Kabale und Liebe - DOC by VhnY2zqh

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									                           Kabale und Liebe
                     Ein Theaterfilm von Leander Haußmann


Eine Produktion der Boje Buck, Berlin / Lotus Film, Wien
in Koproduktion mit dem ZDFtheaterkanal / 3sat / ZDF, 2005.
Länge: 101’04’’, 16:9, stereo
Gefördert vom Fernsehfilmförderungsfonds der RTR GmbH Wien/ORF, der Filmförderung
des Landes Niederösterreich, Filmfonds Wien und der MFG Filmförderung Baden-
Württemberg.



Es geht eben doch: ein deutscher Klassiker liefert den Stoff, ein kongenialer Regisseur
findet die richtige Form und ein glänzend aufgelegtes Star-Ensemble spielt mit solcher
Leidenschaft, dass Friedrich Schiller seine Freude daran gehabt hätte: Mit seiner Verfilmung
von „Kabale und Liebe“ beweist Leander Haußmann, dass ein klassisches Theaterdrama
das Zeug zu bester Fernsehunterhaltung für alle hat. Gemeinsam mit Boris Naujoks
verwandelte er das Bühnenstück in ein rasantes Drehbuch, ohne dabei Schiller untreu zu
werden. Zwar gibt es einige Straffungen und Umstellungen bei der Figurenführung und
Dramaturgie, aber die Sprache ist echt Schiller und wirkt doch aufregend heutig. Sie ist viel
besser verständlich, als Generationen von Schülerinnen und Schülern es vielleicht in
Erinnerung haben.
Das Drama über die Liebe der Bürgerstochter Luise Miller und Ferdinand von Walter als
filmisch inszenierte Love-Story, die unglücklich endet, weil Liebe und Freiheitswillen in einer
engstirnigen Standeswelt erst im Tod ihre leidenschaftliche Erfüllung finden. Der Präsident
will seinen Sohn Ferdinand mit seiner Mätresse Lady Milford verheiraten, doch Ferdinand
weigert sich. Lady Milford versucht durch ihre Liaison mit dem Fürsten, ihn in seiner
tyrannischen Regierung zu Mäßigung zu bewegen, echte Liebe allerdings empfindet sie nur
für Ferdinand. Doch Ferdinand gesteht ihr seine Liebe zu einem bürgerlichen Mädchen. Er
ist fest entschlossen, sich gegen den Standesunterschied und sein Schicksal aufzulehnen
und eine Verbindung mit Luise einzugehen. Durch hinterhältige Intrigen, Gerüchte und Verrat
nimmt die Kabale ihren Lauf und reißt alle in den Untergang.
Leander Haußmann verfilmt den Stoff in historischem Ambiente. Sein Gespür für die richtige
Besetzung beginnt beim tragischen Liebespaar Luise und Ferdinand. Die entzückende Paula
Kalenberg, 18 Jahre jung, und in ihrer Rolle äußerlich die Inkarnation der Unschuld und
Reinheit, verführt ihr Publikum gemeinsam mit August Diehl als Ferdinand zu einer Berg-
und Talfahrt der Gefühle, an deren Ende nicht nur die unvermeidliche Tragödie steht,
sondern auch die Hoffnung, dass allein die Liebe sie zu überwinden vermag, wenn auch
nicht im wirklichen Leben. Und so jung und blütenrein sie auch ist – Haußmanns Luise weiß
schon, warum es im Diesseits so schwer ist, auf den Flügeln der Liebe der Unterdrückung
und Ungerechtigkeiten der damaligen (und der heutigen) Welt zu entfliehen: Ohne Vertrauen
kommen wir nicht zusammen. Das ist fast schon altersweise.
Götz George als atemlos dominanter Vater Ferdinands gibt seiner Figur des Präsidenten von
Walter das Profil eines Raubtierkarrieristen, Detlev Buck ist sein Oberintrigant Wurm, der die
Kabale erfindet, weil er von der Liebe verschmäht wird und Katja Flint ist Lady Milford, deren
mondäne Schönheit zu Perückenpuder zerfällt, als Luise ihr begegnet und sie einsehen
muss, dass ihr standesdurchtränktes Rollenspiel dieser Liebe nichts entgegenzusetzen hat.
Katharina Thalbach und Ignaz Kirchner geben Luises Eltern Miller und Millerin mit viel Witz
beides: Aufrichtigkeit und Tumbheit des kleinbürgerlichen Standes, dem Friedrich Schiller in
seiner Zeit politisch korrekt vielleicht Moral zutraute, von dem er ästhetisch jedoch zu keiner
Zeit überzeugt schien. Eines von vielen Kabinettstückchen des Films gelingt Katharina
Thalbach, wenn sie am Ende naiv und vom Adel geblendet zur Handlangerin des Giftmordes
an der eigenen Tochter wird, der Kabale und Liebe miteinander versöhnt.
Der Film „Kabale und Liebe“ war der Abschluss und Höhepunkt der umfangreichen
programmlichen Aktivitäten von ZDF, ZDFtheaterkanal und 3sat zum Schiller-Jahr 2005. Es
war die bislang aufwändigste Theaterverfilmung im Verbund der Programmfamilie und wurde
mit opulenter und sehr sorgfältig gearbeiteter Ausstattung an verschiedenen Orten in
Österreich und Tschechien in 24 Drehtagen in Szene gesetzt.




