Muster-Hygieneplan f�r Arztpraxen - DOC

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Muster-Hygieneplan f�r Arztpraxen - DOC Powered By Docstoc
					Hygieneplan der Hautarztpraxis
(Namen der Hautarztpraxis)
Stand: (Datum)




Hygienebeauftragter der Praxis (Name): (Name des Hygieneverantwortlichen)




Praxis
Dr. med. Manfred Mustermann
Muster Straße 11
12345 Musterstadt
Tel.: 012345-12345678
Fax: 012345-12345678
Email: name@praxisdomain.de
Inhalt:                                                                  Seite

Gliederung                                                               2,3

A:   Allgemeine Personalhygiene
-    Dienst- und Schutzkleidung                                          4
-    Hygienische Händedesinfektion                                       4
-    Händewaschen, Händepflege                                           5
-    Schutzhandschuhe, Sofortmaßnahmen                                   5,6,7

B:   Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen
-    Reinigungs- und Desinfektionsplan                                   8,20
-    Umgang mit Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln            8
-    Desinfektion und Sterilisation                                      8,9,10
-    Desinfektion Geschirr, Wäsche, Betten                               10
-    Flächendesinfektion                                                 11

C:   Spezielle Hygienemaßnahmen
-    Dienst- und Schutzkleidung                                          12
-    Instrumenten- und Geräteaufbereitung                                12
-    Übertragbare Krankheiten                                            12

D:   Hygienemaßnahmen bei Diagnostik, Pflege und Therapie
-    Schutzkleidung                                                      13
-    Chirurgische Händedesinfektion                                      13
-    Haut- und Schleimhautdesinfektion                                   13,14
-    Hygienemaßnahmen bei speziellen Tätigkeiten                         14
-    Invasive Eingriffe                                                  14

E:   Ver- und Entsorgungsregelungen
-    Lebensmittelversorgung                                              15
-    Sterilgut                                                           15
-    Instrumenten- und Wäscheentsorgung                                  15
-    Abfallentsorgung                                                    16,23

F: Mikrobiologische Diagnostik
- Mikrobiologische Kontrollen                                            17
- Probenentnahme, Verpackung und Transport                               17,24-26

G: Sonstiges
- Arzneimittel                                                           18
- Meldepflicht                                                           18
- Ungezieferbefall                                                       19
- Unterweisung der Arbeitnehmer                                          19

H: Operationen

Anlagen
Anlage 1:    - Reinigungs- und Desinfektionsplan                         20
Anlage 2a:   - Anwendung und Aufbereitung von Beatmungszubehör           21
Anlage 2b:   - Vorgehensweise Endoskopaufbereitung                       22
Anlage 3:    - Merkblatt 1 über die Vermeidung und Entsorgung von
               Abfällen aus öffentlichen und privaten Einrichtungen
               des Gesundheitsdienstes                                   23
Anlage 4:    - Entnahme, Verpackung und Transport von Probematerialien   24-26


                                            1
                  Hygieneplan für Arztpraxen
                   (Muster - Gliederung nach BGR 206)

A. Allgemeine Personalhygiene
     - Definition von und Umgang mit Dienst- und Schutzkleidung,
     - Durchführung der hygienischen Händedesinfektion,
     - Händewaschen, Hände pflegen,
     - Tragen von Schutzhandschuhen,
     - allgemeiner Infektionsschutz, Sofortmaßnahme bei Verletzungen mit
          kontaminierten
          bzw. infektiösen Materialien.

B. Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen
      - Auflistung der zur Verfügung stehenden Reinigungs- und
          Desinfektionsmittel mit Angaben zur Anwendungskonzentration,
          Anwendungszweck, Einwirkzeit,
      -   Umgang mit Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln,
      -   Desinfektion und Sterilisation der Geräte, Instrumente und sonstiger
          Gebrauchsgegenstände,
      -   Desinfizierende Geschirr-, Wäsche- und Bettenaufbereitung,
      -   Flächendesinfektion des Raumes einschließlich Mobiliar.

C. Spezielle Hygienemaßnahmen in verschiedenen Funktions-
   bereichen
     - bereichsspezifische Dienst- und Schutzkleidung,
     - desinfizierende Instrumenten- und Geräteaufbereitung,
     - Isolierungs-, Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen bei übertragbaren
          Krankheiten.

D. Hygienemaßnahmen bei Diagnostik, Pflege und Therapie
     - Tragen von Schutzkleidung,
     - hygienische und chirurgische Händedesinfektion,
     - Durchführung der Haut- und Schleimhautdesinfektion vor Injektionen,
          Punktionen, invasiven Eingriffen,
      -   Hygienemaßnahmen bei speziellen klinischen Tätigkeiten,
      -   Patientenvorbereitung vor invasiven Eingriffen.

E. Ver- und Entsorgungsregelungen
     - Lebensmittel- bzw. Speisenversorgung,
     - Sterilgutversorgung und -lagerung,
     - Geschirr-, Instrumenten- und Wäscheversorgung einschließlich
          erforderlicher Entsorgungsmaßnahmen,
      -   spezielle und allgemeine Abfallentsorgung.

F. Mikrobiologische Diagnostik
     - Festlegung notwendiger mikrobiologischer Kontrollen (z. B. zur Prüfung
          von Waschmaschinen, Sterilisationsgeräten, Desinfektionsanlagen),
      -   Entnahme, Verpackung und Transport von Probematerialien.

                                             2
G. Sonstiges
     - Umgang mit Arzneimitteln,
     - Meldepflicht für übertragbare Krankheiten,
     - Ungezieferbefall,
     - Unterweisung der Versicherten (Arbeitnehmer).

H. Operationen

Anlagen
      -   Anlage1:  Reinigungs- und Desinfektionsplan
      -   Anlage 2a:Anwendung und Aufbereitung von Beatmungszubehör
      -   Anlage 2b:Vorgehensweise Endoskopaufbereitung
      -   Anlage 3: Merkblatt 1 über die Vermeidung und die Entsorgung von
                    Abfällen aus öffentlichen und privaten Einrichtungen des
                    Gesundheitsdienstes
      -   Anlage 4: Gewinnung, Lagerung und Transport von Proben zur
                    mikrobiologischen Infektionsdiagnostik

Gesetzliche Grundlagen / Merkblätter / Empfehlungen
    - Infektionsschutzgesetz (IfSG) vom 20.07.00, BGBl. I Nr. 33 Seite 1045 ff.
    - Richtlinien des Robert Koch-Institutes für Krankenhaushygiene und
          Infektionsprävention (Stand: 1991) mit den entsprechenden aktuellen
          Ergänzungen
          hier:
           „Händehygiene“, Bundesgesundheitsblatt 43/2000, 230-233
           „Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven
              Eingriffen“, Bundesgesundheitsblatt 43/2000, 644-648
           Prävention der nosokomialen Pneumonie. Bundesgesundheitsblatt
              43/2000, 302-309
      -   Unfallverhütungsvorschriften, Sicherheitsregeln, Merkblätter der
          Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
          hier:
           BGV C8 „Gesundheitsdienst“, Ausgabe Januar 1997
           BGV A4 „Arbeitsmedizinische Vorsorge“, Ausgabe Januar 1997
           VBG A1 „Allgemeine Vorschriften“, Oktober 1991
           BGR 206 „Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst“, Juli 1999
           ZH 1/176 „Sicherheitsregeln für das Einsammeln, Befördern und
              Lagern von Abfällen in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes“,
              Oktober 1993, aktualisierte Fassung 95
           ZH 1/700 „Regeln für den Einsatz von Schutzkleidung“, April 1994
           ZH 1/706 „Regeln für den Einsatz von Schutzhandschuhen“, April
              1994, aktualisierte Fassung 1995
           ZH 1/708 „Regeln für den Einsatz von Hautschutz“, April 1994
           TRGS 540 „Sensibilisierende Stoffe“, 12/97
      -   Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM-
          Liste Desinfektionsmittel), hier Stand 01.03.2000 (wird regelmäßig
          aktualisiert)
      -   Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz, BGBl.
          19.10.1994 Teil I.)
      -   DIN 58953-7 Sterilgutversorgung, April 1998
      -   DIN 58953, Teil 8, Sterilgutversorgung, Februar 1993
      -   DIN 59953-9 Sterilgutversorgung, März 1998
      -   „Instrumenten-Aufbereitung richtig gemacht“, 7. Ausgabe 1999
          Arbeitskreis Instrumenten-Aufbereitung

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Bei o. g. Gliederung handelt es sich lediglich um Vorschläge gem. den Regeln der
Berufsgenossenschaft, die individuell auf die eigentlichen Praxisbelange abgewandelt
werden können. Der Punkt G sowie die Anlagen wurden hinzugefügt.
Die nachfolgende Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und
ist den jeweils aktuellen Rechtsgrundlagen bzw. Empfehlungen des Robert Koch-
Institutes etc. anzupassen.



Zu A: Allgemeine Personalhygiene


             Definition von und Umgang mit Dienst- und Schutzkleidung

Für Tätigkeiten, bei denen die Berufskleidung der Beschäftigten mit Krankheits-
keimen verschmutzt werden kann, ist vom Unternehmer gemäß § 7 BGV-C8 Schutz-
kleidung zur Verfügung zu stellen, ebenfalls in Arbeitsbereichen mit erhöhter
Infektionsgefährdung nach § 18 (Prüfung im Einzelfall).
Zusätzlich sind dünnwandige und flüssigkeitsdichte Handschuhe zu stellen für
Tätigkeiten, bei denen die Hände mit Körperausscheidungen /-flüssigkeiten in
Berührung kommen können.
Feste Handschuhe sind beim Umgang mit Desinfektionsmitteln (Ausnahme
Händedesinfektionsmittel) zu verwenden, ggf. flüssigkeitsdichte Fußbekleidung, wenn
mit dem Durchnässen der Schuhe zu rechnen ist.


                 Durchführung der hygienischen Händedesinfektion
                          (aus RKI-Richtlinie Händehygiene)

Zur hygienischen Händedesinfektion sind Mittel auf Wirkstoffbasis von Alkoholen zu
verwenden, die den Standardzulassungen gemäß § 36 des Arzneimittelgesetzes
entsprechen, vorzugsweise sind Mittel aus der Liste der Deutschen Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM-Liste) zu verwenden.
Die Entnahme ist ohne Handkontakt zu gewährleisten.
Nach tatsächlicher, wahrscheinlicher oder möglicher Kontamination der Hände gilt
folgende Reihenfolge:
-   3 bis 5 ml eines alkoholischen Händedesinfektionsmittels 30 sec in die trockenen
    Hände einreiben unter Berücksichtigung der Innen- und Außenflächen einschließ-
    lich Handgelenke, Fingerzwischenräumen, Fingerspitzen, Nagelfalze und Dau-
    men.
-   Hände für die Dauer der Einwirkungszeit feucht halten.

Punktuelle Kontaminationen sind vor der Desinfektion mit einem desinfektionsmittel-
getränkten Einmaltuch zu entfernen, dann
-   Händedesinfektion wie oben angegeben
-   anschließend unter fließendem Wasser unter Verwendung von Flüssigseife die
    Hände reinigen
-   Hände mit Einweghandtuch trocknen
-   ggf. (bei spezifischen Kontaminationen) nochmals desinfizieren

Großflächige Kontaminationen sind vorsichtig abzuspülen
-  dann Waschen, wobei darauf zu achten ist, dass Umgebung und Kleidung nicht
   kontaminiert werden (ggf. Kontaminationsbereich anschließend desinfizieren,
   Kittelwechsel)
-  dann desinfizieren

Eine hygienische Händedesinfektion behandschuhter Hände wird nicht allgemein
empfohlen, kann aber im Ausnahmefall erwogen werden. Das betrifft vor allem
                                             4
Situationen, die einen sehr häufigen Handschuhwechsel erfordern würden (z. B. i. v.
Blutentnahmen).

