Bevor sie ihn jedoch ins Schloss stecken konnte

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Bevor sie ihn jedoch ins Schloss stecken konnte Powered By Docstoc
					                    Mitmachgeschichten
Auf den folgenden Seiten findet ihr einige Mitmachgeschichten. Bei diesen Erzählungen müssen
die Zuhörer nicht nur still dasitzen, sondern können selbst mitmachen und die Handlung erleben.
Bei einigen Texten reagiert man auf bestimmte Wörter, bei anderen macht man bestimmte
Aktionen nach.
Pferderennen
Alle Kinder knien im Kreis eng aneinander.
Einzelne Elemente vom Pferderennen erst üben:
     Pferdegalopp( auf die Schenkel klopfen)
     Linkskurve
     Rechtskurve
     Graben
     Wassergraben
     Tribüne Männer: hohoho mit der Faust in der Luft
     Tribüne Frauen: huihui Hand vor den Mund
     Kinder : ole welle
     Fotografen: klickklick klick wie mit Fotoapparat.
Dann geht das Pferderennen los.




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Knirps auf Abwegen
Das wird für die Aktiv Geschichte benötigt:
    Lange Grashalme
    Löwenzahnblätter oder Bild
    Ggf. Löwenzahnblüte oder Bild
    Ggf. Pusteblume oder Bild
    Blatt
    Blüte
    Tüte, um die Dinge zunächst zu verstecken

An einem sonnigen Frühlingstag durfte eine kleine Rasenameise zum ersten Mal das Erdnest
verlassen, in dem sie lebte. Sie war nun alt genug, um mitzuhelfen, Futter für ihr Volk zu sammeln.
Knirps, so hieß die kleine Ameise, war darauf sehr stolz. Sie wusste, die Futtersammlerinnen
wurden von allen sehr geschätzt. Außerdem macht es bestimmt viel mehr Spaß, draußen
herumzulaufen, als ständig das Nest zu putzen, überlegte sie. Sie konnte es daher kaum
erwarten, bis es losging. Ungeduldig trat sie von einem Fuß auf den anderen. Endlich war die
Gruppe vollzählig.
"Bleibt alle dicht zusammen", verlangte die Anführerin. "Das gilt besonders für dich, Knirps. Denk
daran, für eine einzelne Ameise ist es draußen sehr gefährlich." Knirps nickte. Na klar, das wusste
sie doch schon.
Dann ging es los. In einer Reihe marschierten die braunen Ameisen aus ihrem Erdnest hinaus auf
die Wiese. Knirps blickte staunend um sich. Sie liefen durch einen Wald aus grünen Halmen.
Diese waren viel höher als sie selbst. Was ist das wohl, grübelte Knirps. Weißt du es → Raten
lassen, dann einige lange Grashalme zeigen.
"Das ist doch nur Gras", erklärte ihr eine Ameise gelangweilt. "Jetzt lauf weiter!" Doch das war
einfacher gesagt, als getan. Ein großer Stein lag auf der Ameisenstraße. Knirps kam er so hoch
wie ein Berg vor. Ächzend und stöhnend krabbelte sie über ihn hinweg. Die Anführerin blickte
Knirps freundlich an. "Gut gemacht", lobte sie. Die kleine Ameise strahlte vor Freude und lief
glücklich weiter.
Bald hatten sie ihr Ziel erreicht. "Ausschwärmen und Futter suchen!", befahl die älteste Ameise.
"Nur Knirps bleibt bei mir." Wie langweilig, ärgerte sich die kleine Ameise. Sie wollte unbedingt
allein auf Entdeckungsreise gehen. Daher passte sie einen Moment ab, in dem die Anführerin sie
nicht im Blick hatte, drängte sich zwischen einigen Gräsern hindurch und machte sich davon.
Geschafft, freute sie sich. Mal gucken, was es hier Spannendes zu entdecken gibt. Bald fiel ihr
eine Pflanze auf. Sie hatte längliche Blätter, die an den Rändern ausgezackt waren. → Ein oder
mehrere Löwenzahnblätter zeigen. Kennst du diese Pflanze? Ihre Blüten sind leuchtend gelb.
Knirps legte den Kopf in den Nacken, um die hohen Löwenzahn-Blüten anzusehen. Dabei
bemerkte sie an manchen Stängeln dicke, weiße Kugeln. Klasse, dachte Knirps. Das ist bestimmt
leckere Zuckerwatte. Die hole ich mir. Und schon kletterte sie an einem Stängel nach oben. Das
war gar nicht so einfach. Die Pflanze bewegte sich im Wind, und die kleine Ameise musste sich
gut festhalten, um nicht herunterzufallen. Als sie oben angekommen war, biss sie hungrig in die
Kugel hinein. Doch sofort verzog sie das Gesicht und spuckte das weiße Zeug wieder aus. Igitt,
das schmeckt ja scheußlich, meckerte sie. Was ist das bloß? Kannst du es Knirps erklären? →
Raten lassen, dann möglichst eine Pusteblume zeigen. (Oder ein Bild, z.B. die entsprechende
Memory-Karte einsetzen.)
Nee, so was esse ich nicht, beschloss Knirps. Sie wollte gerade wieder herunterklettern, als ein
kräftiger Windstoß die Pusteblume traf. Erschrocken hielt sich Knirps fest. Doch schon spürte sie,
wie sich die einzelnen Fäden lösten. Sie flogen davon ? auch der Faden, an dem Knirps hing.