„Kabale Und Liebe“ wurde Publikumserfolg
Mehr als 350.000 Zuschauer allein in Deutschland erreichte 3sat bei der Erstausstrahlung von
„Kabale und Liebe“.

Damit erreicht die Produktion des ZDFtheaterkanals in Zusammenarbeit mit 3sat und dem
ZDF bereits bei seiner Fernseh-Premiere im Kultursender 3sat ein größeres Publikum als alle
anderen TV-Adaptionen von Theaterstoffen zuvor.
Besonders erfreulich der hohe Anteil von jüngeren Zuschauern, der bei deutlich über der
Hälfte des Gesamtpublikums lag.
„Kulturfernsehen ist auf dem Vormarsch“ freut sich ZDFtheaterkanal-Leiter Wolfgang
Bergmann, „wenn es denn richtig gemacht wird. Kompliment an Leander Haußmann und sein
wundervolles Ensemble“.




Schiller lebt!
Vorwort von ZDF-Intendant Markus Schächter

Schiller in Love
Von Wolfgang Bergmann, Leiter des ZDFtheaterkanals

Kabale und Liebe
Stab, Besetzung, Inhalt

"Liebe und Leid liegen so nah beisammen"
Interview mit "Luise"-Darstellerin Paula Kalenberg

Biografien
Schiller lebt!

Vorwort von ZDF-Intendant Markus Schächter

Mit der Initiative seines Theaterkanals und der Partnerprogramme 3sat und ARTE
hat das ZDF in diesem Jahr einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, den
Säulenheiligen der deutschen Klassik aus Anlass seines 200. Todestages vom
Staube zu befreien und ins Hier und Jetzt zu holen. Viel zu aufregend seine Themen
und viel zu reich seine Sprache, um seine Bücher nun wieder in d en Regalen
verschwinden zu lassen. Ganz im Gegenteil.

Nach der 24 Stunden Lesung in der Akademie der Künste in Berlin zur Eröffnung
des Schiller-Jahres, nach dem "Literarischen Quartett" und der "langen Schiller -
Nacht" im ZDF, dem Thementag "Schiller" in 3sat und dem Schwerpunkt-Monat im
ZDFtheaterkanal steht die aufregendste Neubesichtigung eines Schiller-Stoffes nun
erst bevor: Leander Haußmann, der erfolgreiche Wanderer zwischen den Welten
Film und Theater, hat eines der bekanntesten Dramen mit leidens chaftlichem
Engagement und ungewöhnlichem Aufwand neu verfilmt: "Kabale und Liebe", seine
furiose Anklage gegen die Ungerechtigkeit der aristokratischen Klassengesellschaft.
Ausgerechnet dieser Stoff, auf den ersten Blick sehr an seine Zeit und ihre
besonderen Verhältnisse gebunden, soll für eine moderne publikumswirksame
Fernsehverfilmung tauglich sein, noch dazu in Originalsprache? Ein Wagnis ohne -
gleichen, realisiert als internationale Koproduktion, mit herausragen den
Schauspielerinnen und Schauspielern an Drehorten in Österreich und Tschechien.
Mit Können, Witz und Mut zur großen Emotion ist Haußmann ein Kabinettstück
gelungen, ein Vexierspiel zwischen historisch korrektem Mantel- und Degen-Drama,
und feinmaschig gewirkter, ironisch aktueller Parabel über die (Ohn-) Macht der
Liebe in Zeiten der allumfassenden, das Gute, Wahre, Schöne erstickenden Kabale.
Ein "Gusto-Stück" nennen das die theaterverliebten Österreicher.

Herzlich lade ich Sie ein zu dieser aufregenden Begegnung mit Schillers Welt in
den Programmen der stärksten Kulturfamilie im deutschen Fernsehen, bei ZDF, 3sat
und ZDFtheaterkanal.
Schiller in Love

Zu Leander Haußmanns Verfilmung von "Kabale und Liebe"

Es geht eben doch: Ein deutscher Klassiker liefert den Stoff, ein kon genialer
Regisseur findet die richtige Form und ein glänzend aufgelegtes Star-Ensemble
spielt mit solcher Leidenschaft, dass Friedrich Schiller seine Freude daran gehabt
hätte: Mit seiner Verfilmung von "Kabale und Liebe" beweist Leander Haußmann,
dass ein klassisches Theaterdrama das Zeug zu bester Fernsehunterhaltung für alle
hat. Gemeinsam mit Boris Naujoks verwandelte er das Bühnenstück in ein rasantes
Drehbuch, ohne dabei Schiller untreu zu werden. Zwar gibt es einige Straffungen
und Umstellungen bei der Figurenführung und Dramaturgie, aber die Sprache ist
echt Schiller und wirkt doch aufregend heutig. Sie ist viel besser verständlich, als
Generationen von Schülerinnen und Schülern es vielleicht in Erinnerung haben.

