Hofmann Hannah Arendt 23 06 07

Document Sample
Hofmann Hannah Arendt 23 06 07 Powered By Docstoc
					Protokoll
über eine Veranstaltung bei den Marienberger Seminaren am 23. Juni 2007 in Bad
Marienberg




Termin: 23.06.07, 10.30 - 18.00 Uhr

Referent: Jörg Hofmann


Kurze einleitende Worte

Die politische und die philosophische Hannah Arendt lassen sich nicht trennen.

Sie selbst bemerkte hierzu, sie sei keine Philosophin sondern eine Vertreterin der politischen
Theorie.
Ihr politisches Denken wurde inspiriert und entwickelt durch die Heraufkunft des
Nationalsozialismus, sie musste gewissermaßen als Jüdin politisch werden (obwohl sie aus
keiner aktiven jüdischen Familie stammte, diese war vielmehr aufgeklärt liberal).
Viele andere jüdisch geprägte Philosophen sind allerdings mit dem Nationalsozialismus
anders umgegangen, viele versuchten zunächst, sich dem System anzubiedern. Hannah
Arendt wollte die Sachen und Entwicklungen, die um sie herum geschahen, vor allem
„verstehen“.
Einer ihrer Leitsätze war nach dem politisch Desaster die Feststellung: „Entscheidend war
nicht wie sich unsere Feinde verhalten haben, sondern unsere Freunde“.
Viele intellektuelle Freunde sind in den Geist des Nationalsozialismus eingetaucht; Stichwort
„Gleichschaltung“.
[Anmerkung:
Gleichschaltung ist die mehr oder weniger erzwungene ideologische und organisatorische
Ausrichtung aller politisch-gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Organisationen
und Institutionen auf die in einem totalitären Staat herrschende Partei. Die Gleichschaltung
ist ein wichtiges Mittel bei Aufbau und Absicherung des Herrschaftssystems.]

Trotzdem und vielleicht gerade deshalb wurde Hannah Arendt nicht nur Philosophin sonder
politische Denkerin (wobei das eigentlich bei allen Philosophen/Philosophinnen
selbstverständlich sein sollte; Philosophie ist immer auch politisch).
Das philosophische Denken war wichtig, gewissermaßen als Instrument, um die Politik zu
erfassen und zu verstehen.
Dabei ordnete sie interessanter Weise die Philosophie dem Denken zu und der Politik das
Handeln. (Dies wird in dem Referat später noch ausführlicher behandelt werden und damit
verständlicher, wie sie das meint).


Was nun interessiert uns „Heutige“ besonders an Hannah Arendt, was ist heute noch
besonders aktuell? Geht sie und ihr Denken uns heute noch was an?
(Das sind einige der Fragen, die dieses Seminar aufgreifen und wenn möglich, beantworten
möchte):



                                                                                              1
Bekannt von ihr ist natürlich die berühmte Liebesgeschichte mit ihrem Lehrer, dem
Philosophen Martin Heidegger, aber diese ganz persönliche Angelegenheit ist mittlerweile
bis zum Erbrechen von allen Medien ausgeschlachtet und genüsslich zerkaut worden, so
dass es wirklich müßig ist, darüber weitere Worte zu verschwenden.

Wichtiger ist zunächst, dass sie durchaus als eine Existenzphilosophin bezeichnet werden
kann, und zwar wegen ihres denkerischen Ansatzes und nicht allein deshalb weil ihre Lehrer
Martin Heidegger und Karl Jaspers waren, die beiden herausragenden Denker des
deutschen Existentialismus (o. a. Existenzialismus), dieser modernen Philosophie, die den
Menschen im Hinblick auf seine, sich selbst zum Problem gewordene Existenz betrachtet.

[Ausführliche Zeittafel Hannah Arendts und Literaturverzeichnis am Schluss dieser
Niederschrift]

Zum Begriff der Arbeit bei Hannah Arendt

In ihrem Werk Vita activa (Erstausgabe 1958 in engl. Sprache, 1960 in Deutsch, von ihr
selbst übersetzt) kritisiert sie die von der Philosophie traditionell bevorzugte nicht-tätige, nur
betrachtenden Daseinsweise des Menschen (= Vita contemplativa).
Für Hannah Arendt aber ist der Mensch aufgrund seiner natürlichen Bedingtheiten (Conditio
humaine) ein aktives, tätiges Wesen.
Für Hannah Arendt ist das Leben eingeteilt in Arbeit und Freizeit; wobei sich sofort die
Fragen ergeben:
Was ist Arbeit?
Was ist Freizeit?

(Diskussion der Seminarteilnehmer)

Stichworte zur Arbeit:
Gelderwerb, Selbstverwirklichung;
die Arbeit hat sich verändert gegenüber früher: heute Automaten, Roboter,
Bildschirmarbeiten;
deutlich sichtbare Unterscheidung zwischen lebenserhaltender Arbeit und unnötiger,
überflüssiger, sinnloser Arbeit;


Stichwort zu Freizeit:
Freizeit ist Geld ausgeben; Freizeit muss „sinnvoll“ sein; Freizeit ist oft freiwillige Arbeit, wie
im Garten arbeiten usw., Freizeit bedeutet, kein Geld verdienen
Ergebnis der Überlegungen:
Selbst in der Freizeit „arbeiten“ wir noch.
Wir befinden uns in einer Arbeitsgesellschaft.
Die von Max Weber so trefflich beschriebene evangelische Arbeitsmoral („Die
protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“), ist im Durchschnittsdeutschen fest
verankert. Früher wurde diese Arbeitsmoral von den Geistlichen/der Kirche befördert, heute
haben wir den Priester in uns und treiben uns selbst an.

Es ergibt sich die Frage: wodurch definiert sich die Gesellschaft, oder besser, die einzelnen
Menschen einer Gesellschaft?

Antwort: Über die Arbeit!

„Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit
ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht. Was könnte
verhängnisvoller sein?“ Hannah Arendt, Vita activa, Einleitende Bemerkungen


                                                                                                      2
An sich ist es ein alter Menschheitstraum nicht mehr arbeiten zu müssen; eine Welt ohne
Arbeit macht den Menschen den Göttern gleich. Offenbar können wir diesen paradiesischen
Zustand nicht ertragen und erzeugen „künstliche“ Arbeit: Bürokratie, unsinnige
Verwaltungsmaßnahmen, unsinnige Dienstleistungen (Callcenter), Unterhaltungsindustrie
(einschl. vieler sportlicher Aktivitäten) usw.
Das Ergebnis dieser Entwicklung könnte möglicherweise sein, dass die Gesellschaft instabil
wird, da diese Gesellschaft sich auf Werte beruft, die keine mehr sind. Wir bekommen
veränderte Formen der Machtverhältnisse – nämlich Menschen mit Arbeit und Menschen
ohne Arbeit.

Was können wir dagegen tun?
Die Philosophie sollte dazu eine Antwort finden, aber jede bisher gefundene Antwort
erscheint voreilig, weil man nicht weiß, aus welcher Richtung die Antwort kommt, welche
Tendenz oder Absicht hinter der Antwort steckt.

