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					Sommersemester 2001
               Vorlesungsbeginn:                23.04.2001
               Vorlesungsende:                  21.07.2001



Legende der ECTS (European Credit Transfer System) Kopfleiste
     1) Plazierung der Veranstaltung im Studiengang:
     GST       =       Grundstudium
     HST       =       Hauptstudium

     2) Anforderungen für den Leistungsnachweis:
     HA       =      Hausarbeit
     KL       =      Klausur
     PR       =      Protokoll
     RE       =      Referat

     3) Arbeitsbelastung in Punkten (ECTS-credits):
     Vorlesungen          =          0
     Kolloquien           =          0
     Sprachkurse          =          5
     Einführungen         =          5
     Lektürekurse         =          5
     Übungen              =          5
     Proseminare          =         10
     Seminare             =         10
     Kurse (= Proseminar/Hauptseminar+Vorlesung) = 10

     Sonstiges:
     +   = und
     /   = oder




Das kommentierte Veranstaltungsverzeichnis
    steht auch im Internet zur Verfügung

       http://www.uni-konstanz.de
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ALLGEMEINE VERANSTALTUNGEN
EINFÜHRUNGEN

Einführung in bibliographische Datenbanken
für Anglisten, Germanisten und Slavisten
Di 19.6.2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                        U.Jochum


PROSEMINARE

Globalizing Literature: The Harry Potter Phenomenon
Do 16-18 Uhr, A 704                                                      T.Kühn
(GST RE+HA/KL 10)
The Harry Potter-novels are fascinating not just as a cultural and commercial phenomenon but also
simply as a good read. Both aspects will be at the centre of this course in which all four Harry Potter
novels will be read and critically analysed. By close reading, one can already find reasons for the
success of this kind of literature – children / youth, fantasy. But even then the question remains why the
novels are so popular. Therefore we will have a further look at economic and cultural factors that play
such a great role in the novels‘ success – marketing strategies of publishing houses, the internet as
globalising marketing tool. Participants of this seminar are expected to do extensive research in book-
reviews and the internet and to have access to the necessary equipment.
Required reading:
J.K. Rowling, Harry Potter and the Philosopher’s Stone, London: Bloomsbury, 1997.
dies., Harry Potter and the Chamber of Secrets, London: Bloomsbury, 1998.
dies., Harry Potter and the Prisoner of Azkaban, London: Bloomsbury, 1999.
dies., Harry Potter and the Goblet of Fire, London: Bloomsbury, 2000.
(siehe Englische und Amerikanische Literatur)


KURS

„Diskurs in der Enge“ (P.Nizon) Literatur und Film in der Schweiz
Mo 16-18 Uhr, H 305                                                   P.Braun/H.Kinder/K.Oettinger
Filmsichtungstermin: Do 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST+HST RE+HA 10)
Im Wintersemester 2001/02 wird an der Universität Konstanz eine Poetik-Dozentur eingerichtet, die sich
der Schweizer Literatur und Kultur widmet. Als Vorbereitung darauf wollen wir uns in dem Kurs, der sich
an Teilnehmende aus dem Grund- und Hauptstudium der Literatur- und Medienwissenschaft richtet, mit
Aspekten der kulturellen Identität der Schweiz beschäftigen, wie sie in der Literatur und im Film
errichtet, variiert und dekonstruiert wird. Darüber hinaus wollen wir der Frage nachgehen, ob es eine
spezifisch schweizerische literarische oder. filmische Ästhetik gibt, die sich von denen der Nachbar-
länder Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich markant unterscheidet. Neben den wöchentli-
chen Plenumssitzungen gehört zum Kurs ein 14-tägiger Filmtermin sowie eine Blockveranstaltung am
Freitag, dem 6. und Samstag, dem 7. Juli. Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind die
kontinuierliche Teilnahme und die Übernahme eines Referats und einer Hausarbeit.
Lit zur Vorbereitung.: H.L. Arnold: Literatur in der Schweiz, München 1998 (Text und Kritik), M.
Schlappner, M Schaub: Vergangenheit und Gegenwart des Schweizer Films, Basel 1989.
(siehe Deutsche Literatur und Medienwissenschaft)
                                                                                                          3
Gao Xingjian: Medien- und Theater(theorie) zwischen den Kulturen
Mi 14-16 Uhr, H 305                                                      St.Kramer/N.Vittinghoff
(GST+HST RE+HA 10)
Der chinesischstämmige Schriftsteller und Medien-/Literaturtheoretiker Gao Xingjian, dem im vergan-
genen Jahr der Literaturnobelpreis verliehen worden ist, ist in China und Europa vor allem durch seine
experimentellen Theaterstücke bekannt geworden. Sein Studium der Romanistik ermöglichte ihm schon
früh einen privilegierten Zugang zur Weltliteratur; dies selbst in einer politischen Phase, als ein Großteil
der ausländischen Literatur auf dem Index der kommunistischen Zensur Chinas stand. Sein Zugang zur
europäischen Literatur wie auch sein Leben in Frankreich, wohin er als bereits etablierter Schriftsteller
im Jahre 1987 emigrierte, hat nicht zuletzt auch Gaos literarische Werke nachhaltig beeinflußt. So
finden sich in seinen Stücken Bezüge zu Brecht, Grotowski oder Artaud, aber auch zum traditionellen
und zeitgenössischen chinesischen – bzw. asiatischen – Theater. Auch in seinen theoretischen
Schriften entwirft Gao eine hybride Schauspielkunst, die Vorstellungen einer modernen Psychologie, der
Bewußtseinsforschung, des Zen-Buddhismus und des klassischen chinesischen und europäischen
Theaters miteinander verbindet. Im Verfahren eines "literary recycling" reaktiviert und verknüpft er diese
miteinander und entwirft – ohne sie dabei bloß zu rekonstruieren – auf der Grundlage ihrer Konventio-
nen seine persönlichen literarischen Ausdrucksformen. Indem er auf sie rekurrierte, konnte er aber auch
neue Bühnen- und Maltechniken etablieren, in denen sich Formen europäischer wie auch asiatischer
Kunst wiederfinden lassen. Damit befindet sich Gaos vielfältiges schriftstellerisches und künstlerisches
Schaffen in einem unentwegten Prozeß des inhärenten Austauschs verschiedener Kulturen und Zeiten
sowie unterschiedlicher literarischer und künstlerischer Schulen. In diesem Seminar sollen die Werke
und theoretischen Schriften Gao Xingjians im Hinblick auf ihre kulturellen Wurzeln und Bezugnahmen
analysiert werden. Zudem soll gefragt werden, welchen Beitrag seine transkulturellen künstlerischen
Interaktionen zu einer sogenannten „Weltliteratur“ und „Weltkunst“ zu leisten imstande sind. Voraus-
setzungen für einen Leistungsschein sind die kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.
(siehe auch Medienwissenschaft)


SEMINARE

Leib, Sprache, Inszenierung.
Einführung in die Philosophische Anthropologie
Mi 14-16 Uhr, G 421                                                   M.Schöning/U.Bröckling
(HST RE+HA/KL 10)
Gemeinsame Veranstaltung der Fachgruppen Soziologie und Literaturwissenschaft
Antworten auf die Frage, was der Mensch ist, sind riskant. Sie versprechen Universalität und werden
ihre kulturelle Prägung doch nicht los. Selbst die Verweigerung jeder positiven Bestimmung, Nietzsches
Rede vom „nicht festgestellten Thier“ etwa, fügt dem Reigen der Menschenbilder ein weiteres, wenn
auch reflexiv gebrochen, hinzu. Philosophische Anthropologie ist die Reflexionsform dieser Aporie. Sie
nimmt die Möglichkeit der Vielfalt in ihre Bestimmungsversuche auf und versucht doch, sie auf einen
Begriff zu bringen. Von dieser Spannung gezeichnet sind die Arbeiten von Helmuth Plessner, Max
Scheler und Arnold Gehlen, die in den 20er bzw. 40er Jahren die Philosophische Anthropologie als
eigenständigen Denkansatz begründeten. Ihre Grundlegungen holten nicht nur das zeitgenössische
biologische, medizinische und psychologische Wissen philosophisch ein, sondern wirkten auch weit in
Literatur und Kultur hinein. Im Seminar sollen sie in doppelter Perspektive untersucht werden: als
Diagnose und Symptom zugleich. Ein Reader mit Texten wird erstellt. Zur vorbereitenden Lektüre
empfehlen wir: Helmuth Plessner, Mit anderen Augen, Stuttgart 1982 (Reclam)
(siehe Deutsche Literatur und Veranstaltungsverzeichnis der Soziologie)
4
Das Kunstlied
Do 16-18 Uhr, F 428                                                 H.Kinder/D.Winkelmann
(HST RE+HA 10)
Neben weiterreichenden Aspekten wie: Das Lied als "kleine Form" (A. Jolles), Arten des Liedes,
Entstehung und Geschichte des Kunstliedes - steht im Zentrum des Seminars die Frage nach dem
Verhältnis von Poesie und Musik im 'klassischen' Kunstlied. So kann die Vertonung empathische oder
komisch-parodierende 'Interpretation' des Textes, aber auch Steigerung beider medialer Teile zum
'kleinen Gesamtkunstwerk' sein. Diskutiert wird diese Frage nach Text und Musik an den Beispielen der
Schubert-Zyklen ("Die schöne Müllerin", "Winterreise", beide nach Gedichten von Wilhelm Müller,
"Schwanengesang", nach Gedichten von F. Rellstab, H. Heine, J. G. Seidl), an Goethe-, Eichendorff-
und Heine-Liedern verschiedener Komponisten bis ins 20. Jahrhundert. Dabei wird nicht abzusehen sein
von den ästhetiktheoretischen Bestimmungen beider Künste, ihrer Hierarchie und Funktionen seit dem
18. Jahrhundert. Einige Themen für Referate können schon zu Ende des Wintersemesters
übernommen werden. Eine Liste liegt ab dem 10. 2. Im Sekretariat von Frau Moosmann (H 213) aus.
(siehe Deutsche Literatur)

„Wireless Imaginations“ – Das Radio in der sowjetischen
Kultur und Literatur der 20er und 30er Jahre
Di 12-14 Uhr, G 309                                                J.Murašov
(HST RE+HA/KL 10)
(siehe auch Slavische Literatur und Medienwissenschaften)


VORLESUNG

Zur Mediengeschichte in der Slavia:
Schrift und Geld in Rußland
Mi 16-18 Uhr, F 423                                                J.Murašov
(GST+HST RE+HA 10)
(siehe auch Slavische Literatur)


ÜBUNGEN

Praktisches Theater mit Regieübung
6stündig, Termine siehe Aushang Raum H 236 (Tel. 2431)
oder A 501 (Tel. 2952)                                             T.Theodorakopoulos


Griechisch für Studierende aller Fachrichtungen, Teil I (Anfänger)
Di 8.30-10 Uhr, H 304
Do 8.30-10 Uhr, H 304
Fr 8.30-10 Uhr, H 304                                              D.Winkelmann
(GST+HST 5)
Einführung ins Altgriechische für Anfänger ohne Vorkenntnisse.
Diese Veranstaltung bereitet ohne Lehrbuch in zwei Semestern auf das Graecum vor.
Als Text dient „Die Verteidigungsrede des Sokrates“ von Platon.
(siehe Griechische Literatur)
                                                                                                   5
Latein für Studierende aller Fachrichtungen, Teil II               J.Fugmann
Gruppe A: Mo 12.15-13.00 Uhr, G 201
            Di 16.15- 17.00 Uhr, G 201
            Do 12.15-13.00 Uhr, G 201
            Fr 9.15-10.00 Uhr, G 300
Gruppe B: Mo 13.15-14.00 Uhr, G 201
            Di 17.15-18.00 Uhr, G 201
            Do 13.15-14.00 Uhr, G 201
            Fr 10.15-11.00 Uhr, G 300
Beginn: Di 24.4.2001
(GST KL 5)
Voraussetzung: Abschlußtest nach Latein I; die Nachklausur findet statt am:
Mo 23.4.2001, 12.15 Uhr, G 201
(siehe Lateinische Literatur)


Vorbereitungskurs Kleines Latinum (Herbst 2001)
Terminfestlegung am Ende des Sommersemesters                      J.Fugmann
(GST KL 5)
Der 14-tägige Kompaktkurs dient der unmittelbaren Vorbereitung auf das (Kleine) Latinum (Sept. / Okt.
2001); der genaue Termin wird während des Semesters bekanntgegeben.
Voraussetzungen: Abschlußtest nach Latein II. Der Test kann unmittelbar vor Beginn des Kompakt-
kurses wiederholt werden; der genaue Termin wird am Ende des Sommersemesters festgelegt.
(siehe Lateinische Literatur)
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GENDER STUDIES
Kleist Käthchen von Heilbronn
Mi 14-16 Uhr, G 420                                              M.Weinberg
(Kommentar siehe Deutsche Literatur)

Margaret Laurence
Di 14-16 Uhr, G 420                                              C.Rosenthal
(Kommentar siehe Englische und Amerikanische Literatur)

Margaret Atwood’s Poetry
Di 14-16 Uhr, H 304                                              R.M.Nischik/S.Ferguson
(Kommentar siehe Englische und Amerikanische Literatur)

The American Film Western of the 1990s
Do 12-14 und 14-16 Uhr, H 305                                     R.M.Nischik
(Kommentar siehe Englische und Amerikanische Literatur; siehe auch Medienwissenschaften)

Charlotte Delbo: Auschwitz et après
Di 14-16 Uhr, H 303                                              P.Joan i Tous
(Kommentar siehe Romanische Literaturen)
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FACHSPEZIFISCHE VERANSTALTUNGEN

DEUTSCHE LITERATUR
EINFÜHRUNGEN

Einführung in bibliographische Datenbanken
für Anglisten, Germanisten und Slavisten
Di 19.6.2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                      U.Jochum

Einführung in die deutsche Sprache
und Literatur des Mittelalters II
Di 10-12 Uhr, H 307                                                  G.Dicke
(GST RE+HA 10)
Teil II des Jahreskurses widmet sich der systematischen Erarbeitung eines (zu Ende des Winter-
semesters gemeinsam ausgewählten) mhd. Erzähltexts unter allen zentralen Aspekten der
mediävistischen Germanistik. Ein begleitendes Lektüre-Tutorium vermittelt einen Überblick über die
Hauptgattungen der älteren deutschen Literatur. Ein Seminarplan und eine Auswahlbibliographie
hängen ab Mitte April aus. Neuankömmlinge sollten sich in einer der Feriensprechstunden anmelden.

Einführung in das Studium der älteren
deutschen Sprache und Literatur II
Do 10-12 Uhr, G 420                                                 M.Schnyder
(GST RE+HA 10)
Anhand des ersten deutschen überlieferten Artusromans wird in den literaturwissenschaftlichen
Umgang mit Literatur des Mittelalters eingeführt. Das Proseminar soll Möglichkeit geben, sich aufgrund
eines vieldiskutierten Textes mit methodischen Fragen und Forschungsansätzen in der germanistischen
Mediävistik auseinanderzusetzen. Voraussetzung: Der Text muss am Anfang des Semesters schon
genau gelesen sein (auf Mittelhochdeutsch!). Anmeldung für Referate bis spätestens eine Woche vor
Semesterbeginn in den Sprechstunden oder über e-mail.
Textgrundlage: Hartmann von Aue, Erec; hg. von Albert Leitzmann, 6. Aufl. besorgt von Ch. Cormeau
und K. Gärtner. Tübingen 1985 (=ATB 39). Ein Semesterapparat ist ab Anfang März eingerichtet.

Einführung in das Studium der neueren deutschen Literatur
Mo 10-12 Uhr, H 306                                               K.Oettinger
In dieser Veranstaltung sollen Studienanfänger mit "Handwerk", Terminologie und Methodik, mit der
Geschichte des Faches und mit Fragen nach seiner Rechtfertigung vertraut gemacht werden.


PROSEMINARE

Kleinere althochdeutsche Denkmäler
Di 16-18 Uhr, G 421                                                  G.Dicke
(GST RE+HA 10)
Gegenstand gemeinsamer Lektüre und Analyse sind die uns nicht nur zeitlich fernsten deutschen Texte:
Glossen, pastorale Gebrauchs- und Schulliteratur, Rechtstexte, Preislied- und Heldendichtung u.a.m. Zu
befragen sind sie vor allem als kulturgeschichtliche Zeugnisse für das Werden der deutschsprachigen
Schriftlichkeit, für ihre Abkunft und zähe Ablösung von der lateinisch-klerikalen, für die Anfänge
weltlichen Literaturbedarfs und laikaler Literaturfähigkeit. - Funktionale Althochdeutschkenntnisse
8
werden by reading erworben, solche des Mittelhochdeutschen wären dabei hilfreich. Ein Seminarplan
und eine Auswahlbibliographie hängen ab Mitte April aus. Gegen Semesterende ist eine
Blockveranstaltung in der Handschriftenabteilung der Stiftsbibliothek St. Gallen vorgesehen.
Textgrundlage: D. Schlosser (Hg.), Ahd. Literatur. (Fischer TB 6889) Frankfurt/M. 1989. Zur Einführung:
St. Sonderegger, Ahd. Sprache und Literatur. (Slg. Göschen 8005) Berlin 21987. W. Haubrichs, Von den
Anfängen zum hohen Mittelalter. Tl.1. (J. Heinzle [Hg.], Geschichte der dt. Literatur von den Anfängen
bis zum Beginn der Neuzeit, Bd.I.1) Tübingen 21995.

Von Eulenspiegel zu den Schildbürgern – der deutsche Schwankroman im 15. und 16. Jhd.
Mo 10-12 Uhr, H 304                                                    R.Kalkofen
(GST RE+HA/KL 10)
Wie der bekanntere Schelmenroman ist der vor und (eine Zeit lang auch) neben ihm existierende
Schwankroman ein niedere Gattung. Zu ihren deutschsprachigen Exemplaren gehören im späten 15.
und im 16. Jh. ein weltliterarischer Text wie der Dyl Ulenspiegel (1510/11), gehört der Ursprungstext der
sprichwörtlich gewordenen Schildbürger (Das Lalebuch, 1597), und am Rande berührt sich die Gattung
sogar mit dem D. Johann Faustus (1587).
Diese und andere Texte wird das Seminar untersuchen, um über Eigenarten und Entwicklung der
Gattung (Held, Handlung, Erzählweise, Komik), über ihr Verhältnis zur hohen Gattung des Ritterromans
und schließlich über das Verhältnis der Gattung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit und deren
Veränderung Aussagen machen zu können. Im Zentrum der Untersuchung stehen Dyl Ulenspiegel,
Hans Clawert, Faustus und das Lalebuch. Im Buchhandel nicht erhältliche Texte werden in einem
Reader zugänglich gemacht.
Zu behandelnde Texte:
Broder Rusche (1488); Frag und Antwort Salomonis und Marcolfi (1483); Philipp Frankfurter, Der Pfaffe
vom Kalenberg (1489); Neidhart Fuchs (1491/97); Achilles Jason Widman von Hall, Histori Peter
Leuwen (1558); alle enthalten in: Felix Bobertag, Das Narrenbuch, Berlin 1884.
Herman Bote, Ein kurtzweilig Lesen von Dyl Ulenspiegel (1511). Hg. von Wolfgang Lindow. Stuttgart:
Reclam 1975 (RUB 1687).
Wolfgang Büttner, Claus Narr (1572). [Keine moderne Ausgabe vorhanden.]
Bartholomäus Krüger, Hans Clawerts werkliche Historien (1578). In: Deutsche Volksbücher, hg. von
Peter Suchsland, Bd. 2, Berlin und Weimar 1975.
Historia von D. Johann Fausten. Kritische Ausgabe. Text des Druckes von 1587. Hrsg. v. Stephan
Füssel u. Hans J. Kreutzer. Stuttgart: Reclam 1982 (RUB 1516).
Das Lalebuch (1597) [= Die Schildbürger (1598)]. Hg. von Stefan Ertz. Zweite Auflage, Stuttgart:
Reclam 1982.
Einführende Literatur - grundsätzlich zum niederen Roman:
Richard Alewyn, Der Roman des Barock. In: Probleme und Gestalten. Frankfurt 1974, S. 117-132.
Zum deutschsprachigen Schwankroman: Werner Röcke, Die Freude am Bösen. Studien zu einer Poetik
des deutschen Schwankromans im Spätmittelalter. München 1987.