Das liegt an Haußmanns Inszenierungskunst, die sowohl im Theater als auch im
Kino Erfolge um Erfolge feiert. Schon zu DDR-Zeiten legte der aus einer
Schauspieler-Familie stammende, gebürtige Quedlinburger, Absolvent der
Schauspielschule Ernst Busch, das Fundament zu seiner Ausnahmekarriere. Gera,
Parchim und Weimar waren wichtige Stationen als Theaterregisseur, später folgten
die großen Häuser in München und Berlin, bevor er Mitte der 90er Jahre die Leitung
des Bochumer Schauspielhauses übernahm. Etwa zeitgleich holte ihn Detlev Buck
zunächst vor die Kinokameras, bis er im Jahr 1999 sein gefeiertes Kinodebut mit der
Boje/Buck-Produktion "Sonnenallee" hinlegte und gleich mit dem Bundesfilmpreis
dafür belohnt wurde.

Neben Shakespeare war es immer wieder Schiller, der Haußmann be schäftigt hat.
Und so war es auch sein Herzenswunsch, "Kabale und Liebe" einmal zu verfilmen.
Dass es ihm so gut gelungen ist, liegt zu einem hohen Maß an seinem hinreißenden
Ensemble, an Schauspielerinnen und Schauspielern, die mit erkennbarer Spiellaune
dafür sorgen, dass "Kabale und Liebe" Kopf und Herz gleichermaßen zu errei chen
vermag.

Haußmanns Gespür für die richtige Besetzung beginnt beim tragischen Liebespaar
Luise und Ferdinand. Die entzückende Paula Kalenberg, 18 Jahre jung und in ihrer
Rolle äußerlich die Inkarnation der Unschuld und Reinheit, verführt ihr Publikum
gemeinsam mit August Diehl als Ferdinand zu einer Berg - und Talfahrt der Gefühle,
an deren Ende nicht nur die unvermeidliche Tragödie steht, sondern auch die Hoff -
nung, dass allein die Liebe sie zu überwinden vermag, wenn auch nicht im
wirklichen Leben. Und so jung und blütenrein sie auch ist – Haußmanns Luise weiß
schon, warum es im Diesseits so schwer ist, auf den Flügeln der Liebe der
Unterdrückung und Ungerechtigkeiten der damaligen (und der heutigen) Welt zu
entfliehen: Ohne Vertrauen kommen wir nicht zusammen. Das ist fast schon
altersweise.

Götz George als atemlos dominanter Vater Ferdinands gibt seiner Fi gur des
Präsidenten von Walter das Profil eines Raubtierkarrieristen, Detlev Buck ist sein
Oberintrigant Wurm, der die Kabale erfindet, weil er von der Liebe verschmäht wird
und Katja Flint ist Lady Milford, deren mondäne Schönheit zu Perückenpuder
zerfällt, als Luise ihr begegnet und sie einsehen muss, dass ihr
standesdurchtränktes Rollenspiel dieser Liebe nichts entgegenzusetzen hat.
Katharina Thalbach und Ignaz Kirchner geben Luises Eltern Miller und Millerin mit
viel Witz beides: Aufrichtigkeit und Tumbheit des kleinbür gerlichen Standes, dem
Friedrich Schiller in seiner Zeit politisch korrekt vielleicht Moral zutraute, von dem er
ästhetisch jedoch zu keiner Zeit überzeugt schien. Eines von vielen
Kabinettstückchen des Films gelingt Katharina Thalbach, wenn sie am Ende naiv
und vom Adel geblendet zur Handlangerin des Giftmordes an der eigenen Tochter
wird, der Kabale und Liebe miteinander versöhnt.

Der Film "Kabale und Liebe" ist Abschluss und Höhepunkt der umfang reichen
programmlichen Aktivitäten von ZDF, ZDFtheaterkanal und 3sat zum Schiller -Jahr
2005. Er bedeutet die bislang aufwändigste Theaterverfilmung im Verbund der
Programmfamilie und wurde mit opulenter und sehr sorgfältig gearbeiteter
Ausstattung an verschiedenen Orten in Österreich und Tschechien in 24 Drehtagen
in Szene gesetzt.

Die Produzenten BojeBuck, Berlin und Lotus Film, W ien realisierten das Vorhaben
als internationale Koproduktion, unterstützt von der MFG Filmförderung Baden –
Württemberg, gefördert vom Fernsehfilmförderungsfond der RTR GmbH, Wien und
der Filmförderung des Landes Niederösterreich, dem Filmfonds Wien unter
Beteiligung des Österreichischen Rundfunks ORF, sowie als Hauptauftraggeber und
Initiator vom ZDFtheaterkanal mit 3sat und dem ZDF.

Wolfgang Bergmann,
Leiter des ZDFtheaterkanals
Kabale und Liebe
Theaterfilm von Leander Haußmann

Stab- und Besetzung:

Drehbuch                  Leander Haußmann, Boris Naujoks
Regie                     Leander Haußmann
Kamera                    Tilman Büttner
Kostümbild                Thomas Olah
Szenenbild                Lothar Holler
Schnitt                   Mona Bräuer
Produktion                Boje Buck, Berlin, Lotus Film, Wien
                          in Koproduktion mit ZDFtheaterkanal, 3sat und ZDF
Redaktion                 Wolfgang Bergmann, Meike Klingenberg
Länge                     ca. 100'

Gefördert vom Fernsehfilmförderungsfond der RTR GmbH Wien/ORF, der
Filmförderung des Landes Niederösterreich, Filmfonds Wien und der MFG
Filmförderung Baden-Württemberg

Die Rollen und ihre Darsteller:
Luise Miller              Paula Kalenberg
Ferdinand von Walter      August Diehl
Präsident                 Götz George
Lady Milford              Katja Flint
Frau Miller               Katharina Thalbach
Herr Miller               Ignaz Kirchner
Wurm                      Detlev Buck
Von Kalb                  Georg Friedrich
Sophie                    Annika Kuhl
Kammerdiener              Adam Oest
Delinquent                Torsten Michaelis
Inhalt:

Das Drama über die Liebe der Bürgerstochter Luise Miller und des jungen Grafen
Ferdinand von Walter als filmisch inszenierte Love-Story, die unglücklich endet, weil
Liebe und Freiheitswillen in einer engstirnigen Standeswelt erst im Tod ihre
leidenschaftliche Erfüllung finden.

