10 Jahre Oekomonitoring 2002-2011

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10 Jahre Ökomonitoring
              20 02 – 2011
        Jubiläumssonderausgabe




                                 1
     10 Jahre Ökomonitoring                       ÜBerBLiCk                                                                                                    grUSSWort DeS miniSterS




         Wo steht was ?                                                                                                          Liebe Leserinnen,




                                                                                                                                                                                                            10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                     Chronologie                                 liebe Leser,
     1   Einführung                                                                          05
         Die anfänge und erfolge des Ökomonitorings                                          05                               Baden-Württemberg führt seit zehn Jahren ein bundesweit ein-
         Woran erkennt man Bio-Produkte?                                                     06
                                                                                                                              maliges Überwachungsprogramm für Bio-Lebensmittel durch.
         Was macht Bio aus?                                                                  07
                                                                                                                              Ich freue mich, Ihnen die zusammengefassten Ergebnisse der
     2   Bio-Lebensmittel: Wie funktionieren die Kontrollen?                                 08                               Jahre 2002 bis 2011 vorstellen zu können. Rückblickend kön-
         kontrollstellen und -behörden in Deutschland und in der eU                          08                               nen wir feststellen, dass die Lebensmittelüberwachung mit dem
         ablauf der kontrolle                                                                08
         Was passiert bei mängeln?                                                           09                               Ökomonitoring viel erreicht hat. Jedes Jahr konnten die Mit-
                                                                                                   arbeiter Schwachstellen erkennen und beseitigen. Diese Impulse haben die Qualität der
     3   Bio vs. konventionell: die Ergebnisse im Überblick                                  09    Öko-Produkte nachhaltig verbessert. Zusammengefasst sind die Ergebnisse erfreulich. Die
         rückstände und Umweltkontaminanten                                                  09
                                                                                                   angebotenen Bio-Produkte erfüllen in hohem Maße die strengen Anforderungen der EU-
         herstellungsbedingte kontaminanten                                                  09
         Zusatzstoffe                                                                        10    Öko-Verordnung und rechtfertigen das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher.
         Sonstiges                                                                           10
                                                                                                   Vom nischen-Produkt zum trendsetter: heut-         Biosortiment – zunehmend auch verarbeite-
     4   Gentechnik in Bio-Lebensmitteln                                                     11    zutage wandern immer mehr Bio-Lebensmittel         te Produkte wie zum Beispiel Brot und Wein
         Bio und gentechnik - ein bisschen ist genehmigt                                     11
         Soja - die herkunft macht’s                                                         11    in den einkaufswagen der Verbraucher, und          einbezogen. Stufenkontrollen und modellver-
         Der Leinsamen-Fall: Bio-Ware nicht betroffen                                        12    dieser trend setzt sich fort. etwa 80 Prozent      suche bei erzeugern und Verarbeitern von
                                                                                                   der Verbraucherinnen und Verbraucher in Ba-        Bio-Lebensmitteln, wie etwa in einer getrei-
     5   Schimmelpilzgifte – von Aflatoxin bis Zearalenon                                    13
                                                                                                   den-Württemberg würden gerne mehr regio-           demühle und einem Weinbauinstitut, trugen
         Fusarientoxine - ein Pilz im kornfeld                                               13
         Bio-röstkaffee: nur teuer oder wirklich besser?                                     14    nale Bioprodukte kaufen. Die Landesregierung       zur aufklärung von kontaminationswegen und
         mutterkorn in roggenmehl und -brot: nur eine Frage der herstellungspraxis           14    hat darauf reagiert und den heimischen Öko-        deren zukünftiger Vermeidung bei.
                                                                                                   landbau gestärkt. Über die Qualität eines Bio-
     6   Antibiotika in Bio-Honig noch ein Thema?                                            15
         Semicarbazid in Bio-honig - Unerlaubte anwendung eines tierarzneimittels?           15    Lebensmittels entscheidet letztlich die Sorgfalt   Die Bilanz der vergangenen zehn Jahre zeigt:
         Was macht honig zu Bio-honig?                                                       15    in der gesamten Produktion: nicht nur die          Bio-Produkte haben zu recht einen guten ruf.
                                                                                                   erzeugung und auswahl der rohstoffe muss
     7   Furan in Kaffee: Genuss ohne Reue?                                                  16
                                                                                                   stimmen, sondern auch die Verarbeitung, die        ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen
     8   Stickstoff-Isotopenverhältnis: das Gedächtnis der Pflanze                           17    Verpackung und die Lagerung. Vor diesem            mitarbeiterinnen und mitarbeitern, die mit ih-
                                                                                                   hintergrund war es uns in Baden-Württem-           rem langjährigen engagement zum gelingen
     9   Dioxine und dioxinähnliche PCB in Eiern - ein Überblick über die letzten Jahre      18    berg wichtig, dieses Untersuchungsprogramm         des Ökomonitoring-Programms beigetragen
         Dioxine und dl-PCB in eiern überwiegend auf niedrigem niveau                        18
         haltungsform und Betriebsgröße beeinflussen den Dioxingehalt                        19    durchzuführen, um kontinuierlich den Status        haben.
         Bio-eier etwas höher mit Dioxinen und dl-PCB belastet                               19    ökologisch erzeugter Lebensmittel zu überwa-
                                                                                                   chen, Verbrauchertäuschungen vorzubeugen
     10 Organische Kontaminanten und Pestizide in Bio-Eiern                                  20
        Umweltkontaminanten in Bio-eiern - Was kann der Verbraucher erwarten?                20    und Schwachstellen aufzudecken.
        Bio-eier tendenziell etwas häufiger und höher belastet                               20
        Die haltungsformen im Vergleich                                                      22    in den letzten zehn Jahren wurden rund 8000        alexander Bonde
                                                                                                   als Bio vermarktete Lebensmittel auf ver-          minister für Ländlichen raum und
     11 Pflanzenschutzmittel in pflanzlichen Lebensmitteln                                   23
        gute noten für Bio-erzeuger!                                                         23    schiedenste Parameter untersucht. Während          Verbraucherschutz Baden-Württemberg
        Die Zahlen im Überblick                                                              24    anfänglich überwiegend landwirtschaftliche         Stuttgart, im Juni 2012
        Die herkunft ist entscheidend!                                                       26    Urprodukte im mittelpunkt standen, wur-
        kontamination von Bio-Ware - der Ursache auf der Spur!                               27
        eine Zeitreise durch die Bio-Lebensmittel                                            27    den – entsprechend dem stetig wachsenden

◆2                                                                                                                                                                                                     33
    10 Jahre Ökomonitoring                   ÜBerBLiCk




    Chronologie                                                                             1 Einführung




                                                                                                                                                                      10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
     1993   Vo (eg) nr. 2092/91 für ökologischen Landbau tritt in kraft                     Die Anfänge und Erfolge des Ökomonitorings

     1999   Festlegung von Standards für die ökologische tierhaltung                        im Zusammenhang mit der am 16. oktober 2001 vom ministerrat
                                                                                            beschlossenen gesamtkonzeption zur Förderung und Beratung
     2001   einführung eines nationalen Bio-Siegels                                         des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg wurde ein
                                                                                            spezielles Untersuchungsprogramm im rahmen der amtlichen
                                                                                            Lebensmittelüberwachung für Bio-Lebensmittel ins Leben ge-
     2002   Start des Ökomonitorings in Baden-Württemberg                                   rufen. Dieses bis heute bundesweit einmalige Programm sollte
            nachweis der Behandlung von Bio-tees mit ionisierender Bestrahlung              v.a. als instrument dienen, mögliche Verbrauchertäuschungen
                                                                                            aufzudecken und so das Verbrauchervertrauen in die Qualität
     2003   23 % der Bio-honige mit antibiotika                                             ökologisch erzeugter Lebensmittel zu stärken. mittlerweile wird
                                                                                            das Untersuchungsprogramm, das als gemeinschaftsprojekt der
     2004   modellversuch in einer getreidemühle zur                                        vier Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Würt-
            Verschleppung von Pflanzenschutzmitteln                                         tembergs in enger kooperation mit der Öko-kontrollbehörde im
                                                                                            regierungspräsidium karlsruhe durchgeführt wird, seit 10 Jahren
     2005   Chlormequat (halmverkürzer) aus Stroh in Zuchtpilzen gefunden                   vom Land Baden-Württemberg unterstützt und führte sowohl in
                                                                                            den medien als auch bei zahlreichen Fachkreisen und Verbrau-
     2006   Chlorpropham in Bio-kartoffeln:                                                 cherschutzorganisationen zu großer resonanz.
            kontamination bei der Verarbeitung als Ursache entdeckt
                                                                                            Während sich im Jahr 2002 die Untersuchungen nur auf Pflan-
     2007   tierische Bio-Lebensmitteln das 4. Jahr                                         zenschutzmittelrückstände, gentechnisch veränderte organismen
            in Folge ohne medikamentenrückstände                                            und Bestrahlung in unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln
                                                                                            beschränkten, so wurde bis ins Jahr 2011 das Untersuchungs-
     2008   Der unerlaubten anwendung von mineralischem Stickstoffdünger auf der Spur       spektrum stetig erweitert. es wurden zunehmend auch tierische
            acrylamid: Schlechtere noten für Bio-Chips!                                     und verarbeitete Produkte sowie Produkte aus dem non-Food-
            keine Beanstandungen mehr aufgrund von Pestiziden                               Bereich, wie z.B. naturkosmetika in das Überwachungsprogramm
            in italienischen Bio-karotten                                                   aufgenommen. insgesamt wurden in den letzten 10 Jahren rund
                                                                                            8000 Bio-Lebensmittel und naturkosmetika untersucht und mit
     2009   Die neue eU-Öko-Verordnung tritt in kraft                                       denen aus konventioneller erzeugung verglichen. neben der Sta-
            naturkosmetika im Visier: nur eine Probe mit erhöhtem keimgehalt                tuserhebung der Belastung von Bio-Lebensmitteln mit beispiels-
            Bio-Leinsamen von gentechnik verschont!                                         weise rückständen an Pflanzenschutzmitteln und kontaminanten
                                                                                            (z.B. Dioxinen und PCB) hat das Ökomonitoring auch einen wich-
     2010   einführung des eU-Bio-Siegels                                                   tigen Beitrag zur aufklärung möglicher Ursachen einer kontami-
            alle 24 Bio-Süßwaren ohne synthetischen Farbstoff                               nation, wie z.B. beim anbau (abdrift, kultursubstrat) und der Ver-
                                                                                            arbeitung (kreuzkontamination), von ökologischen Lebensmitteln
     2011   Bio-Brühwürste auch ohne nitritpökelsalz mikrobiologisch stabil                 sowie zur Feststellung von Verbrauchertäuschungen aufgrund
            Fitrationsversuch am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg –                     falschdeklarierter Bio-Produkte geleistet.
            Der kontamination von Bio-Weinen auf der Spur