Goethe, Die Leiden des jungen Werther
Di 10-12 Uhr, H 305                                                  A.Koschorke
(GST RE+HA/KL 10)
Das Seminar, zu dem ergänzend ein zweistündiges Tutorium angeboten wird, soll in einer ersten
Annäherung mit Goethes Werk und seiner historischen Umgebung bekannt machen. Es soll sodann die
genaue und analytische Lektüre eines literarischen Textes einüben. Insbesondere wird es in bezug auf
den 'Werther' um folgende Gesichtspunkte gehen: 1) Biographische Bezüge; 2) Analyse wichtiger
Themen und Motive; 3) Briefroman als literarische Form; 4) 'Werther' als Dreiecksgeschichte; 5) Soziale
Milieus im Roman; 6) Melancholie und "Krankheit zum Tode"; 7) Intertexte (Homer, Ossian, Bibel,
Lessings 'Emilia Galotti').
Bedingung für die Teilnahme ist die genaue Kenntnis des Romans zu Beginn des Semesters.
Leistungsanforderungen für einen Schein: Referat im Seminar und Hausarbeit bzw. Klausur. - Zur
weiteren Einführung: Horst Flaschka, Goethes "Werther". Werkkontextuelle Deskription und Analyse.
München 1987. - Empfohlen wird die 'Werther'-Ausgabe der Suhrkamp Basis Bibliothek.
                                                                                                      9
Die deutschsprachige Komödie vom Spätbarock bis zur Klassik
Mi 16-18 Uhr, G 307                                                   W.Lukas
(GST RE+HA/KL 10)
Die Komödie des 18. Jahrhunderts steht zu Unrecht nach wie vor im Schatten der Tragödie. Das 18.
Jahrhundert hat nicht nur quantitativ zu einem enormen Anstieg der Komödienproduktion geführt,
sondern auch qualitativ bedeutende Texte hervorgebracht, die die gängige Selektion und Kanonisierung
einiger weniger Texte (wie Lessings Minna) kaum gerechtfertigt erscheinen lassen.
Das Seminar will die deutschsprachige Lustspielproduktion im gesamten Jahrhundert von ca. 1700–
1800 in Augenschein nehmen, von spätbarocken bis hin zu spätaufklärerischen bzw. klassischen
Formen. U.a. die folgenden Themenkomplexe sollen behandelt und jeweils in ihrem historischen
Wandel rekonstruiert werden:
1. die Gattungsproblematik: Tendenzen zur Gattungsmischung durch Entkomisierung und/oder
Tragisierung, in ihren verschiedenen historischen Etappen (empfindsame ´comédie larmoyante´, Sturm-
und-Drang-Komödie, das ´Familiendrama´ im Gefolge von Diderots ´genre sérieux´ etc.), sowie erneute
Versuche der Rekomisierung in der 2. Jahrhunderthälfte;
2. die Normproblematik: das Drama avanciert im 18. Jahrhundert allgemein zu einem privilegierten
Medium des aufklärerischen Moraldiskurses; speziell in der - thematisch ungebundenen - Komödie läßt
sich das Jahrhundertprojekt der Norm(neu)begründung exemplarisch verfolgen;
3. der Wandel der Liebeskonzeption von vormodernen Modellen zum modernen Konzept der
leidenschaftlichen und individualisierten Liebe.
Grundlage der Arbeit ist das folgende Textkorpus, dessen Lektüre erwartet wird - einige Texte werden
im Seminar näher interpretiert (ein Semesterapparat wird eingerichtet; für die mit * gekennzeichneten
Texte wird eine Kopiervorlage bereitgestellt): C.F. Henrici: Der Academische Schlendrian (ND in: Das dt.
Drama d. 18. Jhs in Einzeldrucken. Hg. R. Meyer, Bd 4. München 1981); L.V.A. Gottsched: Die
Pietisterey im Fischbein-Rocke (RUB), Die Ungleiche Heirath (in: Die deutsche Schaubühne. Hg. J.C.
Gottsched, Bd IV Leipzig 1743; ND, hg. H. Steinmetz, Göttingen 1972); J.C. Krüger: Die Candidaten;
Der blinde Ehemann (in: Werke. Krit. Gesamtausg. Hg. D. G. John. Tüb. 1986); J.E. Schlegel: Die
stumme Schönheit (in: Lustspiele der Aufklärung in einem Akt. Hg. G.-M. Schulz. Stuttgart: RUB 1986),
Der Triumph der guten Frauen*; C.F. Gellert: Die Betschwester (in: Gesammelte Schriften. Krit.,
komment. Ausg. Hg. B. Witte. Bd 3, Berlin u.a. 1988), Die zärtlichen Schwestern (RUB); C.L. Martini:
Die umgekehrte Comödie, oder: Der rückwärts gespielte Roman*; K.F. Romanus: Crispin als Vater*;
C.F. Weisse: Großmuth um Großmuth (in: Lustspiele der Aufklärung in einem Akt RUB), Die
Freundschaft auf der Probe*; G.E.Lessing: Der Freigeist, Minna von Barnhelm (beide RUB); J.W.
Goethe: Die Mitschuldigen (RUB), Die Aufgeregten; J.R.M. Lenz: Der Hofmeister (RUB), Der neue
Menoza (dtv); F.M. Klinger: Der Derwisch, Die falschen Spieler (in: Werke. Hist. krit. Gesamtausgabe.
Bd V, hg. K.H. Hartmann/U. Profitlich. Tüb. 1984); A.W. Iffland: Der Jäger (RUB); A. Kotzebue: Die
deutschen Kleinstädter (in: Schauspiele. Hg. J. Mathes. Ffm 1972).
Zur Einführung: U. Profitlich u.a. (Hgg): Komödientheorie. Texte und Kommentare. Vom Barock bis zur
Gegenwart. Reinbek 1998; P. Kondylis: Die Aufklärung im Rahmen des neuzeitlichen Rationalismus.
Stuttgart 1981.

Friedrich Schiller:
Gedichte, Dramen und ästhetische Schriften in Auswahl
Do 10-12 Uhr, H 304                                                 A.Todorow
(GST RE+HA/KL 10)
Schillers Dramen der frühen Periode lassen sich im Horizont der geistigen und politischen Aufklärung
des 18. Jahrhunderts lesen. Die Erweiterung psychologischer und medizinischer Kenntnisse und die
Heranbildung einer säkularisierten Moderne sind in den anthropologischen und gesellschaftspolitischen
Grundzügen von Dramen wie Die Räuber und Don Carlos deutlich erkennbar. In der
Auseinandersetzung mit der Frage Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken?
reflektiert Schiller die Wirkung des Theaters auf das Publikum und betreibt damit bereits Vorstudien für
die späteren Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen. Diese ästhetische Schrift steht
zugleich in engem Zusammenhang zu einigen seiner lyrischen Texte, vor allem den philosophischen
Gedichten. Insgesamt steht Schillers Lyrik zum einen in einer weit zurückreichenden poetischen und
10
rhetorischen Tradition, versucht zum anderen aber neue Ausdrucksformen zwischen sinnlich
ästhetischen Sprachmöglichkeiten und kulturell bedingten Formvorstellungen zu finden. Im Seminar
sollen Verbindungslinien wie die hier skizzierten konkret erarbeitet werden.
Textgrundlage: Friedrich Schiller, Die Räuber, Don Carlos
Auszüge aus den theoretischen Schriften sowie ausgewählte Gedichte werden in einem Reader
zusammengestellt.

Georg Büchner
Di 14-16 Uhr, H 305                                                U.Hebekus
(GST RE+HA/KL 10)
‚Entdeckt‘ worden ist das ebenso schmale wie komplexe Werk Georg Büchners erst im 20. Jahrhundert,
hat dann aber sehr schnell kanonische Geltung erlangt. Das Proseminar nimmt diesen Umstand zum
Anlaß, nach Kriterien für die Modernität von Büchners Texten zu fragen. Ein besonderes Interesse gilt
dabei dem Verhältnis von ästhetischem Avantgardismus und politischem Engagement. Gelesen werden
nicht nur die bekannten literarischen Texte Büchners, sondern auch die unmittelbar politischen (Der
Hessische Landbote) und die naturwissenschaftlichen (Probevorlesung über Schädelnerven).
Textgrundlage: Georg Büchner: Werke und Briefe. Münchner Ausgabe, hrsg. von Karl Pörnbacher u.a.
(dtv 12374). Eine erste, kursorische Lektüre dieser Ausgabe während der Semesterferien ist dringend
empfohlen.

Adalbert Stifter: Bunte Steine
Mo 18-20 Uhr, H 303                                                 H.Bachmaier

Lyrik der Gegenwart
Do 10-12 Uhr, F 429                                                    H.Kinder
(GST RE+HA/KL 10)
In einer intensiven Beschäftigung mit einzelnen Gedichten von zeitgenössischen Autorinnen und
Autoren soll die Barriere vor dem Umgang mit schwerer zu verstehender Lyrik, zu der es noch keine
kanonischen Interpretationen gibt, genommen werden. Gedacht ist meinerseits etwa an Gedichte von
Marcel Beyer, Sven Böttcher, Robert Gernhardt, Durs Grünbein, Jochen Kelter, Sarah Kirsch, Barbara
Köhler, Thomas Kling, Barbara Kloos, Oskar Pastior, Peter Salomon, Luise Schmidt. Andere Vorschläge
können eingebracht werden.
Lit.: Zum Einlesen in aktuelle Lyrik empfiehlt sich: Der neue Conrady. Das große deutsche Gedichtbuch,
Düsseldorf 2000, Kap. Gegenwart. Moderne: Horst Steinmetz, Moderne Literatur lesen. Eine Einfüh-
rung, München 1996. Lyrik-Theorie: Otto Knörrich, Lexikon lyrischer Formen, Stuttgart 1992, Einleitung.
Interpretation: Horst J. Frank, Wie interpretiere ich ein Gedicht?, Tübingen 1991. Dieter Burdorf,
Einführung in die Gedichtanalyse, Stuttgart 1997 (Slg. Metzler). Isabella Bleissem/Hanns-Peter Reisner,
Uni-Training. Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Gattungen. Literarische Texte in typologischer
Sicht, Stuttgart/Dresden 1996, S. 11-62. Geschichte: Dieter Breuer (Hg.), Deutsche Lyrik seit 1945, Ffm
1988. Hermann Korte, Geschichte der deutschen Lyrik seit 1945, Stuttgart 1989 (Slg Metzler).

Lyrik der Aufklärung
Di 12-14 Uhr, H 307                                                 N.N.
                                                                                                    11
KURS

„Diskurs in der Enge“ (P.Nizon). Literatur und Film in der Schweiz
Mo 16-18 Uhr, H 305                                              P.Braun/H.Kinder/K.Oettinger
Filmsichtungstermin: Do 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST+HST RE+HA 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen; siehe auch Medienwissenschaft)

Literaturkonzepte Volker Brauns
Fr 10-16 Uhr, F 427
Sa 10-14 Uhr, F 427                                                 A.Trebeß
Blockseminar; Termine: Fr 29.6., Sa 30.6., Fr 6.7., Sa 7.7.2001
Vorbesprechung: Mo 21. Mai 2001, 16-18 Uhr, G 309
(GST+HST RE+HA 10)
Der Büchner-Preisträger des Jahres 2000 heißt Volker Braun. Diese literaturpolitische Tat soll zum
Anlaß genommen werden, sich näher mit dem Werk von Volker Braun zu befassen. Gelesen und
diskutiert werden Texte von den sechziger bis in die neunziger Jahre. Der Schwerpunkt liegt auf der
Frage nach den Wandlungen des Literaturkonzepts von Braun. Dazu werden vor allem essayistische,
aber auch lyrische und Prosatexte herangezogen (kaum Dramatik). Besondere Beachtung findet die
Figurenkonstellation Hinze-Kunze. Es sollen auch unterschiedliche Lektüren der Texte Brauns diskutiert
werden. Der genaue Ablaufplan und Themen für Referate liegen zur Vorbesprechung bereit.


SEMINARE

Minnesang
Di 10-12 Uhr, G 420                                              M.Schnyder
(HST RE+HA 10)
Ein Überblick über verschiedene Formen des deutschen Minnelieds im Mittelalter wirft nicht nur Fragen
nach der Poetik der Minnelyrik und Liebeskonzeptionen der höfischen Kultur des Mittelalters auf,
sondern auch die Frage nach dem Text, seiner Varianz und Performanz, seinem Kontext und seiner
Intertextualität. Anmeldung für Referate bis spätestens eine Woche vor Semesterbeginn in den
Sprechstunden oder über e-mail.
Textgrundlage: Ein Reader zum Seminar ist ab Anfang März erhältlich. Ab dann ist auch ein
Semesterapparat eingerichtet.

Historia von D. Johann Fausten (1587)
Di 16-18 Uhr, G 420                                                     M.Schnyder
(HST RE+HA 10)
Die Historia von D. Johann Fausten war ein regelrechter Bestseller, auf dessen Erstdruck von 1587
sofort verschiedene Nach- und Raubdrucke folgten. Es handelt sich um die erste Zusammenstellung der
in Einzelüberlieferung erzählten Geschichten zur Figur des Teufelsbündlers Faust. Eine sowohl konfes-
sionell wie religiös brisante Schrift, entschieden reformatorisch, schillernd zwischen Abschreckung und
Faszination in der Darstellung der ketzerischen Geschichte. Das Seminar will in einer genauen Lektüre
des Textes nicht nur die religionsgeschichtlichen und -politischen sowie wissenschaftsgeschichtlichen
Zusammenhänge, sondern auch die Erzählstrategien aufdecken, um so das Zusammenspiel von
Erzählung, Weltsicht, Religionspolitik und Wissenschaftstheorie deutlich zu machen.
Voraussetzung: Der Text muss am Anfang des Semesters schon genau gelesen sein. Anmeldung für
Referate bis spätestens eine Woche vor Semesterbeginn in den Sprechstunden oder über e-mail.
Textgrundlage: Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Mit den
Zusatztexten der Wolfenbütteler Handschrift und der zeitgenössischen Drucke; hg. von Stephan Füssel
und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 1988 (RUB 1516). [Achtung! Nicht RUB 1515!]. Ein
Semesterapparat ist ab Anfang März eingerichtet.
12
Zur Entwicklung des Gewissens in deutschen Texten
vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Fr 10-12 Uhr, H 306                                                 G.Dicke/K.Oettinger/H.Kinder
(HST RE+HA)
Das Gewissen ist ein innerer Gerichtshof des Menschen, der sein Tun und Lassen reguliert: Handeln wir
normgerecht, so erfreuen wir uns – zumal wenn uns dies eine Anstrengung kostet – eines "guten
Gewissens", verstoßen wir gegen eine Norm, so stellt sich ein mehr oder minder schmerzliches Schuld-
gefühl ein. Anlässe, Äußerungs- und Reflexionsformen dieser je spezifischen Gefühle sind historisch
variabel. Das Interesse des Seminars gilt dieser historischen Variabilität. Es sollen literarische Zeug-
nisse "guten", vor allem aber "schlechten" Gewissens vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den Blick
genommen werden. Seminarplan und Lektürevorschläge werden zu Semesterbeginn bekannt gegeben.
Scheine können sowohl in der älteren als auch in der neueren Abteilung erworben werden. Referate
können bereits in den Feriensprechstunden vereinbart werden.

Von Troja bis Stalingrad. Schlachtbeschreibungen
Fr 14-16 Uhr, H 306                                                 K. Oettinger
(HST RE+HA)
In diesem Seminar sollen Kriegsschilderungen von der Antike bis in die Gegenwart in den Blick genom-
men werden. Das Interesse gilt den in den Beschreibungsmodalitäten sich einstellenden Einschrän-
kungen von Gewalt. Welche Einsichten sollen durch die Lektüre vermittelt und welche Affekte sollen
ausgelöst werden? Mit welchen Zustimmungen und Widerständen begegnen wir diesen Darstellungen?
Folgende Texte werden zur Diskussion gestellt: Ilias Gallischer Krieg, Nibelungenlied, Simplizissimus,
Schlachtbeschreibung (Kluge), Stahlgewitter (Jünger), Im Westen nichts Neues (Remarque) u.a.

Barockdichtung
Do 8.30-10 Uhr, H 307                                                 C.Sinn
(HST RE+HA 10)

Kleist Käthchen von Heilbronn
Mi 14-16 Uhr, G 420                                                M.Weinberg
(HST RE+HA/KL 10)
Das Seminar gilt der gründlichen Auseinandersetzung mit Kleists Drama "Das Käthchen von Heilbronn
oder die Feuerprobe" – vor dem Hintergrund der anderen Kleistschen Dramen, besonders der
"Penthesilea", die Kleist dem "Käthchen" als "Plus" zum "Minus" identifizierend gegenübergestellt hat.
Weiterhin geht es um eine kritische Auseinandersetzung mit vorliegenden Interpretationen des Dramas
unter Beachtung ihrer unterschiedlichen theoretischen Vorannahmen. Besonderes Augenmerk wird der
Frage nach dem Verhältnis von Natur und Kunst in diesem Text gelten, das seinerseits auch mit der
Frage nach dem Verhältnis der Geschlechter in Zusammenhang steht. Zur Anschaffung wird die bei dtv
erschienene zweibändige Sembdner-Ausgabe empfohlen. Zum Semesteranfang sollten zumindest die
Dramen Kleists gelesen sein.
(siehe auch Gender Studies)

Goethe: Literatur und Wissenschaft
Do 14-16 Uhr, M 628                                                      St.Metzger
(HST RE+HA/KL 10)
Goethe verstand sich selbst nicht in erster Linie als Politiker oder Literat, sondern legte großes Gewicht
auf seine naturwissenschaftlichen Forschungen, die von der Tier- und Pflanzenmorphologie über
Geologie oder Chemie bis hin zu Farbenlehre einen beachtlichen thematischen Umfang hatten. Mit
seiner Entdeckung des menschlichen Zwischenkieferknochens, der die anatomische Grenze zwischen
Tier und Mensch einriß, machte er eine veritable wissenschaftliche Entdeckung, die ihm Anerkennung
beim wissenschaftlichen Publikum einbrachte. Mit seinem Konzept der Metamorphose oder seiner
heftigen Polemik gegen Newtons Wellentheorie der Farben stellte er sich andererseits in deutliche
Opposition zum wissenschaftlichen Mainstream und versuchte seine Position erkenntnistheoretisch zu
                                                                                                     13
unterfüttern. Sein naturwissenschaftliches Interesse schlägt sich nicht nur in einer literarischen
Thematisierung der Natur und Naturforschung nieder, sondern auch auf die literarischen Verfahren
durch. Im Seminar sollen Goethes naturwissenschaftliche Texte (Metamorphose der Pflanze,
Farbenlehre u.a.m.) in Auszügen gelesen werden und den Literarisierungsformen in seinen literarischen
Werken nachgegangen werden; gedacht ist an 'Wilhelm Meister' (auch die 'Wanderjahre'),
Wahlverwandtschaften, Faust und exemplarische Lyrik; genaueres zu Beginn des Semesters. Zur
Einführung Otto Krätz, Goethe und die Naturwissenschaften, München (1992) 1998.