Da in Deutschland Hände- und Hautdesinfektionsmittel als echte Arzneimittel gelten,
sind die Bestimmungen des Arzneimittelgesetzes zu beachten. Entleerte Flaschen
von Händedesinfektionsmitteln dürfen aufgrund des Arzneimittelgesetzes nur unter
aseptischen Bedingungen in einer Apotheke nachgefüllt werden, daher empfiehlt sich
die Verwendung von Originalgebinden.



                           Händewaschen, Händepflege

Vor Arbeitsbeginn und nach Arbeitsende genügt eine Händewaschung.
Die Flüssigseifen / Waschlotionen müssen frei sein von pathogenen Keimen.
Empfehlenswert ist deshalb auch hier die Verwendung von Originalgebinden, da die
Wiederaufbereitung und das Nachfüllen mit Kontaminationsrisiken verbunden sind
(aus RKI-Richtlinie Händehygiene).

Bei den Berufskrankheiten in den Gesundheitsberufen stehen Hauterkrankungen mit
einem Anteil von über 50% an erster Stelle. Seit 1999 ist zwar ein Rückgang
aufgrund der Interventionen zum Thema Latexallergie zu verzeichnen (siehe
Abschnitt Schutzhandschuhe), Hautpflege an Händen und Unterarmen ist jedoch
nach wie vor ein wichtiges Thema, da bereits kleinste Risse bzw. Mikrotraumen das
Erregerwachstum begünstigen und sich eine nicht gepflegte Haut nicht sicher
desinfizieren lässt.

Eine Schädigung der Haut an den Händen wird oft durch das häufige Händewaschen
und andere Reinigungstätigkeiten –Kontakt mit waschaktiven Substanzen (Tenside)-
hervorgerufen. Die Tenside oder Seifen in den Wasch-Reinigungsprodukten entfetten
die Haut, diese wird trocken, rissig oder spröde. Deshalb sollte ein häufiges Waschen
der Hände vermieden und besser durch eine hygienische Händedesinfektion ersetzt
werden.

Gemäß ZH 1/708 „Regeln für den Einsatz von Hautschutz“ hat der Unternehmer
einen nach Hautgefährdungen gegliederten Hautschutzplan zu erstellen sowie die
Versicherten mindestens einmal jährlich arbeitsplatzbezogen über die Haut-
gefährdungen und den regelmäßigen Hautschutz zu unterweisen.

Vorgehensweise Händewaschen:
-  Hände unter fließendem Wasser unter Verwendung von Flüssigseife aus
   Wandspender (keine Stückseife) gründlich waschen
-  anschließend Einmalhandtücher benutzen
-  bei Bedarf Hände anschließend mit Pflegelotion einreiben, Entnahme aus
   Spendern oder Tuben sicherstellen.


                          Tragen von Schutzhandschuhen
                          (aus RKI-Richtlinie Händehygiene)

Siehe auch Punkt Schutzkleidung.
Das Tragen von Schutzhandschuhen ist z. B. erforderlich:
-  bei invasiven Maßnahmen (Injektionen, Punktionen, Legen eines Venen- oder
   Blasenkatheters, Bronchoskopie, Endoskopie ... )
-  bei vorhersehbarem oder wahrscheinlichem Erregerkontakt (Entnahme von
   Material zur mykologischen Untersuchung)
-  bei möglicher massiver Verunreinigung mit Se- und Exkreten,
   Körperausscheidungen.

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      Es ist zu beachten, dass nach dem Ablegen der Schutzhandschuhe eine
                       Händedesinfektion anzuschließen ist.

Gemäß der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 540 ist festgeschrieben, dass
gepuderte Latexhandschuhe nicht mehr eingesetzt werden dürfen, sondern durch
puderfreie und allergenarme Latexhandschuhe oder andere geeignete Handschuhe
zu ersetzen sind.
Die TRGS hat den Charakter einer Durchführungsverordnung und ist verpflichtend
einzuhalten.



Allgemeiner Infektionsschutz, Sofortmaßnahmen bei Verletzungen mit kontaminierten
                            bzw. infektiösen Materialien

Das medizinische Personal in den ambulanten Arztpraxen ist durch die berufliche
Exposition durch verschiedene Infektionsrisiken stark gefährdet. Dabei sollte
unabhängig vom Krankheitsbild jeder Patient als potentiell infektiös betrachtet
werden.

So reichen z. B. schon kleinste, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Mengen Blut
(0,00004 mg) aus, um sich eine Hepatitis B-Infektion, eine der häufigsten
Berufskrankheiten im Gesundheitswesen, zuzuziehen.
Deshalb sollten folgende Schutzmaßnahmen beachtet werden:

-   Für das Personal sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach G 42
    zu veranlassen sowie Nachuntersuchungen während der Beschäftigung.
-   Gemäß § 4 BGV C8 hat der Unternehmer sicherzustellen, dass die Beschäftigten
    über die für sie in Frage kommenden Maßnahmen zur Immunisierung unterrichtet
    werden; die Immunisierung ist für die Beschäftigten kostenlos zu ermöglichen;
    Empfehlungen zu Schutzimpfungen werden von der Ständigen Impfkommission
    (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) verfasst und im Bundesgesundheitsblatt
    veröffentlicht (der vollständige Text kann außerdem über das Deutsche Grüne
    Kreuz, von den Impfstoffherstellern sowie über das Internet bezogen werden).
-   Gemäß § 35 VBG A1 dürfen Schmuckstücke, Uhren oder ähnliche Gegenstände
    nicht getragen werden, wenn sie zu einer Gefährdung führen können.
-   Die größte Verletzungsgefahr geht vom Zurückstecken benutzter Kanülen in ihre
    Schutzhüllen aus, weshalb ein „Recapping“ in jedem Fall unterbleiben muss, auch
    bei Hausbesuchen (Entsorgung siehe Abschnitt E).
-   Gemäß § 8 BGV C8 dürfen Flüssigkeiten nicht mit dem Mund pipettiert werden.
-   Benutzte Instrumente und Laborgeräte zur Wiederverwendung müssen gemäß §
    11 BGV C8 vor der Reinigung desinfiziert werden, sofern bei der Reinigung eine
    Verletzungsgefahr besteht.




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                                           Sofortmaßnahmen
        Prophylaxe nach HIV-Exposition (aus RKI-Richtlinie E5 9/98 wörtlich übernommen):




Nach jeder HIV-Exposition sollten zunächst die folgenden Sofortmaßnahmen unverzüglich (in
Sekunden) in der nachfolgenden Reihenfolge eingeleitet werden (ggf. anschließend an die
Sofortmaßnahmen telefonisch weiteren Rat einholen):



   Stich- oder Schnittverletzungen                             Kontamination von geschädigter
                                                                Haut, Auge oder Mundhöhle



     Blutfluss fördern durch Druck auf                    Intensive Spülung mit nächstmöglich
   das umliegende Gewebe (≥ 1 Minute)                     erreichbarem Wasser oder Kochsalz,
  (Chirurgische Intervention, nur wenn zeitgleich         ggf. PVP-Jodlösung
               fachärztlich möglich)




                          Intensive antiseptische Spülung bzw. Anlegen eines
                                     antiseptischen Wirkstoffdepots



                      Systemische, medikamentöse Postexpositionsprophylaxe



                                        Unfalldokumentation (D-Arzt)


                             Erster HIV-Antikörper-Test, Hepatitis-Serologie



Bei den Empfehlungen ist zu berücksichtigen, dass zur Effizienz der chirurgischen Erstversorgung und
antiseptischen Wundspülung in Hinblick auf die Verhütung von HIV-Infektionen weder
aussagekräftige retrospektive noch prospektive Studien verfügbar sind. In Analogie zum Vorgehen bei
vergleichbaren Situationen (z. B. Biss einer Giftschlange) erscheint es jedoch sinnvoll, bei Stich- oder
Schnittverletzungen den Blutfluss zu verstärken, um einer möglichen Infektion entgegenzuwirken.
Abbinden ist nicht indiziert.

                                                    7
In jedem medizinischen Arbeitsbereich sind für die optimale Versorgung nach akzidenteller
Exposition schnell erreichbar (Notfall!) neben einem sterilen Skalpell, sterilen Tupfern und Pflaster
folgende Antiseptika vorzuhalten:

für die Haut:           Hautantiseptika mit einem Ethanolgehalt ≥ 80 Vol. %
für die Wunde:          Betaseptic® und Freka® -Derm farblos,
für die Mundhöhle:      100 ml unvergällter Ethanol 80 Vol. %,
für das Auge:           sterile, 5 %ige PVP-Jod-Lösung als Apothekenzubereitung gemäß D



Zu B. Allgemeine Desinfektionsmaßnahmen (Flächen, Instrumente, Geräte)

    Auflistung der zur Verfügung stehenden Reinigungs- und Desinfektionsmittel mit
        Angaben zur Anwendungskonzentration, Anwendungszweck, Einwirkzeit
    Muster eines Reinigungs- und Desinfektionsplanes siehe Anlage 1 (Grundlage BGR 206).

Entsprechend des vorgegebenen Musters ist ein praxisbezogener Reinigungs- und
Desinfektions-plan zu erarbeiten, in dem die tatsächlich verwendeten Reinigungs-
und Desinfektionsmittel mit Angabe der Konzentration und Einwirkzeit aufzuführen
sind unter namentlicher Benennung des jeweils Durchführenden/Verantwortlichen.
Dieser Plan ist in der Arztpraxis auszuhängen (siehe Anlage 1)

               Umgang mit Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln

Grundlage für die Auswahl entsprechender Desinfektionsverfahren für die routine-
mäßige Desinfektion zur Verhütung von Infektionen im Krankenhaus und in der
ärztlichen Praxis ist die Desinfektionsmittel-Liste der Deutschen Gesellschaft für
Hygiene und Mikrobiologie (DGHM-Liste). Alle Desinfektionsmaßnahmen sind gemäß
BGR 206 „Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst“ vorzunehmen, z. B. sind
folgende Grundsätze zu beachten:
-    Ansetzen der Lösung mit Wasser von etwa 20° C
-    Zusatz von Reinigern nur dann, wenn lt. Herstellerangabe zulässig
-    Herstellung der Desinfektionslösungen unter standardisierten Bedingungen, d. h.
     über Dosierpumpen, Messgefäße bzw. Eindosenabpackungen, möglichst berüh-
     rungsfreie Technologie anwenden, wenn nicht – Tragen von Arbeitsschutzmitteln
-    Nach erfolgter Desinfektion sollte gelüftet werden
-    Tragen von Schutzhandschuhen (außer bei der Anwendung von Hände- bzw.
     Hautdesinfektionsmitteln).
-    Einwirkzeiten Instrumentendesinfektion siehe nachfolgender Abschnitt Flächen-
     desinfektion, Seite 10

          Desinfektion und Sterilisation der Geräte, Instrumente und sonstiger
            Gebrauchsgegenstände (z. B. Inhalationsgeräte, Endoskope....)
Hier sollte man sich genau überlegen, ob nicht die Aufbereitung durch zertifizierten
Dienstleister erfolgen sollte. Dann entfiele dieser gesamte Abschnitt (grün markiert).
Es könnte dann dort stehen:
Das Sterilgut wird trocken in einen zertifizierten und verschließbaren Behälter
abgeworfen und durch den zertifizierten Dienstleister XY in der Praxis abgeholt.
Das in Sets doppelwandig verpackte Sterilgut (Klarsichtsterilisierverpackung) wird
getrennt in die Praxis angeliefert und in einem geschlossenen Wandschrank im Op
getrennt von anderen Materialien gelagert.
Durchführung der Aufbereitung von wiederverwendbaren Instrumenten (chemische
Eintauchmethode):
-    es sind spez. Desinfektionsmittelwannen mit Siebeinsatz und Deckel einzusetzen

                                                 8
-     als Präparat ist ein in der DGHM-Liste aufgeführtes Instrumentendesinfektions-
      mittel einzusetzen mit einer nachgewiesenen HBV-Inaktivierung
-     die lt. DGHM-Liste vorgegebene Konzentration ist einzuhalten (keine Schuss-
      methode)
-     die Instrumente / Materialien sind zur Vermeidung einer Antrocknung sofort nach
      Gebrauch einzulegen, soweit möglich im zerlegten Zustand (bei englumigen
      Materialien ist darauf zu achten, dass auch in den Lumina alle Flächen benetzt
      und keine Luftblasen vorhanden sind)
-     es ist sicherzustellen, dass alle Oberflächen völlig von Lösung bedeckt sind
-     die Einwirkzeit beginnt mit dem Einlegen des letzten Instrumentes
-     in der Regel sind Desinfektionslösungen täglich zu wechseln, bei Angabe des
      Herstellers über eine längere Standzeit Verbrauchsfrist auf Wanne vermerken
      (Wechsel der Lösung bei makroskopischer Verunreinigung).

