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Secret Love (DOC)

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									                                   Leseprobe
                                           Secret Love


                                     ©11 Simone Kaplan


                                                  2011


                                                 Teil 1

                                   Inhaltsangabe

Wie jedes Jahr findet auf der Franklin- Highschool in der South Bronx einmal ein Test statt
und die besten Schüler erhalten ein Stipendium.
Brandy ist einer von den Auserwählten und sie erhält einen begehrten Platz in einer
angesehene Privatschule das Major-College in Vermont .
Das Major-College liegt in einem idyllisch gelegenen Ort in Vermont direkt am Meer und
scheint zunächst ein Paradies zu sein....
Dort trifft sie zum ersten Mal auf die indische Lehrerin Sita die Geografie lehrt.Sofort ist es
auf beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick.
 Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen und eine heimliche Leidenschaft
entwickelt sich zwischen den beiden...
.Brandys Vorfreude wird bald getrübt durch die vielen versteckten Vorurteile seitens Lehrer
und Schüler.
Vor allem Abraham Graham der Englischlehrer und Jury-Mitglied kann Brandy nicht leiden
weil er in sie eine begnadete Schriftstellerin sieht und seine eigene Unfähigkeit darin
entdeckt.
Er versucht daher mit allen Mitteln ihr dies zu verübeln....aber nicht nur er...

Sita wird zur Brandys Verbündete und auch Trainer McCain unterstützt sie in
Basketball.Doch ihre Liebe zu Sita muss strengstens geheim blieben denn das Major-
College gilt als sehr konservativ und traditionsbewusst.
Aber dann verlässt Trainer Mc-Cain das Team und Trainerin Maria Gonzales übernimmt
die Regie.
Sie merkt schnell das Brandy eine Rebellin ist und sie dadurch von der Masse
unterscheidet.
Sie verbündet sich mit Melissa die Erzfeindin von Brandy die alles dran setzt um die
heimliche Liebe von Sita und Brandy auffliegen zu lassen...

Für Brandy beginnt eine harte Zeit .....
Hat die Liebe zwischen Brandy und Sita noch eine Chance?
Denn Direktor Griffith bekommt Wind davon und stellt Brandy vor einer folgenschweren
Entscheidung.....

Brandy entscheidet sich für die Liebe zu Sita .

Um sie zu schützen verlässt Brandy die Schule und kehrt wieder zurück ins
Ghetto...dem sie eigentlich entrinnen wollte um nicht so zu enden wie ihre Freundinnen
und Geschwister.

Hat die Liebe zwischen Brandy und Sita noch eine Chance?

Brandy und Sita erfahren zum ersten Mal die Macht der Liebe und müssen sich
entscheiden.....für die Freiheit oder Tradition!!




                                  Teil 1
                                 1.Kapitel

South Bronx....
Verzweifelt versuchte ich mich aufs Schreiben zu konzentrieren doch das war fast
unmöglich. Die Wände waren papierdünn und man hörte so ziemlich alles was man nicht
hören wollte.
 Wir wohnten im 5.Stock in eines dieser tristen Sozialblocks und Privatsphäre war ein
Fremdwort hier in unser Gegend. Rechts neben mir schlug einer seine Freundin und ihre
Schreie waren im ganzen Stock zu hören.Über mir stritten sich irgendein Liebespaar über
das leidliche Thema Geld und links war jämmerliches Babygeschrei zu gehören .
Schließlich packte ich meine Schreibsachen in der untersten Schublade und schlug
genervt die Wohnungstür hinter mir zu.
 Mom war noch bei der Arbeit Becky mit ihrem Lover stritten sich um irgendwas während
ihre zwei Kinder 4 und 5 Jahren mit Nachbarskinder durch die enge Wohnung rannten.
Danell hing mit seinen Gangbrüder am Playstation während sie ohne Rücksicht auf die
kleinen Kinder Drogen schnupften und pafften.

„Los wirf den Ball her ...“
Daryll ein schlaksiger Kerl mit Dreadlocks gab mir grinsend den Pass .Wir beide
konkurrierten miteinander um die Würfe ,er war immer mein Vorbild .
 (später erfuhr ich dass er nur wenige Wochen später bei einer Schießerei von einer
herumirrender Kugel tödlich verletzt wurde).
Gekonnt dribbelte ich an der Verteidigung vorbei und...mit einem schönen eleganten Satz
flog der Ball durch den rostigen angeleierten Ring.
„Super Brandy...!!“ich schlug lachend und überglücklich bei Daryll ein ..“aber...war das
schon alles?“
Daryll grinste breit und schlug mir blitzschnell den Ball aus der Hand und fegte wie ein
geölter Blitz durch den Court.
Der Court war eigentlich nur ein grauer Betonverputz und grenzte an der Franklin-High
School an.Alles hier war aus tristen Beton,nur die zahllosen Grafitis belebten die graue
triste Landschaft ein wenig.
Sharon und Daisy meine Freunde aus Kindertagen saßen gelangweilt und Kaugummi
kauend auf der einzigen über und über mit Grafiti versprühten Bank.
„Hey.. „..warum spielt ihr nicht mit?Mann früher hingen wir alle so gerne hier herum...“ ich
stemmte die Hände gegen die Hüfte und betrachtete die beiden mit einem entrüsteten
Blick.
мJa...früher..das war halt mal.Jetzt gibt’s eben Interessanteres als einem blöden Ball
nachrennen!!“ meldete sich Daisy schließlich nach längerem Schweigen zu Wort und feilte
gelangweilt an ihren Fingernägeln.
Sharon gähnte ebenfalls gelangweilt.“Ach Brandy...was du brauchst ist ein richtiger Kerl
der dich auf andere Gedanken bringt. Dich sieht man nur mit den Ball!! Dann sahen sich
Sharon und Daisy an und prusteten vor Lachen.
Ich zuckte nur gleichgültig die Schulter gab Daryll ein Zeichen das er mir den Ball
zuwarf,setzte mich in Position und warf mit einem gekonnten Sprung den Ball durch den
Ring.
Diesmal war die Entfernung fast 5 Meter und stellte damit den Rekord auf für diesen Tag.
Sharon und Daisy stockten mitten im Gekicher und sahen sich verblüfft an.

