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					J A H R E S -
B E R I C H T
   2 0 0 3                             Bund zur Förderung von Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltschutz




                            ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Unsere Veranstaltungsreihe begann am 20. Februar mit dem Seminar „Obstbaum-
schnitt“ (Theorie), dem am 22. Februar der Praxisteil folgte. Referent war wieder Herr
Eberhard Doskotz, Kreisvorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins.
An den Veranstaltungen zur Sonderausstellung „WaldZeit“ des Hofheimer Stadtmu-
seums beteiligten wir uns am 21. Mai mit einem Dia-Vortrag von Herrn Forstdirektor Dr.
Arnulf Rosenstock zum Thema „Die Entwicklung der Jagd – eine Kulturgeschichte“.
Darauf folgte am 15. Juni gemeinsam mit der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt
und dem Forstamt Hofheim unter großer Beteiligung eine geschichts- und forstkund-
liche Wanderung über den Kapellenberg mit dem Thema Leben und Arbeiten im
Hofheimer Wald seit 3000 Jahren. Auch das alte Wasserwerk konnte besichtigt
werden. Es führten die Herren Elcke Eirich und Forstamtmann Eberhard Esser.
Zusammen mit dem Taunusklub Hofheim wanderten wir am 5. Juli trotz regnerischen
Wetters unter der fachlich kompetenten und waldpädagogisch vorbildlichen Füh-
rung des zuständigen Revierförsters, Herrn Westenberger, über den Altkönig.
Wie im Vorjahr, waren wir sowie die Hofheimer und Kelkheimer Waldjugend beim Ju-
gendwaldtag der Gesamtschule am Rosenberg dabei. An unserem Stand durften die
Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen sportlich beim Holzklotz-Weitwurf, Speer-
Zielwurf und Bogenschießen ihre Kraft und Geschicklichkeit unter Beweis stellen. An
dieser Schulveranstaltung wirkten auch die Waldjugend-Horste Hofheim und Kelk-
heim, das Forstamt Hofheim, der Jagdclub Main-Taunus, der BUND und andere mit.
Auch unser Sommerfest am 12. Juli gemeinsam mit der Hofheimer Waldjugend in und
an unserem Vereinshaus Hubertuspfad 1 war gut besucht. Unter den Gästen durften
wir auch Frau Bürgermeisterin Gisela Stang und Herrn Stadtrat Wolfgang Winckler be-
grüßen. Wir präsentierten die Ausstattung unseres Landschaftspflegebetriebes sowie
unsere Geschäfts- und Naturschutz-Beratungsstelle. Für das leibliche Wohl war mit
„Weck, Worscht, Erbsesupp’ un Äppelwoi“ aber auch Kaffee und Kuchen gesorgt.
Wir beteiligten wir uns auch 2003 am „Tag der Erde“, dem 27. April, im GRKW-Natur-
schutzhaus an der Landesstraße Hattersheim – Weilbach und boten u. a. kostenlose
Informationsschriften zum Thema „Energie sparen – Wald schützen“ an.
Auch an der Durchführung der „Apfelwanderung“ des Vereins „Main-Taunus-Streu-
obst auf dem Obstwiesenlehrpfad Bremthal-Wildsachsen am 13. September wirkten
wir mit und waren schließlich wie seit Jahren auf dem Gallus-Markt und Ländlichen
Markt am 18. und 19. Oktober mit einem Info- und Verkaufsstand (Bücher, Nistkästen,
Apfelwein- und Süßmostausschank) vertreten. Dabei fehlten auch die besonders bei
den Kindern beliebten Rhönschafe (ein Mutterschaf mit zwei Lämmern) nicht, die wir
uns bei unserem langjährigen Mitglied Edgar Berbalk in 65229 Waldems-Wüstems, Am
Mühlrain 2, ausliehen. Familie Berbalk (Tel. u. Fax: 06082/878) bietet übrigens ab Hof
und auf regionalen Märkten Schafprodukte zum Verkauf an.
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Am 22. November besichtigten wir unter fachkundiger Führung von Herrn Geschäfts-
führer Gerd Mehler die Main-Taunus-Recycling und die Rhein-Main-Deponie GmbH.
Zahlreiche Pressemeldungen trugen dazu bei, die Öffentlichkeit über unsere Arbeit zu
informieren. Unsere Schlagzeilen waren z. B. „Sozialhilfeempfänger arbeiten weiter im
Naturschutz“ (Höchster Kreisblatt), „Die Hofheimer SDW feierte 40jähriges Jubiläum“
(Unser Wald), „Waldbesuch – Die Gesundheitsvorsorge im Grünen“ (Hofheimer
Zeitung), „WALD – Wir Alle Leben Davon“ (Hofheimer Zeitung), „Waldschützer trotz
des ersten Regens in Sorge“ (Höchster Kreisblatt), „Heftiger Streit um junge Bäume
und Rehe“ (Höchster Kreisblatt).
Dauernd präsent sind wir mit Kontaktadresse, Berichten und Veranstaltungshinweisen
in „KlärWerk“, der Umweltzeitung für Rhein-Main. Die lokale und regionale Presse
weist regelmäßig auf die Öffnungszeiten unserer Geschäfts- und Naturschutz-Bera-
tungsstelle hin. Auch in der „Ehrenamtsbörse“ der Hessischen Landesregierung unter
www.gemeinsam-aktiv.de sind wir zu finden.

Das Internet ist inzwischen zu dem Informationsmedium schlechthin geworden. Soge-
nannte Suchmaschinen ermöglichen nahezu weltweit die Stichwortsuche auf Milliar-
den von Websites. Nachdem auch unser Landes- und Bundesverband sowie zahl-
reiche andere Verbände, Firmen und Behörden dieses Medium nutzen, werden auch
wir im Laufe dieses Jahres nachziehen. Unsere bereits durch die Firma Martin Keller
Online Services eingerichtete Domain lautet www.sdw-hofheim.de und befindet sich
im Aufbau. Um zügig voran zu kommen, suchen wir Mitglieder, die Erfahrung in der
Gestaltung von Homepages haben und bereit sind, uns ehrenamtlich zu helfen, ge-
meinsam mit den Mitarbeiterinnen unserer Geschäftsstelle eine attraktive Website
aufzubauen.
Sofern Sie keinen Internet-Zugang haben, können Sie gerne für eine Viertelstunde in
unserer Geschäftsstelle die Homepages unseres Landes- oder Bundesverbandes un-
ter www.sdwhessen.de oder www.sdw-online.de besuchen, um sich einen Eindruck
vom Medium Internet zu verschaffen, wie es die SDW nutzt.
Sofern Sie selbst von Zuhause oder in einem „Internet-shop“ im world-wide-web „sur-
fen“, hier die Adressen einiger, aus Naturschutz-Sicht interessanter Homepages:
www.wildtiere-live.de
www.fledermausschutz.de
www.hessen-forst.de
www.feldhamster.de
www.fll.de
www.nabu.de/m05/m05_10/ (hier finden Sie alles zur „Natur des Jahres)

Ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist die Jugendarbeit. So freuen wir uns be-
sonders, dass die durch die Initiative von Frau Sandra Conradi und unseres vormali-
gen Vorsitzenden, Herrn Dr. Dietmar Kemmann, 2001 gegründete Hofheimer Gruppe
der Deutschen Waldjugend wächst und gedeiht. Im vergangenen Jahr hat sich die
Gruppe auch – wie in der DWJ üblich – eine Horstbezeichnung gegeben: Die Fleder-
mäuse. Zumal wir ein FFH-Fledermaus-Schutzgebiet sozusagen vor der Haustür ha-
ben. Jetzt wollen wir aber den „dienstältesten“ Horstleiter der „Fledermäuse“ mit
seinem Jahresbericht zu Wort kommen lassen:
Frühjahr: Das Frühjahr begann für die Kinder der Hofheimer Waldjugend mit einer Gruppen-
stunde über Pilzbestimmung, verpackt in einem lustigen Ratespiel. Die Kinder bekamen Zettel
angeheftet, auf denen Pilznamen standen, die vorher besprochen wurden. Nun mussten die
Kinder durch fragen herausfinden, welchen Pilz sie darstellten.
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Auch in das Frühjahr fiel unsere Spatzenzählung mit Herrn Sprenger. Wir wanderten zum Rei-
terhof Roth, in dessen Scheunen die Vögel hausten und notierten genau die Zahl der Tiere in
den jeweiligen Gebäuden. Die Kinder hatten viel Spaß und haben Herrn Sprenger in guter
Erinnerung behalten. Ein wichtiger Grund dafür war auch die Nistkastenaktion, bei der er uns
mit guter Laune und ebensoviel Spaß an der Sache unterwiesen hat. Knapp zwanzig Nistkäs-
ten wurden unter seiner Leitung mit den Kindern gesichtet und - wo es möglich war – gesäu-
bert. Dabei lernten die Kinder verschiedene Formen von Nistkästen kennen, wobei der Fleder-
mauskasten des Gruppennamens wegen hohes Interesse auslöste. Beeindruckt hat auch der
von Hornissen bevölkerte Nistkasten, den wir nur aus der Entfernung mit dem Feldstecher be-
obachten konnten.
An dieses Ereignis knüpfte fast nahtlos die Aufzucht eines kleinen Sperlings an, der im Käfig bei
Familie Conradi gehalten, aber zur Gruppenstunde zum Bauwagen am Hubertuspfad ge-
bracht wurde. Die Kinder konnten dadurch ein Exemplar der Tiere, mit denen sie sich seit ei-
niger Zeit beschäftigten, aus nächster Nähe sehen.
Sommer: Dann kam auch schon der Frühling, die Krokusse schossen bald lauter als der
Schützenverein, und das Sommerfest der SDW stand vor der Tür. Hier waren die Kinder teilwei-
se als freiwillige Kellner tätig, was ihnen viel Spaß machte.
Dank des Gewinnes beim Weihnachtsbaumverkauf und einer Spende der Mainova konnten
wir uns ein großes und zwei kleine Zelte (eine Jurthe und zwei Kothen) leisten. Um sie zu testen,
haben wir eine Woche vor dem Landeslager eine Nacht am Hubertuspfad gezeltet. Doch die
Freude ließ uns den Wetterbericht vergessen und wir mussten schweren Herzens mitten in der
Nacht abbrechen, um nicht weggeschwemmt zu werden. Umso schöner wurde das
Landeslager in Groß-Gerau! Eine Woche keine Eltern, keine Schule, kein Stress. Und die Eltern
fanden es auch toll, mal allein zu sein! Der Platz war ideal, wunderschöne Natur. Oft hörte
man Hirschkäfer, bevor man diese sechsbeinigen Helikopter sehen konnte. Ein seichter Bach
mit Sandbett führte am Lagerplatz vorbei und bescherte Abkühlung und Spaß. Neben einem
Kochwettbewerb, bei dem wir immerhin den vierten Platz von zehn belegten, gab es ein Ge-
ländespiel, Haik genannt, und allerlei AG´s. Außerdem hat - wie auf allen Landeslagern - ein
Singewettstreit stattgefunden, an dem Hofheim aber wegen fehlender Singeerfahrung nicht
teilnahmen. Selbstverständlich mussten auch alltägliche Arbeiten erledigt werden: Holz hac-
ken, Feuer machen, Wasser holen, beim Kochen helfen und Zelte sauber und stabil halten.
Einziger Negativpunkt dürfte der Fluglärm gewesen sein, der zu der Zeit aufgrund des Irakkrie-
ges besonders stark gewesen ist. Höhepunkt des Lagers war für einige der Kinder zweifelsfrei
der letzte Abend, an dem an einem riesigen Lagerfeuer Lieder gesungen, Geschichten er-
zählt wurden und - die heiß begehrten Halstücher als Zeichen der Aufnahme in die Gemein-
schaft überreicht wurden. Das Schlagen zum Waldläufer ähnelt stark dem Ritterschlag und
bleibt noch Jahrzehnte im Gedächtnis. Die Lagererfahrungen wurden in den darauf folgen-
den Gruppenstunden aufgearbeitet. Wir besprachen Probleme, entdeckten Verbesserungs-
möglichkeiten und vor allem, dass wir beim nächsten Lager wieder dabei sein werden.
Bald darauf stand ein Besuch des Opel-Zoos in Kronberg an. Nach einem Rundgang an den
Erdmännchen und Papageien vorbei war es Zeit für die Führung, bei der uns viel über Elefan-
ten und Rotwild erklärt wurde. Auch die Luchse waren Teil der Führung, was gemischte Ge-
fühle bereitete: Raubkatzen in den deutschen Wäldern? Die Angst vor den Tieren nahm uns
die freundliche Dame, die die Führung leitete, als sie uns die Scheu der Tiere vor dem Men-
schen deutlich machte. Am Schluss war die Quintessenz eines Kindes: „Bei so großen Ohren
hören die den Menschen ja viel früher. Darum sieht man die auch nie in Hofheim!“
Herbst: Zumindest zum Hofheimer Waldfest dürfte das gestimmt haben. Nachdem das Horn-
blasorchester und Frau Bürgermeisterin Stang das Waldfest eröffnet hatten, wurde der Stand
der Hofheimer Fledermäuse von hunderten Menschen belagert. Alle wollten an unserem Feu-
er das von uns angebotene Stockbrot backen. Den Teig stellten uns Eltern sowie die Bäckerei
Heislitz, so dass wir reinen Gewinn erzielten. Bald war aller Teig aufgebraucht und enttäuschte
Gesichter mussten warten, bis wir Nachschub bekamen. Dieser war auch schneller weg, als
wir schauen konnten und betrübt mussten einige ohne Stockbrot auskommen. Nächstes Jahr
also doppelt soviel Teig!