    Beim Umgang mit dem Desinfektionsmittelkonzentrat und der Gebrauchslösung sind
               die Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu berücksichtigen!

Reinigung
Im Anschluss an die manuelle Desinfektion hat die Reinigung in Abhängigkeit vom
Kontaminationsgrad, von der Instrumentenart und von der technischen Ausstattung
manuell unter Nutzung von Bürsten, Tupfer, Reinigungspistolen und/oder Ultraschall-
bad zu erfolgen. Bei der Auswahl der Reinigungsmittel ist die Korrosivität zu
berücksichtigen. Kombinierte Desinfektions- und Reinigungsmittel sind im Angebot.

Beim Desinfizieren und Reinigen sind feste, flüssigkeitsdichte Handschuhe zu tragen
                            (BGR 206 und ZH 1/706)!

Ultraschall-Behandlung (aus 7. Ausg. „Instrumenten-Aufbereitung richtig gemacht“)
Diese wird z. B. eingesetzt zur Unterstützung der manuellen Aufbereitung zur
Entfernung hartnäckiger Verschmutzungen. Folgendes ist zu beachten:
-     dem Wasser ist ein kombiniertes Reinigungs- und Desinfektionsmittel aus der
      DGHM-Liste zuzusetzen (nur Reinigungsmittel ausreichend, wenn vorher
      Desinfektion erfolgte)
-     Konzentration, Temperatur und Beschallungszeit gem. Herstellerangabe
-     täglicher Wechsel des Ultraschallbades
-     Vermeidung von Schallschatten (z. B. große Teile senkrecht stellen bzw. auf die
      anderen Instrumente legen
-     Gelenkinstrumente, Scheren in geöffnetem Zustand einlegen
-     bei Verwendung von Siebschalen auf geeignetes Material achten, z. B. Draht-
      siebschalen.

Nach der manuellen chemischen Desinfektion und Reinigung muss grundsätzlich
ausreichend mit Wasser gespült werden. Ausgewählte Instrumente (z. B. Endo-
skope), die anschließend nicht sterilisiert werden, sollten zur Vermeidung einer
Rekontamination mit sterilem Wasser gespült werden. Besonders chirurgische
Instrumente, aber auch Inhalationsschläuche u. ä. müssen an der Luft oder mit
flusenfreien Tüchern getrocknet werden (Knicke vermeiden).

Für die Anwendung und Aufbereitung von Inhalationsgeräten wurden in der Anlage 2a die
Empfehlungen des Landeshygieneinstitutes Mecklenburg-Vorpommern übernommen.

Maschinelle Aufbereitung (aus 7. Ausg. „Instrumenten-Aufbereitung richtig gemacht“)


                                                9
Die Standardisierung der Reinigung und Desinfektion kann am besten durch das
maschinelle Verfahren erreicht werden. Es gibt sowohl thermische als auch chemo-
thermische Verfahren. Die Programmstruktur ist abhängig von den hygienischen
Anforderungen, vom Spülgut und der verfügbaren Wasserqualität. Dentalinstrumente
sowie mikrochirurgisches Instrumentarium können maschinell aufbereitet werden,
wenn die sichere Halterung, z. B. in Racks, gewährleistet und die Spültechnik
angepasst wird.
Es dürfen jedoch nur solche Teile maschinell aufbereitet werden, die vom Hersteller
dafür freigegeben sind. Die maschinelle Aufbereitung darf nur mit einem nachweislich
dafür ausgewiesenen Verfahren durchgeführt werden, die jeweiligen Hersteller-
angaben sind zu beachten.

Da die Anforderungen an die Aufbereitung von Endoskopen hinsichtlich der unter-
schiedlichen Anwendungsbereiche (sterile und unsterile Körperöffnungen) sowie lt.
Herstellerangabe unterschiedlich sind, sind ggf. unterschiedliche Aufbereitungsarten
aufzuführen.




Wir empfehlen die Vorgehensweise der FDA (Food and Drug Administration) und
CDC (Center for Disease Control) Public Health Advisory von 9/99 zu praktizieren,
veröffentlicht im Internet Website: http://www.fda.gov/cdrh/safety.html, deutsch in
„Zentralsterilisation“ 8/2000 (siehe Anlage 2b).

Bitte nur die tatsächlich in der eigenen Praxis angewendete Methode der
Aufbereitung angeben. Im Hygieneplan sind keine Mittel namentlich aufzuführen,
demzufolge entfallen auch die konkreten Angaben zu Konzentration und Einwirkzeit.
Die eingesetzten Mittel mit der gelisteten Konzentration/Einwirkzeit sind im
Reinigungs- und Desinfektionsplan aufzuführen!

Prüfung auf Funktionalität / Pflege
Vor der Anwendung bzw. vor dem Verpacken sind die Instrumente, falls erforderlich,
zusammenzusetzen und auf Funktionalität zu prüfen.
Durch das Aufbringen von Gleitmitteln auf der Basis von Paraffinöl müssen z. B.
chirurgische Instrumente, vor allem die beweglichen Teile, gepflegt werden.

Oberflächendesinfektion der Geräte
Benutzte Geräte bzw. Teile derselben sind bei direktem Kontakt vor jedem Einsatz
am nächsten Patienten (z. B. Kontaktfläche am Röntgengerät), generell jedoch am
Ende der Sprechstunde einer Scheuer-Wisch-Desinfektion mit einem Flächen-
desinfektionsmittel unter Beachtung der Herstellerhinweise zur Aufbereitung zu
unterziehen

Sterilisation

 Die Sterilisierverpackung ist in Abhängigkeit vom Sterilisationsverfahren zu wählen.

Für die Dampfsterilisation sind geeignet:
Klarsichtfolie, Sterilisierpapier und Sterilisierbehälter mit Filter nach DIN, nicht
geeignet sind Textilien.

Für die Heißluftsterilisation sind geeignet:
geschlossene Metallbehälter und Alufolie (nach DIN), weniger geeignet sind
Behältnisse aus Glas und Polyamidfolie.



                                             10
Durchführung der Dampfsterilisation
Das Sterilgut im Sterilisator muss so gelagert werden, dass der Dampf ungehindert
durch die Verpackung dringen kann. Für textile Materialien (Tupfer, Verbands-
material, Wäsche) ist das 121° C- Programm mit Vorvakuum anzuwenden.

Durchführung der Heißluftsterilisation
Bei der Sterilisation mit Heißluft ist die lange Ausgleichzeit zu beachten, so dass
Sterilisierzeiten von mindestens 1 Std. bei Temperatur von 180° C erforderlich
werden.

Bitte nur die tatsächlich in der eigenen Praxis angewendete Methode der Sterilisation
angeben mit Angaben zum Gerät (Nr., Gerätename, Hersteller ... ) sowie konkreten
Zeitangaben gemäß Herstelleranweisung
Außerdem sind die verwendeten Verpackungsmaterialien zu benennen inklusive
Herstellerfirma.




             Desinfizierende Geschirr-, Wäsche- und Bettenaufbereitung

Geschirr- und Bettenaufbereitung sind i. d. R. in Arztpraxen nicht relevant, Wäsche-
aufbereitung siehe Abschnitt E.


               Flächendesinfektion des Raumes einschließlich Mobiliar

Einteilung der Flächendesinfektion nach Anwendungsprinzipien:
-   gezielte Flächendesinfektion (muss unmittelbar nach Kontamination mit Blut,
    Eiter, Schleim, Speichel, Fäzes und anderen Köperausscheidungen durchgeführt
    werden)
-   präventive Flächendesinfektion (ist überall dort durchzuführen, wo mit einer
    Kontamination mit erregerhaltigem bzw. potentiell infektiösem Material zu rechnen
    ist).

Eine präventive Desinfektion folgender Oberflächen im Untersuchungs-/ Behand-
lungszimmer ist täglich erforderlich:
-   Untersuchungsliege /-stuhl (wird keine Papierauflage verwendet, ist eine
    Desinfektion vor jedem neuen Patienten erforderlich)
-   Arbeitsflächen
-   Dermatoskop, Stethoskop, Blutdruckmanschette sollten bei Bedarf bzw. nach
    Gefährdungs-potential vor Benutzung am nächsten Patienten mit einem
    Desinfektionsmittel abgewischt werden, weshalb Manschetten aus Kunststoff
    empfehlenswert sind. Stethoskope siehe          Blutdruckmanschetten; für die
    Desinfektion der Blutdruck-manschetten / Stethoskope ist auch ein Präparat auf
    alkoholischer Basis (Haut- oder Händedesinfektionsmittel) einsetzbar
-   Waschbecken einschließlich Konsole.

Eine tägliche präventive Fußbodendesinfektion ist ggf. erforderlich:
-  in Räumen mit invasiven Eingriffen
-  in unreinen Arbeitsräumen
                                              11
Am Ende eines Arbeitstages ist analog der RKI-Empfehlungen E3 „Hygiene in der
Zahnmedizin“ eine Feuchtreinigung der Fußböden ohne Zusatz von Desinfektions-
mitteln als ausreichend anzusehen.

    Alle Flächendesinfektionsmaßnahmen sind als Scheuer-Wisch-Desinfektion
                                   vorzunehmen.
  Sprühdesinfektionen sind nur zulässig, wo eine Scheuer-Wisch-Desinfektion nicht
                                    möglich ist.

Oben genannte Flächendesinfektionsmaßnahmen ggf. praxisbezogen ergänzen, z. B.
regelmäßige desinfizierende Reinigung von Spielzeug / thermische Desinfektion von
Stofftieren (Kochprogramm).
Auch hier werden, wie schon bei der Instrumentenaufbereitung ausgeführt, keine
Mittel namentlich benannt.




Einwirkzeit
Gemäß Kommission der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie
(Vorwort aktuelle Liste) kann eine Fläche bei allen routinemäßigen Flächen-
desinfektionsmaßnahmen wieder benutzt werden, sobald sie sichtbar trocken ist.
Ausnahmen:
-  Desinfektionsmaßnahmen im Seuchenfall
-  Desinfektion patientennaher Kontaktflächen, wenn Mikroorganismen von der
   Fläche z. B. über Wunden in den menschlichen Körper gelangen können
-  Badewannendesinfektion, wo die Desinfektion durch das Einlaufen des Wassers
   beendet wird
-  lebensmittelberührende Flächen im Lebensmittelbereich.



Zu C. Spezielle Hygienemaßnahmen in verschiedenen Funktionsbereichen


                  Bereichsspezifische Dienst- und Schutzkleidung

Gem. ZH 1/700 „Regeln für den Einsatz von Schutzkleidung“ hat der Unternehmer
vor der Auswahl und dem Einsatz von Schutzkleidung eine Gefährdungsanalyse
durchzuführen, die insbesondere beinhaltet:
-  Art und Umfang der Risiken am Arbeitsplatz
-  Arbeitsbedingungen
-  persönliche Konstitution des Trägers.