Verzweifelt klammerte sich die kleine Ameise fest. Weit unter sich sah sie die Wiese und einen
kurzen Moment lang auch die erwachsenen Ameisen, die nach ihr suchten. Wie gerne wäre sie
jetzt bei ihnen gewesen. Doch sie flog und flog, es kam ihr endlos lange vor, bis der Faden
wieder zu Boden sank. Zum Glück landete sie auf weichem Gras und tat sich nicht weh. Doch als
sie merkte, dass sie quer über die Wiese bis zum Waldrand geflogen war, brach sie in Tränen aus.
Ich werde nie wieder zurückfinden, heulte Knirps. "Na, na", hörte sie da eine leise Stimme flüstern.
Knirps hob den Kopf. Vor ihr saß ein kleines Tier auf einem Blatt. Es trug ein Haus auf dem Rücken.
"Wer bist du denn?", fragte Knirps. Was meinst du, welches Tier sitzt dort? "Ich bin eine Schnecke",
erklärte das Tier. "Ich wollte gerade etwas essen, als du vom Himmel fielst." Sofort erinnerte sich
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Knirps wieder an ihr Unglück, und dicke Tränen liefen über ihr Gesicht. "Ich werde meine Familie
niemals wieder sehen", schluchzte sie. "Ach Quatsch", tröstete die Schnecke. "Du hast doch
Beine und kannst zurücklaufen." "Das stimmt", gab die kleine Ameise zu. "Kommst du mit? Allein
fürchte ich mich." "Das geht nicht", bedauerte die Schnecke. "Ich kann nur langsam kriechen
und würde dich aufhalten. Außerdem habe ich großen Hunger." Sie kroch ein kleines Stück zur
Seite und begann zu fressen. Was essen Schnecken eigentlich? → Raten lassen, dann ein Blatt
hervorholen. Die Schnecke winkte Knirps zum Abschied zu, dann knabberte sie weiter an ihrem
Blatt. Knirps machte sich auf den Weg. Ihr Herz klopfte vor Angst, denn sie erinnerte sich an die
Warnung der Anführerin. Doch nichts passierte. Sie kam gut voran, und bald fürchtete sie sich
nicht mehr. Ha, dachte sie. Die älteren Ameisen erzählen ständig, es wäre gefährlich, alleine zu
gehen. Dabei ist hier überhaupt nichts los. Sicher wollten sie mir nur Angst machen, damit ich
brav bei der Gruppe bleibe. Sie war sich so sicher, dass ihr nichts geschehen könnte, dass sie
unvorsichtig wurde. Jetzt achtete sie nicht mehr darauf, wohin sie lief, sondern rannte einfach
drauflos. Daher sah sie viel zu spät ein dünnes, silbernes Geflecht quer über dem Weg
schimmern. Eine Spinne hatte es gebaut. Was war das wohl? Entsetzt starrte die kleine Ameise
das Spinnennetz an. Dann stolperte sie über eine Tannennadel und verlor das Gleichgewicht. Sie
fuchtelte wild mit den Armen. Trotzdem fiel sie direkt auf die klebrigen Fäden zu. Jeden
Augenblick würde sie darin gefangen sein.Im letzten Moment griff jemand nach ihrem Arm und
riss sie zur Seite. Knirps taumelte, und fiel vor dem klebrigen Netz auf den sicheren Boden. Als sie
erleichtert aufsah, stand ein Tier neben ihr, das fast so aussah wie sie selbst. Aber es war nicht
braun wie sie, sondern hatte einen roten Körper. Was kann das für ein Tier sein? Solch eine
Ameise hatte Knirps noch nie gesehen. Sie erschrak so sehr, dass sie aufsprang und beinahe
doch noch ins Spinnennetz gefallen wäre. Zum Glück hielt sie das andere Tier fest."Was hast du
denn?", fragte es. "Hast du noch nie eine rote Waldameise gesehen? Ich heiße übrigens Trixi."
Knirps schüttelte den Kopf. "Bist du wirklich eine richtige Ameise?", zweifelte sie. "Du siehst so
anders aus." "Ameisen gibt es in vielen Farben", wusste ihre Retterin. "Braune Rasenameisen wie
dich, rote Waldameisen wie mich und auch schwarze oder gelbe."
"Erstaunlich", murmelte Knirps. Trotzdem war ihr die rote Ameise nicht geheuer."Wohin wolltest du
denn so eilig?", fragte Trixi. Knirps berichtete ihr Missgeschick. Zu ihrem Ärger hielt sich Trixi den
Bauch vor Lachen. "Hihi", prustete sie. "Ein fliegendes Ameisenmädchen!" Knirps schmollte, weil
Trixi über ihr Unglück lachte. Doch ihr Gekicher war so ansteckend, dass Knirps nicht anders
konnte, als mitzulachen. Trixi streckte Halt suchend die Arme nach Knirps aus, und bald hielten
sie die beiden unterschiedlichen Ameisen fest umschlungen. Als sie sich wieder beruhigt hatten,
waren sie Freundinnen geworden. Im Wald wurde es allmählich dämmrig. Knirps würde sich
beeilen müssen, um vor der Dunkelheit am Erdnest zu sein. Trixi wollte ihre neue Freundin
begleiten, und so marschierten sie gemeinsam weiter. Nach Ameisenart trabte Knirps hinter Trixi
her. "Eins, zwei, eins, zwei", murmelte sie, um nicht aus dem Tritt zu kommen. Als die Waldameise
plötzlich stoppte, wäre Knirps beinahe mit ihr zusammengestoßen. Neugierig blickte sie ihr über
die Schulter - und hielt erschreckt den Atem an. Vor ihnen lag eine riesige Pfütze. Dahinter
konnte Knirps die Wiese und ihr Nest erkennen. Doch wie sollte sie diese Pfütze überqueren, die
ihr wie ein Meer vorkam? Verzweifelt ließ Knirps den Kopf hängen. Inzwischen hatte sich Trixi
bereits umgesehen und hatte einen Einfall. Ungeduldig winkte sie Knirps zu sich. "So wird es
gehen", behauptete sie. "Das wird dein Rettungsboot." "Was hast du vor?", fragte Knirps
misstrauisch. → Eine Blüte zeigen und gemeinsam überlegen, was Trixi vorhat. "Ganz einfach",
erklärte Trixi. Du krabbelst auf die Blüte, ich gebe dir einen Schubs, und schon schwimmst du
über das Wasser." "Einfach nennst du das?", nörgelte Knirps. "Wenn ich nun kentere?" Trixi zuckte
die Schultern. "Du musst dich eben festhalten", meinte sie. "Oder hast du eine bessere Idee?"