Literatur und Psychoanalyse: Bertha Pappenheim alias Anna O.
Mi 10-12 Uhr, H 306                                                  A.Koschorke
(HST RE+HA/KL 10)
Die Geschichte der Anna O. - Deckname jener Patientin von Breuer und Freud, die zu ihrer eigenen
Heilung die psychotherapeutische talking cure erfand - ist noch in jüngster Zeit Gegenstand kontrover-
ser Debatten über den Ursprung der Psychoanalyse gewesen. Als jüdische Frauenrechtlerin, die gegen
Kinderprostitution kämpfte und ein Waisenhaus gründete, fand Bertha Pappenheim vor allem von femi-
nistischer Seite Beachtung. Demgegenüber wurde ihre schriftstellerische Produktion kaum gewürdigt.
In Bertha Pappenheim ist zwar keine Literatin höchsten Ranges zu entdecken. Ihre politische Publizistik,
ihre Reiseberichte, Kindermärchen und jüdischen Geschichten, schließlich ihr Drama 'Frauenrecht'
bieten aber eine wertvolle zeit- und mentalitätsgeschichtliche Quelle. Insofern sie immer wieder das
Problem der jüdischen Assimilation behandeln, werfen sie auch Licht auf das Entstehungsmilieu der
Psychoanalyse, die Bertha Pappenheim zu ihrer ungewollten Berühmtheit verholfen hat.
Das Seminar wird zunächst Breuers und Freuds 'Studien zur Hysterie' im Licht der Arbeiten Albrecht
Hirschmüllers und Mikkel Borch-Jacobsens diskutieren. Anschließend wird das literarische Werk Bertha
Pappenheims, insbesondere ihre Erzählungen, Gegenstand der gemeinsamen Lektüre sein. Die
Quellentexte werden in einem Reader zur Verfügung gestellt.

Das Kunstlied
Do 16-18 Uhr, F 428                                                  H.Kinder/D.Winkelmann
(HST RE+HA 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen)

Leib, Sprache, Inszenierung.
Einführung in die Philosophische Anthropologie
Mi 14-16 Uhr, G 421                                                  M.Schöning/U.Bröckling
(HST RE+HA/KL 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen)

Christoph Ransmayrs Prosa
Mi 8.30-10 Uhr, H 304                                                A.Todorow/M.Kahre
(HST RE+HA 10)
Die Texte Christoph Ransmayrs werden von der Literaturkritik oftmals mit der Rückkehr konservativen
Erzählens in der deutschen Gegenwartsliteratur verbunden. Sie werden deshalb von seiten einer
postmodernen Literaturkritik als poetologisch unzeitgemäß abgewiesen, während sie von seiten der
konservativen Literaturkritik wiederum als Muster gegen das angeblich ästhetisch-kunstlose
Literaturmodell der Postmoderne ausgespielt werden. Dieser primär literaturpolitisch motivierte Konflikt
verweist dabei letztlich auf die Vielfalt von Lektüreangeboten, die die Texte Ransmayrs bereitstellen.
Das Seminar sucht unter Rückgriff auf verschiedenste Konzepte der Literaturtheorie, diese zum Teil
äußerst heterogene Lektürevielfalt reflexiv zu entfalten. Postmoderne Schriftkonzepte wie rhetorische
und medienwissenschaftliche Kommunikationstheorien sollen dabei ebenso anhand der Texte selbst
diskutiert werden wie Fragen nach dem Verschwinden bzw. der Wiederkehr des Autors oder neueste
Versuche ethnomethodologischer Lektüren. Das Korpus literaturtheoretischer Texte wird zu Beginn des
Semesters mit den TeilnehmerInnen abgestimmt und ist jederzeit offen für weitere Interessen.
Voraussetzung für eine fruchtbare Teilnahme am Seminar ist dabei die gute Kenntnis folgender Texte
Ransmayrs: „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“, „Die letzte Welt“, „Morbus Kitahara“ und der
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jüngst neu veröffentlichte Erstling „Strahlender Untergang“. Bis auf letzteren liegen alle Texte mittler-
weile in günstigen Taschenbuchausgaben vor (Fischer-Taschenbuchverlag).

Medienentwicklung und literarischer Formenwandel
zwischen der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
und dem Ende der Weimarer Republik
Di 16-18 Uhr, H 307                                                  A.Todorow
(HST RE+HA 10)
Spätestens um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert reagiert die Literatur in Europa und auch
gerade die deutschsprachige Literatur auf das Heraufkommen weiterer technischer Medien neben
Schrift und Druck. Photographie, Film und Rundfunk verändern die öffentliche Kommunikation in diesen
Jahren tiefgreifend. Von diesem Strukturwandel ist der Literaturbetrieb wesentlich betroffen. Verände-
rungen und neue Entwicklungen in der ästhetischen und publizistischen Formenwelt sind somit nicht
nur zu lesen als Ausdruck der Krisenerfahrungen der Moderne, sondern reflektieren auch in hohem
Maße die Herausforderung einer erhöhten Medienkonkurrenz. Herausgehobener Ort für das Erproben
neuer literarischer Prosaformen ist das Feuilleton der periodischen Presse. An Texten von Kafka,
Robert Walser, Joseph Roth, Döblin, Brecht, Benjamin u.a. sollen die wechselseitigen Abhängigkeits-
beziehungen zwischen der Literatur und den neuen Medien exemplarisch verdeutlicht werden. Durch die
Schwerpunktsetzung bei der Medien- und Literaturentwicklung der Weimarer Republik wird ein Fokus
geschaffen, von dem aus historisch vorausgehende Beziehungen und Literaturtraditionen ebenso in den
Blick kommen können wie die Optionen der Auflösung dieser Beziehungen und der literarischen
Auseinandersetzung mit neuen, anderen Medienwirklichkeiten und Zeichensprachen.
Die zu behandelnden Texte werden in einem Reader bereitgestellt.

Traum-Prosa (Novalis, E.T.A. Hoffmann, Sigmund Freud,
Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler)
Mi 10-12 Uhr, G 420                                                   N.N.


Franz Kafkas Erzählungen
Mi 14-16 Uhr, F 429                                                   N.N.
                                                                                                  15
VORLESUNGEN

Der politische Körper und sein Kleid
Mo 16-18 Uhr, H 307                                                 A.Koschorke
(GST + HST 0)
Die Veranstaltung schließt thematisch an die Vorlesung 'Körper und Körperschaften' im Wintersemester
an, ohne sie jedoch als Grundlage vorauszusetzen. Ausgangspunkt werden einige Märchen- und
Schwanktexte sein: Andersens Märchen 'Des Kaisers neue Kleider', dessen mittelalterliche Vorlage im
'Conde Lucanor' des Don Juan Manuel sowie eine parallele Schwanktradition, die mit dem 'Pfaffen
Amis' des Strickers beginnt.
In diesen Geschichten geht es um das Verhältnis zwischen dem natürlichen Leib des Herrschers
einerseits und der symbolischen Ausstattung seines body politic andererseits (Kantorowicz). Es werden
Rituale der Investitur - als Einkleidung in das Amt - und Gegenrituale der Devestitur, also der
Entkleidung und Amtsenthebung, in ihren politisch-historischen und ikonographischen Bezügen zu
erörtern sein. Dabei geht es, wie Andersens Märchen sprichwörtlich gemacht hat, immer auch um den
notwendigen Illusionismus der Herrschaft, das heißt um das Verhältnis zwischen Macht und Fiktion.
Besonderes Augenmerk ist in diesem Zusammenhang auf die Typologie des nackten, seiner politischen
Legitimation entblößten Herrschers zu richten.
In einem zweiten Durchgang soll das Verhältnis zwischen Herrschaft und Bekleidung an literarischen
Texten, ausgehend von Shakespeares Dramen 'Richard II' und 'King Lear', untersucht werden. Diese
beiden Stücke werden zur vorbereitenden Lektüre empfohlen. Ein Reader mit weiterer Literatur steht zu
Beginn des Semesters bereit.

Ästhetik und Lektüre. Aspekte der deutschen Erzählliteratur 1750-1900.
Di 16-18 Uhr, G 305                                             N.N.
16
KOLLOQUIEN

Die wundersame Meerfahrt des Sankt Brandan                           M.Schnyder
Do 16-18 Uhr, G 420
(GST+HST 5)
Die "Navigatio Sancti Brendani", ein Text aus der 1. Hälfte des 10. Jh.s hat einen einmaligen Erfolg
gehabt in Mittelalter und Früher Neuzeit. In viele Volkssprachen aufgenommen, wird diese Geschichte,
die genauso Entdeckungsreise wie Pflichtenheft für Mönche, Allegorie des menschlichen Lebens wie
Jenseitsvision ist, immer wieder neu erzählt, wobei je nach Interesse andere Aspekte hervorgehoben
sind. Im Kurs soll durch Lektüre und Gespräch auf die vielfältige volkssprachliche Rezeption dieser
Geschichte eingegangen werden, wobei vor allem die das Abenteuerliche und Unterhaltsame dieser
Erzählung unterstreichenden deutschsprachigen Texte (mit ihren Illustrationen) in den Blick rücken.
Textgrundlage: Die Texte werden am Anfang des Semesters verteilt. Ein Semesterapparat ist ab
Anfang März eingerichtet.

Lektürekurs: Das verzweifelte Selbst. „Die Krankheit zum Tode“ von Sören Kierkegaard
Mo 16-18 Uhr, G 305                                                    U.Jochum
Kierkegaards Einfluß auf die moderne Philosophie und Theologie kann gar nicht überschätzt werden:
die Existenzphilosophie zehrt von ihm ebenso wie die dialektische Theologie. Der Lektürekurs versucht
ohne die Belastung durch Sekundärliteratur, Referate und Scheinpflichten eine sorgsame Lektüre der
„Krankheit zum Tode“, eines der Hauptwerke Kierkegaards, in dem gleich zu Anfang das schöne
Rätselwort steht: „das Selbst ist ein Verhältnis, das sich zu sich selbst verhält, und es ist dies an dem
Verhältnis, daß es sich zu sich selbst verhält.“ Lust und Interesse am Enträtseln solcher Sätze wird
vorausgesetzt. Einen Schein gibt es für die Anstrengungen nicht.
Textgrundlage: Kierkegarrd, Sören: Die Krankheit zum Tode. Der Hohepriester – der Zöllner – die
Sünderin. Übers. von Emanuel Hirsch. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn (Gesammelte Werke,
Abt. 24/25). Güterloher Taschenbücher. DM 26.80.

Suchbewegung Kulturwissenschaften
Di 16-18 Uhr, F 429                                                    A.Korschorke
Der gegenwärtige Umbau der Geistes- zu Kulturwissenschaften erfordert beträchtliche Energie. Doch
trotz aller organisatorischen Anstrengungen hinter den Kulissen des laufenden Lehrbetriebs weiß
niemand genau, wie 'Kulturwissenschaft' als eigenständiges Universitätsfach wirklich aussehen könnte.
Noch zehrt dieses Label parasitär vom Kanon und von der Methodologie herkömmlicher Disziplinen.
Das Kolloquium ist als offener Gesprächskreis gedacht, zu dem interessierte und engagierte Geistes-
wissenschaftler aller Fachrichtungen eingeladen sind. Anfangs wird es darum gehen, in der Art eines
Gedankenexperiments ein kulturwissenschaftliches Idealstudium zu entwerfen. Das weitere Programm
wird darin bestehen, aktuelle Beiträge zur Debatte um die Kulturwissenschaften zu lesen und zu
diskutieren.
Lektüre zur Einführung: Hartmut Böhme (Hg.), Orientierung Kulturwissenschaft. Reinbek 2000 (re
55608); Friedrich Kittler, Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft. München 2000

Examenskolloquium / Forschungskolloquium
je 14-tägig im Wechsel Do 16-18 Uhr, H 307                            A.Todorow
                                                                                                         17

ENGLISCHE UND AMERIKANISCHE LITERATUR

EINFÜHRUNG

Einführung in bibliographische Datenbanken
für Anglisten, Germanisten und Slavisten
Di 19.6.2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                          U.Jochum


PROSEMINARE

Oscar Wilde
Mo 14-16 Uhr, H 306                                               R.Eichler
(GST RE+KL)
Oscar Wilde ist der Name, mit dem man den Ausgang des 19. Jahrhunderts in der englischen Literatur
verbindet. Ungemein scharfsinnig, umfassend gebildet und ästhetisch versiert zieht er in seinen Texten
eine Summe des viktorianischen Zeitalters. Neben einer Auswahl seiner Kunstmärchen und Gedichte
behandeln wir die Essays "The Critic as Artist"; "The Soul of Man under Socialism" und die Dramen
Lady Windermere's Fan; The Importance of Being Earnest und Salomé.
Zur Anschaffung: Complete Works of Oscar Wilde, Glasgow 1999. Kohl, Norbert, Oscar Wilde: Das
literarische Werk zwischen Provokation und Anpassung, Heidelberg 1980. Ellmann, Richard, Oscar
Wilde, München 1997.

Margaret Laurence
Di 14-16 Uhr, G 420                                                      C.Rosenthal
(GST RE+HA/KL 10)
The course will investigate a novel cycle by one of Canada’s most prominent writers. In the four novels
The Stone Angel (1964), The Jest of God (1966), The Fire-Dwellers (1969), and The Diviners (1974)
Margaret Laurece created the fictive town of Manawaka which epitomizes the spirit of small Canadian
prairie towns. The novel cycle earned her two Governor General’s Awards and has had a substantial
influence on Canadian literature. Each novel explores the life of one femal protagonist and her struggles
to create an identity within the community of Manawaka. In class we will deal with different concepts of
regionalism as well as with theories on the correlation of identity, time and place. The novels will also be
looked at in the context of gender theories.
(siehe auch Gender Studies)

James Joyce, Dubliners
Mi 8.30-10 Uhr, H 303                                                  S.Mergenthal
(GST RE+HA/KL 10)
James Joyce's famous collection of short stories, published in 1914, provides a kaleidoscopic perspec-
tive on the Irish capital and its inhabitants at a particular moment in time. In the process, Joyce both
extends the formal possibilities of the short fictional genre and experiments with narrative techniques
which he will develop further in his major novels. The seminar will include an excursion to the Zurich
Joyce Foundation.
18
Nathaniel Hawthorne’s Prose                                           B.Arich-Gerz
Fr 10-14 Uhr, 14tägig, H 305
Termine: 27.4., 11.5., 18.5., 1.6., 8.6., 29.6., 13.7.2001
Nathaniel Hawthorne‘s attitude toward the practices of mesmerism was double-edged: refusing it
explicitly as dangerous to the soul, he nevertheless relied on it both on the innertextual and the text-
reader-related level of his prose. Reformulated in psychoanalytical terms, Hawthorne consciously
refuted what he subconsciously promoted. This allows for an analysis of Hawthorne‘s work and of
mesmerism on three levels: find out how mesmerism operates within the romances themselves;
investigate how mesmerism affects the three major agencies that are involved in the literary process, i.e.
the author, the ‚text‘ and the reader respectively; and relate the working principles of mesmerism to
those of modern psychoanalysis. Texts: Nathaniel Hawthorne: The Scarlet Letter (1850), The House of
the Seven Gables (1851), The Blithedale Romance (1852), The Marble Faun (1861). Secondary
literature: Samuel Chase Coale: Hawthorne & Mesmerism. Mediums of American Romance (1998);
Maria Tatar Spellbound (1978). Henri Ellenberger‘s The Discovery of the Unconscious. (1970) will help
to illuminate the nexus between late 18th century mesmerism and early 20th century psychoanalysis.
Please make sure that you have read The Blithedale Romance for the first meeting on April, 27th!

Contemporary North American Poetry
Do 14-16 Uhr, H 307                                                    C.Rosenthal
(GST RE+HA/KL 10)
The course will focus on US-American as well as Canadian poetry. We will begin with modernist poetry,
continue with postmodernism and gradually work our way up to present-day authors. As there currently
is no suitable anthology on the market (or far too expensive), texts will be provided in class. The Norton
                                              th
Anthology of American Literature, Vol II 5 ed., and Hubert Zapf (ed.), Amerikansiche Literatur-
geschichte are nonetheless recommended as basic texts for the course.

Globalizing Literature: The Harry Potter Phenomenon
Do 16-18 Uhr, A 704                                                     T.Kühn
(GST RE+HA/KL 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen)

Contemporary British Poetry
Fr 10-12 Uhr, H 307                                                     T.Kühn
(GST RE+HA/KL 10)
The participants of this course will be confronted with a great variety of English poetry published over
the last fifteen years by a considerable number of poets. The seminar will be organised thematically,
covering more traditional topics such as region, ethnicity, gender, love, politics, religion and science, and
poetry and music but also aspects like the London “poems on the underground“. The poets come from
as many backgrounds as the themes they write about. They range from well established or even famous
to rather unknown, from older to younger writers (in alphabethical order): John Agard, Simon Armitage,
Jean Binta Breeze, Lavinia Greenlaw, Seamus Heany, Ted Hughes, Jackie Kay, Andrew Motion, Paul
Muldoon, Grace Nichols, Matthew Sweeny, R.S. Thomas and Charles Tomlinson.
As there is no established anthology, the poems will be collected in a reader at the beginning of the
semester. Further reading: Klein, Holger ed al. (eds.) (1999). Poetry Now : Contemporary British and
Irish Poetry in the Making. Tübingen: Stauffenburg.
                                                                                                             19
Images of Modern Life
Mo 16-18 Uhr, H 304                                                  K.Jeftic
(GST RE+HA/KL 10)
The seminar will concentrate on emblematic images of what is considered to be essentially ‘modern’: the
city, the crowds, the Dandy-Flaneur, and the cinema. These images are crucial to a cultural history of
modernity and will be explored in a combined reading of theoretical and primary texts. We will look at a
variety of genres including shorter fiction from Poe, Joyce and Woolf, Djuna Barnes’ poetical novel
Nightwood and Oscar Wilde’s comedy An Ideal Husband. A reader will be available from the 15th March
in the Sekretariat Anglisitk (H 204). In the sessions on modernity’s relation to cinema we will look at
following films:
The Great Train Robbery (1903), Nanook of the North (1922), Das Cabinet des Dr. Caligari (1920),
Berlin, die Symphonie der Großstadt (1927). Introductory reading: David Frisby, Fragments of Moder-
nity. Theories of Modernity in the Work of Simmel, Kracauer and Benjamin, Cambridge, 1985, 1-38.
(siehe auch Medienwissenschaften)


KURSE

Shakespeare’s Romantic Tragi-Comedies –
Pericles, Cymbeline, The Winter’s Tale, The Tempest
Di 10-12 Uhr, H 304                                                         S.Mergenthal
(GST+HST RE+HA/KL 10)
As the term "romantic tragi-comedy" may already indicate, this particular group of Shakespeare plays
has proved notoriously difficult to classify; in addition, it contains, with Pericles, a play whose inclusion in
the Shakespeare canon has been a matter of some critical dispute. What the four plays do have in
common, however, is the theme of death and rebirth, or perhaps of crime (committed by representatives
of the older generation) and atonement (achieved by the younger generation), and thus, also, the
necessity of bridging considerable gaps in time. The seminar will trace the development of this theme,
and of the dramatic structures which can accommodate it, from the comparatively crude Pericles
prototype to the sophistications of The Tempest.

Creating the Civilized Community II: 1700-1740
Di 10-12 Uhr, H 306                                                       K.Graham
The second half of an exploration of the origins of the English Enlightenment. This course examines the
early eighteenth century within contexts of intellectual, social, political, and literary history. Topics to be
included: press and society; gender relations; the growth of a political opposition; politics and satire.
Readings: William Congreve’s Way of the World; Alexander Pope’s Rape of the Lock; poems by
Jonathan Swift and John Gay on the city of London; essays by Joseph Addison and Mary Astell on
women in the civilized community; satires by Alexander Pope, Jonathan Swift, and Lady Mary Wortley
Montagu. The course culminates with the epic vision of the City’s dissolution, Alexander Pope’s The
Dunciad. The course will be conducted in lectures and tutorials.