„Hey Brandy ...spielst du noch eine Runde?“
Daryll kam her und und riss mir neckisch den Ball aus der Hand.Die Jungs auf dem Court
nahmen mich als Spieler ernst.Es hatte sich herumgesprochen,dass ich nicht nur gut
aussah sondern durchaus auch als ernster Gegner in Frage kam.
Leider war ich das einzige Girl auf dem Court. Die anderen Girls saßen lieber auf der Bank
und jubelten ihre Lieblinge zu.

„Schätzchen ….so kriegst du nie einen Kerl,wenn du dauernd nur mit diesem Ball
herumhüpfst!“ meinte Daisy im versöhnlichen Ton als wir uns alle drei auf den Heimweg
machten und ich den Ball schweigend vor mich hintrippelte.
Es war unmöglich meinen beiden Freundinnen zu erklären wie sehr ich Basketball liebte
abgesehen von meiner zweiten großen Leidenschaft das Schreiben.
Aber das blieb mein Geheimnis,denn hier in diesem Viertel war Schreiben nur etwas für
Loser und Weicheier.Hier gelten nur rohe Gewalt und das am besten mit der Sprache des
Schießeisen. Und natürlich zu welcher Gang du gehörst ,welche Markenklamotten du
trägst und wieviel Geld du hast.
„Aber ihr habt doch als Kinder auch Basketball gespielt...was ist los???“
мFrüher..!!“ Sharon lachte ironisch auf und tätschelte meine Schulter,“...jetzt sind wir keine
Kinder mehr.Die Zeiten haben sich geändert. Außerdem bin ich schwanger!!“
мWas??“
 Ich starrte sie überrascht an. Sharon zuckte nur gleichgültig die Schulter,“...ist halt so
passiert. War eben ein Unfall...“
мAber ,was ist mit der Schule...ich dachte du wolltest aufs College?“ ich packte sie an der
Schulter und schaute sie eindringlich an.
Sharon wich meine Blicke etwas verlegen aus und wiegelte die Sache ab. „...er wollte kein
Kondom nehmen...und diese verdammte Pille vertrage ich nicht so gut das weiß er.“sie
hob den Kopf und sah mich flehend um Verständnis. „..ich will ihn doch nicht
verlieren.Deshalb habe ich die Schule abgebrochen!“
Schweigend starrte ich Sharon an...ich konnte es nicht fassen was sie an diesen
aufgeblasenen Macho hatte.
Klar er sah gut aus ,aber vom Charakter her war er ein Schwein.Seine
Annäherungsversuche mir gegenüber neulich verschwieg ich lieber.
„Im wievielten Monat bist du jetzt?“
 мIm 2.Monat..Also man sieht sich...“ es klang müde und resigniert.als sie in ihrem Block
verschwand.
Drohend ragten die Sozialbauten in den schwarzen Himmel .Jetzt bei Nacht war hier am
meisten los jeder ging seine Geschäfte nach.
Überall hingen Typen herum und leerten literweise Bier in sich hinein um wenigsten für
wenige Stunden den tristen Alltag hier zu entkommen oder um Mut anzutrinken .
Bloß keinen Ärger provozieren .Den Blick senken und wenn ein Wagen langsam heranfuhr
nicht beachten und so schnell wie möglich abhauen.
Das waren die Überlebensregeln hier ,ansonsten kam man nicht sehr weit.Ich versuchte
mich möglichst daran zu halten und presste den Ball noch fester an mich.
Daheim verzog ich mich sofort in mein kleines Zimmer warf mich angezogen aufs Bett und
betrachtete die Bücher die akkurat in einer Reihe auf dem einzigen Regal standen.
Mein Blick wanderte zum Poster rechts neben mir das Michael Jordan zeigte im
gekonnten Sprung zum Korb rings um ihn herum tobende Zuschauer......