               Desinfizierende Instrumenten- und Geräteaufbereitung

Über die in Absatz B hinausgehende Desinfektionsmaßnahmen, z. B. bei ange-
schlossenen Laboratorien Sicherheitswerkbänke, Zentrifugen u. ä., siehe spezifische
Vorschriften der Berufsgenossenschaft bzw. des Herstellers.


 Isolierungs-, Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen bei übertragbaren Krankheiten


                                            12
Im § 6 Infektionsschutzgesetz ist aufgeführt, welche meldepflichtigen Krankheiten
namentlich zu melden sind bei Krankheitsverdacht, Erkrankung sowie Tod. Falls
spezielle Maßnahmen zu veranlassen sind, erfolgt bei Meldung an das zuständige
Gesundheitsamt von dort eine diesbezügliche Rückinformation. Das Meldeformular
für meldepflichtige Krankheiten gemäß §§ 6, 8, 9 IfSG kann bei der Abteilung
Infektiologie im Stadtgesundheitsamt anfordern.

Gesundheitsamt der Stadt XY, Tel.


Zu D. Hygienemaßnahmen bei Diagnostik, Pflege und Therapie


                                Tragen von Schutzkleidung

Siehe Ausführungen Absätze A und C.


                     Hygienische und chirurgische Händedesinfektion

Hygienische Händedesinfektion siehe Absatz A.

    Die chirurgische Händedesinfektion ist vor allen operativen Eingriffen durchzuführen.
                        (siehe auch RKI-Richtlinie Händehygiene)

Bedingungen sind:
-      Fingernägel müssen kurz und rund geschnitten sein
-      kein Vorhandensein von Nagelverletzungen/entzündlichen Prozessen
-      Reinigung der Nägel/Nagelfälze bei Bedarf mit weicher, thermisch desinfizierter
       Kunststoffbürste / hygienischem Waschpräparat (kein Bürsten der Hände /
       Unterarme!)
-      Armaturenbedienung ohne Handkontakt inklusive der Spender

Durchführung:
-      Waschung der Hände und Unterarme bis zum Ellenbogen mit nach oben
       gerichteten Finger-spitzen und tief liegendem Ellenbogen ca. 1 Minute mit einem
       Handwaschpräparat
-      Abtrocknen mit einem keimarmen Einweghandtuch aus Spender
-      vollständige Benetzung der Hände und Unterarme mit Desinfektionslösung
       während der vom Hersteller vorgegebenen Einwirkungszeit.

Bei Aufeinanderfolge kurzer Eingriffe (OP + OP-Pause < 60 Minuten) kann vor dem
nächsten Eingriff die Händewaschung unterbleiben.


                   Durchführung der Haut- und Schleimhautdesinfektion
                     vor Injektionen, Punktionen, invasiven Eingriffen

Bei allen medizinischen Eingriffen, bei denen die Haut verletzt werden muss, wie z. B.
   Injektionen, Punktionen, Operationen, ist eine Hautdesinfektion durchzuführen.

Vor Injektionen / Punktionen sowie zur Desinfektion der Durchstichmembran bei
Mehrdosenbehältern:
-      hygienische Händedesinfektion

                                                 13
-   Verwendung von Schutzhandschuhen
-   Hautdesinfektionsmittel aufsprühen oder mit sterilisiertem Tupfer abreibend
    auftragen
-   Einwirkzeit mindestens 15 sec, ggf. bis 1 min (je nach Listung)
-   Einstichstelle muss trocken sein, ggf. gesonderten sterilisierten Tupfer nach Ende
    der Einwirkzeit einsetzen
-   abschließend Einstichstelle mit sterilisiertem, trockenem Tupfer oder Pflaster
    abdecken.


Punktionen von Gelenken, Körperhöhlen und Hohlorganen sowie operativen
Eingriffen:
-   wie oben, nur Einwirkzeit der Hautdesinfektion beträgt ≥ 1 min.
-   in talgdrüsenreichen Körperregionen (Stirn, Kopfhaut, Region längs des
    Rückgrats) Einwirkzeit ≥ 10 min sein (siehe DGHM-Liste).

Ausführungen zur Punktion von Gelenken etc. nur, wenn diese in der Praxis auch
vorgenommen werden!


              Hygienemaßnahmen bei speziellen klinischen Tätigkeiten

Entfällt i. d. R. für Arztpraxen, meist nur relevant für ambulante OP-Zentren etc.


                    Patientenvorbereitung vor invasiven Eingriffen

Durchführung (siehe hierzu auch RKI-Richtlinie „Anforderungen der Hygiene bei
Operationen und anderen invasiven Eingriffen“):

-   wenn eine Entfernung der Haare notwendig ist, erfolgt dies unmittelbar vor dem
    Eingriff, bevorzugt mittels Kürzen der Haare bzw. chemischer Enthaarung
-   anschließend erfolgt eine Desinfektion/Antiseptik der Haut/Schleimhaut durch
    mind. 2maliges Abwischen mit jeweils neuem, getränktem sterilen Tupfer und
    steriler Pinzette/Kornzange von zentral nach peripher
-   während der gesamten Einwirkzeit muss die zu desinfizierende Fläche satt
    benetzt und feucht gehalten werden
-   nach erfolgter Hautdesinfektion wird die Umgebung des Operationsgebietes mit
    sterilen Tüchern abgedeckt (wenn mit Durchfeuchtung zu rechnen ist,
    Verwendung flüssigkeitsundurchlässiger Abdeckungen).

Oben genannte. Maßnahmen nur aufführen, wenn praxisrelevant!




                                               14
Zu E. Ver- und Entsorgungsregelungen


                        Lebensmittel- bzw. Speisenversorgung

Entfällt i. d. R. für Arztpraxen, meist nur relevant für ambulante OP-Zentren etc.


                           Sterilgutversorgung und –lagerung

Lagerdauer von Sterilgut

Die Dauer der Lagerfähigkeit von sterilisiertem Gut ergibt sich aus der Verpackungs-
                                und Lagerungsart.

Grundsätzlich sollte Sterilgut staub- und lichtgeschützt gelagert werden.
Einfach verpackte Materialien können bei geschützter Lagerung (Schrank,
Schublade) in Containerverpackung bis 6 Wochen, in Klarsichtsterilisierverpackung
bis zu 6 Monaten und in industriellen Sterilgutlagerverpackungen bis zu max. 5
Jahren aufbewahrt werden (siehe hierzu DIN 58 953).
Eine ungeschützte Lagerung sollte nur zur Bereitstellung zum alsbaldigen Verbrauch
(max. 24 h) erfolgen und ist als Lagerungsart zu vermeiden.

In der Praxis verwendete Sterilisierverpackung konkret benennen mit Angabe des
Aufbewahrungsortes (z. B. in den Schubladen und/oder Schränken im Materiallager)!


    Geschirr-, Instrumenten- und Wäscheversorgung einschließlich erforderlicher
                              Entsorgungsmaßnahmen

Geschirrentsorgung entfällt für Arztpraxen.

Instrumentenentsorgung siehe Ausführungen Abschnitt C.

Wäschever- und Entsorgung:
Besteht die Schutzkleidung nicht aus Einwegmaterial, hat der Unternehmer für die
Desinfektion, Reinigung und Instandhaltung zu sorgen (z. B. Fremdwäscherei mit
zertifiziertem Desinfektionswaschverfahren, thermische Desinfektion durch Waschen
bei mind. 90° C in der Praxis bzw. privat durch Mitarbeiter) sowie für eine getrennte
Aufbewahrung getragener Schutzkleidung von der anderen Kleidung.

Benutzte Wäsche ist gemäß § 25 BGV C 8 in ausreichend widerstandsfähigen und
dichten Behältern zu sammeln und so zu transportieren, dass Beschäftigte den
Einwirkungen von Krankheitskeimen nicht ausgesetzt sind (z. B. Textilsäcke mit einer
Kettdichte von mind. 220g/m2, Kunststoffsack von mind. 0,08mm Wandstärke).

Wo, wie und durch wen erfolgt die Wäschever- und Entsorgung?
Bei Fremdvergabe möglichst Wäscherei mit Zertifikat über                  Desinfektions-
waschverfahren beauftragen.
                                               15
                     Spezielle und allgemeine Abfallentsorgung

Alle Ärzte haben zu gewährleisten, dass krankenhausspezifische Abfälle (z. B. Abfall,
der mit Krankheitserregern kontaminiert sein kann = Kategorie B) so in den Hausmüll
gegeben und der Standort der Behälter so gewählt wird, dass durch den Abfall keine
Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen kann, d. h. spielende Kinder oder Unbefugte
keinen Zugriff auf die Abfälle haben können, und damit die potentielle Infektions-
gefahr möglichst gering gehalten wird.

Der Unternehmer hat gemäß ZH 1/176 dafür zu sorgen, dass Abfälle so
eingesammelt und befördert werden, dass Personen vor Schnitt- und Stich-
verletzungen sowie Kontakt mit Krankheitserregern geschützt sind (z. B. flüssige
Abfälle nicht in Abfallsäcken sammeln).
Es sind geeignete technische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, z. B. fahrbare
Müllsackständer.

Gemäß § 27 UVV C8 ist Abfall aus Behandlungs- und Untersuchungsräumen
unmittelbar in ausreichend widerstandsfähigen, dichten und erforderlichenfalls
feuchtigkeitsbeständigen Einwegbehältnissen zu sammeln. Diese sind vor dem
Transport zu schließen.

Infektiöser Abfall (sog. Infektiöse, ansteckungsgefährliche Abfälle = Gruppe C) ist
innerhalb der Praxen getrennt von anderen Abfällen in speziell gekennzeichneten
Behältern zu sammeln und als infektiöser Sondermüll zu entsorgen (Sonderabfall-
verbrennung).

Kanülen und andere scharfe Gegenstände sind gemäß § 13 UVV C8 in geeignete,
bruch- und durchstichsichere Behälter (z. B. spezielle Kanülenentsorgungsboxen
oder leere Desinfektionsmittelbehälter) zu entsorgen.

Anlage 3: „Merkblatt 1 über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen aus
öffentlichen und privaten Einrichtungen des Gesundheitsdienstes“, RKI-Richtlinie
12/97.

Bitte konkrete Art der Abfallsammlung/-entsorgung angeben, z. B. Kanülen etc. in
speziellen Boxen (Name) bzw. leeren Desinfektionsmittelbehältern.

In Frankfurt am Main ist eine Entsorgung des medizinischen Abfalls über den
Frankfurter Entsorgungs-Service (FES) empfehlenswert; nähere Auskünfte über 
FES 212-39840 (Konkreter Eintrag des Entsorgers, der die Dienstleistung vornehmen
kann)




                                             16
Zu F. Mikrobiologische Diagnostik


                 Festlegung notwendiger mikrobiologischer Kontrollen
    (z. B. zur Prüfung von Waschmaschinen, Sterilisationsgeräten, Desinfektionsanlagen)

Überwachung des Sterilisationsprozesses
Medizinprodukte (z. B. Instrumente) dürfen nur ihrer Zweckbestimmung entsprechend
nach erlassenen Rechtsverordnungen, den allgemein anerkannten Regeln der
Technik sowie den Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften errichtet,
betrieben und angewendet werden. Im Falle von zivilrechtlichen Verfahren gegen den
Betreiber ist ohne Dokumentation der Nachweis einer ordnungsgemäßen Sterilisation
nicht möglich.
Eine Überwachung des Sterilisationsprozesses ist deshalb erforderlich, die in
Arztpraxen folgende Komponenten umfassen sollte:
-   Dokumentation jedes Sterilisationsvorganges in einem Tagebuch, wenn der
    Sterilisator keine automatische Registrierung hat
-   Durchführung der Chargenkontrollen           durch    Mitführen    eines   geeigneten
    chemischen Indikators
-   halbjährliche Prüfung mit Bioindikatoren.