4                                                                                       ◆                                                                        55
    10 Jahre Ökomonitoring                          ÜBerBLiCk                                                                                                        JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                                                                                                                                    10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
    Woran erkennt man Bio-Produkte?                     zum Juli 2012 Übergangsregelungen für die
                                                        kennzeichnung mit dem eU-Bio-Siegel gelten,
    Bio-Produkte erkennt man durch hinweise, wie        ist mit einer durchgehenden kennzeichnung
    etwa die angabe des eU-Bio-Siegels, „Bio-“/         aller verpackten Bio-Produkte erst ab diesem
    „Öko-“ oder der kontrollstelle auf dem etikett,     Zeitpunkt zu rechnen.
    der Verpackung oder einem Schild neben der
    Ware. Die Begriffe „ökologisch“ und „biologisch“    Nationales Bio-Siegel und
    sowie die daraus abgeleiteten Begriffe, wie z.B.    Bio-Logos der Anbauverbände
    „öko-“, „bio-“ und „aus ökologischer/biologischer   Viele Bio-Lebensmittel tragen auch das sechs-
    erzeugung“, sind eU-rechtlich geschützt, d.h. nur   eckige nationale Bio-Siegel oder das Label einer
    Produkte, die nach den richtlinien der eU-Öko-      der ökologischen anbauverbände von Deutsch-
    Verordnung erzeugt, verarbeitet und kontrolliert    land. Voraussetzung für die Verwendung des
    werden, dürfen auch als Bio- oder Öko-Ware          nationalen Bio-Siegels ist die einhaltung der
    gekennzeichnet werden. Bezeichnungen wie            eU-Öko-Verordnung mit ihren Durchführungs-
    „unbehandelt“, „ungespritzt“, „naturnah“, „rück-    vorschriften. Die anforderungen der richtlinien                                                                                                l

    standskontrolliert“ und ähnliches haben nichts
    mit ökologischer erzeugung gemäß eU-Öko-                                                               Die 95 %-Regel                                    diesen Verordnungen, die auch für importierte
    Verordnung zu tun.                                                                                     für verarbeitete Lebensmittel                     Bio-Ware gelten, werden insbesondere nach-
                                                                                                           nur wenn mindestens 95 gewichts-% der Zu-         folgend aufgeführte anforderungen an Bio-
    EU-Bio-Siegel                                                                                          taten von verarbeiteten Lebensmitteln aus öko-    Produkte gestellt:
    Seit 1. Juli 2010 müssen alle verpackten Bio-                                                          logischer erzeugung stammen, darf der her-        n Verbot der Verwendung von gentechnisch
    Produkte, die in einem eU-Staat hergestellt                                                            steller das eU-Bio-Siegel verwenden und mit           veränderten organismen (gVo) und aus
    wurden und die Standards der eU-Öko-Ver-                                                               den Begriffen „Bio“ oder „Öko“ in Verbindung          oder durch gVo hergestellten erzeugnissen
                             ordnung erfüllen, mit                                                         mit der Verkehrsbezeichnung werben. Liegt         n Verbot der Verwendung mineralischer
                             dem eU-Bio-Siegel                                                             der anteil der ökologischen Zutaten unter 95          Stickstoffdünger
                             versehen werden. in                                                           gewichts-%, ist eine Bio-kennzeichnung nur in     n Verbot des einsatzes chemisch-syntheti-
                             die eU importierte                                                            der Zutatenliste möglich - in der regel mit ei-       scher Pflanzenschutzmittel
                             erzeugnisse können                                                            nem Sternchen und einer Fußnote. gleichzeitig     n tiergesundheit: möglichst Verzicht auf
                             - sofern diese nach                                                           muss im Verzeichnis der Zutaten der gesamt-           chemisch-synthetische medikamente
                             einem gleichwertigen                                                          anteil der ökologischen Zutaten an den Zuta-      n Verbot der Behandlung von erzeugnissen
    Standard produziert wurden - freiwillig gekenn-                                                        ten landwirtschaftlichen Ursprungs angegeben          oder Zutaten mit ionisierender Strahlung
    zeichnet werden. im gleichen Sichtfeld wie das                                                         werden.                                           n Verwendung von Zusatz- und hilfsstoffen
    eU-Bio-Siegel muss zusätzlich die Codenum-                                                                                                                   (z.B. Farbstoffe, konservierungsstoffe) im
    mer der kontrollstelle sowie die herkunft des                                                          Was macht Bio aus?                                    Vergleich zur konventionellen Lebensmittel-
    Produktes (z.B. „eU-Landwirtschaft“) aufgeführt                                                                                                              herstellung ist begrenzt
    werden. Die Codenummer (z.B. De-Öko-001)                                                               am 1. Januar 2009 wurde die Vo (eg) nr.           n räumliche/zeitliche trennung der Verarbei-
    beginnt mit dem kürzel des mitgliedstaates.         der Verbände, wie z.B. Demeter und Bioland,        2092/91, in der bisher die Vorschriften für           tung von Bio- und konventionellen Lebens-
    Daran schließt sich das Wort „bio“ oder „öko“       gehen in vielen Punkten deutlich über die der      die ökologische Landwirtschaft festgelegt wa-         mitteln (kreuzkontamination)
    in der jeweiligen Landessprache und die refe-       eU-Öko-Verordnungen hinaus. Das nationale          ren, durch die eU-Öko-Verordnung Vo (eg)
    renznummer der kontrollstelle, die in Deutsch-      Bio-Siegel und die unterschiedlichen Bio-Logos     nr. 834/2007 und die Verordnungen Vo (eg)            Für weiterführende Informationen
    land von der Bundesanstalt für Landwirtschaft       der anbauverbände dürfen zusätzlich zum eU-        nr. 889/2008 und Vo (eg) nr. 1235/2008               zum Ökolandbau wird auf
    und ernährung (BLe) vergeben wird, an. Da bis       Bio-Siegel verwendet werden.                       (Durchführungsvorschriften) abgelöst. gemäß          www.landwirtschaft-bw.info verwiesen.

6                                                                                                                                                                                                               7
                                                                                                                                                                                                               77
    10 Jahre Ökomonitoring                           ÜBerBLiCk                                                                                                            JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




    2 Bio-Lebensmittel:




                                                                                                                                                                                                                         10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                             Was passiert bei Mängeln?                           ausgeschlossen. einem drohenden gesamtbe-

      Wie funktionieren die Kontrollen?                                                                      Stellen die kontrollstellen bei ihren kontrollen
                                                                                                                                                                 trieblichen Verbot der weiteren Vermarktung
                                                                                                                                                                 von erzeugnissen mit Öko-hinweisen durch
    In der EU dürfen als Bio-Lebensmittel nur solche Produkte bezeichnet und gekennzeichnet                  leichte abweichungen bezüglich der einhaltung       das regierungspräsidium karlsruhe kommen
    werden, die entsprechend den Vorschriften der EU-Öko-Verordnung produziert und kontrol-                  der Bestimmungen der eU-Öko-Verordnung              die betroffenen Unternehmen zumeist zuvor,
    liert werden. Das Kontrollsystem schließt alle Verarbeitungsstufen ein: Der Bauer, der das Ge-           fest, so führen diese meist nur zu einem schrift-   indem sie ihre teilnahme am kontrollverfahren
    treide anbaut, wird ebenso überprüft wie die Mühle, die das Getreide mahlt und der Bäcker,               lichen hinweis, weil sie die ökologische integ-     beenden und damit das recht zur weiteren
    der daraus die Brötchen backt.                                                                           rität der erzeugnisse nicht ernsthaft gefährden.    Öko-Vermarktung verlieren. Wenn erzeugnisse
                                                                                                             Bedeutsame Unregelmäßigkeiten führen zu             nachweislich zu Unrecht mit Öko-hinweisen
    Kontrollstellen und -behörden                        kontrollen danach ausrichten. Von 100 kontroll-     einer sog. abmahnung, soweit erforderlich mit       vermarktet wurden, wird dies vom regierungs-
    in Deutschland und in der EU                         besuchen müssen mindestens 20 unangekün-            auflagenbescheid, und zu kostenpflichtigen          präsidium karlsruhe als ordnungswidrigkeit mit
                                                         digt durchgeführt werden.                           nachkontrollen durch die kontrollstellen. in ein-   Verwarnungsgeld oder Bußgeld geahndet. in
    Die eU-Öko-Verordnung definiert Standards für                                                            zelnen schwerwiegenden Fällen werden Par-           einzelnen Fällen wird der Verdacht von Strafta-
    die ökologische erzeugung und Verarbeitung           ausgangspunkt des kontrollverfahrens im je-         tien von einer Vermarktung mit Öko-hinweis          ten bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.
    von Lebensmitteln in der europäischen Union.         weiligen Betrieb ist eine Betriebsbeschreibung,
    Die mitgliedstaaten werden dazu verpflichtet,
    für die einhaltung dieser Standards ein natio-
                                                         die auch die maßnahmen (z.B. zur innerbetrieb-
                                                         lichen trennung „Öko“/„nicht-Öko“) enthält, die
                                                                                                            3 Bio vs. konventionell:                                   geringe Unterschiede feststellbar; tenden-
                                                                                                                                                                       ziell ist Bio-Ware etwas geringer belastet.
    nales kontrollsystem mit speziell dafür zustän-      im Betrieb getroffen wurden, um die einhaltung       Ergebnisse im Überblick
    digen Behörden einzurichten. in Deutschland,         der eU-Öko-Verordnung zu gewährleisten. Bei                                                                   Organische Kontaminanten und
    wie in der mehrzahl der anderen eU-Staaten,          den kontrollen wird sowohl die einhaltung der           Rückstände und                                        Pestizide in tierischen Lebensmit-
    werden die kontrollen von privaten, staatlich        Produktionsbedingungen auf den landwirt-                Umweltkontaminanten                                   teln: im mittel sind keine signifikanten
    zugelassenen kontrollstellen durchgeführt.           schaftlichen Flächen, in den Ställen, Lagerstät-                                                              Unterschiede zwischen konventioneller
    Deren tätigkeit wird von zuständigen Landes-         ten und Verarbeitungsanlagen, als auch die              Pflanzenschutzmittelrückstände in                     und ökologischer Ware feststellbar;
    behörden, in Baden-Württemberg zentral vom           einhaltung der Vorgaben für die betriebliche            pflanzlichen Lebensmitteln: Ökologi-                  Bio-eier sind tendenziell aufgrund der
    regierungspräsidium karlsruhe, überwacht (=          Dokumentation und aufzeichnung sowie die                sches obst und gemüse wies gegenüber                  haltungsbedingungen (Freiland) etwas
    mehrstufiges kontrollsystem).                        Öko-kennzeichnung auf den erzeugnissen, in              konventioneller Ware im mittel einen ca.              höher belastet.
                                                         den Lieferpapieren und der Werbung überprüft.           180-fach niedrigeren gehalt an Pestiziden
    Ablauf der Kontrolle                                 ergänzend zu diesen kontrollmaßnahmen kann              auf, nur 5 % der Bio-Proben wurden auf-               Dioxine und dl-PCB in tierischen
                                                         die kontrollstelle im Unternehmen auch Proben           grund ihres Pestizidgehaltes beanstandet.             Lebensmitteln: im mittel sind keine
    Jedes Unternehmen (Landwirt, Verarbeiter, La-        zur Untersuchung auf in der Öko-Produktion                                                                    signifikanten Unterschiede zwischen
    gerhalter, händler), das landwirtschaftliche er-     unzulässige mittel entnehmen. Bei einem kon-            Pharmakologisch wirksame Stoffe                       konventioneller und ökologischer Ware
    zeugnisse, Saatgut, Lebensmittel oder Futtermit-     kreten Verdacht sind solche Untersuchungen              konnten in keiner Probe aus ökologischer              feststellbar; tendenziell sind Bio-eier und
    tel mit hinweis auf deren ökologische Produktion     vorgeschrieben. ist der Landwirt oder Verarbei-         erzeugung nachgewiesen werden.                        -rindfleisch aufgrund der haltungsbedin-
    vermarktet, muss sich bei der zuständigen Lan-       ter mitglied eines anbauverbandes, überprüft                                                                  gungen höher belastet.
    desbehörde melden und mit einer zugelasse-           die kontrollstelle auch die einhaltung der Ver-         Antibiotika in Honig: Wiesen 2003
    nen privaten kontrollstelle einen kontrollvertrag    bandsrichtlinien.                                       noch 6 von 26 (23 %) Bio-honige rück-                 Herstellungsbedingte
    abschließen. Die kontrollstelle führt dann regel-    Zusätzlich werden in Baden-Württemberg seit             stände von antibiotika auf, so sind seit              Kontaminanten
    mäßig (mindestens 1 x pro Jahr) kontrollen so-       2002 jährlich einige hundert Bio-Proben im              2005 alle Bio-honige frei von diesbezügli-
    wohl in dem Unternehmen als auch in dessen           rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwa-                chen rückständen.                                     Furan in Röstkaffee: Die Furan-
    Subunternehmen durch. Die kontrollstelle muss        chung systematisch auf rückstände, gentech-                                                                   gehalte als Folge der röstung waren in
    alle kontrollierten Betriebe jährlich anhand einer   nische Verunreinigungen, unerlaubte Zusatz-             Mykotoxine: Zwischen konventioneller                  Bio-kaffee geringfügig niedriger als in
    risikoanalyse einstufen und die häufigkeit der       stoffe und vieles mehr untersucht.                      und ökologischer Ware sind keine oder nur             konventioneller Ware.

