künstliche Intelligenz, «Krieg der Kulturen», Rolle
Europas)?
Zu diesen Themen werden wir fünf Morgenvorträge hören; nach den Vorträgen und am
Samstagvormittag haben wir Zeit, in die Diskussion einzusteigen.



11. 15– 12. 30   Initiativraum
«Alles ist möglich und jede Idee kann verwirklicht werden.»
Mit dem Initiativraum wird eine bestimmte Zeit des Tages zur freien Verfügung gestellt, während dem
sich die Möglichkeit bietet, Fragen und Anliegen die man hat, gemeinsam mit Studenten und folgenden
Dozenten zu bewegen:

Gottfried Stockmar:
Geb. 1954, Ausbildung und langjährige Arbeit in der Heilpädagogik. 1989 Mitbegründer des «Seminars
für Anthroposophie in Hamburg». Dozent an verschiedenen Ausbildungsstätten. Begründung einer
Stiftung für Freiheitswissenschaft in Hamburg. Jahrelange Beschäftigung und Arbeit mit der
«Philosophie der Freiheit».

Heiner Ruland:
Ausbildung für künstlerisches Lehramt an Höheren Schulen,
12 Jahre Waldorflehrer, 25 Jahre Musiktherapeut, Buchautor, Komponist. Persönliche Themen: «Als
Komponist arbeite ich ständig an einer Entwicklung des Tonsystems (Vierteltöne) für den
konzertanten, kammermusikalischen und kultischen Bereich – vokal, sowie instrumental. Ein grosses
Anliegen ist mir, die Konsequenzen elektronischer Musikerzeugung und Überarbeitung zu erfassen.»
Wilfrid Jaensch: geb. 1941, Dozent für Grundlagen am Seminar für Waldorf-pädagogik Berlin.
Persönliche Themen: Dienstleistung – Schulungsweg als Erwachsenenbildung/Menschenkunde als
Forschungsprojekt.
Eigene Frage: «Wie hängt Philosophie mit Magie zusammen? Also: Faust, aber über Goethe hinaus.»

Harrie Salman:
Geb. 1953, Kulturphilosoph, Sozialwissenschaftler, Buchautor und Seminarleiter zu Fragen der
menschlichen und sozialen Entwicklung.

Dr. Roland Halfen:
Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Archäologie in Freiburg (Br.) und München,
interdisziplinäre Promotion zum Thema Philosophie und Kunst im Mittelalter (Chartres). Zur Zeit
Dozent für Kunstgeschichte und Leiter des Fachbereichs Studium Generale an der Europa-Akademie,
Isny (All-gäu). Arbeit an der Frage nach dem, was das Spannungsfeld zwischen Bild und Begriff für die
geistige Entwicklung der Wissenschaft und des Einzelnen fruchtbar machen kann.



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Eurythmiekurs mit Katja Gawrilenko:
Geb. 1971, Eurythmistin. Beschäftigt sich mit der Umsetzung von moderner Lyrik und Musik in
Eurythmie.
Eurythmie ist eine «Bewegungs»-Kunst. Wir wollen im Kurs versuchen, Sprache mit unserem Körper
darzustellen. Gerne würden wir mit moderner Lyrik arbeiten. Gedichtvorschläge der Teilnehmer sind
willkommen. Bitte in der An-meldung vermerken, ob Interesse für moderne Lyrik besteht! Für den
Eurythmie-Kurs bitten wir um vorzeitige Anmeldung, da die Dozentin im Vorfeld vom Zustandekommen
des Kurses benachrichtigt werden muss.

Natürlich haben auch Studenten die Möglichkeit, Arbeitsgruppen anzuregen und zu leiten. Falls ein
konkreter Vorschlag schon im Vorfeld entsteht, bitte meldet euch bei Andreas: suworow@web.de.



15. 30– 18. 30   Fach- und Themenkurse
Die Fach- und Themenkurs sind auf Initiative von Studierenden und ihren Fragestellungen enstanden.
Sie orientieren sich, wo nicht thematisch übergreifend, an den universitären Fakultäten. Dieser Raum
ermöglicht eine intensive und vertiefende Arbeit.