Picaresque Developments in North American Literature II
Do 8.30-10 Uhr, H 306                                              K.Graham
The second half of this course on rogue literature concentrates on novels and poems of the United
States and Canada. Using a series of roguish protagonists and paying close attention to setting and
atmosphere, the course will explore the American Dream from contrasting U.S. and Canadian
viewpoints.
Readings will include poems by T.S. Eliot and ee cummings and three novels: F. Scott Fitzgerald, The
Great Gatsby, Mordecai Richler, The Apprenticeship of Duddy Kravitz; and Robert Kroetsch, The Words
of My Roaring and The Studhorse Man.
The course will be conducted in lectures and tutorials.
20
The American Film Western of the 1990s
Do 12-14 und 14-16 Uhr, H 305                                         R.M.Nischik
(GST+HST RE+HA 10)
Obwohl in Abständen immer wieder totgesagt, hat sich der amerikanische Western-Film doch
insgesamt als die langlebigste, erfolgreichste und eine der flexibelsten Gattungen des amerikanischen
Films des 20. Jahrhunderts erwiesen. Aufbauend auf der Verarbeitung von uramerikanischen Mythen in
diesem Genre, zeigt sich die jeweilige repräsentierte Geschichtskonzeption über die Dekaden hinweg
als rückgebunden an die zeitgenössische kulturelle Situation und die Selbstkonzeption Amerikas. Dies
gilt speziell auch für den Western der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts, in der mit 'epischen'
Neuentwürfen (z.B. Dances with Wolves) und revisionistischen Umschreibungen von Western-
Klassikern (z.B. Sharon Stones The Quick and the Dead mit Sergio Leones Spiel mir das Lied vom Tod
als Prätext), aufbauend auf einer Neukonzeptionierung besonders von gender und race, ein weiteres
bemerkenswertes Western revival erfolgte.
Zu behandelnde Werke: Kevin Costner, Dances with Wolves, Mike Robe, Son of the Morning Star,
Michael Mann, The Last of the Mohicans, Clint Eastwood, Unforgiven, Walter Hill, Geronimo, Maggie
Greenwald, The Ballad of Little Jo, Jonathan Kaplan, Bad Girls, Richard Donner, Maverick, Sam Raimi/
Sharon Stone, The Quick and the Dead, Jim Jarmusch, Dead Man, Walter Hill, Last Man Standing.
(siehe auch Gender Studies und Medienwissenschaften)

Realism and Fiction: the Victorian Case.
Kompaktseminar im Juni 2001; Beginn: 5. Juni 2001
Di 18-20 Uhr, H 307
Mi 12-14 Uhr, H 305                                                     V.Cunningham
(GST+HST RE+HA 10)
A close study of one the greatest examples of high-bourgeois fictional realism from the classic age of
the English novel: George Eliot's 'Middlemarch'. The detailed reading of this fiction will be accompanied
by an inspection of relevant ancillary material from George Eliot's letters and critical writings, as well as
by a consideration of more recent theoretical materials which will all help place 'Middlemarch' both
theorectically and historically. (Scheinerwerb möglich!)


Neuer Kurs!!!!

AMERICAN HARD-BOILED DETECTIVE FICTION AND FILM NOIR                          C. Fitzpatrick/R.M. Nischi k

Mi. 12-14 Uhr, H 303
Filmsichtungstermin für diesen Kurs: Mi. 18 Uhr, H 305
In the American "pulp" magazines of the 1920s and 30s, popular writers began to develop a new and
quintessentially American style of detective fiction whose influence continues to be strong in
contemporary American fiction and film. Set against a backdrop of rapid urban expansion, Jazz Age
glamour, political corruption, and the prohibition-era underworld, this new "hard-boiled" style introduced
a unique breed of detective--a tough-talking, sensitive and independent loner working on the edge of the
law who solved crimes with a combination of violence, worldliness, and intelligence. This course will
provide an introduction to the hard-boiled genre and an overview of some of its most well-known authors
with stories and novels from Dashiell Hammett, Raymond Chandler, James M. Cain, and Mickey
Spillane. The course will then follow the development of the hard-boiled narrative through the second
half of the 20th century with readings from Chester Himes and Sue Grafton, who reworked the genre to
focus on race and gender by introducing black and female detectives, respectively. Film screenings will
be held each week to complement the readings for the course; these will include some of the best and
most iconic of American film noir--The Big Sleep, The Postman Always Rings Twice, Double Indemnity--
and more contemporary "neo-noir" films like Devil in a Blue Dress and L.A. Confidential.
The following texts will be required reading and are available for purchase online and in the university
Gess bookstore: Raymond Chandler, Farewell, My Lovely (Vintage, 1992); James M. Cain, The
                                                                                                        21
Postman Always Rings Twice (Vintage/Black Lizard, 1992); Chester Himes, The Real Cool Killers
(Vintage, 1988); and Sue Grafton, A is for Alibi (Crime Line, 1987).
**Course begins 2 May, 2001.**


SEMINARE

Margaret Atwood’s Poetry
Di 14-16 Uhr, H 304                                                   R.M.Nischik/S.Ferguson
(HST RE+HA 10)
The multitalented Atwood is the leading contemporary Canadian writer, who in 1999 finally won the
Booker Prize, the most important literary prize in the English-speaking world. Although she is known
mainly as a novelist, Atwood started out as a writer of poetry, and not a few critics argue that she is at
her very best in this genre. In this course, we will survey Atwood's poetry from its beginnings till today,
her main techniques, motifs and themes, and will, indeed, find out why Atwood is one of the most
important writers in the English language today.
Book for acquisition: Margaret Atwood, Eating Fire: Selected Poetry 1965-1995 (Virago).
(siehe auch Gender Studies)
22
Shakespeares Römerdramen
Mi 8.30-10 Uhr, H 305                                             R.Eichler
(HST RE+HA 10)
Römische Geschichte war für die englische Renaissance exemplarischer Gegenstand politischer
Doktrin und Diskussion. Mehr noch als in der eigenen Nationalgeschichte sieht Shakespeare hier
tragische Verstrickung am Werk. – Aufgabenstellung der Veranstaltung: close-reading der Texte;
Vergleich Plutarch (in der Übersetzung von Th. North) und Shakespeare; Diskussion von Inszenierun-
gen und Adaptionen (Brecht, Dryden, Voltaire u.a.).
Zur Anschaffung: Julius Caesar; Antony and Cleopatra; Coriolanus (alle nur in der Arden Edition). Ina
Schabert, Shakespeare Handbuch, Stuttgart 1992.

History and the Novel
Mi 10-12 Uhr, H 304                                                     S.Mergenthal
(HST RE+HA 10)
The seminar will use three historical novels, Maria Edgeworth's Castle Rackrent of 1800, John Galt's
Annals of the Parish of 1821, and Adam Thorpe's Ulverton of 1992, to study the way in which history,
and particularly the micro-histories of villages and even individual families, can be 'translated' into
fictional form. What the three novels have in common is, first of all, their 'eccentric' locations (Ireland,
Scotland, and rural England, respectively), and secondly, their equally 'eccentric' (as well as cheerfully
unreliable) narrators. These similarities should also make it possible to trace what critics have called the
transition from 19th century 'historical fiction' (Edgeworth, Galt) to late 20th century 'histo-riographic
meta-fiction' (Thorpe).

Of Essays, Sermons, and Pamphlets:
Seventeenth-Century English Prose
Mi 16-18 Uhr H 307                                                      T.Kühn
(HST RE+HA/KL 10)
Die Essays von Sir Francis Bacon stellen eine literarische Neuerung in ihrer Zeit dar, die in der Religio
Medici Sir Thomas Brownes eine eigenwillig montaignesche Fortsetzung findet. Unter Berücksichtigung
ihres historischen Kontexts steht die gründliche Lektüre dieser beiden Texte am Anfang des Seminars,
gefolgt von einer heute eher unbeachteteten, im 17. Jahrhundert dagegen sehr wichtigen Literatur-
gattung: die Predigt. Einige der zahlreiche Facetten sollen an exemplarischen Beispielen von Predigten
von Lancelot Andrewes und John Donne besprochen werden. Politische Pamphlete John Miltons
(Areopagitica, Of Education) und anderer bilden den Abschluß des Seminars, das es sich zum Ziel
setzt, mit der Vorstellung, Interpretation und Kontextualisierung weniger häufig gelesener Literatur-
gattungen die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts mit einigen seiner Strömungen und Spannungen
lebendig zu machen.
Als Textgrundlage wird Ende März eine Kopiervorlage zur Verfügunge stehen. Zudem sind die meisten
Texte in Auszügen zu finden in: The Norton Anthology of English Literature, vol. 1, ed. M.H. Abrams et
al., fifth or sixth edition. Die Essays von Bacon liegen in einer guten und preiswerten Ausgabe vor und
sind zur Anschaffung empfohlen: The Essays of Sir Francis Bacon. John Strachan (ed.), London:
Wordsworth, 1997.

Romantic Poetry and Theory
Fr 8.30-10 Uhr, H 306                                                      T.Kühn
(HST RE+HA/KL 10)
The works of dead white males will be at the centre of this seminar, challenged moderately by class
issues but hardly by the onslaught of the other two constituents of that trinity, i.e. race and gender. In
other words, by intensively reading major and traditionally canonical works by the two generations of
romantic poets, Blake, Wordsworth and Coleridge (first generation), Shelley, Byron and Keats (second
generation) this course will closely look at the texts‘ political, social and cultural potential and tensions.
Two major historical developments will be seen as the historic context of romantic poetry: the Industrial
and French Revolutions.
The following anthologies contain the relevant texts:
                                                                                                            23
McGann, Jerome J. (ed.). The New Oxford Book of Romantic Verse. Oxford: OUP, 1994.
Wu, Duncan (ed.). Romanticism: An Anthology. Oxford: Blackwell, 21998.
Auden, W. H. and Holmes Pearson, Norman (eds.). The Portable Romantic Poets: Blake to Poe.
London: Viking, 1978.
For critical reading the following publications are recommended:
Wu, Duncan (ed.). Romanticism: A Critical Reader. Oxford: Blackwell, 1995.
Butler, Marilyn. Romantic Rebels and Reactionaries: English Literature and Its Background 1760 - 1830.
Oxford: OUP, 1981.

Poetry and Poeticity.
Kompaktseminar im Juni 2001; Beginn: 6. Juni 2001
Mi 16-18 Uhr, G 420
Do 8.30-10 Uhr, F 429                                                  V.Cunningham
(HST RE+HA 10)
A inspection of the nature of poetry and the 'poetic'. All the examples will be taken from Victorian poetry
- poems by canonical writers such as Tennyson and Robert Browning, Gerard Manley Hopkins and
Christina Rossetti, but also less canonical works by other women and by not-so-famous men.
(Scheinerwerb möglich)

Cultural Identity and Cultural Translation: V.S. Naipaul
Kompaktseminar direkt im Anschluß an SS 2001                                M.Reif-Hülser
Termine und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben
(GST+HST RE+HA 10)
V.S. Naipaul (1932—) is perhaps one of the most controversial contemporary British writers. His oeuvre
includes novels, short stories, travel writing, literary and cultural criticism as well as political statements
to his opinions about reasons for and facts of the various conflictual situations in the Middle East. Some
critics consider him the most promising and fruitful because the most aesthetic among so-called 'post-
colonial' writers; some think him politically ignorant and even an opportunist. More than Salman
Rushdie, Naipaul divides the reading public into admirers and absolute antagonists.
Let us take a middle-European standpoint with the background of English Literatures and British Studies
and approach the various writings by V.S. Naipaul. Novels: The Mimic Men, 1967; A Bend in the River,
1979; The Enigma of Arrival, 1987; A Way in the World. A Sequence, 1994. The non-fiction texts will be
available in excerpts at the beginning of the summer term.
A first meeting for all students who are interested in this course will be held during the beginning of the
semester. The exact date for this first meeting will be announced at the end of April.


VORLESUNGEN

Major British Writers
Mo 10-12 Uhr, A 704                                                   K.Graham
The second half of an overview and foundation course for the study of English literature. Its focus is the
relationship of literature to history from 1660 to 1950. The stress is on information and skills that will
serve students undertaking further courses in English.
Texts: Restoration satire: Dryden’s “MacFlecknoe”;eighteenth-century poetics and satire: Pope’s Rape
of the Lock; British Romanticism: Odes of Wordsworth, Shelley, Keats; Victorianism: Charlotte Brontë,
Jane Eyre; Modernism: principally T.S. Eliot, W.H. Auden
The course will be conducted in lectures, but students will have opportunities to engage in literary
analysis in tutorial classes.
24
KOLLOQUIEN

Examenskolloquium Amerikanistik
14tägig, Di 16-18 Uhr, H 303                                        R.M.Nischik
Beginn: 1. Semesterwoche
Das Kolloquium richtet sich an meine Prüfungskandidat(inn)en des nächsten Prüfungstermins. Es dient
der Erörterung allgemein prüfungsrelevanter Fragen und Probleme und widmet sich inhaltlich allen
relevanten Prüfungsteilen (Abschlußarbeit, Klausur, mündliche Prüfung). Programmgestaltung in der
ersten Sitzung.
Text zur Anschaffung: American Film Stories, ed. Reingard M. Nischik (Stuttgart: Reclam 1996)

Forschungskolloquium Nordamerikanische Literatur und Kultur
14tägig, Di 16-18 Uhr, H 303                                       R.M.Nischik
Beginn: 2. Semesterwoche
Dieses Kolloquium richtet sich an erster Stelle an meine Doktorand(inn)en und Habilitanden, die ihre
Forschungsvorhaben und work in progress in diesem Kreis vorstellen und diskutieren können, aber
auch an andere fortgeschrittene Studierende der nordamerikanischen Literatur. Das Kolloquium kann
auch dazu genutzt werden, wichtige literarische oder theoretische 'Neuerscheinungen' zu diskutieren.
Vorschläge sind willkommen. Programmgestaltung in der ersten Sitzung

Examenskolloquium Anglistische Literaturwissenschaft
Do 16-18 Uhr, H 306                                                  S.Mergenthal
Das Kolloquium ist für diejenigen Studierenden gedacht, die in ihren Zulassungs- oder Magisterarbeiten
Themen aus der Anglistischen Literaturwissenschaft bearbeiten und/oder die sich auf eine Abschluß-
prüfung in diesem Bereich vorbereiten. Es soll daher, auf die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen
zugeschnitten, zum einen Gelegenheit dazu bieten, individuelle Projekte vorzustellen und zu diskutieren;
zum anderen sollen allgemein prüfungsrelevante Fragen und Probleme (Klausur, mündliche Prüfung
etc.) erörtert werden. Hinweis: Das Kolloquium wird wegen eines Forschungsfreisemesters im
Wintersemester 2001/2 nicht angeboten werden.
                                                                                                      25

GRIECHISCHE LITERATUR
PROSEMINARE

Euripides, Iphigenia in Tauris (3std.)
Di 9.30-11.45 Uhr, H 121                                             G.Baudy
(GST RE+HA+KL 15)
Der Mythos der taurischen Iphigenie bildet das Aition verschiedener griechischer Artemisfeste, die
allesamt durch Riten des lebensgeschichtlichen Übergangs von Jugendlichen in die Erwachsenenrolle
charakterisiert waren. Der aitiologischen Konstruktion zufolge entstanden diese Bräuche in Ersetzung
eines ursprünglichen Menschenopfers. Die Tragödie des Euripides fokussiert den mythischen Stoff auf
ein lokales attisches Artemisfest hin. In dem Proseminar wird der Frage nachzugehen sein, welche
inneren Zusammenhänge zwischen der dramatisierten Initiationserzählung auf der einen und der
literarischen Form und kultischen Funktion der Tragödie auf der andern Seite bestehen. Es ist zugleich
eine Einführung in die attische Tragödie insgesamt.
Teilnahmevoraussetzung ist die Fähigkeit und Bereitschaft, die griechischen Texte (neben der Tragödie
selbst auch Vergleichszeugnisse, die in Form von Quellenpapieren zur Verfügung gestellt werden) im
Original zu lesen.
Textausgaben: Euripides, Iphigenia in Tauris, ed. D. Sansone, Teubner Leipzig 1981.
Euripidis Fabulae, ed. J. Diggle, Tomus II, Oxford 1981 (seitdem versch. Neuauflagen).

SEMINARE

Der Romulusmythos
nach griechischen und lateinischen Quellen (3 std.)
Do 9.30-11.45 Uhr, H 303                                                 G.Baudy
(HST RE+HA+KL 15)
Die römische Stadtgründungssage soll in dem Seminar unter verschiedenen Blickwinkeln und
Fragestellungen analysiert werden: Handelt es sich um autochthone Überlieferung, um indoeuropäi-
sches Erbe oder um literarische Übernahme griechischer Modellmythen? Wie erklären sich die in der
Sage benutzten interkulturellen Topoi? Was leistet die Romulusfigur für das Verständnis des römischen
Festkalenders (Lupercalia, Parilia, Nonae Caprotinae, Consualia)? In welcher Weise wurde Romulus
innerhalb der historiographischen Tradition funktionalisiert (z.B. in der typologischen Reihung Romulus –
Camillius – Augustus)?
Die Teilnahme an dem Seminar setzt die Fähigkeit und Bereitschaft voraus, die griechischen und lateini-
schen Quellentexte im Original zu lesen.
(siehe Lateinische Literatur)

ÜBUNGEN

Deutsch-griechische Übersetzungsübungen (Oberstufe)
Fr 10-12 Uhr, H 303                                                  M.Asper
(HST HA 5)
Die Übung ist für Teilnehmer gedacht, die sich auf die deutsch-griechische Übersetzung, die im Staats-
examen droht, vorbereiten möchten. Zur Einstimmung empfehle ich die Lysiasreden 1, 3 und 6 (ed. C.
Hude).

Deutsch-Griechische Übersetzungsübungen (Grundstudium)
Do 10-12 Uhr, G 421                                                   D.Winkelmann
(GST HA 5)
26
LEKTÜRE

Griechische Lektüre: Archilochos, Hipponax
Mo 10-12 Uhr, H 303                                                  M.Asper
(HST HA 5)
Archilochos und Hipponax (7. bzw. 6. Jh. v.Chr.) sind Meister der dichterischen Verbalinjektive. Die
Grenzen des (unseres) guten Geschmacks überschreiten sie oft und leicht. So bieten sie einen instruk-
tiven Kontrast zu archaischen Edeldichtern wie Sappho oder Alkman und eine Fundgrube für die Außen-
und Innenansicht der ostgriechischen Welt zur Zeit der Kolonisation.
Text: M.L. West, Iambi et Elegi Graeci ante Alexandrum cantati, Bd. 1, 2. Aufl., Oxford 1989.

Epiktet, Encheiridion
Mo 16-18 Uhr, G 420                                                     K.Wilkens
(GST 5)
Der stoische Philosoph Epiktet (Epiktetos) aus Hierapolis in Phrygien (ca.55–ca.135), der nach seiner
Verbannung aus Rom unter Domitian (89) im westgriechischen Nikopolis lebte und lehrte, hat selbst –
wie Sokrates – nichts geschrieben. Glücklicherweise sind vier Bücher der Mitschriften von Lehrvorträgen
und -gesprächen Epiktets erhalten, die sein Schüler Arrian (Arrianos, Flavius Arrianus) unter dem Titel
Epiktetu diatribai (lat. Dissertationes) veröffentlicht hat. Eine Zusammenfassung dieser Diatriben ist das
Encheiridion, das Handbüchlein der Moral, das in kurzen Abschnitten, z.T. aphorismusartig pointiert, die
Summe der stoischen Ethik und Lebenspraxis Epiktets zieht. Schon in der Spätantike und darüber
hinaus ist dieses kleine Werk viel rezipiert worden und vermag auch heute noch den an der antiken
Ethik interessierten Leser in seinen Bann zu ziehen. Die Lektüre des Encheiridion soll durch
ausgewählte Kapitel der Diatribai ergänzt werden. Text: Teubneriana beider Werke von H. Schenkl
(1904), Loeb-Ausgabe beider Werke mit englischer Übersetzung von W. A. Oldfather (1928), Reclam-
Heft des Encheiridion mit deutscher Übersetzung von K. Steinmann (1992), französische Übersetzung
des Encheiridion mit Kommentar von M. Lhoste-Navarre (1987) u.a.
Beginn am 23. April 2001 mit der Lektüre des ersten, einleitenden Abschnitts (§ 1)

WEITERE VERANSTALTUNGEN

Griechisch für Studierende aller Fachrichtungen, Teil I (Anfänger)
Di 8.30-10 Uhr, H 304
Do 8.30-10 Uhr, H 304
Fr 8.30-10 Uhr, H 304                                              D.Winkelmann
(GST+HST 5)
Einführung ins Altgriechische für Anfänger ohne Vorkenntnisse.
Diese Veranstaltung bereitet ohne Lehrbuch in zwei Semestern auf das Graecum vor.
Als Text dient „Die Verteidigungsrede des Sokrates“ von Platon.
(siehe Allgemeine Veranstaltungen)

Religionswissenschaftliche Lektüre mit Kolloquium:
Lukian, De dea Syria (2std.)
Do 16.15-17.45 Uhr, H 121                                               G.Baudy
(GST/HST RE+KL 5)
Lukians Schrift über die syrische Göttin (Derketo/Atargatis) ist eines der wichtigsten und ausführlichsten
Zeugnisse über religiöse Traditionsmischung in einer östlichen Provinz des Imperium Romanum. Hier
überkreuzten sich syrische, phönizische, ägyptische und griechische Kultpraktiken und Mythen. Lukians
Werk kommt eine hermeneutische Schlüsselfunktion für das Verständnis dieser interkulturellen
Überlieferungen zu. Neben der Lektüre der Schrift selbst sollen ergänzende Zeugnisse herangezogen
werden, die in Form von Quellenpapieren zur Verfügung gestellt werden. Teilnahmevoraussetzung ist
die Fähigkeit und Bereitschaft, die griechischen und lateinischen Texte im Original zu lesen.
Textausgabe: Luciani Opera, ed. M. D. MacLeod, Tomus III, Oxford 1980.
                                                                                                    27

LATEINISCHE LITERATUR
PROSEMINAR

Caesar, Bellum Civile
Di 16-18 Uhr, H 304                                                   H.Seng
(GST RE+HA 10)
Der Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius mit ihren jeweiligen Anhängern besiegelte das Ende
der Römischen Republik. Er darf damit zu den bedeutendsten Ereignissen der Antike gerechnet
werden. Caesars commentarii belli civilis sind die wohl wichtigste zeitgenössische Quelle, in denen der
eine Hauptbeteiligte die von ihm gewünschte Sicht der Dinge propagiert. Die Kunst des Schriftstellers
Caesar jedoch erhebt die Darstellung über den Rang einer parteilichen Gelegenheitsschrift zum
literarischen Meisterwerk politischer Geschichtsschreibung.