8                                                                                                                                                                                                                    9
     10 Jahre Ökomonitoring                           UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                              JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                              4 Gentechnik in Bio-Lebensmitteln




                                                                                                                                                                                                                                                  10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
           Acrylamid in Keksen und Kartof-                   Sonstiges




                                                                                                                                                                                                                       §
           felchips: Bei Bio- und konventionel-
           len keksen konnte kein signifikanter              Gentechnische Veränderungen:
           Unterschied im acrylamidgehalt fest-              Der anteil gv-positiver Proben und der Verun-                                     Bio und Gentechnik - ein bisschen ist GENehmigt
           gestellt werden. Bei Bio-Chips lag der            reinigungsgrad mit gentechnisch veränderten                                       Für Bio-Lebensmittel gilt ein generelles Verwendungsverbot für gv-Pflanzen und daraus
           acrylamidgehalt im mittel höher als bei           Pflanzen war bei Bio-Lebensmitteln geringer;                                      hergestellte Produkte. Allerdings sind wie bei konventionellen Lebensmitteln Verunrei-
           konventioneller Ware; die anzahl der              bei Bio-Ware lag der gv-anteil im Vergleich                                       nigungen durch Bestandteile aus zugelassenen gv-Pflanzen bis zu 0,9 % erlaubt, sofern
           Proben, die acrylamidgehalte über dem             zu konventioneller Ware nie über 0,1%.                                            sie „technisch unvermeidbar“ oder „zufällig“ sind. Bei den Untersuchungen von Bio-
           Signalwert von 1000 µg/kg aufwiesen,                                                                                                Produkten in den vergangenen 10 Jahren wurden jedoch niemals gv-Anteile über 0,1 %
           war bei Bio-Chips ebenfalls höher.                Bestrahlung: nur in 4 von 193 Bio-Proben                                          festgestellt. Höhere gv-Anteile sind somit als „technisch vermeidbar“ anzusehen.
                                                             (ayurvedische tees) konnte eine unzulässige
           trans-Fettsäuren in Fertiggerich-                 Bestrahlung nachgewiesen werden.
           ten: es waren keine signifikanten Unter-                                                           Soja - die Herkunft macht’s                                                     Der Bedarf an Bio-Soja kann dagegen weit-
           schiede zwischen Bio- und konventionel-           Stickstoff-Stabilisotopenverhältnis:                                                                                             gehend aus einheimischem anbau gedeckt
           ler Ware feststellbar.                            nur in wenigen ökologischen erzeugnissen         Soja gilt als hochwertiges pflanzliches Lebens-                                 werden. Wie die ergebnisse des Ökomonito-
                                                             deuten die ergebnisse auf eine unerlaubte an-    mittel. Produkte wie tofu oder Sojadrinks finden                                rings zeigen, kann so offensichtlich auch eher
           Zusatzstoffe                                      wendung mineralischer Stickstoffdünger hin.      nicht nur bei Vegetariern Zuspruch. in der indus-                               gewährleistet werden, dass bis hin zum end-
                                                                                                              triellen Lebensmittelherstellung dient Soja zur                                 produkt keine Verunreinigungen durch gv-Soja
           Konservierungsstoffe in Erfri-                    Mikrobiologische Qualität von Brüh-              gewinnung von Pflanzenölen und emulgatoren                                      eingetragen werden.
           schungsgetränken: in keinem Bio-                  würsten: trotz des häufigen Verzichts auf        (Sojalecithine). gerade für diese in großen men-
           erfrischungsgetränk konnten konservie-            das auch konservierend wirkende nitritpökel-     gen gefragten Zutaten reicht einheimische roh-                                  Ökologische und konventionelle Ware sind un-
           rungsstoffe nachgewiesen werden.                  salz bei Bio-Ware konnten hinsichtlich der       ware nicht aus. Zusätzliche importe (v.a. aus Bra-                              terschiedlich häufig durch gv-Soja verunreinigt.
                                                             mikrobiologischen Stabilität keine Unterschie-   silien) sind erforderlich. Während die gentechnik                               Während im mittel der letzten 10 Jahre etwa
           Farbstoffe in Süßwaren: in keiner                 de zwischen den beiden Produktionsarten          um europa derzeit noch einen großen Bogen                                       15 % der Bio-Proben positiv waren, war dies
           Bio-Süßware konnten synthetische Farb-            festgestellt werden.                             macht, hat sie den amerikanischen kontinent mit                                 bei konventioneller Ware bei über 35 % der Fall.
           stoffe nachgewiesen werden.                                                                        sehr großen Soja-anbaugebieten fest im griff.                                   auch lag bei Bio-Ware der gv-anteil niemals
                                                             Naturkosmetika enthielten nur selten             trotz trennung von Warenströmen - beginnend                                     über 0,1%, während dies bei konventioneller
           Geschmacksverstärker Glutamat                     synthetische konservierungsstoffe und waren      bei der ernte - können Spuren an gv-Soja bei                                    Soja regelmäßig festgestellt wurde.
           in Brühwurst und Fertiggerichten:                 meist mikrobiologisch unauffällig. naturkosme-   importsoja oft nicht ganz vermieden werden.
           nur eine von 23 Bio-Brühwürsten war               tika unterliegen nicht der eU-Öko-Verordnung.
           hinsichtlich ihres glutaminsäuregehaltes          Für den Schutz des Verbrauchers vor einer        Gentechnische Veränderungen in Soja und -erzeugnissen
           auffällig. Bio-Fertiggerichte enthielten          gesundheitlichen Benachteiligung und irrefüh-                                      50
           aufgrund der Verwendung von hefeex-               rung sind u.e. jedoch gewisse grundsätzliche                                       45

                                                                                                              anteil gv-positiver Proben [%]
           trakt, tomaten- und Sojaerzeugnissen als          anforderungen an die Zusammensetzung                                              40
                                                                                                                                                35
           ersatz für „chemische“ geschmacksver-             dieser Produkte und deren rohstoffqualität zu
                                                                                                                                               30
           stärker aber ebenfalls glutaminsäure.             stellen.                                                                           25
                                                                                                                                                     30 10   46 20   29 23    37 15   42 13      47 15     43 07     38 11   22 18    38 09

                                                                                                                                                20
     in den folgenden kapiteln werden einzelne Untersuchungsergebnisse zusam-                                                                   15
                                                                                                                                                10
     menfassend dargestellt. Detailliertere informationen zu allen Untersuchungs-
                                                                                                                                                 5
     ergebnissen können den Jahresberichten 2002 bis 2011 entnommen wer-                                                                         0
     den (im internet verfügbar unter http://oekomonitoring.cvuas.de). Um alle                                                                       2002    2003    2004     2005    2006       2007      2008      2009    2010      2011
                                                                                                                                                                                                                               ökologisch
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10                                                                                                                                                                                                                                               11
     10 Jahre Ökomonitoring                            UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                 JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                               5 Schimmelpilzgifte -




                                                                                                                                                                                                                        10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                           Der Leinsamen-Fall:
                                                           Bio-Ware nicht betroffen
                                                                                                                 von Aflatoxin bis Zearalenon
                                                           im herbst 2009 wurde in Baden-Württemberg
                                                           erstmals über den nachweis von gentechnisch         nach der eU-Öko-Verordnung dürfen keine              sitive Befunde nur für bestimmte Lebensmittel/
                                                           verändertem (gv-) Leinsamen berichtet. Bis ende     chemisch-synthetischen Pilzbekämpfungsmittel         mykotoxin-kombinationen auf.
                                                           2009 wurden in über 30 Ländern entsprechen-         (Fungizide) eingesetzt werden. ob sich dies auf
                                                           de Befunde gemeldet. Bald zeigte sich, das prak-    das Vorkommen von Schimmelpilzgiften (myko-          Fusarientoxine –
                                                           tisch alle Betriebe, die Leinsamen verwendeten      toxine) in Bio-Ware auswirkt, ist unklar.            Ein Pilz im Kornfeld
                                                           (wie z.B. für Backwaren und müslis), betroffen      Von 2003 bis 2011 wurden ca. 845 Bio-Lebens-
                                                           waren. gv-Leinsamen ist in der eU generell nicht    mittel auf ihren gehalt an mykotoxinen unter-        Das Vorkommen von Fusarientoxinen wird v.a.
                                                           zugelassen. Für nicht zugelassene gv-Pflanzen       sucht und mit Lebensmitteln aus konventioneller      durch Witterungsbedingungen während der
                                                           besteht eine nulltoleranz, d.h. selbst geringe      erzeugung verglichen. Die Untersuchungen wa-         Blüte des getreides beeinflusst. Die häufig ge-
                                                           Spuren dürfen nicht enthalten sein.                 ren sowohl hinsichtlich der Lebensmittelgruppen      äußerte Behauptung, getreide und -erzeugnisse
                                                           Der betroffene Leinsamen stammte ausschließ-        als auch des mykotoxinspektrums breit gefächert      aus ökologischem anbau seien durch den Ver-
                                                   ◆       lich aus kanada. kanada ist das weltweit wich-      und reichten von aflatoxinen bis Zearalenon, von     zicht von chemisch-synthetischen Fungiziden
                                                           tigste anbauland für Leinsamen, die eU der          getreidekörnern über maisknabbererzeugnisse          stärker durch mykotoxine belastet als erzeugnis-
     konventionelle Soja-erzeugnisse, wie z.B. tofu,       bedeutendste importeur. Bereits vor 10 Jahren       bis röstkaffee. Der Schwerpunkt lag jedoch bei       se aus konventionellem anbau, ließ sich durch
     Sojadrinks und „Fleischersatz“ auf Sojabasis,         wurde die Zulassung für den anbau von gen-          grundnahrungsmitteln wie getreide und daraus         die im rahmen des Ökomonitorings durchge-
     werden z.t. mit dem hinweis „ohne gentechnik“         technisch verändertem Leinsamen in kanada           hergestellten erzeugnissen (getreidemehl, müsli      führten Untersuchungen nicht bestätigen. Durch
     beworben. Für derartig beworbene erzeugnisse          zurückgezogen.                                                                                           verschiedene ackerbauliche maßnahmen im
     werden nur Spuren an gv-Soja im Bereich der           in Bio-Produkten konnten dagegen keine gentech-                                                          ökologischen Landbau (geeignete Sortenwahl,
     nachweisgrenze (ca. 0,1%) und darunter tole-          nischen Veränderungen nachgewiesen werden.                                                               gesundes Saatgut, mehrgliedrige Fruchtfolgen
     riert. im Verlauf der letzten 5 Jahre zeigten diese   erklärbar ist dies insbesondere durch andere her-                                                        etc.) können Belastungen auch ohne den ein-
     Produkte einen mit Bio-Soja vergleichbaren Ver-       kunftsregionen, aber auch andere Warenströme                                                             satz von Fungiziden minimiert werden.
     unreinigungsgrad an gv-Soja, auch hier wurden         im Vergleich mit konventioneller Ware. importeu-                                                         auffallend war die punktuell aufgetretene Be-
     keine Proben mit gv-Soja über 0,1 % festgestellt.     re, hersteller und handel haben schnell reagiert.                                                        lastung von Bio-maiserzeugnissen mit Fumo-
     allerdings lag der anteil positiver Proben mit 27 %   Bereits 2010 gab es auch bei konventionellem                                                             nisinen (Fusarientoxine), die sowohl in den
     gegenüber 11 % bei Bio-Soja deutlich höher.           Leinsamen keine positiven Befunde mehr.                                                                  ausgangsstoffen maismehl und maisgrieß als
                                                                                                                                                                    auch in den Verarbeitungserzeugnissen wie
                                                                                                                                                                    Cornflakes, maisbrot und maisgebäck nach-
                                                                                                                                                             ◆      weisbar waren.
                                                                                                                                                                    trotz der für die trichothecene t-2-toxin und
                                                                                                               und Brot) sowie auf importwaren (getrocknete         ht-2-toxin beschriebenen gesundheitsschädi-
                                                                                                               Feigen, röstkaffee, kakao).                          gungen wurden die seit Jahren geforderten und
                                                                                                               Die durchgeführten Untersuchungen zeigen,            angekündigten höchstgehalte noch immer nicht
                                                                                                               dass zwischen konventionell und ökologisch er-       festgelegt. t-2- und ht-2-toxin kommen in
                                                                                                               zeugter Ware hinsichtlich der Belastung durch        getreide-, insbesondere hafererzeugnissen vor.
                                                                                                               mykotoxine keine oder nur geringe Unterschie-        Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass
                                                                                                               de feststellbar sind. tendenziell ist Bio-Ware et-   haferprodukte häufiger und höher mit t-2- und
                                                                                                       ◆
                                                                                                               was geringer belastet als konventionelle Ware.       ht-2-toxin belastet sind als andere getreide-
                                                                                                               Wie bei konventionellen erzeugnissen traten po-      produkte. Die mittleren und maximalen toxinge-