Philosophie mit Wilfrid Jaensch.
In Anlehnung an das Thema der Hochschul-woche möchten wir uns mit der Entwicklung in der
Philosophie beschäftigen. Wichtig ist uns dabei der Versuch, die Wandlung der Weltanschauungen zu
verfolgen, die zu bestimmten Zeiten philosophisch entworfen und im kulturellen Leben bedeutsam
wurden. Dafür haben wir Texte von Platon, Aristoteles, aus dem Mittelalter, von Kant und
Hegel/Schelling/Hölderlin ausgesucht, die wir an jeweils einem Tag behandeln möchten. Am letzten
Tag wollen wir gemeinsam aktuelle Richtungen und Strömungen der neuzeitlichen Philosophie
betrachten. Es wäre gut, wenn die Texte schon im Vorfeld gelesen werden, sie können unter
www.hochschulwochen.de eingesehen werden.
Für Fragen und eventuelle Referate wendet euch an Stephanie Spitta, stephanie.spitta@student.hu-
berlin.de

Biologie mit Wolfgang Schad.
Praktisches Goetheanisieren: «Über die Begriffs-ordnung hinaus zu einer kräftigen, direkten Empirik
gelangen.»
Es besteht die Möglichkeit mit Herrn Schad ab Mittwoch zu arbeiten. Ein Kurs kommt nur zustande,
wenn sich genügend Interessenten im Vorfeld anmelden. Bitte meldet euch so früh wie möglich an! Bei
Fragen steht euch Andreas zur Verfügung: suworow@web.de.
Wolfgang Schad: Professor an der Universität in Herdecke. Evolutionsbiologe und Goetheanist.

Medizin mit Susanne Hofmeister und Johannes Engesser.
Wir werden uns mit dem «Weiblichen» und dem «Männlichen» im Menschen beschäftigen. Ausgehen
werden wir von der Phänomenologie dieser zwei Polaritäten, um dann auf verschiedenen Ebenen
herauszuarbeiten, was eigentlich das Wesentliche der Pole ist. Begleitend werden wir an folgendem
Text von Rudolf Steiner arbeiten: «Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos» (5.
Vortrag vom 09.03.1910, GA 116, von S. 98 bis S. 118).
Die Fragen werden sein: Worin besteht die Herausforderung des Menschseins innerhalb dieser
Polaritäten? Was bedeutet das für die Medizin und wie kommt man unter Berücksichtung dieser
Beobachtungen zu einem gesunden Prozess in der Heilkunst und im sozialen Miteinander?
Dr. med. Susanne Hofmeister: geb. 1962, Mutter von 5 Kindern. Ausbildung zur Medizinisch-
Technischen-Assistentin, danach Medizinstudium in Heidelberg. Während des Studiums Aus- und
Fortbildung in anthroposophischer Medizin, unter anderem am Carus-Institut in Öschelbronn. Ärztin in
eigener Praxis in Heidelberg und Dozentin für Anthroposophische Medizin an der dortigen Universität.
Johannes Engesser: geb. 1962, Vater von 5 Kindern. Medizinstudium in Triest, Heidelberg, Mannheim
und London. Niedergelassen in Heidelberg als Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren sowie
Anthroposophische Medizin. Dozent für Anthroposophische Medizin an der Universität Heidelberg.



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Musik mit Heiner Ruland.
Musikalische Menschwerdung und Entmensch-lichung. Das Erbe des 20. Jahrhunderts und die
Musiktherapie.
Musikalisch können wir das 20. Jh. als Zusammenfluss der gesamten Musik-entwicklung ansehen:
Von uralter Schall- und Rhythmusmagie, ekstatischem Septimenerleben bis hin zu einem völlig
verinnerlichten Tonempfinden etwa eines Anton Weber. Zum natürlich-sinnlichen Klangleib des Tones
trat sein unter-sinnlich elektronischer Doppelgänger hinzu. Welche möglichen Wege in die Zukunft
lassen sich hieraus ahnen?

Gottfried Stockmar: «Durch das Denken über den Abgrund hinweg zum Erleben im
Geistigen.»
Der Fachkurs soll das Verhältnis des Menschen zum Denken als schicksalsbestimmendes Element
erschliessen. Themenschwer-punkte: Die Seele zwischen Erkenntnisresignation und
Erkenntnisillusion. Aspekte zur Vermenschlichung des Intellekts. Zum Charakter des naturwissen-
schaftlichen und geisteswissenschaftlichen Denkens. Das Böse als Entwick-lungsbedingung des
Menschen. Das Verhältnis von Freiheit und Verantwortung (naive Freiheit und komplizierte Unfreiheit).

