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									 CONFERENCE ON JEWISH MATERIAL CLAIMS AGAINST GERMANY INC.
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PRESSEMITTEILUNG


Claims Conference und Bundesregierung verhandeln Zweitantrag für NS-Opfer
Jetzt neue Antragstellung im Hardship Fund möglich

19. März 2009 – NS-Verfolgte, die in der Vergangenheit im Hardship Fund der Claims
Conference abgelehnt worden waren, können jetzt bei geänderter Ausgangslage einen
Zweitantrag stellen. Die seit langem von der Claims Conference vorgetragene Forderung nach
Zulassung von Zweitanträgen wurde bei den jährlichen Verhandlungen mit der
Bundesregierung am heutigen Donnerstag vereinbart.

Die Entscheidung der Bundesregierung betrifft mehrere zehntausend Antragsteller in aller
Welt, vor allem aber in Israel, Nordamerika und Deutschland. „Wir sind auf den Eingang der
Anträge und deren zügige Bearbeitung bestens vorbereitet“, erklärte Georg Heuberger, der
Repräsentant der Claims Conference in Deutschland. „Die Zahlungen werden zahlreiche
bedürftige Überlebende erreichen und stellen eine Anerkennung ihres Leids dar“, so
Heuberger weiter.


Verstirbt das NS-Opfer nach dem 19. März 2009, so können der überlebende Ehepartner oder,
falls dieser verstorben ist, die Kinder bis zum 31. Dezember 2010 einen Zweitantrag stellen.
Personen, die bereits eine Zahlung aus den Hardship Fund erhalten haben, können keine
weitere Zahlung in diesem Fonds erhalten. Die Kriterien und weitere Informationen zum
Hardship Fund finden Sie unter http://www.claimscon.de

Bisher galt, wer im Hardship Fund abgelehnt worden war, konnte auch bei geänderter
Ausgangslage hinsichtlich Alter und Gesundheitszustand oder bei Vorlage neuer historischer
Nachweise keinen Zweitantrag stellen.

„Tausende jüdischer NS-Verfolgter aus der ehemaligen Sowjetunion, die während des
Zweiten Weltkrieges unsagbar gelitten haben, leben jetzt in Armut“ sagt Botschafter Stuart
Eizenstat, der die Verhandlungsdelegation der Claims Conference leitet. „Wir hoffen, dass die
Chance, eine Einmalzahlung erhalten zu können, ihren Lebensabend erleichtern wird.“

Im Hardship Fund können NS-Verfolgte, die die Kriterien des Fonds erfüllen, eine
Einmalzahlung in Höhe von 2.556 Euro erhalten. Der Hardship Fund wurde 1980
eingerichtet, um jüdischen NS-Opfern, die nach Ablauf der Fristen des
Bundesentschädigungsgesetzes aus Osteuropa zugewandert waren, wenigstens eine
Einmalzahlung zu ermöglichen. Die Regelung gilt nicht für NS-Opfer, die ihren Wohnsitz in
einem Land des ehemaligen Ostblocks haben.

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch begrüßte die
Vereinbarung: „Ich begrüße es außerordentlich, dass mit der Zulassung eines Zweitantrags im
Hardship Fund der Claims Conference eine langjährige Gerechtigkeitslücke geschlossen
werden kann. Tausende jüdische NS-Opfer aus Osteuropa, die heute vornehmlich in Israel
und Nordamerika, aber auch in Deutschland leben, sind davon betroffen. Das ist als großer
Verhandlungserfolg der Claims Conference zu bewerten. Dass dies gerade in Zeiten der
globalen Finanzkrise möglich wird, ist besonders bemerkenswert.“

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) ist der
1951 gegründete Dachverband 24 internationaler jüdischer Organisationen. Sie vertritt die
Interessen der jüdischen Gemeinschaft bei Verhandlungen zur Entschädigung von NS-Opfern
und deren Erben. Im Auftrag der Bundesregierung verwaltet die Claims Conference
verschiedene Härtefonds und ist Rechtsnachfolgerin für erbenloses und nicht beanspruchtes
jüdisches Vermögen in den neuen Bundesländern. Mit den Verkaufserlösen aus erbenlosem
Vermögen fördert sie weltweit eine Fülle von Sozialprogrammen für Überlebende des
Holocaust sowie Programme, die der Erinnerung an die Schoah und deren Erforschung gelten.

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