Wir Menschen leiden an der Sinnfrage; der heutige, sog. „moderne Mensch“, befindet sich in
einer Sinnkrise. Darauf haben schon die beiden Philosophen Soren Aabye Kierkegaard
(1813-1855) und Friedrich Nietzsche (1844-1900) hingewiesen

Wie sieht nun Hannah Arendt den heutigen Menschen?

…..“Indessen würde selbst solch eine Verwirklichung des „Utopischen“ nichts an der
wesentlich weltlichen Vergeblichkeit des Lebensprozesses ändern. Die beiden Stadien,
welche der immer wiederkehrende Kreislauf biologischen Lebens durchlaufen muss, das
Arbeiten und das Verzehren, würden ihre Proportionen so verändern, dass nahezu die
gesamte menschliche Arbeitskraft im Verzehren und Konsumieren verbraucht wird. Aber das
würde nicht besagen, dass wir dann „nur“ noch das – allerdings heute unlösbar
erscheinende – soziale Problem zu lösen hätten, wie wir genügend Anlässe für die tägliche
Erschöpfung schaffen, um das Leben und seine Konsumfähigkeit überhaupt instand zu
halten. Ein von aller Beschwer befreites Konsumieren, würde den verzehrenden Charakter
des biologischen Lebensprozesses nicht ändern, sondern ihn sogar verstärken, bis
schließlich ein von allen Ketten befreites Menschengeschlecht täglich die ganze Welt
verzehren würde, da sie imstande ist, sie täglich neu zu reproduzieren“……

……“Denn die Große Hoffnung, die Marx und die besten der Arbeiterbewegung in allen
Ländern beseelte: dass Freizeit schließlich den Menschen von der Notwendigkeit befreien
und das Animal laborans (das arbeitende Tier „Mensch“) produktiv machen würde, beruht
auf den Illusionen einer mechanistischen Weltanschauung, die annimmt, dass Arbeitskraft,
gleich jeder anderen Energie, niemals verloren gehen kann und daher, wenn sie nicht in der
Plage des Lebens verbraucht und erschöpft ist, automatisch frei wird für das „Höhere“. Bei
dieser Hoffnung hatte Marx zweifellos das Athen des Perikles als Modell vor Augen, von dem
er meinte, dass es heute auf Grund der ungeheuer intensivierten Produktivität menschlicher
Arbeit ohne Sklaven auskommen und eine Wirklichkeit für alle Menschen werden könne.
Hundert Jahre nach Marx wissen wir um den Trugschluss dieses Argumentes nur zu gut
Bescheid. Die überschüssige Zeit des Animal laborans wird niemals für etwas anderes
verbraucht als für das Konsumieren. Und je mehr Zeit ihm gelassen wird, desto begehrlicher
und bedrohlicher werden seine Wünsche und sein Appetit. Zwar verfeinern sich die
Begehrlichkeiten, so dass der Konsum nicht mehr auf die Lebensnotwendigkeiten
beschränkt bleibt, sondern im Gegenteil sich gerade des Überflüssigen bemächtigt. Aber
dies ändert nicht den Charakter dieser Gesellschaft, sondern birgt im Gegenteil die schwere
Gefahr in sich, dass schließlich alle Gegenstände der Welt, die so genannten
Kulturgegenstände wie die Gebrauchsobjekte, dem Verzehr und der Vernichtung anheim
fallen…“

Hier stellt sich für Hannah Arendt und für uns die Frage: Vielleicht fällt sogar der Mensch
selbst der Vernichtung anheim.

                                                                                              3
Geradezu prophetische Weitsicht entwickelte Hannah Arendt wenn sie1958 (!) in ihrem Text
weiter ausführt:

„…..Nichts vielleicht ist geeigneter, unsere Aufmerksamkeit auf dies unselige Glücksideal
des Animal laborans und die Gefahr seiner Verwirklichung zu lenken, als das Tempo, mit
dem die moderne Wirtschaft notwendiger Weise sich in Richtung einer „waste economy“ (in
etwa „Wegwerfgesellschaft“), einer auf Vergeudung beruhenden Wirtschaft, entwickelt, die
jeden Gegenstand als Ausschussware behandelt und die Dinge fast so schnell, wie sie in der
Welt erscheinen, auch wieder aufbraucht und wegwirft, weil sonst der ganze komplizierte
Prozess mit einer plötzlichen Katastrophe enden würde…….“
Vita activa, Drittes Kapitel, Die Arbeit, Abschnitt 17 Die Gesellschaft von Konsumenten

Dies besagt in etwa, für den sich mehr und mehr langweilenden Mensch wird sein Leben
sinnlos und er sieht sich im zunehmenden Maße als überflüssig an, sein Leben besteht nur
noch aus zwei Teilen: aus arbeiten und aus verzehren, konsumieren.

Dem Menschen offenbart sich der „verzehrende“ Charakter seiner Lebensprozesse.
Die Frage: Was macht den Menschen eigentlich aus? ist verdrängt worden durch das
ständige Verzehren und Arbeiten.
Der Mensch erscheint nur noch als eine Art biologischer „Durchlauferhitzer“: Energie und
Wasser auf der einen Seite rein und warmes Wasser auf der anderen Seite wieder raus.
Es erfasst ihn große existentielle Langeweile, da er nichts sein darf als ein
„Durchlauferhitzer“. Der Mensch tritt nur noch in Erscheinung als „Verbraucher“, er wird von
Beruf Verbraucher.
Aber, es bleibt im Unbewussten immer noch die Frage: Was macht den Menschen aus?
Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn, erscheint nicht mehr. Der Mensch kommt sich
überflüssig vor, er ist überflüssig; er stört sogar. Aber der Mensch ist sperrig, er wehrt sich,
er will kein „Durchlauferhitzer“ sein.
Hannah Arendt sieht die Gefahr, dass der Mensch als Mensch überflüssig wird: der Mensch
erlebt sich nur noch in der Rolle: hier Arbeit, dort Verbraucher („Durchlauferhitzer“).
Hannah Arendt versucht zu diesem Zustand Denkalternativen zu entwickeln, denn wir sind
unfrei geworden durch das, was uns frei machen sollte.

1. Pause




Die menschliche Bedingtheit

Mit dem Wort Vita activa sollen im Folgenden drei menschliche Grundtätigkeiten
zusammengefasst werden: Arbeiten, Herstellen und Handeln. Sie sind Grundtätigkeiten,
weil jede von ihnen einer der Grundbedingungen entspricht, unter denen dem Geschlecht
der Menschen das Leben auf der Erde gegeben ist.

Die Tätigkeit der Arbeit entspricht dem biologischen Prozess des menschlichen Körpers, der
in seinem spontanen Wachstum, Stoffwechsel und Verfall sich von Naturdingen nährt,
welche die Arbeit erzeugt und zubereitet, um sie als die Lebensnotwendigkeiten dem
lebendigen Organismus zuzuführen. Die Grundbedingung, unter der die Tätigkeit des
Arbeitens steht, ist das Leben selbst.