Knirps seufzte. Etwas anderes fiel ihr leider auch nicht ein. Sie würde es versuchen müssen.Traurig
umarmte sie Trixi zum Abschied. "Sehe ich dich wieder?", fragte sie. "Wenn du willst", nickte Trixi.
"Mein Ameisenhügel ist ganz in der Nähe. Du kannst mich gern besuchen." Die Waldameise
grinste verschmitzt. "Aber vielleicht wartest du lieber, bis die Pfütze getrocknet ist. Dann kannst du
zu Fuß kommen und brauchst weder zu fliegen, noch zu schwimmen." Knirps lachte. "Ich überleg
mir, ob ich solange warte", versprach sie. "Obwohl, auf diese Art zu reisen, ist viel aufregender."
Gemeinsam schoben sie die Blüte ins Wasser, und Knirps kletterte mutig hinauf. Trixi gab dem
Ameisenboot einen festen Stoß. Es trieb bis in die Mitte der Pfütze, bevor es langsamer wurde.
"Du musst paddeln", rief Trixi ihrer Freundin vom Ufer zu. Zögernd streckte die kleine Ameise die
Hände ins Wasser. Bald hatte sie den Bogen raus, und sie kam sicher am anderen Ufer an. Bis zu
ihrem Erdhügel war es jetzt nicht mehr weit. Als sie dort ankam, ging gerade die Sonne unter.
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Die anderen Ameisen hatten sich große Sorgen um Knirps gemacht und waren froh, dass sie
wieder zurück war. "Wo hast du gesteckt?", wollte die Anführerin wissen. "Wir haben die ganze
Wiese nach dir abgesucht." "Das ist eine lange Geschichte", schmunzelte Knirps und begann zu
erzählen.




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Die Feenprinzessin
Das wird für die Aktivgeschichte benötigt:
    eine kleine Glocke oder ähnliches
    einen Spielstein oder Bauklotz
    eine Schale mit Honig
    ein Schlüssel
    eine Handvoll Steine
    ein Blatt
    Bastelvorlage für eine Krone

Sanft wie eine Feder landete die kleine Fee Glöckchen auf dem Fensterbrett. Aus ihrer Tasche
holte sie etwas glitzernden Feenstaub, den sie durch das geöffnete Fenster in Lenas
Kinderzimmer blies. Dann wartete sie gespannt. Würde der Zauber des Verstehens wirken? "Ich
brauche dringend deine Hilfe", versuchte sie es. Lena war damit beschäftigt einen Turm zu
bauen. Als sie die Feenstimme hörte, wollte sie gerade den letzten Spielstein auf die Spitze legen.
Überrascht ließ sie die Hand sinken. Wenn du die Augen schließt, kannst du die Feenstimme
vielleicht auch hören. → Mit einem Glöckchen leise klingeln.
Erst hörte Lena nur ein leises Klingeln, doch dann tat der Feenstaub seine Wirkung, und sie
konnte die Fee verstehen. "Bitte rette die Feenprinzessin", Glöckchen sah das Mädchen ganz
verzweifelt an. "Sie wird von Kobolden gefangen gehalten, die alle Feen aus dem Zauberreich
vertreiben wollen." "Und wie soll ich das machen?", wollte Lena wissen. "Du musst den Schlüssel
finden und die Tür öffnen, hinter der sie gefangen ist." Lena überlegte kurz, dann nickte sie.
Erleichtert atmete Glöckchen auf und reichte dem Mädchen die Hand. Lena steckte schnell
noch etwas in ihren Rucksack. → Einen farbigen Spielstein oder Bauklotz zeigen.
Schon flogen sie gemeinsam zum Zauberreich. "Weiter kann ich dich nicht begleiten", bedauerte
Glöckchen. "Pass gut auf, damit dich die Kobolde nicht entdecken."Lena machte sich auf den
Weg. "Hm", dachte sie. "So viel anders als in einem normalen Wald sieht es hier gar nicht aus.
Allerdings ist alles bunter, und die Blumen und Pilze sind viel größer." Eine große, pummelige
Biene krabbelte über eine Blüte und steckte den Kopf tief hinein. Warum macht die Biene das?
Weißt du es? Lena beugte sich vor, um das Tier besser sehen zu können. "Lecker", hörte sie die
Biene Honigmäulchen seufzen. "Aber die Glockenblume da vorne hat bestimmt noch süßeren
Nektar." Sie flog zur nächsten Blüte weiter und versuchte sich daran festzuhalten. Die Blume
hatte jedoch nur einen dünnen Stängel, und dieser bog sich unter ihrem Gewicht durch. Aber
Honigmäulchen war viel zu dickköpfig, um loszulassen. Und so kam es, wie es kommen musste.
