allgemeine Zielsetzungen und Merkmale des sportlichen Trainings by 1Vs4Xt

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									Grundwissen:
- Adaptation: funktionelle bzw. organische Anpassung des Organismus an innere und/oder
äußere Anforderungen – Je Jünger desto besser
- Adaptabilität: Individuell unterschiedliche Reizverarbeitung bei quantitativ und qualitativ

Trainierbarkeit)
- Umwelt überschneidet sich je nach Trainingszustand mehr oder weniger mit den
genetischen Anlagen (Genotypus), daraus entsteht der Phänotypus (vgl. Abb. 5, S.15)

Biologische Adaptation an einen exogenen (Trainings-)Reiz: (Schema)
    1. Homöostase (= Stoffwechselgleichgewicht)
    2. Störung der Homöostase durch einen Trainingsreiz (verbunden mit einer
       vorübergehenden Leistungseinbuße)
    3. Erholungsphase
    4. Gegenregulation mit
       - Erweiterung der Funktionsamplitude
       - Formierung neuer Strukturen
       - Steigerung der Leistungsfähigkeit
       - Homöostase auf höherem Niveau
    5. Reversibilität (Umkehrbarkeit) der Anpassungsprozesse bei Übungsdefiziten (vgl. Abb.
       6, S.16)

Handelt es sich bei der Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit um Adaptationen im
Bereich des Energiestoffwechsels, so spricht man von Superkompensation.

Reizstufen- und Funktionszustandsregel:
    - unterschwellige Reize  keine Wirkung
    - schwach überschwellige Reize  funktionserhaltend
    - stark überschwellige Reize  optimale Anpassungserscheinungen, Verb. d. LN
    - zu starke Reize  funktionsschädigend

Je höher der Funktions- bzw. Trainingszustand eines Organs ist, desto größer/umfassender
müssen die Reize zur Erhaltung bzw. Steigerung des Funktionszustandes sein!

Leistungsbereiche (vgl. Abb. 8, S.18)
0 - 15%       Automatisierte Leistungen
15 - 35%      Physiologische Leistungsbereitschaft
35 - 65%      Gewöhnliche Einsatzreserven
    MOBILISATIONSSCHWELLE
65 - 100%     Autonom geschützte Reserven

Arten der Anpassung:

   -   funktionelle/morphologische Anpassung: Energieeffizienteres Arbeiten des Körpers;
       Strukturelle Veränderungen (Muskelmassenzunahme, Knochendickenzunahme etc.)
   -   biopositive/bionegative Anpassung: optimale/suboptimale Anpassungserscheinungen
       (Formierung neuer Trägerstrukturen/ Strukturschädigung durch zu starke Reize)
   -   schnelle/langsame Anpassung: schnelle Anpassung beim aktiven Bewegungsapparat
       (Muskulatur); langsame beim Passiven (Knochen, Knorpel)
   -   spezifische/ unspezifische Anpassung: direkt belasteter Bereich/ nicht direkt
       belasteter Bereich passt sich an
   -   spezielle/allgemeine Anpassung: Sportartbetreffende Anpassung/ z.B. Grundlagen-
       ausdauerverbesserung bei den meisten Sportarten
   -   Adaptation/Deadaptation/ Readaptation: Anpassung/Anpassungsverlust/neuerliche
       Anpassung

Faktoren, welche die Adaptation beeinflussen: (vgl. Abb. 9; S.21)
Art der Belastung, Adaptabilität, Trainingszustand, Alter, Geschlecht, Erholungsfördernde
Maßnahmen, Leistungsadäquate Ernährung, Trainingsmethoden, -inhalte, -mittel, Belastetes
System, Soziale , Psychologische Begleitfaktoren, Biorhythmische Faktoren, Klimatische
Faktoren, Jahreszeit

Endogene Faktoren:
   - Alter
   - Geschlecht
   - Trainingszustand

Exogene Faktoren:
   - Qualität und Quantität der Belastung
   - Ernährung


2. Trainingsziele, -inhalte, -methoden, -mittel, und Belastungskomponenten

Ein erfolgreiches Training ist nur dann mögl., wenn klar abgesteckte Zielsetzungen mit Hilfe
entsprechender Trainingsmethoden, -inhalte und –mittel unter Berücksichtigung der
Belastungskomponenten angesteuert werden.

