Aktivierende & motivierende Texte

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Aktivierende & motivierende Texte Powered By Docstoc
					Aktivierende Texte
Diese Texte eignen sich als Einstieg in verschiedenste Themen, als Grundlage für
Rollenspiele, Standortbestimmung und Bewertung, Diskussionen, Round-Tabel,
Ausgangspunkte für thematische Arbeit usw. Sie verstehen sich auch als Ergänzung
zu den Texten und Impulsen im MÄNNERatlas


Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu
beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry


Was sind wir Männer doch für’n lustiger Verein.
Heinz Rühmann


Der Mann muss hinaus Ins feindliche Leben, Muss wirken und streben Und pflanzen und
schaffen Erlisten, erraffen
Muss wetten und wagen, Das Glück zu erjagen ...
Und drinnen waltet Die züchtige Hausfrau Die Mutter der Kinder Und herrschet weise Im
häuslichen Kreise ...
Friedrich Schiller ( „Das Lied von der Glocke“ )


Wir als Männer
möchten unsere volle Menschlichkeit wiederhaben ...
Wir möchten uns selbst gern haben; wir möchten uns gut fühlen und unsere Sinnlichkeit,
unsere Gefühle, unseren Intellekt und unseren Alltag zufrieden erleben.
„Men's Center“, Berkeley/USA 1970


Das Vertrauen junger Menschen erwirbt man am sichersten dadurch, dass man nicht ihr Vater ist.
Henry de Montherlant (1896-1972), französischer Dichter


Die sieben Gebote der Männlichkeit
1. Je weniger Schlaf ich benötige,
2. je mehr Schmerzen ich ertragen kann,
3. je mehr Alkohol ich vertrage,
4. je weniger ich mich darum kümmere, was ich esse,
5. je weniger ich jemanden um Hilfe bitte und von jemandem abhängig bin,
6. je mehr ich meine Gefühle kontrolliere und unterdrücke,
7. je weniger ich auf meinen Körper achte,
… desto männlicher bin ich.
Herb Goldberg
Bausteine für Männergruppen                                                           Methodisches
                                                                                 Aktivierende Texte
                                                                                       Seite 1 von 7
Bereiche männlicher Sozialisationsdefizite
      Körperbewusstsein
      Geschmack
      Hygiene
      Genussfähigkeit
      Entspannung
      Fürsorge bzw. Solidarität
      Beziehungsfähigkeit


Männliche Zwänge
1. Das eingeschränkte Gefühlsleben
2. Die Homophobie
3. Die Kontroll-, Macht- und Wettbewerbszwänge
4. Das gehemmte sexuelle und affektive Verhalten
5. Die Sucht nach Leistung und Erfolg
6. Gesundheitliche Probleme


Das männliche Syndrom
Fixierung auf äußere Werte wie
Geld, Erfolg, Status und Statussymbole
der Mann ohne innere Eigenschaften
IDENTITÄT, die sich über Arbeit und deren Gratifikation bestimmt
Ignoranz, wer mann wirklich ist innere Orientierungslosigkeit Verlust von Echtheit und
Perspektive
Leere
Suchtbildung: Machtsucht, Arbeitssucht, Sexsucht Alkoholismus, Brutalität


Quelle: Walter Hollstein, Potent werden – Das Handbuch für Männer, Verlag Hans Huber




Bausteine für Männergruppen                                                       Methodisches
                                                                             Aktivierende Texte
                                                                                   Seite 2 von 7
Buben & Männer:

„No sissy stuft“
Der Bub und spätere Mann muss alles vermeiden, was auch nur den Anschein des
Mädchenhaften, Weichen und Weiblichen hat. Seine männliche Identität erreicht er nur in
klarer Absetzung vom anderen Geschlecht.

„The big wheel“
Der Bub und spätere Mann muss erfolgreich sein. Erfolg stellt sich ein über Leistung,
Konkurrenz und Kampf. Erfolg garantiert Position, Status und Statussymbole. Nur wer Erfolg
hat, ist ein richtiger Mann.

„The sturdy oak“
Der Bub und spätere Mann muss wie eine Eiche im Leben verwurzelt sein. Er muss seinen
Mann stehen, hart, zäh, unerschütterlich, jedem Sturme trotzend, sich immer wieder
aufrichtend, unbesiegbar.