                                  2.Kapitel
„Der Direktor möchte dich sprechen!!“
Müde erhob ich mich .In der Nacht fand ich kaum Schlaf weil der Hunger in meinem
Eingeweide wühlte.
Der Kühlschrank war wieder einmal leer wie so oft in letzter Zeit.Nicht nur das...irgendwo
in der Nähe gab es eine Schießerei und heulende Polizeisirenen und rattendenen
Hubschrauber wechselten sich ab.
Kaum zu glauben das sich das alles abspielt im reichen Amerika wo nach dem Gesetz alle
Menschen egal welche Hautfarbe gleichberechtigt sind !!
Direktor Mr. Hal begrüßte mich außergewöhnlich freundlich,fast zu freundlich und bat mich
mit überschwänglicher Geste doch Platz zu nehmen.
Erst jetzt bemerkte ich dass noch jemand anders im Raum war.Ein kräftig gebauter Typ mit
blassen Teint und roten Haaren saß ebenfalls auf einen Stuhl.
Lächelnd erhob er sich rückte sein Anzug und Krawatte zurecht und gab mir höflich die
Hand mit einem festen Händedruck.
Ich erwiderte den Gruß kühl.
Wenn man hier im Viertel aufwächst ,dann wächst man zuallererst mit Misstrauen auf. Und
Weiße bedeuteten in unserer Gegend nur 2 Dinge:Entweder Cop oder Drogenboss!
Aber dieser Weiße war harmlos....er kam von einer angesehenen Privatschule.
Schweißperlen glänzten auf seiner Stirn und sein rotes Gesicht wurde noch röter.
Aber er machte einen ehrlichen zuverlässigen Eindruck.Er schien nur sehr verwirrt über
die katastrophalen Zustände hier an der Franklin-Highschool.
Man sah es seinem Ausdruck an dass er so etwas noch nie gesehen hatte.Die wackligen
Stühle ,die Panzerscheibe als Glastür alles in allem ein verwahrloster Eindruck.
Schnell kam Direktor Mr.Hal auf das Thema .“Mr Donald McCain ist Trainer an einer
angesehener Privatschule und hat dich gesehen auf dem Court. Er ist begeistert von
deinem Würfen“
Der Weiße nickte bestätigend und drückte mir mit breitem Lächeln ein Prospekt von dem
College in die Hand.
Direktor Mr.Hal fuhr fort.“Also um es kurz zu machen... du hast ein Stipendium erhalten
weil du den Test ,den wir jedes Jahr hier machen, die nötige Punktzahl erreicht hast.Du
hast also großes Glück gehabt weil du eine gute Schülerin bist..Und wie du
siehst...“Direktor Mr.Hal machte eine ausladende Bewegung „...sind wir hier komplett
überfüllt.“
Hastig schenkte er McCain ein entschuldigendes Lächeln.
„Herzlich willkommen bei unserer Schule.“ ..ich hoffe wir sehen uns wieder und „er
zwinkerte mir aufmunternd zu „...und zwar in meinem Team!!“ und er gab mir einen festen
Händedruck zum Abschied.

Ehrfürchtig betrachtete ich das Prospekt von diesem Major-College.Diese Privatschule bot
jeden erdenklichen Luxus an und lag in einer kleinen Provinzstädtchen in Vermont .
Die Lage war herrlich und direkt am Meer.Es gab natürlich außer Basketball noch viele
andere Sport und Freizeitmöglichkeiten.Alles in allem vielversprechend.Nun für mich war
ganz klar...diese Privatschule war das Tor zur Welt.Eine einzigartige Möglichkeit dieser
tristen und hoffnungslosen Gegend zu entkommen.
Ich begann zu träumen ...dachte an wilde Küsten und tosendem Meer und vor allem
Friede und Ruhe.Hier gab es nirgendwo Friede...andauernd gab es irgendwo Streit und
Ärger.Und dann dieser endlose Lärm...wenn nicht von der angrenzende Autobahn die
mitten durch unser Gebiet ging...dann waren es nervende Polizeisirenen oder
Krankenwagen die bei uns Dauerschicht hatten.

„Hey ich sage es euch....der Typ war so blöd und checkte es einfach nicht ,dass ich nichts
von ihm wissen wollte!!“Sharon schaute in die Runde und genoss die Aufmerksamkeit.
Ich saß mit Daisy und Sharon in ein kleines Imbiss paar Blocks entfernt. Es gab zwar wie
üblich fettige Frites aber das war oft meine einzige warme Mahlzeit am Tag.
“Hey was ist mit dir Brandy...?“
Ich schreckte auf ,meine Gedanken weilten bei dieser Privatschule .
“Vielleicht ist sie verliebt?“
Sharon brach in schallendes Gelächter aus und sämtliche Gäste starrten in unserer
Richtung.
„Ich habs satt mir als Kellnerin in einer Frittenbude den Arsch aufzureißen. Rico mag ein
Angeber sein aber er hat Geld. Und wisst ihr was...ich steige in sein Geschäft ein.Als
Dealer verdiene ich in 1 Stunde mehr als eine Kellnerin in 2 Monaten!!“ wütend starte
Daisy auf ihren Burger.
Für einen kurzen Moment dachte sie an Danell ,doch der hatte sie neulich eiskalt
betrogen mit einer anderen.
Und die war auch noch weiß und Blond. Doch das behielt sie für sich.
Betretenes Schweigen folgte...
Sharon zwirbelte nervös mit ihren Zöpfchen und meine Gedanken schweiften wieder ab zu
diesem Prospekt.
Ich räusperte mich...
“Ich werde auf eine Privatschule nach Vermont gehen!“
Alle Blicke richteten sich ungläubig auf mich.
„WAS hast du da eben gesagt?“
 Sharons tapste ungläubig nach Luft.
Ich zögerte und biss mir auf die Lippe .“Ich dachte...nun ja....ich sags euch jetzt.Ich fahr
schon in wenigen Tagen ab.“
Betretenes Schweigen lastete wie eine dicke Wolke im Raum.
„Äh...wo zum Kuckuck liegt Vermont???“
 Daisy schaute fragend Sharon an.
Keiner sagte etwas...das Schweigen wurde immer unbehaglicher....
Ich schwitzte und das kam bestimmt nicht von den fettigen Frittes .Schließlich zuckte
Sharon betont gleichgültig die Schulter und biss geräuschvoll in ihren 3.Hamburger .
„Naja...es ist nicht weit.Am Wochenende kann ich herkommen ..“stotterte ich und suchte
verzweifelt nach weiteren Worten.“Mit dem Zug dauert es nicht lange..“ ich versuchte
betont aufmunternd zu wirken.
Doch innerlich fühlte ich mich zwischen zwei Welten hin und hergerissen. Die fremde
weiße Welt mit ihren reichen verwöhnten Kids und meine vertraute schwarze Welt.