12                                                                                                                                                                                                                     13
     10 Jahre Ökomonitoring                               UnterSUChUngSBereiChe                                                                                               JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                               6 Antibiotika in Bio-Honig noch ein Thema?




                                                                                                                                                                                                                         10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
     halte sind in Bio-Proben tendenziell niedriger als     Mutterkorn in Roggenmehl
     bei konventioneller Ware.                              und -brot: nur eine Frage der
                                                            Herstellungspraxis
     Bio-Röstkaffee:                                                                                           antibiotika sind in Deutschland zur Behandlung        waren mit einem metalldeckel verschlossen, der
     nur teuer oder wirklich besser?                        Von den getreidearten wird häufig roggen mit       von Bienen nicht zugelassen und dürfen folglich       eine kunststoffdichtung aufwies. ein test dieser
                                                            mutterkorn befallen. roggenmehle und -brote        in honig sowohl aus konventioneller als auch          Deckel ergab sehr hohe gehalte an Sem, so dass
                                                            mit unterschiedlichen roggenanteilen wurden        ökologischer erzeugung nicht nachweisbar sein.        davon auszugehen war, dass die honiggläser
                                                            deshalb auf das Vorkommen von mutterkorn-          Von dieser regelung ausgenommen sind Stoffe,          mit bereits seit Jahren verbotenen Deckeln ver-
                                                            alkaloiden untersucht. Da die roggenanteile        die sowohl als tierarzneimittel als auch als Pflan-   schlossen wurden.
                                                            in den Broten schwanken, ist ein Vergleich der     zenschutzmittel eingesetzt werden können, wie
                                                            beiden anbauarten nur eingeschränkt möglich.       z.B. Streptomycin.
                                                            allgemein kommen die mutterkornalkaloide in        Über die letzten 10 Jahre wurde honig im rah-
                                                            diesen erzeugnissen jedoch regelmäßig vor:         men des Ökomonitorings auf ein großes Spek-
                                                            in 12 von 25 Broten mit roggenmehl konnten         trum an antibiotika geprüft. erfreulicherweise
                                                            mutterkornalkaloide nachgewiesen werden. Der       konnte festgestellt werden, dass sich die an-
                                                            höchste festgestellte gehalt lag bei 250 µg/kg.    zahl der honige - sowohl aus konventioneller
                                                            aufgrund dieser Befunde ist eine Beobachtung       als auch ökologischer erzeugung - mit rück-
                                                            der kontamination von Broten und mehlen mit        ständen an antibiotika (nicht verkehrsfähige                                                       ◆
                                                   ◆
                                                            mutterkornalkaloiden weiterhin erforderlich. So-   honige) sehr stark verringert hat. Wiesen im
     rund 50 Proben röstkaffee aus ökologischem             wohl Landwirte als auch mühlenbetriebe können      Jahr 2003 noch 6 von 26 (23 %) untersuch-              Was macht Honig zu Bio-Honig?
     und konventionellem anbau wurden von 2006              einen wichtigen Beitrag zur minimierung einer      ten honigproben aus ökologischer erzeugung
                                                                                                                                                                      Damit honig als Bio-honig vermarktet wer-
     bis 2008 auf das Lagertoxin ochratoxin a un-           Belastung durch diese toxine leisten.              rückstände von antibiotika auf, so sind seit
                                                                                                                                                                      den darf, ist gemäß den Vorgaben der eU-
     tersucht. Bio-röstkaffee war seltener mit ochra-                                                          2005 alle untersuchten Bio-honige frei von
                                                                                                                                                                      Öko-Verordnung und den richtlinien der
     toxin a belastet als konventioneller röstkaffee.                                                          diesbezüglichen rückständen.
                                                                                                                                                                      ökologischen anbauverbände insbesondere
     Zudem lagen die gehalte in mit ochratoxin a
                                                                                                                                                                      folgendes zu beachten:
     belasteten Bio-Proben tendenziell auf einem                                                               Semicarbazid in Bio-Honig –
                                                                                                                                                                      n Verbot des einsatzes von chemisch-
     niedrigeren niveau als bei konventioneller Ware.                                                          Unerlaubte Anwendung eines
                                                                                                                                                                          sythetischen medikamenten
     Der höchste in Bio-Ware nachgewiesene gehalt                                                              Tierarzneimittels?
                                                                                                                                                                      n Verbot des einsatzes chemisch-synthe-
     lag bei 0,47 µg/kg (höchstmenge: 5 µg/kg).
                                                                                                                                                                          tischer repellents bei der honigernte
                                                                                                               in den vergangenen Jahren, insbesondere im
                                                                                                                                                                      n Verbot des einsatzes von chemischen
                                                                                                               Jahr 2007 und 2008, wurden bei einzelnen, auch
                                                                                                                                                                          mitteln zur reinigung und Desinfektion
                                                                                                               aus ökologischer erzeugung stammenden honi-
                                                                                                                                                                          der Waben
                                                                                                               gen der Stoff Semicarbazid (Sem) nachgewiesen.
                                                                                                                                                                      n Verwendung ausschließlich natürlicher
                                                                                                               Dieser Stoff kann sich als abbauprodukt aus dem
                                                                                                                                                                          materialien wie holz, Lehm oder Stroh
                                                                                                               eU-weit verbotenen tierarzneimittel nitrofurazon
                                                                                                                                                                          für die Bienenkästen (kunststoff ist tabu)
                                                                                                               bilden. Sem kann aber auch in geschäumten De-
                                                                                                                                                                      n Standortwahl: bevorzugt ökologisch
                                                                                                               ckeldichtungen von honiggläsern enthalten sein
                                                                                                                                                                          bewirtschaftete Flächen bzw. Wildpflan -
                                                                                                               und von diesen in den honig übergehen. azodi-
                                                                                                                                                                          zen im Umkreis (3 km) des Bienenstocks
                                                                                                               carbonamid, aus dem Sem entsteht, ist seit 2005
                                                                                                                                                                      n Wachs für Waben/mittelwände aus
                                                                                                               als treibmittel zum aufschäumen der kunststoff-
                                                                                                                                                                          ökologischer erzeugung und frei von
                                                                                                               deckeldichtungen verboten. Die honiggläser, in
                                                  s                                                    ◆                                                                  rückständen
                                                                                                               denen der jeweilige honig mit Sem belastet war,

14                                                                                                                                                                                                                      15
     10 Jahre Ökomonitoring                           UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                      JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




     7 Furan in Kaffee: Genuss ohne Reue?                                                                     8 Stickstoff-Isotopenverhältnis:




                                                                                                                                                                                                                                                 10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                                das Gedächtnis der Pflanze
     Furan wurde von der Weltgesundheitsorgani-           darstellen, ist die genaue kenntnis der Belastung
     sation WHO als eine für den Menschen mög-            der Verbraucher von wesentlicher Bedeutung für      Dünger werden in der Landwirtschaft einge-                              im rahmen des Ökomonitorings wurden von
     licherweise krebserregende Substanz einge-           den gesundheitlichen Verbraucherschutz.             setzt, um den Pflanzen ein optimales nähr-                              2008 bis 2011 Daten zu den Stickstoff-iso-
     stuft, von einer akuten Gesundheitsgefahr ist        Um zu klären, ob sich die anbauart (ökologisch      stoffangebot zur Verfügung zu stellen. Dadurch                          topenverhältnissen von tomaten, Paprika und
     jedoch nicht auszugehen. Die Bildung von Fu-         bzw. konventionell) auf die menge der enthalte-     können höhere erträge oder bessere Qualitäten                           Blattsalaten gesammelt. Unterschiede zwischen
     ran im Lebensmittel erfolgt bei hohen Tempe-         nen Vorläufersubstanzen und somit den Furan-        erzielt werden. Prinzipiell werden organische                           ökologischem und konventionellem anbau sind
     raturen z.B. beim Rösten aus Kohlenhydraten,         gehalt im röstkaffee auswirkt, wurden in den        von mineralischen Düngern unterschieden.                                anhand der häufigkeitsverteilungen in allen drei
     Aminosäuren, Ascorbinsäure, mehrfach un-             Jahren 2008 bis 2010 insgesamt 176 Proben                                                                                   Produktgruppen zu erkennen, allerdings ergeben
     gesättigte Fettsäuren oder sogenannten Vor-          gemahlener röstkaffee (z.t. in kaffeepads) - da-    gemäß den rechtsvorschriften der eU für den                             sich auch Überschneidungsbereiche. Die Über-
     läufersubstanzen wie 2-Furancarbonsäure.             von 115 aus ökologischem anbau - auf Furan          ökologischen Landbau ist für die pflanzliche                            schneidungsbereiche resultieren nur zum teil aus
                                                          untersucht. Sämtliche kaffees waren koffeinhal-     erzeugung nur der einsatz von Dünger aus                                der Schwankungsbreite für die jeweilige art der
                                                          tig. Die gerösteten und gemahlenen Bio-kaffees      organischen Quellen zulässig, mineralische                              Düngung. handelsproben, die falsch deklariert
                                                          enthielten gegenüber konventioneller Ware im        Stickstoffdünger dürfen nicht verwendet wer-                            sein könnten oder konventionelle Ware, die beim
                                                          mittel etwas weniger Furan. auch beim Ver-          den. Die Überprüfung dieser Vorgabe erfolgt                             anbau zulässigerweise mit organischem Dünger
                                                          gleich des medianwertes, der die schwer-            üblicherweise im rahmen von Betriebskon-                                behandelt wurde, führen zu einer Verbreiterung
                                                          punktmäßige Verteilung widerspiegelt, lagen         trollen. mit der Bestimmung des Stickstoff-                             der Werteverteilungen.Bei allen drei Produktgrup-
                                                 w        Bio-kaffees mit 2127 µg/kg Furan gegenüber          isotopenverhältnisses in pflanzlichen Lebens-                           pen sind bei den ökologischen erzeugnissen
                                                          konventionellen kaffees mit 2340 µg/kg ge-          mitteln bietet sich jedoch auch ein analytischer                        aber auch Stickstoff-isotopenverhältnisse zu be-
     im mai 2004 informierte die US Food and Drug         ringfügig niedriger. Bei den maximalwerten war      Parameter an, der wertvolle hinweise auf die                            obachten, die sich nur durch die unerlaubte an-
     administration (FDa) die Öffentlichkeit über Fu-     praktisch kein Unterschied feststellbar. Der ge-    art des verwendeten Düngers geben kann.                                 wendung eines mineralischen Düngers erklären
     ran in Lebensmitteln, unter anderem in aufge-        ringste Furangehalt wurde in einem Bio-kaffee       Denn die Stickstoff-isotopenverhältnisse von                            lassen. Die ergebnisse verdeutlichen den Bedarf
     brühten kaffeegetränken mit gehalten bis zu 84       mit 684 µg/kg festgestellt. insgesamt zeigten       mineralischem und organischem Dünger un-                                einer statistischen herangehensweise basierend
     µg/L. Vor dem hintergrund, dass auch in europa       sich nur geringfügige Unterschiede im Furan-        terscheiden sich und diese Differenz lässt sich                         auf einer umfangreichen Datenbank mit verlässli-
     kaffeeaufgüsse Spitzenreiter unter den geträn-       gehalt zwischen Bio- und konventioneller Ware.      auch noch in der gedüngten Pflanze bzw. dem                             chen Vergleichsdaten sowie der Fortführung des
     ken sind und für den durchschnittlichen er-          Der Furangehalt hängt offenbar maßgeblich von       Lebensmittel nachweisen.                                                Untersuchungsprogramms.
     wachsenen die größte eintragsquelle von Furan        der Produktion, Verpackung und Lagerung ab.
     Furangehalte in gemahlenem Kaffee                                                                        Häufigkeitsverteilungen der Stickstoff-Stabilisotopenverhältnisse für Tomaten 2008 bis 2011