Beim nächsten kleinen Windstoß schüttelte sich die Glockenblume leicht. Die Biene konnte sich
nicht mehr halten und begann hinunter zu rutschen. "Oh weh, oh weh", klagte sie, aber loslassen
und davonfliegen wollte sie auf keinen Fall. Sie rutschte und rutschte - bis sie auf dem Boden in
einer Pfütze landete. Heftig schlug sie mit ihren dünnen Flügeln, um nicht unterzugehen, da
streckte Lena die Hand aus und hob sie vorsichtig heraus. "Danke", brummte die Biene und
begann das Wasser von ihren Fühlern zu putzen. "Aber das wäre nicht nötig gewesen, ich wollte
nur ein Bad nehmen." "Ach so", meinte Lena. "Soll ich dich wieder hineinlegen?" Honigmäulchen
zuckte leicht zusammen. "Nicht nötig", versicherte sie schnell. "Ich war schon fertig." Dann blickte
sie verschmitzt zu Lena hoch. "Ich will dir etwas schenken, damit du bald so stark wirst, wie ich es
bin." Willst du raten, was Lena geschenkt bekam?
→ Die Augen schließen lassen und aus einem Schälchen etwas Honig zu kosten geben. "Danke
für den Honig", freute sich Lena und stellte das Schälchen vorsichtig in ihren Rucksack. "Den
werde ich mir gut schmecken lassen, wenn ich später Hunger bekomme. Jetzt muss ich aber
weiter, um die Feenprinzessin zu befreien." Schnell flog die Biene auf ihre Schulter. "Ich komme
mit", entschied sie. Gemeinsam zogen sie weiter, nur hin und wieder machte die Biene einen
kleinen Abstecher zu einer besonders leckeren Blüte. Plötzlich hörte Lena ein wütendes Kreischen
und blickte erschreckt auf. Drei Kobolde mit spitzen Ohren stürzten auf sie zu. Lena rannte
davon, so schnell sie nur konnte. Dabei übersah sie einen kleinen Hügel im Boden, stolperte und
fiel hin. "Hey, du machst mein Haus kaputt", beschwerte sich ein dunkles Tier. Lena hob den Kopf.
"Entschuldige", bat sie. "Ich hab? s nicht mit Absicht gemacht." "Genau", nickte Honigmäulchen
und rappelte sich vom Boden hoch. "Stell dich doch nicht so an mit deinem komischen
Erdhügel." Der Maulwurf schnaufte wütend. "Der komische Hügel, wie du ihn nennst, ist der
Eingang zu meinem Zuhause. Und darin befindet sich ein kostbareres, glänzendes Teil, das ich
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gefunden habe." Kannst du dir denken, was sich damit öffnen lässt? → Einen Schlüssel zeigen.
"Das ist der Schlüssel, den ich brauche, um die Feenprinzessin zu befreien", wusste Lena. "Bitte gib
ihn mir." "Kommt nicht in Frage", der Maulwurf war ärgerlich. "Er ist das Wertvollste was ich besitze
und glitzert so schön. Sonst ist es unter der Erde immer nur dunkel, es gibt nichts Buntes dort."
Lena runzelte die Stirn, dann fiel ihr etwas ein. "Ich schenke dir meinen Spielstein dafür", schlug sie
vor und holte ihn aus der Tasche heraus. → Den Spielstein oder Bauklotz zeigen.
Er leuchtete (Farbe nennen) im Sonnenlicht. Der Maulwurf bekam große Augen und griff hastig
danach. "In Ordnung, ich tausche mit dir." "Weißt du vielleicht auch, wo die Prinzessin gefangen
gehalten wird?", wollte Lena wissen. "Ich weiß es, aber ich verrate es erst, wenn du mein Rätsel
löst", verlangte er. Und er stellte eine ganz knifflige Frage. Willst du Lena helfen, das Rätsel zu
lösen?
→ Was ist das? Es ist gold und glatt und spitz. Prinzessinnen tragen es auf dem Kopf. "Ich weiß
es!", Honigmäulchen summte aufgeregt. "Eine Honigwabe, das ist doch klar." "Falsch!"
Entschieden schüttelte der Maulwurf den Kopf. "Und was meinst du?" Gespannt schaute er das
Mädchen an. Lena dachte nach, dann hatte sie das Gefühl, eine Kinderstimme flüstere ihr die
Lösung zu. "Eine Krone!", sagte sie. "Sie ist aus Gold, fühlt sich glatt an, wenn man darüber
streicht; aber hat auch gleichzeitig mehrere Spitzen." "Stimmt", knurrte der Maulwurf und begann
sich einzugraben. Einige Brocken Erde fielen auf Honigmäulchen, die gerade noch zur Seite
springen konnte, bevor sie verschüttet wurde. "Halt", rief sie. "Du musst dein Versprechen halten
und uns sagen, wo die Prinzessin ist. Sonst, sonst - sonst steche ich dich in den Po." "In der
Wüterich-Schlucht", zischte der Maulwurf. Er ärgerte sich, dass sein Rätsel gelöst worden war.
Dann war von ihm nichts mehr zu sehen.
"So ein unangenehmer Kerl", die Biene schüttelte sich die restliche Erde von den Flügeln.
"Immerhin hat er uns verraten, wohin wir jetzt gehen müssen", freute sich Lena. Irgendwann
kamen sie in die Wüterich-Schlucht. Darin standen einige Bäume, und ein schmaler Weg führte
hindurch. An den Seiten waren hohe Felsen. Von dort bröckelte immer wieder etwas herab. Was
wohl? → Die Augen schließen lassen und einen Stein zum Ertasten in die Hand geben. Die
beiden mussten gut aufpassen, um nicht von den Steinen getroffen zu werden. "Warum nennt
man diese Gegend eigentlich so?", wollte Lena wissen. "Ich weiß es nicht mehr", gab die Biene
zu. "Irgendwie habe ich das Gefühl, wir finden es noch heraus", grübelte das Mädchen.