                                 3.Kapitel


Das monotone Rattern des Zuges lullte mich ein und machte mich schläfrig.Ich dachte an
die Auseinandersetzung mit Mom. Sie machte mir heftige Vorwürfe und ließ mir deutlich
spüren,dass ich mich für etwas besseres hielt.
Das tat weh...nur weil ich ein Stipendium erhielt und eine Privatschule besuchen
durfte,trug ich meine Nase nicht höher
.Ich wollte die Chance nutzen aus meiner Gegend herauszukommen und etwas aus mir
machen.Und nicht den ganzen Tag nur herumlungern wie Danell und Becky meine
Geschwister oder wie Sharon und Daisy....traurige Beispiele.
Nachdenklich betrachtete ich die vorbeiziehende Landschaft und mir viel die Szene mit
meiner Klassenlehrerin Mrs Watson ein...
„Brandy,ich wünsche dir viel Glück! Vergeude nicht dein Talent!!“ Ihre warmen sanften
Augen betrachteten mich lange „Du wirst es nicht leicht haben bei all den reichen und
verwöhnten Kids.Aber...“und sie deutete auf mein Herz „ folge deinem Herzen.Lass dich
nicht von anderen entmutigen und glaube an dich!!“

„Welcome in Vermont“
Der Zug quietschte und stampfte bevor er mit einem Ruck zum Stehen kam.Ich atmete die
frische Luft ein...es war eine ganz andere ,klare Luft.Man spürte das nahe Meer...Möwen
kreischten ausgelassen und die Landschaft sah aus wie im Bilderbuch.
Middlebororugh sah aus wie ein Provinzstädtchen....die Häuser im schönsten
viktorianischen Stil erbaut.
Und da …...war das......Major-College!!
Ehrfürchtig betrat ich die Eingangshalle und staunte einmal mehr über die imposante
Einrichtung.Es wimmelte von Schüler und was mir sofort auffiel...es waren fast nur weiße
Gesichter mit blauen Augen lustigen Sommersprossen und viele mit roten oder blonden
Haaren.
Plötzlich war meine Vorfreude wie weggeblasen....ich fühlte mich plötzlich klein und fehl
am Platz.Einige lächelten mir zu andere streiften mich mit neugierigen Blick anscheinend
war ich für sie ebenfalls etwas exotisches.
Irgendwie fühlte ich mich unbehaglich als ob ich in eine fremde Welt hineinplatze zu der
ich eigentlich keinen Zutritt hatte.

Ich kam zum Hörsaal in der gerade eine Vorlesung stattfand.Alle drehten sich nach mir
um....ich erstarrte förmlich und wich ängstlich zum Ausgang zurück.
“Komm setzen sie sich...“eine wohltönende klangvolle Stimme riss mich aus meiner Starre
und hastig setzte ich mich auf einen Platz.„Ich möchte euch eine neue Schülerin
vorstellen.Ab heute gehört sie zu uns!“
 Verwirrt starrte ich nun in ein Meer aus weißen Gesichter und erst jetzt schaute ich auf zu
dieser klangvollen weichen Stimme …...eine wunderschöne Frau stand am Pult und
betonte mit weit ausladenden Gesten ihren Vortrag.
Ihr Gesicht hatte einen dunklen Teint aber sie war keine afroamerikanische Bürgerin und
ihr Englisch hatte einen fremden Akzent.
Für einen kurzen Moment trafen sich unsere Blick und ein seltsames heißes Gefühl
durchströmte mich.Sie warf mir ein bezauberndes verständnisvolles Lächeln zu und
widmete sich wieder ihrem Vortrag zu.
Als es klingelte,leerte sich der Saal schnell,während ich hektisch meine Blätter
zusammensuchte.Alles war so neu und verwirrend für mich als ich plötzlich ein Rascheln
hörte und ängstlich aufsah....
Die Lehrerin hob ein Blatt auf dem Nebensitz lag. Ihre ganze Bewegungen waren im
Einklang und fließend. Ihre zarte und doch geschmeidige Hand schimmerte bronzefarben
während ihre glatten schwarzen Haaren zu einem Zopf zusammengebunden waren.
„Hey ich bin Mrs Aranavoth aber du kannst Sita zu mir sagen.Ist ja hier in Amerika so
üblich.“ sie lächelte und tausend kleine Lachfalten umspielten ihren weiche Lippen.
Wieder trafen sich unsere Blicke und seltsamerweise fühlte ich mich wie ein Magnet zu ihr
hingezogen.
„Danke...äh...ich ..äh..mein Name ist Brandy und heute ist mein erster Tag hier..“stotterte
ich und fügte hastig hinzu,“...ich war vorher in einer normalen High-School ich meine....
staatliche Schule..“ ich stockte .Ich fühlte mich plötzlich so unsicher und starrte verlegen
an ihr vorbei.
мVerstehe...aber das legt sich wieder. Als ich aus Indien hier herkam erging es mir ähnlich
wie dir jetzt!“
Unsere Blicke kreuzten sich und in ihren Augen war echtes Verständnis.
Als ich in mein neues Zimmer kam starrte mich meine neue Mitbewohnerin misstrauisch
an.Sie taxierte mich regelrecht.
Sie hatte blonde lange Haare die zu einem Pferdeschwanz gebunden waren ,und ein
verwöhnter Ausdruck in ihrem sommersprossigen teigigen Gesicht.Ihr Haut war von
einer kränklichen Blässe wo die Sonne nur selten hinkam.Sie trug modische teure
Kleidung und zeigte eine arrogante herablassende Haltung mir gegenüber.
Schließlich gab sie sich soweit runter und stellte sich vor.
„Hey mein Name ist Melissa.“
Sie versuchte lässig und zuvorkommend zu wirken auf die übliche Art vieler Weißen.“Hey
ich hab keine Vorurteile!“ Doch gerade diese gespielte Art zeigte genau das Gegenteil....
sie hatte jede Menge Vorurteile.


