Lebenslauf des Paulus

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Lebenslauf des Paulus Powered By Docstoc
					Lebenslauf
Paulus – der Mann
mit der Lizenz zum Töten...

Wer ist er Mann der Saulus hieß und aktiv in das Geschehen eingriff - "mit Schnauben und Morden".
Bald galt er unter den Christen als einer der gefährlichsten Kopfjäger.
Wer ist der Mann, der der eine 100% Kehrtwendung machte:

Fünfmal 39 Hiebe von Juden erhielt,
in Philippi (dreimal) ausgepeitscht wurde,
ins Gefängnis geworfen, mit den Füßen in den Block gelegt wurde.
dreimal Schiffbruch erlitten hat,
in Lystra ward er gesteinigt;
in Iconium und Thessalonich von seinen Feinden verfolgt wurde;
in Ephesus den wilden Tieren vorgeworfen;
in Damascus in einem Korb über die Mauer gelassen;
auf der Insel Mytilene von einer Natter in die Hand gebissen wurde,
in Caesarea angeklagt wurde;
in Jerusalem vor Gericht gestellt, geschlagen, gebunden und nach dem Leben getrachtet wurde,
auf der Reise nach Italien, bald wieder ertrunken wäre;
in Rom wahrscheinlich von Nero verurteilt und getötet wurde?

   -   durch den in Paphos der Zauberer Elymas blind zu Boden stürzte.
   -   der in Lystra mit seinem Begleiter durch die Heilung eines Lahmen als Erscheinung von Zeus und Hermes
       angesehen wurden; (man schleppte Opfertiere herbei, um sie als Götter zu verehren.)
   -   durch den in Troas, Eutychos, ein Knabe, bei einer Predigt einschlief und einen tödlichen Fenstersturz erlitt,
       aber durch Paulus wieder vom Tod auferweckt wurde.
   -   Durch den in Ikonium - dem heutigen Konya - Thekla seine Predigt hörte und sich bekehrt bekehrt.

Wer ist also der Mann Paulus:
  - der seine Leiden und Strapazen auf seiner Reisen schildert,
  - immer wieder war er belastet durch Hunger, Durst, Verfolgung, Auspeitschung, Steinigung und
       Gefangenschaft.
  - seinen Broterwerb teilweise durch sein Handwerk besorgte, und in Korinth deshalb bei einem
       Teppichweber einkehrte.
  - Predigt und Briefwechsel mit den von ihm neu gegründeten Gemeinden aber waren sein Hauptwerk.




                  "Ihr Männer, liebe Brüder und Väter, hört mir zu, wenn ich mich jetzt vor euch verantworte."
                 Apostelgeschichte 22,1


                 Weil Paulus in seinen Predigten und Briefen manchmal aus seiner
                 eigenen Biographie erzählt, kann man seinen Lebenslauf recht genau
                 nachzeichnen, auch wenn sich nicht alles bis aufs Jahr genau rekonstruieren
                lässt.

               Die Jahreszahlen unten in der rechten Spalte sind deshalb alles ungefähre Angaben (und alle
              selbstverständlich n.Chr.)
1? - 10        Paulus wird als Saulus in Tarsus
                in Cilicien in der heutigen Türkei geboren.
Er ist ein Kind strenggläubiger vermögender jüdischer Eltern
mit römischem Bürgerrecht,
hatte also über seinen Vater die doppelte "Staatsbürgerschaft" und
war aber in einer griechisch-bürgerlichen Umgebung aufgewachsen
und beherrschte die griechische Sprache.

Aus diesem Grunde hatte er einen Doppelnamen:
Als Benjaminit trägt er den Namen des jüdischen Königs Saul
(aus dem Stamm Benjamin)
und zusätzlich den lautverwandten Beinamen Paulus (= der Kleine).

10 - 32       Saulus erlernte den Beruf seines Vaters als Zeltteppichweber.
         Der Vater war Anhänger der glaubenstreuen jüdischen Gruppe,
         der Pharisäer.
25? – 32 Saulus schloss sich dieser Gruppe an.
            Er ging nach Jerusalem zu einer theologischen Ausbildung.
            Sein jüdischen Lehrer
            war der hoch angesehene Pharisäer und Rabbi Gamaliel.
           (Apostelgeschichte 22, 3).)
           Der war Mitglied des Hohen Rates in Jerusalem und warnte in
           dieser Funktion vor einer Verfolgung der Christen
          (Apostelgeschichte 5, 34 – 39).

