Subjektive Didaktik

Document Sample
Subjektive Didaktik Powered By Docstoc
					                               Subjektive Didaktik
Konzeption:
    Kösel (1993)

Grundlegende Prinzipien:
    Subjektivität
    Konstruktivismus
    Systemisches Denken

Modell:
   Ausbalancierung von Ich-, Wir- und Sachkomponente wird angestrebt, diese drei
      Komponenten bilden mit ihrem Zusammenhang (horizontale Zirkularität) sowie den
      Aspekten des Prozeß-Charakters und der Rekursivität (vertikale Zirkularität) eine
      „didaktische Spirale“ (Entwicklung didaktischen Handelns in Spiral-Form)
   Themenzentrierte Interaktion hat in diesem Konzept eine tragende Rolle
   Alle Beteiligten haben Vortheorien (subjektive Distanzen) zu den unterrichtlichen
      Themen. Die Aneignung von Erfahrung verläuft strukturdeterminiert und
      selbstreferentiell, d.h. neu erworbene Erfahrung wird immer auf Basis der bereits
      vorhandenen Erfahrungen überprüft
   Kösel zog zur Entwicklung dieses Modells auch verschiedene andere Modelle heran
      (integrierte Persönlichkeitstheorie, Transaktionsanalyse, Neurolinguistisches
      Programmieren, Gestaltpädagogik, Interaktionspädagogik)
   „Kösel versteht das Modell nicht als eine einheits-, sondern als eine >Finde-Theorie<
      im Sinne eines heuristischen Charakters“
   Aufgrund des konstruktivistischen Ausgangspunktes dieses Ansatzes, der die
      Subjektivität von Lernprozessen betont, ist es in diesem Ansatz nicht möglich
      Lernprozesse genau zu planen. Vielmehr bedarf es vielfältiger Entwürfe auf Seiten des
      Lehrers (sogennante „Morpheme“, Energieeinheiten, bzw. Planungsgebilde bestehend
      aus Zielen, Methoden und Medien)
   Morpheme sollen Lernentwicklung der Individuen und der Gruppe (Ich- bzw. Wir-
      Chreoden) beeinflussen. Chreoden sind Entwicklungslinien, die rekursiv in der
      Interaktion zwischen Lernenden, Morphemen und Lehrenden entstehen.
   Morpheme und Chreoden interagieren wechselseitig, die Planung orientiert sich also
      am Lernprozess, die Planung beeinflusst gleichzeitig aber auch den weiterlaufenden
      Lernprozess.
   Kontrolle und Bewertung sollten mehrdimensional gestaltet werden, Kösel schlägt
      zeitlich begrenzte Leistungs- und Bewertungsverträge vor.


Rolle von Lernenden und Lehrenden:
    Lehrer agieren als sachkompetente, beratende Begleiter
    Selbstregulation mit der Tendenz zur Selbstverwirklichung wird in diesem Modell
       vorausgesetzt
    Regelmäßige Selbstreflexion hat drei Funktionen a) Abbau wechselseitiger
       Übertragungen, Widerstände und Ängste zwischen Lehrern und Schülern, b) das
       Bewusstmachen eigener Realitätstheorien bezüglich der eigenen Person sowie
       bezüglich anderen und Dingen, c)das bewusste Kennenlernen der eigenen
       Lernstrukturen
Passung für die Pädagogik bei Verhaltensstörungen:
    Unterricht orientiert am Einzelnen und an der Gruppe. Biographien und Vortheorien
      finden bereits in den Morphemen Berücksichtigung, der Unterrichtsablauf folgt dem
      Lernprozess --> Über- und Unterforderung als Quelle von Störungen können so
      vermieden werden. Außerdem werden im Lernprozess auftretende Störungen
      aufgegriffen und bearbeitet.
    Regeln und Sanktionen werden in der stets in der Lerngruppe vereinbart --> Sie sollen
      als sinnvoll und notwendig erkannt werden
    Kritische Auseinandersetzung des Pädagogen mit den eigenen und gesellschaftlichen
      Normen, so sollen Zuschreibungen (bspw. „Verhaltensgestört“) verhindert werden
    Störungen aufgrund der systemtheoretischen Sicht = notwendige Anpassung des
      Individuums an das Milieu und die Situation und müssen als solche bei der Planung
      berücksichtigt werden

Kritik:

   Negativ:
       Abstrakter Charakter der Darstellungen  Übertragung in die Praxis schwer
          möglich
       Neue Begriffe werden eingeführt (unnötig!)

   Positiv:
       Lehrende als Begleiter
       Schüler sollen selbständig lernen
       Gemeinsame Vereinbarungen und Regeln --> soll somit zur besseren Akzeptanz
           bei den Schülern führen
       Selbstreflexion (regelmäßig)
       Schüler können Unterricht mitplanen

Literatur:
     Stein, R./Faas, A.: Unterricht bei Verhaltensstörung: ein integratives Modell. Neuwied
        1999
     Kösel, E.: Die Modellierung von Lernwelten. Ein Handbuch zur Subjektiven Didaktik.
        Elztal-Dallau 1993.

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:18
posted:5/27/2012
language:German
pages:2