                                  4.Kapitel




Nach dem Unterricht hatte ich mein erstes Training!
Mein Herz pochte im Stakkato als ich die herrliche Turnhalle betrat.....Wow ,staunend ja
ehrfürchtig blieb ich stehen.Die ganze Turnhalle glänzte vor Sauberkeit.
An meiner alten Schule gab es zwar auch eine Turnhalle aber die war ziemlich
baufällig.An allen Ecken und Enden zog es fürchterlich herein,und der ganze Eindruck war
schmuddelig und alt.
Und hier...hier schien die Sonne herein in den großen Fenster.Es gab eine Tribüne und der
Boden glänzte einladend.

„Na schau mal die an!Hat wohl noch nie eine Turnhalle gesehen....!!!“
Gekicher erklang und als ich mich umdrehte ….entdeckte ich diese blonde Girl .“Hey mein
Name ist Melissa!“diese näselnde herablassende Stimme kannte ich doch.Meine neue
Zimmernachbarin na toll das fängt schon gut an dachte ich .
Umgeben von ihrer Clique die sie anscheinend anführte „...Na ja ...da wo sie
herkommt,gibt es wahrscheinlich gar keine Turnhalle!“ wieder Gekicher und meine Blicke
kreuzten sich für einen Moment mit dem blonden Girl Melissa.

„Los,...los...worauf wartet ihr noch Mädels??“ Trainer Mc Cain fuchtelte mit den Armen
und sein Gesicht lief noch röter an wie damals in Franklin Highschool Büro.
Der Ball wurde in die Luft geworfen und das Startsignal ertönte!
Plötzlich war ich mit Melissa konfrontiert. Ihre eisblauen Augen funkelten kalt und schienen
mich zu durchbohren ….Ein kalter Schauer rieselte mir über den Rücken.
Sie taxierte mich wie eine Kobra ….jeden Moment bereit mir eins auszuwischen!!
Spannung lag in der Luft!!

„Los Melissa ...für uns zum Sieg!!“ ein paar ihre Freunde kreischten auf der Bühne.Sie
schien ja ziemlich beliebt zu sein. Melissa stellte sich in Angriffsposition und fixierte mich
mit einem verachtendenen Blick .
Sie beachtete nicht einmal ihre kreischende Freundinnen auf der Tribüne.Ich ließ sie
ebenfalls nicht aus den Augen und konzentrierte mich nun völlig auf das Spiel.
Blitzschnell erwischte ich den Ball und dachte an die harten Spiele in meinem Viertel. Dort
kämpfte jeder mit einem unglaublichen Ehrgeiz.Schließlich ,und das wusste jeder, war
Basketball ein begehrter Freischein um aus der Ghetto-Hölle herauszukommen.
Allerdings kamen nur die besten weiter und wurden vielleicht wenn sie Glück hatten von
einem Talentscout entdeckt.
Also preschte ich vor.....der Ball blieb wie Klebstoff an mir kleben.Elegant und doch wie ein
Pfeil umging ich die Abwehr und mit einem gekonnten Sprung angelte ich mich am Korb
hoch und warf den Ball hinein.
Trainer Mc Cain lächelte zufrieden. Genau das hatte er damals gesehen bei als er Brandy
beim Court sah und vor Staunen die Luft anhielt.
Melissa lief hochrot an und wutentbrannt baute sie sich vor mir auf und zischte leise:“ Du
wirst schon sehen wer hier das sagen hat !!“

„Was ist los...was steht ihr beiden da...los...los das Spiel geht weiter!!“ und erneut klang
der Anpfiff zur nächsten Runde.