Archäologisches Proseminar:
Mythische Darstellungen auf römischen Sarkophagen
Mo 14-16 Uhr, H 305                                                   F.Hölscher
(GST+HST 5)
Die Präsenz des Mythos der römischen Kaiserzeit allgemein und speziell in dem zeitlich und ikonogra-
phisch klar umrissenen Umfeld der Sarkophage wird Gegenstand dieser Übung sein. Die einzelnen
Mythen sollen, auch mit dem Ausblick auf spätere Rezeption, kennengelernt werden. Wichtig ist dabei,
Erzählweisen herauszuarbeiten, die Eigenart bildlicher Erzählung von literarischer Erzählweise abzu-
setzen und damit allgemein den Blick für das Erzählen von Geschichten zu schärfen. Vor allem aber
sollen die einzelnen Mythen in ihrer Funktion auf den Bildträgern, den Sarkophagen untersucht werden:
liegt der metaphorische Bezugspunkt im Leben der Verstorbenen oder im Leben nach dem Tod? Dazu
wird es nötig sein, auch die nicht-mythologischen Darstellungen mit einzubeziehen, um allgemein Vor-
stellungen des Lebens und Jenseitserwartungen in der mittleren Kaiserzeit beschreiben zu können.


SEMINARE

Der Romulusmythos nach
griechischen und lateinischen Quellen (3 std.)
Do 9.30-11.45 Uhr, H 303                                            G.Baudy
(HST RE+HA+KL 15)
(Kommentar siehe Griechische Literatur)


VORLESUNGEN

Cicero
Mi 16-18 Uhr, H 303                                               P.L.Schmidt
(GST+HST 0)
Die Rezeption der klassischen Latinität beruht weitgehend auf der Rezeption der Werke Ciceros. Die
Vorlesung wird sich deshalb dem mit Abstand bedeutendsten Prosaiker der römischen Literatur entspre-
chend der Wirkung seines Werkes nach den verschiedenen Werkgruppen (Briefe, Reden, Rhetorica,
Philosophica) zuwenden.
28
ÜBUNGEN
SPRACHE

Syntax II: D/L Übersetzungsübung
Di 10-12 Uhr, H 303                                               D.Winkelmann
(GST 5)

Stilübung Grundstudium
Mi 10-12 Uhr, H 303                                               S.Buchal
(GST 5)

Sprachanalytische Übung L-D,
Texte des Kanons für die Zwischenprüfung
Do 14-16 Uhr, H 303                                               A.Breitenbach
(HST 5)

Stilübungen Hauptstudium
Di 14-16 Uhr, G 302                                               H.Seng
(HST 5)


LITERARISCHE ÜBUNGEN

Tibull, Elegien
Di 16-18 Uhr, G 304                                                 T.Binder
(GST+HST 5)
Anhand einer intensiven und möglichst umfassenden Lektüre von Tibulls Elegien (Buch 1 und 2) soll in
diesem Lektürekurs auf das Themenfeld Elegie in verstärktem Maße eingegangen werden. Motivik,
Typologie sowie literaturgeschichtliche Verortung der “Gattung Elegie” werden daher ebenso heraus-
gearbeitet und zur Sprache gebracht wie Charakteristika von Tibulls Schaffen, das sich von dem eines
Properz oder Ovid doch in nicht unerheblicher Weise unterscheidet und trotz der (scheinbar) leichten
Zugänglichkeit der eleganten Verse doch viel Rätselhaftes, Kontrastreiches und Widersprüchliches in
Tibulls Wesen offenbart.
Da der Kurs Studierenden des Grund- und Hauptstudiums offensteht, kann auch auf jeweils spezifische
Fragen und Probleme hinsichtlich der Vorbereitung auf die Übersetzung in der Zwischenprüfung oder im
Examen eingegangen werden.

Cicero über sich und seine Zeit
Mo 16-18 Uhr, H 303                                               J.Fugmann
(GST+HST 5)
Kaum ein anderer Mensch der Antike ist uns durch persönliche Zeugnisse so gut bekannt wie M. Tullius
Cicero. Seine Briefe und Reden wie auch die zahlreichen autobiographischen Einlassungen in seinen
philosophischen und rhetorischen Schriften bieten nicht nur einen unmittelbaren Zugang zu dem
Menschen und Politiker, sondern vermitteln auch ein lebendiges und interessantes Bild des gesell-
schaftlichen wie politischen Lebens im Rom der späten Republik. Die Lektüre ist als Ergänzung zur
Vorlesung gedacht, kann aber auch unabhängig besucht werden.
                                                                                                         29
Einführung in die Lateinische Epigraphik
Mo 10-12 Uhr, H 307                                                      J. Fugmann
(GST+HST 5)
Als unmittelbare Zeugen ihrer Zeit bieten Inschriften eine Fülle von Informationen zu den verschie-
densten Aspekten des öffentlichen wie privaten Lebens. Den ersten Teil der Übung wird eine allgemeine
Einführung (Inschriftentypen, Hilfsmittel etc.) bilden; in einem zweiten Teil sollen ausgewählte Inschriften
in gemeinsamer Lektüre interpretiert werden.

Erasmus, Hauptwerke
Do 16-18 Uhr, H 303                                              P.L.Schmidt
(GST+HST 5)
Die Lektüreübung soll anhand ausgewählter Passagen aus einigen zentralen Werken des Humanisten
Desiderius Erasmus die Bedeutung seines Werkes für das frühe 16. Jh. (Reform und Reformation,
Ciceronianismus und christlicher Humanismus) herausarbeiten. Dabei kann die Textarbeit die allgemein
zugängliche zweisprachige Auswahlausgabe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft voraussetzen.


WEITERE VERANSTALTUNGEN

Latein für Studierende aller Fachrichtungen, Teil II               J.Fugmann
Gruppe A: Mo 12.15-13.00 Uhr, G 201
            Di 16.15- 17.00 Uhr, G 201
            Do 12.15-13.00 Uhr, G 201
            Fr 9.15-10.00 Uhr, G 300
Gruppe B: Mo 13.15-14.00 Uhr, G 201
            Di 17.15-18.00 Uhr, G 201
            Do 13.15-14.00 Uhr, G 201
            Fr 10.15-11.00 Uhr, G 300
Beginn: Di 24.4.2001
(GST KL 5)
Voraussetzung: Abschlußtest nach Latein I; die Nachklausur findet statt am:
Mo 23.4.2001, 12.15 Uhr, G 201
(siehe Allgemeine Verantaltungen)

Vorbereitungskurs Kleines Latinum (Herbst 2001)
Terminfestlegung am Ende des Sommersemesters                     J.Fugmann
(GST KL 5)
Der 14-tägige Kompaktkurs dient der unmittelbaren Vorbereitung auf das (Kleine) Latinum (Sept./Okt.
2001); der genaue Termin wird während des Semesters bekanntgegeben.
Voraussetzungen: Abschlußtest nach Latein II. Der Test kann unmittelbar vor Beginn des Kompakt-
kurses wiederholt werden; der genaue Termin wird am Ende des Sommersemesters festgelegt.
(siehe Allgemeine Verantaltungen)
30

KUNSTWISSENSCHAFT
EINFÜHRUNG

Einführung in bibliographische Datenbanken
und Buchaufstellung zur Kunstwissenschaft
Mi 23. Mai 2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                      H.Rauhut


PROSEMINARE

Pieter Brueghel d.Ä. – Begründer einer Malerdynastie
Mi 14-16 Uhr. H 304                                                   D.Eichberger
(GST RE+HA 10)
Das Proseminar beschäftigt sich mit dem vielseitigen und komplexen Œuvre Pieter Bruegels des Älteren
(c. 1525-1569), der als einer der einflußreichsten Maler des 16. Jahrhunderts gelten kann. Mit seinem
großformatigen Jahreszeitenzyklus und seinen Winterbildern hat Pieter Bruegel der Landschaftsmalerei
wesentliche Impulse gegeben. In seinen Zeichnungen und seiner Druckgraphik offenbart sich Bruegel
als ein Künstler, der auch der künstlerischen Tradition seiner Region (z. B. Hieronymus Bosch) verbun-
den ist. In vielen seiner Gemälde erschließt Bruegel aber auch völlig neue Themenkreise (Sprichwörter-
bilder, Kinderspiele, Fasching und Fasten). Hierbei setzt er sich mit den Bräuchen und Lebensformen
seiner Kultur auseinander und stellt sie zum ersten Mal in bildlicher Form dar. Bruegels genrehaften
Bauernbilder und seine allegorischen Darstellungen (Blindensturz, Vogeldieb etc.) haben immer wieder
Anlaß zu neuen, teilweise widersprüchlichen Interpretationen und Wertungen gegeben.
Einführende Literatur: Ph. und F.Roberts-Jones, Pieter Bruegel der Ältere, München, 1997; E. M.
Kavaler, Pieter Bruegel. Parables of Order and Enterprise, Cambridge-New York-Melbourne, 1999;
Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 47 (1996), J. de Jong, M. Meadow, H. Roodenburg, F. Scholten
(Hrsg.), „Pieter Bruegel“, Zwolle, 1997, vor allem S. 7-13.

Kunst und Architektur im Kontext der
Reichsstadt Nürnberg (mit Exkursion).
Mi 16-18 Uhr, H 304                                                   D.Eichberger
(GST RE+HA 10)
In diesem Proseminar geht es weniger um das gesamte künstlerische Schaffen eines einzelnen
Künstlers, sondern um das kulturelle Leben, das sich in einem räumlich begrenzten Umfeld, der freien
Reichsstadt Nürnberg, abgespielt hat und zu dem verschiedene Künstlerpersönlichkeiten beigetragen
haben. Der Schwerpunkt des Kursprogramms liegt auf der Blütezeit der Stadt Nürnberg, d.h. Spätmittel-
alter und frühe Neuzeit. Die Seminarthemen konzentrieren sich auf ausgesuchte Werke der Malerei,
Skulptur, Buchmalerei, Goldschmiedekunst und Druckgraphik, die in oder für Nürnberg geschaffen
wurden. Es werden unter anderem folgende Künstler behandelt: Bartel und Hans Sebald Beham,
Albrecht Dürer, Peter Dell, Peter Flötner, Nickolaus Glockendon, Hans Baldung Grien, Adam Kraft,
Hans Süss von Kulmbach, Georg Pencz, Veit Stoß, Wolf Traut, Peter Vischer, Michael Wolgemut, Hans
Schäuffelein, Wenzel Jamnitzer.
Gegen Ende des Sommersemesters findet eine mehrtägige Exkursion nach Nürnberg statt. Nähere
Absprachen (Zeitpunkt, Themen, Teilnehmerzahl, Kosten, etc. ) werden zu Anfang des Semesters
getroffen.
Einführende Literatur: Nürnberg, 1300-1550. Kunst der Gotik und der Renaissance, München, 1986; P.
Strieder, Tafelmalerei in Nürnberg. 1350-1550, Königstein, 1993; Jeffrey Ch. Smith, Nuremberg a
Renaissance City, 1500-1618, Austin, 1983; D. Eichberger/ Ch. Zika (Hrsg.), Dürer and his Time,
Cambridge-New York-Melbourne, 1998.
                                                                                                       31
New Light on Old Masters.
Streifzüge zwischen „High“ und „Low“
Mi 14-16 Uhr, A 704                                                    G.Blum
(GST HA/KL 10)
Im Proseminar sollen Werke der bildenden Kunst seit der Antike in der gemeinsamen Diskussion
erschlossen werden. Im Mittelpunkt der Sitzungen wird je ein ausgewähltes Bildbeispiel stehen. Dabei
soll es auch um die Frage gehen, inwiefern Bilder der Massenkultur neue Zugänge zu Werken der alten
(„Hoch“-)Kunst eröffnen.
Voraussetzung für die Teilnahme ist die regelmäßige Lektüre der Texte des Readers und die
Bereitschaft, sich aktiv an der Seminardiskussion zu beteiligen. Die obligatorische Lektüre der unten
angegebenen Kapitel der „Geschichte der Kunst“ von Ernst H. Gombrich – der Titel des Seminars zitiert
einen Buchtitel des Kunsthistorikers – erleichtert Ihnen die Verortung der diskutierten Werke in breiteren
kunsthistorischen Kontexten.
Literatur zur Vorbereitung: E. H. Gombrich, Die Geschichte der Kunst, London 1950 u.ö., Kap. 12ff.
(derzeit günstige Sonderausgabe im Handel)

Blickkontakte: Fenster und Schauöffnungen
in der Malerei der Renaissance
Mo 16-18 Uhr, H 306                                                   S.Bogen
(GST RE+HA 10)
Architektonische Öffnungen werden zum Thema der Malerei, seit diese den Bildgrund als Zeichenträger
negiert. Epochemachend ist Leon Battista Albertis Definition des Gemäldes als offenes Fenster.
Gemalte Ein- und Ausblicke im Bild können jedoch nicht nur eine vollkommene Transparenz der
Bildfläche illusionieren, sondern auch das Inszenierte einer solchen Blicköffnung bewußt machen. Der
Status der gemalten Öffnung zwischen Illusion und Reflexion des Illusionismus soll am Beispiel von
Hauptwerken der italienischen und niederländischen Malerei der Renaissance (Campin, Van Eyck,
Lippi, Leonardo u.a.) mit einem Ausblick auf den barocken Umgang mit der ästhetischen Grenze
(Rembrandt, Dou) analysiert werden. Die Veranstaltung ist als einführende Übung in die Bildanalyse
konzipiert. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.


KURSE

Edouard Manet: Le Déjeuner sur l´herbe.
Konzeption – Rezeption – Interpretation
Di 14-16 Uhr, H 306                                                  G.Blum
(GST RE+HA/KL 10)
Edouard Manets Gemälde Le Déjeuner sur l´herbe löste bei seiner ersten öffentlichen Ausstellung einen
Skandal aus. Heute gehört es zum Kanon: Kaum ein Gemälde hat seit seiner Entstehung in der
kunstwisenschaftlichen Literatur, aber auch bei Künstlern und in der Populärkultur eine solche
Beachtung gefunden. Es gilt als erste monumentale Darstellung des „modernen Lebens“ (Baudelaire)
und als „klassische Formulierung der Entfremdung“ (Jeff Wall).
In der intensiven Auseinandersetzung mit dem Gemälde und seiner Rezeption in Texten und Bildern
sollen die vielfältigen Bedeutungsebenen des Gemäldes analysiert werden. Die Modernität des
Gemäldes besteht nicht zuletzt in seiner Komplexität, die ein ganzes Spektrum von in sich
widerspruchsvollen Interpretationen provoziert und zugleich unterminiert.
Literatur zur Vorbereitung (Lektüre obligatorisch): Hans Körner, Edouard Manet: Dandy, Flaneur, Maler,
München 1996
32
Traumbilder in Film und Malerei
Di 10-12 Uhr, G 201                                                    S.Bogen/K.Kirchmann
Filmtermine: Mo 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST+HST RE+HA 10)
Die Gleichsetzung der Produktions- und/oder Rezeptionsbedingungen von Malerei/Film mit der
Traumsituation ist ein wiederkehrender Topos in Kunst- wie Medientheorien. Doch der Weg vom
subjektiven Traumgesicht zum intersubjektiv anschaubaren Traumbild ist weit. Er unterliegt
kulturhistorischen Vorgaben ebenso wie genre- und medienspezifischen Regeln. Der Kurs wird sich mit
solchen Kodierungs- und Dekodierungsformen der Traumdarstellung beschäftigen. Die Auswahl der
Beispiele wird sich auf die mittelalterliche Bilderzählung und den Film konzentrieren. Analysiert werden
sollen: das visuelle „embedding“ der Traumerscheinung, das heißt die Gestaltung der Schwelle
zwischen Außenperspektive auf den Träumer und Innenperspektive des träumenden Ich; die narrative
Syntax, die zwischen den Ebenen Traum- und Wirklichkeitsdarstellung vermittelt. Kritisch reflektiert
werden soll die Frage nach der Lesbarkeit von Traum(bildern) zwischen „reiner Visualität“ und „Text“.
Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Referats und einer Hausarbeit sowie die
regelmäßige Teilnahme an den Sitzungs- und Sichtungsterminen. Referatsanmeldungen sind schon in
den Sprechstunden während der vorlesungsfreien Zeit erwünscht.
(siehe auch Medienwissenschaft)

„Postmoderne“ Architektur
Do 12-14 Uhr, H 306                                                   J.Stöhr
(GST+HST RE+HA 10)
Der diffuse Begriff der „Postmoderne“ hat wie kaum ein anderer in den 80er Jahren die Debatte um die
Grundverfassung von Philosophie, Kunst und Architektur geprägt. Was jeweils mit ihm bezeichnet
werden sollte, war dabei höchst umstritten. Einig war man sich lediglich, daß er als Leitunterscheidung
die Veränderungen gegenüber „der Moderne“ charakterisieren sollte. Die Bewertung „postmoderner“
Phänomene hingegen spaltete die Geisteswissenschaft: Während die Kritiker dem „Postmodernismus“
u.a. Beliebigkeit, Ästhetizismus, Eklektizismus oder Neokonservatismus, Antimodernismus und
Antirationalismus vorwarfen, plädierten die Befürworter für ein „veritables“ postmodernes Denken, das
„die Moderne“ durch Pluralismus, Heterogenität oder die Revitalisierung historischer Programme
zukunftsweisend revidiert habe.
Die sogenannte „postmoderne“ Architektur hat diese Kontroverse entscheidend motiviert und beeinflußt.
Im Kurs werden prominente Positionen dieser (Stil)-Richtung vorgestellt und analysiert. Neben einer
kritischen Rekonstruktion der Diskussion um „die Postmoderne“ geht es in erster Linie um die Frage
nach dem Leistungsvermögen eines neuen Bauens.