Der Präsident will seinen Sohn Ferdinand mit seiner Mätresse Lady Milford
verheiraten, doch Ferdinand weigert sich. Lady Milford ver sucht durch ihre Liaison
mit dem Fürsten, ihn in seiner tyrannischen Regierung zu Mäßigung zu bewegen –
echte Liebe allerdings empfindet sie nur für Ferdinand. Doch Ferdinand gesteht ihr
seine Liebe zu einem bürgerlichen Mädchen. Er ist fest entschlossen, sich gegen
den Standesunterschied und sein Schicksal aufzulehnen und eine Verbin dung mit
Luise einzugehen. Durch hinterhältige Intrigen, Gerüchte und Verrat nimmt die
Kabale ihren Lauf und reißt alle in den Untergang.

Leander Haußmann verfilmte den Stoff in historischem Ambiente. Das tragische
Liebespaar Luise und Ferdinand besetzte er mit der 18-jährigen
Nachwuchsschauspielerin Paula Kalenberg und dem erfolgreichen Jungmimen
August Diehl. Götz George spielt den dominanten Vater Ferdinands, den
Präsidenten von Walter. Detlev Buck ist sein Oberintrigant Wurm und Katja Flint
brilliert als Lady Milford, deren Standesdünkel der wahren Liebe nichts
entgegenzusetzen hat. Katharina Thalbach und Ignaz Kirchner schließlich sind als
Luises kleinbürgerliche Eltern zu sehen. Mit anderen Worten: Leander Haußmanns
Star-Ensemble bringt Schillers klassisches Theaterdrama mit ungeheurer Intensität
auf die Leinwand.
"Liebe und Leid liegen so nah beisammen"

Interview mit "Luise"-Darstellerin Paula Kalenberg

Sie spielen in Leander Haußmanns Film "Kabale und Liebe" die weibliche
Hauptrolle. Wie gut kannten Sie Schillers Werke vorher?

In der Schule hatte ich recht viel mit Goethe zu tun – Schiller kannte ich bloß aus
einigen Gedichten. Im Gegensatz zu Goethes habe ich Schillers Texte als eher
düster empfunden und sie gefielen mir nicht besonders. Wenn man Love -Storys a la
Hollywood gewohnt ist, fragt man sich eben auch erst mal, was Tod und Leid mit der
Liebe zutun haben.

Und wie sehen Sie Friedrich Schiller nach Ihrer Mitarbeit an "Ka bale und Liebe"?

Jetzt bin ich ein wenig auf den Geschmack gekommen und habe mich gleich mit
einem Haufen Reclambüchlein eingedeckt. Jetzt empfinde ich gerade diese beinahe
düstere Seite als besonders intensiv und irgendwie wirklicher als das meiste, was
ich bisher kannte. Zu erkennen, dass Liebe und Leid so nah beisammen liegen, war
eine der Bereicherungen, die ich durch die Arbeit an den Schiller -Texten erfahren
durfte.

Ein Thema des Films ist die Freiheit oder Unfreiheit des einzel nen Menschen in der
Gesellschaft. Ist das ein aktuelles Thema? Ist die "Luise" eine Figur, die es heute
noch geben könnte?

Wir leben in einer Welt mit einem Wust an äußeren Einflüssen, denen wir uns kaum
entziehen können. Inwiefern man da nun von einer Unfreiheit des Einzelnen
sprechen kann, weiß ich nicht. Ich denke, es gibt eine tiefere Freiheit, die uns
niemand nehmen kann. Und Luise in der heutigen Zeit hätte wohl mit anderen
gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen. Sie müsste vielleicht Job und Kind unter
einen Hut bringen, ohne ihr Gesicht als emanzipierte Frau zu verlieren.

Sie mussten den Schiller-Text durchweg im Original sprechen –wie sind Sie damit
zurechtgekommen? Hat es Sie in Ihrer schauspielerischen Ausdrucksvielfalt
behindert?

Sicher, man konnte keine Füllwörter wie "cool" oder so in das Spiel einbauen, und
nicht selten habe ich mich selbst dabei erwischt, wie ich Emotionen völlig getrennt
vom Text gespielt habe. Mir kamen die Texte erst sehr abstrakt und alltagsfern vor,
doch je länger ich mich damit beschäftigte, desto vertrauter wurden sie mir.

Die Luise Miller im Stück sieht aus ihrer missverstanden Position keinen anderen
Ausweg als den Tod. Können Sie das nachvollziehen? Wie viel weiß man als
heranwachsende junge Frau von der Liebe?