Training: Sportliches Training ist als komplexer Handlungsprozess mit dem Ziel der
planmäßigen und sachorientierten Einwirkung auf den sportlichen Leistungszustand und der
Fähigkeit zur bestmöglichen Leistungspräsentation in Bewährungssituationen zu definieren.

Trainierbarkeit: Grad der Anpassung an Trainingsbelastungen; dynamische Größe, daher
abhängig von endogenen und exogenen Faktoren.

Die sportliche Leistungsfähigkeit ist aufgrund ihrer multifaktoriellen Zusammensetzung nur
komplex zu trainieren. Allein die harmonische Entwicklung aller leistungsbestimmenden
Faktoren ermöglicht das Erreichen der individuellen Höchstleistung.

Trainingsziele: Psychomotorische: konditionell: Kraft + Ausdauer; koordinativ: Techniken;
kognitive: Kenntnisse im taktischen und technischen Bereich; affektive: Willensstärke,
Selbstüberwindung, Selbstbeherrschung, Durchsetzungsvermögen

Trainigsinhalte: allgemein entwickelnde Übungen  Schaffung einer breiten Basis für die
später zunehmende Spezialisierung; Spezialübungen  bauen auf die vorhergehenden auf,
vervollkommnen in spezifischer Form Teilkomponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit;
Wettkampfübungen  verbessern in komplexer, streng sportartbezogener Form die
Gesamtheit der Leistungskomponenten

Trainingsmethoden: (Beispiel Ausdauer) Dauermethode, Intervallmethode,
Wiederholungsmethode, Wettkampfmethode

Trainingsmittel: Art der Geräte, Art der Information, Art der Organisation
                                       (vgl. Abb. 10; S.25)

Sportliche Leistungsfähigkeit und Belastungskomponenten (vgl. Abb. 11; S. 27)
Zur Trainingsbelastung zählen:

   -   Reizintensität: Stärke des einzelnen Reizes
   -   Reizdichte: zeitl. Verhältnis von Belsatungs- und Erholungsphasen
   -   Reizhäufigkeit: Anzahl der Trainingseinheiten pro Tag/Woche
   -   Reizumfang: Gesamtdauer/zahl der Reize pro Trainingseinheit
   -   Reizdauer: Einwirkungsdauer eines einzelnen Reizes
   -   Reizkomplexität: Komplexität des jew. Reizes

3. Prinzipien des sportlichen Trainings
Prinzipien der Belastung
     Des trainingswirksamen Reizes: Reiz muss eine bestimmte Schwelle überschreiten 
        Leistungszuwachs; Höhe des Reizes auch abhängig vom Trainingszustand
     Der individualisierten Belastung: für einen Unterforderung, für den anderen
        Überforderung bei objektiv gleichem Reiz
     Der ansteigenden Belastung: Belastung  Anpassung  Leistungssteigerung;
        Steigerung der Anforderungen an die unterschiedlichen Trainingsziele
     Der richtigen Belastungsfolge: zuerst Übungen, die einen erholten psychophysischen
        Zustand und nachfolgend vollständige Erholungspausen erfordern
     Der variierenden Belastung: bestimmtes Leistungsniveau  Stagnation mit gleiche
        Übungen  Variation z.B. von isometrischen zu positiv dynamischen Krafttraining,
        aber auch Wechsel von Trainingsinhalten
        WICHTIG: Variierende Belastung auch schon im Kindertraining von Anfang an
     Der wechselnden Belastung: Krafttraining – Eiweißstoffwechsel, Ausdauertraining –
        Kohlehydratstoffwechsel, Techniktraining – neuronales Training  ein Mehr an
        Intensität und Umfang, weil immer frische Systeme beansprucht werden
        Unterschiedliche Regenerationszeiten biologischer Teilsysteme
    Der optimalen Relation von Belastung und Erholung: Superkompensation!
    Der kontinuierlichen Belastung: regelmäßiges Training