Mein Team gewann mit satten 4 Punkten im Vorsprung und zufrieden wischte ich mit dem
Handtuch den Schweiß von der Stirn als wir alle in Richtung Umkleidekabine liefen.
„Brandy....bleib mal kurz hier.Muss mit dir reden!!“
Trainer Mc Cain lächelte aufmunternd als er mein misstrauischer Blick bemerkte.
„Na....wer hat denn Angst...“ er hob wie zur Beschwichtigung seine breite Hände hoch und
schnalzte begeistert mit der Zunge.
„ Du hast phantastisch gespielt Brandy. Aber..“ er musterte mich ernst“....das was du hier
gezeigt hast ,will ich auch bei einem richtigen Spiel sehen !“ er machte eine kurze Pause
dann fuhr er fort“...Du hast den Dreh heraus..!!“ Er klopfte mir anerkennend auf die
Schulter „...aus dir wird mal eine großartige Spielerin ….Vergeude nicht dein Talent!!“

Nachdenklich sah er Brandy nach....hoffentlich bleibt sie dabei!

Melissa schaute ebenfalls Brandy nach...sie hatte das Gespräch vom Mc Cain mit Brandy
beobachtet.Kochend vor Wut verließ sie das Versteck im Geräteraum und schwor sich
bittersüße Rache.
Kaum war diese Brandy da...drehte sich alles nur um sie...!!
Nun sie war der Kapitän im Team sie hatte das Kommando und so sollte es auch bleiben
egal was Mc Cain von dieser Schnepfe hielt!
 Ein teuflisches Grinsen huschte über ihr Gesicht....

                                         5.Kapitel

Am nächsten Tag erkundigte ich in der Mittagspause neugierig die Umgebung und
entdeckte den kleinen Park mit einer wunderschönen alten Holzbank etwas verdeckt von
einem großen Baum.
Man konnte direkt auf den Strand und das Meer schauen.Der kleine Park galt als eine
kleine Oase und ich fühlte mich hier sofort wohl an diesem geheimen Plätzchen.
Nachdenklich setzte ich mich hin und ging das ganze Ereignis von meinem ersten Training
durch.
Lächelnd dachte ich an die Worte von Mc Cain...Du hast den Dreh raus.Aus dir wird mal
eine großartige Spielerin .Vergeude dein Talent nicht.
Ich nahm mir vor beim ersten Spiel noch mehr von mir zu geben....!!!

In Gedanken versunken bemerkte ich zuerst nicht dass sich jemand neben mir setzte. Erst
als ein Schatten auf mich viel fuhr ich erschrocken zusammen...
„Sorry wenn ich dich erschreckt habe...“
Eine samtige weiche Stimme folgte auf den Schatten .Mein Herz klopfte plötzlich ein paar
Takte schneller.
Ich wunderte mich wie ich sofort auf diese Stimme reagierte.
Ich drehte mich um...und mein Herz blieb beinahe stehen vor Aufregung.
Es war ...Sita...!!!
Geschmeidig wie eine Katze setzte sie sich neben mir auf die Bank .Ein kleines Lächeln
erschien auf ihren wunderschönen Gesicht.Ihre Haut schimmerte eine Spur dunkler im
Schatten was sie noch reizvoller ausmachte.
Ihre Haare die sie diesmal offen trug wehten leicht im Wind und glänzten fast blauschwarz
wenn ein Sonnenstrahl sich darin verfing.
Sie hatte eine Haltung die man fast königlich beschreiben konnte,alles an ihr war so
harmonisch und fließend.
„Hast du schon was gegessen?“
Sie musste mein hungriger Blick gemerkt haben als sie ein Fladenbrot aus der Tasche zog
.Ich schüttelte hastig den Kopf „Äh..nein..“
Wortlos und mit dem schönsten Lächeln gab sie mir ein Stück
„Hier nimm“
Ich konnte nicht widerstehen bei diesem köstlichen Duft der von dem Fladenbrot ausging.
Ich bedankte mich lächelnd .
Einvernehmlich saßen wir da auf dieser Bank und plauderten über Indiens
Köstlichkeiten...während mein Herz jedemal fast aussetzte wenn sich unsere Blicke
trafen...


„Sita...hast du nachher was vor ?“
Gregory ein Arbeitskollege stand lässig an der Tür gelehnt. Sita genehmigte sich gerade
ein Tee während sie in ihrer lässigen Handbewegung die Referate durchging.
Lächelnd schaute sie auf:“ Du bist ganz schön hartnäckig!“ ein Blick auf die Uhr...sie hatte
eigentlich vor in ihrer kleinen Mietwohnung unten in der Stadt nach der letzten Stunde zu
gehen.
Es war zwar nur eine 1 Zimmerwohnung aber für sie ein Palast.
Dort war sie ungestört und und konnte ihn Ruhe ihre Hobbys nachgehen wie z.B Lesen
oder Zeichnen.
„Okay..aber nicht lange!“seufzend verstaute sie die Referate in ihrer Tasche.Daheim hatte
sie mehr Ruhe zum korrigieren außerdem störten ihr die sexistische Witze unter den
Kollegen.Sie fühlte sich ja geschmeichelt von den Imponiergehabe ihrer männlichen
Kollegen aber müssen es immer gleiche Sprüche unter der Gürtellinie sein ?