             Entnahme, Verpackung und Transport von Probematerialien

Hier sollten die „Empfehlungen des deutschsprachigen Arbeitskreises für
Krankenhaushygiene“, veröffentlicht in Heft 11 Hygiene und Medizin, Jahrgang 1999,
Anwendung finden (siehe Anlage 4).




                                                17
Zu G. Sonstiges


                        Umgang mit Medikamenten / Salben

-   alle Arzneimittel in flüssiger Form (Lösungen, Säfte o. ä.) sind mit dem Datum der
    Erstentnahme zu versehen, bei Aufbrauchfristen von 3 Tagen und weniger ist
    zusätzlich die Uhrzeit anzugeben
-   Lösungen zur Injektion in Durchstichflaschen, unkonserviert (z. B. Natriumchlorid-
    lösung 0,9%, Wasser für Injektionszwecke, Lokalanästhetika) sind zum
    einmaligen Gebrauch bestimmt, Reste sind zu verwerfen
-   bei Lösungen zur Injektion in Durchstichflaschen, konserviert (z. B. Insuline,
    Heparine, Lokalanästhetika) gelten die Aufbrauchfristen und Lagerbedingungen
    entsprechend den Angaben der Gebrauchsinformation
-   bei mehr als zweifacher Entnahme aus Durchstichflaschen ab zehn Milliliter
    Volumen ist die Verwendung einer Filterkanüle (Steri-Minispike) erforderlich (nie
    normale Kanüle stecken lassen)
-   Spüllösungen sind nach Anbruch nur 24 Stunden verwendbar
-   Injektionslösungen sind unmittelbar nach dem Aufziehen zu verabreichen,
    ansonsten muss die Spritze spätestens innerhalb von einer Stunde injiziert
    werden
-   ist laut Gebrauchsinformation eine gekühlte Aufbewahrung erforderlich, sollte ein
    separater Medikamentenkühlschrank zur Verfügung stehen mit Thermometer
-   bei der Entnahme von Salben / Cremes aus Töpfen ist eine aseptische Entnahme
    sicherzustellen, z. B. mit Einmalspatel


                      Meldepflicht für übertragbare Krankheiten

Gemäß § 6 Infektionsschutzgesetz ist eine Meldung an das Stadtgesundheitsamt bei
einigen übertragbaren Krankheiten, bei Verdacht, Erkrankung oder Tod (siehe
Meldeformular Anlage 5) erforderlich.
Die namentliche Meldung hat durch den feststellenden Arzt unverzüglich, spätestens
innerhalb von 24 Stunden nach erfolgter Kenntnis, gegenüber dem für den Aufenthalt
zuständigen Gesundheitsamt zu erfolgen.
Eine Meldung darf wegen einzelner fehlender Angaben nicht verzögert werden
(Nachmeldung, ggf. Korrektur nach deren Vorliegen).

Ebenfalls zu melden sind der Verdacht oder die Erkrankung an einer mikrobiell
bedingten Lebensmittelvergiftung oder akuten infektiösen Gastroenteritis, wenn
-   2 oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten und der Vermutung eines
    epidemischen Zusammenhangs oder
-   eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne des § 42 Abs.1 ausübt
    (Lebensmittelbereich).



                                             18
Außerdem ist dem Gesundheitsamt mitzuteilen, wenn Personen, die an einer
behandlungsbedürftigen Lungentuberkulose leiden, eine Behandlung verweigern oder
abbrechen.


Die Telefonnummerndes Gesundheitsamtes der Stadt (name der Stadt).




                                Ungezieferbefall

Wir empfehlen bei entsprechendem Praxisklientel diesbezügliche Merkblätter, z. B.
über Läuse- und Krätzebefall, als Anlage dem Hygieneplan beizufügen.
Merkblätter können kostenlos beim Gesundheitsamt der Stadt XY, Abteilung
Infektiologie, Tel.: XY, angefordert werden.


                         Unterweisung der Versicherten

Gemäß § 7 UVV VBG A1 hat der Unternehmer die für sein Unternehmen geltenden
Unfallverhütungsvorschriften an geeigneter Stelle auszulegen und die Versicherten
über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die Maßnahmen zur
Abwendung vor der Beschäftigung und danach mindestens einmal jährlich zu
unterweisen.




                                          19
H. Operationen

Jede Einrichtung sollte eine konkrete Einstufung der durchgeführten Operationen,
invasiven Eingriffe bzw. der kleineren invasiven Eingriffe vornehmen, um dann
anhand der vor Ort durchgeführten Tätigkeiten das entsprechende Hygieneregime
festlegen zu können.

Katalog von Operationen und anderen invasiven Eingriffen

Gruppe I:           Operationen in nicht kontaminierter Region (z. B.: Gelenk- und Knochenoperationen,
arthroskopische Eingriffe, Weichteiloperationen am Rumpf und Extremitäten ohne Kontakt zu besiedelten Organen und
Geweben, Organtransplantationen ohne Kontakt zu besiedelten Organen oder Geweben, Herz- und Gefäßoperationen, neuro-
chirurgische Operationen):
         keine

Gruppe II:          Sauberkontaminierte Operationen (z. B.: Eingriffe am oberen Gastrointestinaltrakt, am
Respirationstrakt, am Urogenitaltrakt, gynäkologische Eingriffe, Eingriffe am Oropharynx):
         keine

Gruppe III:         Operationen in kontaminierter Region (z. B.: offene Frakturen, kontaminierte Haut- und
Weichteildefekte, Eingriffe am unteren Gastro-intestinaltrakt):
         operative Korrektur der Ohrmuschelform und/oder –größe
         Exstirpation von Seitenastvarizen
         Absaugung von Schweißdrüsen
         Liposuktion

Gruppe IV:         Operationen in manifest infizierter Region (z. B.: operative Maßnahmen bei Abszessen,
Phlegmonen, Fisteln, Osteomyelitiden, massiv kontaminierte Wunden, alle Operationen bei Patienten, die mit multiresistenten
Keimen besiedelt oder infiziert sind):
         Eröffnung eines oberflächlich unter der Haut oder Schleimhaut liegenden Abszesses
         Eröffnung disseminierter Abszessbildungen der Haut
         Eröffnung eines tiefliegenden Abszesses oder Exzision eines Karbunkels
         Eröffnung eines subkutanen Panaritiums oder einer Paronychie
         Sklerosierung von Hämorrhoiden, Entfernung von Analpolypen oder Exzision bzw.
          Abtragung sog. äußerer Hämorrhoiden (perianale Thrombose, hypertrophe anale
          Hautfalten)

Kleinere invasive Eingriffe:
         Versorgung einer Wunde, einschließlich Ausschneidung und Wundverschluss
         Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers auf operativem Wege aus Weichteilen
         Exzision eines kleinen Bezirks aus Haut oder Schleimhaut, ggf. mit Verschiebeplastik
         Exzision eines großen Bezirks aus Haut oder Schleimhaut, ggf. mit Verschiebeplastik
         Exzision eines Bezirks oder einer intradermalen Geschwulst aus der Haut des
          Gesichts
         Exzision eines Lymphknotens
         Exzision oder Probeexzison aus tiefliegendem Körpergewebe ohne Eröffnung einer
          Körperhöhle
         Exzision einer großen Geschwulst oder eines Schleimbeutels
         Abtragung ausgedehnter Nekrosen im Hand- und Fußbereich
         Operation eines Tumors der Finger- oder Zehenweichteile
         plastische Operation am Nagelwall eines Fingers oder einer Zehe

Invasive Untersuchungen und vergleichbare Maßnahmen (Eingehende klinische Untersuchungen,
Sondierungen von natürlichen und nicht natürlichen Körperöffnungen, Endoskopien durch natürliche Körperöffnungen,
Injektionen, ausgedehnte Verbandswechsel, Legen bestimmter intravasaler Katheter):
         Proktoskopie
         Untersuchung des Analkanals mit dem Spreizspekulum

Zuordnung der in § 115/SBG V katalogisierten ambulant durchführbaren Operationen
Unveränderte Übernahme der in Abstimmung mit den Fachgesellschaften erfolgten Listung
gem. Bundesgesundheitsblatt 9/97, S. 361 ff bzw. Punkt 5.1/4.3.3 der RKI-Richtlinie. Die

                                                                  20
Empfehlung wurde im Auftrag der Kommission für Krankenhaushygiene und
Infektionsprävention am Robert Koch-Institut bearbeitet von: M. Hansis, Leiter der
Arbeitsgruppe (Bonn), B. Christiansen (Kiel), U. Jürs (Hamburg), K.-D. Zastrow (Berlin); vom
RKI G. Unger

   Generell gilt: “Das ambulante Operieren darf für den Patienten nicht mit einem höheren
    Infektionsrisiko verbunden sein als operative Eingriffe im Rahmen einer stationären
                                       Behandlung.”

8.2.   Bauliche Voraussetzungen / Wegeführung
Der Eingriffsraum ist gegenüber dem übrigen Praxisbereich abgetrennt.
Durch eine adäquate Raumplanung (inkl. ausreichender Nebenräume) wird eine sinnvolle
Ablauforganisation erleichtert und sichergestellt, dass bei allen Operationen hygienisch
einwandfreies Arbeiten unter Berücksichtigung der jeweiligen medizintechnischen
Ausrüstung und des Personalaufwands möglich ist.

8.3.   Materialanlieferung
Von Materialien und Geräten, die von außerhalb in den OP-Bereich gebracht werden, ist die
Transportverpackung zu entfernen. Werden Geräte, z. B. nach Reparatur, gänzlich
unverpackt angeliefert, sind sie vor dem Verbringen in den OP-Bereich einer
desinfizierenden Reinigung zu unterziehen.

8.4.   Personalverhalten
Einschleusen in den Eingriffsraum für kleinere invasive Eingriffe
Das Personal legt im Personalumkleideraum den Stations-/ Praxiskittel ab und führt eine
hygienische Händedesinfektion durch. Im Eingriffsraum wird ein Schutzkittel angelegt und
ggf. sterile puderfreie Handschuhe.

Vor operativen Eingriffen mit erhöhtem Infektionsrisiko (Seitenastvarizenstripping,
Ohrmuschelkorrektur und Liposuktion) wird zusätzlich Haarschutz sowie Mund-/
Nasenschutz angelegt und – nach chirurgischer Händedesinfektion – ein steriler OP-Kittel
und sterile Handschuhe.

Schutzkittel, Handschuhe, ggf. steriler OP-Kittel und Mund / Nasenschutz müssen für jeden Eingriff
                                         erneuert werden.

Im OP / Bei Eingriffen

 Kommt es während einer OP zur Kontamination des OP-Kittels, des Sterilfeldes oder der
  OP-Handschuhe, werden Kittel bzw. Handschuhe gewechselt bzw. das Operationsfeld
  neu abgedeckt. Unsteril gewordene Instrumente sind ebenfalls zu wechseln.

 Dasselbe gilt beim Übergang von der unreinen zur reinen Phase einer Operation. Der
  Wechsel von Kittel und Handschuhen ist abseits vom Operationsfeld vorzunehmen.

 Während einer Operation ist die Anzahl der im OP Anwesenden, deren Fluktuation und
  deren Sprechen auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

 Türen sind, soweit möglich, geschlossen zu halten.