Endlich kamen sie an eine Höhle. "Das ist der richtige Ort, hier werden wir die Prinzessin finden",
Honigmäulchen flog mutig voraus. Plötzlich hörten sie ein lautes Brummen vor der Höhle. "Ein
Bär", flüsterte Lena. "Der bewacht bestimmt den Eingang. Wir müssen ihn irgendwie weglocken."
"Soll ich ihn stechen?" Die Biene zeigte stolz ihren Stachel. Lena schüttelte den Kopf: "Ich habe
eine bessere Idee", und sie holte etwas aus ihrem Rucksack heraus. "Damit locken wir den Bären
weg."
Was wollte Lena dafür nehmen? Kannst du es dir denken?
Lena überlegte, worauf sie den Honig verteilen könne. Dann fiel ihr etwas ein.
→ Wieder die Augen schließen lassen und ein Blatt zum Ertasten in die Hand geben.
Sie strich den Honig auf einige Blätter an den Bäumen. Danach flog die Biene auf den Bären zu
und summte um seinen Kopf herum. Der Bär ärgerte sich und schlug mit den Pfoten nach dem
lästigen Tier. "Du kriegst mich nicht, du kriegst mich nicht", jubelte die Biene und flog ihm
haarscharf an der Nase vorbei. Der Bär wurde jetzt richtig wütend, brummte laut und wollte
unbedingt die Biene fangen. Die nahm Reißaus, achtete aber darauf, dass ihr der Bär auch zu
den süßen Blättern folgte. Dann flog sie davon. Der Bär schüttelte sich heftig, dann roch seine
feine Nase den Honigduft. "Hm, hm, hm", freute er sich und begann damit, die Blätter
abzulecken.
"Gut gemacht", lobte Lena. Die Biene schnaufte laut, sie war ganz außer Atem. "Beeilen wir uns
lieber", meinte sie. "Bevor er mit fressen fertig ist." Sie liefen in die Höhle hinein. Darin war es
dunkel, doch sie konnten die Feenprinzessin singen hören → Wieder mit der Glocke läuten.
Die Stimme wies ihnen den Weg und bald kamen sie zu einer Tür mit einem großen Schloss. "Da
ist es", Lena kramte den Schlüssel aus dem Rucksack.
→ Schlüssel zeigen. Bevor sie ihn jedoch ins Schloss stecken konnte, sprang plötzlich ein Kobold
auf sie zu. "Mach dass du weg kommst", drohte er. "Die Prinzessin bleibt hier für immer
gefangen."Lena schluckte ängstlich und schaute auf den Kobold, der wütend auf und ab
sprang und dabei laut kreischte. "Jetzt weiß ich es wieder", die Biene brachte sich schnell auf
Lenas Schulter in Sicherheit. "Das ist der Wüterich, von der diese Schlucht ihren Namen hat. Er ist
auf alle böse und lässt niemanden hier herein." Lena begann zu weinen. So weit war sie
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gekommen und jetzt war alles umsonst gewesen. Sie würde die Prinzessin nicht befreien können.
Das Mädchen schluchzte laut, eine Träne lief an ihrer Nasenspitze herunter und fiel genau auf
den Kopf des Kobolds, der immer noch um sie herum wütete. Auf einmal war Ruhe. Der Kobold
schüttelte sich, als würde ein böser Zauber von ihm abfallen und blickte Lena freundlich an. "Ich
danke dir", sagte er. "Nur die Träne eines Menschenkindes konnte mich erlösen. Jetzt darf ich
endlich diese Schlucht verlassen." Vorher half er Lena aber noch, die Tür mit dem Schlüssel zu
öffnen und die Feenprinzessin zu befreien. "Ich wusste, dass du es schaffst, den bösen Zauber zu
brechen", freute die sich. "Jetzt können Feen und Kobolde endlich wieder friedlich zusammen
leben." Und weil die Prinzessin so glücklich darüber war, schenkte sie Lena ihre Krone zur
Erinnerung.




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Mirco, der Zauberschüler
Das wird für die Aktivgeschichte benötigt:
    50-Cent-Stück
    Ansichtskarte
    eine Feder
    ein normales Trinkglas und ein höheres
    Leitungswasser und Mineralwasser (kohlensäurehaltig)
    einige Weintrauben
    einen Karton zum Verstecken der Sachen
Das ist dabei:
    Drei leicht verständliche Zaubertricks

Es war früher Morgen, als Zauberin Ophelia das Turmzimmer betrat. Ihr Schüler Mirco saß zwar an
seinem Platz, doch den Kopf hatte er auf den Tisch gelegt und die Augen geschlossen. Er schlief.
Ophelia blickte schmunzelnd auf ihn hinunter. "Aufwachen!" weckte sie ihn. "Sonst verwandle ich
dich in einen Igel, dann kannst du lange Winterschlaf halten." Mirco hob den Kopf und rieb sich
die Augen. "Warum musste ich denn heute so früh aufstehen?", gähnte er. "Ich habe etwas
Wichtiges mit dir zu besprechen", erklärte die Zauberin. "Heute Abend ist nämlich deine
Zauberprüfung." Mirco wurde ganz aufgeregt. "Heute Abend schon?", er wollte es gar nicht
glauben. "Ja, und du musst unbedingt bis Sonnenuntergang in der Hexenstadt sein." Umständlich
kramte Ophelia in ihrer Tasche. "Hier hast du deine Einladungskarte und einen Goldtaler."
→ Ein 50-Cent-Stück und eine Ansichtskarte herausholen.