„Giv' em hell“
Der Bub und spätere Mann ist wie ein Pionier im Wilden Westen oder ein Held auf dem
Baseball-Feld. Er wagt alles, setzt sich ein, ist aggressiv, mutig, heftig und wild; er ist der
„winner“, der Sieger.

Quelle: Walter Hollstein, Potent werden – Das Handbuch für Männer, Verlag Hans Huber


Männer


1. Männer werden von Frauen geboren.
2. Männer müssen Männer werden.
3. Mütter können Söhne nicht zu Männern machen, weil sie Frauen sind.
4. Männer sind deshalb gezwungen, sich als Heranwachsende von den Frauen abzuwenden
und dergestalt eine eigene Identität zu erwerben.
5. Männer müssen lernen, wer sie sind und was sie wollen, ohne sich auf die Wünsche und
Hoffnungen der Frauen zu beziehen. Sonst können sie innerlich keine Männer werden.
6. Nur in sich souveräne Männer können dann ohne Angst und ohne Herrschaftsgelüste
wieder auf Frauen zugehen und demokratisch mit ihnen leben.


Quelle: Walter Hollstein, Potent werden – Das Handbuch für Männer, Verlag Hans Huber




Bausteine für Männergruppen                                                             Methodisches
                                                                                   Aktivierende Texte
                                                                                         Seite 3 von 7
Als Mann aufbrechen
Für mich selber ein Mann sein.
Ich weiß, wer ich bin, ich kenne mich und meine Bedürfnisse. Ich lebe meine wünsche und
Sehnsüchte, schließe keine faulen Kompromisse und unterwirft sich nicht falschen
Autoritäten. Er setzt sich für seine Ziele ein, engagiert und überzeugt, schätzt seine Leistung
und sein Werk. So kann er sich mit seinem Leben identifizieren und sein authentisches Mann-
Sein macht ihm Spaß.
Partner und Liebhaber sein.
Ich respektiere Frauen und stelle sie auf die gleiche Stufe von Achtung, Recht und
persönlicher Integrität. Ich teile Haushaltspflichten und Obliegenheiten der Partnerschaft mit
meiner Lebenspartnerin in mitverantwort1icher Weise. Ich verstecke mich nicht vor meiner
Partnerin, sondern öffne mich ihr, auch mit Kritik und Unzufriedenheit. Ich bemühe mich um
Bestand und Entwicklung unserer Beziehung und genieße den Austausch auf allen Ebenen.
Für mein(e) Kinder Vater und Vorbild sein.
Ich nehme an allen Erziehungsaufgaben mitverantwortlich teil. Ich bin meinen Kind(ern) ein
präsenter Vater, an dem sie sich orientieren und abarbeiten können.
Für andere Männer Freunde und konstruktive Gegner sein.
Ich behandle meine Geschlechtsgenossen nicht als Feinde und Konkurrenten. Ich gehe offen
auf andere Männer zu. Ich brauche Freunde, weil der männliche Austausch mir Erfahrungen
ermöglicht, die mir Frauen nicht geben können. Ich verfüge über ein männliches Netz, das mir
- auch unabhängig von Frauen - Unterstützung und Hilfe ist.
Für andere Frauen Freunde und Kollegen sein.
Ich gehe mit anderen Frauen kollegial und demokratisch um. Ich behandle Frauen ebenso als
gleichgestellte Menschen wie andere Männer. Ich halte nicht nur nichts von Sexismus,
Rassismus und anderen Formen von Belästigung und Gewalt fern, sondern trete auch offensiv
gegen sie an.


Ausgangsbasis dieser Punkte war ein Text in: Walter Hollstein, Potent werden – Das
Handbuch für Männer, Verlag Hans Huber




Bausteine für Männergruppen                                                         Methodisches
                                                                               Aktivierende Texte
                                                                                     Seite 4 von 7
Sieben Schritte zu Männlichkeit


1. Kommen Sie mit Ihrem Vater ins reine
Ihr Vater bildet das emotionale Verbindungsglied zu Ihrer Männlichkeit. Deshalb müssen Sie
auf eine klare und bereinigte Beziehung zu ihm hinarbeiten. Sie können in Ihrem Leben nichts
Wesentliches vollbringen, solange Sie Ihren Vater nicht verstanden, ihm nicht vergeben und
nicht auf die eine oder andere Weise gelernt haben, ihm Achtung entgegenzubringen.