 Nach einem Toilettenbesuch ist eine hygienische Händedesinfektion




                                             21
8.5.   Postoperative Maßnahmen
Instrumentenentsorgung
Nach Ende der Operation werden Instrumente im Operationsraum ohne manuelle
Vorreinigung in der Desinfektionswanne mit Deckel abgelegt. Diese wird verschlossen zur
Aufbereitung verbracht.1

Abfall
Benutzte Einmalartikel, z. B. Einweghandschuhe, Verbandmaterial, Tupfer etc. werden direkt
im Eingriffsraum in vorhandene Mülleimer abgeworfen und nach Beendigung des OP-Tages
der Entsorgung zugeführt.
Spitze Gegenstände, z. B. Kanülen, Skalpellklingen und Nadeln sind in geeignete
Plastikcontainer zu entsorgen (siehe dazu auch Kapitel 3 und „Abfalleinteilung und –
entsorgung“)

Desinfizierende Reinigung zwischen zwei OPs – Zwischendesinfektion
Nach jeder Operation ist eine Scheuer-Wisch-Desinfektion im OP-Saal erforderlich von:
 patientennahen Flächen (sofern der OP-Tisch mit einer flüssigkeitsundurchlässigen
  Auflage abgedeckt wird, reicht das Wechseln dieser Auflage),
 allen sichtbar kontaminierten Flächen

Desinfizierende Reinigung nach Betriebsende – Endreinigung / -desinfektion
Täglich nach Betriebsende ist der Eingriffsraum (Boden, Wände, Waschbecken) und die
potentiell verschmutzten bzw. kontaminierten Flächen (OP-Liege, Beistelltisch,
Geräteoberflächen, Schrankoberflächen) desinfizierend zu reinigen.


8.6.   Maßnahmen am Patienten
 Wenn eine Entfernung der Haare notwendig ist, erfolgt dies unmittelbar vor dem Eingriff
  außerhalb des Eingriffsraumes, bevorzugt mittels Kürzen der Haare bzw. chemischer
  Enthaarung.
 Der Patient entkleidet sich und legt sich auf die OP-Liege
 Anschließend erfolgt eine Desinfektion/Antiseptik der Haut/Schleimhaut durch mind. 2-
  maliges Aufsprühen oder Abwischen mit jeweils neuem, getränktem sterilen Tupfer und
  steriler Pinzette/Kornzange von zentral nach peripher.
 Während der gesamten Einwirkzeit (1 Min.) muss die zu desinfizierende Fläche satt
  benetzt und feucht gehalten werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der
  Patient nicht in einer Flüssigkeitsansammlung des Desinfektionsmittels zu liegen kommt,
  da dies zu Hautnekrosen führen kann.
 Nach erfolgter Hautdesinfektion wird die Umgebung des Operationsgebietes mit sterilen
   Tüchern abgedeckt (wenn mit Durchfeuchtung zu rechnen ist, Verwendung
   flüssigkeitsundurchlässiger Abdeckungen; Inzissionsfolien bieten keine hygienischen
   Vorteile).
Einzelheiten bzgl. der verwendeten Mittel s. Reinigungs –und Desinfektionsplan




                                            22
                                                 Anlage 1

                             REINIGUNGS- UND DESINFEKTIONSPLAN
                                              (STAND APRIL 2004)

  WAS ?             WANN ?                   WIE ?               WOMIT ?            WORAUS ?            WER ?
                    Beispiele                                   Dosierung /          (Lieferform)
                                                                Einwirkzeit
                                       Flüssigseife auf die
  Hände-                                  befeuchteten                                gebrauchs-         Ärzte,
 reinigung      bei Arbeitsbeginn         Hände geben,           Lifosan Soft      fertiges Präparat     med.
                                           einreiben,               ca. 1ml         -aus Spender-       Personal
                                        abspülen, pflegen
                 nach Patienten-
                   kontakt, nach           in die trockenen
  Hände-       Kontamination, vor z. Hände einreiben,             Sterilium           gebrauchs-         Ärzte,
desinfektion    B. s. c. - i. m., i. v. - antrocknen lassen,                       fertiges Präparat     med.
 hygienisch     Spritzen, vor jeder         nicht abspülen     3 ml - 30 sec.       -aus Spender-       Personal
                 Manipulation am           (nicht waschen)
                 Infusionssystem
   Haut-                                                         Softasept N                             Ärzte,
desinfektion      vor Injektionen,         aufsprühen           mind. 15 bis 60       gebrauchs-          med.
  (Patient)       Punktionen etc.                                sec. (je nach     fertiges Präparat    Personal
                                                                    Listung)
                                                                 Softasept N
               vor Punktionen von                                mind. 60 sec.
   Haut-       Gelenken, Körper-         aufsprühen / mit       bei talgdrüsen-       gebrauchs-         Ärzte,
desinfektion   höhlen & Hohlorga-        sterilem Tupfer         reicher Haut      fertiges Präparat      med.
  (Patient)     nen sowie operat.           auftragen          (Stirn, Kopfhaut,                        Personal
                    Eingriffen                                  entl. Rückgrat)
                                                                    ≥ 10 min
                   nach jedem               aufsprühen /          Meliseptol          gebrauchs-
Stethoskop /      Patienten (in               wischen                 1min         fertiges Präparat     Ärzte,
 Blutdruck-    Abhängigkeit v. Ge-               oder                              oder Konzentrat       med.
manschette     fährdungspotential)           abwischen                                    (s. u.)       Personal
                                          vollständig ein-      Stabimed 1%        Konzentrat, muss
Instrumente                              legen, nach Ein-          30min               entspr. mit
Desinfektion        sofort nach         wirkzeit abspülen,                         Wasser verdünnt       med.
     und             Gebrauch              trocknen, ver-                           werden (1 Tag;      Personal
  Reinigung                             packen, evtl. steri-                         ggf. Standzeit
                                               lisieren                                 notieren)
               bei sichtbarer Konta-                           Hexaquart plus      Konzentrat, muss    Reinigungs-
  Arbeits-      mination und nach        Scheuer-Wisch-          0,5% - 1h             entspr. mit     kraft, med.
   fläche      Sprechstundenende          Desinfektion                             Wasser verdünnt      Personal
                                                                                         werden
               ohne Papierauflage:                             Meliseptol rapid    Konzentrat, muss
 Patienten-    Desinfektion nach jd.                            Sprühdesinf.           entspr. mit       med.
   liege         Patienten, sonst        Scheuer-Wisch-             1min           Wasser verdünnt      Personal
                  nach Sprech-            Desinfektion                                   werden
                  stundenende
med. Geräte       bei sichtbarer                               Meliseptol rapid    Konzentrat, muss
 und Ober-     Verschmutzung und         mit reinem Tuch        Sprühdesinf.          entspr. mit        med.
  flächen /            nach             wischen, trocknen           1min           Wasser verdünnt      Personal
   WB im       Sprechstundenende              lassen                                   werden
 Beh.raum
                                     Kontamination mit           im Regelfall      Konzentrat, muss
Fußboden /     bei sichtbarer Konta- desinfektionsmittel-         Haushalts-          entspr. mit         med.
  Sanitär-       mination Desinfek-   getränktes Tuch              reiniger        Wasser verdünnt      Personal,
  anlagen      tion, sonst Reinigung     entf., dann                                   werden /        Reinigungs-
                   nach Sprech-      wischen, trocknen                                Wasser +            kraft
                    stundenende            lassen                                  Reinigungsmittel


                                                        23
                                           Anlage 2 a




               ANWENDUNG UND AUFBEREITUNG VON BEATMUNGSZUBEHÖR
                     (AUS RKI-RICHTLINIE PRÄVENTION DER NOSOKOMIALEN PNEUMONIE)




Medikamentenvernebler
                                                         Wiederaufbereitung von
                                                         Beatmungszubehör
Zur Inhalationsbehandlung werden
beim beatmeten Patienten Medika-                         Zwischen dem Gebrauch bei
mentenvernebler in den Inspira-                          verschiedenen Patienten ist das
tionsschenkel    des    Beatmungs-                       Beatmungszubehör wieder aufzu-
systems eingesetzt; dabei besteht                        bereiten.
das Risiko einer Kontamination mit
Bakterien, die sich rasch in evtl. in                       Zur Wiederaufbereitung sind
den Beatmungsschläuchen stehen-                              alle Gegenstände vor Des-
dem Kondenswasser vermehren.                                 infektion gründlich zu reinigen.
Bei der Verneblung können dann                               Sofern von den zu reinigenden
Aerosole mit hoher Keimdichte                                Gegenständen eine Verlet-
direkt in die tiefen Atemwege                                zungsgefahr ausgeht, ist vor
gelangen.                                                    der mechanischen Reinigung
                                                             eine Vordesinfektion ange-
   Vor dem Befüllen des Verneblers                          zeigt;
    ist das Kondenswasser aus den                           Gegenstände, die direkt oder
    Beatmungsschläuchen zu entfer-                           indirekt mit den Schleimhäuten
    nen;                                                     des Respirationstraktes in
   eine hygienische Händedesinfek-                          Berührung kommen, sind zu
    tion und das Tragen von Einmal-                          desinfizieren;
    handschuhen sind erforderlich;                          thermische        Desinfektions-
   eine hygienische Händedesinfek-                          verfahren sind zu bevorzugen;
    tion ist vor Einfüllen von Medi-                        nach chemischer Desinfektion
    kamenten in den Vernebler durch-                         muss mit sterilem Wasser zur
    zuführen;                                                Beseitigung von Desinfektions-
   Medikamente sollten aus Einzel-                          mittelrückständen nachgespült
    ampullen verwendet werden;                               werden;
   nach     Gebrauch     der   In-line-                    die Lagerung der desinfizierten
    Medikamentenvernebler ist ent-                           Gegenstände muss trocken
    weder eine thermische oder chemi-                        erfolgen.
    sche Desinfektion vorzunehmen;
   nach einer chemischen Desinfek-
    tion ist der Vernebler mit sterilem
    Wasser zur Beseitigung von
    Desinfektionsmittelrückständen
    auszuspülen und trocken zu lagern


                                                24
                                                       Anlage 2 b
                                 VORGEHENSWEISE ENDOSKOPAUFBEREITUNG:
                                (FDA AND CDC PUBLIC HEALTH ADVISORY, SEPTEMBER 1999)