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Da bald die Blätter von den Bäumen zu fallen beginnen würden, sollte noch einmal Pflanzen-
bestimmung zum Thema werden. Dazu wurde ein Spiel begonnen, bei dem die Kinder den
„Waldgeist“ kennen lernen sollten. Falls sie die Aufgaben nicht zu lösen vermochten, sollten
sie nach ihm rufen und er würde einen kleinen Tip abgeben. Durch Regen wurde das Spiel
leider zerstört, der Waldgeist blieb unentdeckt. Erst in einer der nachfolgenden Gruppenstun-
den lernten die Kinder ihn unabhängig vom Spiel kennen: Ein kleines Gummitier, eine Hand-
puppe. Seit dem Tag muss der Waldgeist immer dabei sein. Das Spiel sollte an einer schönen
Lichtung ein paar hundert Meter vom Bauwagen entfernt stattfinden, die wir in der vorhe-
rigen Gruppenstunde entdeckt hatten. Sicher werden wir dort jetzt oft sein. Auch der Wald-
kindergarten scheint den Platz zu besuchen, wie die Kinder an einigen Spuren erkannten.
Spuren lesen können sie nämlich auch schon etwas, die kleinen Waldläufer! Ob Abdrücke
von Wildschweinen oder einem Reh; Liegeplätze und Scheuerspuren an Baumstämmen, Gall-
wespen oder Borkenkäfer, die Kinder können sie bestimmen. Dabei hat jedes Kind sein
Fachgebiet, das sich auf den Interessen aufbaut und nicht auferlegt ist. Jedoch wird ein Kind,
das mehr die großen Säuger mag, nicht viel für Borkenkäfer übrig haben und umgekehrt.
Winter: Der Weihnachtsbaumverkauf im Vorjahr hat so gut funktioniert, dass wir 2003 doppelt
so viele Bäume und zwei Verkaufstage ansetzten. Doch dann kam der erste Samstag und
nicht einmal ein drittel der 100 Bäume war abzusetzen. Es regnete in Strömen. Mit gemischten
Gefühlen starteten wir also den zweiten Tag eine Woche später und siehe da, unsere Wer-
bung hatte Erfolg. Wir hatten eben gute Bäume, was die zufriedenen Kunden wohl weiter
erzählten! Zu guter letzt war lange der Break-Even-Point überschritten, als wir die letzten sie-
ben Bäume vom Parkplatz weg brachten. Ein voller Erfolg, den wir 2004 wiederholen werden.
Die übrigen Bäume haben wir dann auch verwertet: Ein Säge- und Holzhacklehrgang zerstüc-
kelte die Bäume in brauchbares Reisig, das nun fast keinen Platz mehr verbraucht bis es zum
Feuermachen verwendet wird.
Der Vater eines Gruppenmitglieds ist beim NABU aktiv und hat uns im kalten Winter einen tol-
len Tag im Zoo Frankfurt ermöglicht. Uns war nicht kalt, denn wir durften im Exotarium hinter
die Kulissen sehen! Ob Fische, Schlangen oder Echsen, wir haben alles gesehen. Eine Schlan-
ge durften wir sogar anfassen, als ein Pfleger sie in der Hand hielt. Da ist, wie die Kinder be-
merkten, nichts ekliges dran. Der Besuch bei Pizza-Hut hat den Tag abgeschlossen.
Die Moral von der Geschicht´: Lehrreich war das Jahr nicht nur für die Kinder. Der Horstleiter
Martin „Dachs“ Schlagbauer hat Verstärkung bekommen, da Adrian Conradi die Gruppen-
leiterlehrgänge mit Erfolg abgeschlossen hat. Adrian war in dem Jahr auch auf Großfahrt in
der Slowakei. Als einziger aus Hofheim kletterte er über Steine und Schluchten, die schon auf
den Fotos Schwindel erregen. Die Eltern haben die Entwicklungen ihrer Kinder, die in Zusam-
menhang mit der Waldjugend stehen, sehen können und dem Horstleiter ein tolles Feedback
gegeben. Sogar eine Verbesserung in der Schule sei bei einem Kind nach dem Zeltlager zu
beobachten gewesen. Wir machen also mit noch mehr Energie weiter. Horrido!


             NATURSCHUTZ UND VERBANDSBETEILIGUNG
Im Verein Main-Taunus Streuobst e.V. vertritt Herr Dr. Dietmar Kemmann als dessen
Vorstandsmitglied die SDW. Er nahm außer an den Vorstandssitzungen u. a. an der
Vorstellung der neuen Obsterntemaschine und der Besichtigung der „Bleiber-Wie-
cher-Anlage“ teil. Damit bezeichnet man eine Streuobstwiese aus Hoch- und Halb-
stämmen, wobei die früher Obst tragenden Halbstämme zwischen den jungen Hoch-
stämmen Erträge erwirtschaften lassen, bis auch die Hochstämme eine ansehnliche
Ernte bieten. Sind schließlich die Halbstämme abgängig, besteht die Streuobstwiese
mit Hochstämmen fort. Mit Schreiben vom 27.12.2003 haben wir diese Bewirtschaf-
tungsweise auch der Kreisstadt Hofheim empfohlen. Weiter regten wir dringend an,
vor der Festsetzung von naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen für Streuobstwie-
sen Bodenuntersuchungen durch Grabungen anzustellen, um nur geeignete Flächen
auszuwählen.
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Weiter ist die „Zersplitterung“ der Streuobstbestände naturschutzfachlich unter dem
Gesichtspunkt der Biotopvernetzung durchaus nicht unzweckmäßig, jedoch wird ein
beachtliches Konfliktpotential mit der Landwirtschaft geschaffen.
Die Neuanlage von Streuobstwiesen bringt zwar viele „Ökopunkte“, erfordert jedoch
in der Folgezeit – besonders auf schwierigen Böden – erheblichen Pflegeaufwand.
Daher sollten alternative Biotopanlagen wie Strauchflächen, Feldgehölze und Hec-
ken sowie Ersatzaufforstungen vorrangig erwogen werden. Diese sind naturschutz-
fachlich bei sachgerechter (und weitaus kostengünstigerer) Folgepflege mitunter
ökologisch wertvoller.
Verkorkte Flaschen – Ein Beitrag zum Naturschutz
Die lichten Kork- und Steineichenwälder im Südwesten der iberischen Halbinsel sind
Überwinterungsgebiet für rund 50.000 Kraniche aus ganz Europa. Vom Aussterben
bedrohte Tierarten wie Pardelluchs, Spanischer Kaiseradler und Großtrappe haben
hier ihre letzten Rückzugsräume. 1760 wurde die erste Korkschneiderei im spanischen
Gerona gegründet. Dämmkork wird seit 1895 hergestellt. Um die Jahrhundertwende
gab es einen Aufschwung in der Dämmkorkindustrie, vor allem durch die Ausstattung
von Kühlschiffen. Haben die „alten Römer“ Kork in ihren Sandalen als Trittdämmung
verwendet, nutzt man Kork heute sogar als Hitzeschutz im Space-Shuttle.
Anstatt der bisher rund 1,2 Milliarden Flaschenkorken, die jährlich in Deutschland z. B.
als Verschluss für Wein- und Sektflaschen anfallen, werden leider zunehmend
Presskorkstopfen, Kunststoffkorken oder Schraubverschlüsse verwendet. Die Nutzung
für die Flaschenkorkproduktion garantiert aber den Erhalt der rund eine Million Hektar
Korkeichenwälder in Portugal und Spanien. Sie liefern 300.000 Tonnen Kork pro Jahr,
was etwa 75 Prozent der Weltproduktion ausmacht. Die mit Qualitätskorken erzielten
Preise bis zu einem Euro pro Korken bieten die höchste Wertschöpfung für den
Produzenten. Damit steigt das Interesse, die Korkeichen nachhaltig und schonend zu
bewirtschaften.
Kork ist nichts anderes als die Rinde der Korkeiche. Der besondere Aufbau und die
Dicke der Korkrinde schützen den Baum vor Hitze, Austrocknung, Infektionen, Schäd-
lingen und Waldbränden. Kork ist deshalb ein ideales Isolier- und Dichtungsmaterial.
Kork ist wärme-, kälte- und schallisolierend, leicht, schwimmfähig und fast unverrott-
bar. Der Großteil des Korks geht in die Flaschenstopfenproduktion. Dabei bleiben fast
drei Viertel des Korks sozusagen als Verschnitt übrig. Von diesen Resten lebt ein ande-
rer Teil der Korkindustrie. Sie werden zu Granulat vermahlen und mit Bindemitteln ver-
klebt. So entstehen Verbundkorken, Dämmkork, Presskorkplatten, Fußböden, Schuh-
sohlen, Kunstobjekte, Pinnwände und vieles mehr. Dies gilt im übrigen auch für den
„Abfallkork“, aus dem man in Deutschland jährlich 32.000 Kubikmeter ökologisch
wertvolles Dämmgranulat für den Hausbau herstellen könnte.
Wer mit massivem Naturkork verschlossene Getränkeflaschen kauft und Kork zu den
Sammelstellen bringt, leistet vor Ort einen aktiven Dienst für den Naturschutz, indem
er zur Erhaltung der traditionellen Korkwirtschaft und damit z. B. der einmaligen
Landschaft der "Dehesas" beiträgt.