Gregory machte ein Zeichen zu seinem Kollegen und grinste übers ganze Gesicht.Nun, er
galt als Aufreisser mit britischen Charme.
Er war fasziniert von Sita diese exotische geheimnisvolle Schönheit.Am liebsten würde er
sie sofort verführen.Aber er spürte dass er damit bei dieser Frau nicht weit kommen
würde.
Nun er nannte sich selber Frauenversteher jedenfalls kam das insbesondere bei seinen
Schülerinnen gut an.
Seine Kindheit war geprägt von konservativen Erziehung und Sita erinnerte ihn an sein
Kindermädchen die ebenfalls dunkelhäutig war und mit der er eine kurze Affäre hatte.
Nun für ihn waren alle dunkelhäutige Menschen automatisch Dienstpersonal.Deshalb war
er sich auch so sicher dass er diese Sita verführen konnte.
Er wunderte sich sowiso warum Direktor Griffith sie als Lehrerin einstellte....denn er galt
durch und durch konservativ.Es konnte nur einen Grund geben.....Direktor Griffith hatte
ebenfalls ein Auge auf Sita!
Vielleicht war ja was an den Gerüchten dran dass Bill Griffith ein notorischer Fremdgänger
war obwohl er mit einer Frau aus dem Adel verheiratet war.

Sita setzte sich elegant hin und betrachtete neugierig das nett eingerichtete Cafe. Gregor
wie immer adrett angezogen zeigte sich ganz Gentleman und überhäufte sie mit
wohldosierten Komplimenten.
Schön dich zu sehen meine Schönheit!“ dabei verbeugte er sich galant vor ihr und lächelte
charmant.
Sita musste unwillkürlich lachen ….dieser Gregor benahm sich wie ein vornehmer
Snob.Seine Haltung war steif und sein Benehmen irgendwie gekünstelt.Aber hier an der
Ostküste schienen die Leute sehr konservativ zu sein..Nun sie wusste sehr wohl,dass sie
hier an dieser Privatschule eine Exotin war .Fast alle ihre Kollegen und sogar Direktor
Mr.Griffith machten ihr deutliche Angebote das sie allerdings dankend ablehnte.
Gregory hatte sie lange nur beobachtet ,dies war sein erster Annähungsversuch.
Als sie wieder zurück zum Camp aufbrachen,legte Gregory ganz beiläufig seinen über ihre
Schulter. Sita fühlte sich plötzlich unbehaglich.
Irgendwas an ihm störte sie.Er behandelte sie....irgendwie..als Besitz!!!
Und seltsamerweise hatte sie während des Treffen mit Gregory immer diese Brandy im
Kopf.Als sie so vertraut auf der Bank saßen und belanglose Sachen plabberten ...ihr
schüchternes Lächeln als sie das erste mal in diesen Hörsaal hereinplatzte....ihr Herz
klopfte plötzlich einen Takt schneller...


                                 6.Kapitel


Am Wochenende fuhren die meisten nach Hause und auch ich saß im Zug und freute
mich auf meine Freunde. Es war eine aufregende Woche gewesen und ich hatte viel zu
erzählen.
Als South Bronx sich ankündigte....wechselte ich nun wieder von der reichen weißen Welt
in die schwarze gefährliche laute Welt.
Es war wie eine Zeitreise...ich trug noch meine Uniform was mir die Begegnung in meiner
eigentlicher Welt nicht gerade leichter machte.
Als ich am Basketballcourt vorbeikam...waren sie alle da ... Sharon und Daisy.
„Hey ...na sowas.....du lässt dich ja bei uns blicken...!!!“
 Daisy begrüßte mich mit einer kurzen Umarmung. Sharon kam ebenfalls her und
betrachtete kühl meine Uniform.
мWow...siehst ja richtig chic aus!“ es klang sehr ironisch und mit einem Schwung Neid.Ich
war verwirrt....irgendwie hatte ich mir das Wiedersehen etwas herzlicher vorgestellt.
мNun was ist ? Kennt ihr mich nicht mehr??“
Für einen Moment herrschte angespanntes Schweigen..dann plötzlich grinste Sharon und
das Eis war gebrochen. Wir drei schnatterten aufgeregt durcheinander und für 2 Tage war
die fremde weiße Welt vergessen.

Als ich wieder im Zug saß,dachte ich nach über die 3 Tage die ich in meiner vertrauten
Welt verbracht habe...
Meine Freundinnen behandelten mich normal und wir hatten viel Spaß fast wie in den
alten Tagen. Nur Mom Becky und Danell waren von meiner neuen Schule wenig
begeistert.
 „Du wirst schon sehen..bald trägst du auch deine kleine Nase spitz nach oben..!!“ lästerte
Becky und Danell pflichtete ihr grinsend bei.
Mom mischte sich im gewohnten negativen Ton ein.
„Pass auf...du wirst dich bald so benehmen wie die reichen weißen Gören .Du wirst deine
schwarzen Wurzeln vergessen und auf uns hier herabschauen!!“
Empört stand ich auf und nahm meine Tasche.
“Du bist doch ständig am meckern Mom!! Nie bist du mit irgendwas zufrieden.An Becky
hast du nie etwas auszusetzen.!!“
мJa geh nur!“ Moms Stimme klang beißend „ Nimm deine Tasche und verschwinde hier!!
Du denkst du bist was besseres nur weil du ein Stipendium bekommen hast.!Aber eines
sag ich dir Brandy..“
sie kam drohend näher und ihre Blicke durchbohrten mich fast vor Wut und Frust.
“....das ganze Lernen ist nutzloses Zeug! Es wäre besser du würdest einen anständigen
Kerl suchen und dich hier im Haushalt nützlich machen.Was bringt dir denn die Schule....“
 sie brach ab und für einen kurzen Moment starrten wir uns schweigend an.
Dann packte sie mich plötzlich grob an der Schulter...“ gar nichts bringt sie dir! Gar nichts!
Deine ganze Bücher ...überhaupt das Lernen ist völlige Zeitverschwendung!!“
Moms Stimme klang schrill ,ihre Blicke hasserfüllt .Ihre ganze Haltung zeigte
unmissverständlich was sie von mir hielt....Verachtung!!
Abrupt riss ich mich los nahm wortlos meine Tasche und an der Tür drehte ich mich noch
einmal um und sah Mom fest ins Gesicht.
„Jedenfalls möchte ich etwas sinnvolles aus meinem Leben machen und nicht so enden
wie du...und...“ein kurzer Blick auf Becky und Danell die sprachlos hinter Mom
standen.“...mit einem lauten Knall die Tür hinter mir zu.