1.   Personal, das verschmutzte Endoskope reinigt,                    Verwendung der korrekten, zu dem vorhandenen
     muss sich an die Anweisungen des Endoskop-                        ERDA-Modell und den verwendeten Endoskop-
     herstellers für die Endoskopreinigung halten.                     modellen passende Version der Anweisungen
     Unmittelbar nach Benutzung muss das Endoskop                     Verfügbarkeit produktspezifischer Anweisungen in
     unbedingt abgespült werden. Zusätzlich müssen                     schriftlicher Form für jede Person die für das Auf-
     alle Gewebereste sorgfältig entfernt werden, und es               bereiten verantwortlich ist
     muss eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt sowie                 Prüfung, ob die schriftlichen endoskopspezifischen
     das Endoskop visuell überprüft werden, damit die                  Aufbereitungsvorschriften des ERDA-Herstellers
     Funktionsfähigkeit sichergestellt ist. Diese Schritte             korrekt befolgt werden.
     sind unbedingt einzuhalten unabhängig davon, ob
     das Endoskop manuell oder automatisch aufbereitet            7.   Das Personal muss umfassend und intensiv geschult
     wird.                                                             werden, um sicherzugehen, dass ihm die Bedeutung
                                                                       einer korrekten Endoskopaufbereitung klar ist. Um
2.   Mit dem Endoskophersteller soll abgestimmt                        Kompetenz zu erreichen und zu erhalten, sollte
     werden, ob das Endoskop in einem ERDA                             jeder Mitarbeiter periodisch
     aufbereitet werden kann und ob bestimmte Vor-
     bereitungsschritte durchgeführt werden müssen.                   praktisches Training mit der endoskopspezifischen
     Wenn ein Endoskop in der Gebrauchsanleitung des                   Aufbereitungsanleitung für jedes Endoskopmodell
     ERDA nicht genannt ist, sollte der Hersteller                     und jeden Aufbereitungsautomaten erhalten. Die
     gefragt werden, ob die Aufbereitung des                           Arbeit sollte solange überwacht werden, bis für
     verwendeten Endoskops mit diesem Automaten                        jeden Aufbereitungsschritt vom Säubern bis zur
     geprüft wurde.                                                    Lagerung entsprechende Fähigkeiten dokumentiert
                                                                       sind.
3.   Wenn die Gebrauchsanleitung des Endoskops und                    ein Zusatztraining für jedes neue Endoskopmodell
     die des ERDA widersprüchliche Anweisungen                         oder jeden neuen ERDA erhalten.
     enthalten, insbesondere den Anschluss der Kanäle                 strikte Anweisungen erhalten, nicht von den
     oder das Verschließen/Offenlassen bestimmter                      schriftlichen Anweisungen für die Endoskop-
     Lumina betreffend, müssen diese Diskrepanzen                      aufbereitung abzuweichen. Diese sollten regel-
     unbedingt mit den Herstellern geklärt werden.                     mäßig wiederholt werden.
4.   Falls in der Einrichtung des Anwenders keine                 8.   Es muss eine umfassende Qualitätskontrolle einge-
     spezifischen technischen Vorschriften für die                     führt werden, die folgende Punkte umfassen sollte:
     automatische Aufbereitung des einzelnen Endo-
     skopmodells vorhanden sind, müssen sowohl die                    Inspektion der Gerätschaften, um festzustellen, ob
     Anweisungen des Endoskopherstellers für die                       irgendwelche Umstände die Reinigung und
     manuelle Aufbereitung als auch die des Herstellers                Desinfektion beeinträchtigen könnten
     für das verwendete Desinfektionsmittel befolgt                   Einhaltung aller vom Hersteller empfohlenen
     werden.                                                           Wartungsintervalle und Serviceleistungen für
                                                                       Endoskope und ERDA
5.   Die Aufbereitungsvorschriften müssen nach der
                                                                      Die Verwendung geeigneter Prozessmonitoren, wie
     Aufbereitung eine Trocknungsphase vorsehen, und
                                                                       sie von ERDA- und Desinfektionsmittelherstellern
     zwar unabhängig davon, ob das Endoskop manuell
                                                                       empfohlen werden
     oder automatisch aufbereitet wird. Studien haben
     gezeigt, dass die Rekontamination mit Feucht-                    Dokumentation des Einsatzes für jedes Endoskop,
     keimen erheblich reduziert werden kann, wenn zum                  die Patientendaten, durchgeführte Maßnahmen
     Schluss alle Kanäle mit Alkohol gespült und                       sowie Einzelheiten der Aufbereitung umfassen
     anschließend mit Luft durchgeblasen werden.                       sollte
     Außerdem sollten Endoskope so aufbewahrt                         Ein Surveillance-System, mit dem Häufungen von
     werden, dass sie möglichst nicht kontaminiert                     Infektionen oder Pseudoinfektionen im Zusammen-
     werden oder sich Feuchtigkeit ansammeln kann.                     hang mit Endoskopien erkannt werden können.

6.   Es muss sichergestellt sein, dass die internen               Alle von der FDA herausgegebenen Sicherheitshinweise
     Instruktionen für die Endoskopaufbereitung ange-             für zugelassene Medizinprodukte können auf der
     messen sind und das Personal diese Anweisungen               Website       http://www.fda.   gov/cdrh/safety.html
     befolgt. Dies beinhaltet:                                    abgerufen                                    werden



                                                             25
                                                Anlage 3

                      EINTEILUNG UND ENTSORGUNG VON ABFÄLLEN
     (Merkblatt 1 über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen aus öffentlichen und privaten
                      Einrichtungen des Gesundheitsdienstes - RKI-Richtlinie 12/97)

Von anfallenden Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes gehen bei sach-
gemäßer Handhabung keine größeren Infektionsgefahren aus, als von ordnungsgemäß
beseitigtem Hausmüll oder sonstigen Siedlungsabfällen. Im Hinblick auf die sachgemäße
Abfallhandhabung, die das Sammeln, Transportieren, Lagern und ggf. Vorbehandeln
umfasst, werden alle Abfälle je nach Art, Beschaffenheit, Zusammensetzung und Menge in
verschiedene Gruppen eingeteilt:

 Kategorie     Art der Abfälle                                Entsorgung
 A             Abfälle, an deren Entsorgung aus infek-        Wie Hausmüll, jeweiliges Erfassungs-
               tionspräventiver und umwelthygienischer        system (Verwertung oder Restmüll).
               Sicht keine besonderen Anforderungen
               zu stellen sind: Hausmüll und haus-
               müllähnliche Abfälle (z. B. Zeitschriften,
               Papier-, Kunststoff- und Glasabfälle,
               Verpackungsmaterial, Küchenabfälle).
 B             Abfälle, an deren Entsorgung aus infek-        Innerhalb der Einrichtung in Behältern
               tionspräventiver Sicht besondere An-           oder    undurchsichtigen,   flüssigkeits-
               forderungen zu stellen sind:                   dichten Kunststoffsäcken getrennt von
               Mit Blut, Sekreten und Exkreten behaf-         A-Müll zu sammeln und verschlossen
               tete Abfälle (z. B. Wund- u. Gips-             über den Hausmüll entsorgen. Größere
               verbände, Einwegwäsche und -artikel,           Flüssigkeitsmengen (Blut, Sekrete, Ex-
               Stuhlwindeln).                                 krete) können unter Beachtung der
                                                              hygienischen Gesichtspunkte dem Ab-
               Ampullen, Kanülen, Skalpelle u. a.             wasser zugeführt werden. Alle Ampullen
               scharfe, spitze und zerbrechliche              u. a. scharfe, spitze und zerbrechliche
               Gegenstände.                                   Gegenstände sind in bruch- und durch-
                                                              stichsicheren Behältern (spez. Kanülen-
                                                              abwurfboxen o. a. Kunststoffbehälter)
                                                              verschlossen ohne vorher notwendige
                                                              Behandlung (z. B. Kanülenzerstör-
                                                              systeme) zu sammeln und zu entsorgen.
 C*            Abfälle, an deren Entsorgung aus infek-        Innerhalb der Einrichtung getrennt von
               tionspräventiver Sicht innerhalb und           anderen Abfällen in speziell gekenn-
               außerhalb der Einrichtung besondere An-        zeichneten Behältern sammeln.
               forderungen zu stellen sind: Sogenannte        Entsorgung als infektiöser Sondermüll
               infektiöse, ansteckungsgefährliche oder        (Sonderabfallverbrennung) durch zuge-
               stark ansteckungsgefährliche Abfälle ge-       lassene Entsorger, nach thermischer
               mäß BSeuchG** (Abfälle, die behandelt          Desinfektion (z. B. Autoklavieren nach
               werden müssen, d. h. mit Erregern melde-       anerkannten Verfahren ohne vorheriges
               pflichtiger Infektionskrankheiten kontami-     Umfüllen, Sortieren oder Zerkleinern).
               nierte Abfälle, sofern Übertragungsgefahr      Entsorgung wie B-Müll möglich.
               besteht, mikrobiologische Proben u. a.).
 D*            Abfälle, an deren Entsorgung aus um-           Innerhalb der Einrichtung getrennt von
               welthygienischer Sicht innerhalb und           anderen Abfällen in speziell gekenn-
               außerhalb der Einrichtungen besondere          zeichneten Behältern sammeln.
               Anforderungen        zu    stellen     sind:   Entsorgung als Sondermüll durch zuge-
               Zytostatika, Altmedikamente, Labor- u.         lassene Entsorger.
               Fotochemikalien, radioaktive Abfälle,
               brennbare Flüssigkeiten.
 E*            Abfälle, an deren Entsorgung aus ethi-         Innerhalb der Einrichtung getrennt von
               scher Sicht innerhalb und außerhalb der        anderen Abfällen in speziell gekenn-
               Einrichtungen besondere Anforderungen          zeichneten Behältern sammeln. Ent-
               zu stellen sind: Körperteile und Organ-        sorgung als Sondermüll durch zuge-
               abfälle einschließlich gefüllter Blutbeutel    lassene Entsorger in Sonderabfall-
                                                              verbrennungsanlagen.
**jetzt RKI

                                                        26
*trifft in der Regel auf Praxen nicht zu

                                     Anlage 4
GEWINNUNG, LAGERUNG & TRANSPORT VON PROBEN ZUR MIKROBIOLOGISCHEN INFEKTIONSDIAGNOSTIK
                  (Deutschsprachiger Arbeitskreis für Krankenhaushygiene; Hyg. Med. (1999) 24. Jg. Heft 11)