Im Herstellen manifestiert sich das Widernatürliche eines von der Natur abhängigen
Wesens, das sich der immerwährenden Wiederkehr des Gattungswesens nicht fügen kann
und für seine individuelle Vergänglichkeit keinen Ausgleich findet in der potentiellen
Unvergänglichkeit des Geschlechts. Das Herstellen produziert eine künstliche Welt von
Dingen, die sich den Naturdingen nicht einfach zugesellen, sondern sich von ihnen dadurch

                                                                                                   4
unterscheiden, dass sie der Natur bis zu einem gewissen Grade widerstehen und von den
lebendigen Prozessen nicht einfach zerrieben werden. In dieser Dingwelt ist menschliches
Leben zu Hause, das von der Natur (aus) in der Natur heimatlos ist: und die Welt bietet
Menschen eine Heimat in dem Maße, in dem sie menschliches Leben überdauert, ihm
widersteht und als objektiv –gegenständlich gegenübertritt. Die Grundbedingung, unter der
die Tätigkeit des Herstellens steht, ist Weltlichkeit, nämlich die Angewiesenheit menschlicher
Existenz auf Gegenständlichkeit und Objektivität.

Das Handeln ist die einzige Tätigkeit der Vita activa, die sich ohne Vermittlung von Materie,
Material und Dingen direkt zwischen Menschen abspielt. Die Grundbedingung, die ihr
entspricht, ist das Faktum der Pluralität, nämlich die Tatsache, dass nicht ein Mensch,
sondern viele Menschen auf der Erde leben und die Welt bevölkern [……] Für Menschen
heißt „Leben“ soviel wie „unter Menschen weilen“ und „Sterben“ soviel wie „aufhören unter
Menschen zu weilen“.
Das Handeln bedarf einer Pluralität, in der zwar alle dasselbe sind, nämlich Menschen, aber
dies auf die merkwürdige Art und Weise, dass keiner dieser Menschen je einem anderen
gleicht, der einmal gelebt hat, oder lebt oder leben wird.“
(Vita activa, Erstes Kapitel „Die menschliche Bedingtheit“, Abschnitt 1 Vita activa und
Conditio humaine)

Kurz zusammengefasst besagt das obige Zitat:
Für Hannah Arendt ist der Mensch aufgrund seiner natürlichen Bedingtheiten (Conditio
humaine) ein aktives, tätiges Wesen. Das heißt: Die menschliche Bedingtheit zeigt sich vor
allem im tätigen Leben.

Dieses tätige Leben umfasst drei Grundtätigkeiten: das Arbeiten, das Herstellen und das
Handeln (mit Handeln ist natürlich nicht, wie man meinen könnte, der Handel z. B. mit Waren
oder Gütern gemeint, sondern das Handeln im Sinne von tätig (= aktiv) werden).

Zunächst zeigt sich hier bei der Arbeit als erstes der grundnotwendige Anteil unserer
biologischen Erhaltung. Diese Tätigkeit entspricht vergleichsweise dem biologischen
Prozess unseres Körpers.

Über das Arbeiten hinaus geht das Herstellen, hier handelt es sich nach Meinung Hannah
Arendts bereits um eine „Widernatürlichkeit“, weil Herstellen schon über den Prozess der
reinen Lebenserhaltung hinausgeht.
Auf unterster, niedrigster Stufe steht also Arbeit als Grundtätigkeit. Diese setzt gegen die
Natur die Erfüllung vitaler Bedürfnisse durch – Essen, Trinken, Wärme u. ä.
Über der Arbeit siedelt sie das Herstellen an; im Prozess des Herstellens
vergegenständlicht sich der Mensch. Das Herstellen umfasst Dinge, die die Natur nicht
bietet, vom Stuhl bis zum Kochtopf, von der Kunst bis zur Religion.

Im Grund steckt dahinter, dass es der Mensch schlecht ertragen kann, dass er sterblich ist.
Durch das Herstellen schafft er Dinge von „bleibendem“ Wert, die ihn für eine gewisse Zeit
überdauern. Hannah Arendt nennt das „Dinge, die nicht einfach zerrieben werden.“

Als dritte Stufe beschreibt Hannah Arendt das Handeln, gemeint ist die Interaktion der
Menschen untereinander, die Pluralität der Menschen, die gemeinsame kommunikative
Praxis, im Grunde das Poltische.

Das Handeln

Unter der Handlung versteht Hannah Arendt – wie bereits oben gesagt – etwas anderes als
wir es gemeinhin verstehen: eine Interaktion zwischen Menschen.



                                                                                               5
Sprechend und handelnd schalten wir uns in die Welt der Menschen ein, die existierte, bevor
wir in sie geboren wurden, und diese Einschaltung ist wie eine zweite Geburt, in der wir die
nackte Tatsache des Geborenseins bestätigen, gleichsam die Verantwortung dafür auf uns
nehmen. Aber wiewohl niemand sich diesem Minimum an Initiative ganz und gar entziehen
kann, so wird sie dennoch nicht von einer Notwendigkeit erzwungen wie das Arbeiten, und
sie wird auch nicht aus uns gleichsam hervorgelockt durch den Antrieb der Leistung und die
Aussicht auf Nutzen [wie beim Herstellen].Die Anwesenheit von Anderen, denen wir uns
zugesellen wollen, mag in jedem Einzelfall als ein Stimulans wirken, aber die Initiative selbst
ist davon nicht bedingt: Der Anfang scheint vielmehr in dem Anfang selbst zu liegen, der mit
unserer Geburt in die Welt kam, und dem wir dadurch entsprechen, dass wir selbst aus
eigener Initiative etwas Neues anfangen. In diesem ursprünglichsten und allgemeinsten
Sinne ist Handeln und etwas Neues anfangen dasselbe.
(Vita activa, Fünftes Kapitel, Abschnitt 24, Die Enthüllung der Person im Handeln und
Sprechen)

Kurz-Analyse der im o. g. Text enthaltenen schrittweisen Entwicklung:
Zunächst natürlich die (biologische) Geburt, sie bedeutet
Einschaltung in die Welt der (anderen, bereits vorhandenen) Menschen,
dies ist wie eine zweite Geburt, mit der wir die Tatsache des Geborenseins bestätigen,
damit übernehmen wir für unser Geborensein die Verantwortung,
wir können uns dabei eines Minimums an Initiative nicht entziehen,
aber es besteht keine Notwendigkeit (wie bei dem Arbeiten oder Herstellen),
die Anwesenheit des „Anderen“ (Menschen), dem wir uns zugesellen wollen, kann bei
diesem initiativ werden stimulieren, bedingt sich aber nicht dadurch,
der Antrieb liegt im Anfang (in der Geburt in diese Welt) selbst,
diesem von Geburt an gegebenen Antrieb entsprechen wir aus eigener Initiative
das heißt: Handeln bedeutet etwas Neues anfangen;
Hannah Arendts meint damit, das Ziel, das der Mensch bei dieser Entwicklung ins Auge
fasst, ist die Sphäre der Freiheit.

Der Sinn (des Lebens, der Sinn für den Menschen) kann und muss im Bereich des
Handelns gefunden werden.
Diese Suche wird erschwert dadurch, dass dieses Handeln (und damit auch die Suche im
Bereich des Handelns)
 nicht überlebensnotwendig ist,
 also immer freiwillig, aus eigenem Antrieb erfolgen muss und
 auch nicht unbedingt nützlich ist.