Harrie Salman:
Europa und die Welt. Die Revolution von 1989 und die Wider-stände gegen die amerikanische
Weltordnung haben uns in eine neue historische Situation gebracht. Sie rufen zu einer neuen
Bestimmung der deutschen und europäischen Aufgaben auf und stellen eine Globalisierung, die nur
wirtschaftlichen Interessen dient, in Frage. Es geht heute um eine neue Idee Europas.

Dr. Roland Halfen:
Phänomene zwischen Bild und Begriff: Erfahrungen – Perspektiven – Übungen. Das Seminar soll
anhand des übenden Umgangs mit Werken der bildenden Kunst das Gewahrwerden von
Bewusstseinsprozessen steigern, die sich im Spannungsfeld zwischen Begriffen, Vorstellungen und
Bildern der Aussen- und Innenwelt abspielen.



20. 00   Abendvorträge
«Brüderlichkeit für die Leiber, Religionsfreiheit für die Seele und Geistes-wissenschaft für den Geist»
Die Abendvorträge spiegeln die inhaltliche Arbeit des Vorbereitungskreises
und die daraus entstandenen Fragen. An drei Abenden werden Harrie Salman, Wilfried Jaensch und
Gottfried Stockmar versuchen ihre Gedanken und Erfahrungen zu diesen Themen darzustellen.




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Herzlich willkommen!
Auf euer Kommen freut sich der Vorbereitungskreis:
Alexander Schmidt, Andreas Schindler, Angelika Schmit, Clemens Achtsnit, Daniel Hering, Frauke
Pult, Friederike August, Klaas König, Marion Bornschlegel, Martin Siebachmeyer, Matthias Killge,
Philipp Tok, Stephanie Burisch, Stephanie Spitta, Tiloudin Anjarwalla, Thomas Rieser und Ulla
Jochumsen.

Wir alle hoffen, dass diese Woche zur «Woche des Jahres» wird!




Praktische Infos/Anmeldung

Tagung
Die Tagungskarte kann am Eröffnungstag ab 18.30 Uhr am Westeingang des Goetheanum abgeholt
und bezahlt werden. Die Anmeldung wird nicht bestätigt. Die Tagung beginnt um 19.30 Uhr.

Verpflegung, Unterkunft
Es wird eine vollwertige vegetarische Verpflegung in der Jugendsektion angeboten. Für das
Gruppenquartier sind Matratzen vorhanden, Schlafsack bitte unbedingt mitbringen. Die
Zimmerbestellung ist verbindlich und wird bestätigt; bei Annullation oder Nichtinanspruchnahme sind
60% des Zimmerpreises zu zahlen, wenn das Zimmer nicht weitervermietet werden kann.

Ermäßigung
Wir versuchen möglich zu machen, dass die Teilnahme nicht aus finanziellen Gründen scheitern
muss. Für eine Ermäßigung bitte anfragen!

Weitere Infos unter:
Hochschulwoche am Goetheanum, Dorneckstr. 1,
CH-4143 Dornach/Basel, Tel.: 0041-(0)61-7012526, Fax: -7064392,
Email: info@hochschulwochen.de, Internet: www.hochschulwochen.de.




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Anmeldung Hochschulwoche am Goetheanum 25.08.–01.09.2002
Name, Adresse, Geburtsdatum, Telefon, Email:
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Initiativraum: ...................................................................................................
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Fachkurs: .........................................................................................................
Ich kann folgendes Musikinstrument mitbringen: ............................................
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Ich bestelle (bitte ankreuzen):
        Tagungskarte                                                        CHF          150.–
        Vollverpflegung                                                     CHF          130.–
        Mittagessen                                                         CHF           84.–
        Abendessen                                                          CHF           36.–
        Gruppenquartier (ganze Tagung)                                      CHF           20.–
        Mehrbettzimmer (pro Nacht)                                          CHF         23–28.–
        Einzelzimmer (pro Nacht)                                            CHF         30–40.–
        Doppelzimmer (pro Nacht)
        mit: .........................................                      CHF         30–40.–

Datum, Unterschrift:
..........................................................................................................

Mit meiner Unterschrift bestätige ich die Bedingungen unter «Praktische Infos». An: Hochschulwoche,
c/o Jugendsektion, Dorneckstr. 1, CH-4143 Dornach.




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