2. Entdecken Sie die „heilige Dimension“ Ihrer Sexualität
Die Sexualität ist entweder ein eher schäbiger, zwanghafter Bestandteil Ihres Lebens oder
aber ein heiliger und mächtiger Quell des Wohlbefindens. Dazwischen gibt es nichts.
Zunächst müssen Sie der sexuellen Energie in sich selbst einen neuen Platz geben, an statt sie
lediglich an Frauen „wegzugeben“.


3. Nehmen Sie Ihre Partnerin als ebenbürtig an
Jeder kann eine Partnerin finden - das Problem ist nur, sie auch zu behalten. Um dies zu
erreichen, müssen Sie Ihre Partnerin - ja die Frauen überhaupt - wie zwar andersartige aber
ebenbürtige Wesen behandeln. Das bedeutet, dass Sie Ihre Frau respektieren sollen, es aber
auch nicht an Selbstachtung fehlen lassen dürfen.


4. Beteiligen Sie sich aktiv an der Erziehung Ihrer Kinder
Das ist besonders wichtig für Ihre Söhne, die viele Stunden täglich Ihre Zuwendung brauchen,
falls aus ihnen einmal wirklich erwachsene Männer werden sollen. Auch Töchter brauchen für
die Entwicklung eines abgerundeten Selbstwertgefühls viel väterliche Zuwendung.


5. Lernen Sie, echte Männerfreundschaften zu begründen
Alle Männer brauchen in bestimmten Übergangsphasen die Hilfe anderer Männer. Sie
brauchen sie auch, um einfach ein von Zuwendung und Wärme erfülltes, entspanntes Leben
führen zu können.


6. Suchen Sie eine Arbeit, an der Ihr Herz wirklich hängt
Sie müssen eine Arbeit finden, an die Sie glauben, damit die Zeit und die Energie, die Sie in
Ihr Arbeitsleben investieren, auf Dinge verwendet werden, die Ihnen wichtig sind. Es reicht
nicht aus, nur den Lebensunterhalt zu verdienen.


7. Befreien Sie Ihren ungezähmten Geist
Ihr Innenleben braucht eine spezifisch maskuline, in der Natur gründende Spiritualität, die Sie
in Kontakt zu jener Erde bringt, auf der Sie leben.


Aus dem Buch „Männer auf der Suche“ von Steve Biddulph

Bausteine für Männergruppen                                                         Methodisches
                                                                               Aktivierende Texte
                                                                                     Seite 5 von 7
Die acht Gebote der Geschlechterdemokratie


1. Die traditionelle Arbeitsteilung ist abgeschafft.
2. Mädchen und Jungen haben die gleichen Bildungschancen und werden gleich behandelt.
3. Frauen und Männer teilen sich Familienpflichten, Hausarbeit und Kindererziehung in
mitverantwortlicher Weise.
4. Frauen und Männer sind in ihrer Erwerbstätigkeit gleichgestellt.
5. Frauen und Männer werden bei gleicher Arbeit gleich entlohnt.
6. Frauen und Männer sind in allen Versicherungen gleichgestellt.
7. Frauen und Männer haben den gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern.
8. Frauen und Männer respektieren sich gegenseitig.


Quelle: Walter Hollstein, Potent werden – Das Handbuch für Männer, Verlag Hans Huber




Bausteine für Männergruppen                                                      Methodisches
                                                                            Aktivierende Texte
                                                                                  Seite 6 von 7
von mann zu mann

wie läufts
fragt der eine
wie immer
sagt der andere

das sind unsere mauern

wie geht’s
fragt der eine
gut
sagt der andere

das sind unsere verstecke

wie stehts
fragt der eine
man lebt
sagt der andere

und so finden wir uns
ein leben lang
nicht der mühe wert

R. Weiß, Mannsbilder. Gedichte über gemischte Gefühle, Verlag Niederösterreichisches
Pressehaus,




Bausteine für Männergruppen                                                     Methodisches
                                                                           Aktivierende Texte
                                                                                 Seite 7 von 7

				
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