      Parameter              Herkunft            2008            2009          2010          2008-2010                      8
      Probenzahl             ökologisch              48            39            28             115                         7
                             konventionell           17            19            25              61
                                                                                                                            6
      Minimum [µg/kg]        ökologisch          1209             684          1536             684
                                                                                                                            5
                                                                                                               Probenzahl

                             konventionell       1807            1146          1129            1129
                                                                                                                            4
      Mittelwert [µg/kg]     ökologisch          2079            2163          3060            2346
                                                                                                                            3
                             konventionell       2893            2248          3083            2769
                                                                                                                            2
      Median [µg/kg]         ökologisch          2033            2074          2744            2127
                                                                                                                            1
                             konventionell       2827            2240          2810            2340
                                                                                                                            0
      Maximum [µg/kg]        ökologisch          3776            4783          6218            6218
                                                                                                                                     -3      -2      -1      0       1       2    3   4      5      6       7      8     9      10     11
                             konventionell       5537            3892          6254            6254                             Stickstoff-Stabilisotopenverhältnis (δ 15N) [‰]        konventionell (24 Proben)       ökologisch (44 Proben)


16                                                                                                                                                                                                                                              17
     10 Jahre Ökomonitoring                       UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                       JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




     9 Dioxine und dioxinähnliche PCB in Eiern –                                                            Dioxine und dl-PCB in Bio- und konventionellen Hühnereiern (1209 Proben)




                                                                                                                                                                                                                                        10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                                                           1,6
     ein Überblick über die letzten Jahre                                                                                                  1,4




                                                                                                            Who-teQ (pg/g Fett), mediane
                                                                                                                                           1,2

     Ei, ei, ei, wer pickt denn da....                leicht erhöhte Dioxinverunreinigungen aufweisen.                                     1,0

                                                      aus diesem grund werden hühnereier, insbeson-                                        0,8

     hühner in auslaufhaltung können Spurenanteile    dere aus Freilandhaltung, seit Jahren verstärkt auf                                  0,6

     an Dioxinen und dioxinähnlichen polychlorier-    Dioxine und dioxinähnliche PCB untersucht.                                           0,4

     ten Biphenylen (dl-PCB) durch Picken im Boden                                                                                         0,2

     aufnehmen. Da hühner im Vergleich zu anderen     Dioxine und dl-PCB in Eiern über-                                                    0,0
                                                                                                                                                 2002   2003   2004   2005   2006      2007      2008       2009       2010   2011
     tieren in Bezug auf ihr körpergewicht mehr Bo-   wiegend auf niedrigem Niveau                                                                                                             Gesamt TEQ          Dioxine    dl-PCB
     denpartikel aufnehmen, sind sie bezüglich der
     anreicherung von Dioxinen und dl-PCB beson-      Von 2002 bis 2011 wurden insgesamt 1209
     ders sensible Bioindikatoren. erhöhte Befunde    Proben hühnereier - davon 211 Proben aus              Haltungsform und Betriebsgröße
     in hühnereiern können bereits auftreten, wenn    ökologischer erzeugung - auf Dioxine und seit         beeinflussen den Dioxingehalt




                       §
     Legehennen auf Böden gehalten werden, die nur    2004 zusätzlich auf dl-PCB untersucht. Die durch-
                                                      schnittlichen gehalte (mediane) an Dioxinen und       Um der Ursache der teilweise gefundenen er-
       Rechtliche Regelungen                          dl-PCB der untersuchten eier wiesen in den letzten    höhten Belastungen von eiern auf den grund zu
                                                      Jahren eine eher abnehmende tendenz auf und           gehen, wurden in den Jahren 2004 und 2005 un-
       Die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 der
                                                      befanden sich unabhängig von der haltungsform         terschiedliche Sonderprogramme durchgeführt,
       Kommission setzt für Hühnereier einen
                                                      ganz überwiegend auf einem niedrigen niveau,          bei denen eier nach haltungsform sowie nach
       Höchstgehalt von 3,0 pg WHO-PCDD/F-
                                                      deutlich unterhalb der festgelegten höchstgehalte     Betriebsgröße differenziert wurden:
       TEQ/g Fett für Dioxine und einen Höchst-                                                                                                                                                                                   l
                                                      und auslösewerte. Die ermittelten Werte lagen in      n Die ermittelten gehalte an Dioxinen und dl-
       gehalt von 6,0 pg WHO-PCDD/F-PCB-
                                                      einem Bereich von 0,03 bis 98 pg Who-PCDD/F-              PCB in eier aus Freilandhaltung der 20 größ-
       TEQ/g Fett für die Summe aus Dioxinen
                                                      teQ/g Fett für Dioxine, von 0,01 bis 161 pg Who-          ten Betriebe in Baden-Württemberg bestä-                            Bio-Eier etwas höher mit
       und dl-PCB (Gesamt-TEQ) fest. In Ergän-
                                                      PCB-teQ/g Fett für dl-PCB und von 0,05 bis 167            tigten die bisherigen erkenntnisse, dass sich                       Dioxinen und dl-PCB belastet
       zung zu den Höchstgehalten wurde in der
                                                      pg Who-gesamt-teQ/g Fett für die Summe                    Freilandeier aus großbetrieben nur geringfü-
       Empfehlung der Kommission vom 6. Fe-
                                                      aus Dioxinen und dl-PCB. insgesamt überschrit-            gig von eiern aus käfighaltung unterscheiden                        im rahmen des Ökomonitoring-Programms wur-
       bruar 2006 zur Reduzierung des Anteils
                                                      ten in den letzten 10 Jahren 95 (8 %) Proben              und in der regel klar unterhalb der 2006 ein-                       den speziell hühnereier aus ökologischer erzeu-
       von Dioxinen, Furanen und PCB in Futter-
                                                      hühnereier den (seit 2006) für die Summe aus              geführten höchstgehalte liegen.                                     gung untersucht und die gehalte an Dioxinen und
       mitteln und Lebensmitteln (2006/88/EG)
                                                      Dioxinen und dl-PCB gültigen höchstgehalt und         n in einem zweiten Sonderprogramm wur-                                  dl-PCB mit denen konventionell erzeugter eier
       für Hühnereier ein Auslösewert von 2,0
                                                      59 (5 %) Proben den für Dioxine (seit 2005 auch für       den gezielt hühnereier aus kleinstbetrieben                         verglichen. erwartungsgemäß wurden zwischen
       pg WHO-PCDD/F-TEQ/g Fett für Dioxine
                                                      hühnereier aus Freilandhaltung) gültigen höchst-          (< 200 tiere) mit intensivem auslauf unter-                         eiern aus ökologischer und konventioneller er-
       und von 2,0 pg WHO-PCB-TEQ/g Fett für
                                                      gehalt numerisch. Bei erhöhten gehalten spielen           sucht. Diese Differenzierung nach Betriebs-                         zeugung eher geringe Unterschiede festgestellt,
       dl-PCB bestimmt, bei dessen Überschrei-
                                                      insbesondere betriebsspezifische Parameter eine           größe lieferte eine klar erkennbare abhän-                          was auf die allgemeine Umweltkontamination als
       tung die Kontaminationsquelle ermittelt
                                                      wesentliche rolle. Zur erkennung möglicher be-            gigkeit der gehalte an Dioxinen und dl-PCB                          Ursache für die festgestellten gehalte hinweist.
       und Maßnahmen zur Eindämmung oder
                                                      triebsinterner Ursachen wird auf eine informati-          von der Betriebsgröße: Ca. 35 % der eier aus                        Die mittleren gehalte an Dioxinen und dl-PCB der
       Beseitigung der Kontamination ergriffen
                                                      onsschrift des ministeriums für Ländlichen raum           Betrieben mit 30 bis 200 hennen und ca.                             untersuchten eier aus ökologischer erzeugung
       werden sollen. Die festgelegten Höchst-
                                                      und Verbraucherschutz Baden-Württemberg für               80 % aus Betrieben mit weniger als 30 hen-                          lagen tendenziell eher etwas höher als in Proben
       gehalte und Auslösewerte gelten für Le-
                                                      Legehennenhalter verwiesen (Dioxin in eiern aus           nen lagen oberhalb des für die Summe aus                            aus konventioneller erzeugung, jedoch ebenfalls
       bensmittel aus konventioneller und öko-
                                                      auslaufhaltungen: www.landwirtschaft-bw.de,               Dioxinen und dl-PCB zulässigen höchstge-                            deutlich unterhalb der festgelegten höchstgehal-
       logischer Erzeugung gleichermaßen.
                                                      Stichwort „Dioxinbelastung in eiern“).                    haltes.                                                             te und auslösewerte.

18                                                                                                                                                                                                                                     19
     10 Jahre Ökomonitoring                       UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                  JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




     10 Organische Kontaminanten




                                                                                                                                                                                                                                      10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                                                                                                Vergleicht man eier aus ökologischer und kon-

        und Pestizide in Bio-Eiern                                                                                                                                              ventioneller Produktion, so zeigt sich neben den
                                                                                                                                                                                jährlichen Schwankungen im gesamtbild, dass
                                                                                                                                                                                die mittleren DDt- und PCB-rückstände in den
     Von 2003 bis 2011 wurden 435 Proben hüh-         minanten und Pestiziden sowie nitromoschus-                                                                               eiern aus ökologischer Produktion (DDt: 6,0
     nereier - 190 Proben aus ökologischer und        verbindungen hat sich in den letzten 20 Jahren                                                                            -36,4 µg/kg Fett, PCB: 1,6 - 12,4 µg/kg Fett)
     245 Proben aus konventioneller Produktion -      insgesamt deutlich reduziert, wobei DDt und                                                                               jeweils etwas höher liegen als aus konventi-
     auf fettlösliche Pestizide und kontaminanten     PCB sowie teilweise hCB noch die höchsten                                                                                 oneller Produktion (DDt: 1,3 -5,5 µg/kg Fett,
     untersucht. indikatorsubstanzen für die ge-      konzentrationen aufweisen. Die durchschnittli-                                                                            PCB: 0,2 - 2,8 µg/kg Fett). Lediglich in zwei Fäl-
     samtbelastung von eiern mit altpestiziden und    che hintergrundbelastung liegt für die persis-                                                                            len - einer Bio- und einer konventionellen Probe
     organischen kontaminanten sind die Stoffe he-    tenten kontaminanten und Pestizide bei der                                                                                - wurden höchstmengenüberschreitungen an
     xachlorbenzol (hCB), Lindan, gesamt-DDt, PCB     Warengruppe eier derzeit unter 10 µg/kg Fett.                                                                             DDt festgestellt. Die mittleren gehalte aller an-
     153, Dieldrin, gesamt-endosulfan, moschus-       höhere gehalte kommen nur bei 13 % der Pro-                                                                               deren Wirkstoffe lagen unter 5 µg/kg Fett so-
     xylol sowie die Summe der polybromierten Di-     ben aus ökologischer und bei 8 % der Proben                                                                               wohl für ökologisch wie auch für konventionell
     phenylether (PBDe).                              aus konventioneller Produktion vor.                                                                                       erzeugte eier.
                                                                                                                                                                         ◆