Die Weißtanne - Baum des Jahres 2004
Das Kuratorium "Baum des Jahres", in dem die SDW Mitglied ist, hat die in unseren
Wäldern selten geworden Weißtanne (Abies alba) zum "Baum des Jahres" ausge-
rufen. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der Kahlschlagswirtschaft der Vergang-
enheit, zum anderen im hohen Wildverbiss.
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                          Hinzu kam die starke Schädigung der Weißtanne durch die
                          Neuartigen Waldschäden, so dass sie in den 80er Jahren in
                          ihrem Bestand akut bedroht war. Der ursprünglich verbreitete
                          Nadelbaum Deutschlands spielt eine wichtige Rolle in der
                          Vorbeugung gegen Hochwasser- und Sturmschäden. Das
                          tiefreichende Wurzelsystem vermindert den Oberflächenab-
                          fluss und reduziert die Sturmwurfgefährdung im Vergleich zur
                          Fichte um ein Vierfaches, die oft irrtümlich "Tanne" genannt
                          wird. Der bis zu 65 Meter hohe Baum ist ein entscheidender
                          Bestandteil stabiler Bergmischwälder. Die SDW hofft, dass die
                          Weißtanne - unser Weihnachtsbaum- durch die Wahl zum
Typisch Tanne: Flache,
horizontal abstehende     "Baum des Jahres" eine Renaissance erlebt. Dazu sind Verän-
Nadeln und senkrechte     derungen in der Waldbewirtschaftung, Aufforstungsprogram-
Zapfen                    me und eine Reduzierung der Wilddichte erforderlich.
Ein vierseitiges, farbiges Informationsblatt über die Weißtanne kann bei der Bundes-
geschäftsstelle der SDW, Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn gegen Voreinsendung
von 1,44 € in Briefmarken oder direkt im Internet unter www.sdw.de bestellt werden.

Der Zaunkönig - Vogel des Jahres 2004
Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) ist einer der kleinsten Vögel Europas, den
aufmerksame Naturfreunde in strauch- und heckenreichen Landschaften, naturna-
hen Gärten, Parks und Grünflächen beobachten können. Nach Haussperling und
Mauersegler wurde zum dritten Mal in Folge ein Vogel des menschlichen Siedlungs-
raumes gewählt. Mit der Wahl des Zaunkönigs soll für die Entwicklung strukturreicher
Grünflächen mit dichtem Unterholz sowie die Erhaltung naturnaher Bachauen ge-
worben werden. Sterile Innenstädte oder strukturarme Wirtschaftswälder ohne Unter-
holz bieten nur zehn Gramm schweren Leichtgewicht mit dem rotbraunen Gefieder
keinen Lebensraum.
Der wissenschaftliche Name des Zaunkönigs geht auf das
griechische Wort für Höhlenbewohner zurück und resultiert
aus seiner versteckten Lebensweise. Er baut warme Kugel-
nester in dichtem Bewuchs. Das Brutgebiet des Zaunkönigs
reicht von Nordamerika über die Behringstraße westwärts
über weite Teile Asiens, Europas und Nordafrikas. In Mittel-
europa ist der Zaunkönig ganzjährig anzutreffen und zieht
sich als Insektenfresser im Winter lediglich aus den höheren
Lagen in mildere Gefilde zurück.

„Kröten“ für Kröten
Die weit verbreitete Zeitung Auto Bild hatte im April 2003 in einem polemischen Artikel
im Zusammenhang mit dem Bau von „Krötentunneln“ die Erdkröten als staatshaus-
haltsbedrohend entlarvt. Dazu (etwas gekürzt) die Stellungnahme unseres Vorsitzen-
den, die auch in der Umweltzeitung für Rhein-Main abgedruckt wurde:
Sogenannte „Krötentunnel“ nützen keineswegs nur Kröten, sondern sorgen dafür, daß zahl-
lose andere kleine Tiere wie z. B. Igel, Mauswiesel und Feuersalamander „ungeplättet“ Stras-
sen unterqueren können. Richtigerweise nennt man sie daher Kleintier-Leitanlagen. Massen-
Krötenwanderungen auf Straßen sind durch die überfahrenen Amphibien ein erwiesenes Un-
fallrisiko (Rutschgefahr!). Kleintierleitanlagen schützen also auch Kraftfahrzeugfahrer und die
Solidargemeinschaft vor den Unfallfolgekosten.
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Die von Auto Bild genannten bundesweit 3.000 (?) mobilen „Krö-
tenzäune“ werden weit überwiegend von ehrenamtlich tätigen
Naturschützern aufgestellt, die damit auch Kraftfahrzeugfahrer
vor Unfällen bewahren. Für Erdkröten allein ist noch keine Straße
ersatzlos rückgebaut worden. Von Vollsperrungen während der
Laichwanderungen sind allenfalls verkehrsarme Nebenstraßen
betroffen und das meist nur von der Abend- zur Morgendäm-
merung, da die Amphibien tagsüber nicht wandern.
In Gärten und anderen Kulturlandschaften erweisen sich von unschätzbarem Wert. Bei ihrem
gesegneten Appetit sind sie eifrige Vertilger von verschiedensten Kerbtieren wie Käfern, Spin-
nen, Fliegen und Tausendfüßlern, von Würmern und vor allem Nacktschnecken. Bis zu einem
Zentner Schnecken kann so eine Kröte in ihrem über 10 Jahre währenden Leben vertilgen.
„Was sie in einem „Krötenjahr” an wirbellosen Tieren (z. B. Insekten) vertilgt, würde uns bis zu
100 € an Pflanzenschutzmitteln kosten“ (Amphibienschutz; Schriftenreihe der Strassenbauver-
waltung Baden- Württemberg, Heft 4). Besonders Gartenbauer, Forst- und Landwirte kennen
die Bedeutung der Erdkröten und anderer Amphibien als kostenlose Helfer bei der gänzlich
ungiftigen Schädlingsbekämpfung.
Nach Belgien, Japan und den Niederlanden hat Deutschland die viertgrößte Straßendichte
der Welt: 1983 kamen auf 1 km2 Fläche 1,89 km Straßen!. Jährlich sterben rund 7.000 Men-
schen allein in Deutschland im Straßenverkehr und weitaus mehr werden mehr oder minder
schwer verletzt. Ein Medikament mit solchen Folgen wäre längst verboten. Das Auto ist uns
diese Opfer „wert“, die den Staat, Krankenkassen und Unfallversicherungen jährlich zig Millio-
nen Euro kosten. Wenn eine Gesellschaft soviel menschliches Leid an Unfallopfern und ihren
Angehörigen samt Folgekosten für ihre individuelle Automobilität hinnimmt, sollte sie auch die
Ausgabe von ein paar „Kröten für Kröten“ akzeptieren.
Seit 1989 bemühen wir uns, das Biotop der letzten autochthonen Kammolch-Popu-
lation im Main-Taunus-Kreis unter Schutz stellen zu lassen. Im Januar 2004 – nachdem
das Laichgewässer der größten heimischen Molchart fast vollständig verlandet war
und ganze Larvenjahrgänge ausgefallen waren, war es endlich soweit. Die Stadt
Hochheim hat das Areal als naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche erworben. Mit
„Erste-Hilfe-Maßnahmen“ wie teilweisem Rückschnitt von Schilf und Gehölzen (durch
unseren Landschaftspflegebetrieb) sowie dem Ausheben eines 200 qm großen Tei-
ches gelingt es (hoffentlich nicht zu spät), erstmals wieder bessere Vermehrungsbe-
dingungen für die Kammolche zu schaffen.
Die bei unserem Stadtverband ansässige AG Herpetofauna im MTK wird 2004 im
Steinbruch Dyckerhoff bei Flörsheim eine Herpetologische Kartierung durchführen.
Im November 2003 erhielten wir von Naturfreunden aus Wicker einen hoffnungslos
untergewichtigen Jungigel (etwas über 200 g), der zunächst von Ungeziefer wie Zec-
ken und Flöhen befreit wurde. Unser erster „offizieller“ Pflegefall. In den ersten Näch-
ten hat er – wie alle Igel – viel Energie auf Ausbruchversuche verwendet. Dann hat er
jedoch bemerkt, dass es ihm außer an der „großen Freiheit“ an nichts mangelt.
Er hat jeden Tag frisches Wasser und Futter, das aus speziellem Igel-
futter, Katzenfutter und im Zoohandel käuflichen Insekten (Heu-
schrecken, Grillen, Mehlwürmern) besteht, die er „kulinarisch“ be-
sonders attraktiv findet. Der Igel hat einen enormen Appetit. Er ver-
tilgt täglich ca. 40 – 50 g Futter, fast ein Viertel seines Gewichtes.
Der Igel ist im Keller einquartiert und verbringt bereits viel Zeit mit
Schlafen in seinem Nest. Seine Störanfälligkeit hat sehr abgenom-
men, da er zutraulicher geworden ist. Wenn man ihm beim Futter
reichen mit der Hand zu nahe kommt, schnaubt er schon `mal er-
bost, aber er rollt sich nicht mehr zusammen.                                      Jungigel

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Dass das Tierchen so winzig war, liegt vermutlich weniger an einem späten Geburts-
termin, sondern eher an einer schweren Verletzung und einem Stück schwarzer Plas-
tikfolie, das er sich eng um den Vorderkörper geschlungen hatte. Beides hat ihn in
seiner Entwicklung sehr gehemmt. Die Folgen der Verletzung waren äußerlich gut er-
kennbar, sind jedoch gut verheilt. Im Frühjahr wird der Igel in seine Heimat bei Wicker
zurück gebracht.

Gemeinsam mit der „Lokalen Agenda 21“ haben wir uns in Verbindung mit der Auf-
stellung des neuen Forsteinrichtungswerkes erfolgreich für die zukunftsfähige Zerti-
fizierung des Hofheimer Stadtwaldes durch den Forest Stewardship Council einge-
setzt. Daneben wird auch eine Zertifizierung mit dem PEFC erfolgen.

Leider hat sich die Hessische Landesregierung entschlossen, im Rahmen der Verwal-
tungsreform auch das Forstamt Hofheim zu schließen und die Zuständigkeit zwischen
den Forstämtern Groß-Gerau und Königstein aufzuteilen. Noch am 29.11.2003 veran-
stalteten die Bediensteten des Forstamtes Hofheim eine Waldwanderung vom Atzel-
berg zur Rosserthütte, in deren Verlauf sie eingehend über das Aufgabenspektrum
der Forstverwaltung im Ballungsraum Rhein-Main informierten und für den Fortbe-
stand „ihres“ Forstamtes warben.

Mit Schreiben vom 06. Juli 2003 sandten wir dem Magistrat die Kopie eines Berichts
aus einer Fachzeitschrift für Garten- und Landschaftsbau, der sich u. a. am Beispiel ei-
ner Verkehrsinsel mit dem Thema Sponsoring für öffentliches Grün befasste und emp-
fahlen ähnliche Formen der Zusammenarbeit zwischen (Hofheimer) Unternehmen
und der Stadt zum beiderseitigen Nutzen. Natürlich würden wir uns freuen, wenn in-
folge einer solchen Kooperative die Stadt Geld sparen könnte, und einen Teil dieser
„Ersparnis“ für Naturschutz und Landschaftspflege verwenden würde.