32    Saulus' Glaubenseifer hatte zur Folge,
      dass er die aufkommende christliche Kirche verfolgen musste,
      die er für eine jüdische Sekte hielt, die vom Gesetz abwich und
      deshalb zerstört werden müsse (Galaterbrief 1, 13).

35/36 beim Tod des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers,
     der zu Tode gesteinigt wurde, die Kleider der Steiniger bewacht.
     Apg.9.1-19;8.1;22.20

Saulus erhielt den Auftrag (die Lizenz zum Töten...), in Damaskus weitere Christenverfolgungen zu leiten,
aber
eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Christus vor Damaskus
veränderte sein Leben von Grund auf
(Apostelgeschichte 22, 5 - 16; 26, 12 - 18).
                                  Caravaggio: Die Bekehrung des Paulus, 1600, in der Cerasi-Kapelle in der Kirche Santa Maria del Popolo in Rom


"Saulus, Saulus! warum verfolgst du mich?"
Er antwortete:
"Herr, wer bist du?"
Die Stimme antwortete:
"Ich bin Jesus, den du verfolgst."
Ohne Zweifel sah Ihn Saulus persönlich.
Die Stimme vom Himmel setzte hinzu:
"Aber stehe auf und gehe in die Stadt, und es wird dir gesagt werden, was du tun musst."
Die Männer, welche mit ihm reisten, sahen auch das Licht, hörten aber nicht die Stimme.
Da er sich von der Erde erhob, war er erblindet.
Bei der Hand führend, geleiteten sie ihn nach Damaskus hinein,
wo er in der geraden Straße (Via diritta)
bei einem gewissen Judas (Juden?) Wohnsitz nahm.
Und er blieb da drei Tage ohne zu sehen, und er aß nicht und trank nicht.
Ananias (ein Jünger Jesu in Damaskus), sah ein Gesicht in dem er von Jesus zu Paulus geschickt wurde.
Ananias wollte erst nicht, weil er sich vor Saulus fürchtete.
Der Herrn sagte Ananias aber, das er mit Saulus großes vor hat:
 "Ein auserwähltes Rüstzeug (Helfer) ist mir dieser,
um meinen Namen zu tragen vor Heiden und Könige
und auch vor die Söhne Israels.
Ich will ihm zeigen, wie vieles er leiden muss für meinen Namen."
Ananias ging hin, heilte ihn (es viel Ihm wie Schuppen von den Augen) und taufte ihn,
er wurde Christ, Apostel und Missionar,
predigte in der Synagoge von Damaskus und
wurde bald schon selbst verfolgt;
Freunde halfen ihm,
im Jahre 38
in einem Korb über die Stadtmauer zu entfliehen (Apostelgeschichte 9, 25).

Paulus selbst bezeichnete dieses Ereignis nicht als Bekehrung, sondern als Offenbarung von Jesus Christus
(Galaterbrief 3, 38).


 Er hält sich fortan zur christlichen Gemeinde.
Seine Freunde nennen ihn jetzt fast nur noch Paulus
- mit diesem Namen wird er selbst sich auch in seinen Briefen immer vorstellen.
Als er nach Jerusalem zurückkam,
war dort inzwischen Jakobus der Ältere enthauptet und
Petrus aus dem Gefängnis befreit (Apostelgeschichte 12, 1 - 19).

36 – 49 ? Erste Missionstätigkeit

          Paulus wird von der christlichen Gemeinde als Missionar in Arabien, Cäsarea und Damaskus eingesetzt.
           Bei einem zweiwöchigen Aufenthalt in Jerusalem lernt Paulus - Petrus und Jakobus kennen.
           Paulus wirkt in Tarsus und Syro-Kilikien.
48         Paulus wird von Barnabas nach Antiochien - dem heutigen Antakya in der Türkei - geholt;

DIE 1.MISSIONSREISE DES PAULUS Apostelgeschichte 13-14 :
13, 1: Der Beginn der ersten Missionsreise
13, 4: Auf der Insel Zypern
13, 13: In Antiochia in Pisidien ins südliche Kleinasien
14, 1: In Ikonion
14, 8: In Lystra
14, 20: Die Rückkehr nach Antiochia in Syrien

- 48 ? fand in Jerusalem das Apostelkonzil statt (Apostelgeschichte 15); Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem kommt es
        zum Streit zwischen Paulus, Petrus und Barnabas.
Paulus fordert von seinem Verständnis des Evangeliums her,
dass die Nichtjuden, die an Christus glauben, nicht mehr an das jüdische Ritualgesetz gebunden sind.
Petrus war der Meinung, das Christentum nicht die jüdischen Wurzeln verleugnen dürfe;
die vermittelnde Position nahm der Leiter der Urgemeinde in Jerusalem, der Herrenbruder Jakobus ein.

