Friedrich Nietzsche by 91kRQ3cp

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									Friedrich Nietzsche
„Die Kritik der Moral“
Biographie
•   15. Oktober 1844 in Röcken geboren
•   Besuchte zunächst Knaben- und Privatschule
•   1854 Besuch des Domgymnasiums in Naumburg
•   Besondere Begabung im musischen und sprachlichen Bereich
    fiel auf
•   1858-1864: Ausbildung am angesehenen Internat Schulpforta
•   Wintersemester 1864/65: Beginn des Studiums der Klassischen
    Philologie und Evangelischer Theologie an der Universität
    Bonn
•    Abbruch des Theologiestudiums nach dem 1. Semester
•   Wechsel an die Universität Leipzig
•   Beschäftigte sich intensiv mit den Werken Schopenhauers und
    Friedrich Albert Lange
•   Berufung zum Professor für klassische Philologie auf
    Empfehlen seines Professors noch vor der eigenen Promotion
    im Jahr 1869
•   Arbeitete ebenfalls als Lehrer am Basler Gymnasium am
    Münsterplatz
• Freundschaft zu Theologieprofessor Franz Overbeck und Jakob
  Burckhardt
• Seit 1868 Bekanntschaft mit Richard Wagner und häufige Besuche in
  Tribschen bei Luzern
• 1872: Veröffentlichung des ersten großen Werkes: „Die Geburt der
  Tragödie aus dem Geiste der Musik“
• Traf auf kein Verständnis und führte zu Ablehnung
• 1879: frühzeitige Pensionierung aufgrund von mehreren Anfällen von
  Kopf- und Augenschmerzen
• Lebte bis 1889 als freier Autor
• 1882/83 kurzzeitige Beziehung mit Lou von Salomé;Trennung neue
  Krankheitsschübe und fast völlige Isolation Flucht nach Rapallo
• Anfang Januar 1889 geistiger Zusammenbruch in Turin; Ursache :
  progressive Paralyse als Folge von Syphilis
• Schickte kleine Schriftstücke, sog. „Wahnzettel“ (waren vom Wahnsinn
  gekennzeichnet) an Freunde und Bekannte
• Einlieferung in das „Irrenhaus“ in Basel Psychiatrische
  Universitätsklinik Jena; Leben in geistiger Umnachtung
• 1890: Rückkehr nach Naumburg
• 1897: Pflege durch Schwester in der Villa Silberblick in Weimar
• 25. August 1900: Tod in Weimar an den Folgen einer
  Lungenentzündung und eines Schlaganfalls
 Denken und Werke

• Einteilung Nietzsches Denken und Werk in bestimmte
  Perioden:

• 1. Die Wagnerianisch-Schopenhauerische Zeit (1872-1876)
• Steht im Zeichen Wagners und Schopenhauers; gekennzeichnet
  von romantischen Einflüssen
• Werke:
o Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik
o Unzeitgemäße Betrachtungen:
o David Strauß, der Bekenner und der Schriftsteller
o Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben
o Schopenhauer als Erzieher
o Richard Wagner in Bayreuth
• 2. Die „freigeistige“ Zeit (1876-1882)
• Löst sich von Wagner und Schopenhauer
• Wissenschaftlich-empirische Erkenntnis steht in Werken im
  Vordergrund
• Gekennzeichnet durch Aphorismensammlungen
• Werke:
o Menschliches, Allzumenschliches (mit zwei Fortsetzungen)
o Morgenröte
o Die fröhliche Wissenschaft

o 3. Das zentrale Werk „Also sprach Zarathustra“ (1883-1885)

o   4. Die späten Werke (1886-1888)
o   Jenseits von Gut und Böse
o   Zur Genealogie der Moral
o   Der Fall Wagner
o   Götzen-Dämmerung
o   Der Antichrist
o   Ecce Homo
                Die Einleitung (Vorrede)
• Voraussetzung zum Verstehen der Schrift ist ein Grundwille
  zur Erkenntnis
• Ob uns die Erkenntnis schmeckt ist dem Philosophen so egal,
  wie dem Baum, dessen Früchte man isst
• Beginn der Suche nach dem Ursprung der Moral in der
  Geschichte
• Er versucht nicht das zu widerlegen, was andere meinen,
  sondern stellt seine ganz eigenen Theorien auf
• Vor allem die Abgrenzung von Schopenhauer stellt er
  besonders heraus („Ich bin ein Gegner der schändlichen
  modernen Gefühlsverweichlichung“)
• Grundsätzliche Bejahung und positive Auffassung des Lebens
  („ Der Menschheit ging es wesentlich besser, als sie sich ihrer
  Grausamkeiten noch nicht schämte. Sie züchtet sich einen
  verdorbenen Magen und jene belegte Zunge an, dass ihr selbst
  das Leben unschmackhaft wird.“)
• Er stellt fest, dass Werte als selbstverständlich hingenommen
  werden und stellt dies in Frage
          Gut und Böse. Gut und Schlecht.