Regelmäßig sind wir im Interesse des Naturschutzes bei den jährlichen Gewässer-
schauen im Stadtgebiet von Hofheim am Taunus vertreten.
Am 05.05.2003 wendeten wir uns aus Anlaß der jüngsten Hochwasserprobleme und
des anlaufenden LA-21-Projektes zum Grundwasserschutz mit einem Brief folgenden
Inhalts an den Magistrat:
Da ist zunächst „unser Sorgenkind“ Kassernbach, der oberhalb und in der Ortslage von
Langenhain aus der Sicht des Natur- und Gewässerschutzes einen überwiegend schlechten
Zustand aufweist. Besonders die intensive Landwirtschaft bis an, ja sogar in die Bachparzelle
sollte endlich durch eine gütliche Verständigung mit den Grundstücksbewirtschaftern unter-
bunden und ein mindestens fünf Meter breiter beidseitiger Uferschonstreifen (z. B. durch Flä-
chenumlegung) hergestellt werden. Unterhalb der Ortslage sollte der Uferschonstreifen außer-
halb des Waldes auf beidseitig zehn Meter aufgeweitet werden. Dies vor allem, nachdem
durch die jüngste Änderung des Hessischen Wassergesetzes für die Pflanzenschutzmittelan-
wendung nur noch die Abstandsregelung der Gebrauchsanweisung gilt.
Wenn sich schon der Landesgesetzgeber nicht mehr in der Pflicht sieht, Gewässer und deren
Uferstreifen (z. B. als „Puffer“ gegen Schadstoffeinträge) weitgehend zu schützen, so muss dies
nicht bedeuten, daß man in Hofheim nicht andere (bessere) Wege im Interesse des Natur-
und Gewässerschutzes zu gehen bereit ist. Ein Maßstab dafür kann das beiliegende Heft „An-
forderungen des Gewässerschutzes an die Landwirtschaft“ sein. Anregungen für die Landwirt-
schaft bietet das Heft „Die Bauern von Otzberg – ein Kooperationsmodell zum Grundwasser-
schutz“.
Eine hervorragende Anlage zum Hochwasser- und Naturschutz, die u. E. in verkleinertem
Maßstab auch am Kassern- oder Schwarzbach realisierbar wäre, findet sich bei Delbrück im
Landkreis Paderborn. Es ist das Naturschutzgebiet "Steinhorster Becken“ mit Stillgewässern und
Flachwasserzonen", das von der Ems durchflossen wird.
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Unter www.bezreg-detmold.nrw.de/.../Abteilung5/Dezernat51/Naturschutzgebiete/
KreisPaderborn/SteinhorsterBecken gibt es nähere Informationen. Eine solche Anlage
unterhalb der Kläranlage Langenhain könnte durch eine Kanalanlage deren austreten-
des Wasser aufnehmen, es natürlich weiter aufbereiten und so die Wasserqualität des Kas-
sernbaches erheblich verbessern. Hier bietet sich eventuell eine biologische Nachbereitung
durch Versickerung auf einer unterhalb liegenden zusammenhängenden großen Wiesen-
fläche und Teichanlage zwischen Kassernbach und Bahnholzwald an.
Mit unserem Schreiben vom 16.09.2000 und unserem Bericht über das Projekt „Struktur- bzw.
biotopverbessernde Maßnahmen und Neophytenbekämpfung am Kassernbach“ vom 10.01.
2002, die Ihnen vorliegen, haben wir die Problematik ausführlich dargestellt. Im Rahmen des
Projektes hatten wir festgestellt, daß die Gewässergüte des Baches höchst unbefriedigend ist.
So konnten wir bei allen drei Begehungen oberhalb des Kreisstraßendurchlasses bislang kei-
nerlei (Klein-)Fische finden. Auch Wasserinsekten und typische Bachbewohner wie Bachfloh-
krebse fehlen auf den ersten drei Bachkilometern weitgehend. Unterhalb der Kläranlage
fanden sich sogar Abwasserpilze, Anzeiger schlechter Wasserqualität. Dies ist um so bedauer-
licher, als die Kassernbachaue abgesehen von der Strecke ab der Quelle bis zum talseitigen
Ortsrand von Langenhain und im Bereich des Rosshofes ein durchaus naturnahes Umfeld mit
Ufergehölzen und angrenzenden Wiesen bietet.
Nach unserer Einschätzung wird die Gewässergüte des Kassernbaches durch folgende Nähr-
und Schadstoffbelastungen ungünstig beeinflusst: 1. Das nicht optimal gereinigte Wasser aus
der Kläranlage hat – besonders in niederschlagsarmer Zeit – einen zu hohen Anteil an der Ge-
samtwassermenge. 2. Landwirtschaftliche Intensivkulturen wie Mais und Getreide reichen bis
unmittelbar an die Uferkante und oberhalb der Ortslage von Langenhain sogar in den Bach,
wodurch Dünger und Pestzide in das Oberflächenwasser gelangen. 3. Dauerbeweidung,
insbesondere im Bereich des Rosshofes (verursacht auch Uferzerstörung durch Trittschäden).
4. Grünschnitt und andere Kompoststoffe werden am Bach angelagert oder sogar direkt ein-
gebracht. 5. (Ab-)Wasser von Regenüberlaufbecken. Seit Dezember 1986 haben wir mit
diversen Schreiben und in vielen Gesprächen auf diese Mißstände hingewiesen und Maßnah-
menvorschläge unterbreitet.
Jetzt, wo die Kasernbachaue auf Grundlage des Landschaftsplanes zur Konzentration natur-
schutzrechtlicher Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen ist, sollten Gewässergüte und Auebe-
reich im Sinne des Naturschutzes verbessert werden. Ein erster wichtiger Schritt wäre die wei-
testgehende Sicherung von möglichst breiten Uferschonstreifen durch Grunderwerb, um Dün-
ger- und Pestizid-einträge in das Oberflächenwasser deutlich zu vermindern sowie durch na-
türliche Sukzession und Gehölzpflanzungen die Biotopstruktur zu verbessern. Eine im Sinne des
Naturschutzes erfolgreiche Sanierung des Kassernbaches und eines möglichst weitreichenden
Umfeldes wäre nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Biotopvernetzung, zum Biotop- und Arten-
schutz, es wäre im Sinne der AGENDA 21 auch ein Schritt zum zukunftsfähigen Umgang mit
der Ressource Natur und Landschaft und nicht zuletzt ein Beitrag zur Steigerung des Naturer-
lebnis- und Erholungswertes.
Unseres Erachtens sollten auch Überlegungen angestellt werden, die Beton-Halbschalen im
Oberlauf an der Siedlungslage durch einen naturnahen Verbau zu ersetzen. Anregungen
hierzu können Sie dem beiliegenden Heft „Die Renaturierung des Gleibachs“ entnehmen. Er-
gänzend dazu haben wir als Finanzierungshinweis in Kopie die „Richtlinie zur Förderung von
Maßnahmen, die der Wiederherstellung naturnaher Gewässer einschließlich ihrer Ufer und
Auen dienen“ beigelegt, die am 03.03.2003 im Staatsanzeiger veröffentlicht wurde. Die
ergänzende Finanzierung des Grunderwerbs könnte im Zuge naturschutzrechtlich erfor-
derlicher Ausgleichsmaßnahmen oder vorsorglich für „Ökopunkte“ erfolgen, die Flächenregu-
lierung im Wege eines Flurneuordnungs- oder Grenzbereinigungsverfahrens. Näheres dazu in
der beiliegenden Kopie (Auszug) „Grenzen überwinden – Zukunft gestalten“. Gerne beteili-
gen wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten an den planerischen und später praktischen
Arbeiten. Wir wären Ihnen für eine Stellungnahme zu diesem Schreiben dankbar und würden
danach gerne mit Ihnen ein Gespräch über das diesbezüglich (gemeinsam) Anzustrebende
bzw. Machbare führen.

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Da der Hochwasserschutz zu den satzungsmäßigen Aufgaben des Schwarzbachver-
bandes zählt und bislang überaus konventionelle Hochwasserschutzlösungen prakti-
ziert, wollen wir als Naturschutzverband einiges daran setzen, daß vor neuen groß-
technischen Lösungen alle naturnahen Möglichkeiten der Hochwasser-Retention
genutzt werden.
Im Rahmen einer Landes-Delegiertenversammlung der SDW Hessen wurde bereits vor
zehn Jahren erregt darüber diskutiert, inwieweit die Waldwegeerschließung mit ihrem
Graben- und Rohrsystem die Wasserversorgung des Waldes beeinträchtigt und zur
Hochwasserbildung beiträgt. Auch u- E. könnten die Waldbesitzer nennenswert dazu
beitragen, durch ein Grabensystem mit angeschlossenen großen Versickerungsflä-
chen Hochwasserspitzen zu kappen.

Am 15.08.2003 haben wir uns brieflich
zum Thema „Kirchendächer für Um-
weltschutz“ an die Hofheimer Kirchen-
gemeinden gewandt. Beigelegt wa-
ren Informationen zur photovolta-
ischen und thermischen Nutzung von
Sonnenenergie durch Solaranlagen
auf Kirchendächern, für die die Deut-
sche Bundesstiftung Umwelt Fördermit-
tel bereit hält. Wir baten um Prüfung,
ob die Kirchengemeinde einen Beitrag
zum Umwelt- bzw. Klimaschutz leisten
könne, indem Sie ihr Kirchendach zur
Nutzung regenerativer Energie zur Ver-
fügung stellt. Die Resonanz: Eine – ab-
schlägige – Antwort.                            Thermischer Vakuumröhren-Solarkollektor