1         BLUT                                                            mit Abstrichtupfer (ohne Hautdesinfektion);
                                                                           Material nach Entfernen von Belägen aus der
1.1 Indikationen                                                           Tiefe der Wunde entnehmen
-   Verdacht auf Septikämie, Bakteriämie, Fungiämie                     mit scharfem Löffel Material von der Haut
-   schwere Infektionen: z. B. Verdacht auf bakterielle                    (Verdacht auf Pilzinfektion) oder aus den
    Pneumonie,         Meningitis,        Pyelonephritis,                  Rändern chronischer Wunden entnehmen
    Wundinfektion                                                       durch Punktion (vorher Hautdesinfektion) bei
-   Verdacht auf Endokarditis                                              Abszessen oder tiefen Wundinfektionen Eiter
-   Fieber unbekannter Genese z. B. beim                                   oder Exsudat gewinnen
    Immunsupprimierten                                            -    Abstrichtupfer in Transportmedium stecken oder
-   Fieber bei liegendem intravasalem Katheter                         Punktat in Durchstichbehälter mit Transport-
-   „zyklische“ Infektionskrankheiten wie Typhus,                      medium übertragen
    Paratyphus, Brucellose                                        -    umgehend in das Labor bringen; falls nicht
1.2 Material                                                           möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C zwischen-
-   Blutkulturflaschen, bei Raumtemperatur gelagert                    lagern
-   Hautdesinfektionsmittel
-   sterile Tupfer
-   Spritze mit Kanüle oder Blutkulturabnahme-Set                 3        URIN
-   Einweghandschuhe
1.3 Vorgehensweise                                                3.1 Indikationen
-   Bei ausgeprägten Fieberzacken Blutabnahme zu                  -    Harnwegsinfektionen
    Beginn des Fieberanstieges (2-3 Zeitpunkte);                  -    Zystitis
    möglichst vor Beginn der Antibiotika-Therapie                 -    Pyelonephritis
    oder nach mindestens 24stündigem antibiotika-                 -    unklares Fieber bei Blasenverweilkatheter
    freien Intervall; wenn nicht anders möglich,                  3.2 Materialgewinnung
    unmittelbar vor der nächsten Antibiotikaverab-                3.2.1 Mittelstrahlurin
    reichung                                                      (Gewinnung durch den Patienten selbst; Information des
-   Blutkulturflaschen vorbereiten und beschriften                Patienten ist entscheidend für die Aussagekraft des
    (nicht anwärmen); Durchstichkappe desinfizieren               Ergebnisses)
-   Einweghandschuhe anziehen                                     3.2.1.1 Material
-   Haut der Einstichstelle desinfizieren (mindestens 30          -    Urinbecher (Einmalbecher)
    s Einwirkzeit)                                                -    Urinentnahmeset mit Urinbecher und Kompressen
-   bei Kindern 1-5 ml, bei Erwachsenen 10-20 ml Blut                  für die Intimtoilette
    aus Vene oder frisch gelegtem Gefäßkatheter                   3.2.1.2 Vorgehensweise
    entnehmen und in Blutkulturflasche übertragen                 -    Intimtoilette mit Kompressen, Wasser, ggf.
-   Blutkulturflaschen umgehend in das Labor bringen;                  Flüssigseife
    falls nicht möglich, im Brutschrank bei 37° C                       für Frauen: Spreizen der Labien
    zwischenlagern, bei Außerhaustransport Thermo-                      für Männer: Zurückziehen der Vorhaut
    behälter verwenden                                            -    erste Harnportion verwerfen, nur mittlere Portion
                                                                       im Urinbecher auffangen
                                                                  -    Morgenurin ist am besten geeignet, letzte Miktion
2    MATERIAL AUS WUNDEN UND INFEKTIÖSEN                               sollte mehr als 3 Stunden zurückliegen
     PROZESSEN                                                    3.2.2     Einmalkatheterurin
                                                                  3.2.2.1 Material
2.1 Indikationen                                                  -    steriler Einwegkatheter
-    oberflächliche und tiefe Infektionen von Haut,               -    sterile Einweghandschuhe
     Schleimhäuten und Weichteilen                                -    Schleimhautantiseptikum
-    Abszess                                                      -    Gleitmittel
-    Osteomyelitis, Fistel                                        -    mittelgroße Kompressen oder Tupfer (steril)
2.2 Material                                                      -    Nierenschale
-    sterile Abstrichtupfer, steriler scharfer Löffel oder        -    Urinbecher
     Spritze mit Kanüle (für Punktat)                             Vorgehensweise
-    Transportmedium (sollte auch für Anaherobier                 -    Katheterisieren       der      Harnblase    nach
     geeignet sein)                                                    Standardverfahren
-    Einweghandschuhe                                             -    Sammeln des Urins im Urinbecher (erste Portion
2.3 Vorgehensweise                                                     verwerfen)
-    Einweghandschuhe anziehen                                    3.2.3     Urin aus Blasenverweilkatheter
-    Abnahme
                                                             27
3.2.3.1 Material                                            -    Morgensputum vor dem Frühstück sammeln, evtl.
-    Hautdesinfektionsmittel                                     vorher Zähne putzen, ggf. Zahnprothesen entfernen;
-    sterile Tupfer                                              vorher Mund gründlich mit Wasser spülen
-    Einweghandschuhe                                       -    Sputum-Provokation durch Inhalation von Koch-
-    10-20 ml-Spritze mit Kanüle                                 salzaerosol oder Wasserdampf möglich
3.2.3.2 Vorgehensweise                                      -    Sputum im gut verschlossenen Gefäß umgehend in
-    wenn nötig Urin stauen; Ableitungsschlauch ca. 3-5          das Labor bringen; falls nicht möglich, im
     cm distal von der Punktionsstelle abklemmen                 Kühlschrank bei 4-6° C zwischenlagern
-    Desinfektion (Desinfektionsmittelreste mit Kom-        4.2.2     Bronchialsekret
     presse entfernen) der Punktionsstelle am               4.2.2.1 Material
     Ableitungsschlauch des geschlossenen Sammel-           -    Absaugkatheter mit Sekretfalle oder Bronchoskop,
     ystems, (keine Diskonnektion der Verbindung                 evtl. steriles Transportröhrchen
     Katheter zu Ableitungsschlauch)                        4.2.2.2 Vorgehensweise
-    Punktion des Ableitungsschlauches und Gewinnung        -    Gewinnung des Materials durch endotracheales
     des Urins mit der Spritze                                   Absaugen          oder      Bronchoskopie,    evtl.
3.2.4     Punktionsurin                                          bronchoalveoläre Lavage
3.2.4.1 Material                                            -    Material im gut verschlossenen Gefäß umgehend in
-    steriles Punktionsset (Spritze, Kanüle, Tupfer,             das Labor bringen; falls nicht möglich, im Kühl-
     Abdeckmaterial, Handschuhe)                                 schrank bei 4-6° C zwischenlagern
-    Hautdesinfektionsmittel
-    Urinbecher (sterilisiert)
3.2.4.2 Vorgehensweise                                      5         RACHENABSTRICH
-    Kontrolle der Blasenfüllung (Ultraschall, Palpation)   5.1 Indikationen
-    Hautdesinfektion der Einstichstelle (Einwirkzeit 1     -    z. B. Scharlach, Angina, Rachen-Diphtherie
     min)                                                   -    zum Nachweis von Keimträgern (auch bei
-    Punktion der Harnblase und Gewinnung des Urins              Personal) mit Streptococcus pyogenes, Meningo-
3.3       Verarbeitung und Transport                             kokken, Corynebacterium diphtheriae
3.3.1     Beschicken des Eintauchnährbodens (z. B.          5.2 Material
          Uricult®)                                         -    steriler Abstrichtupfer
-    Nährboden aus dem Kunststoffröhrchen entnehmen         -    Röhrchen mit Transportmedium
-    Nährboden vollständig in Urin eintauchen               -    Zungenspatel
-    wenn wenig Urin vorhanden, Urin tropfenweise           5.3 Vorgehensweise
     über beide Seiten des Nährbodens rinnen lassen;        -    Zunge mit Spatel herunterdrücken (Die Anwendung
     beide Seiten vollständig benetzen                           von Sprühanästhetika ist zu vermeiden, da das
-    Urin abtropfen lassen und Nährboden in Kunst-               Ergebnis der mikrobiologischen Kultur verfälscht
     stoffröhrchen zurückstecken                                 werden kann)
-    Eintauchnährboden umgehend in das Labor                -    Abstrich von Tonsillen oder Seitensträngen unter
     bringen; falls nicht möglich, in den Brutschrank bei        Drehen und kräftigem Andrücken (Berührung mit
     37° C stellen und ggf. nach 24 h durch Auszählen            anderer Schleimhaut und Speichel vermeiden)
     der makroskopisch sichtbaren Kolonien die Keim-        -    Tupfer in Transportmedium stecken
     zahl bestimmen und anschließend im Kühlschrank         -    Material umgehend in das Labor bringen; falls nicht
     zwischenlagern                                              möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C (für Unter-
3.3.2     Nativurin                                              suchung auf Meningokokken bei Zimmertempera-
Nativurin umgehend in das Labor bringen; falls nicht             tur) zwischenlagern
möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C zwischenlagern.
Nativurin muss spätestens nach 6 Stunden im Labor
verarbeitet werden.                                         6       NASENABSTRICH

                                                            6.1 Indikationen
4       SPUTUM- ODER BRONCHIALSEKRET                        -    zum Nachweis von Keimträgern (auch bei Perso-
                                                                 nal) z. B. mit Staphylococcus aureus (zum Nach-
4.1 Indikationen                                                 weis von Respiratory Synsytial Virus ist nur
-    Pneumonie                                                   Nasenabsaugsekret geeignet)
-    Bronchitis                                             6.2 Material
-    Tuberkulose                                            -    steriler Abstrichtupfer
-    zystische Fibrose                                      -    Röhrchen mit Transportmedium
4.2 Materialgewinnung                                       6.3 Vorgehensweise
4.2.1 Sputum                                                -    Abstrich vom Vestibulum nasi unter Drehen des
4.2.1.1 Material                                                 Tupfers
-    desinfizierender Sputumbehälter oder Einweggefäß       -    Tupfer in Transportmedium stecken
     mit fest verschließbarem Deckel                        -    Material umgehend in das Labor bringen; falls nicht
4.2.1.2 Vorgehensweise                                           möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C (für Unter-
-    Patient informieren; Speichel ist für mikro-                suchung auf Meningokokken bei Zimmertempera-
     biologisch-diagnostische Zwecke unbrauchbar!                tur) zwischenlagern

                                                                                                                  28
7       STUHL                                                    Untersuchungslabor aufnehmen und unverzügliche
                                                                 Verarbeitung der Liquorprobe sicherstellen
7.1 Indikationen                                            -    Einstichstelle sorgfältig desinfizieren
-    Durchfallserkrankung                                   -    Umgebung der Einstichstelle mit sterilem Lochtuch
-    Umgebungsuntersuchung          nach     gesetzlichen        abdecken
     Bestimmungen z. B. bei Salmonellose                    -    Punktion zur Gewinnung von 5-10 ml Liquor, unter
-    Verdacht auf pseudomembranöse Kolitis                       streng    aseptischen      Bedingungen    in   2-3
-    Verdacht auf Darmparasiten                                  Probenröhrchen abtropfen lassen
-    Überwachung bei selektiver Darmdekontamination         -    Probenröhrchen sofort in das Labor bringen,
     (SDD)                                                       Material ggf. telefonisch ankündigen, möglichst
7.2 Material                                                     schnellen Transport in Thermobehälter (20-22° C)
-    Stuhlgefäß vorzugsweise mit im Verschluss                   organisieren; falls nicht möglich, 2-5 ml Liquor in
     integriertem Löffel, evtl. Transportröhrchen mit            Liquorkulturflasche übertragen und im Brutschrank
     gepuffertem Medium zum Nachweis von Shigellen               bei 37° C zwischenlagern
7.3 Vorgehensweise
-    erbsengroße Stuhlportion oder bei flüssigem Stuhl
     ca. 2 ml Probe mit blutigen, schleimigen oder          10       ANFORDERUNGEN AN DEN PROBENVERSAND
     eitrigen Anteilen in Stuhlgefäß übertragen
-    Stuhlgefäß umgehend in das Labor bringen; falls        10.1 Beschriftung von Proben, Ausfüllen der
     nicht möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C               Begleitscheine
     zwischenlagern. Zum Direktnachweis beweglicher         Die Beschriftung erfolgt vorrangig mit gedruckten
     Parasiten muss das Stuhlmaterial sofort im             Etiketten, schriftliche Angaben sind in Druckschrift
     Thermosgefäß ins Labor gebracht werden.                anzufertigen. Name und Unterschrift des einsendenden
                                                            Arztes müssen lesbar sein, um Rückfragen zu
                                                            ermöglichen.
8       GEFÄßKATHETERSPITZEN                                Probenbehälter sind vor Abnahme mit einem
                                                            gedruckten Aufkleber zu versehen, der zumindest den
8.1 Indikationen                                            Vor- und Nachnamen sowie das Geburtsdatum des
-    Verdacht auf katheterbedingte Infektionen              Patienten enthält. Weiter ist die Probennummer, die auf
8.2 Material                                                dem Begleitschein eingedruckt ist, zu vermerken.
-    Transportmedium (kein Anreicherungsmedium)             Begleitscheine enthalten möglichst den gesamten
-    Hautdesinfektionsmittel                                Patientendatensatz (z. B. Adressaufkleber), zumindest
-    sterile Tupfer                                         aber den Patientennamen (Vor- und Nachname),
-    sterile Schere                                         Geburtsdatum und Aufnahmenummer (Barcode) bei der
-    ggf. sterile Pinzette                                  Bearbeitung durch ein hausinternes Labor.
-    Einweghandschuhe                                       Datum und Uhrzeit sowie genaue Lokalisation dieser
8.3 Vorgehensweise                                          speziellen Entnahme sind zu vermerken, damit Befunde
-    Einweghandschuhe anziehen                              zugeordnet werden können. Hierzu sollten die
-    Einstichstelle um den Katheter reinigen, ggf.          Begleitscheine fortlaufend nummeriert und diese
     Wundschorf entfernen und desinfizieren (Desinfek-      Nummern auf die Probenbehälter übertragen werden.
     tionsmittel trocknen lassen)
-    Katheter ziehen, Spitze in 4-6 cm Länge mit steriler
     Schere abschneiden und in Transportmedium
     übertragen
-    Transportgefäß umgehend in das Labor bringen;
     falls nicht möglich, im Kühlschrank bei 4-6° C
     zwischenlagern


9       LIQUOR

-    steriles Röhrchen und evtl. zusätzlich spezielle
     Liquorkulturflasche
-    Hautdesinfektionsmittel
-    sterile Tupfer
-    sterile Einweghandschuhe
-    sterile Abdeckung
-    sterile Punktionsnadel
9.1 Indikationen
-    Meningitis, Enzephalitis
9.2 Material
9.3 Vorgehensweise
-    Liquorpunktion möglichst vor Beginn der
     Antibiotikatherapie; vor Punktion Kontakt mit

                                                                                                                  29

				
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