Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief

Document Sample
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief Powered By Docstoc
					         Große Frauen in der Bibel und in der Kirche




Altes Testament
 Sara – Mutter
 des Glaubens

Arbeitsgruppe Erwachsene
                                       Sara betet um ein Kind
                                       Sie war noch im Alter
                                       ohne Kinder
                     Große Frauen in der Bibel und in der Kirche

                                             Sara
Bevor Sie die Texte lesen sprechen Sie darüber, was Sie von Sara
wissen.


Schrifttexte:
1. Genesis 17:15-17 Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai
nennen, sondern Sara (Herrin) soll sie heißen. Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn
geben. Ich segne sie, so daß Völker aus ihr hervorgehen; Könige über Völker sollen ihr entstammen.
 Da fiel Abraham auf sein Gesicht nieder und lachte. Er dachte: Können einem Hundertjährigen noch
Kinder geboren werden, und kann Sara als Neunzigjährige noch gebären?
(Anspielung auf die Bedeutung des Namens Isaak, hebr.: jizchák (=er lacht; vgl. 18,12-15).
                      Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
2. Genesis 18,1-15 18:1 Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur
Zeit der Mittagshitze am Zelteingang. Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie
sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr,
wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird
etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen.
Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn
deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an, und backe
Brotfladen! Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem
Jungknecht, der es schnell zubereitete. Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er
hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie
aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er Da sprach der Herr: In einem Jahr
komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang
hinter seinem Rücken zu. Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen.
Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt. Sara lachte daher still in sich
hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe
erfahren? Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann! Da sprach der Herr zu Abraham: Warum
lacht Sara und sagt: Soll ich wirklich noch Kinder bekommen, obwohl ich so alt bin? Ist beim Herrn
etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara
einen Sohn haben. Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst. Er
aber sagte: Doch, du hast gelacht.
                 Große Frauen in der Bibel und in der Kirche




Text 3:
Brief an die Hebräer 11:11-13 Aufgrund des Glaubens empfing selbst Sara die Kraft, trotz ihres
Alters noch Mutter zu werden; denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte. So
stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben war, viele
ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen
kann.
(Gen 22,17; Ex 32,13; Gen 15,5)

Voll Glauben sind diese alle gestorben, ohne das Verheißene erlangt zu haben; nur von fern
haben sie es geschaut und gegrüßt und haben bekannt, daß sie Fremde und Gäste auf Erden
sind.
                  Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
                                   Daten zu Sara
Sara war die Halbschwester und Frau des Abraham (1. Mosebuch 20, 12). Mit ihm zog
sie von Ur nach Kanaan und weiter nach Ägypten; obwohl sie 65 Jahre alt war, war sie
so schön, dass Abraham sie aus Furcht vor der Begehrlichkeit des Pharao als seine
Schwester ausgab um zu verhindern, dass der Sara begehre und er selbst deshalb
vom Pharao aus dem Weg geräumt werde (1. Mose 12, 10 - 20). Nachdem die
Verheißung eines Sohnes sich für das Ehepaar noch immer nicht erfüllt hatte, riet Sara
ihrem Mann zur Zeugung eines Nachkommen mit der Magd Hagar, was erfolgreich
geschah, aber dann doch Saras Eifersucht hervorrief, weshalb Hagar mit dem jungen
Ismael vertrieben wurde (1. Mosebuch 16; 21, 9 - 21).
Im Alter von 90 Jahren gebar Sara dann doch noch == Isaak und wurde damit zur
Stammmutter des Volkes Israel (1. Mosebuch 21, 1 - 8). Im Alter von 127 Jahren starb
sie und wurde von ihrem Mann in der Höhle Machpela - im späteren Hebron, dem
heutigen Al Khalil in Palästina - begraben.
Kulturgeschichtlich kann die Geschichte der Sara als Begründung der monogamen
Ehe verstanden werden, ähnlich der Geschichte von == Isaak als Begründung für das
Ende von Menschenopfern. Die Verhinderung der Einmischung des Pharaos in die
bestehende Ehe und ebenso das Verstoßen der "Nebenfrau„ Hagar samt des mit ihr
von Abraham gezeugten Kindes behandeln die Ausschließlichkeit der Beziehung
Saras zu dem einen Mann Abraham.
                    Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
                                      Fragen zu Sara
1. Bevor Sie weiteren Texte lesen und die Fragen bearbeiten sprechen Sie bitte
darüber, was Sie von Sara wissen.