Ja und jetzt saß ich im Zug und kämpfte mit den Tränen.
Wo war nur meine Heimat?
Weder hier noch in der neuen Welt in Vermont fühlte ich mich zuhause.
Wortlos warf ich meine Tasche ins Zimmer und lief zum Park.Doch die Bank war besetzt
und ich wollte gerade umdrehen ...als ich Sita erkannte...!
Ein warmes vertrautes Gefühl durchströmte mich aber ich zögerte ...mein Herz raste und
ich war von einer unerklärlichen Schüchternheit gefangen.
Sie drehte sich um .
“Hey.....komm setz dich her.“
Ein aufmunterndes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
“Dir gefällt dieser Platz nicht wahr?“ ihre sanfte Stimme beruhigte mich etwas und ich
entspannte mich in ihrer Gegenwart.
 мJa „ gab ich zu“....ich liebe diesen Ort hier.Man ist eins mit der Natur..“ich stockte und
plötzlich sah ich wieder die hässliche Szene mit Mom und den Geschwistern vor mir.
мBist du heimgefahren übers Wochenende?“ ihre sanften Augen ruhten auf mich.
Ich nickte ,unfähig auch nur ein Wort herauszubringen. Verzweifelt versuchte ich die
aufkommende Tränen zurückzuhalten.
Hastig lenkte ich auf ein anderes Thema und Sita erzählte von ihrer Heimat.Bald erfuhr ich
das sie aus Kerala in Südindien kam ,indische Musik liebte und ihre Lieblingsspeise Dal
mit Nana (Fladenbrot) war. „Als ich hier anfing „ „sie zwinkerte mir verschwörerisch zu
„...war für mich auch alles neu hier..Ich kannte ja niemanden hier“ und sie erzählte lustige
Anekdoten mit dem unbekannten Land Amerika. .

Später im Bett konnte ich nicht schlafen. Unruhig wälzte ich mich in den Laken.Die
scharfen verletzende Worte von Mom hallten mir durch den Kopf und heiße Tränen
kullerten die Wange hinunter und benetzten das Kopfkissen. Schließlich stand ich auf und
schlich mich aus dem Gebäude direkt zum Park.
Als ich auf der Bank saß schaute ich zum Sternenhimmel empor .Wieder hallten die
Worte die Mom mir ins Gesicht geworfen hatte in mein Ohr
. „Du kannst nichts...Lernen ist Unfug....du wirst es nie zu etwas bringen....du bist wohl
was besseres wie wir...
Bitterlich weinend vergrub ich mein Kopf zwischen den Armen und weinte leise.
Ich bemerkte nicht ,dass sich jemand leise näherte und sich neben mir auf die Bank
setzte. Erschreckt fuhr ich hoch...
„Hey keine Angst ich bins... Sita..“ kam es aus dem Dunkeln und im hellen Vollmondlicht
sah ich sie zuerst nur undeutlich weil sie fast mit der Umgebung verschmolz. Nur ihr roter
Sari glitzerte im Vollmondlicht und ließ sie noch bezaubernder aussehen.
Sachte nahm sie mich in die Arme und ich ließ meine Tränen laufen.
„Was ..hat dich hierher getrieben?“
Sita zeigte lächelnd zum Vollmond. „Diese laue Nacht und der Vollmond erinnert mich an
Kerala.Dort hatten wir jede Nacht tropische Temperaturen und „....sie sah mich an“...ich
spürte heute mittag das du etwas auf dem Herzen hattest. Du sahst so traurig aus.“
Ich hob meinen Kopf und begegnete ihre sanften Augen.Sachte nahm ich ihre
langgliedrige Hand und drückte sie an mich.“Danke....“
„Du brauchst dich nicht zu bedanken.Ich verstehe dich Brandy.Auch ich hab ähnliches
durchgemacht.“
Eine Weile herrschte einvernehmliches Schweigen .
„Warum wird man ständig angegriffen für seine Ziele und Träume?“meine Stimme klang
rauh.“
・Es ist wichtig was DU glaubst und nicht was andere glauben !!Hör auf deine Träume sie
sind der Weg zum Ziel.“
Wieder dieses Lächeln und die schneeweiße Zähne glänzten im Mondlicht.
Erneut trafen sich unsere Blicke....und plötzlich lag eine knisternde Spannung in der
Luft.Und wie in Zeitlupe näherten sich unsere Lippen...und berührten sich.....
Ein ungeheures Glücksgefühl durchströmte mein ganzer Körper....wie ein Stromschlag
fühlte sich dieser hauchzarte Kuss an.
Hastig fuhr ich zurück und der kurze Moment war vorbei ….

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