Nach Hannah Arendt fehlt dem Menschen der Sinn (für sein Leben oder sein „Sein“) in
dieser Welt.
Sehr häufig gerät der Mensch in der Mitte seines Lebens in eine tiefe Sinn-Krise, die sehr
häufig seine gesamte Lebensplanung über den Haufen wirft, oder zumindest seinem Leben
eine neue Richtung weist, nachdem er lange Zeit, wie er jetzt zu glauben meint, in die
„falsche“ Richtung gelaufen ist (Stichwort: „midlifecrisis“ = die Furcht im mittleren Alter, das
bisherige Leben nicht sinnvoll ausgefüllt zu haben und das erstrebte Lebensziel nicht mehr
erreichen zu können).

Hannah Arendt will „Gefühle“ (für den Sinn) in uns wecken, Verständnis, Verstehen;
Nicht: wozu sind wir gezwungen, sondern: wo sind wir frei, wo und wie äußert sich das
Menschsein in seiner Freiheit.
Kurz zusammengefasst:
Arbeit ist notwendig,
Herstellen ist nützlich
Handeln ist Freiheit.

[Mittagspause]

                                                                                               6
Handeln ist für Hannah Arendt der Platzhalter für Sinn (schlechthin); dieses Handeln ist nicht
nützlichkeitsgeprägt, sondern frei gewählt und auch so selbst gestaltet.

Die beiden Fragen
Was ist nützlich? und
Was ist Sinn? (in Sinne von Hannah Arendt)
wirken aufeinander ein.

Wonach trachten wir?
Wir trachten nach so vielen Dingen. Der Sinn ist für uns gleich Zweck, großräumig gedacht
fragt beides nach: WOZU?
Daraus ergibt sich sehr häufig ein Zweck für nachfolgende Zwecke; ist der eine Zweck
erreicht, hört es nicht auf, weil immer nach der Erfüllung eines Zwecks die Voraussetzung für
einen neuen Zweck entsteht; am Ende einer langen Kette erfüllter Zwecke erscheint – beim
einem früher, beim anderen später – die Frage nach dem Sinn und am Schluss aller
Zweckschritte bleibt die Frage nach dem Zweck „an sich“, dem Selbstzweck.

Bereits Immanuel KANT (1724-1804) hat sich zum Reich der Zwecke geäußert: „Handle so,
dass du die Menschheit….jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel
brauchst“ (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten).
Das moralische Prinzip besteht also im Respekt vor den Menschen. Kant spricht von der
regulativen Idee des Reichs der Zwecke. Dieser Begriff bezeichnet eine gedachte
menschliche Gesellschaft, in der die Freiheit aller Menschen im gleichen Maße
berücksichtigt wird.
Auf diese Vorstellungen Kants bezieht sich Hannah Arendt.

Während in der Antike die griechische Polis im Handeln noch den eigentlichen Raum der
Freiheit erkannte, wurde im Laufe der historischen Entwicklung der griechische Praxis-Begriff
(griechisch praxis = „Tätigkeit“) zurückgedrängt: im Mittelalter zugunsten des Herstellens, in
der Neuzeit und heute zugunsten der Arbeit. Hannah Arendt kritisierte aufgrund dieser
Diagnose die moderne technische Welt als durch einen Mangel an Freiheit geprägt.

Eine der zentralen Fragen für Hannah Arendt lautet: Wie können Menschen sinnvoll
miteinander leben?
Bei der Beantwortung dieser Frage ist zu bedenken, dass jeder einzelne Mensch ein Zweck
für sich selbst ist; jeder Mensch ist (für sich) sein eigener Sinn. Wenn er nach dem Sinn
sucht, muss er ihn in sich selber suchen.
Früher, z. B. im Mittelalter war das anders, da war einzig und allein Gott, die göttliche Welt in
sich selbst, der Sinn für den Menschen.
Das Zeitalter der Aufklärung brachte diese Welt ins wanken. Insbesondere in der Neuzeit,
besonders durch Kant, begann das gesamte Weltbild sich zu verändern. Er betonte als
erster, wie oben bereits gesagt, dass nicht staatliche oder kirchliche (geistliche) Hierarchien
sondern der Mensch der Zweck an sich ist.

Der Referent (in Anlehnung an Hannah Arendt) vertritt die Auffassung, dass wir heute weit
davon entfernt sind, dies zu verstehen oder gar zu leben. Unser Denken (sichtbar in der
Sprache) verrät, wie sehr wir noch im Arbeiten/Herstellen verhaftet sind; ja, vielleicht
bewegen wir uns sogar auf allen Ebenen menschlichen Verhaltens rückwärts, Beispiel:
Schlagwort “Demographische Katastrophe“. Ständig, in allen Medien und bei vielen windigen
Politikern auf der Tagesordnung. Dies ist ein relativ harmloses Beispiel für
Menschenverachtung; dieses Schlagwort bedeutet nämlich der Mensch ist dazu da, die Alten
wirtschaftlich/finanziell zu unterhalten. Zuviel Alte zu wenig Geburten, heißt: schon das Baby
wird Nützlichkeitsträger, es wird Potenzial für die Sozialversicherung. Die Politik will eine
Gesellschaft, die einwandfrei und reibungslos funktioniert, wie eine Maschine. Damit dringt
das „technische Herstellen“ in die Politik und die Gesellschaft ein.

                                                                                                7
Dies alles ist so ziemlich das Gegenteil von dem was Hannah Arendt meint: Handeln muss
der Mensch, d.h. keine Nützlichkeitserwägung darf sein Handeln beeinflussen.

Auch hier wieder eine Frage: Was kann das sein, ein nützlichkeitsloses Handeln?

Filmvorführung über „hohe“ Zeit im antiken Griechenland.

Dazu (dem Inhalt des Filmes entsprechend)
kurze geschichtliche Einblendung in jene Zeit (zur allgemeinen Erinnerung):

Das 5. Jahrhundert vor Christus war auch vom kulturellen Standpunkt die Hochzeit Athens:
Wer als Philosoph, Schriftsteller, Mathematiker oder Künstler etwas auf sich hielt, wohnte in
Athen. Gute Beispiele sind die auch heute noch bekannten Schriftsteller Aischylos,
Aristophanes, Euripides und Sophokles, die Historiker Herodot, Thukydides, der Philosoph
Sokrates, der Dichter Simonides und der Bildhauer Phidias. Athen hatte eine Bevölkerung
von ca. 40.000 Einwohner (ganz Attika ca. 300.000 Einwohner) und erstreckte sich auf
einem etwa 2 Quadratkilometer großen Gebiet rund um die Akropolis. Der Hauptplatz – die
Agora – befand sich in der Nähe des heutigen Monastirakiplatzes. Im Westen der Stadt
befand sich die Pnyx, auf der die Volksversammlungen (Ekklesia) abgehalten wurden.