2. 1. Text: Was bedeutet der Name Sara künftig und welche Bedeutung hat Sie?


3. 2. Text: Einer der drei Männer redet, wie reagiert er aus Saras Lachen?


4. 3. Text: Abraham wird Vater des Glabens genannt, kann das auch von Sara (Mutter)
gesagt werden?


5. Welche Fragen bleiben?


6. Gibt es Ansätze für unser Leben?


Bitte Fragen und Antworten aus das Plakat schreiben!
Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
     Große Frauen in der Bibel und in der Kirche


Neues Testament
Maria Magdalena
Erste Zeugin der
Auferstehung
Apostola                           Unter dem Kreuz (rechts)
                                    Gang zum Grab (links)
Apostolorum
                  Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
                                 Maria Magdalena
Bevor Sie die Texte lesen sprechen Sie darüber, was Sie von Maria Magdalena
wissen.


1. Text: Lukas 8:1-3 In der folgenden Zeit wanderte er von Stadt zu Stadt und von
Dorf zu
Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf
begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von
Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen
ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes,
Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem,
was sie besaßen.

(Text zur Kenntnis Lukas 7,39f Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum
Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. Als nun eine Sünderin, die in der
Stadt lebte, erfuhr, daß er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem
Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei
weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem
Haar, küßte sie und salbte sie mit dem Öl. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte,
das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müßte er wissen, was das für
eine Frau ist, von der er sich berühren läßt; er wüßte, daß sie eine
Sünderin ist.
Anmerkung: Diese namenlose Frau ist nicht Maria Magdalena)
                   Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
2. Text: Matthäus 27:50 ff
50 Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. 51 Da riß der Vorhang
im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich.
52 Die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden
auferweckt. 53 Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die
Heilige Stadt und erschienen vielen. 54 Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm
zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken
sie sehr und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!

55 Auch viele Frauen waren dort und sahen von weitem zu; sie waren Jesus seit der Zeit in
Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. 56 Zu ihnen gehörten Maria aus Magdala, Maria, die
Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

Das Begräbnis Jesu: Matthäus 27,57-61

27:57 Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef; auch er
war ein Jünger Jesu. 58 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Da befahl Pilatus,
ihm den Leichnam zu überlassen. 59 Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch.
60 Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen.
Er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg.

61 Auch Maria aus Magdala und die andere Maria waren dort; sie saßen
dem Grab gegenüber.
3. Text a Johannes 20,1-10:
1 Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es
noch dunkel war, zum Grab und sah, daß der Stein vom Grab weggenommen war.
2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte
zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht,
wohin man ihn gelegt hat.
3 Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4 sie
liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als
Petrus, kam er als erster ans Grab. 5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden
liegen, ging aber nicht hinein. 6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war,
und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7 und das
Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den
Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
8 Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein;
er sah und glaubte. 9 Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, daß er von
den Toten auferstehen mußte. 10 Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause
zurück.
3. Text b Johannes 20,110:
Die Erscheinung Jesu vor Maria aus Magdala: 20,11-18

11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie
weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 12 Da sah sie zwei Engel in
weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die
Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.

20:13 Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete
ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin
man ihn gelegt hat. 14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus
dastehen, wußte aber nicht, daß es Jesus war.15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum
weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr,
wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich
ihn holen. 16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf
hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.

17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater
hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu
meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. «Halte mich
nicht fest.