Einen Selbstmord aus Liebe habe ich in meinem Leben nie in Betracht ziehen
müssen. Ich hänge sehr am Leben und glaube, dass es hinter jedem Unglück einen
Joker versteckt hält – dass es sich also deshalb lohnt, am Leben zu bleiben. Mir hat
es geholfen die Situation zu verstehen, als Leander Haußmann meinte, Luise und
Ferdinand seien in dem Moment, als sie beide bereits das Gift genommen haben,
wie zwei kleine Kinder, die Mist gebaut haben.

Auch wenn Sie einem breiten Publikum als "Newcomerin" erscheinen werden, sind
Sie doch schon lange eine gefragte Schauspielerin. Wie haben Sie die Arbeit mit
dem hochkarätig besetzten Team empfunden? Hat es Spaß gemacht?

Auf alle Fälle bin ich zutiefst dankbar, dass Leander Haußmann mir die Rolle
zugetraut hat. Gerade er, aber auch August Diehl haben mir sehr viel Halt während
der Arbeit gegeben. Egal, wie viele Lobeshymnen ich jetzt noch anstimme, es würde
nicht das ausdrücken, was mir die Arbeit an dem Film gegeben hat. Ich denke, das
war eine der schönsten und intensivsten Zeiten, die ich bisher erleben durfte. Ich
glaube, ich habe die Liebe zur Schauspielerei entdeckt und lernen dürfen, dass nur
die Liebe zu etwas eine Sache so gedeihen lassen kann.
Biografien

Leander Haussmann
(Regisseur)

Leander Haußmann studierte Schauspiel an der "Hochschule für Schauspielkunst
Ernst Busch" in Berlin und erhielt im Anschluss Engagements in Gera, Parchim und
Weimar, bevor er schließlich ins Regiefach wechselte. 1995, im Alter von 36 Jahren,
übernahm er für fünf Jahre die Intendanz des Schauspielhauses Bochu m.1999
lieferte Haußmann mit "Sonnenallee" seine erste Regiearbeit fürs Kino ab, für die er
zusammen mit Thomas Brussig den Deutschen Drehbuchpreis und im Jahr 2000 den
Deutschen Filmpreis in Silber erhält. Sein zweiter Kinospielfilm "Herr Lehmann",
nach dem gleichnamigen Kultroman von Sven Regener, wurde 2004 für den
Deutschen Filmpreis nominiert; Detlev Buck und Sven Regener erhielten je den
Filmpreis in Gold. Leander Haußmanns aktuelles Projekt – neben "Kabale und
Liebe" – ist der Kinofilm "NVA", der am 29. September 2005 im Kino startet.

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1999           "Sonnenallee"
2003           "Herr Lehmann"
2004           "NVA"
2005           "Kabale und Liebe"


Theater – eine Auswahl

2000           "Paul und Paula", Berliner Volksbühne
2001           "Ein Sommernachtstraum", Berliner Ensemble
2002           "Elektra", Berliner Ensemble
2003           "Der Sturm", Berliner Ensemble
Detlev Buck
(Wurm)

Detlev Buck, Jahrgang 1962, ist Schauspieler, Autor und Regisseur. Nach Abitur
und Zivildienst gab er mit 22 Jahren sein Regiedebüt: "Erst die Arbeit und da nn" ist
mittlerweile zum Kultfilm avanciert. Für die Regie von "Karniggels" erhielt Buck den
Bayerischen Filmpreis. "Wir können auch anders" lief erfolgreich im Wettbewerb der
Berliner Filmfestspiele und erntete beim Bundesfilmpreis 1993 vier Filmbänder in
Gold und ein Filmband in Silber. Die Komödie "Männerpension", mit der Heike
Makatsch und Marie Bäumer ihren großen Durchbruch hat ten, gehört zu den
erfolgreichsten deutschen Filmen. 2004 erhielt Detlev Buck für seine
schauspielerische Leistung in "Herr Lehmann" den Deutschen Filmpreis in Gold als
bester Nebendarsteller. Derzeit arbeitet er an seinem neuen Film "Knallhart", der
2006 im Kino laufen soll. In "Kabale und Liebe" übernimmt Buck die Rolle des
Dieners "Wurm".

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1991            "Karniggels", Regie: Detlev Buck
1993            "Wir können auch anders", Regie: Detlev Buck
1996            "Männerpension", Regie: Detlev Buck
1998            "Der große Bagarozy", Regie: Bernd Eichinger
                "Liebe deine Nächste", Regie: Detlev Buck
                "Aimee und Jaguar", Regie: Max Faberböck
1999            "Sonnenallee", Regie: Leander Haußmann
2000            "Liebesluder", Regie: Detlev Buck
2001            "Blue Moon", Regie: Andrea Dusel
2002            "Herr Lehmann", Regie: Leander Haußmann
2004            "NVA", Regie: Leander Haußmann
2005            "Knallhart", Regie: Detlev Buck
                "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
August Diehl
(Ferdinand)