Seit August 2004 haben wir mit der MTR GmbH Korrespondenz zu folgenden Fragen:
1. Ist es der MTR GmbH möglich, gemeinsam mit kreisansässigen Landwirten eine Koopera-
   tive zur Gewinnung und Verwertung von Öl aus regional nach Bioland- oder ähnlichen
   Richtlinien angebautem Raps (z. B. als Kraftfahrzeug-Treibstoff) zu gründen?
2. In welchem Umfang finden biogene Treib- und Schmierstoffe in Ihrem Unternehmen be-
   reits Verwendung?
3. Es mehren sich bei uns Anfragen nach Tankmöglichkeiten für „Biodiesel“ und Erdgas. Se-
   hen Sie eine Möglichkeit, eine solche Tankstelle z. B. seitens Ihres Unternehmens im Main-
   Taunus-Kreis einzurichten? Nach unserer Kenntnis befindet sich die nächstliegende Tank-
   stelle im Industriepark Höchst.
4. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (Infos unter www.kfw.de) fördert Investitionen in Bio-
   gasanlagen (Infos unter www.fnr.de) durch zinsgünstige Darlehen. Können Sie sich vor-
   stellen, auch hierzu eine Kooperative mit kreisansässigen Landwirten zu gründen? Beson-
   ders die Verwertung von Pferdemist aus der im Main-Taunus-Kreis sehr verbreiteten Pensi-
   onspferdehaltung böte sich an (Infos beim Mainova-Kompetenzzentrum Technik).
5. Bei der Durchforstung heimischer Waldungen, ja sogar beim Baumschnitt von Straßenbe-
   gleitgehölzen und großen Streuobstflächen, fallen große Holzmengen an, die oft unver-
   wertet verrotten. Gerade für den forstwirtschaftlichen Schlagabraum und geringwertiges
   Durchforstungsholz wäre ein naheliegendes, mindestens kostendeckende Preise zahlen-
   des Verwertungsunternehmen von großem Nutzen – auch für die Sicherung von Waldar-
   beiter-Arbeitsplätzen und die Motivation der öffentlichen und privaten Waldbesitzer, bei
   verbesserter Wirtschaftlichkeit mehr für den Naturschutz im Wald zu tun. Sehen Sie hier
   Möglichkeiten einer Zusammenarbeit?
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In unseren Stellungnahmen zu Bebauungsplänen mit Wohn- und/oder Gewerbenutz-
ung findet sich fast immer die Empfehlung, Blockheizkraftwerke (BHKW) zu nutzen.
Dazu hier eine Kurzinformation:
Ähnlich wie Autos haben BHKW einen Antriebsmotor und einen Elektrogenerator. Der An-
triebsmotor ist je nach Hersteller von einem Kraftwagen- oder Schiffsserienmotor abgeleitet.
Dabei wird Wert auf eine Lebensdauer von mehr als 30.000 Stunden gelegt. PKW-Motoren
bringen es nur auf 3000 bis 4000 Stunden(das entspricht einer Fahrleistung von etwa 200.000
km). Grund für die lange Lebensdauer ist der kontinuierliche Betrieb bei gleichbleibender Last.
Da es bei einer stationären Maschine nicht auf das Gewicht ankommt, aber beim Einbau in
Wohn- und Bürohäuser ein lärmarmer, weitgehend erschütterungsfreier Betrieb gefordert wird,
werden die Motore schwergewichtig ausgeführt. Hohes Gewicht ist besonders dann notwen-
dig, wenn es sich um einen Gasmotor mit nur einem Zylinder handelt. Um Lärmbeeinträchti-
gungen zu vermeiden, ist die Maschine mit einer Schallschutz-Ummantelung versehen.
Beim Betrieb des BHKW-Motors wird, anders als beim Auto, die anfallende Wärme nicht über
Kühlwasser und heiße Abgase als „Abwärme“ an die Umwelt abgegeben. Vielmehr wird sie
zum Beispiel zur Raumheizung nutzbringend eingesetzt: Beim BHKW fällt Kühlwasser an, das ein
für Raumheizung günstiges Temperaturniveau von 80 °C hat. Die Abgastemperaturen eines
BHKW erreichen wesentlich höhere Werte bis mehr als 500 °C.
Im BHKW wird die zugeführte Energie wegen der Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-
Wärme-Kopplung) mit besonders geringen Verlusten eingesetzt. Der Wirkungsgrad eines
BHKW ist erheblich besser als bei getrennter Erzeugung; Verglichen mit der Stromerzeugung in
herkömmlichen Kraftwerken und der Wärmeerzeugung in Kesselanlagen können bis 40 % an
Primärenergie eingespart werden. Diese effektive Energienutzung ist ein Beitrag zur Minde-
rung der CO²-Emission und damit ein Beitrag zum Klimaschutz.

Wir nehmen an den Sitzungen der städtischen Arbeitsgruppe "Ausbau des Flug-
hafens Rhein-Main" der Stadt Hofheim als Mitglied teil. Die Hofheimer Belange im
Planfeststellungsverfahren Flughafenausbau einschließlich der Werft für den neuen
Airbus werden im Hinblick auf die Flugrouten-Änderung, den Schadstoffausstoß und
die Lärmbelastung mit den Vertretern der Bürgerinitiativen beraten.
Auch in der städtischen Arbeitsgruppe „Vorderheide“ sind wir vertreten, deren Auf-
gabe u. a. die Beratung des Magistrates zur Güterabwägung zwischen den Belang-
en des Naturschutzes und der vorgesehenen Wohnbebauung ist, wobei wir letzterer
durchaus skeptisch gegenüber stehen.
Im Jahr 2003 nahmen wir im Auftrag unseres Landesverbandes als anerkannter Natur-
schutzverband zu folgenden Bauleitplänen und Planfeststellungsverfahren Stellung:
24.01.2003: Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 117 der Stadt Hofheim mit der
Bezeichnung „Haus vom Guten Hirten“, Gemarkung Marxheim.
24.01.2003: Bebauungsplan der Gemeinde Kriftel mit der Ordnungsnummer 37 und
der Bezeichnung „Ziegelei“.
30.01.2003: Vorhaben- und Erschließungsplan Nr. 7 „Im Langgewann II“, Flur 31,
Gemarkung Hofheim.
26.02.2003: Bebauungsplanentwurf Nr. 9-3, 2. Änderung „Naturfreundehaus“, Teile
der Flur 6, Gemarkung Wildsachsen.
21.03.2003: 1. Änderung des Vorhaben- und Erschließungsplanes „Golfplatz Hof Hau-
sen vor der Sonne“:
Mit der ... Änderung des Vorhaben- und Erschließungsplanes sollen Planungs- und Ausfüh-
rungsmängel in der bisherigen Entwicklung des Golfplatzes behoben werden. Bereits in unse-
rer Stellungnahme vom 08.05.1997 an den Magistrat wiesen wir darauf hin, daß der der was-
serwirtschaftlichen Entscheidung zugrunde gelegte Pumpversuch vom 26.10. bis 24.11.1989 u.
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E. nicht als repräsentatives Ergebnis angesehen werden kann, da die Niederschlagsver-
hältnisse und damit auch die Grundwasserneubildung in dieser Jahreszeit nicht mit den nie-
derschlagsarmen Phasen des Sommers verglichen werden können, in denen zweifellos die
umfänglichsten Wasserentnahmen erfolgen werden. Infolge einer fehlerhaften Abwägung
wurden diese Bedenken bei Ihrer weiteren Planung nicht ausreichend beachtet.
Zur Behebung des Wasserversorgungsmangels sollen nun täglich durchschnittlich 200 m 3 Was-
ser neben dem Auslauf der Kläranlage Lorsbach zur Golfplatzbewässerung abgepumpt wer-
den, für die eine Leitung durch den Hofheimer Stadtwald gebaut werden soll. Die geplante
Entnahmemenge erscheint zwar gering, wird aber während der Trockenperioden, in denen
der größte Bedarf entsteht, verschärfend auf die dann ohnehin geringe Wasserführung des
Schwarzbaches einwirken. Wir halten die Festsetzung einer Entnahmehöchstmenge für erfor-
derlich, wobei die von den Dach- und sonstigen versiegelten Flächen des Golfplatzes auf-
fangbaren Niederschlagswassermengen zugunsten des Schwarzbaches berücksichtigt wer-
den sollen.
Der jährliche Stromverbrauch der Pumpanlage entspricht dem Mehrfachen des Stromver-
brauches eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushaltes im gleichen Zeitraum. Wir bitten
zu prüfen, ob für den Betrieb der Pumpanlage beispielhaft regenerative Energiequellen, wie
z. B. photovoltaische Solaranlagen, genutzt werden können. Bei Werbeanlagen- und Freibe-
reichsbeleuchtung sollten nach unten strahlende Natrium-dampf-Niederdrucklampen
eingesetzt werden. Deren Licht zieht Insekten, darunter auch seltene und nützliche Arten, in
wesentlich geringerem Maße an, als herkömmliche Leuchtmittel.
Bei den bestandsbedrohten heimischen Wildobstarten Wildapfel und Wildbirne ist zu berück-
sichtigen, daß zumindest die zu erwartenden Nachkommen der in der Kulturlandschaft an-
gepflanzten Exemplare keinen Beitrag zur Arterhaltung liefern können. Sollte es zu einer
Fruchtbildung kommen, können die Früchte nicht zur Nachzucht artreiner Wildformen heran-
gezogen werden, da der Pollen in der Regel von Kulturformen stammt (s. SCHULZKE, 1999). Wir
bitten mit der Unteren Naturschutzbehörde zu klären, ob von dort die Anpflanzung der ge-
nannten Wildobstarten als wünschenswert oder unschädlich angesehen wird.
Wir empfehlen die Pflanzung einzelner Eiben oder Stechpalmen, die insbesondere für Sing-
vögel und Kleinsäuger als Nist- und Nährgehölz geeignet sind. Immergrüne Gehölze bieten
besonders im Winter gute Deckung. Durch fachgerechte Anbringung von Nisthöhlen für Mei-
sen, andere höhlenbrütende Kleinvögel sowie Fledermauskästen an geeigneter Stelle, sollte
zum Artenschutz beigetragen werden. Nach Möglichkeit sollten je nach baulicher Notwen-
digkeit oder örtlicher Gegebenheit als gestalterisches Element zur Biotopaufwertung offenfu-
gige Trockenmauern in sonniger Lage angelegt werden.
Zur Bewertung des Kompensationserfolges der naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen und
der faunistischen Besiedlung des Golfplatzes halten wir ein Biomonitoring für wünschenswert,
das außer den Wirbeltieren auch Insekten einschließt und in dessen Rahmen Maßnahmen der
Biotopvernetzung geprüft werden.
22.03.2003: Bebauungsplan Nr. 32 „Für das Gebiet der Diedenbergener Straße“ (Re-
cyclinghof), 2. Änderung, Flur 32, Gemarkung Marxheim.
19.08.2003: Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan Nr. 129 der Kreisstadt
Hofheim am Taunus „Quartier Zeil/Feldstraße“.
13.10.2003: Meldung von Gebieten nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie der
Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union.
26.11.2003: Planfeststellung für den Neubau eines kombinierten Rad- und Gehweges
im Zuge der Kreisstraße 785 zwischen den Stadtteilen Diedenbergen und Wallau.
Auf eine Wiedergabe des Inhalts unserer Stellungnahmen habe wir – mit Ausnahme
unserer Einlassungen zum „Golfplatz Hof Hausen vor der Sonne“ aus Platzgründen
verzichtet. Jeder Interessierte kann jedoch die Verfahrensakten nebst unseren Stel-
lungnahmen in unserer Geschäftsstelle einsehen, sich eine Kopie unserer Stellung-
nahme fertigen oder kostenlos zusenden lassen.
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Vielleicht haben Sie sich gelegentlich gefragt, welchen Aufwand (auch in Euro) die
Erarbeitung einer solchen Stellungnahme verursacht? Hier ein Überblick zur Vorge-
hensweise und den Kosten (typischer Bearbeitungsablauf), wobei für die ehrenamt-
lich erbrachte Arbeit adäquate Beträge in Anlehnung an das „Gesetz über die Ent-
schädigung von Zeugen und Sachverständigen (ZuSEG)“ zugrunde gelegt werden:
                            Arbeitsgang, Zeit- und Sachaufwand                                je (€)   ges. (€)
    1   Lesen der Unterlagen zum Bebauungsplanentwurf durch ein sachverständiges
        Vereinsmitglied, auch zur Vorbereitung des Ortstermines, 1,0 Std.                     40,00      40,00
    2   Besichtigung des Bebauungsplan-Gebietes (z. B. in Hofheim) durch 2 sachver-
        ständige Vereinsmitglieder zu je 1,5 Std. = 3,0 Std.                                  40,00     120,00
        Fahrkosten Lorsbach – Hofheim – Lorsbach, 12 km                                        0,27       3,24
    3   Bericht und Erörterung in der nächsten Vorstandssitzung, 5 Personen zu je 0,5 Std.
        = 2,5 Std.                                                                            40,00     100,00
    4   Erarbeitung der Stellungnahme einschließlich der Recherchen in vorhandenen
        Akten, Fachliteratur (Bestimmungsliteratur, Rote Listen etc.), Rechtsquellen (Bnat-
        SchG, FFH-Richtlinien, HENatG, Verordnungen, Urteile, Kommentare) und Inter-
        netrecherche durch 2 sachverständige Vereinsmitglieder zu je 3,0 Std. = 6,0 Std.      40,00     240,00
    5   Schreiben einer 3-seitigen Stellungnahme, je Seite                                     2,00       6,00
    6   Fertigung einer Kopie der Stellungnahme für unsere Unterlagen, 3 Seiten                 0,50       1,50
    7   Versand der Stellungnahme per E-Mail an den Kreis- und Landesverband, die Un-           2,50     20,00
        tere Naturschutzbehörde und 5 x an die Presse, 8 Dateien
    8   Lesen des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung über unsere vorge-              40,00      20,00
        brachten Anregungen und Bedenken sachverständiges Vereinsmitglied, 0,5 Std.
    9   Bericht über den Beschluss und Erörterung in der nächsten Vorstandssitzung,
        Entscheidung über weitere Stellungnahme im Rahmen der öffentlichen Ausle-
        gung, 5 Personen zu je 0,5 Std. = 2,5 Std.                                            40,00     100,00
         Neun Arbeitsgänge mit einem Zeitaufwand von 16 Stunden und Kosten in Höhe von:                 650,74