18 Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe
den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.
                  Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
Biografie
Maria Magdalena (Marlene) die von Gott Geliebte (aramäisch)
Mag: die aus Magdala (am See Genezareth) Stammende (hebr.)Jüngerin Jesu
* um 1 in Magdala bei Tiberias, wohl das heutige El-Medschdel in Israel
† in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk (?) in der Türkei
oder: Mitte des 1. Jahrhunderts (?) in Aix-en-Provençe in Frankreich (?)

Maria hatte ihren Beinamen wohl nach ihrem Heimatort. Maria schloss sich Jesus als Jüngerin
an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) - der Jüngerkreis
war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria
offenbar eine besondere Stellung hatte. Maria sorgte - wie andere Frauen auch - insbesondere
für Jesu Lebensunterhalt (Lukasevangelium 8, 3). Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria
nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen
Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium
27, 55 - 56).
Maria verharrte nach der Grablegung durch Joseph von Arimathaia weinend am Grab
(Matthäusevangelium 27, 61; Johannesevangelium 20, 11) - auch dies eine in der Kunst oft
wiederholte Darstellung. Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei
anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die ersten
Zeuginnen des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: "Erschrecket nicht! Er ist nicht
hier, er ist auferweckt worden" (Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, das den
sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Markusevangelium 16, 7)
.
Das Johannesevangelium (20, 15 - 17) schildert, dass Maria am Ostermorgen allein war, als sie
dem Auferstandenen begegnete (20, 15 - 17): die traurig am Grab Weinende sah einen Mann,
vermeintlich den Gärtner; nachdem er sie beim Namen genannt hatte, erkannte sie Jesus als
Lebenden, durfte ihn aber nicht anfassen: "Berühre mich nicht" - "noli me tangere".
Leonardo da Vinci (und Giampietrino): María Maddalena, um 1515, Privatbesitz
Maria Magdalena war also nicht nur zu Lebzeiten die Frau mit besonderer Nähe zu Jesus - die
Vermutung, dass eine erotische Beziehung zwischen ihr und Jesus bestanden habe, ist schon
alt. Sie war - als Frau! - auch die erste, die die das Christentum begründende Botschaft von der
Auferstehung Christi erfuhr und dann zu verbreiten hatte. Über ihr weiteres Schicksal fehlen
biblische oder andere zuverlässige Berichte. Wohl um 160 entstand das ihr zugeschriebene
"Evangelium der Maria" mit Dialogen zwischen dem Auferstandenen und seinen Jüngerinnen
und Jüngern mit Gedanken aus der Gnosis.

Die Gleichsetzung von Maria Magdalena mit der namenlosen Sünderin, die Jesus die Füße
salbte (Lukasevangelium 7, 37 - 38) und mit Maria von Bethanien wurde schon 373 im
Kommentar von Ephraim dem Syrer vollzogen. Origines trennte die Figuren, aber Papst Gregor
der Große hat diese Gleichsetzung in seinen Auslegungen wieder bestätigt; sie ging von da in
die Legenden und Vorstellungen ein, obwohl sie in der Bibel keinen Anhaltspunkt hat. Das Motiv
der reuigen Sünderin wurde vor allem in der Dichtung und Malerei des Mittelalters häufig
aufgegriffen, später u.a. auch in Friedrich Hebbels Drama "Maria Magdalena" von 1844 sowie
1983 in einer modernen Interpretation von Luise Rinser mit dem Titel "Mirjam

Die Überlieferung der orthodoxen Kirche berichtet, dass Maria in Ephesus gestorben und
bestattet sei. Die Verehrung ist dort seit dem 6. Jahrhundert nachweisbar. Reliquien kamen
dann der Überlieferung nach 899 von Ephesus nach Konstantinopel - dem heutigen Istanbul

Legendär ist eher ihr Aufenthalt in Frankreich, dies hat aber zur großen Verehrung dort geführt,
es werden dort sogar zwei Begräbnisstellen verehrt.
                    Große Frauen in der Bibel und in der Kirche