Vor allem Paulus' Drängen brachte also die junge Kirche dazu,
die geistigen und räumlichen Grenzen zu sprengen und das Wurzelland Israel,
in dem die junge Kirche theologisch und mentalitätsmäßig zuhause war,
zu verlassen und die Heidenmission voranzutreiben.
Das Apostelkonzil gewährte Paulus die Freiheit zu Missionsreisen zu nichtjüdischen Menschen;

49 - 56       Paulus betreibt auf eigene Verantwortung Heidenmission,
              bleibt aber in Verbindung mit der Urgemeinde in Jerusalem.
DIE 2.MISSIONSREISE DES PAULUS Apostelgeschichte 16-18 :
in der erster Phase trennte sich Paulus von seinem seitherigen Begleiter Barnabas.
15, 36: Der Beginn der zweiten Missionsreise
16, 1: nach Galatien in Kleinasien
16, 9: Der Ruf nach Mazedonien
16, 11: In Philippi (heute Ruinen beim Dorf Krinides in Griechenland)
16, 14: Die Bekehrung der Lydia
16, 16: Die Magd mit dem Wahrsagegeist
16, 23: Paulus und Silas im Gefängnis
17, 1: In Thessalonich (Thessalonikki)
       dann Richtung Süden durch Griechenland nach
17, 10: In Beröa
17, 16: In Athen (Die auf dem Areopag in Athen vor dem Altar des unbekannten Gottes
                           gehaltene Predigt gehörte zu den bedeutendsten Ereignissen auf Paulus'
                           Missionsreisen (Apostelgeschichte 17, 22 - 31).)
Jahr 50-52

18, 1: In Korinth wo er bei Prisca und Aquila wohnte.
        (Apostelgeschichte 15, 35 - 18, 22)
18, 18: Die Rückkehr nach Antiochien in Syrien

DIE 3.MISSIONSREISE DES PAULUS Apostelgeschichte 18-21 :
Jahre 53 bis 58

18, 23: Der Beginn der dritten Missionsreise
18, 24: Apollos in Ephesus (heute Ruinen bei Selçuk)
19, 1: Paulus in Ephesus (ein Gefängnisaufenthalt)
19, 23: Der Aufruhr des Demetrius
20, 1: Paulus in Mazedonien und Griechenland
       (Korinth) (Apostelgeschichte 18, 23 - 21, 14)
20, 6: In Troas
20, 13: Die Reise nach Milet
20, 17: Die Abschiedsrede des Paulus an die Ältesten von Ephesus
21, 1: Von Milet nach Cäsarea
21, 15: Die Ankunft in Jerusalem

Die Missionsreisen führten Paulus durch die ganze damals bekannte Welt, nach Syrien, Griechenland, Italien,
vielleicht sogar nach Spanien (Römerbrief 15, 24).
56 – 68 Paulus Verurteilung und Überführung nach Rom

56 - 57 Paulus wird in Jerusalem wegen Aufruhrs des Volkes angezeigt und von den Römern festgenommen.

59    Paulus beruft sich auf sein römisches Bürgerrecht und möchte, dass sein Fall vor dem Kaiser in Rom
verhandelt wird.

PAULUS Reise nach ROM Kap.23-28 :
23, 23: Die Überführung des Paulus nach Cäsarea
       (Die Behörde von Cäsarea verfügte, bedingt durch sein römisches Bürgerrecht, die Überstellung nach Rom)
24, 1: Vor dem Statthalter Felix
24, 22: Die Verschleppung des Prozesses (Weil der Prozess verschleppt wird, sitzt Paulus von da an zwei Jahre lang im Gefängnis.
                                              (Apostelgeschichte 21, 27 - 40).)
25, 1: Die Verhandlung vor Festus
25, 9: Die Berufung an den Kaiser
25, 13: König Agrippa beim Statthalter Festus
26, 1: Paulus vor Agrippa und Festus
27, 1: Paulus auf der Fahrt nach Rom
27, 13: Seesturm und Schiffbruch