Übertragen auf neun bearbeitete Stellungnahmen im Jahr 2003 bedeutet dies eine
Leistung im „Gegenwert“ von über 5.500 € für die Wahrnehmung der Belange des
Naturschutzes und der Landschaftspflege.


           LANDSCHAFTSPFLEGEBETRIEB „NATURSCHUTZWERKSTATT“
Auf unseren Streuobstwiesen ernteten wir 2003 sechs Steigen Birnen. Die Apfelernte
wurde an den Verein Main-Taunus Streuobst (VMTS) verkauft.
                Apfelernte   1999    2000     2001    2002    2003
              1999 bis 2003: 6,0 to 3,5 to 5,0 to 2,5 to 1,5 to
Im vergangenen Jahr haben unsere Mitarbeiter wiederum ein beachtliches Arbeits-
pensum bewältigt. Hier ein Überblick:
       Einsammlung von Müll, , Plastik, Metallschrott und Bauschutt im Außenbereich
       Zerlegen von Betonstücken und Metallstücken zum Abtransport
       Entfernung von Starkholz aus dem Kassernbach gegen Überschwemmungen
       Pflanzen, Anbinden, Verbißschutz und Wässern von Obstbäumen, Umgraben von Baum-
        scheiben junger Obstbäume und Entfernen bearbeitungshinderlicher großer Steine
       Jungobstbaum-, Gehölzpflege- und Wiederherstellungsschnitt für eine Hainbuchenhecke
       Anlage und Pflege einer Laubgehölz-Hecke an der Gemeinschaftsunterkunft Lorsbach
       Rodung von Riesenspringkraut am Kassernbach sowie von Riesenbärenklau und Japan-
        knöterich im Gebiet von Hofheim am Taunus im Rahmen der Neophytenbekämpfung
       Lagerung und Bearbeitung von Brennholz, Anlage von gestützten Holzpoldern
       Schneiden von Baum- und Zaunpfählen
       Schneiden mit Motorketten- und Handsäge sowie Elektro-Motorkettensäge
       Rodung von Strauch- und alten Baumwurzeln, Lockerung verdichteten Bodens
                                                                                                         ... 14
                                            - 14 -


   Reparatur des Folienzaunes eines "Eidechsengeheges"
   Behälter- und Handfang und Umsetzung von Zauneidechsen
   Mähen mit Handsense, Motorsense und Motor-Balkenmäher
   Rechen, Gabeln (Räumung) und naturschutzflächenverträgliche Lagerung des Mähgutes
   Wartung und Instandhaltung von Handwerkszeug, Geräten, Maschinen und Fahrzeugen
   Haus- und Hofdienst, Auf- und Abbau einer Marktbude und eines Pavillons
   Demontage eines Drahtzaunes, Weidestalles und -holzzaunes
   Restaurieren eines Eisengitter-Tores
Dazu ergänzend als quantitative Angaben. Auf kreisweitem Streubesitz wurden u. a.:
   über 70.000 qm Wiesen in z. T. schwierigem Gelände gemäht und geräumt.
   über 200 qm flächendeckender Brombeerbewuchs und Gehölze geschnitten.
   über 1.300 Jung-Obstbäume gepflegt, davon über 400 geschnitten.
   22 alte Obstbäume geschnitten.
   über 50 junge Obstbäume und über 40 Sträucher neu gepflanzt.
Im Rahmen des Projektes durchgeführte Anbau-Arbeiten:
   Demontage wiederverwendbaren Baumaterials für Sanitärraum
   Bau einer Steintreppe zum Umkleide- und Sanitärraum mit Drainagegrund, Podest und
    Steinwangen
   Anlage eines provisorischen Entwässerungsgrabens
   Abbau, Neumontage, Verlängerung und Wiederanschluß der Regenrinnen
   Vergrößerung eines Vordaches
   Verlegen von Bodenplatten zur Freibereichsbefestigung
   Installationsplanung und Verlegen von Elektrokabeln
   Zement-Innenputz im Umkleide- und Sanitärraum
Auflistung der im Rahmen des Projektes angefallenen Bürotätigkeiten:
   Bürotätigkeit wie z. B. Versenden von E-Mails (OUTLOOK), Kopieren, Faxen, Telefonieren
   Einbinden, Inventarisieren und Katalogisieren von Literatur für unsere Fachbücherei
   Mitarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit (Texte, Preisrätsel für Kinder, Internetrecherchen)
   Vorarbeiten zur Erstellung einer Homepage im "worldwide web" (www)
   Erstellen eines Vortragsmanuskripts nach Vorlagen
   Einweisung in die PC-gestützte Vereinsbuchhaltung und das Rechnungswesen
   Bearbeitung von Adresstabellen am PC
   Erstellen von Vorstandsprotokollen, Serienbriefen an Schulen und Kirchengemeinden, Ein-
    zelbriefen, Einladungen und sonstigen Schriftstücken (WORD)
   Versendung von Infopost
Unsere gemeinnützig arbeitende Bürokraft nahm an den Grundkursen "Bildschirmprä-
sentation MS-Powerpoint 2000“ (12 Stunden) und "MS-EXCEL 2000“ (18 Stunden) am
Verwaltungsseminar Frankfurt am Main teil.
Dienstleistungen wurden 2003 für den Main-Taunus-Kreis, den Verein Main-Taunus
Streuobst, den Kreisverband Main-Taunus des Vereins Naturlandstiftung, den BUND
Flörsheim, die Main-Taunus-Recycling GmbH, die RMD GmbH, die Kreisstadt Hofheim,
die Stadt Hochheim, Hessen Forst und unseren Stadtverband erbracht.
Aufgrund der Konzentration von Hessen Forst auf das sogenannte „Kerngeschäft“,
die Forstwirtschaft, erwägt der Hofheimer Magistrat die Vergabe der Betreuung des
Wildgeheges am Kapellenberg und bat uns im Sommer des vergangenen Jahres,
eine Kostenschätzung vorzulegen, falls man uns mit der Betreuung beauftragen wür-
de. Nach Rücksprache mit dem bisher für das Wildgehege zuständigen Revierleiter,
Herrn Esser, haben wir ein Angebot unterbreitet. Bislang hat der Magistrat jedoch
noch keine Entscheidung getroffen.

                                 GRUNDBESITZ
                                                                                        ... 15
                                       - 15 -


Die Gesamtfläche unseres Grundbesitzes belief sich am 31.12.2003 auf 97.772 qm.
Davon sind 55.166 qm Grundeigentum, 2.265 qm Erbbaurecht und 40.341 qm ge-
pachtet. Der Zuwachs von 1.665 qm resultiert zum einen aus dem Abschluss des Erb-
baurechtsvertrages mit der Kreisstadt Hofheim am Taunus für unser bisher mit nur 600
qm gemietetes Anwesen Hubertuspfad 1. Zum anderen gelang es nach dreijährigem
Bemühen endlich, das im Jahr 2000 als Tauschfläche in der Gemarkung Langenhain
erworbene Flurstück 123 (3.159 qm Ackerland) in der Flur 50 "Am Breckenheimerpfad"
gegen das ebenfalls in der Gemarkung Langenhain gelegene 3.177 qm große Flur-
stück 96 in den Quellwiesen der Gewann „Pfarrhag“ in der Flur 54 zu tauschen. Einen
Wertausgleich für die 18 qm Mehrfläche mussten wir nicht leisten. Wir werden unsere
Grunderwerbsbemühungen dort ebenso fortsetzen, wie zur Erweiterung unseres
Grundeigentums in dem Flurstück 18 der Flur 42 „Unterm Weier“ von Diedenbergen.
Seit Dezember 2003 stehen wir in Verhandlungen wegen des Erwerbs eines weiteren
Grundstückes in der Kasernbachaue bei Langenhain.
Herr Bender, seit 22.10.2002 vom Vorstand zum „Beauftragten für die Liegenschafts-
aufsicht“ gewählt, hat im vergangenen Jahr 22 Liegenschaftsinspektionen vorge-
nommen. Sein Hauptaugenmerk lag im Herbst darauf, dass die zur Heunutzung an
den Laurentiushof bei Langenhain vergebenen Wiesenflächen vertragsgemäß ge-
mäht waren. Weiter kontrolliert Herr Bender im Rahmen unserer Verkehrssicherungs-
pflicht besonders unseren Baumbestand – auch im Hinblick auf Sturmschäden. Leider
fanden sich auf unseren wegnahen Flächen oft weggeworfene Flaschen, Blech- und
Plastikreste, die Herr Bender dankenswerter Weise einsammelte und entsorgte.
Wir suchen Mitglieder, die ehrenamtlich unseren Obstbaumbestand quantitativ und
annähernd maßstäblich kartografisch erfassen.
Unser Anbau mit Versammlungs- und Ausbildungsraum im Erdgeschoss sowie dem
Sanitär- und Umkleidebereich im Kellergeschoss wird wohl bis Sommer 2004 bezugs-
fertig. Die Planung unseres „Strauchgartens“ hat unser Vorstandsmitglied Kai Uwe
Vest-Winkler übernommen. Die Arbeiten dazu werden in diesem Jahr fortgesetzt.
Ende Dezember baten wir die Stadtverwaltung um ihr Einverständnis, in unserem
Haus Hubertuspfad 1 einen Raum als Dienstunterkunft für Stadtverbandspersonal (ins-
besondere im Rahmen von Arbeits-, Zivildienst- oder Praktikantenverhältnissen) ein-
richten zu dürfen, da wir erhebliche Verbesserungen im und am Haus ausgeführt so-
wie bewegliche Sachwerte (z. B. Computer, Maschinen und Fahrzeuge) im Wert von
über 50.000 € dort stationiert haben. Da das Haus jedoch nach Dienstschluss und am
Sonn- und Montag nicht oder nur selten genutzt wird, wäre eine dienstliche Unter-
kunft eine erhebliche Verbesserung der Objektsicherheit. Dies gilt auch für den 2004
in Angriff zu nehmenden Strauchgarten. Erst jüngst gab es wieder einen Einbruch (Nr.
3) durch ein Kellerfenster mit Glasbruch. Durch Wegfall des Fahrkostenersatzes z. B.
für Zivildienstleitende würden Einsparungen von über als 500 € jährlich möglich.