Anmerkungen zum Thema Maria Magdalena
Jüngerin
Wie wir sahen, gibt es mehrere biblische Hinweise darauf, dass Maria von Magdala zu einer
Frauengruppe gehörte, die zusammen mit den männlichen Jüngern Jesus nachfolgte. Sie scheint
sogar eine besonders wichtige Figur in dieser Gruppe gewesen zu sein, ähnlich Petrus auf
männlicher Seite. In den unterschiedlichen Frauenaufzählungen ist sie die einzige, deren Name
jedes Mal auftaucht – und mit einer Ausnahme zwar immer an erster Stelle.

Exkurs: Wie hat man sich das Leben als Frau im Gefolge Jesu vorzustellen?
In Mk 15,4of wird das Jüngerinnendasein mit drei Begriffen charakterisiert. Zunächst heißt es: „sie
waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt". Der Begriff Nachfolgen bezeichnet ganz allgemein die
Existenz der Jüngerinnengemeinschaft (s. z. B. Mk 8,34. 9,38), das gemeinsame Unterwegssein mit
Jesus – und darin inklusive auch die gemeinsame Verkündigung der Reich-Gottes-Botschaft.
Dieser Weg, auf dem die Jüngerinnen Jesus folgen, wird bei Mk schon früh (8,31-38) als ein Weg
ins Leiden und somit als Kreuzesnachfolge charakterisiert. Zweitens wird gesagt:„und sie hatten
ihm gedient". Der Begriff des Dienens ist sehr umstritten und wurde schon häufig einseitig im
Sinne des täglichen Versorgungsdienstes interpretiert. In seiner ursprünglichen Bedeutung hat
dieses Wort jedoch eine viel allgemeinere Färbung. Gerade bei Mk betont Jesus immer wieder (s.
bes. Mk 9,35-37;10,35-45), zu seiner Nachfolge gehöre, dass alle die Dienerinnen aller seien (Mk
10,45). „Dienen" bezeichnet in diesem grundsätzlichen Sinne eine allgemeine
zwischenmenschliche Haltung und charakterisiert die Beziehungen der Jüngerinnen
untereinander sowie zu Jesus wie ouch die Beziehung Jesu zu den Menschen. Es meint also die
generelle Lebensform der Nachfolgegemeinschaft Jesu, ihr Ethos.
Für eine Interpretation dieses „Dienens” im Sinne von Tischdienst oderfinanzieller Unterstützung
wird allerdings oft auf Lk 8,3 verwiesen. In der Einheitsübersetzung heißt es da:,,Sie unterstützten
Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen."
                   Große Frauen in der Bibel und in der Kirche