     Bio-Eier tendenziell etwas                       Die deutlich höchsten einzelbefunde sowie                                                                                 im zeitlichen Vergleich der eier-Untersuchun-
     häufiger und höher belastet                      mittleren gehalte wurden für gesamt-DDt und      788 µg/kg Fett) im Vergleich zu 11 Proben aus                            gen aus ökologischer Produktion zeigt sich kein
                                                      PCB 153 gemessen. hier zeigten sich für die      konventioneller Produktion (13 - 92 µg/kg Fett).                         trend. mittlere gehalte über 3 µg/kg Fett wur-
     Die Belastung der Lebensmittel tierischer her-   eier aus ökologischer Produktion bei 13 Proben   Für die PCB 153-gehalte sieht die Situation                              den im langjährigen Vergleich lediglich bei DDt
     kunft mit chlor- und bromorganischen konta-      DDt-einzelgehalte über 10 µg/kg Fett (13 bis     ähnlich aus: 11 Proben aus ökologischer Pro-                             und PCB festgestellt, wobei sich im Jahr 2009
                                                                                                       duktion mit PCB 153-gehalten über 10 µg/kg                               für beide rückstände die höchsten gehalte
                                                                                                       Fett - von 15 bis 100 µg/kg Fett - stehen 7 Pro-                         ergaben (12,4 µg PCB 153 /kg Fett und 36,4
       Umweltkontaminanten in Bio-Eiern –                                                              ben konventionell erzeugter eier mit gehalten                            µg DDt /kg Fett). Die rückstände in eiern aus
       Was kann der Verbraucher erwarten?                                                              von 13 bis 37 µg/kg Fett gegenüber. Weiterhin                            konventioneller Produktion weisen zumindest
       Die EU-Öko-Verordnung legt die Anforderungen, die an Erzeugnisse gestellt werden, die           wurden bei 3 Proben aus konventioneller erzeu-                           für hCB und PCB 153 eine deutlich abnehmen-
       mit Hinweis auf ökologische Produktion vermarktet werden, fest. Sie regelt dabei aus-           gung gehalte von Pyrethroiden oberhalb von 10                            de tendenz auf, während die mittleren DDt-
       schließlich die Produktionsweise und stellt für Umweltkontaminanten keine „schärferen“          µg/kg Fett nachgewiesen.                                                 gehalte schwanken.
       Anforderungen an die Rückstandsfreiheit des Ökoproduktes als es für konventionelle
       Produkte gefordert ist. Weil sich fettlösliche, langlebige organische Verbindungen über
                                                                                                       Eier aus konventioneller Produktion im zeitlichen Vergleich
       die Nahrungskette im Fettgewebe von Tieren anreichern, stellen Lebensmittel tierischer
       Herkunft die Hauptquelle für die Aufnahme dieser Stoffe durch den Verbraucher dar. Da                                       8,0

       es keine Stoffe sind, die zur Produktion von Lebensmitteln eingesetzt werden, sondern                                       7,0

                                                                                                       mittelwerte [µg/ kg Fett]
       durch Verunreinigungen der Luft, des Wassers, des Bodens oder durch Tierfuttermittel                                        6,0

       einbracht werden, sind Bio-Lebensmittel grundsätzlich nicht weniger betroffen als kon-                                      5,0

       ventionelle Produkte. In Einzelfällen können die Gehalte an einer Umweltkontaminanten in                                    4,0

       Bio-Produkten sogar durchaus über der derzeitigen durchschnittlichen Hintergrundbelas-                                      3,0

       tung für die jeweilige Stoff/Matrix-Kombination liegen. Aus den genannten Gründen kann                                      2,0

       der Gehalt an einer Umweltkontaminante in einem ökologisch erzeugten Produkt nicht als                                      1,0

       Qualitätskriterium für die ökologische Produktionsweise dienen. Der Verbraucher mag hier                                    0,0
                                                                                                                                         HCB          Lindan     DDT          PCB 153      Dieldrin    Endosulfan      PBDE
       sicherlich eine andere Erwartung haben.                                                                                           konventionell 2003-6   konventionell 2009      konventionell 2010     konventionell 2011



20                                                                                                                                                                                                                                   21
     10 Jahre Ökomonitoring                                              UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                           JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




     Eier aus ökologischer Produktion im zeitlichen Vergleich
                                                                                                                                        11 Pflanzenschutzmittel




                                                                                                                                                                                                                                                   10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                 8,0
                                                                                                                                           in pflanzlichen Lebensmitteln




                                                              36,4




                                                                               12,4
                                 7,0
     mittelwerte [µg/ kg Fett]




                                 6,0

                                 5,0                                                                                                    Von 2002 bis 2011 wurden insgesamt 4481 pflanzliche Lebensmittel aus ökologischem An-
                                 4,0                                                                                                    bau auf Rückstände an Pflanzenschutzmitteln untersucht. Bei den untersuchten Proben han-
                                 3,0                                                                                                    delte es sich um landwirtschaftliche Urprodukte wie Obst und Gemüse sowie um verarbeitete
                                 2,0                                                                                                    Produkte wie Obst-, Gemüse- und Getreideerzeugnisse, Säuglingsnahrung, Wein und andere.
                                 1,0

                                 0,0                                                                                                    Pflanzenschutzmittelrückstände in pflanzlichen Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung 2002 bis 2011
                                       HCB          Lindan    DDT         PCB 153         Dieldrin        Endosulfan      PBDE
                                       ökologisch 2003-6     ökologisch 2009            ökologisch 2010           ökologisch 2011            Probenzahl      Proben mit      Proben mit Rückständen >    Beanstandete          Proben mit
                                                                                                                                                            Rückständen            0,01 mg/kg1)            Proben 2)      Mehrfachrückständen

                                                                                                                                                4481         1308 (29 %)             375 (8 %)             218 (5 %)            473 (11 %)

                                                                                                                                        1)
                                                                                                                                             ohne im ökologischen Landbau zugelassene Wirkstoffe, Bromid < 5 mg/kg und Gibberellinsäure
                                                                                                                                        2)
                                                                                                                                             wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung



                                                                                                                                        Gute Noten für Bio-Erzeuger!

                                                                                                                                        Ca. 95 % der Stichproben im handel führten
                                                                                                                                        das Bio-Siegel zu recht. in 5 % der Bio-Lebens-
                                                                                                                                        mittel wurden rückstände von Pflanzenschutz-
                                                                                                                                        mitteln nachgewiesen, die auf grund von art
                                                                                                                                        und menge der Wirkstoffe auf eine unzulässige
                                                                                                                                        Behandlung bzw. eine Vermischung mit kon-
                                                                                                                                        ventioneller Ware hindeuteten. Bei diesen Pro-
                                                                                                                                        ben wurde die Bezeichnung „Bio“ oder „Öko“
                                                                                                                                                                                                                                             l
                                                                                                                                        als irreführung des Verbrauchers beanstandet.
                                                                                                                                        Bei weiteren 133 Proben (3 %) ergaben sich
                                                                                                                                        hinweise darauf, dass die Ware möglicherwei-             Pflanzenschutzmittelwirkstoffe - eine weitge-
                                                                                                                                    l
                                                                                                                                        se nicht den Vorschriften der Öko-Verordnung             hende rückstandsfreiheit bei pflanzlichen Le-
                                                                                                                                        entspricht. Die Öko-kontrollbehörde wurde in             bensmitteln aus ökologischem anbau (71 %).
     Die Haltungsformen im Vergleich                                            wurde in den Jahren 2003 bis 2006 bei den               diesen Fällen lediglich über auffällige Befunde          Wurden rückstände in Öko-Ware festgestellt,
                                                                                konventionell erzeugten eiern zusätzlich eine           informiert. nachermittlungen sind hier erforder-         so handelte es sich meist nur um rückstände
     Während in der ökologischen Produktion die                                 Differenzierung nach Freiland-, Boden- und              lich, um zu prüfen, ob tatsächlich eine unzu-            einzelner Wirkstoffe, deren gehalte im Spu-
     Freiland-/ auslaufhaltung obligatorisch ist,                               käfighaltung durchgeführt. Die höchsten mitt-           lässige Pflanzenschutzmittelanwendung erfolgt            renbereich unter 0,01 mg/kg lagen und somit
     werden die hühner in konventionellen Be-                                   leren gehalte konnten bei DDt gefolgt von PCB           ist.                                                     unterhalb derjenigen konzentration, die übli-
     trieben auch in Bodenhaltung gehalten. Die                                 festgestellt werden, wobei eine deutliche ab-                                                                    cherweise nach einer Pflanzenschutzmittelan-
     käfighaltung von Legehennen ist in Deutsch-                                stufung in der Belastung von Freiland über Bo-          Über die Untersuchungsjahre hinweg bestä-                wendung im erntegut festgestellt wird. kon-
     land seit 2010 verboten. Statt dessen wurde                                den- zu käfighaltung auffiel. Die anderen Wirk-         tigte sich - auch bei stetiger erweiterung des           ventionelles obst und gemüse wies gegenüber
     die kleingruppenhaltung als mindeststandard                                stoffe wiesen sehr niedrige mittlere gehalte unter      Untersuchungsspektrums von ca. 200 Wirk-                 ökologischer Ware im mittel einen ca. 180-fach
     festgelegt. Um hier Unterschiede aufzuzeigen,                              2 µg/kg Fett auf.                                       stoffen im Jahr 2002 auf nunmehr über 600                höheren gehalt an Pestiziden auf.