                                 FINANZEN
Zur Sicherung unserer Anbau-Finanzierung wurde auf Antrag des Vorstandes von der
Mitgliederversammlung nach Maßgabe des § 8 Abs. 2 Satz 3 unserer Satzung eine
Kreditermächtigung bis zu € 8.000 bewilligt und von unserer Hausbank als Kreditrah-
men in dieser Höhe vermerkt. Er wurde jedoch nicht in Anspruch genommen.
Wegen der Umstellung auf den neuen Kontenrahmen ab 2003 werden die Ergebnis-
se der Jahresrechnungen 2001 und 2002 nach altem Kontenrahmen von der Finanz-
planung 2003/2004 und dem Ergebnis der Jahresrechnung 2003 nach neuem
Kontenrahmen getrennt in zwei Tabellen dargestellt.                      ... 16
                                                               - 16 -


                        Ergebnisse der Jahresrechnungen 2001 und 2002
Geschäftsjahr                                                           Ergebnis 2002          Ergebnis 2001
Einzelpläne (E = Einnahmen, A = Ausgaben)                                    in €                  in DM
E 1 Mitgliedsbeiträge                                                            4.093,85                 7.832,50
E 2 Spenden                                                                      1.822,05                 7.668,18
E 3 Zuschüsse (Grunderwerb etc.)                                                 3.404,34                11.699,82
E 4 Vermögenseinnahmen                                                             452,42                   730,86
E 5 Wirtschaftliche Betätigung                                                   1.190,64                 1.414,95
E 6 (unbesetzt)                                                                         -                        -
E 7 Landschaftspflegebetrieb                                                   131.657,26               102.019,18
E 8 Durchlaufspenden                                                                 0,00                     0,00
E 9 Sonstige Einnahmen                                                             400,85                     0,00
Summe der Einnahmen                                                            143.021,41               131.365,49
E 0 Übertrag aus Vorjahr                                                        20.521,85                16.566,21
Summe Einnahmen und Übertrag                                                   163.543,26               147.931,70
A 1 Umlagen, Beiträge                                                            3.097,24                 6.049,00
A 2 Öffentlichkeits- und Jugendarbeit                                            2.705,28                 8.716,74
A 3 Naturschutz-Liegenschaften                                                   8.121,04                   436,09
A 4 Verwaltung                                                                   6.542,81                 4.910,65
A 5 Wirtschaftliche Betätigung                                                     836,47                   695,89
A 6 (unbesetzt)                                                                         -                        -
A 7 Landschaftspflegebetrieb                                                   118.114,06                86.986,16
A 8 Durchlaufspenden                                                                 0,00                     0,00
A 9 Sonstige Ausgaben                                                                0,00                     0,00
Summe der Ausgaben                                                             139.416,90               107.794,47
A 0 Übertrag aus Vorjahr                                                                -                        -
Übertrag ins Folgejahr                                                          24.126,36                40.137,23
Summe Ausgaben und Übertrag                                                    163.543,26               147.931,70

          Finanzplanung 2003/2004 und Ergebnis der Jahresrechnung 2003
Geschäftsjahr                                                               Plan 2004       Ergebnis Plan 2003
Einzelpläne (E = Einnahmen, A = Ausgaben)                                    Vorschlag      2003 (€)   Beschluss

E 1 Mitgliedschaften                                                                3.800     3.969,85     4.000
Mitgliedsbeiträge, Mahnkostenersatz.
E 2 Spenden                                                                         4.000    4.085,53       1.200
Geldspenden.
E3-                                                                                     -           -           -
E 4 Investitionszuschüsse                                                           3.000   12.563,00      13.000
Grunderwerb, Bau, Öffentlichkeits- u. Jugendarbeit, Kraftfahrzeuge, (Mo-
tor-)Geräte, Naturschutz u. Landschaftspflege.
E 5 Sonstige Zuschüsse                                                          55.000      89.240,33      83.000
Personalkostenerstattungen, Kraftfahrzeuge, (Motor-)Geräte, Liegen-
schaftsunterhaltung, Naturschutz und Landschaftspflege.
E 6 Kostenerstattungen                                                          16.000      27.997,12      11.000
Naturschutzverbände, Main-Taunus-Kreis, Naturschutzprojekte.
E 7 Kapitalerträge                                                                   100      169,82           200
Zinserträge, Pachterträge, Nutzungsvergabeerträge.
E 8 Wirtschaftliche Betätigung                                                  10.000       2.250,61       4.000
Landschaftspflegeleistungen, Obsternte, Speisen u. Getränke, Werbeein-
nahmen, Warenverkauf allgemein.
E 9 Sonst. Einnahmen, Schadensersatz                                                 600      776,95           300
Verwahrgelder, Durchlaufspenden, sonst. Einnahmen.
Summe der Einnahmen                                                             92.500 141.053,21        116.700
E 0 Übertrag                                                                    14.800 24.126,36        24.126,36
Übertrag, Übertrag aus Vorjahr.

Summe Einnahmen und Übertrag                                                   107.300 165.179,57 140.826,36
                                                                                                               ... 17
                                                                - 17 -


A 1 Mitgliedschaften                                                             3.000    3.112,57     3.000
Beitragsumlagen, Beiträge u. Beitragsanteile, „Unser Wald“, Mitgliederinfor-
mation u. -betreuung, Rücklastschriftgebühren, Rücklastschriften, Mahnkos-
ten, Überzahlungen.
A 2 Öffentlichkeits- und Jugendarbeit                                            6.500    1.038,10      500
Investitionen, Stand- u. Mietkosten, Referenten, Literatur u. Medien.
A 3 Vereinshaus                                                                 10.000   45.799,91    38.000
Bauinvestitionen, Betriebsanlagen, Mobiliar, Hausgeräte, Zubehör, Heizung,
Strom, Wasser, Abwasser, Versicherungen.
A 4 Naturschutz, Grundbesitz                                                     4.000    3.961,32     4.000
Pflanzgut, Pflanzgutpflege, Nistgerätekauf u. –reparatur, Verbrauchsmate-
rial, Grundsteuer, Landpacht, Vermessungs-, Grunderwerbskosten u. -ne-
benkosten, Tierhaltung, Haftpflichtversicherung.
A 5 Personal                                                                    65.000   90.857,29    88.000
Löhne und Entgelte, Lohnabgaben ZDL-Sold u. sonst. Vergütungen, Berufs-
genossenschaftl. Unfallversicherung, Arbeits- und Arbeitsschutzkleidung,
Fahr- u. Reisekosten, Fortbildung.
A 6 Kraftfahrzeuge, (Motor)Geräte                                                4.000    2.739,78     2.500
Kfz.-Kauf, -reparatur, -wartung, -abgaben, -Versicherung, (Motor-)Geräte-
kauf, -reparatur, -wartung, Betriebsstoffe.
A 7 Verwaltung                                                                   1.500    1.635,23     2.500
Porti, Fotokopien, Telekommunikation, Büromaterial u. –einrichtung, Kapi-
talkosten, Vermögensverwaltung.
A 8 Wirtschaftliche Betätigung                                                   5.000    1.043,84     2.000
Nahrungsmittel, Bewirtungsmaterial, Marktbude, Werbung u. Standgebüh-
ren, Wareneinkauf allgemein, Auslagen für wirtschaftliche Betätigung.
A 9 Sonst. Ausgaben, Schadensersatz                                               200      225,40       200
Verwahrgelder, Durchlaufspenden, sonstige Ausgaben.
Summe der Ausgaben                                                              99.200 150.413,44    140.700
A 0 Übertrag                                                                         -       0,01          -
Übertrag, Übertrag aus Vorjahr.
Übertrag ins Folgejahr                                                           8.100   14.766,12    126,36
Summe Ausgaben und Übertrag                                                    107.300 165.179,57 140.826,36

Wenn Sie uns keine Lastschrifteinzugsermächtigung erteilt haben, überweisen Sie bit-
te satzungsgemäß Ihren Jahresbeitrag auf unser Konto Nr. 8160007 bei der Volksbank
Main-Taunus (BLZ: 500 922 00) bis zum 01.03.2002. Es ist auch unser Spendenkonto. Es
gelten die am 16. März 2000 beschlossenen Mitgliedsbeiträge:
Schüler und Studenten:                                                                               13,00 €
Alle anderen Personen:                                                                               26,00 €
Familien-Grundbeitrag:                                                                               52,00 €
Für jedes nicht volljährige Kind*) zuzüglich:                                                         5,00 €
*) Bei Erreichen der Volljährigkeit entsteht ein eigenes Mitgliedschaftsverhältnis.
Korporative Mitglieder u. Mitglieder mit freiwillig erhöhtem Beitrag mindestens:                     64,00 €
Bitte treten Sie unserem Förderkreis bei und/oder werben Sie Förderer. Die Mindest-
Förderspende beträgt 30,00 €. Entsprechende Vordrucke halten wir für Sie in unserer
Geschäftsstelle bereit. Sie liegen auch im Rathaus und den Außenstellen aus. Helfen
Sie uns, unserer heimatlichen Natur und Landschaft und natürlich unserem Wald zu
helfen. Vielen Dank.

                                            MITGLIEDER, PERSONAL
Am 01. Januar 2003 hatten wir 130 Mitglieder. Im Laufe des Jahres 2003 schieden
sechs Mitglieder aus. Somit hatten wir 01. Januar 2004 126 Mitglieder.
2004 danken wir folgenden Mitgliedern für langjährige Verbundenheit:
30 JAHRE:           Herrn Dr. Wolfgang Falke, Lorsbach und Herrn Günter von Hörsten,
                    Eltville.
25 JAHRE:           Herrn Elcke Eirich, Hofheim.
                                                                               ... 18
                                          - 18 -


20 JAHRE:    Frau Renate Schnabel, Langenhain und Herrn Klaus Schoger, Lorsbach.
10 JAHRE:    Herrn Daniel Meggert, Liederbach.