Der Schauspieler August Diehl begann seine Karriere nach einer Aus bildung an der
Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch parallel am Theater und beim
Film. Er spielte im Ensemble des Maxim-Gorki-Theater, während ihm mit der
Hauptrolle in dem Kinofilm "23" (Regie: Hans Christian Schmid) der große
Durchbruch gelang. Für seinen Part erhielt er 1998 den Bayerischen Filmpreis, ein
Jahr später den Deutschen Filmpreis. In den folgenden Ja hren sah man Diehl häufig
im Kino – in der Ingrid Noll-Verfilmung "Kalt ist der Abendhauch" oder in den
Thrillern "Tattoo" und "Anatomie II". Auch dem Theater blieb er weiterhin treu und
spielt in den Stücken "Die Möwe" und "Roberto Zucco" am Burgtheater Wien. 2004
sah man ihn an der Seite von Daniel Brühl in Achim von Borries’ Kinofilm "Was nützt
die Liebe in Gedanken" in einer Hauptrolle, für die er mit dem UNDINE -Award, dem
Preis der deutschen Filmkritik sowie dem DIVA-Award ausgezeichnet wurde. 2005
erhielt er für seine Rolle in "Der neunte Tag" von Volker Schlöndorff eine
Nominierung für den Deutschen Filmpreis als "Bester männlicher Darsteller". In dem
preisgekrönten Episodenfilm "Lichter" arbeitete Diehl wieder mit dem Regisseur
Hans Christian Schmid zusammen. August Diehl spielt in Leander Haußmanns
"Kabale und Liebe" die Rolle des jungen Grafen Ferdinand

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1997             "23", Regie: Hans-Christian Schmid
1998             "Die Braut", Regie: Egon Günther
1999             "Kalt ist der Abendhauch", Regie: Rainer Kaufmann
2001             "Tattoo", Regie: Robert Schwentke
2002             "Anatomie II", Regie: Stefan Ruzowitzky
                 "Was nützt die Liebe in Gedanken", Regie: Achim von Borries
                 "Lichter", Regie: Hans-Christian Schmid
2003             "Mouth to Mouth", Regie: Alison Murray
                 "Der neunte Tag", Regie: Volker Schlöndorff
2004             "LIVE-Movie – Feuer in der Nacht", Regie: Kai Wessel
2005             "Slumming", Regie: Michael Glawogger
                 "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
                 "Ich bin die Andere", Regie: Margarethe von Trotta




Katja Flint
(Lady Milford)

Katja Flint verbrachte ihre ersten Lebensjahre in einer Bergwerks siedlung in der
Nähe des Steinhuder Meers bei Hannover. Sie wuchs in Utah/USA auf und kehrte
schließlich nach Deutschland zurück, um hier ihr Abitur zu machen. Nach einer
zweieinhalbjährigen Schauspielausbildung sammelte sie erste Theatererfahrungen
unter anderem am Münchener Staatstheater. Ihr Kinodebüt gab Katja Flint 1983 in
Roland Suso Richters Nachkriegsdrama "Kolp". Darauf folgten die Ki nofilme
"Vergesst Mozart" (Regie: Slavo Luther), "Der demokratische Terrorist" (Regie: Per
Berglund), (Regie: Dominik Graf), "Du bringst mich noch um" (Regie: Wolfgang
Paulus), "Widows" (Regie: Sherry Hormann) und 1998 dann "Straight Shooter" mit
Dennis Hopper (Regie: Thomas Bohn). 2001 sah man die Schauspielerin in der
Hauptrolle in Joseph Vilsmaiers "Marlene" sowie ein Jahr später in Oskar Roeh lers
"Suck my dick". Dem Fernsehpublikum ist sie durch die Produktio nen "Leo und
Charlotte" (Regie: Kasper Heidelbach), "Vicky’s Night mare" (Regie: Peter Keglevic),
"Der Tod spielt mit" (Regie: Bernd Schadewald) und "Täusche Deinen nächsten wie
Dich selbst" (Regie: Carlo Rola) bekannt. Danach stellte Katja Flint sich einer neuen
Herausforderung und spielt die Madame Pompadour in der internationa len
Produktion "The Young Casanova" (Regie: Giacomo Battioto). Für die Rolle einer
einfältigen Vorstadt-Blondine in dem Fernsehspiel "Liebe und Verlangen" (Regie:
Judith Kennel) erhielt sie viel Kritikerlob. Es folgten zwei nach Katja Flints Idee
entwickelte Filme: "Wie krieg ich meine Mutter groß" (Regie: Stephan Wagner) und
"21 Liebesbriefe" von Regisseurin Nina Grosse. Zur Zeit steht Katja Flint für Bernd
Heibers Kinodebüt "Herzentöter" (AT) vor der Kamera. In Leander Hauß manns
"Kabale und Liebe" ist Katja Flint als Lady Milford zu sehen.

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1983           "Kolp", Regie: Roland Suso Richter
1984           "Vergesst Mozart", Regie: Slavo Luther
1991           "Der demokratische Terrorist", Regie: Per Berglund
1993           "Die Sieger", Regie: Dominik Graf
1994           "Du bringst mich noch um", Regie: Wolfram Paulus
1995           "Das Mädchen Rosemarie", Regie: Bernd Eichinger
1996           "Der Venusmörder", Regie: Dominique Othenin-Girard
1997           "Widows", Regie: Sherry Hormann
               "Vickys Alptraum", Regie: Peter Keglevic
1998           "Der Tod spielt mit", Regie: Bernd Schadewald
1999           "Straight Shooter", Regie: Thomas Bohn
2000           "Marlene", Regie: Joseph Vilsmaier
2001           "The Young Casanova (Mme Pompadour)”, Regie: Giacomo Battiato
               "Suck my dick", Regie: Oskar Roehler
               "Der Solist", Regie: Stephan Wagner
2002           "Liebe und Verlangen", Regie: Judith Kennel
               "Olgas Sommer", Regie: Nina Grosse
2004           "Wie krieg ich meine Mutter groß?", Regie: Stephan Wagner
               "21 Liebesbriefe", Regie: Nina Grosse
2005           "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
               "Herzentöter", Regie: Bernd Heiber
               "Die weiße Massai", Regie: Hermine Huntgeburth
Götz George
(Präsident, Ferdinands Vater)