"Verliere das Geld nicht", warnte Ophelia. "Ohne den Taler schicken dich die Zauberinnen
wieder fort". Mirco steckte das Geldstück in die Hosentasche. Dann nahm er seinen Zauberstab
vom Tisch, verabschiedete sich und machte sich auf den Weg in die Hexenstadt. Etwas mulmig
war ihm schon, als er so allein den Weg entlang lief. Ob er wirklich alle Zaubersprüche
auswendig konnte und keinen vergessen würde?
Nachdem er eine ganze Weile gegangen war, hörte er plötzlich lautes Geschnatter und
Geschrei. Mirco war neugierig. Was war das nur? Vorsichtig lief er vom Weg hinunter in den
Wald. Dann sah er es. Auf einer kleinen Lichtung stand eine Hütte. Davor versuchte eine große
Gans einem Mann davon zu laufen, der sie verfolgte. Er hielt eine Feder in der Hand.=> Eine
Feder zeigen.
Als die Gans Mircos Zauberstab sah, lief sie sofort zu ihm. "Hilf mir, bitte", schnatterte sie. "Du bist
doch ein Zauberer!" "Ein Schüler", erklärte Mirco. "Aber sag mir doch, warum verfolgt dich der
Mann?" "Er will meine Federn haben und auf dem Markt verkaufen", jammerte die Gans. "Das
geht doch nicht. Wie sehe ich dann nur aus?" Mirco sah auf die verzweifelte Gans herunter. Er
wollte ihr gerne helfen.
"Wenn du mir einen Goldtaler gibst, gehört die Gans dir", sagte der Mann. "Sonst muss ich ihre
Federn nehmen und verkaufen, denn ich brauche das Geld." "Ich habe nur einen Taler",
überlegte Mirco laut. "Den brauche ich für die Zauberprüfung." "Bitte, bitte", sagte die Gans. "Na
gut", Mirco holte die Münze aus seiner Tasche. "Du sollst deine Federn behalten." Gemeinsam
gingen sie weiter, der Zauberschüler und seine Gans. "Wie bezahle ich jetzt nur meine Prüfung?"
grübelte Mirco. "Ich muss mir etwas verdienen." "Kannst du keinen Taler zaubern?", fragte die
Gans. "Leider nicht", seufzte Mirco. "Dafür weiß ich keinen Zauberspruch." Sie kamen auf einen
Marktplatz. Dort waren viele Stände aufgebaut, an denen alle möglichen Sachen zum Kauf
angeboten wurden. Was glaubst du, was konnte man da bekommen?
Alles das gab es da und noch viel mehr. Staunend ging Mirco den Markt entlang.
Plötzlich hörte er eine laute Stimme rufen: "Einen Goldtaler gebe ich. Für den, der es schafft,
dieses volle Wasserglas umzudrehen und mit einer Hand zu tragen ohne einen Tropfen zu
verschütten." Mirco blieb stehen. "Kannst du das?", fragte die Gans. "Ich werde es versuchen",
meinte er. Schnell hatten sich viele Menschen versammelt, die zuschauen wollten. Mirco war
kribbelig. Würde seine Zauberei gelingen? Er nahm das Glas in die Hand. Es war bis obenhin mit
Wasser gefüllt. Mirco atmete tief ein und drehte sich kurz zur Seite, um seine Einladungskarte aus
der Hosentasche zu holen. Dann sprach er seinen Zauberspruch: "Wi-wo-waas-Wasser bleib im
Glas!" Er drehte das Gefäß um, nahm die zweite Hand weg - und wirklich, das Wasser blieb drin.
Kein einziger Tropfen floss heraus. Die gespannt zuschauenden Menschen klatschten begeistert.

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"Großartig!", die Gans flatterte aufgeregt mit den Flügeln. "Wie hast du das gemacht?" Mirco
beugte sich zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Willst du Mircos Trick ausprobieren?

→ Zuerst ausprobieren, was passiert, wenn man ein volles Wasserglas umdreht. Dann das Glas
wieder randvoll mit Wasser füllen. Eine Ansichtskarte drauf legen und festhalten. Das Glas
umdrehen und die Hand von der Karte nehmen. Den Zauberspruch vorher nicht vergessen.




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Die traurige Raupe
Die Geschichte der traurigen Raupe verbindet Ihr am besten mit dem Basteln eines eigenen
kleinen Memorys. Hier erstenmal die Geschichte:
Die traurige Raupe
Vorsichtig streckte die kleine Raupe Jolly den Kopf aus ihrem Versteck. Als sie niemanden sah,
krabbelte sie zwischen den langen Grashalmen hervor, die sie bis jetzt verborgen hatten. Sie
hatte Hunger. Doch der Weg zu den nächsten leckeren Blättern war lang und gefährlich.
Zumindest für eine kleine Raupe wie sie, denn mit ihren kurzen Beinen kam sie nur langsam
voran. Hoffentlich sieht mich kein Vogel, sorgte sich Jolly. Vor ihren starken Schnäbeln hatte sie
am meisten Angst. Doch ihr Magen knurrte schon, so hungrig war sie. Also trippelte sie mutig los.
"Platz da, jetzt komme ich", rief es da. Ängstlich zog Jolly den Kopf ein. Ein schneller Rosenkäfer
war ebenfalls zwischen den Grashalmen unterwegs. Die Raupe stand ihm im Weg. Ärgerlich stieß
er sie mit dem Kopf an. "Bist du aber langsam", meckerte er. "Du hältst den ganzen Verkehr auf.
Sogar eine Schnecke könnte dich überholen." Traurig ließ Jolly den Kopf hängen. Sie konnte
doch nichts dafür, dass ihre Beine so kurz waren.