Die Zugangsberechtigung zur Volksversammlung erlangten die Athener, sobald sie nach
Ableistung des Militärdienstes als Epheben mit 20 Jahren in der Bürgerliste ihrer jeweiligen
Demen (Demos = Gemeinde, ursprünglich zusammen siedelnde Sippe, später Stadtbezirk)
eingeschrieben waren. In der Praxis ist dieses Mitwirkungsrecht jedoch hauptsächlich von
denen ausgeübt worden, die im engeren Einzugsbereich des städtischen Siedlungskerns
wohnten; andere ließen sich wohl nur gelegentlich und bei ganz wichtigen
Problementscheidungen durch einen langen Hin- und Rückweg zur Pnyx nicht von der
Teilnahme abhalten. So galten bereits 6000 Teilnehmer als „das Volk in Fülle“, das über alle
Angelegenheiten Beschlüsse fassen konnte. Jeder in der Volksversammlung Anwesende
war nicht nur abstimmungsberechtigt, sondern besaß auch gleiches Rederecht (Isegorie) –
ein besonders herausgehobenes Merkmal seiner Freiheit in der Demokratie. Um einen
geordneten Ablauf der maximal von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang währenden Ekklesia
zu gewährleisten, musste strikt zu der auf der Tagesordnung anstehenden Sache
gesprochen werden und durfte sich jeder Redewillige nur einmal zum jeweiligen Gegenstand
äußern. Wesentliche Befassungsgegenstände der Volksversammlung waren die Außen- und
Sicherheitspolitik, Wahlen sowie die Bestätigung und Absetzung von Amtsinhabern, die
Einleitung von Strafverfahren und Hochverratsprozessen, die Nahrungsmittelversorgung der
Stadt wie auch Ehrungen und Bürgerrechtsverleihungen wegen besonderer Verdienste um
die Polis. Jeweils in der ersten Ekklesia des Jahres wurde routinemäßig die Frage behandelt,
ob die bestehenden Gesetze änderungs- oder ergänzungsbedürftig seien. Sehr wichtig war
der Rat der 500 (Bule).
Tagesordnung und Beschlussanträge für die Volksversammlung wurden in diesem Rat der
500 festgelegt. Seine aus der kleisthenischen Phylenordnung abgeleitete Zusammensetzung
und Organisationsweise bestimmten auch den Tagungsrhythmus der Ekklesia. Den 10
Phylen entsprechend war das Jahr in 10 Abschnitte gegliedert, in denen die 50 Vertreter je
einer Phyle den Ratsvorsitz und die laufende Geschäftsführung innehatten (Prytanie). Unter
ihrer Ägide hatte jede Prytanie eine Hauptversammlung des Volkes (mit Bestätigung der
Amtsinhaber, s.o.) abzuhalten und durchschnittlich 3 weitere weniger herausgehobene
Ekklesien. Der Rat der 500 war das politische Organ, in dem alle attischen Demen
permanent vertreten waren, und war mit seiner Aufsichtsfunktion über die Beamten, seinen
aus Vorberatungen resultierenden Beschlussanträgen für die Volksversammlung und seiner
Zuständigkeit für die laufenden innen- und außenpolitischen Angelegenheiten der beinahe
täglich ansprechbare und tätige Dreh- und Angelpunkt dieses demokratischen
Gemeinwesens. Auch die - wie alle Amtsinhaber - mindestens 30-jährigen Ratsmitglieder
wurden unter freiwilligen Kandidaten der Demen erlost, ebenso der täglich wechselnde

                                                                                                8
Vorsitzende (Epistates) der Prytanie, der den Rat und ggf. die Volksversammlung zu leiten
hatte.

Seit 487 v. Chr. gelangten die Archonten (= die 9 höchsten Beamten; archein = „herrschen“)
durch ein Losverfahren, das über die zugelassenen Kandidaten aus den beiden ersten
Vermögensklassen entschied, in ihre Ämter. In demselben Jahr erstmals und danach häufig
fand in der Volksversammlung ein Scherbengericht (Ostrakismos) statt. Dieses vielleicht
bereits im Zusammenhang der kleisthenischen Reformen eingeführte Verfahren ermöglichte
der Volksversammlung die Verbannung eines auffallend Ehrgeizigen oder politischen
Störenfrieds für 10 Jahre aus Attika. Was vermutlich als Vorkehrung gegen eine neue
Tyrannis angelegt war, wurde in der Praxis zu einem politischen Regulativ, das eine
persönliche Vorrangstellung in Athen auch programmatisch an das Einverständnis einer
Mehrheit in der Volksversammlung band. Zwar waren es noch immer Exponenten der
Adelsgeschlechter, die die politische Szene beherrschten; erfolgreich konnten auf Dauer
aber nur diejenigen sein, die mit ihren Umgangsformen und Konzepten in der Mitte der
Bürgerschaft nicht auf Ablehnung stießen: Einer in jedem Jahr konnte in die Verbannung
geschickt werden.

Die Mehrzahl der Athenischen Bevölkerung waren jedoch nicht Athenische Vollbürger,
sondern Sklaven oder Fremde (Metöken), die (ebenso wie die Frauen) praktisch keine
Rechte hatten. Der einflussreichste Politiker der Stadt war zu dieser Zeit war Perikles, der
die Akropolis errichten ließ und die Stadt, wie er sagte, zur „Schule Griechenlands“ machte.
Unter Perikles wurde denn auch die Attische Demokratie zu ihrem Höhepunkt geführt.

Anmerkung:
Sehr häufig wird kritisiert und beklagt, dass diese bedeutsame Einrichtung „Demokratie“ der
Griechen ja nur ein Lösung für eine Minderheit gewesen sei und dass dieses System eine
große Zahl von Menschen ausschließen würde aus den demokratischen Möglichkeiten der
Einflussnahme, dabei denken sie wohl nach dem Motto: „Alles oder nichts“. Wie kurzsichtig!
Anstatt zu erkennen, was für eine enorme Leistung die Schaffung demokratischer
Verhältnisse bereit vor 2.500 Jahren für die Menschheitsgeschichte bedeutet (wenn
zunächst auch nur für eine Minderheit und wenn auch schon mit allen uns auch heute noch
vertrauten Schwächen dieses Systems, wie Stimmenkauf, Abstimmungstricks,
Manipulationen der Stimmberechtigten, Lobbyismus usw.), wird lamentiert über deren
Unzulänglichkeiten. Bis heute träumen Millionen Menschen auf der ganzen Welt von diesen
„mangelhaften“ Ansätzen von Demokratie und sie wird vielerorts noch immer nicht erreicht.

Wie dem auch sei, das Entscheidende war und ist: Der Gedanke der Demokratie, der
Volksherrschaft war geboren.

Und daran knüpft Hannah Arendt an.
Handeln findet im öffentlichen Raum statt. Am klarsten realisiert sah Arendt dies in der
griechischen Polis, wo das Arbeiten im privaten Raum des Haushalts - mit allen Folgen einer
Zwangsherrschaft - stattfand, während sich das Handeln im öffentlichen Raum auf der Agora
abspielte. Dieser öffentliche Platz war der Ort der Vita activa, der politischen
Kommunikation, Gestaltung und Freiheit unter Gleichen.