Götz George stand bereits als Kind auf der Bühne des Berliner Heb bel-Theaters. Mit
22 Jahren erhielt er 1960 den "Bundesfilmpreis" für den Film "Jacqueline" (Regie:
Wolfgang Liebeneiner), ein Jahr später den "Deutschen Kritikerprei -" sowie 1962
den "Bambi" als beliebtester Schauspieler. Zwischen 1959 und 1969 spielte Götz
George in 26 Kinofilmen, darunter "Kirmes" von Wolfgang Staudte, Kurt Hoffm anns
"Liebe will gelernt sein" und "Ostwind" von Jean-Luc Godard. Unvergessen bleibt
Götz Georges Rolle in dem Publikumserfolg "Abwärts" (Regie: Carl Schenkel, 1984)
sowie seine Darstellung des Massenmörders Haarmann in "Der Totmacher" (Regie:
Romuald Karmakar, 1995), für die er mit der Coppa Volpi und dem Bundesfilmband
in Gold ausgezeichnet wurde. Mit Regisseur Helmut Dietl drehte George 1992 die
mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Satire "Schtonk" sowie vier Jahre später
die Komödie "Rossini". Zwischen 1981 und 1991 machte er den Ruhrpott-Kommissar
Schimanski so populär, dass die Serie seit 1997 in der ARD fortgesetzt wird.
Weitere Fernseh-Highlights mit Götz George sind der mit dem Grimme-Preis
prämierte "Der Sandmann" (Regie: Nico Hofmann, 1994), "Die Bubi Scholz-Story"
unter der Regie von Roland Suso Richter (1997) sowie 2002 "Der An walt und sein
Gast" von Torsten C. Fischer und Stefan Krohmers "Familienkreise". Für Andreas
Kleinerts "Mein Vater" erhielt er im letzten Jahr zusammen mit Klaus J. Behrendt
den Publikumspreis des Adolf-Grimme-Instituts und den Bayerischen Fernsehpreis.
In Amerika wurde der Film mit dem "Emmy Award" als bester ausländischer
Fernsehfilm ausgezeichnet. Götz George spielt in Haußmanns "Kabale und Liebe"
den Präsidenten, Ferdinands Vater.

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1959           "Jacqueline", Regie: Wolfgang Liebeneier
1977           "Aus einem deutschen Leben", Regie: Theodor Kotulla
seit 1981      "Schimanski"-Tatort, Regie: diverse
1984           "Abwärts", Regie: Carl Schenkel
1987           "Zabou", Regie: Hajo Gies
               "Zahn um Zahn", Regie: Hajo Gies
1988           "Die Katze", Regie: Dominik Graf
1991           "Schtonk", Regie: Helmut Dietl
seit 1996      "Schimanski"-Folgen, Regie: diverse
               "Rossini", Regie: Helmut Dietl
               "Der Totmacher", Regie: Romuald Karmakar
1997           "Das Trio", Regie: Hermine Huntgeburth
1998           "Nichts als die Wahrheit", Regie: Roland Suso Richter
2003           "Blatt und Blüte", Regie: Michael Kreindl
               "Mein Vater", Regie: Andreas Kleinert
               "Gott ist tot", Regie: Kadir Sözen
               "Victor Vogel – Commercial Man", Regie: Lars Kraume
2003 + 2004    "Alpenglühen" I + II, Regie; Hajo Gies
2004           "Einmal so, wie ich will", Regie: Vivian Naefe
2005           "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
               "Maria an Callas", Regie: Petra K. Wagner
Paula Kalenberg
(Luise Müller)

Die 1986 geborene Paula Kalenberg hat sich mit anspruchsvollen und
ungewöhnlichen Rollen als Nachwuchsschauspielerin fest etabliert. Sie debütierte in
Ben Verbongs Psychokrimi "Hanna, wo bist du?" an der Seite von August Zirner und
Hannes Jaenicke. Im selben Jahr drehte sie unter der Regie von Regisseur Micki
Rowitz "Am Ende der Wahrheit". In der Kriminalromanverfilmung "Der
Puppengräber" spielt sie das Opfer eines Mädchenmörders, in der Kölner "Tatort" -
Folge "Bermuda" übernahm sie den Part einer jungen Millionenerbin, die i n einer
Wohngruppe für schwer erziehbare Jugendliche lebt. Es folgten Rollen in dem
Thriller "Der Stich des Skorpion" (Regie: Stephan Wagner) und dem Melodram "Die
Ärztin" von Matti Geschonneck. Im letzten Jahr drehte die Schauspielerin in Prag
den ZDF-Zweiteiler "Durch Liebe erlöst" nach dem Roman von Hedwig Courths -
Mahler. In "Kabale und Liebe" spielt Paula Kalenberg die Rolle der 16 -jährigen Luise
Miller.