Kaum hatte sich der Käfer an ihr vorbei gedrängt, als sie ein anderes Tier hochnäsig ansah. Es
war ein Grashüpfer, der auf einem Blatt saß. "Du siehst scheußlich aus", verhöhnte er sie. "Schau
nur, welch eine elegante, hellgrüne Farbe ich habe. Und wie schlank ich bin. Du dagegen bist
rund wie ein Rollmops, und die orangen Punkte auf deiner grünen Haut sehen einfach nur albern
aus." Jolly schluckte schwer. Er hat ja Recht, dachte sie unglücklich. Sie selbst fand ihren runden
Körper mit den kleinen Flecken darauf auch nicht schön. Neidisch sah sie ihm nach, als er mit
weiten Sätzen davon sprang. Wenn sie nur auch so schnell vorankommen würde. Sie seufzte
noch einmal, dann machte sie sich wieder auf den mühsamen Weg.
Plötzlich hörte sie ein Rauschen in der Luft und blickte erschreckt auf. Ein schwarzer Vogel flog
direkt auf sie zu. Oh nein, eine Schwarzdrossel, jammerte sie. Sie sah sich bereits in seinem
Schnabel gefangen, doch auf einmal löste sich ein großes Blatt von einem Ast und fiel auf sie
herab. Der Vogel konnte sie nicht mehr sehen und flog laut schimpfend davon. "Da hast du aber
Glück gehabt", freute sich ein Marienkäfer und hob das Blatt ein Stückchen an, damit die Raupe
wieder heraus krabbeln konnte. Die war vor Schreck ganz blass geworden. Als sie den hübschen
roten Käfer mit den schwarzen Punkten sah, brach Jolly in Tränen aus. "Vielleicht wäre es besser
gewesen, der Vogel hätte mich geschnappt. Ich bin so hässlich", heulte sie. Der Marienkäfer sah
sie überrascht an. "Weißt du denn nicht, dass aus dir einmal ein bunter Schmetterling wird?",
fragte er. Doch die Raupe schluchzte so laut, dass sie ihn nicht hörte. Dann wurde sie sehr müde.
Sie kletterte auf einen Stängel und schlief ein. Als sie erwachte, fand sie sich in einer engen Hülle
gefangen. Nur langsam konnte sie sich daraus befreien, doch dann hatte sie es geschafft.
Erleichtert streckte sie sich. Dabei bemerkte sie, dass sie Flügel bekommen hatte. Ungläubig
schaute sie an sich herab. Sie hatte sich verpuppt, und so war aus einer dicken Raupe ein
wunderschöner Schmetterling geworden. Laut jubelnd, setzte Jolly zu ihrem ersten Flug an. Nie
wieder würde sie mühsam über den Boden kriechen müssen. "Habe ich es dir nicht gesagt",
murmelte der Marienkäfer zufrieden, der bei ihr gewartet hatte. Er sah ihr noch lange nach, als
sie durch den Sonnenschein davonflog.




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Prinz Galopp
Die folgenden Personen werden beim Erzählen, immer dann wenn der Name fällt, wie
beschrieben von den Kindern nachgemacht.

   1. Prinz Galopp: Pferdegetrappel durch auf die Beine klatschen nachmachen
   2. König Grrrr: böses Gesicht machen, Hände wie Pfoten mit ausgefahrenen Krallen nach
      oben nehmen und knurren (Grrrrrr)
   3. Prinzessin Whop: Vor dem Bauch mit den Armen ein "O" machen.
   4. Prinzessin Ssssst: Mit der Hand einen großen imaginären Reißverschluss von unten nach
      oben öffnen.
   5. Prinzessin Mmmh: Kusshand zuwerfen

Vor langer Zeit lebte hier auf Chalkidiki, in einem kleinen verträumten Tal ein Prinz. Dieser Prinz
hieß Prinz Galopp. Der Prinz lebte in einem schönen Schloss und hatte einen ganzen Stall voller
schöner Pferde. Zusammen mit ihm, wohnte sein Diener und Freund Johann in diesem Schloss.
So schön das verträumte Tal und das Schloss auch waren und so viel Spaß der Prinz Galopp
auch an seinen Pferden hatte, irgendwann wurde ihm langweilig. Da fragte der Prinz Galopp
seinen Diener Johann, ob er nicht einen Rat hätte, wie er sich die Zeit angenehmer gestalten
könnte. Der Diener Johann überlegte nicht lange. "Dort oben auf dem Berg", sagte er, "liegt
noch ein Schloss. In diesem Schloss wohnt der König Grrrr. Dieser König Grrrr hat drei Töchter.
Warum reitest Du nicht mal zu denen hinauf und fragst, ob Du mit einer der Töchter tanzen
gehen darfst?"
"Das ist eine gute Idee", sagte Prinz Galopp, schwang sich auf sein Pferd und ritt hinauf zum
Schloss des König Grrrs. Er ritt durch hohes, raschelndes Gras (Hände reiben), über eine
Holzbrücke (mit den Fäusten gegen die Brust trommeln), durch ein Sumpfgebiet (bei geöffnetem
Mund Luft einziehen und gleichzeitig an den Wangen ziehen, so dass ein dem Sumpf
entsprechendes Geräusch entseht) und sprang über einen Wassergraben (Platsch). Dann war er
am Schloss von König Grrr angekommen. Er stieg von seinem Pferd und klopfte an die Tür.