SEMINARE

Ausgewählte Beispiele höfischer Kunst
Do 14-16 Uhr, H 304                                              D.Eichberger
(HST RE+HA 10)
Ziel dieses vorlesungsbegleitenden Seminars ist es, die in der Vorlesung skizzierten Fragen und
Themenbereiche aufzugreifen und weiter zu vertiefen. Die Problematik „Hofkunst“ wird sowohl auf
theoretischer Ebene (M. Warnke) wie an weiteren Beispielen höfischer Kunst näher untersucht.
Während die Vorlesung sich ausschließlich auf den nordalpinen Bereich konzentriert (Frankreich,
Niederlande, Deutschland, England), werden im Seminar auch einige italienische Beispiele zum
Vergleich herangezogen.
Siehe auch Kommentar zur Vorlesung „Höfische Kunst außerhalb Italiens“. Der Besuch der Vorlesung
wird für die TeilnehmerInnen des Seminars vorausgesetzt.
Eine Liste der Seminarthemen hängt beim Sekretariat Kunstwissenschaft aus.
                                                                                                      33
Andrea Palladios Villa Rotonda.
Der Bau und seine Darstellung im Internet
Do 16-18 Uhr, H 304                                                  G.Blum
(HST RE+HA 10)
Andrea Palladios Villa Capra Almerico bei Vicenza, die als „La Rotonda“ bekannt ist, gilt als eines der
Hauptwerke des Cinquecento.
Die eingehende Analyse des Baus erschließt Grundprinzipien der Renaissancearchitektur. Eine
Untersuchung ihrer antiken Voraussetzungen und ihres politischen und geistesgeschichtlichen
Umfeldes deutet die Rotonda als modellhaft inszenierten Brennpunkt eines Weltzugangs, in dem sich
antike und moderne Motive durchdringen.
Gegen Ende des Semesters findet ein zweitägiger Workshop über die Möglichkeiten einer Darstellung
des Gebäudes und seiner landschaftlichen Situation auf CD-Rom bzw. im Internet mit Fabian Winkler
(HFG Karlsruhe) statt.
Literatur zur Vorbereitung (Lektüre obligatorisch): Rudolf Wittkower, „Grundlagen der Baukunst
Palladios“. In: Ders., Grundlagen der Architektur im Zeitalter des Humanismus, München 1969 u.ö., S.
51-124. Lohnend auch: Denis Cosgrove, The Palladian Landscape, London 1993


VORLESUNG

Höfische Kunst außerhalb Italiens. 1400 - 1550
Do 10-12 Uhr, H 306                                                     D.Eichberger
(GST+HST 10)
Im Zentrum dieser Vorlesung stehen Kunstobjekte, die für einen höfischen Auftraggeber/ Empfänger
bestimmt waren. Es werden vor allem jene Maler, Bildhauer, Goldschmiede und Tapissiers behandelt,
die permanent oder für einen bestimmten Zeitraum im Dienste eines Herrschers, Regenten oder
Kirchenfürsten standen. Zusätzlich wird der Frage nachgegangen, bis zu welchem Grad das kreative
Schaffen frühneuzeitlicher Künstler durch die vorhandenen Rahmenbedingungen, d.h. höfisches Milieu,
Zunftzwänge und Kunstmarkt mitbestimmt wurde.
Im höfischen Milieu bewegten sich z. B. Künstler wie die Brüder Limburg, Claus Sluter, Jean de
Beaumetz, Jan van Eyck, Jean Fouquet, Gérard Loyet, Jean Perreal, Michel Colombe, Jacopo de‘
Barbari, Bernard van Orley, Conrad Meit, Jan Gossaert, Albrecht Dürer, Hans Burgkmair, Albrecht
Altdorfer und Jan Vermeyen.
Unter welchen Bedingungen wurde ein Hofkünstler angestellt? War das Tätigkeitsfeld des Hofmalers
auf künstlerische Arbeiten beschränkt? Setzten sich neuartige Ideen im Kontext des Hofes schneller
durch als im städtischen Milieu? Warum läßt sich frühneuzeitliches Sammelwesen zuerst in
herrschaftlichen Residenzen festmachen? Diese und andere Fragen werden an konkreten Kunstwerken
exemplarisch untersucht und in einen breiteren Zusammenhang eingeordnet.
Einführende Literatur: M. Warnke, Der Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen Künstlers, 2. über-
arbeitete Aufl., Köln, 1996; M.P.J. Martens, „La Clientèle du peintre“ in: B. de Patoul & R. van Schoute,
Les Primitifs Flamands et leurs temps, Louvain-la Neuve, 1994; W. Prevenier (Hrsg.), Le prince et le
peuple. Images de la société du temps des ducs de Bourgogne 1384-1530, Antwerpen, 1998
34

MEDIENWISSENSCHAFT
EINFÜHRUNGEN

Einführung in bibliographische Datenbanken
und Buchaufstellung zu Medienwissenschaft und Film
Mi 30. Mai 2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                     H.Rauhut

Einführungsveranstaltung Medienwissenschaft:                       Die Lehrenden
Vorstellung des Semesterprogramms, Fragen zur                      des Faches
Entwicklung des Faches, Kritik und Anregungen                      Medienwissenschaft
Do 3. Mai 2001, 10-12 Uhr, G 201

Einführung in die Medienwissenschaft (Gruppe A–M)
Mi 10-12 Uhr, G 201                                                 J.Paech
Einführung in die Medienwissenschaft (Gruppe N–Z)
Mi 14-16 Uhr, G 201                                                 J.Paech
Tutorien:
Mo 10-12 Uhr, H 305
Fr 14-16 Uhr, H 303
Fr 14-16 Uhr, H 304
Fr 14-16 Uhr, H 305
(GST KL 10)
Die Teilnahme an der Einführung in die Medienwissenschaft (alternierend mit der Einführung in die
Kunstwissenschaft jeweils im Wintersemester) ist für alle Studierenden des Studiengangs "Kunst- und
Medienwissenschaft" obligatorisch. Nach einer Übersicht über das Fachgebiet Medienwissenschaft
werden an ausgewählten Beispielen Arbeitsgebiete der Medienwissenschaft vorgestellt und in Tutorien
eingehender behandelt. Bitte verteilen Sie sich nach den Anfangsbuchstaben Ihres Nachnamens auf die
beiden Termine. Abschluß durch eine Klausur.


PROSEMINARE

Eisenbahn, Auto, Flugzeug kinematographisch:
Texte und Filme
Do 16-18 Uhr, G 201 (Beginn: 3. Mai 2001)                             J.Paech
(GST RE+HA 10)
Drei moderne Verkehrsmittel sind vor (Eisenbahn) oder gleichzeitig mit dem Film erfunden worden
(Automobil und Flugzeug). Die Erfahrung der Eisenbahnreise hat ('unbewegt bewegt') den Zeitgenossen
des 19. Jahrhunderts eine filmähnliche Wahrnehmung ihrer mechanischen Fortbewegung vermittelt,
was sich in der Literatur niedergeschlagen und im Kino später wiederholt hat. Das Auto hat den Fahrer
interaktiv an die Beschleunigung gekoppelt, die er am 'Screen' seiner Windschutzscheibe als Geschwin-
digkeit erlebt. Das Flugzeug schließlich hat vom Boden als Referenz der Geschwindigkeitswahr-
nehmung abgehoben, das Kino findet (bei Transatlantikflügen) im Flugzeug vielleicht als Projektion,
nicht aber mehr als Erlebnis des Fliegens selbst statt. Erst im Krieg (als Bodenaufklärung,
Bombardierung oder Kampfeinsatz) oder im drohenden Absturz (oder in der Flugsimulation) wird der
Flug wieder zum filmischen Wahrnehmungseffekt. Die Eisenbahnreise, die Autofahrt und der Flug
haben in der Literatur Spuren ihrer kinematographischen Wahrnehmungen hinterlassen, die im Film
unmittelbar (?) zum Ausdruck kommen.
                                                                                                      35
Zur Vorbereitung kann im Sekretariat (H 218, Mo-Do. 8-11.45, Fr. 8-11.15 Uhr) der Aufsatz abgeholt
werden: Paech: Das Sehen von Filmen und filmisches Sehen. Zur Geschichte der filmischen Wahrneh-
mung im 20. Jahrhundert. In: Knut Hickethier (Hg.) Filmgeschichte schreiben. Ansätze, Entwürfe und
Methoden, Berlin 1989 (=Dokumente der Tagung der GFF 1988), S. 68-77.
Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.

Medienkritik. Unterhaltungsformate im deutschen Fernsehen
Mo 14-16 Uhr, G 201                                                   T.P.Gangloff
(GST RE+HA 10)
Fernsehen ist ein Medium der Zerstreuung; selbst Informationssendungen müssen unterhaltsam und
reizvoll aufbereitet sein, sonst schaltet das Publikum gelangweilt um. Im Unterschied zu früheren
Jahren, als die Senderlandschaft von ARD, ZDF und den Dritten Programmen dominiert wurde, setzt
sich das Fernsehen heute aus einer Vielzahl unterschiedlichster Formate zusammen, die sich fast alle
auf einen Nenner bringen lassen: Unterhaltung. Das Seminar soll anhand von Programmbeispielen
gezielt einige dieser Formate herausgreifen und analysieren; dazu zählen etwa tägliche Talkshows
("Arabella"), Daily Soaps ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten"), performatives Realitätsfernsehen ("Big
Brother"), Comedy-Formate ("TV total", "Die Harald Schmidt Show") oder Quiz-Shows ("Wer wird
Millionär?"). Ein spezielles Augenmerk gilt dem Kinderfernsehen. Ziel des Seminars ist die Erarbeitung
von Qualitätskriterien, die Analyse von Inszenierungsstrategien und Dramaturgien sowie die Bewertung
von Erfolg oder Misserfolg aus Sicht der Fernsehsender (Zielgruppengenauigkeit).
Voraussetzung für einen Leistungsschein ist die kontinuierliche Teilnahme sowie ein Referat.

Fakt und Fiktion im Dokumentarfilm und Spielfilm
Do 14-16 Uhr, G 201 und 16-18 Uhr, H 305                              A.Schreitmüller
Blockseminar; Erster Termin: 26.4.2001,
die weiteren Termine werden noch bekannt gegeben
(GST RE+HA 10)
Seit ihren Anfängen befinden sich die audiovisuellen Medien Film und Fernsehen im Spannungsfeld von
Fiktionalem und Faktischem. Spielfilme beziehen sich auf reale Ereignisse und Dokumentarfilme
enthalten Inszeniertes. Authentizität in Reinform gibt es in Filmen ebensowenig wie Phantasie-
schöpfungen aus dem Nichts. Anhand von konkreten Beispielen wollen wir den komplexen Prozess des
filmischen Erzählens nachvollziehen - wie sich Geschichten aus realen Erlebnissen speisen und dann
wieder real in filmische Bilder umgesetzt werden. Es sind nicht die uninteressantesten Filme, in denen
die Zuschauer dem Widerspruch von Erfahrung und Erfindung gezielt ausgesetzt werden. Besonderes
Augenmerk gilt daher Filmen auf dieser immer aufs Neue umstrittenen und umkäpften Grenzlinie: Docu-
Drama, Biopic, Fake.
Literatur: Christiane Altenburg/Ingo Fließ (Hrsg.): Jenseits von Hollywood. Drehbuchautoren über ihre
Kunst und ihr Handwerk. Frankfurt/Main 2000; Sibylle Knauss: Schule des Erzählens. Ein Leitfaden.
Frankfurt/Main 1995; Stefan Römer: Fake als Original. Ein Problem für die Kunstkritik. Köln 1999;
Michael Töteberg (Hrsg.): Szenenwechsel. Momentaufnahmen des jungen deutschen Films. Reinbek
1999.
Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.

Kino und Spektakel
Do 10-12 Uhr, G 201 (Beginn: 3. Mai 2001)                              K.Kirchmann
Filmtermine: Mo 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST RE+HA 10)
Der Zusammenhang von Kino und Spektakel bezieht sich zum einen auf das Kino als Schauraum und
auf seine kulturelle Funktionalisierung zum ‚Erlebnisort‘. In dieser Hinsicht werden wir uns u.a. mit der
Geschichte der Kinoarchitektur und der Präformation des Kino‘thrills‘ in der Jahrmarktskultur des
19.Jhd. beschäftigen. Als zweiten historischen Strang verfolgt das Proseminar die jeweilige Artikulation
des Spektakulären in ausgewählten Epochen und Genres der Filmgeschichte, u.a. dem frühen ‚Cinema
of Attractions‘, dem NS-Monumentalfilm und dem zeitgenössischen Action-Film. Hierbei soll v.a. die
Spektakularität filmischer Inszenierungen von Geschwindigkeit und Unfällen, der Masse und des
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Elementaren analysiert und auf ihre Einbettung in den o.a. dispositiven Kontext hin befragt werden.
Abschließend soll die (prä-)filmische Spektakularität mit entsprechenden Phänomenen der heutigen
Mediengesellschaft verglichen und somit nach einer möglichen Historizität des Kino-Spektakels gefragt
werden. Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Referats und einer Hausarbeit
sowie die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungs- und den Sichtungsterminen. Referatsanmeldungen
werden schon in den Sprechstunden während der vorlesungsfreien Zeit entgegengenommen.

Wunsch(t)räume. Märchen und Film
Fr 14-18 Uhr, G 201                                                   H.Loewy
Filmsichtung: Fr ab 18 Uhr, G 201
Blockseminar; Termine: 11.5., 8.6., 29.6., 13.7.2001
(GST RE+HA 10)
Spielfilme werden häufig mit Märchen verglichen. Doch was eigentlich ist märchenhaft am Film?
Im Rahmen des Seminars sollen verschiedene Versuche, Erzählstruktur und Wahrnehmungsweisen
von Film und Märchen zu theoretisieren, miteinander verglichen werden. Seit den kulturrevolutionären
und utopischen Texten der literarischen Kino-Debatten vor und nach dem ersten Weltkrieg sind dabei
immer wieder grundlegende Rezeptionserfahrungen und Formen der Tradierung von Erzählstoffen, von
Interesse, wie sie strukturalistisch, anthropologisch oder psychoanalytisch beschrieben werden können.
Dabei geht es gleichermaßen um Initiationsriten und Allmachtsphantasien, imaginäre Wunscherfüllung
und entgrenzende Raumerfahrungen.
Neben Textarbeit soll am Beispiel ausgewählter Filme verschiedener Genres die Beziehung von Mär-
chen und Film untersucht und ihre Bedeutung für das Kino als sozialen/kulturellen Ort bestimmt werden.
Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.
Literatur: Béla Balázs, Der Geist des Films. München 1984; Michael Balint, Angstlust und Regression.
Reinbek 1992; Arnold van Gennep, Übergangsriten. Frankfurt/New York 1986; Hanno Loewy, Medium
und Initiation. Béla Balázs: Märchen, Ästhetik, Kino. Konstanz 2000 http://www.ub.uni-
konstanz/kops/volltexte/2000/400 Max Lüthi, Das Volksmärchen als Dichtung. Ästhetik und
Anthropologie. Düsseldorf/Köln 1975; Edgar Morin, Der Mensch und das Kino. Stuttgart 1959; Vladimir
Propp, Die historischen Wurzeln des Zaubermärchens. München 1982 (sowie: Morphologie des
Märchens. Frankfurt am Main 1975). Weitere Literaturhinweise folgen. Ich plane, einen Reader
(insbesondere mit Texten der frühen Kinodebatten) zusammenzustellen.


KURSE

Zwischen analogem und digitalem Fernsehen:
Technik/Organisation/Markt
Mo 9-12 Uhr, G 201                                                   A.Ziemer
Blockveranstaltung; Termine: 30.4., 21.5., 11.6., 25.6., 9.7.2001
Technische und politische Entwicklungen haben dazu geführt, daß sich das Mediengeschehen und die
Darstellungs- und Nutzungsmöglichkeiten des Fernsehens außerordentlich stark verändert haben und
sich gegenwärtig hin zu einem interaktiven Multimediageschehen wandeln. Stichwort hierfür ist der
Begriff Konvergenz. Die technischen Neuerungen wie digitale Ausstrahlung und Signalkompression,
Multimediaverknüpfung, die Kabel- und Satellitentechnik werden geschildert und deren industrie-,
wirtschafts- und medienpolitische Auswirkungen werden verdeutlicht. Rundfunkangebote und das
Multimedia Szenario in neuen Darstellungsformen wie Online, DAB und Digitalbouquet mit EPG werden
erläutert. Auf ein Zukunftspapier der Bertelsmann Stiftung, Kommunikationsordnung 2010, wird
ausführlich eingegangen.
Fachliteratur wird über einen Semesterapparat bereitgestellt. Die Lehrveranstaltung wird in Form eines
Kurses durchgeführt. Als Leistungsnachweis ist eine Klausur vorgesehen.
                                                                                                   37
Traumbilder in Film und Malerei
Di 10-12 Uhr, G 201                                                 K.Kirchmann/S.Bogen
Filmtermine: Mo 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST+HST RE+HA 10)
(Kommentar siehe Kunstwissenschaft)

Gao Xingjian: Medien- und Theater(theorie) zwischen den Kulturen
Mi 14-16 Uhr, H 305                                            St.Kramer/N.Vittinghoff
(GST+HST RE+HA 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen)

Das transnationale Kino Hongkongs
Mi 16-18 Uhr, H 305 (Beginn 15. Mai 2001)                               St.Kramer
Filmtermine Di 18-20 Uhr, G 201
(GST+HST RE+HA 10)
Das industrielle Kino der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong ist mit seinem Konzept der
schnellen Low-Budget-Produktionen und seinem Potpourri aus Versatzstücken chinesischer Kulturtradi-
tion und Strategien des westlichen Erzählkinos seit den siebziger Jahren zu einem der absatzstärksten
Märkte Asiens aufgestiegen. Als solches hat es auch in Europa und Nordamerika einen gewissen
Kultstatus gewonnen und dort (so etwa die Filme Bruce Lees, Tsui Harks oder John Woos) zahlreiche
der etablierten Filmgenres ästhetisch befruchten können. Daneben hat sich in der seit 1997 als Sonder-
verwaltungszone von China repatriierten Kolonie in den Händen von Filmautorinnen wie Clara Law oder
Ann Hui und Filmautoren wie Allen Fong oder zuletzt Wong kar-wai aber auch ein künstlerisch
orientiertes Kino herausbilden können, das aus seiner inhärent interkulturellen Situation heraus
vielfältige Formen des Diskurses über seine eigenen Wurzeln und seine eigene kulturelle und politische
Situation an der Schnittstelle zwischen den „Welten“ etabliert und diese wiederum als „experimentelle
filmische Formen“ in das Weltkino hineingetragen hat. In diesem Kurs soll ein Überblick über die Film-
geschichte Hongkongs erarbeitet und diese mit der historischen Entwicklung der Insel im südchine-
sischen Meer in Beziehung gesetzt werden. Zudem sollen einige Filme verschiedener Gattungen des
Hongkonger Kinos exemplarisch analysiert und dabei vor allem im Hinblick auf ihre kulturelle
Positionierung und ihre medialen Strategien der kulturellen Repräsentation hin untersucht werden. Eine
Literatur- und Filmliste wird in der Vorbesprechung am 9. Mai verteilt.
Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.

„Diskurs in der Enge“ (P.Nizon). Literatur und Film in der Schweiz
Mo 16-18 Uhr, H 305                                              P.Braun/H.Kinder/K.Oettinger
Sichtungstermin: Do 18-20 Uhr, G 201 (14tägig)
(GST+HST RE+HA 10)
(Kommentar siehe Allgemeine Veranstaltungen; siehe auch Deutsche Literatur)

The American Film Western of the 1990s
Do 12-14 und 14-16 Uhr, H 305                                       R.M.Nischik
(Kommentar siehe Englische und Amerikanische Literatur)
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SEMINARE

Theorien der Fotografie
Di 16-18 Uhr, H 305                                                 J.Paech
(HST RE+HA 10)
Das theoriegeschichtliche Seminar geht von den beiden Texten Kracauers: Photographie (1927) und
Benjamins: Kleine Geschichte der Photographgie (1931) aus. Beide Texte müssen zu Beginn des
Seminars gelesen sein! Es folgen Sitzungen mit Texten zu 'Konstruktivismus, Montage, Surrealismus in
der Fotografie', ‘Onto/Semiologie der Fotografie', Fotografie als Medium, Fotografie und Film, Texten
zur aktuellen Fotografie-Diskussion (Fotografie als Akt, Blick, Gestus), schließlich zur (digitalen)
'Fotografie nach der Fotografie'.
Die wichtigsten Texte sind zu Semesterbeginn in einem Reader zusammengefasst im Sekretariat (H
218, Mo-Do. 8-11.45 Uhr, Fr. 8-11.15 Uhr) erhältlich. Dort kann ab sofort zur Vorbereitung der Aufsatz
von Klaus Honnef: Fotografie zwischen Authentizität und Fiktion. In: documenta 6. Fotografie, Film,
Video. Band 2, Kassel 1977 abgeholt werden.
Voraussetzungen für einen Leistungsschein sind kontinuierliche Teilnahme und ein Referat/Hausarbeit.