22                                                                                                                                                                                                                                                23
     10 Jahre Ökomonitoring                             UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                 JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                                                                                                                                                          10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                                 Gemüse
       0,01 mg/kg – Orientierungswert nicht gleich Grenzwert
                                                                                                                 insgesamt wurden 1732 Proben ökologisch er-                        beanstandet, bei 20 Proben (1 %) war die zuläs-
       Die EG-Öko-Verordnung erlaubt praktisch keine Anwendung chemisch synthetischer                            zeugtes gemüse untersucht. Bei 7 % der Pro-                        sige Pflanzenschutzmittelhöchstmenge nach Vo
       Pflanzenschutzmittel. Allerdings gibt es in der EU-Öko-Verordnung keine speziellen                        ben wurden rückstände oberhalb des orien-                          (eg) nr. 396/2005 überschritten. Bei weiteren
       Grenzwerte, die die Verkehrsfähigkeit von Bio-Lebensmitteln mit Pestiziden regelt. Für                    tierungswertes von 0,01 mg/kg festgestellt, 57                     67 Proben ergaben sich hinweise darauf, dass
       Bio-Lebensmittel gelten nach der VO (EG) 396/2005 die gleichen Grenzwerte wie für                         Proben (3 %) wurden aufgrund ihres erhöhten                        die Ware möglicherweise nicht den Vorschriften
       konventionelle Lebensmittel. Angesichts der hohen Messempfindlichkeit der Nachweis-                       rückstandsgehaltes als irreführend bezeichnet                      der Öko-Verordnung entspricht.
       methoden muss ein Bio-Produkt, das nachweisbare Rückstände von Pflanzenschutzmit-
       teln enthält, nicht zwangsläufig unzulässig behandelt oder mit konventioneller Ware ver-                     Bio-Gemüse                Proben-    Beanstandete          Proben mit             Proben mit      Proben mit Mehr-
                                                                                                                                                zahl      Proben1) [%]        Rückständen            Rückständen      fachrückständen
       tauscht bzw. vermischt worden sein. Allerdings sind bei Erzeugnissen aus ökologischem
                                                                                                                                                                                  [%]              > 0,01 mg/kg [%]          [%]
       Landbau in der Regel auch unter Berücksichtigung von Abdrift und Umweltkontami-
       nation keine bestimmbaren Rückstände über dem von der baden-württembergischen                               Blattgemüse, Salate          416            2,6                   26,4                4,8                 9,4

       Lebensmittelüberwachung erarbeiteten analytischen „Orientierungswert“ von 0,01 mg/kg                        Fruchtgemüse                 644            4,3                   27,5                5,1                 7,8

       zu erwarten. Wichtig hierbei ist, dass 0,01 mg/kg keinen Grenzwert darstellt, bei dessen                    Sprossgemüse                 138             7,2                  26,1                9,4                 3,6

       Überschreiten feststeht, dass das Produkt nicht entsprechend der Regeln der EG-Öko-                         Wurzelgemüse                 289            3,1                   19,4                5,5                 9,3

       Verordnung erzeugt wurde. Vielmehr handelt es sich um einen Schwellenwert, oberhalb                         Pilze                        105            11,4                  61,0               22,9                14,3

       dessen festgestellt werden muss, woher die Rückstandsbelastung stammt.                                      Kartoffeln                   140            5                     35,7               13,6                 10
                                                                                                                   Summe                       1732            4,4                   28,5                7,2                 8,7
                                                                                                                                                                              1)
                                                                                                                                                                                   wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung
     Die Zahlen im Überblick
                                                                                                                 Verarbeitete Bio-Erzeugnisse                                       trockenobst. Daneben umfasste das Proben-
     Obst                                                                                                        insgesamt wurden 1384 verarbeitete Bio-er-                         spektrum unter anderem auch erzeugnisse wie
     insgesamt wurden 1308 Proben Bio-obst unter-             rückstandsgehaltes als irreführend bezeichnet      zeugnisse untersucht: einen Schwerpunkt hin-                       tiefkühlware, obstkonserven und alkoholfreie
     sucht, wobei der Schwerpunkt auf Beerenobst,             beanstandet und bei 11 Proben (0,8 %) war          sichtlich der Probenzahl bildeten getreide und                     getränke. 82 Proben (5,9 %) wurden beanstan-
     Zitrusfrüchten und kernobst lag. Bei 83 der Pro-         die zulässige Pflanzenschutzmittelhöchstmen-       getreideerzeugnisse, keltertrauben, Weine, mai-                    det und bei 51 Proben erfolgte ein hinweis an
     ben wurden rückstände oberhalb des orien-                ge nach Vo (eg) nr. 396/2005 überschritten.        sche und moste sowie Säuglingsnahrung und                          die Öko-kontrollbehörde.
     tierungswertes von 0,01 mg/kg festgestellt, 46           in 15 Fällen wurde die Öko-kontrollbehörde auf
     Proben (3,5 %) wurden aufgrund ihres erhöhten            erhöhte rückstandsgehalte hingewiesen.                Verarbeitete                        Proben- Beanstandete Proben mit      Proben mit    Proben mit Mehr-
                                                                                                                    Bio-Produkte                          zahl   Proben1) [%] Rückständen Rückständen fachrückständen
                                                                                                                                                                                  [%]     > 0,01 mg/kg [%]        [%]

          Bio-Obst         Proben-   Beanstandete        Proben mit          Proben mit      Proben mit Mehr-      Pflanzliche Öle, Ölsaaten              91          1,1                   59,3               12,1          23,1
                             zahl     Proben1) [%]      Rückständen         Rückständen      fachrückständen       Getreide, Getreideprodukte,
                                                            [%]           > 0,01 mg/kg [%]          [%]
                                                                                                                   Backwaren, Teigwaren                  310          6,5                   21,6                8,1           9,4
       Beerenobst            181          1,7                  19,3             1,7                 4,4            Trockenobst                           178          9,0                   63,5               19,1          37,1
       Trauben              223           4,0                  30,9             7,2                 13             Tee und teeähnliche Getränke;
       Kernobst              242          3,7                  19,0             5,0                 3,7            Lupinenkaffee                          49          6,1                   44,9               26,5          20,4
       Steinobst             120          5,0                  22,5             5,8                 5,0            Keltertrauben, Maische, Most, Wein 220             8,6                   38,2               11,8          21,8
       Zitrusfrüchte        368           6,8                  30,2            10,6                10,9            Säuglingsnahrung                      185          2,7                   17,3                9,7                0
       Exotische Früchte     174          2,9                  20,7             3,4                 3,4            Sonstige verarbeitete Erzeugnisse     351          5,12)                 32,2               10,5          13,4
       Summe               1308           4,4                  24,8             6,3                 7,5            Summe                                1384          5,9                   35,0               11,8          16,0

                                                        1)
                                                             wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung                                                             wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung
                                                                                                                                                                              1)

                                                                                                                                         2)
                                                                                                                                              u.a. TK-Beerenobst, Obstkonserven, Linsen, Erdnüsse und Nahrungsergänzungsmittel

24                                                                                                                                                                                                                                       25
     10 Jahre Ökomonitoring                           UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                        JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                                                                                                                                              10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
     Herkunft der Bio-Lebensmittel                                                                                   Kontamination von Bio-Ware -                         Kern-, Steinobst und Beerenobst (außer
                                                                                                                     der Ursache auf der Spur!                            Tafelweintrauben) nur wenig belastet
                                    Sonstige 9 %                                      Deutschland 44 %                                                                    eine sehr positive rückstandssituation wurde bei
                          Ägypten 1 %                                                                                Das Ökomonitoring hat neben der risikoorien-         kern- und Steinobst sowie Beerenobst festge-
                     Südafrika 1 %                                                                                   tierten Untersuchung zur Überprüfung der an-         stellt. hier wurden rückstände nur sehr selten
              Griechenland 2 %                                                                                       gabe „Öko“ oder „Bio“ auch einen wichtigen           und fast ausschließlich in sehr geringen konzen-
              Frankreich 2 %                                                                                         Beitrag zur aufklärung möglicher Ursachen für        trationen nachgewiesen.
                Israel 3 %                                                                                           eine kontamination bei auffälligen rückstands-
                                                                                                                     befunden geleistet (z.B. durch abdriftuntersu-
             Türkei 3 %                                                                                              chungen bei Öko-anbauflächen mit konventio-
                                                                                                                     nell bewirtschaftetem nachbarfeld sowie durch
      Niederlande 3 %                                                                                                Stufenkontrollen in einer getreidemühle und bei
                                                                                                                     der Weinherstellung). Während bei den sog.
                                                                                                                     landwirtschaftlichen Urprodukten in der regel
                                                                                                                     lediglich abdrift von konventionell bewirtschafte-
        Unbekannt 7 %
                                                                                                                     ten Feldern, Umweltkontamination, eine illegale
                                                                                                                     anwendung oder ein Vermischen mit konventi-
                                                                                                                     oneller Ware zu rückständen an Pestiziden füh-
                                                                                                                     ren kann, spielt bei verarbeiteten erzeugnissen
              Spanien 9 %
                                                                                                                     häufig eine sog. kreuzkontamination bei gleich-
                                                                                                                     zeitiger Verarbeitung von ökologischer und kon-
                        Italien 16 %                                                                                 ventioneller Ware die entscheidende rolle beim
                                                                                                                     eintrag von unzulässigen Pestizidrückständen.
     Die Herkunft                                                                                                    mit unseren Untersuchungen konnten herstel-
     ist entscheidend!                             Beanstandungsquoten bei unverarbeiteten Bio-Lebensmitteln,        lern oder Verarbeitern wichtige informationen
                                                   differenziert nach Herkunftsland                                  zur Vermeidung einer kontamination gegeben
     Bio-Ware wird aus vielen verschiedenen         Herkunftsland        Probenzahl   Beanstandete Proben1) [%]      werden. Dass dies meist zum erfolg führte, zeig-
     Ländern nach Deutschland importiert.            Deutschland              1115              2,0 %                ten die Untersuchungen der Folgejahre.
     insgesamt stammten die Proben aus 55            Italien                  672               9,2 %
     verschiedenen herkunftsländern, über-           Spanien                  383               4,2 %
     wiegend jedoch aus Deutschland (44              Israel                   133               2,3 %                  Eine Zeitreise
     %), italien (16 %) und Spanien (9 %).           Niederlande              130               3,8 %                  durch die Bio-Lebensmittel
     Der Vergleich der Beanstandungen diffe-         Frankreich                92                   -
     renziert nach herkunftsländern zeigt gute       Südafrika                 59               3,4 %                  In den einzelnen Untersuchungsjahren
     ergebnisse für deutsche Bio-erzeuger            Griechenland              56               8,9 %                  wurden immer wieder bei unterschiedli-
     von obst und gemüse: nur 2 % der Pro-           Ägypten                   44               9,1 %                  chen Kulturen und Produkten Auffällig-
     ben enthielten rückstände, die auf eine         Argentinien               36               5,6 %                  keiten festgestellt. Die Rückstandssitua-
     unzulässige Pflanzenschutzmittelanwen-          Marokko                   28               3,6 %                  tion verbesserte sich jedoch fast in allen
     dung hinweisen. Bei importiertem obst           Sonstige 2)              349               4,0 %                  Fällen in den darauffolgenden Jahren.
     und gemüse wurden dagegen teilweise             Summe                   3097               4,4 %
     deutlich höhere Beanstandungsquoten               1)
                                                            wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung                                                                                                         ◆
     festgestellt.                                                          2)
                                                                               einschließlich unbekannter Herkunft

26                                                                                                                                                                                                                           27
     10 Jahre Ökomonitoring                                        UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                JUBiL ÄUmSSonDeraUSgaBe




                                                                                                                                                                                                                                     10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                                                                                                                                               ben Pflanzenschutzmittelrückstände über 0,01
                                                                                                                                                                               mg/kg (im Vergleich: 2009: 3 %, 2008: 10 %)
                                                                                                                                                                               und 1,4 % der Proben (2 spanische tomaten)
                                                                                                                                                                               entsprachen nicht den anforderungen der eU-
                                                                                                                                                                               Öko-Verordnung. Der herbizide Wirkstoff Fluazi-
                                                                                                                                                                               fop wurde bei italienischem Brokkoli nicht mehr
                                                                                                                                                                               nachgewiesen und nur eine Probe italienischer
                                                                                                                                                                               Broccoli wurde im Jahr 2011 als irreführend
                                                                                                                                                                               beurteilt. ab 2008 war keine karotte mehr zu
                                                                                                                                                                               beanstanden, rückstände größer als 0,01 mg/
                                                             ◆                                                       ◆                          ◆                       ◆
                                                                                                                                                                               kg wurden nicht nachgewiesen.

