Macht und Machtlosigkeit der M�tter in Text und Bild

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Macht und Machtlosigkeit der M�tter in Text und Bild Powered By Docstoc
					        Bożena Choluj -Macht und Machtlosigkeit der Mütter in Text und Bild


Veranstaltungsbeginn: 10.04.2008
Ort: CP Raum 26 (Achtung! Einleitung am 10.04. um 16:00 findet im AM 02 statt!)
MICS, Wahlmodul 3 – Transciplinary Gender Studies
ECTS – Punkte: Referat/ Essay/ Sitzungsprotokoll: 3 ECTS; kleine Seminararbeit
(ca. 12 Seiten: 6 ECTS; große Seminararbeit (ca. 25 Seiten): 9 ECTS


Die Mutter als eine der wichtigsten weiblichen Rollen ist mit Instrumentarium und
Legitimationen der Macht noch und noch ausgestattet. Wie diese die Töchter und
Söhne erfahren, erkunden wir anhand von unterschiedlichen Texten polnischer und
deutscher Schriftsteller und Schriftstellerinnen und anhand von diversen Bildern. Wie
wird die Mutter als literarisches Motiv und mit ihm das Ethos der Mutter dargestellt?
Hängen die mütterlichen Machtpotentiale mit den Erwartungen der Kinder
zusammen? Literarische und wissenschaftliche Texte werden daraufhin untersucht,
ob sie den kulturellen Mutterdiskurs erweitern, verändern, entlarven. Es geschieht auf
jeden Fall anders als im Falle des Vaterdiskurses, der sich weniger auf die Präsenz
des Vaters, sondern eher auf seine Abwesenheit im Familienalltag bezieht. Kurze
Einblicke in literarische Werke und Bilder des 19. Jahrhunderts sollen uns helfen, die
Macht oder auch Machtlosigkeit der Mütter als ein historisch wandelbares Phänomen
zu erkennen. Durch vergleichende Perspektive werden wir besser die
Zusammenhänge der Mutterrolle mit dem historischen Hintergrund herausarbeiten
können.

Hinweise zur Veranstaltung: Das Seminar umfasst zwei Ebenen: 1.Text- und
Bildanalysen während des Seminars; 2. Arbeit an Projekten in Gruppen von 2-3
Studierenden

Seminarplan:

10.04. Einleitung
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  8.05. Mutterauffassungen/ Mutterschaftskonzepte

             Susanne Lackner: Das Mutterbild im Wandel. In: S. L.: Zwischen
             Muttermord und Muttersehnsucht. Die literarische Präsentation der
             Mutter-Tochter-Beziehung im Lichte der écriture féminine. Würzburg
             2002, S. 50-71.
             Jutta Sommerbauer: Differenzen zwischen Frauen. Münster 2003, hier
             folgende Kpt.: Inhaltliche Aspekte des postmodern-feministischen
             Ansatzes, S. 26-39.
             Elisabeth Badinter: Freud und die Frauen. In: Sophie Lenthe (Hg.):
             Lesebuch für Rabenmütter. Von den Schwierigkeiten, eine gute Mutter
             zu sein. München 1993, S. 116-171.
             Jessica Benjamin: Die Fesseln der Liebe. Frankfurt am Main 1993,
             Kpt.1, S. 15-53.
             Elisabeth Badinter: Die Mutterliebe, München 1984, S. 56-91;
             Leonie Herwartz-Emden: Mutterschaft und weibliches Selbstkonzept:
             eine interkulturell vergleichende Untersuchung. München 1995, hier
            folgende Kpt.: Mutterschaft in ethnologisch-anthropologischer
            Perspektive – konstitutive Merkmale von Mutterschaft in einfachen
            Gesellschaften. S.21-29 und Mutterschaft in westlich-feministischer
            Perspektive – konstitutive Merkmale von Mutterschaft in westlichen
            Gesellschaften , S. 29-41.
            I. Birkhan: Ein sprachloses Leitbild. Zur Dekonstruktion der
            symbolischen Verschränkung von Mutter und Tochter in Maria. In: G.
            Perko (Hg.): Mutterwitz, Wien 1998, S. 77-117.
            R. Möhrmann: Verklärt, verkitscht, vergessen. Die Mutter als
            ästhetische Figur. Stuttgart Weimar 1996

      Schöne Literatur: M. Zmuda (Hg.): Dla Matki
           Elisabeth Borchers (Hg.): Liebe Mutter

9.05. Mutter-Tochter/Sohn-Verhältnis

            Renate Dernedde: Mutterschatten- Schattenmütter. Muttergestalten und
            Mutter-Tochter-Beziehungen in deutschsprachiger Prosa. Wien, NY u.a.
            1994, S. 1-55.
            Bärbel Schön: Anforderungen an eine angemessene Theorie
            mütterlicher Praxis. In: B. Sch. (Hg.): Emanzipation und Mutterschaft.
            München 1989, S.13-31.
            Ricarda Schmitdt: Die böse Mutter. Zur Ästhetik sadomasochistischer
            Mutter-Tochter-Beziehung in literarischen Texten aus dem Kontext der
            Frauenbewegung. In: I. Roebling, W. Mauser (Hg.): Mutter und
            Mütterlichkeit. Wandel und Wirksamkeit einer Phantasie in der
            deutschen Literatur. Würzburg 1996, S. 347-359