Prinzipien der Zyklisierung
     Prinzip der periodisierten Belastung: Vorbereitungs-, Wettkampf- und
        Übergangsperiode

Prinzipien der Spezialisierung
     Prinzip der Altersgemäßheit: Die Altersstufe ist das Maß aller Dinge; jede Altersstufe
        hat ihre spezifische Belastbarkeit und Trainierbarkeit; im Jugendalter soll das Training
        nach dem biologischen und nicht nach dem kalendarischen Alter ausgerichtet sein

Prinzipien der Proportionalisierung
     Das allgemeine hat stets dem Speziellen vorauszugehen; ABER das Allgemeine wird
        immer in Hinblick auf das Spezielle ausgewählt  Krafttraining: zuerst alle großen
        Muskelgruppen gleich kräftigen  leistungsspezifische Muskulatur speziell schulen

4. Trainingsplanung und -steuerung des langfristigen Trainingsprozesses

Unter Trainingsplanung ist ein auf das Erreichen eines Trainingsziels ausgerichtetes, den
individuellen Leistungszustand berücksichtigendes Verfahren der vorausschauenden,
systematischen Strukturierung des (langfristigen) Trainingsprozesses zu verstehen.

Trainingspläne stellen eine verbindliche Arbeitsrichtlinie zur Steuerung des Trainings für
einen Sportler dar.
                                    (vgl. Abb. 14; S.37)!!!

Sportliche Höchstleistungen können nur dann erreicht werden, wenn die dafür benötigten
Grundlagen bereits im Kindes- und Jugendalter gelegt werden. Dies setzt eine langfristige
und systematische Planung des Trainingsprozesses voraus.

Gliederung des langfristigen Trainingsprozesses:
Hochleistungstraining (vgl. Abb. 15; S.39)

Basistraining:
Bewegungsschatzes, Heranführen an regelmäßiges „Trainieren“ (koordinativ orientiert!)
Grundlagentraining: vielseitige, aber bereits sportartgerichtete Grundausbildung, Aneignung
einer breiten motorischen Basis, Basistechniken werden perfektioniert
Aufbautraining: Ausbau der Grundlagen, zunehmende Spezifierung, Schaffung der Vorr. Für
den Übergang zum Hochleistungstraining, Erhöhung des Leistungsanspruchs
Anschlusstraining: Zeitraum ca. 2 – 4 Jahre, Minimierung der Differenzen zum
Hochleistungstraining der Erwachsenen, weitere deutliche Steigerung der
(wettkampfspezifischer) Belastung; erste Erfahrung mit speziellen, bisher nicht verwendeten
Trainingsmethoden (Höhentraining etc.)
Hochleistungstraining: Heranführen an die individuelle Höchstleistung, Perfektionierung,
Stabilisierung, variable Verfügbarmachung der sportl. Technik

Training und Periodisierung
Gliederung des Jahreszyklus:
    - Vorbereitungsperiode: Entwicklung der sportlichen Form
    - Wettkampfperiode: Leistungspräsentierung
    - Übergangsperiode: aktive Erholung und Regeneration des Sportlers

Einteilung in Monats- und Wochenzyklen:
    - Makrozyklen: ~ mehrere Wochen
    - Mikrozyklen: ~ mehrere Tage
                                            (vgl. Bsp. S. 44)
Um die Wirksamkeit zu überprüfen müssen einzelne Trainingseinheiten nachbereitet und
ausgewertet werden!

Trainingssteuerung

Die Trainingssteuerung bezeichnet zusammenfassend die gezielte Abstimmung aller
Maßnahmen der Trainingsplanung, des Trainingsvollzugs, der Wettkampf- und
Trainingskontrollen und der Trainings- und Wettkampfauswertung zur Veränderung der
sportlichen Leistungszustandes.
(vgl. Abb. 16; S 45!!!)

Leistungsdiagnostik
Die Leistungsdiagnostik beinhaltet das Erkennen und Benennen des individuellen Niveaus
der leistungsbestimmenden Komponenten oder eines komplexen sportlichen
Leistungszustandes, durch das Erheben von Testwerten.
(vgl. Abb. 17; S 47!!!)

								
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