Nachfolgend sind die amtierenden Vorstandsmitglieder mit Zuständigkeiten ge-
nannt. Sie stehen Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.
 Horst Mauer                Tel.: 9298166   Landschaftspflegebetrieb, Presse
 Adolf Meier                Tel.: 5893      Finanzen, Personal, Mitglieder
 Kurt Madei                 Tel.: 6163      Vereinshaus, Versicherung, Satzung
 Andreas Dorsch             Tel.: 6233      Naturschutz, Verbandsbeteiligung
 Dr. Friedrich Karl Bunn    Tel.: 37207     Justitiariat
 Kai-Uwe Vest-Winkler       Tel.: 5220      Biotoppflegekonzeption
Revisoren für das Geschäftsjahr 2003
 Lothar Sangmeister        Tel.: 900993
 Horst Daniel              Tel.: 5554
Derzeit sind folgende Beauftragte vom Vorstand eingesetzt:
Dr. Dietmar Kemmann         Tel.: 7957      Hofheimer Lokale Agenda 21
Manfred Frank               Tel.: 8779      Jagdangelegenheiten
Sandra Conrady              Tel.: 36384     Deutsche Waldjugend, Jugendarbeit
Heinrich Bender             Tel.: 44358     Liegenschaftsaufsicht

Alle im Jahre 2003 in unserem Stadtverband Tätigen erbrachten rund 12.800 Gesamt-
arbeitsstunden (entspricht etwa sechs Vollzeitstellen) verteilen sich in etwa wie folgt:
  ca. 1.500 Stunden Vorstand Revisoren und Beauftragte
  ca. 2.200 Stunden Vorarbeiter
  ca. 4.400 Stunden HZA-Arbeiter
  ca. 1.600 Stunden Zivildienstleistende
    ca. 200 Stunden Büroangestellte (Minijob)
    2.483,75 Stunden Gemeinnützig Arbeitende
    ca. 400 Stunden Praktikanten
Rund 70 % der Gesamtarbeitsstunden wurden unmittelbar für Naturschutz und Land-
schaftspflege erbracht. Am Jahresende 2003 waren bei uns ein Vorarbeiter und zwei
Arbeiter im Rahmen von „Hilfe zur Arbeit (HZA)“, ein Zivildienstleistender und zwei ge-
meinnützig Arbeitende beschäftigt. Darüberhinaus eine Büroangestellte im Rahmen
eines Minijobs und eine weitere gemeinnützig arbeitende Bürokraft mit fünf Woch-
enstunden.
Die im April 2001 begonnene Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme „Pflege
von Streuobstwiesen – Arbeiten für Naturschutz und Landschaftspflege“ wird voraus-
sichtlich bis zum 31.03.2005 fortgesetzt. Ebenso auf hohem Niveau das zugehörige
Weiterbildungsprogramm unter Nutzung externer Institutionen und Fachpersonal,
eigener Kräfte und der UNB.
Unser Vorarbeiter, Herr Francesco-Paolo Nespola, steht seit nunmehr fünf Jahren in
unseren Diensten. Unsere umfängliche und durchaus erfolgreiche praktische Arbeit
für Naturschutz und Landschaftspflege in diesem Zeitraum wäre ohne ihn nicht mög-
lich gewesen. Dafür unseren herzlichen Dank, ebenso unseren Arbeitern Waldemar
Papenheim und Michael Kraus, den Zivildienstleistenden Johannes Beier und Adrian
Lixenfeld, unseren Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle, Frau Andrea Mauer und
Silke Dinges-Stagnitti sowie den gemeinnützig Arbeitenden und Praktikanten.
                                                                             ... 19
                                             - 19 -


                                 WUSSTEN SIE, DASS...
... etwa jeder dritte Fuchs vom Fuchsbandwurm, einem auch für den Menschen gefährlicher
Parasit, befallen ist? Ein wesentlicher Grund dafür ist die infolge der Tollwutbekämpfung
angewachsene Fuchspopulation. Die nur 5 mm großen Bandwürmer leben im Dünndarm von
Füchsen und können über den an Gräsern, Beeren und Pilzen haftenden Fuchskot bei mang-
elnden Vorsichtsmaßnahmen auch vom Menschen aufgenommen werden. Die Folge kön-
nen schwere, oft lebensgefährliche Erkrankungen an inneren Organen wie Gehirn, Nieren
oder Leber sein. Um sich vor dem Befall durch den Fuchsbandwurm zu schützen, sollten Früch-
te und Pilze aus Feld und Wald, Fallobst sowie Salat und Gemüse vor dem Verzehr gründlich
gereinigt werden und bei der Weiterverarbeitung zu erhitzen. Auch das Händewaschen nach
dem Sammeln ist wichtig. Das Einfrieren ist zur Abtötung der Bandwurmeier ungeeignet. Hun-
de und Katzen, die sich häufig im Wald und auf Wiesen aufhalten, sollten regelmäßig vom
Tierarzt auf Bandwurmbefall untersucht und ggf. behandelt werden.
... der WWF Deutschland einen Einkaufsführer anbietet, der über die in Deutschland zum Ver-
zehr beliebten Fische und Meeresfrüchte informiert? Jede Tierart ist einzeln auch unter Natur-
schutzaspekten bewertet. Gegen Einsendung eines mit 1,00 € frankierten Rückumschlages im
Format 22 x 11 cm an den WWF Deutschland, Rebstöcker Str. 55 in 60326 Frankfurt a. M. kann
der Einkaufsführer angefordert werden.
... 1973 ein Liter Benzin umgerechnet 0,36 €, heute 1,08 €, kostet? Dafür musste ein Arbeiter vor
30 Jahren fünf Minuten arbeiten. Heute sind es – trotz Ökosteuer – vier Minuten und 16 Sekun-
den. Für den Sprit für eine Fahrt von 100 km in einem Mittelklasse-Wagen musste ein Arbeiter
vor 30 Jahren 53, heute 38 Minuten arbeiten.
... bis November 2003 über 68.000 ziehende Kraniche in Oberhessen gezählt wurden, denen
mehrere zehntausend auf den Rügener Sammelplätzen weilende Kraniche noch folgten? Die
Hauptzugroute verläuft nördlich und südlich am Harz vorbei durch das Weserbergland und
Thüringen, die Auensysteme Ober- und Mittelhessens mit Rastplätzen im Bereich Amönebur-
ger Becken, Ohm und Lahn über Main und Rhein nach Frankreich und weiter auf die Iberi-
sche Halbinsel. Die häufig in V-Form fliegenden „Glücksvögel“ erreichen eine Reisegeschwin-
digkeit bis zu 80 km/h. Auch bei uns am Himmel kann man Schwärme von über 1.000 Krani-
chen hören und sehen.

                               SCHLUSSLICHTER
Die nachfolgenden Zitate dürften so oder ähnlich auch im Erfahrungsschatz der
meisten aktiven Naturschützer vorhanden sein:

   „Man muss Ärger aushalten können; wenn man es nicht kann,
 wenn man ihm überall aus dem Wege geht, so erreicht man nichts“.
                                        (Theodor Fontane)


                    „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt,
                    dann werden Sie auch ernst genommen“.
                                        (Konrad Adenauer)


                         „Wer kämpft, kann verlieren.
                     Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
                                          (Bert Brecht)


„In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.“
                                      (Arthur Schopenhauer)
                                                         - 20 -


Liebe Mitglieder und Leser, wir haben eine große Auswahl an Büchern, Broschüren u. a. zu
den Themen Wald, Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltschutz. Darunter sind Bücher,
die sich auch als Geschenk eignen. Mit einem Kauf unterstützen Sie unsere Naturschutzarbeit.
Ware, Seitenzahl, Verlag etc.                                                                                  Preis €
Broschüre (SW) "Der Wald - seine Bäume und Sträucher", 71 S., SDW                                                 1,50
Broschüre "Was wächst in unserem Wald", 88 S., SDW                                                                1,50
Buch "Naturführer Bäume und Sträucher", 127 S., BLV                                                               6,90
Broschüre "Auenwälder", 46 S., SDW                                                                                1,00
Postkartenheft "Auenwälder" (30 Postkarten), SDW                                                                  3,50
Broschüre "Initiative Wald - Ausstellung im Taschenformat", 32 S., SDW                                            0,80
Broschüre "Gesunde Böden braucht der Wald", 42 S. oder "Wald, Wasser, Leben", 32 S., Stiftung Wald in Not         0,80
Broschüre "Standortansprüche der wichtigsten Waldbaumarten" 32 S., AID                                            0,60
Faltblatt Baumartenbeschreibungen, 4 S., SDW                                                                      0,30
Baumquartett Serien 1,2 und 3, SDW, pro Stück                                                                     4,00
Buch "Lebensgemeinschaft Wald", Quelle & Meyer oder Buch "Bäume u. Sträucher", 191 S., BLV                        9,90
Buch "Wildschäden im Wald", 275 S., Parey                                                                        15,90
Buch "Geschichte des Waldes", 266 S., Ch.-Beck                                                                   20,90
Buch "Von Menschen und Bäumen", Rowohlt                                                                           9,90
Buch "Waldführer", 383 S., Kosmos                                                                                11,90
Buch "Prügelknabe Wald", 222 S., Verlag Jagd u. Kultur                                                            8,50
Aufkleber "Ja zum Wald - Ich mach' mit", SDW                                                                      0,40
Buch "Farbatlas alte Obstsorten"                                                                                 19,90
Buch "Praktische Landschaftspflege", 310 S., Ulmer                                                               11,00
Buch (SW) "Freilandlabor und alternativer Biologieunterricht", 81 S.                                              4,00
Buch "element vital l'eau" oder in deutsch "Lebenselement Wasser", 144 S., Schwarz                                5,00
Buch Naturführer "Der Teich", 93 S., Kosmos                                                                       4,60
Buch "Faszination Gartenteich", 182 S., BLV                                                                      16,20
Buch "Mein kleiner Gartenteich - Planen, anlegen, pflegen", 143 S., Bassermann                                    7,90
Buch "Biologie am Bach", 187 S., Quelle & Meyer                                                                   8,90
Buch "Ratschläge Naturschutz im Garten", 157 S., Neumann                                                          8,50
Buch "Nisthilfe für Tiere im Garten", 127 S., Callwey.                                                            6,50
Buch "Vogelgerechte Nistkästen selbst gebaut",91 S., Kosmos.                                                      9,90
Broschüre: "Nistkästen - artgerecht zum Selberbauen", 31 S. oder Bestimmungsbuch "Vögel", 239 S., BLV             7,90
Buch und CD "Was fliegt und singt denn da", Kosmos                                                               11,20
Buch "Steinbachs Naturführer Wasservögel", 287 S oder „... Lurche und Kriechtiere", 287 S.                        8,90
Buch "Die Greifvögel", 256 S., Parey                                                                             11,90
Hefter "Die Amphibien u. Reptilien des MTK", 103 S., SDW Hofheim                                                  4,50
Buch "Steinbachs Naturführer Schmetterlinge", 287 S.                                                              8,90
Buch "Schmetterlinge bestimmen auf einen Blick", 191 S., BLV                                                      4,90
Buch "Schmetterlinge im Garten", 32 S., Quelle & Meyer                                                            9,90
Buch "Zikaden", 288 S. oder „Laufkäfer", 295 S.                                                                  11,90
Buch "Netzflügler, Schlamm- und Kamelhalsfliegen", 159 S. oder "Atlas nützlicher Forstinsekten", 103 S., DLV     10,90
Broschüre "GU-Kompass Insekten", 80 S., Gräfe & Unzer oder "Ökologie von A bis Z", 170 S., Rotbuch                3,90
Spinnen- und Insektenschutzgreifer                                                                                2,20
Buch "Der große Naturführer Tiere und Pflanzen", 447 S., Kosmos                                                  12,50
Buch "Neue Tiere und Pflanzen in der heimischen Natur", 127 S.                                                   12,00
Buch "Enzyklopädie Tiere", 603 S., Lingen                                                                        11,00
Buch "Naturerlebnis Hessen", 160 S., Theiss                                                                      20,90
Buch "Das Naturerbe der Menschheit", 285 S., Villa Arceno                                                        21,90
Jahresabonnement von „Unser Wald“ für Mitglieder                                                                 13,00
Jahresabonnement von „Unser Wald“ für Nicht-Mitglieder                                                           15,00
"Ökobox" (420 Notizzettel)                                                                                        1,40
Buchenholz-Druckkugelschreiber                                                                                    1,00

				
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