Siegfried Kracauer
Mi 10-12 Uhr, H 305                                                  K.Kirchmann
(HST RE+HA 10)
Das vielseitige Werk des Soziologen, Essayisten, Filmkritikers und –theoretikers Siegfried Kracauer
(1889-1966) versteht sich insgesamt als teils phänomenologische, teils ideologiekritische Lektüre
kultureller Oberflächenphänomene der Moderne und insofern als eine der frühesten ernsthaften
Auseinandersetzungen mit der Medien- und Populärkultur des 19. und 20.Jhd., konkret: dem Film, der
Photographie, der Operette, der Revue, dem Detektiv-Roman u.a.m. Neben medienwissenschaftlichen
Klassikern wie „Theorie des Films“ und „Von Caligari zu Hitler“ werden im Seminar auch Kracauers
Texte zu soziologischen, historiographischen und allgemein kulturtheoretischen Fragestellungen, wie sie
ihn von der Weimarer Zeit bis zum Tod im amerikanischen Exil beschäftigt haben, behandelt und
entsprechend kontextualisiert werden. Zu fragen sein wird auch nach den Gründen, warum der lange
Zeit als ‚wunderlicher Realist‘ abgetane Kracauer seit Ende der achtziger Jahre eine Renaissance
erlebt. Voraussetzung für den Scheinerwerb ist die Übernahme eines Referats und einer Hausarbeit
sowie die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungsterminen. Referatsanmeldungen werden schon in den
Sprechstunden während der vorlesungsfreien Zeit entgegengenommen. Zur vorbereitenden Lektüre
empfohlen: Gertrud Koch: Kracauer zur Einführung. Hamburg (Junius) 1996.

Images of Modern Life                                               K.Jeftic
Mo 16-18, H 304
(GST RE+HA/KL 10)
(Kommentar siehe Englische und Amerikanische Literatur)

„Wireless Imaginations“ – Das Radio in der sowjetischen
Kultur und Literatur der 20er und 30er Jahre
Di 12-14 Uhr, G 309                                                 J.Murašov
(HST RE+HA/KL 10)
(siehe auch Allgemeine Veranstaltungen und Slavische Literatur)
                                                                                                  39
FILMTERMINE
Mo 18-20 Uhr, G 201                                                S.Bogen/K.Kirchmann
Di 18-20 Uhr, G 201 (Beginn 15. Mai 2000)                          St.Kramer
Mi 18-20 Uhr, G 201                                                J.Paech
Do 18-20 Uhr, G 201                                                P.Braun/H.Kinder/K.Oettinger
Fr ab 18 Uhr, G 201                                                H.Loewy


ARBEITSGRUPPE
Mediale Aspekte des Computers: Computerspiel
Fr 10-12 Uhr, G 201                                                 F.Furtwängler
(GST+HST)
Diese freiwillige, scheinerwerbsentbundene Veranstaltung, geht in die dreieinhalbte Runde und es
handelt sich nach wie vor um eine Arbeitsgruppe, die ein Projekt in der Medienwissenschaft begleiten,
ergänzen und gleichzeitig Studierenden die Gelegenheit geben soll, zusammen mit anderen auf diesem
interdisziplinären Feld zu arbeiten. Programmgestaltung und Umsetzung liegen ganz in den Händen der
TeilnehmerInnen, und es besteht damit die Möglichkeit, vollständig nach Interessen zu handeln. Alle
Interessierten können jederzeit zu unseren Treffen erscheinen.
Nähere Informationen gibt es am Aushang an H 216 und im WWW unter http://www.uni-konstanz.de/
FuF/Philo/LitWiss/MedienWiss/MAC/macedmain.htm (bzw. Link auf der Homepage Medienwissenschaft
Forschung und Arbeitsgruppen) oder über email (Frank.Furtwaengler@uni-konstanz.de).


KOLLOQUIEN

Forschungskolloquium
Di 14-16 Uhr, H 244                                                J.Paech und Mitarbeiter
(HST HA 10)

Medien und Zeit                                                   K.Kirchmann
Mo 18-20 Uhr, H 305 (Beginn: 7. Mai 2001)
Das Kolloquium bietet die Möglichkeit, eigene Arbeiten oder Projekte, die im Zusammenhang mit
Aspekten medialer Temporalität stehen, vorzustellen und zu diskutieren. Daneben können und sollen
grundlegende theoretische Texte zum Thema gemeinsam gelesen und analysiert werden. Das
Kolloquium ist grundsätzlich auch für Studierende aus anderen Fächern des Fachbereichs sowie für
Interessenten aus Nachbarfächern wie Geschichte, Soziologie oder Philosophie geöffnet.
40

ROMANISCHE LITERATUREN
EINFÜHRUNG

Einführung in bibliographische Datenbanken und
Buchaufstellung zur Sprachwissenschaft und Romanistik
Mi 16. Mai 2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                        H.Rauhut

Einführung in das Studium der spanischen Literatur
Mi 14-16 Uhr, G 304                                                 M.Grosse
Diese Veranstaltung wendet sich an Studienanfänger der Hispanistik ebenso wie an bereits fortgeschrit-
tene Studierende, die noch nicht die Gelegenheit hatten, an einer derartigen Einführungsveranstaltung
teilzunehmen. Erstens sind praktische Probleme der Studienorganisation zu behandeln (Literatursuche
in Bibliotheken und dem Internet, Exzerpieren, Anfertigen von Referaten und Hausarbeiten), zweitens
sollen zentrale Fragen des Faches im Anschluß an die Lektüre ausgewählter literaturtheoretischer
Arbeiten zur Sprache kommen (Literatur- und Textbegriff; Grundlagen der literarischen Semiotik und
Hermeneutik unter Einbeziehung von Rhetorik, Metrik und Stilistik; Gattungstheorie; Überlieferungs-
geschichte und Textkritik; Epochengliederung in der Literaturgeschichte) und drittens exemplarisch
einige herausragende Texte aus verschiedenen Gattungen und Epochen der spanischen Literatur
analysiert werden (Romancero antiguo, Garcilaso de la Vega, Quevedo, Gracián, Meléndez Valdés,
Bécquer, Alarcón, García Lorca). In der ersten Sitzung wird ein Reader zu erwerben sein. Die Einfüh-
rung soll von einem Tutorium begleitet werden, in dem der Stoff der Einführung wiederholt, Arbeitstech-
niken eingeübt und ausgewählte Textabschnitte sprachlich erläutert werden.
Voraussetzungen für die Teilnahme: Grundkenntnisse der spanischen Sprache.
Scheinerwerb durch regelmäßige Mitarbeit, Erledigung der Hausaufgaben (Erstellen einer Bibliographie,
Verfassen einer Textinterpretation und Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Aufsatzes) und
Bestehen der Abschlußklausur. Zusätzlich zum Reader ist folgendes Buch anzuschaffen: García Lorca,
Federico: La casa de Bernarda Alba, Madrid: Castalia 1991 (Castalia Didáctica 3).


PROSEMINARE

Das Genre der Histoires tragiques im 16. und 17. Jahrhundert
Mi 14-16 Uhr, H 303                                                    I.Albers
(GST RE+HA 10)
Seit der französischen Übersetzung und Bearbeitung der Novellen von Bandello durch Pierre Boaistuau
und François de Belleforest unter dem Titel „Histoires tragiques extraictes des œuvres italiennes de
Bandel“ (1559) ist die Bezeichnung „Histoires tragiques“ in Frankreich zum Namen eines eigenen
Genres von Erzählungen mit abenteuerlichen Verwicklungen und grausigem Ende geworden. Zu Beginn
des 17. Jahrhunderts entstehen mehrere Sammlungen solcher „tragischer Geschichten“. Ein wahrer
Bestseller der Gattung waren die „Les Histoires mémorables et tragiques de ce temps“ (1619) von
François de Rosset. Der Autor verarbeitet zeitgenössische Kriminalfälle, Liebesgeschichten und Gewalt-
verbrechen zu einem Theater der Grausamkeit, in dem Leidenschaften vom Menschen Besitz ergreifen
und ihn gegen gegen moralische und soziale Regeln handeln lassen. Statt diese Novellen, wie man es
lange getan hat, auf „trivialliterarische Reportagen“ und den „Reiz des Grausigen“ zu reduzieren, soll es
in dem Proseminar darum gehen, ihre Darstellungsstrategien und Erzählverfahren, ihre moralischen
Bewertungsmuster sowie ihre historischen und anthropologischen Voraussetzungen zu untersuchen.
Zur besseren Planung der Veranstaltung wird um eine kurze schriftliche Anmeldung bis Mitte April
gebeten (am besten per email: irene.albers@uni-konstanz.de).
Textausgabe zur Anschaffung: François de Rosset, Histoires tragiques, hg. von Anne de Vaucher
Gravili, Paris: Le livre de poche, 1994.
                                                                                                     41
José Cadalso: Cartas marruecas
Do 12-14 Uhr, H 304                                                  I.Albers
(GST RE+HA 10)
Welche Beobachtungen macht ein marrokanischer Reisender im Spanien des 18. Jahrhunderts? Wie
erscheinen ihm die Sitten und Gebräuche der Spanier, ihre Geschichte, ihre Literatur, ihr „carácter
nacional“? Cadalsos (1741-1782) zuerst 1789 veröffentliche Cartas marruecas – das bekannteste
fiktionale Prosawerk der spanischen Aufklärung - stehen in der Tradition der Lettres persanes von
Montesquieu (1721): Durch die Fiktion eines fremden Blicks wird es möglich das kulturelle, literarische,
soziale und politische Leben des eigenen Landes aus kritischer Distanz zu betrachten und Mißstände
aufzudecken. Dabei ging es Cadalso in seiner spanischen Antwort auf die Lettres persanes zugleich
darum, der „leyenda negra“, dem negativen Bild eines rückständigen und dekadenten Spaniens, entge-
genzutreten. So ist der Konflikt zwischen Traditionalismus und Fortschritt eines der wichtigsten Themen
des fiktiven Briefwechsels. Wir werden das sprachlich leicht zugängliche Werk in gemeinsamer Lektüre
erschließen und dabei einerseits nach den rhetorischen Verfahren und den Eigentümlichkeiten der
Gattung (Erzähltechniken, Briefroman, Perspektivismus und Verfremdung) fragen, andererseits nach
den literarhistorischen und historisch-ideologischen Kontexten des Werkes (das literarische Motiv des
außereuropäischen Beobachters und seine Geschichte, Bezug zu den Lettres persanes, Konkurrenz
zweier Spanienbilder, Sonderrolle Spaniens im Kontext der europäischen Aufklärung).
Zur besseren Planung der Veranstaltung wird um eine kurze schriftliche Anmeldung bis Mitte April
gebeten (am besten per email: irene.albers@uni-konstanz.de).
Empfohlene Textausgabe: José Cadalso, Cartas marruecas/Noches lúgubres, hg. von Joaquín Arce,
Madrid: Cátedra 1995.

Zur Darstellung kriegerischer Gewalt in der
französischen Literatur vom 15. bis zum 19. Jahrhundert
Do 10-12 Uhr, H 307                                                  R.Billermann
(GST RE+HA 10)
Beschreibungen kriegerischer Gewalt, besonders Schilderungen von Schlachten, ihren Vorbereitungen,
ihrem Verlauf und ihren Konsequenzen sind seit der Antike der Gegenstand der Geschichtsschreibung
schlechthin. Doch bewegen sich diese Beschreibungen immer schon an einer Schnittstelle zwischen
Historiographie und Fiktion. Diese Schnittstelle oder Grenze verwischt sich endgültig zu Beginn des 19.
Jahrhunderts, sie liegt indes auch zuvor nicht fest. Ihre immer neue Bestimmung ist Teil eines
Prozesses, in dem sich die Historiographie einerseits ihres wissenschaftlichen (Wahrheits-)Anspruches
inne wird, andererseits aber ein Bewußtsein davon entwickelt, daß sie auf Ästhetisierung und Fiktionali-
sierung angewiesen ist, weil erst die Fiktion „die Anschauungsformen der geschichtlichen Erfahrung
selbst erfahrbar“ macht (K. Stierle).
Daß der Wandel der Schlachtbeschreibungen nicht nur einem Wechsel der Perspektive auf das
Geschehen sondern auch der Auflösung klassischer Beschreibungs- und Erzählmodelle geschuldet ist,
daß er eng verknüpft ist mit dem technischen Fortschritt wie vor allem mit Veränderungen in der
Anschauung vermeintlich konstanter anthropologischer Grundbefindlichkeiten, dies soll das Seminar
mithilfe einer Analyse ausgewählter Textpassagen erarbeiten. Die Veranstaltung gliedert sich in drei
Blöcke: 1. Homer, Livius; 2. Froissart, Commynes; 3. Waterloo: Napoléon, Stendhal, Chateaubriand,
Hugo. Da das Seminar sich auch an Studierende der Italianistik wendet, können Texte italienischer
Autoren (z.B. Bruni oder Guicciardini) einbezogen werden.
Voraussetzung für den Erwerb des Leistungsnachweises sind die regelmäßige Teilnahme und ein
Referat, das zur schriftlichen Hausarbeit erweitert wird.
Zur Einführung: J. Keegan, A History of Warfare, New York 1993 u.ö.
K. Stierle, „Erfahrung und narrative Form. Bemerkungen zu ihrem Zusammenhang in Fiktion und Histo-
riographie“, in: J. Kocka; Th. Nipperdey (Hgg.), Theorie und Erzählung, München 1979 (= Beiträge zur
Historik 3), S. 85-118.
42
Einführung in die Lektüre altfranzösischer Texte
Mo 14-16 Uhr, H 304                                                B.Burrichter
(GST RE+HAL 10)
Das Seminar verbindet die Einführung in die Lektüre mit der Einübung in die Textanalyse. Durch die
Auswahl der Texte ergibt sich auch ein Überblick über die Geschichte der französischen Literatur vom
12. bis zum 15. Jahrhundert. Zum Seminar wird ein Reader erstellt.

Allessandro Manzoni: I promessi sposi
Mo 14-16 Uhr, H 307                                                   P.Gahl
(GST RE+HA 10)
Manzonis historischer Roman „I promessi sposi“ (1840-42) hat in der jüngeren italienischen Literatur-
geschichte einen ähnlichen Rang wie die Hauptwerke Dantes, Petrarcas und Boccaccios in der älteren;
immerhin ist die ausgiebige Beschäftigung mit diesem Werk in Italien an der `Scuola media´
obligatorisch. Oft wird jedoch übersehen, daß der Roman einiges Lesevergnügen bietet: eine kunstvoll
konstruierte, an Intrigen und überraschenden Wendungen reiche Handlung, in deren Zentrum eine
verwickelte Liebesgeschichte steht, die aber auch eindrucksvolle historische Tableaus enthält. Im Mittel-
punkt dieses Proseminars steht die gründliche Lektüre des Romans selbst; besondere Aufmerksamkeit
wird den Formen und Verfahren des Erzählens, der literarischen Darstellung der Personen und ihrer
Konflikte, den Massenszenen und der Rolle der Landschaft und der Stadt Mailand gelten.

Giorgio Bassani: Il Romanzo di Ferrara
Di 8.30-10 Uhr, H 307                                                   R.Stillers
(GST RE+HA 10)
Bassanis Il giardino dei Finzi-Contini, sein drittes Erzählwerk, ist einer der bekanntesten italienischen
Romane des 20. Jahrhunderts. Bassani hat das Werk später zum Kernstück eines sechsteiligen narrati-
ven Zyklus gemacht, dessen konstanter Schauplatz Ferrara und Umgebung und dessen übergreifende
Thematik das Verhältnis von Erzählen und Erinnerung ist. Das Proseminar wird von einer eingehen-
deren Behandlung des Giardino dei Finzi-Contini ausgehen, aber auch die anderen Teile des Romanzo
di Ferrara analysieren. Hauptaspekte werden die Aspekte der narrativen Struktur (Perspektive,
Personen, Raum, Zeit) sein. Somit kann das Seminar auch als Einübung der grundlegenden Kategorien
der Interpretation narrativer Prosa dienen.
Zur Einführung: Massimo Grillandi, Invito alla lettura di Bassani.Milano 1982 u.a.
Zur persönlichen Anschaffung empfehle ich die Taschenbuch-Einzelausgaben in der Reihe "Gli Oscar
Mondadori".


SEMINARE

Der französische Kriminalroman im 19. und 20. Jahrhundert
Mo 14-16 Uhr , H 303                                                  P.Joan i Tous
(HST RE+HA 10)
Nach einer gattungstypologischen Einführung werden wir uns anhand exemplarischer Autoren (von
Gaston Leroux über Georges Simenon bis Jean Vautrin) einen Überblick über die proteische Ent-
wicklung des französischen Kriminalromans im 19. und 20. Jahrhundert verschaffen. Ein besonderer
Schwerpunkt wird – neben der funktionsgeschichtlichen Fragestellung – die Erläuterung der archetypi-
schen Strukturen dieser Erzählgattung bilden. Auch deren „Modellcharakter“ für den Roman insgesamt
(man denke etwa an Les gommes von Alain Robbe-Grillet oder an etliche Romane von Patrick Modiano)
soll angesprochen werden. Eine Bibliographie mit der Liste der zu behandelnden Romane sowie eine
Auswahl aus der Sekundärliteratur wird im Semesterapparat zugänglich sein.
Zur Einführung: Franck Evrard: Lire le roman policier. Paris. Dunod 1996.
                                                                                                    43
Charlotte Delbo: Auschwitz et après
Di 14-16 Uhr, H 303                                                   P.Joan i Tous
(HST RE+HA 10)
Die 1913 geborene Schriftstellerin, eine Dramaturgie-Assistentin von Louis Jouvet, war während der
deutschen Besatzungszeit aktiv in der résistance tätig. Mit ihrem Mann, dem Journalisten Georges
Dudach, gehörte sie der Widerstandsgruppe um den marxistischen Philosophen Georges Politzer an,
die aus dem Untergrund auch die Zeitschrift Les Lettres Françaises herausgab. Im März 1942 wurden
die meisten Mitglieder dieser Gruppe verhaftet und Dudach, Politzer und die anderen Männer kurz
darauf hingerichtet. Charlotte Delbo selbst kam zunächst in verschiedene französische Gefängnisse,
ehe sie mit dem Transport vom 24. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert wurde. Unmittelbar nach
ihrer Befreiung hat sie Aucun des nous ne reviendra verfasst, ein fragmentarisches, zwischen Erzählung
und Prosagedicht angesiedeltes Werk, in dem sie „dans la palpitation du présent“ ein Zeugnis über ihre
Lagererfahrung abzulegen versuchte. Es sollten allerdings noch zwanzig Jahre vergehen bis zu dessen
Veröffentlichung im Rahmen einer Trilogie - Auschwitz et après. Deren zweiter Teil, Une connaissance
inutile (1970) stellte keine bloße Fortsetzung dar, sondern ein wiederholendes, wiederaufnehmendes
Erzählen, Bruchstücke und Variationen eines „unendlichen Gesprächs“ über das Unendliche der Not in
den Lagern. In La mesure de nos jours hingegen, dem 1971 erschienen letzten Band der Trilogie wird
das après von Auschwitz vergegenwärtigt. Charlotte Delbo lässt hier auf weiten Strecken ihre auktoriale
Erzählerstimme verstummen. Es kommen andere Überlebende ihres Transports zu Wort, die über ihr
traumatisiertes Leben nach der Befreiung berichten. Ziel des Seminars ist es, die Exemplarität dieses
komplexen, sich selbst hinterfragenden Werkes herauszuarbeiten und - unter Einbeziehung anderer
literarischer Zeugnisse (Primo Levi etwa oder Robert Antelme) - über die Bewältigungsprobe der
Literatur „angesichts des Äußersten“ (Tzvetan Todorov) nachzudenken. Nicht zuletzt aber werden wir
auch die Frage nach einer geschlechtsspezifischen Lagererfahrung aufwerfen und weitere Texte von
weiblichen Überlebenden aus dem „univers concentrationnaire“ (Germaine Tillion etwa oder Ruth
Klüger) miteinbeziehen.
Textgrundlage: Charlotte Delbo: Auschwitz et après. Paris: Les Editions de Minuit 1970/71.
Einführende Lektüre: Pere Joan i Tous: „Écriture de cendres. Zur Problematik der Erzählbarkeit und
Ästhetisierung des Leidens in der französischen KZ-Literatur“, in: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch
1997, S. 167-183.
(siehe auch Gender Studies)

Rückforderung der Geschichte.
Abel Posse und die „nueva crónica de la conquista americana“
Do 14-16 Uhr , D 431                                                  P.Joan i Tous
(HST RE+HA 10)
El descubrimiento y la conquista de América es un tema obviamente recurrente en la novela histórica
hispanoamericana. En los últimos decenios han ido surgiendo una serie de novelas que ofrecen un
común denominador: el de efectuar una verdadera reescritura de la historia, estableciendo un diálogo, a
veces paródico y siempre polémico, tanto con los textos inaugurales, eso es con las “Crónicas de
Indias” del siglo XVI, como con la historiografía posterior. Estas obras conjugan una clara voluntad de
renovar la forma misma de la novela histórica con una no menos evidente intencionalidad de
desmitificar la versión hegemónica, de evidente base eurocéntrica, que , durante siglos y casi hasta
hoy, ha sido dada de ambos procesos históricos. Para acotar el campo, nos centraremos en tres de
esas novelas: El mar de las lentejas (1979) del cubano Antonio Benítez Rojo, Los perros del paraíso
(1983) del argentino Abel Posse y, por último, 1492. Vida y tiempos de Cabezón de Castilla (1985) del
mexicano Homero Aridjis.