Film und Fernsehen – eine Auswahl

2001           "Hanna, wo bist du?", Regie: Ben Verbong
               "Am Ende die Wahrheit", Regie: Micki Rowitz
2002           "Tatort - Bermuda", Regie: Manfred Stelzer
               "Der Puppengräber", Regie: Claudia Prietzel
               "Die Sitte", Regie: Florian Froschmeier
2003           "Der Stich des Skorpion", Regie: Stephan Wagner
               "Die Ärztin", Regie: Matti Geschonneck
2004           "Durch Liebe erlöst", Regie: Jörg Grünler
2005           "Die Wolke", Regie: Gregor Schnitzler
               "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
Ignaz Kirchner
(Herr Miller)

Ignaz Kirchner wurde 1946 im Rheinland geboren. Nach seiner Ausbil dung an der
Schauspielschule Bochum übernahm er in den letzten vier Jahrzehnten Hauptrollen
an den wichtigsten Theatern Deutschlands sowie am Burgtheater in Wien. Seine
Arbeit als einer der führenden deutschsprachigen Theaterschauspieler lässt ihm
nicht oft Zeit für Aufgaben bei Film und Fernsehen. Dennoch spielte er in den letzten
Jahren in renommierten TV- und Kinoproduktionen, darunter "Sonnenallee" und
"Victor Klemperer". Demnächst wird er in Leander Hauß manns Kinofilm "NVA" über
die DDR-Armee in einer grotesken Uniform-Rolle sein komisches Talent zeigen. In
"Kabale und Liebe" ist er als Vater Miller der Kontrahent von Götz George.

Film und Fernsehen – eine Auswahl

1996             "Männerpension", Regie: Detlev Buck
1999             "Sonnenallee", Regie: Leander Haußmann
2000             "Victor Klemperer" (I - IV), Regie: Kai Wessel
                 "Zimmer mit Frühstück", Regie: Michael Verhoeven
2001             "Wasserfälle von Slunj", Regie: Peter Patzak
2002             "Himmel, Polt und Hölle", Regie: Julian Pölsler
2005             "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
                 "NVA ", Regie: Leander Haußmann




Katharina Thalbach
(Frau Miller)

Ihre erste Rolle spielte Katharina Thalbach 1969 mit 15 Jahren am Berliner
Ensemble in Brechts "Dreigroschenoper". Neben der Theaterarbeit war sie von 1971
bis 1976 in zehn Defa-Filmen, darunter "Lotte in Weimar" und "Die Leiden des
jungen Werther" unter der Regie von Egon Günther, zu sehen. 1978 siedelte sie von
Ost- nach West-Berlin über und spielte dort am Schillertheater, unter anderem die
Hauptrolle in "Das Käthchen von Heilbronn", für die sie von der Zeitschr ift "Theater
heute" zur "Darstellerin des Jahres 1980" gewählt wurde. 1979 spielte Katharina
Thalbach in Volker Schlöndorffs Oscar-preisgekrönten Film "Die Blechtrommel" die
Rolle der Maria Matzerath und machte sich damit auch beim breiten Publikum einen
Namen. Nach den Kinofilmen "Paradies" (Regie: Doris Dörrie, 1986) und "Alles auf
Anfang" (Regie: Rainer Kaufmann, 1994) spielte sie zusammen mit Corinna
Harfouch in Hermine Huntgeburths TV-Film "Gefährliche Freundin" die Hauptrolle,
für die beide Schauspielerinnen mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurden. Ihr
Debüt als Theater-Regisseurin gab Katharina Thalbach 1987 mit Shakespeares
"Macbeth"; es folgten "Der Hauptmann von Köpenick" (1996) mit Harald Juhnke in
der Hauptrolle, "Don Juan" (1996) sowie "Orpheus in der Unterwelt" (2002).
Katharina Thalbach spielt in "Kabale und Liebe" die Mutter von Luise Miller.
Film und Fernsehen – eine Auswahl

1977         "Das zweite Erwachen den Christa Klages", Regie: Margarethe von
             Trotta
1978         "Die Blechtrommel", Regie: Volker Schlöndorff
1981         "Engel aus Eisen", Regie: Thomas Brasch
1982         "Domino", Regie: Thomas Brasch
1985         "Väter und Söhne", Regie: Bernhard Sinkel
1986         "Paradies", Regie: Doris Dörrie
1994         "Alles auf Anfang", Regie: Reinhard Münster
1996         "Gefährliche Freundin", Regie: Hermine Huntgeburth
1997         "Solo für Klarinette", Regie: Nico Hofmann
1998         "Sonnenallee", Regie: Leander Haußmann
1999         "Tatort - Martinsfeuer", Regie: Niki Stein
2000         "Die Manns", Regie: Heinrich Breloer
             "König der Diebe", Regie: Ivan Fila
2001         "Liebesau", Regie: Wolfgang Panzer
             "Harte Brötchen", Regie: Tim Trageser
2002         "Der Job seines Lebens", Regie: Rainer Kaufmann
             "Pommery und Putenbrust", Regie: Manfred Stelzer
2003         "Die Quittung", Regie: Niki Stein
2004         "Pommery und Hochzeitstorte", Regie: Manfred Stelzer
2005         "Offset", Regie: Didi Danquart
             "Kabale und Liebe", Regie: Leander Haußmann
             "Räuber Hotzenplotz", Regie: Gernot Roll

								
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