Die ursprüngliche griechische Formulierung bezeichnet jedoch nicht nur das finanzielle
Vermögen, sondern bedeutet auch „Möglichkeit und Fähigkeit", also „Vermögen" im allgemeinen
Sinn. Die Formulierung in L 8,3 kann also auch meinen: ,nach allen Kräften; ,wie es der Lage nach
möglich ist' Der dritte Begriff, das Mithinaufziehen (nach Jerusalem) symbolisiert bei Mk die
Schwere des Wegs vom blühenden Anfang in Galiläa hin zur Kreuzesnachfolge. Und gerade auf
diesem Weg ins Leiden und in den Tod sind es die Maria von Magdala und die Frauen, die Jesus
mit letzter Konsequenz folgen.
Da die Frauen bei Mk, Mt und auch bei Joh an dieser Stelle erstmals explizit und ausschließlich
genannt werden, ist davon auszugehen, dass es wirklich nur Frauen waren, die Jesus gerade auf
dieser letzten Strecke zu Kreuz und Grab noch gefolgt sind. Das Verhalten der männlichen Jünger
während der letzten Tage und dem Tod Jesu wird dagegen als nicht sehr rühmlich geschildert: Bei
Jesu verzwei-feltem Gebet in Gethsemani schlafen sie wiederholt ein, nach seiner
Gefangen-nahme fliehen sie (Mk 14,50), während des Verhörs leugnet Petrus, Jesus jemals
gekannt zu haben. Allerdings hatte dieses Verhalten der männlichen Jünger während der letzten
Tage Jesu durchaus Berechtigung. Zu einem politischen Aufrührer zu gehören – und als solcher
wurde Jesus verurteilt – war unter römi-scher Herrschaft lebensgefährlich. Nach römischem Recht
war es üblich, einen politischen Aufrührer mit dem Tod am Kreuz zu bestrafen. Um sein Grab oder
Kreuz herum waren Wachen aufgestellt, die jegliches Zeichen von Anteilnahme und Trauer zu
unterbinden hatten. An seinem Grab auch nur gesehen zu werden, konnte dos eigene Todesurteil
bedeuten, da die Anhängerinnen eines solchen Geächteten mit dem gleichen Tod bestraft wurden.
Dass unter den Römern selbst Frauen gekreuzigt wurden, wissen wir vom jüdischen Historiker
Flavius Josephus. Wenn also von Maria von Magdala und den anderen Jüngerinnen gesagt wird,
dass sie „in einiger Entfernung" beim Kreuz Jesu ausharren, dann ist dieser Sicherheitsabstand
gut zu verstehen. Doss sie überhaupt dort stehen, dass zwei von ihnen danach offenbar die
Grablegung beobachten und sich am frühen Ostermorgen wieder auf den Weg zum Grab machen,
zeugt um so mehr von einem großen Mut, von Risikobereitschaft und von ungeheurer Treue.
                                 Fragen zu Maria Magdalena
 1. Bevor Sie weiteren Texte lesen und die Fragen bearbeiten sprechen Sie bitte darüber, was Sie von
                                      Maria Magdalena wissen.


2. 1. Text: War Maria Magdalena die Sünderin mit der sie gleichgesetzt wurde?


3. 1. Text: Wer diente Jesus mit dem Vermögen?


4. 2 Wer stand unter dem Kreuz oder in der Nähe


5.2 Wer war beim Begräbnis dabei


6. 3 Wer war 1. Zeugin der Auferstehung und Botin (Apostel) an die Apostel?


7. Gibt es Ansätze für unser Leben?


8. Bleiben Fragen?


Bitte Fragen und Antworten auf das Plakat schreiben!
Große Frauen in der Bibel und in der Kirche
             Große Frauen in der Bibel und in der Kirche




Neues Testament
Lydia
Purpurhändlerin
und Gemeindeleiterin
                                              In ihrem Haus in Philippi
Arbeitgruppe Erwachsene
                                              wurde die erste
                                              Hausgemeinde gegründet
               Große Frauen in der Bibel und in der Kirche – Lydia
Apostelgeschichte 16:12-15 Von dort gingen wir nach Philippi Paulus...), in eine Stadt im ersten
Bezirk von Mazedonien, eine Kolonie. In dieser Stadt hielten wir uns einige Tage auf.

16:13 Am Sabbat gingen wir durch das Stadttor hinaus an den Fluß, wo wir
eine Gebetsstätte vermuteten. Wir setzten uns und sprachen zu den
Frauen, die sich eingefunden hatten.

16:14 Eine Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira,
hörte zu; sie war eine Gottesfürchtige, und der Herr öffnete ihr das
Herz, so daß sie den Worten des Paulus aufmerksam lauschte.

16:15 Als sie und alle, die zu ihrem Haus gehörten, getauft waren, bat
sie: Wenn ihr überzeugt seid, daß ich fest an den Herrn glaube,
kommt in mein Haus, und bleibt da. Und sie drängte uns.