Balzac als Erzähler
Di 16-18 Uhr, H 306                                                K.Stierle
Honoré de Balzac ist nicht nur einer der großen Romanciers des 19. Jahrhunderts, er ist auch ein
Meister der Erzählung. Das Seminar soll in die Spezifik von Balzacs Erzählkunst einführen, soweit sie
sich der kurzen Erzählform bedient. Die folgenden Erzählungen sollen im Mittelpunkt stehen: 1. Le
Colonel Chabert, 2. Facino Cane, 3. La messe de l’Athée, 4. Une épisode sous la Terreur, 5. Sarrazine,
44
6. Le chef-d’œuvre inconnu. Dabei sollen unter Bezug auf Methoden der strukturalen Erzählanalyse vor
allem jeweils der Zusammenhang zwischen einem spezifischen System konzeptueller Oppositionen und
dem Aufbau der ‚histoire‘ sowie andererseits der Zusammenhang zwischen der ‚histoire‘ und dem sie
zur konkreten Textgestalt bringenden ‚discours‘ untersucht werden. Hierbei geht es insbesondere auch
um die Frage nach dem Zusammenhang von Erzählergestalt und ‚impliziertem Leser‘ und den Instanzen
der ‚Fokalisierung‘.
Bis zum Ende des Wintersemesters wird eine Kopie der zu behandelnden Erzählungen vorliegen, von
denen die Seminarteilnehmer sich Abzüge machen können. Es wird vorausgesetzt, daß die zu
behandelnden Texte bis zu Beginn des Seminars bereits gelesen sind.

Der Roman de Renart
Mi 8.30-10 Uhr, H 306                                                  K.Stierle
Sowohl unter ästhetischem als auch unter thematischem und methodischem Aspekt ist der Roman de
Renart einer der faszinierendsten Texte der französischen mittelalterlichen Literatur. Das Seminar soll in
erster Linie den Erzählverfahren, der Gattungsproblematik und den Strukturen des Imaginären gelten,
das die aufeinander aufbauenden Erzählkomplexe ausbilden. Sodann soll an der Relation von ‚histoire‘
und ‚discours‘ die besondere satirische Intention des Tierepos herausgestellt werden, und nicht zuletzt
wird es darum gehen, dem Vorschlag H. R. Jauß’ folgend, den in den Text eingeschriebenen
Erwartungshorizont des Lesers zu rekonstruieren.
Empfohlene Textausgabe: Le roman de Renart, 2 Bde, hg. von Jean Dufournet, Taschenbuchausgabe
Garnier-Flammarion.

Molière
Fr 8.30-10 Uhr, H 305                                                  R.Stillers
(HST RE+HA 10)
Im Zentrum des Seminars soll das Moment der Komik bzw. der komischen Wirkung stehen. Es soll
einerseits im Kontext von Poetik und Gesellschaft der Epoche betrachtet werden, andererseits unter
allgemein-systematischem Blickwinkel. Daher werden solche Komödien behandelt, in denen, wie
besonders ausgeprägt im Misanthrope, die Komik ambivalent wird. Zur kritischen Vertiefung der
Diskussion sollen wichtige ("klassische") Molière-Interpretationen einbezogen werden.
Zur Einführung: Renate Baader (Hrsg.): Molière. Darmstadt 1980 (Wegeder Forschung. 261). Jürgen
Grimm: Molière. Stuttgart 1984 (Sammlung Metzler 212).

Imagination, Bildlichkeit, Visualität im italienischen Barock
Di 14-16 Uhr, H 307                                                      R.Stillers
(HST RE+HA 10)
Das Seminar geht von der These aus, daß Bildlichkeit ein Wesensmerkmal literarischer Texte ist.
Gegenstand des Seminars soll die Frage sein, wie in barocken Texten Bildlichkeit im weiteren und
engeren Sinn konstituiert wird; im weiteren Sinn als bildhafte Anschaulichkeit der Fiktion, im engeren als
rhetorische Bildlichkeit (v.a. als Metaphorik). Diese Fragestellung wird behandelt anhand ausgewählter
lyrischer und epischer Texte des wichtigsten Barockdichters, Giovann Battista Marino (La Lira, La
Galleria, La Sampogna, Adone) und anhand der bedeutendsten Barockpoetik, Emmanuele Tesauros
"Cannocchiale aristotelico".
Zur persönl. Anschaffung empfohlen: Poesia italiana del Seicento, a curadi L. Felici, Milano 1978 u.a. (I
Grandi Libri Garzanti, 210). Zur Einführung in die Barockdichtung: W. Th. Elwert: La poesia lirica italiana
del Seicento. Firenze 1967. Zur Einführung in die Fragestellung: E. Lobsien: Bildlichkeit, Imagination,
Wissen. Zur Phänomenologie der Vorstellungsbildung in literarischen Texten. In: V. Bohn (Hrsg.):
Bildlichkeit. Internationale Beiträge zur Poetik. Frankfurt a.M. 1990, S. 89-114.


VORLESUNGEN
                                                                                                     45
Das spanische Theater im Siglo de Oro
Do 16-18 Uhr, G 421                                                    P.Joan i Tous
(GST+HST 0)
Die Vorlesung hat zum Ziel, anhand exemplarischer Werke das Gattungsparadigma (vom entremés
über die comedia de honor bis zum auto sacramental) des spanischen Theaters im 17. Jahrhundert
vorzustellen. Darüber hinaus sollen die institutionellen Einbindungen, die Schauspiel- und Bühnenpraxis
sowie die Publikumsstruktur erläutert werden, um zu einem umfassenden Verständnis der ästhetischen
Möglichkeiten und der gesellschaftlichen Funktion des spanischen Theaters im siglo de oro zu
gelangen, zu einer Zeit also, in der die spanische Bühnenliteratur (man denke etwa an Calderón oder
Lope de Vega) in ganz Europa – nicht selten mit Modellcharakter – rezipiert wurde.

Literatur und Dichtung der französischen Renaissance
Mi 10-12 Uhr, R 512                                                    K.Stierle
französische Renaissance umfaßt mehr oder weniger den Zeitraum des 16. Jahrhunderts. Sie ist
bestimmt durch eine weitgehende Abwendung vom mittelalterlichen Gattungssystem, durch die Verar-
beitung italienischer Einflüsse, den Rückgriff auf die Antike wie durch die neuen Zirkulationsformen der
literarischen Kommunikation, die das Medium Buch hervorbrachte. Die Vorlesung wird zunächst die
Geschichte des Epochenbegriffs ‚Renaissance‘ selbst skizzieren, sie wird die Neustrukturierung des
literarischen und poetischen Gattungssystems skizzieren und auf die wesentlichen Werke der franzö-
sischen Renaissance-Literatur eingehen und dabei den Gesichtspunkt der Pluralität der literarischen
Kommunikation in den Mittelpunkt stellen.
Zur Einarbeitung in die Renaissance empfohlen: W. Stempel, K. Stierle (Hgg.), Die Pluralität der Welten.
Aspekte der Renaissance in der Romania, München 1987.


ÜBUNGEN

Vorbereitung auf das mündliche Staatsexamen (Französisch)
Do 14-16 Uhr (vierzehntägig), H 306                                  R.Billermann
(HST RE 10)
Voraussetzung für die Teilnahme ist der Nachweis einer Anmeldung zum Staatsexamen oder zur
Magisterprüfung. Eine einführende Sitzung ist arbeitsorganisatorischen Problemen der Teilnehmer
gewidmet. Zugleich wird hier den Prüfungsthemen der Kandidaten entsprechend ein Programm erstellt,
welches möglichst vielen Teilnehmern gerecht wird und eine individuelle Betreuung und Förderung
gestattet. Dieses Programm umfaßt Simulationen von Einzelprüfungen und Textanalysen im Plenum.
Der Schwerpunkt liegt auf den Einzelgesprächen.
In der Regel sind zu jeder Sitzung zwei möglichst unterschiedliche, bibliographisch nicht ausgewiesene
Textauszüge vorzubereiten. Jeweils zwei Studierende werden dann je ca. zwanzig Minuten zu diesen
Texten und ihren gattungstheoretischen wie epochalen Kontexten befragt. Jeder Teilnehmer soll so
mindestens ein- bis zweimal ‚geprüft‘ werden. Am Ende jeder ‚Prüfung‘ erfolgt eine gemeinsame
Auswertung und Interpretation. Auf Wunsch der Teilnehmer können ein bis zwei Sitzungen
ausschließlich für die gemeinsame Interpretation von Textauszügen verwendet werden. Weitere zwei
Sitzungen sind für jeweils bis zu drei Einzelprüfungssimulationen ohne Textgrundlage (unter Berück-
sichtigung der Prüfungsthemen der Studierenden) vorgesehen.
Es wäre nützlich für eine rasche Planung, könnten sich die TeilnehmerInnen per E-Mail (Roderich.
Billermann@uni-konstanz.de) anmelden und dabei ihre Prüfungsthemen möglichst detailliert aufführen.


KOLLOQUIUM

Doktorandenkolloquium: Vorstellung von Arbeitsergebnissen
und Besprechung von Neuerscheinungen
Do 18-20 Uhr, H 304                                                  K.Stierle
46

SLAVISCHE LITERATUR
EINFÜHRUNGEN

Einführung in bibliographische Datenbanken
für Anglisten, Germanisten und Slavisten
Di 19.6.2001, 16.15-17.15 Uhr, B 404
(Nähe Haupteingang Bibliothek)                                       U.Jochum


PROSEMINARE

Russische Versifikation
Do 12-14 Uhr, H 303                                                  I.Smirnov
(GST+HST RE+HA/KL 10)
Ziel dieser Veranstaltung ist es, die Studenten mit den Hauptproblemen der Versologie am Material der
russischen Poesie bekannt zu machen (Metrik/Rhythmus; Verssysteme, Reimkompositionen; Intona-
tion). Um den Studenten die Arbeit zu erleichtern, werden die wichtigsten theoretischen Studien in deut-
scher oder englischer – und nur ganz selten in russischer – Sprache angegeben.
Literatur:
B. Tomaševskij, Theorie der Literatur. Wiesbaden 1985.
B. Unbegaun, Russian Versification. Oxford 1956.
V. Zirmunskij, Introduction to Metrics. The Theory of Verse. The Hague e.a. 1966.
V.E. Cholševnikov, Kurze Angabe zum russischen Vers. In: K.-D. Seemann, Russische Lyrik. München
1982.
V.E. Cholševnikov, Osnovy stichosloženija. Leningrad 1972.
M. Gasparov, Sovremennyj russkij stich. Moskau 1974.
B. P. Scherr, Russian Poetry. Berkeley e.a. 1986.

Russische Reiseberichte
Mi 14-16 Uhr, H 307                                                  S.Frank
(GST RE+HA/KL 10)
Reiseberichte stellen kulturelle Verbindungen her, erschließen und eignen geographisch weit entfernte
und kulturell fremde Gegenden geistig an. Sie sind Instrumente der imaginären Geographie.
In Rußland hat diese Grenzgattung zwischen Fiktion und Faktographie eine besondere Geschichte, die
durch die Orientierung der russischen Kultur an anderen Kulturen (Byzanz, der Westen), die spezifische
kulturelle Konzeptualisierung des geographischen Raums sowie durch die Expansion über den
eurasischen Kontinent mitbedingt ist.
Anhand ausgewählter Beispiele, die von der altrussischen Literatur (Ol'ga, Afanasij Nikitin) bis in die
Gegenwart (Ven. Erofeev) reichen, wird das Seminar mit dieser Gattung der russischen Literatur
vertraut machen (Ol'ga – Afanasij – Radišcev – Puškin – Goncarov - Arsen'ev - «the big journey» -
Burljuk - Mandel'štam – Erofeev).


SEMINARE

Der (alt)russische Teufel
Mi 10-12 Uhr, H 307                                                I.Smirnov/T.Grob
(GST+HST RE+HA/KL 10)
Der Teufel hat Konjunktur, auch in der Kulturwissenschaft: Gleich mehrfach erschienen in letzter Zeit
Monographien zu seiner „Biographie“ und seinem Wesen. Bei den meisten fehlt der slavische, insbe-
sondere der orthodoxe Raum. Dabei ist der Teufel in kaum einer Literatur so zentral wie etwa in der
                                                                                                           47
russischen: Von Gogol’s diabolischen Welten über Lermontovs Demon, und Dostoevskijs Besy zumin-
dest bis zum „diabolischen Symbolismus“ und seinen Romanen, die den Antichristen, feurige Engel und
kleine Teufel schon im Titel führen, erscheint er allpräsent. In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit
den russischen Wurzeln dieses Phänomens: mit der Text- und Bildtradition von der Nestorchronik und
dem Väterbuch des Kiever Höhlenklosters, wo der Teufel die Welt durcheinanderbringt, wie er Heiligkeit
erst anzeigt, bis zu den überbordenden Teufelsgeschichten des 17. Jahrhunderts von Savvas Pakt mit
dem Teufel oder von Solomonija, der besessenen Teufelsgebärerin.
Voraussetzung für den Besuch des Seminars sind ausreichende Russischkenntnisse, da einige Texte
nur in Russisch vorliegen. Eine Text- bzw. Themenliste mit Literaturangaben liegt zum Ende des
Semesters im Sekretariat auf.

Symbolistisches Drama
Di 18.00-21 Uhr, H 304                                              I.Smirnov/Sch.Schahadat
(GST+HST RE+HA/KL 10)
Wenn Aleksandr Blok 1908 schreibt, daß das Theater "das Fleisch der Kunst" ist, "jener hohe Bereich,
wo das Wort Fleisch wird", dann benennt er damit ein Charakteristikum, das vielen symbolistischen
Dramen inne ist: den Versuch, sich aus der Einsamkeit der Lyrik zu befreien und ins 'Leben'
hinauszutreten. Daß diese Verbindung zwischen Wort und Tat den Symbolisten in ihren Dramen kaum
gelungen ist, zeigt sich darin, daß diese hermetischen, komplizierten Texte in der Regel Lesedramen
blieben, zur Aufführung nur schlecht geeignet.
In dem Seminar werden wir Dramen behandeln, die verschiedenen ästhetischen Ausrichtungen des rus-
sischen Symbolismus angehören. Bei der Analyse sollen u.a. folgende Aspekte berücksichtigt werden:
Remythologisierung des Theaters im Antikenstück (Vjaceslav Ivanov, Michail Kuzmin, Innokentij
Annenskij) – Retheatralisierung des Theaters (Aleksandr Blok, Nikolaj Evreinov) – das symbolistische
Drama als neomythologischer Text (Andrej Belyj, Zinaida Gippius) – Drama und (Kunst-) Utopie (Valerij
Brjusov) – Drama und Märchen (Aleksej Remizov) – Allegorisierung von Mensch und Gesellschaft
(Leonid Andreev, Maksim Gor'kij).
Zudem werden wir uns mit den Theatertheorien der Symbolisten beschäftigen, denn diese befaßten sich
in ihren Essays fieberhaft mit der Suche nach dem "Theater der Zukunft". Das Schicksal Rußlands, so
schien es, hing aufs engste mit der richtigen Form des Theaters zusammen; eine Revolution des
Dramas würde die Revolution der Gesellschaft nach sich ziehen (Stichworte: Drama und
symbolistisches žiznetvorcˇestvo, Theater und Revolution).
Einführende Literatur: Teatr. Kniga o novom teatre. Spb. 1908; K. Rudnitzky, Russian and Soviet
Theatre. Tradition and the Avantgarde. London 1988.

Die kulturelle Semantik der Himmelsrichtungen (am Beispiel Rußlands)
Seminar im Rahmen des SFB 485, «Norm und Symbol»
Di 10-12 Uhr, M 630                                                       S.Frank
(HST RE+HA 10)
Himmelsrichtungen dienen nicht nur der Orientierung im geographischen Raum, sondern immer auch
der kulturellen Orientierung. Als Instrumente kultureller Identitätsstiftung, mit deren Hilfe sich eine Kultur
einem übergeordneten Kulturraum zuordnet oder von ihm abgrenzt, haben die Himmelsrichtungen einen
historisch bedeutsamen symbolischen Wert erhalten. Sie dienen der Naturalisierung kultureller
Differenzen, die wiederum strategisch zur Legitimierung politischer und ökonomischer
Herrschaftsverhältnisse eingesetzt werden. So wurde der Osten im Zeitalter des Imperialismus zum
«Orient» aus der Perspektive des politisch mächtigeren europäischen Westens, und dieser ersann sich
den «Norden» als Symbol kultureller Aufklärung, die nicht nur eine «mission civilatrice» erforderlich
machte, sondern auch politische Unterdrückung und wirtschaftliche Ausbeutung rechtfertigte.
Anhand von Textbeispielen aus verschiedenen Gattungs- und Diskursbereichen soll die für die
russische Kultur spezifische Semantik der Himmelrichtungen herausgearbeitet werden, die Aufschluß
gibt über dominante und sekundäre kulturelle Orientierungen in Rußland sowie über das
Wechselverhältnis zwischen Kultur und Geopolitik.
48
Konstruktionen ethnischer Identität
in den Literaturen des ehemaligen Jugoslawiens
Do 10-12 Uhr, H 305                                             J.Murašov
(HST RE+HA/KL 10)

„Wireless Imaginations“ – Das Radio in der sowjetischen
Kultur und Literatur der 20er und 30er Jahre
Di 12-14 Uhr, G 309                                              J.Murašov
(HST RE+HA/KL 10)
(siehe auch Allgemeine Veranstaltungen und Medienwissenschaften)


VORLESUNG

Zur Mediengeschichte in der Slavia:
Schrift und Geld in Rußland
Mi 16-18 Uhr, F 423                                             J.Murašov
(GST+HST RE+HA 10)
(siehe auch Allgemeine Veranstaltungen)


KOLLOQUIUM

Literaturtheoretisches Kolloquium
Mi 12-14 Uhr, H 304                                             I.Smirnov/J.Murašov
(HST 0)

Die Veranstaltungen von Dr. Zakharine werden extra bekanntgegeben.

				
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posted:5/15/2012
language:German
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