Bereits damals war gesellschaftlich-moralisches Handeln gefragt. Die Athener Bürger waren
keine Privatpersonen (in unserem Sinne), sondern sie hatten gesellschaftliche Pflichten.
Dadurch entwickelte sich ein anderes Identitätsverständnis als in einer Arbeitergesellschaft
(oder in einer herstellenden, produzierenden Gesellschaft).

Diese Bild der Antike hat Hannah Arendt vor Augen, wenn sie von der Identität im
Gesellschaftlichen spricht, denn das ist für sie HANDELN . Es stellt sich für sie die Frage,
welchen Sinn, welche Form hat beispielsweise der Gedanke und die Wirklichkeit des


                                                                                               9
Begriffes „Gerechtigkeit“ in Athen und heute? Sicher ist: Die Rolle des Individuums ist in der
Antike ein anderer gewesen im Verhältnis zu heute.
Hannah Arendt kritisiert, dass in unserem heutigen Verständnis, das Herstellen in den
Vordergrund getreten ist, das es nur noch auf das „Funktionieren“ ankommt, angefangen in
den Parteien (Beispiele: „Fraktionszwang“ , falsch verstandene „Loyalität“, „Parteidisziplin“
u.ä. = alles scheindemokratische Entwicklungen) bis zu den Familien (Ritalin für Kinder, nur
weil sie zu lebhaft sind oder „stören“, permanenter Nachhilfeunterricht, Vermittlung rein
„technischen“ Wissens in unseren Bildungssystemen, um die Jugendlichen kompatibel zu
machen mit den wirtschaftlichen Anforderungen); alles damit die Bürger systemgerecht
funktionieren.
Es werden keine Menschen mit unterschiedlichen Meinungen mehr gewünscht bzw.
geduldet, sie stören das Funktionieren; das politische Agieren ist nur der Macht geschuldet.

Die immer wieder zu wiederholende Frage lautet aber: Wie wollen wir zusammenleben?
oder anders: Wie wollen wir uns selber gestalten?
Es darf keine technischen Problemlösungen geben, nicht „herstellen“, (wir basteln doch nicht
an einem Stuhl, wenn wir „leben“), nicht „funktionieren“, sondern: mit aller Kraft das
Menschliche fördern.
Wenn wir nicht aufpassen, wird nach und nach das „Funktionieren“ auf alle Lebensgebiete
übertragen. Nach Hannah Arendt beherrscht das Denken im Herstellen das Handeln. Frei
nach Günther Anders – (bedeutender deutschsprachiger Sozialphilosoph und Essayist des
20. Jht.) - : (Es steht zu befürchten, dass) „die Menschen den Maschinen angeglichen
werden“.

Zitate (zu Hannah Arendts Frage) Warum sollen die Menschen wie handeln?


Die Enthüllung der Person im Handeln und Sprechen

Das Faktum menschlicher Pluralität, die grundsätzliche Bedingung des Handelns wie des
Sprechens, manifestiert sich auf zweierlei Art, als Gleichheit und als Verschiedenheit. Ohne
Gleichheit gäbe es keine Verständigung unter Lebenden, kein Verstehen der Toten und kein
Planen für eine Welt, die nicht mehr von uns, aber doch immer noch von unseresgleichen
bevölkert sein wird. Ohne Verschiedenheit, das absolute Unterschiedensein jeder Person
von jeder anderen, die ist, war oder sein dürfte, bedürfte es weder der Sprache noch des
Handelns für eine Verständigung; eine Zeichen- oder Lautsprache wäre hinreichend, um
einander im Notfall die allen gleichen, immer identisch bleibenden Bedürfnisse und Notdürfte
anzuzeigen.
[…..]
Im Menschen wird die Besonderheit, die er mit allem Seienden teilt, und die Verschiedenheit,
die er mit allem Lebendigen teilt, zur Einzigartigkeit, und menschliche Pluralität ist eine
Vielheit, die die Paradoxe Eigenschaft hat, dass jedes ihrer Glieder in seiner Art einzigartig
ist.
Sprechen und Handeln sind die Tätigkeiten, in denen diese Einzigartigkeit sich darstellt.
Sprechend und handelnd unterscheiden sich Menschen aktiv voneinander, anstatt lediglich
verschieden zu sein: Sie sind die Weisen, in denen sich das Menschsein selbst offenbart.
Dies aktive In-Erscheinung-Treten eines grundsätzlich einzigartigen Wesens beruht, im
Unterschied von dem Erscheinen des Menschen in der Welt durch Geburt, auf einer
Initiative, die er selbst ergreift.[….]
(Vita activa – Fünftes Kapitel Das Handeln)

Das Bezugsgewebe menschlicher Angelegenheiten und die in ihm dargestellten Geschichten
[….]
Der Bereich, in dem die menschlichen Angelegenheiten vor sich gehen, besteht in einem
Bezugssystem, das sich überall bildet, wo Menschen zusammen leben. Da Menschen nicht
von ungefähr in die Welt geworfen werden, sondern von Menschen in eine schon

                                                                                             10
bestehende Menschenwelt geboren werden, geht das Bezugsgewebe menschlicher
Angelegenheiten allem einzelnen Handeln und Sprechen voraus, so dass sowohl die
Enthüllung des Neuankömmlings durch das Sprechen wie der Neuanfang, den das Handeln,
setzt, wie Fäden sind, die in ein bereits vorgewebtes Muster geschlagen werden und das
Gewebe so verändern, wie sie ihrerseits alle Lebensfäden, mit denen sie innerhalb des
Gewebes in Berührung kommen, auf einmalige Weise affizieren [beeinflussen]. Sind die
Fäden erst zu Ende gesponnen, so ergeben sie wieder klar erkennbare Muster bzw. sind als
Lebensgeschichte erzählbar.
Weil dies Bezugsgewebe mit den zahllosen, einander widerstrebenden Absichten und
Zwecken, die in ihm zur Geltung kommen, immer schon da war, bevor das Handeln
überhaupt zum Zuge kommt, kann der Handelnde zu gut wie niemals die Ziele, die ihm
ursprünglich vorschwebten, in Reinheit verwirklichen; aber nur weil Handeln darin besteht,
den eigenen Faden in ein Gewebe zu schlagen, das man nicht selbst gemacht hat, kann es
mit der gleichen Selbstverständlichkeit Geschichten hervorbringen, mit der das Herstellen
Dinge und Gegenstände produziert. Das ursprüngliche Produkt des Handelns ist nicht die
Realisierung vorgefasster Ziele und Zwecke, sondern die von ihm ursprünglich gar nicht
intendierten Geschichten, die sich ergeben, wenn bestimmte Ziele verfolgt werden, und die
sich für den Handelnden selbst erst einmal wie nebensächliche Nebenprodukte seines Tuns
darstellen mögen.
[….]
Die Absehbarkeit der Folgen des Handelns hängt aufs Engste damit zusammen, dass alles
Handeln und Sprechen unwillkürlich den Handelnden und Sprechenden mit ins Spiel bringt,
ohne dass doch derjenige, der sich so exponiert, je wissen oder berechnen kann, wen er
eigentlich als sich selbst zur Schau stellt.
(Vita activa – Fünftes Kapitel, Das Handeln, Das Bezugsgewebe menschlicher
Angelegenheiten und die in ihm dargestellten Geschichten)

3. Pause

Wo Freiheit (des Einzelnen), Verantwortung (für Andere) angesiedelt sind, lässt sich
natürlich nicht alles verwirklichen, denn „man webt seinen Faden in das bereits vorhandene
Gewebe ein, in das bereits vorgewebte Muster“. Dabei verändert sich das Gewebe – durch
das einschlagen des Fadens des Neuankömmlings – wie ihrerseits das Erscheinen dieses
Fadens alle anderen Fäden im Gewebe beeinflussen.
Dieser Vorgang ist deprimierend und entlastend zugleich: deprimierend durch das völlige
Aufgehen im Gesamtmuster des Gewebes und entlastend durch den Grad der Beeinflussung
der anderen „Fäden“ im Gesamtgewebe durch den Faden des Neuankömmlings.