(Geräusch "Anklopfen" nachmachen). Kurz darauf öffnete der König Grrrr persönlich die Tür. Prinz
Galopp verneigte sich und fragte: "Guten Tag König Grrrr, ich bin Prinz Galopp und wohne in
dem Schloss im Tal. Ich würde gerne mit einer ihrer Töchter heute Abend tanzen gehen." " Das
kommt ja überhaupt nicht in Frage." sagte der König Grrrr. "Die sind noch viel zu jung". Daraufhin
verschloss er die Tür und ließ den Prinz Galopp draußen stehen.
Betrübt und traurig ritt der Prinz zurück, sprang über den Wassergraben, watete durch den
Sumpf, ritt über die Brücke und durch das hohe Gras. Angekommen an seinem Schloss empfing
ihn der Diener Johann. "Na das war wohl nichts", sagte der Prinz Galopp. "Der König Grrrr lässt
mich nicht mit seinen Töchtern tanzen."
"Mmmh", sagte Johann, "dann bleibt Dir wohl nur die Möglichkeit heute Abend noch einmal zum
Schloss des König Grrrrs zu reiten und die Töchter zu fragen ohne dass der König dies merkt."
Der Prinz Galopp hielt dies für eine gute Idee und wartete auf die Dämmerung. Dann setzte er
sich wieder auf sein Pferd und ritt los. Durch das hohe Gras, über die Brücke, durch den Sumpf
und über den Wassergraben. Ganz leise ritt er dann weiter zum Schloss. Da er ja nicht anklopfen
konnte, kletterte er an der Schlossmauer hoch, bis er an einen Balkon kam. Dort kletterte er über
die Brüstung und öffnete die Balkontür. Er gelangte in ein Zimmer, in dem unter einem riesigen
Deckenberg der König Grrrr schnarchte. Aber mit dem wollte er ja nun wirklich nicht tanzen
gehen. Langsam und leise schlich er um das Bett des Königs herum. Am Ende des Raums kam er
an eine weitere Tür. Er öffnete diese und kam in einen kreisrunden und riesengroßen Raum. Darin
stand ein kreisrundes und riesiggroßes Bett. Und in diesem Bett schlief eine große, runde Prinzessin
- die Prinzessin Whop. "Hoppla", dachte der Prinz Galopp, "wenn ich mit der tanze und die mir auf
die Füße tritt, dann habe ich ganz schön schmerzende, Plattfüße. Da schau ich doch lieber mal,
was mich in den nächsten Zimmern erwartet." Also schlich der Prinz um das kreisrunde und
riesiggroße Bett herum und öffnete die nächste Tür.
Hinter dieser Tür sah er einen unglaublich langen und sehr sehr schmalen Raum. In diesem
unglaublich langen und sehr sehr schmalen Raum stand ein unglaublich langes und sehr sehr
schmales Bett. Darin lag eine unglaublich lange und sehr sehr schmale Prinzessin. Wisst ihr wer
darin lag? Genau - die Prinzessin Ssssst. "Eijeijeijeijei" dachte der Prinz, "wenn ich mit der tanzen
möchte, brauche ich ja Stelzen. Und wenn ich sie auf meinem Pferd mitnehme, schleifen die
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Beine auf dem Boden hinterher." Also ging er an dem unglaublich langen und sehr sehr
schmalen Bett, in dem die Prinzessin Sssst lag vorbei und öffnete die nächste Tür.
Dort sah er zu seinem Entzücken einen wunderschönen Raum und ein wunderschönes
Himmelbett. In diesem wunderschönen Himmelbett lag die wunderschöne Prinzessin Mmmmh.
"Wow, mit der Prinzessin Mmmmh würde ich gerne tanzen gehen" dachte der Prinz. Also weckte
er sie vorsichtig auf. Die Prinzessin erschrak, doch der Prinz beruhigte sie und sagte: "Hallo, ich bin
der Prinz Galopp. Ich wohne im Schloss im Tal. Hättest Du Lust mit mir tanzen zu gehen?" Die
Prinzessin Mmmmh freute sich über die Einladung und zog sich schnell ein Ballkleid an. "Wir
müssen sehr leise sein, damit mein Vater der König Grrrr nichts merkt." So schlichen sie den Weg
wieder zurück. Öffneten die erste Tür und kamen in das Schlafgemach der Prinzessin Ssssst. Sie
gingen an dem unglaublich langen Bett vorbei und kamen an die nächste Tür. Sie öffneten sie
und gingen um das riesiggroße kreisrunde Bett der Prinzessin Whop zur nächsten Tür. Dort lag
immer noch schnarchend der König Grrrr. Besonders leise gingen sie auch durch dieses Zimmer,
öffneten die Balkontür gingen hinaus auf den Balkon. Als erstes kletterte die Prinzessin Mmmmh
über die Brüstung, dann der Prinz Galopp. Als er fast schon auf der anderen Seite war, stieß er an
eine große Vase, die prompt auf den Boden fiel und klirrend zerbrach. Vom Krach aufgeweckt
erschien der König Grrrr in der Tür. Und jetzt musste alles ganz schnell gehen. (Erzähltempo
steigern) Die beiden schwangen sich auf das Pferd und ritten los. Hinter ihnen her der König Grrrr
im Schlafanzug auf seinem schnellsten Pferd. Sie flogen über den Wassergraben, galoppierten
durch den Sumpf, über die Holzbrücke und als sie am hohen Gras ankamen schaute der Prinz
Galopp zurück um zu sehen wie groß der Vorsprung noch war. Genau in diesem Moment
stolperte das Pferd des König Grrrrs über die lange Zipfelmütze des Königs und der König landete
auf seinem königlichen Hinterteil.
So konnten der Prinz Galopp und die Prinzessin Mmmh die ganze Nacht lang tanzen. Und wenn
sie nicht gestorben sind - dann tanzen sie noch heute.




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