      Schöne Literatur und Film:
           a/ Macht: Medea; W. Mitgutsch: Die Züchtigung;
           b/ Geschichte: Matka Krolow (Film)/ B. Vanderbeke: Das Muschelessen
           c/ Psychologische Aspekte: Czlowiek z szafy (Film);
            E. Jelinek: Die Klavierspielerin;
           Hermann Burger: Die Künstliche Mutter;

12.06 Sehnsucht nach der Mutter und ihr Sprechen

            Gabrielle Wohmann: Ausflug mit der Mutter
            Heidi Gidion: Und ich soll immer alles verstehen. Auf den Spuren vom
            Müttern und Töchtern
            Ingeborg Drewitz: Eis auf Elbe

13.03. Mutter und der Tod und ihr Schweigen

            Tadeusz Rozewicz: Matka odchodzi
            Jakob Hein: Vielleicht ist es sogar schön
            Peter Handke: Wunschloses Unglück
            Krystyna Kofta: Pawilon malych drapiezcow
            Peter Härtling: Eine Frau
10. 07. Heroisierung und Instrumentalisierung der Mutter

            a/ Mutterschaft und Studium
            Marion Göhler: Kinder-Küche- Kwalifikation. Zur Lebens- und
            Studiensituation studierender Mütter. In: B. Schön (Hg.):
            Emanzipation… a.a.O., S.129-155
             Wilma Grossmann: Studium mit Kind – nur eine Notlösung? Eine
            Befragung Studierender mit Kindern an der Universität Dortmund. In: B.
            Schön (Hg.): Emanzipation … a.a.O., S. 155-181
            T. Frankenberger, B. Schön, M. Tewes-Karimi: Studentinnen mit
            Kindern zwischen Emanzipation und Anpassung an die weibliche
            Normalbiographie. In: B. Schön (Hg.): Emanzipation… a.a.O., S. 181-
            202.
            Elisabeth Beck-Gernsheim: Die Zähmung der Mütter. In: Sophie Lenthe
            (Hg.): Lesebuch für Rabenmütter. Von den Schwierigkeiten, eine gute
            Mutter zu sein. München 1993, S. 57-68
            Simone de Beauvoir: Mutterschaft. In: S. Lenthe (Hg): Lesebuch…, S.
            9-41.


11.07. Mutter in der Falle oder Probleme mit der Mutterschaft in feministischen
Projekten

            Ursula Müller: Warum gibt es keine emanzipatorische Utopie des
            Mutterseins. In: B. Schön (Hg.): Emanzipation und Mutterschaft, a.a.O.
            S. 55-81.
            Jutta Sommerbauer: Differenzen zwischen Frauen. Münster 2003, hier
            folgende Kpt.: Differenzen zwischen Frauen: zur Kritik einer Debatte, S.
            77-101.
            Harrad Schenk: Wieviel Mutter braucht der Mensch? Der Mythos von
            der guten Mutter. Köln 1996, hier Kpt.: Der Kinderwunsch: Von der
            Selbstverständlichkeit zur Kopfgeburt, S. 44-61; Der Preis der
            „Wahlfreiheit“: Die Verschärfung der Konkurrenz zwischen Müttern und
            Kinderlosen Frauen, S. 62-83; Vater-Mutter-Kind: Konkurrierende
            Liebesbeziehungen? S. 154-173; Frauenbewegung und
            Mutterideologie, S. 198-220
            Nancy Friday: Wie meine Mutter, Frankfurt am Main 1993, Kapitel 12,
            S. 405-443.
            Barbara Bronnen: Mütter ohne Männer. Neue Beziehungen zwischen
            Mann und Frau. 1978, S.33-51; 127-135; 149-175
            Elisabeth Badinter: Die Mutterliebe, München 1984, 267-293
            Ulrike Helwerth/ Gislinde Schwarz: Von Muttis und Emanzen.
            Feministinnen in Ost- und Westdeutschland. Frankfurt am Main 1995
            Shari Thurer: Die Neuerfindung des Mythos: von 1980-bis heute.
            Mythos MutterschaftMünchen 1995, S. 419-439.
            Barbara Vinken: Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines
            Mythos. Zżrich 2001, S. 7-20.
Schöne Literatur:
             - Bożena Keff: Utwor o Matce i Ojczyznie (unveröffentl. Manuskript);
             - Sewer (Ignacy Maciejowski): Matka (1897)




Prof. Dr. Bozena Choluj
Lehrstuhl für Deutsch-Polnische Kultur-
und Literaturbeziehungen
und Gender Studies
Europa Universität Viadrina
Große Scharrnstr. 59
D-15230 Frankfurt (Oder)
Tel. 0049 335553416425
 oder 0048 7592425

Email: choluj@euv-frankfurt-o.de

und

Institut für Germanistik
Universität Warschau
ul. Browarna 8/10
Pl-00-311 Warszawa
Priv.Tel. u. Fax: 0048 226786461


Sprechstunde nach Absprache. Raum 134, CP.

				
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