Entscheidend ist für Hannah Arendt, dass das gemeinsame Fertigen des Musters
„HANDELN“ ist. Wichtig dabei ist, dass der „Fadeninhaber“ dies freiwillig macht, es also auch
will und dass er Freude daran hat, dies zu tun. Die Freiheit sich an dem Lebendigen (dem
Leben) zu beteiligen, bewirkt auch etwas bei den Anderen – es macht Freude, es
gemeinsam zu gestalten. Wo Freiheit ist, entsteht Lebendigkeit – anderenfalls entwickelt sich
Langeweile mit allen denkbaren negativen Folgen.
Hannah Arendt meint, es ist in den Menschen etwas drin, was sie veranlasst, im
gemeinsamen Handeln in Freiheit, ihre Kreativität zu gestalten, alles andere führe – wie
bereits gesagt - zu Langeweile, Abgestumpftheit, Gleichgültigkeit gegenüber sich selbst und
den anderen Menschen und verursache viele sonstige menschliche Schwächen und Fehler.

Nach Hannah Arendt gehört zur „artgerechten Haltung“ des Menschen, dass er ein großes
Potential an Freiheit (an Entscheidungs- und Wahlfreiheit) nutzen kann. Dabei ist das
„WOLLEN äußern“ von entscheidender Bedeutung. Jeder Mensch hat nach ihrer Meinung
ein anders geartetes Wollen, das auch zum Ausdruck kommen muss und soll. Die Suche
nach dem jeweiligen Konsens (Übereinstimmung, Vereinbarung) spielt dabei eine große
Rolle. Allerdings war gerade ihr klar, dass diese „Konsenssuche“ an Grenzen stößt, Beispiel:
Mit Nationalsozialisten kann man keinen Konsens finden bzw. herstellen.

                                                                                          11
Hannah Arendt war in der Zeit des Eichmann-Prozesses nach Israel gereist um im Auftrag
einer Zeitung darüber zu berichten. Sie wollte herausfinden und sehen wie das dämonisierte
Böse in menschlicher Gestalt aussieht; was sie nach ihren eigenen Worten zu sehen bekam
war ein – „armseliges Würstchen“, also ein menschliches Wesen, hinter dem keine wirkliche
„Person“ stand; d.h. keine Persönlichkeit. „Eichmänner können nicht denken“, Menschen
dieser Art dreschen nur Phrasen.

Nach Hannah Arendts Meinung ist das Problem, dass ein Mann wie Eichmann nicht
d e n k t! (Dieses Problem hat er allerdings mit vielen anderen, weniger Schaden
verursachenden Mensch gemeinsam).
Das Denken im eigentlichen Sinne ist hier gemeint, die Reflexion über mein Handeln im
Allgemeinen und im Besonderen. Denken ist das Vermögen zu deuten. Die meisten
Menschen nutzen ihr Denkvermögen überhaupt nicht; nicht „Gehirnmotorik“ ist gemeint,
sondern das Vermögen, die Fähigkeit nachzudenken und vorher, vor einer Handlung bereits
an die Wirkungen und Folgen zu denken unter den Kriterien eines in Gemeinschaft lebenden
Wesens („zoon politikon“- i. S. von „geselliges Wesen“ bei Aristoteles).
Der Mensch als lebendiges Wesen ist dabei nicht mehr bloßes Objekt, sondern in
einzigartiger Weise Subjekt der Geschichte.

Hannah Arendt möchte zum Ausdruck bringen, welche Bedeutung die Sprache hier
einnimmt, „was Sprache eigentlich sagen“ will; sie zeigt gleichzeitig die Grenzen der Sprache
auf, denn man kann nur sehr selten wirklich „ausdrücken“, was man denkt, fühlt und
eigentlich sagen will.
Das HANDLELN im Sinne von Hannah Arendt geht immer noch ein Stück weiter, also auch
über das sprachlich Artikulierbare hinaus – das Ende der Entwicklung bleibt immer offen.

Aus ihrer Begegnung mit Eichmann hatte sie erkannt, dass alle diese grässlichen Dinge die
damals geschehen sind (und auch heute immer noch geschehen) wie z. B. die Folter, alles
Produkte des HERSTELLENS waren und sind. Heute wird uns wieder weisgemacht, dass
Druck, Erpressung, Folter, Kollateralschäden (= beschönigend für die Ermordung von
Zivilisten bei kriegerischen Angriffen durch das Militär) notwendige Maßnahmen seien um
dieses oder jenes zu erreichen oder zu verhindern. Hannah Arendt fragt hier, wo steckt da
das Wollen? Ja, wird geantwortet, sonst funktioniert dieses oder jenes nicht, z. B. die
Sicherheit. Und schon sind wir wieder im Bereich des Herstellens (wir sichern oder stellen
Sicherheit her!). Und genau hier bleibt das Denken stehen, wir denken nicht weiter, aber
hier, an dieser Stelle fängt das Denken erst an.

Wir müssen unsere HANDLUNGEN im Ungewissen, als Wagnis auf uns nehmen; und
gerade das ist das Wesen der Freiheit. Die Freiheit trifft ihre Entscheidungen nicht im
Voraus, sie schließt keinen Bund mit der Zukunft. Wenn die Freiheit durch das von ihr
angestrebte Ziel gebunden werden könnte, dann wäre sie keine Freiheit mehr. Ein Ziel ist
niemals ein Abschluss, sondern bleibt auf das Unendliche hin offen. Der Mensch kann und
muss handeln. Nur im Handeln ist er wirklich Mensch; aber Handeln ist für ihn Wagnis und
es besteht ständig die Gefahr, zu scheitern. Er muss es dennoch wagen; indem er auf eine
ungewisse Zukunft hinzielt, begründet er seine Gegenwart.

Wo ist das richtige, durchdachte Beantworten der zentralen Frage: WOZU?
Dass aus Antworten Fragen gemacht werden, das will man nicht. Wenn wir den Zwecken
nicht weiter folgen, dann fehlt das, was Sinn macht.
Wir müssen lernen, nachzudenken über das Nachdenken.
Und dennoch, wenn wir ständig weiterfragen, landen wir bei etwas Nutzlosem, der Zweck wir
zum Selbstzweck.
Wichtig ist der Zweck an sich selbst; dies ist nichts besonders Großartiges, den Sinn des
Lebens werden wir dabei nicht finden - und dies ist sehr enttäuschend.
Wir müssen, um zum Handeln gelangen zu können, nicht logisch sondern gefühlsmäßig
vorgehen.