     Positiver Trend bei Tafelweintrauben und                           ziden, Fungiziden und akariziden beanstandet        Im Visier: Gurke, Paprika, Karotte & Co.           Keimhemmungsmittel in Bio-Kartoffeln -
     Zitrusfrüchten                                                     werden musste, entsprachen 2009 und 2010            im Jahr 2008 waren Öko-gurken aus Spanien,         unerlaubte Nacherntebehandlung?
     Bei tafelweintrauben und Zitrusfrüchten wur-                       alle Zitrusfrüchte der Öko-Verordnung. in 2011      italien und marokko in größerer Zahl aufgrund      in den Untersuchungsjahren 2006 und 2007
     den - jedoch überwiegend in den ersten Unter-                      wurde nur eine von 38 Proben aufgrund eines         erhöhter gehalte an dem Fungizid Fosetyl zu        wurde eine größere anzahl an Öko-kartoffeln
     suchungsjahren - häufiger rückstände nachge-                       zu hohen rückstandsgehaltes als irreführend         beanstanden. gemüsepaprika vor allem italie-       ägyptischer und deutscher herkunft vor allem
     wiesen und Beanstandungen festgestellt. erfreu-                    beanstandet. in den ersten Untersuchungsjah-        nischer und spanischer herkunft war häufig zu      aufgrund von Chlorpropham-rückständen - ei-
     licherweise hat sich die rückstandssituation bei                   ren fielen Zitrusfrüchte auch durch den häufi-      beanstanden. in zahlreichen Brokkoliproben aus     nem in der konventionellen erzeugung zuge-
     tafeltrauben deutlich verbessert: in den letzten                   gen nachweis von Spuren an oberflächen-             italien wurden rückstände an herbiziden (Flua-     lassenen keimhemmungsmittel - beanstandet.
     4 Jahren war nur eine Probe mit rückständen                        behandlungsmitteln auf. aufgrund der sehr           zifop, haloxyfop, 2,4-D) festgestellt. 6 von 26    Bei nachermittlungen wurde festgestellt, dass
     über 0,01 mg/kg zu verzeichnen.                                    geringen gehalte (kleiner 0,01 mg/kg) war von       italienischen Brokkoliproben, die überwiegend      bei der kartoffelreinigung sowie Sortierung und
                                                                        einer kontamination der Öko-Ware in den Pack-       aus derselben region in Süditalien stammten,       abpackung eine kontamination von Öko-Ware
     auch bei Zitrusfrüchten zeichnete sich ein                         stellen auszugehen, da derartige oberflächen-       wiesen rückstände an herbiziden oberhalb der       durch die vorhergehende Bearbeitung von mit
     deutlich positiver trend ab: Während von 2005                      konservierungsstoffe bei konventioneller Ware       gesetzlichen höchstmenge auf, 3 Proben wur-        dem keimhemmungsmittel Chlorpropham be-
     bis 2008 durchschnittlich jede 10-te Probe vor                     in relativ hohen konzentrationen angewendet         den aufgrund ihrer herbizid-gehalte oberhalb       handelter konventioneller Ware erfolgen kann.
     allem aufgrund recht hoher gehalte an insekti-                     werden.                                             von 0,01 mg/kg als irreführend beanstandet.        in den darauffolgenden Jahren traten Beanstan-
                                                                                                                            alle Brokkoli-Proben aus Deutschland (5) und       dungen nicht mehr auf. im Jahr 2011 waren die
     Beanstandungsquoten bei Bio-Zitrusfrüchten, differenziert nach Herkunftsland                                           Spanien (21) trugen dagegen zurecht das Bio-       untersuchten Proben - mit ausnahme von einer -
                                                                                                                            Siegel und waren nicht zu beanstanden.             quasi rückstandsfrei. Dies zeigt, dass eine erhöh-
                           14                                                                                               ein beachtliches medienecho fanden die er-         te Sorgfalt offensichtlich zur Vermeidung einer
                           12                                                                                               gebnisse der Untersuchung von Bio-karotten         kontamination beigetragen hat.
     in %




                                                            11,8                                                            im Jahr 2006. auffällig war eine hohe Bean-
     1)




                           10
     Beanstandete Proben




                                                                                                                            standungsquote (15 %) sowie der häufige
                           8
                                                                                                                            nachweis von herbiziden sowie Fungiziden und
                           6         7,3                                                                       6,8          insektiziden. Betroffen war im wesentlichen ita-
                                                5,4                              5,9
                           4                                                                                                lienische Ware; hier wurde offensichtlich kon-
                           2                                                                    3,3                         ventionelle Ware als Bio-Ware verkauft.
                           0                                                                                                in den letzten Jahren waren unsere Untersu-
                                    Italien   Spanien   Griechenland          Südafrika   Unbekannt/Sonst.   Summe          chungsergebnisse für die oben genannten kul-
                           Proben     177       93           34                  34             30            368
                                                                                                                            turen jedoch sehr erfreulich: 2010 und 2011
                                                                                                                                                                                                                            ◆
                                                                   1)
                                                                        wegen Irreführung oder Höchstmengenüberschreitung   enthielten bei Fruchtgemüse nur 2 % der Pro-

28                                                                                                                                                                                                                                  29
     10 Jahre Ökomonitoring                             UnterSUChUngSBereiChe                                                                                                                imPreSSUm




                                                                                                                                                                                                                      10 JA H R E Ö KO M O N I TO R I N G
                                                          Säuglingsnahrung – für die Kleinsten nur
                                                          vom Feinsten
                                                          Säuglinge und kleinkinder zählen zu den beson-
                                                          ders empfindlichen Personengruppen, für die be-
                                                          züglich ihrer ernährung besondere erfordernisse
                                                          gelten. im Sinne eines vorbeugenden gesund-
                                                          heitsschutzes soll Säuglings- und kleinkinder-
                                                          nahrung möglichst frei von Pflanzenschutzmittel-
                                                          rückständen sein. ausschließlich im Jahr 2002
                                                          mussten Proben von 5 verschiedenen Firmen
                                                          aufgrund des nachweises von Chlormequat
                                                          (> 0,01 mg/kg) beanstandet werden. Damals            s                                                             ◆

                                                          wurde die missbräuchliche anwendung dieses
       ◆                                                  Wachstumsregulators im konventionellen Bir-        kleinräumiger Weinbergstruktur bei sachge-           Herausgeber:
                                                                                                                                                                  ministerium für Ländlichen raum
                                                          nen- und karottenanbau festgestellt. in den da-    rechter anwendung von Pflanzenschutzmitteln
                                                                                                                                                                  und Verbraucherschutz (mLr)
     Halmverkürzer in Kulturpilzen –                      rauffolgenden Jahren erfüllte Säuglingsnahrung     und gerätschaften im konventionellen anbau           abteilung Verbraucherschutz und ernährung
                                                                                                                                                                  kernerplatz 10, 70182 Stuttgart
     Situation noch nicht zufriedenstellend               stets die strengen gesetzlichen anforderungen      die benachbarten ökologisch bewirtschafteten
                                                                                                                                                                  telefon: (0711)126-0
     in einzelnen Untersuchungsjahren war die Be-         und war quasi rückstandsfrei.                      Parzellen in der regel nur in äußerst geringem       e-mail: poststelle@mlr.bwl.de
                                                                                                                                                                  www.mlr.baden-wuerttemberg.de
     anstandungsquote bei Öko-Zuchtpilzen sehr                                                               maß beeinträchtigt werden. Öko-Weine, die von
     hoch (über 20 %). Die Beanstandungen bezo-                                                              Weingütern stammten, die ausschließlich Wein         Autoren:
                                                                                                                                                                  Dr. eva annweiler, CVUa Freiburg; hans-georg
     gen sich überwiegend auf austernseitlinge und                                                           aus ökologisch angebauten trauben herstellen,
                                                                                                                                                                  Borowski-kyhos, rP karlsruhe; Diane Fügel,
     Zuchtchampignons deutscher oder niederlän-                                                              waren überwiegend rückstandsfrei.                    CVUa Stuttgart; Dr. margit kettl-grömminger,
                                                                                                                                                                  CVUa Stuttgart; Dr. thomas kuballa, CVUa karls-
     discher herkunft aufgrund erhöhter rück-
                                                                                                                                                                  ruhe; Dr. karin kypke, CVUa Freiburg; Dr. rainer
     standsgehalte an Chlormequat und mepiquat.                                                              auffällige Befunde wurden jedoch im Jahr 2010        malisch, CVUa Freiburg; marc ohmenhäuser,
                                                                                                                                                                  CVUa Freiburg; Dr. Winfried ruge, CVUa karls-
     Diese beiden Wirkstoffe werden zur halm-                                                                bei Weinen von Winzern und genossenschaften,
                                                                                                                                                                  ruhe; Biljana trajkovska, CVUa Freiburg; kerstin
     verkürzung im konventionellen getreideanbau                                                             welche sowohl konventionell als auch ökologisch      Wahl, CVUa Freiburg; hans-Ulrich Waiblinger,
                                                                                                                                                                  CVUa Freiburg; Carmen Wauschkuhn, CVUa
     eingesetzt und gelangen vermutlich über das           ◆                                                 produzieren, festgestellt: 61 % der Weinproben
                                                                                                                                                                  Stuttgart
     Substrat, auf dem die Pilze gezüchtet werden,                                                           wiesen rückstände auf und 8 von 67 Proben
                                                                                                                                                                  Redaktion:
     in die Zuchtpilze.                                   Öko-Wein – mögliche Kontamination bei              mussten als irreführend beurteilt wurden. Das
                                                                                                                                                                  Carmen Wauschkuhn (CVUa Stuttgart) und
                                                          der Verarbeitung festgestellt                      Staatliche Weinbauinstitut Freiburg (WBi) führ-      Diane Fügel (mLr)
     nach den Vorschriften der eU-Öko-Verord-             keltertrauben, maische, traubenmost und Wei-       te zusammen mit dem CVUa Stuttgart im Jahr
                                                                                                                                                                  Grafik Design + Prepress:
     nung muss jedoch auch das Substrat (Stroh)           ne waren immer wieder gegenstand der Un-           2011 erste Versuche durch, mit deren hilfe die       Friedrich Don BDg · Don Design, Waibingen
                                                                                                                                                                  www.don-design.de
     von Bio-getreide stammen. Die anwendung              tersuchungen, da in Baden-Württemberg die          Ursachen für die festgestellten Pflanzenschutz-
     von halmverkürzern ist im Öko-Landbau nicht          Produktion von Bio-Weinen eine gewisse rol-        mittel ermittelt werden können. Diese zeigten,       Druck:
                                                                                                                                                                  retsch Druck e.k., 72202 nagold
     zulässig. Zwar hat sich die rückstandssituati-       le spielt und auch die Sorge bestand, dass bei     dass ein ursprünglich rückstandsfreier Wein
                                                                                                                                                                  www.retschdruck.de
     on deutlich verbessert, im letzten Jahr wurden       anbau von Öko-Wein in kleinen Parzellen unter      aus ökologisch angebauten trauben durch die
                                                                                                                                                                  Bezugsquelle:
     jedoch wiederum bei 3 von 11 untersuchten            Umständen abdrift bedingte rückstände durch        Filtration mit einer Filteranlage, durch die zuvor
                                                                                                                                                                  ministerium für Ländlichen raum
     Proben Chlormequat/mepiquatrückstände ober-          benachbarte konventionelle anbauflächen auf-       konventioneller Wein filtriert wurde, verunreinigt   und Verbraucherschutz
                                                                                                                                                                  Drucknummer: mLr 8-2012-36
     halb von 0,01 mg/kg festgestellt. trotz intensi-     treten könnten.                                    wurde. in einer nächsten Untersuchungsserie
     ver nachforschungen konnte die Ursache für                                                              soll überprüft werden, ob es bei der Weinberei-      Fotos:
     die Befunde bislang nicht abschließend aufge-        Unsere Untersuchungen zur Pflanzenschutz-          tung weitere Quellen für die Verunreinigung mit      l www.oekolandbau.de
                                                                                                                                                                  ©BLe, Bonn, Foto: t. Stephan, D. menzler
     klärt und abgestellt werden.                         mittelabdrift zeigten jedoch, dass auch bei        Pflanzenschutzmittelrückständen gibt.                s mLr · ◆ shutterstock · w Don Design

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                               ◆     s   ◆




     Herausgeber

     Ministerium für
     Ländlichen Raum,
     und Verbraucherschutz
     Baden-Württemberg (MLR)
     Kernerplatz 10
     70182 Stuttgart


     Für eventuelle Rückfragen
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     www.mlr.baden-wuerttemberg.de

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Description: Das Ökomonitoring-Programm ist ein Gemeinschaftsprojekt der 4 Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs (CVUA), wobei die Koordination und der Bericht vom CVUA Stuttgart übernommen wird.