Jahr 61? einen Aufenthalt auf einer Insel "Melita",
            die man meist mit Malta,
            früher oft auch der kroatischen Adriainsel Mljet,
            neuerdings auch dem westgriechischen Insel Kephallinia identifiziert;
           danach kam er nach Rom (Apostelgeschichte 24 - 28, 16).
28, 1: Auf der Insel Malta
28, 11: Von Malta nach Rom
28, 17: Paulus in Rom

60 - 62 In Rom steht Paulus unter Hausarrest.
   Er knüpft Kontakt zur bereits bestehenden christlichen Gemeinde in Rom.
   Er darf Freunde empfangen und Briefe schreiben.
   Es ist unklar, ob Paulus den Kaiser je sehen durfte.
   In Rom konnte er offenbar recht frei wirken und mindestens zwei Jahre
  (Apostelgeschichte 28, 30) lehren und predigen.

60? - 68?       Im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Nero wird Paulus
            ermordet. Er stirbt als Märtyrer.?

Paulus starb nach verbreiteter Auffassung um das Jahr 67 in Rom und wahrscheinlich eines natürlichen Todes.
Verbreitete, aber eher unwahrscheinliche Legenden lassen ihn im Sommer des Jahres 64 als Märtyrer unter Kaiser
Nero im Rahmen von dessen Christenverflogung nach dem Stadtbrand sterben.
Manche Indizien sprechen wie manche Legenden dafür, dass er nach vier Jahren in Rom nochmals eine
Missionsreise, möglicherweise nach Spanien, unternahm

Briefe
Das Neue Testament enthält 13 Briefe, die Paulus als Absender nennen,
von denen aber vermutlich nur sieben von Paulus selbst stammen:
der 1. Thessalonicherbrief,
der Brief an die Galater,
der 1. und der 2. Brief an die Korinther,
der Römerbrief,
der Brief an die Philipper und
der Philemonbrief.
Diese Briefe gelten neben der Apostelgeschichte als wichigste Quellen, die Auskunft über das Leben von Paulus
geben und sind ein unverzichtbarer Schatz für das theologische Verständnis des Neuen Testaments.
Legenden
Ende des 2. Jahrhunderts entstanden Legenden von Paulus' Martyrium.
Bei der legendären Enthauptung des Paulus spritze Milch auf die Henker;
nach anderer Überlieferung entstanden drei Quellen aus seinem Blut;
an dieser Stelle wurde später die Kirche S. Paolo alle Tre Fontane errichtet.
Plantilla, eine fromme Frau, die Paulus ihren Schleier gegeben hatte, damit dieser sich die Augen verbinden könne,
erhielt ihn als Reliquie zurück und sah in einer Vision Petrus und Paulus mit Siegeskronen in Rom einziehen.
Ein Hirt fand den Kopf des Paulus, der nun mit dem Leichnam feierlich vereint wurde.
Die zunächst in der Katakombe S. Sebastiano ad Catacumbas an der Via Appia Antica bestatteten Gebeine
erhielten Ende des 4. Jahrhunderts eine Grabstätte,


Gedenktage
Gedenktag 29.07.
Die katholische Kirche gedenkt Paulus' an weiteren Festtagen:
am 25. Januar ist der Gedenktag Pauli Bekehrung
am 16. April wird der Überführung der Kopfreliquie in die Lateranskirche gedacht
der 6. Juli ist der Gedenktag an die erste Ankunft Paulus' in Rom
der 1. September ist der Tag des Gedenkens an die Wiedererlangung seiner Sehkraft nach dem Bekehrungserlebnis vor Damaskus
18. Juli
21. Februar

                   - Attribute: Buch, Schwert




                 - Patron der Theologen und Seelsorger, Weber, Teppichweber, Zeltwirker,
                 Korbmacher, Seiler, Sattler, Arbeiterinnen; der katholischen Presse;
                 für Regen und Fruchtbarkeit der Felder; gegen Furcht und Angst,
                 Ohrenleiden, Krämpfe, Schlangenbiss, Blitz und Hagel




                  - Bauernregel: "Regnet es an Peter und Paul, / wird des Winzers Ernte faul."
                  "Peter und Paul hell und klar / bringt ein gutes Jahr."




                  Sowohl am Ende des Matthäus-Evangeliums (Kap. 28, 16 -20)
                  als auch am Ende des Markus-Evangeliums (Kap. 16,15-18)
                  hören wir von dem Auftrag, den der Auferstandene seinen Jüngern gibt:

MACHET ZU JÜNGER ALLE VÖLKER
TAUFET SIE
LEHRET SIE HALTEN

Das war seine Passion!

				
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