Paulus und Silas kommen ins Gefängnis
16:38 Die Amtsdiener meldeten es den obersten Beamten. Diese erschraken, als sie hörten, es
seien römische Bürger. 39 Und sie kamen, um sie zu beschwichtigen, führten sie hinaus und
baten sie, die Stadt zu verlassen. 40 Vom Gefängnis aus gingen die beiden zu Lydia. Dort fanden
sie die Brüder, sprachen ihnen Mut zu und zogen dann weiter.
        Große Frauen in der Bibel und in der Kirche - Lydia



Lydia von Philippi
Name bedeutet: Frau aus Lydien (griech. - latein.)erste Christin in Europa
* in Thyatira, dem heutigen Akhisar in der Türkei
† Ende des 1. Jahrhunderts (?) in Philippi, heute Ruinen bei Krinides in Griechenland
(?)

Lydia war Purpurhändlerin in Philippi. Sie nahm Paulus in ihrem Haus auf
(Apostelgeschichte 16, 14 - 15), bekehrte sich mit ihrer Familie zum Christentum und
war damit die erste Christin in Europa. In ihrem Haus versammelte sich dann die
Christengemeinde von Philippi (Apostelgeschichte 16, 40).

Als Purpurhändlerin muss sie eine relativ reiche Frau gewesen sein die als Frau den
Handel betrieb. Das Haus wird auch „ihr Haus“ gennant.

Ein «Proselyt» ist ein Heide, der voll zum Judentum übergetreten ist.
Davon unterschieden sind die «Gottesfürchtigen», die sich dem
Judentum in lockerer Form angeschlossen haben.

An den Fluss gingen Juden und Gottesfürchtige weil sie dort die vorgeschriebenen
rituellen Waschungen vornehmen konnten.
               Große Frauen in der Bibel und in der Kirche - Lydia
Frauen in der frühen Gemeindeleitung – einige Anmerkungen zum Thema
Aquila und Priska sind auf jeden Fall ein Paar von Frau und Mann. In Korinth besteht in ihrem
Haus eine Hausgemeinde, wer sollte sie anders leiten als die beiden bei ihrem auch sonst
erwiesenen umfangreichen Engagement für die Kirche. Ihr Haus wird in Korinth zur Kernzelle der
Arbeit für Paulus (Apg 18,1-4). Sie hatten wegen eines Ediktes des Kai-sers Claudius aus Rom
fliehen müssen.

Mit Paulus gingen sie nach Ephesus und missionierten wieder in ihrem Haus (Apg 18,18 f 26).
Paulus grüßt ausdrücklich die Gemeinde, die sich in ihrem Haus in Rom versammelt, auch dort
spielen sie wieder eine führende Rolle (Röm 16,4). Hier ist zweimal ausdrücklich von Gemeinde
(ekklesia) die Rede. Wer anders als die beiden hat hier Leitung wahrgenommen. Ihre eindeutige
Führungsrolle weist dies aus.

Nach der Apostelgeschichte (16,11 ff) war Lydia eine Purpurhändlerin, die erste Christin in
Philippi. Sie ließ sich mit ihrem Haus, also mit den Verwandten und dem Hauspersonal, taufen. In
ihrem Haus entwickelte sich das erste Gemeindeleben. Auch hier dürften Leitungsaufgaben bei
einer Frau gelegen haben.

Phoebe ist Diakonin der Gemeinde von Kenchreä. Aus dem Kreis der Sieben kommt Philippus
nach Samaria, er hat vier prophetisch begabte Töchter (Apg 21,8 f). In 1 Kor 11,4 wird es deutlich,
daß Frauen in der Gemeinde (laut) beten und prophetisch reden. Sie sind, das ist das Neue bei der
Jesusgemeinde, von keinem Charisma ausgeschlossen. Die Gruppe der prophe-tisch Begabten
und Lehrenden hatte eine gewisse Nähe zur Aufgabe der Leitung (1 Kor 5,18). Zu späteren Zeiten
haben aber die leitenden Personen die Aufgaben der lehrenden und prophe-tisch Redenden
übernommen.
                Große Frauen in der Bibel und in der Kirche - Lydia


Dagegen scheint 1 Kor 14,13 ff zu stehen, daß es für Frauen ein Redeverbot in der Gemeinde gibt,
wie es in allen Gemeinden üblich sei. Dies widerspricht der Realität und auch dem Ansatz des
Paulus, der im Geist keine Unterschiede mehr zwischen Mann und Frau kennt (Gal 3,28). Es gibt
eine fundamentale Gleichheit aller.