• Begrifflichkeit von Herrenmoral und Sklavenmoral
• Obrigkeit erschuf die Moral um die geltenden
  Machtverhältnisse zu sichern („das dauernde und dominirende
  Gesammt- und Grundgefühl einer höheren herrschenden Art im
  Verhältniss zu einer niederen Art, zu einem >Unten< – das ist
  der Ursprung des Gegensatzes >gut< und >schlecht<.“)
• Christentum als Förderer der geltenden Moralvorstellungen
• „der Mensch wurde mit Hülfe der Sittlichkeit der Sitte und der
  socialen Zwangsjacke wirklich berechenbar gemacht.“
• Grundbegriff des Ressentiment als Grundeinstellung der
  Sklavenmoral. Aus Missgunst, Neid und Schwäche schaffen
  sich die „Missratenen“ eine Welt, in der sie selbst die
  Herrschenden sein könnten (z.B. christliches Jenseits)
                     Nietzsches Kritik

• Kritik an Moralphilosophen („Wie giftig, wie listig wie schlecht
  macht jeder lange Krieg, der sich nicht mit offener Gewalt
  führen lässt.“)
• Wenn sich ein Philosoph entrüstet über die Moral „ist das ein
  Zeichen, dass an ihm jeglicher philosophischer Humor
  vorbeigegangen ist
• Die Regel ist interessanter als die Ausnahme
• „Seid wie sie! Werdet mittelmäßig! Heißt nunmehr die alleinige
  Moral. Alles andere um uns herum wird untergehen!“
   Nietzsches Moralkritik in Bezug auf
                Heute
• Grundsätzlich sollen wir „Ja“ sagen zum Leben
• Nutzt das Gegebene zu euren Vorteil, und lasst euch nicht vom
  Gegebenen etwas aufdiktieren („Die Hand wurde nicht
  geschaffen, damit wir greifen können, sondern wir können
  greifen, weil wir eine Hand haben“)
• Versucht nicht das Leben radikal zu verändern („Wo soll das
  hinführen? Ins Nichts!“)
• Nimm das Leben mit einem gewissen philosophischen Humor
• Stehe im Leben um es zu verstehen und um schließlich als
  Übermensch darüber hinaus zu gehen
        Die Genealogie als Streitschrift

• In der Kritik der Moral kann man selbst nicht frei von Moral
  sein
• Moral wird gegen Moral gesetzt
• Verzicht auf absoluten Standpunkt gegenüber der Moral
• Offenkundige Ablehnung der bisherigen Moralphilosophen

•   Zusammenfassung:
•   Nietzsche gilt als Philosoph, Dichter, klassischer Philologe
•   Meister aphoristischer Kurzformen
•   wählte Freiheit der Methode und Betrachtung
•   Einordnung seiner Philosophie in eine bestimmte Disziplin ist
    problematisch
            Einige Nietzsche Zitate

Frauen
– „Wem im Glück ich dankbar bin? Gott! - und meiner Schneiderin.“
– „Jung: beblümtes Höhlenhaus. Alt: ein Drache fährt heraus.“
– „Schwarz Gewand und Schweigsamkeit kleidet jeglich Weib
  gescheidt.“

Männer
– „Reife des Mannes: das heisst den Ernst wiedergefunden zu haben,
  den man als Kind hatte, beim Spiel.“
– „Wie? Ein grosser Mann? Ich sehe immer nur den Schauspieler
  seines eignen Ideals.“
                   Literaturverzeichnis

• Nietzsche, Friedrich: Jenseits von Gut und Böse. Reclam. Stuttgart
  2005.
• Nietzsche, Friedrich: Zur Genealogie der Moral. Reclam. Stuttgart
  2007.
• Höffe, Otfried: Zur Genealogie der Moral. Akademie Verlag. Berlin
  2004
• Schweppenhäuser, Gerhard: Nietzsches Überwindung der Moral.
  Königshausen+Neumann. Würzburg 1988

								
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