Heutige Exegeten neigen weit-hin dazu zu sagen, daß in 1 Kor 14. 13 ff eine spätere Interpolation
oder eine in den Text gerutschte Randglosse vorliege, die dem Zeitgeist und der Entwicklung der
Gemeinden entspräche, die sich im Verlaufe der Etablierung immer mehr gesellschaftlichen
Verhältnissen an-paßten. Diese Stelle entspricht in etwa der Gemeindeorganisation, wie wir sie
aus den Pastoralbriefen, also einige Jahrzehnte später, kennen. Man hat sich, nicht nur hier,
angepasst. Neuere Auffassungen sehen bei Paulus eine Entwicklung von der gesetezsnahen zur
gesetzesfreien Gemeinde, in der es die Unterschiede zwischen Mann und Frau nicht mehr gibt.
Diese errungene Freiheit geht später wieder verloren
.
Der Situation des Paulus entspricht es deshalb, Frauen gleichrangig wie Männer zu behandeln.
Weithin wurden in seinen Gemein-den Aufgaben meist im Team der Charismabegabten
wahrgenommen. Paulus hat dies in seinen Gemeinden besonders realisiert. Hier sind
nachweisbar Frauen an der unmittelbaren Gemeindeleitung beteiligt.

Paulus und seine Gemeinden suchen nicht zuerst nach systematischen Begründungen für die
Vergabe von Diensten. Es wird danach gefragt, was für die Ausbreitung der Botschaft das Beste
sei. Frauen in der Leitung von Gemeinden sind deshalb für ihn kein Problem. Diese Offenheit der
Gemeindestruktur ist später wieder zurückgenommen worden.
         Große Frauen in der Bibel und in der Kirche – Lydia
In vielfältiger Form und an vielen Stellen kommt das Wort „ekklesia“ für
Ortsgemeinde, vor allem auch in den paulinischen Briefen, vor. Dabei erhält sie auch
den Zunamen des entspre-chen-den Ortes (z.B. Korinth, 1 Kor 1,2) oder eines Gebietes
(z.B. Galatien, 1 Kor 16,1). Aber auch kleine Gemeinschaften, wie Hausgemeinden
werden „ekklesia“ genannt (Röm 16,5; 1 Kor 16,19). Die ekklesia kann auch
unmittelbar die konkrete Ge-meindeversammlung bezeichnen, in der die Gemeinde
sichtbar wird und handelt, so im Bericht des Herrenmahles der Ge-meinde von
Korinth, in dem „wenn ihr als Gemeinde zusam­menkommt“; wie Paulus schreibt: (1
Kor 11,18).
          Große Frauen in der Bibel und in der Kirche - Fragen zu Lydia
1. Bevor Sie weiteren Texte lesen und die Fragen bearbeiten sprechen Sie bitte darüber,
was Sie von Lydia wissen.


2. Text: Was war Lydia von Beruf und welche Bedeutung hatte das?


3. Text: Wer war überwiegend am Fluss?


4. Text: Welcher Typ von Gemeinde entwickelt sich hier?


5. Hatte Lydia Anteil an der Leitung der Gemeinde oder war sie so etwas wie eine
„Gemeindeleiterin“?


6. Gibt es Ansätze für unser Leben?


7. Bleiben Fragen offen?


Bitte Fragen und Antworten aus das Plakat schreiben!
Große Frauen in der Bibel und in der Kirche

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:44
posted:6/18/2012
language:
pages:26