                                                                                          12
Wir müssen unseren Sinn schärfen für die Symptome, das etwas falsch läuft.
Die Menschen sollen freiwillig die anderen Menschen anerkennen und respektieren, aus
einem Bedürfnis heraus, nicht auf Grund eines Gebotes.
Es fällt natürlich fast immer schwer, die Entscheidungen in Freiheit zu treffen, aber auch hier
gilt Jean Paul Sartres Diktum: „Wir Menschen sind zur Freiheit verdammt“.
An dem Fall Eichmann kann man gut erkennen, wie etwas falsch laufen kann:
 der Mensch als „Administrator“ (Verwaltung der „Endlösung“)
 Mensch als Ware (= Verlust der Menschlichkeit, Objektivierung des Menschen)
 Herstellen (z.B.: Ordnung, Sicherheit, “Säuberung“, das Funktionieren)
 Kanalisierung (z.B. Richtung ideologischer „Nutzen“)
 falsches Denken führt dann zu „Warum nicht?“
Und das alles, weil das Prinzip Herstellen so übermächtig geworden ist.
Die Motivation zum Handeln sollte sein, dass ich hier meine Lebendigkeit spüre, dass ich
nicht nur logisch und überlegt („strategisch“) dahingehend handle, sondern dass ich es
„erlebe“, Handeln muss gespürt werden.

Theorie und Handeln bedeutet, man muss sich zum Denken auch mal ins stille Kämmerlein
zurückziehen zur Kontemplation (= Betrachtung) oder Selbstbesinnung, denn im Handeln
fällt das Denken oft schwer.

Hannah Arendt hat mit ihrem Begriff des „Handelns“ - was für sie soviel wie „Neuanfang“
bedeutet, in ihrem Werk „Vita activa“ - anknüpfend an Aristoteles - den philosophischen
Grundstein für ein neues Verständnis von Politik gelegt.
Handeln spielt sich bei Hannah Arendt zwischen den Individuen ab und zeigt
gleichzeitig die Einzigartigkeit, die Verschiedenheit und Pluralität der Menschen.
Handeln besteht in politischer Interaktion, welche für sie fundamental ist.
Kommunikation, d. h. „Finden des rechten Wortes im rechten Augenblick“ ist bereits
Handeln. „Stumm ist nur die Gewalt, und schon aus diesem Grunde kann die schiere Gewalt
niemals Anspruch auf Größe machen“(Vita activa). Hannah Arendt betont, auch wenn der
Einzelne noch weiß, dass er ein Mensch ist, so wird er anderen ohne Handlungen nicht
als solcher erscheinen.




                                                                                             13
Zeittafel Hannah Arendt

1906            Johanna Arendt wird am 14. Oktober als einzige Tochter von Paul Arendt
                und seiner Frau Martha, geborene Cohlin, in Hannover geboren.
1910            Nach der Erkrankung des Vaters kehrt die Familie in die Heimatstadt der
                Eltern, nach Königsberg zurück.
1913            Der Vater stirbt an Spätfolgen der Syphilis.
1916 - 1924     Hannah besucht das Mädchengymnasium in Königsberg.
1920            Martha Arendt heiratet Martin Beerwald. Umzug in das Haus der
                Beerwalds.
1924            Externes Abitur.
1924 - 1925     Sie studiert Philosophie, Theologie und Griechisch in Marburg bei Martin
                Heidegger.
1925            Wechselt an die Universität Heidelberg. Karl Jaspers wird ihr Mentor. Sie
                lernt den Zionisten Kurt Blumenfeld kennen.
1928            Promotion bei Karl Jaspers.
1929            Hannah heiratet Günter Stern (späterer Günter Anders).
1930            Sie schreibt an der Biographie über Rahel Varnhagen.
1930 - 1933     Betätigt sich im Untergrund für die deutschen Zionisten. Verhaftung,
                Flucht Frankreich.
1935 - 1940     Tätigkeit für die Jugend - Aliyah.
1940            Lässt sich von Günter Anders scheiden und heiratet Heinrich Blücher. Sie
                wird im südfranzösischen Lager Gurs interniert. Nach der Niederlage
                Frankreichs flieht sie mit ihrer Mutter und Heinrich Blücher nach Marseille.
1941            Ausreise von Lissabon in die Vereinigten Staaten.
1941            Arbeit für die Zeitschriften Aufbau und Parisian Review sowie für die
                Jewish Cultural Reconstruktion.
1946 - 1949     Lektorin beim Schocken - Verlag.
1948 - 1952     Geschäftsführerin der Jewish Cultural Reconstruktion.
1949 -1950      Erste Reise nach Europa. Wiederbegegnung mit Karl Jaspers und Martin
                Heidegger.
1950            Amerikanische Staatsbürgerin. Ihr Buch The Origins of Totalitarianism
                erscheint (deutsch: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft).
1953-1956       Vorlesungen in Princeton, Harvard, an der >>New School<< und am
                Brooklyn College in New York.
1954            Vorlesungen an der University of California in Berkeley.
1955            Vortrags- und Ferienreise nach Italien, Griechenland Israel, in die Schweiz
                und nach Deutschland.
1958            Laudatio anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen
                Buchhandels für Karl Jasper. The Human Condition erscheint
                (deutsch: Vita activa).
1959            Hannah Arendt erhält den Lessing-Preis der Stadt Hamburg.
1961-1962       Sie reist für die Zeitschrift The New Yorker zum Prozess gegen Adolf
                Eichmann nach Jerusalem.
1962            Schwerer Unfall mit dem Taxi in New York.
1962            Die Artikel über den Eichmann-Prozess erscheinen in der Zeitschrift The
                New Yorker und lösen eine heftige Kontroverse aus. Europareise mit
                Heinrich Blücher nach Griechenland und Italien. On Revolution erscheint

                                                                                         14
                 (deutsch: Über die Revolution).
1963-1967        Professur an der Univerity of Chicago.
1968             Studentenunruhen in Amerika und Europa. Professur an der New School
                 for Social Research in New York<<.
1969             Februar: Karl Jasper stirbt. Im Sommer Aufenthalt in Tegna Locarno.
1970             Oktober: Heinrich Blücher stirbt an einem Herzinfarkt.
1973             Hanna Arendt hält die so genannten >>Gifford Lectures<< an der
                 Aberdeen University über Das Denken.
1974             Während der Fortsetzung der Gifford Lectures über Das Wollen erleidet
                 sie einen Herzinfarkt.
1975             Europareise nach Marbach, Tegna und Freiburg zu Heidegger. Am
                 4.Dezember stirbt Hannah Arendt an einem zweiten Herzinfarkt in ihrer
                 New Yorker Wohnung.


Literatur Hannah Arendt (Auswahl)

Rahel Venhagen, München: Piper, 1995
Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München: Piper, 1996
Viva activa oder vom tätigen Leben, München: Piper, 1996
Über die Revolution, München: Piper, 1994
Zwischen Vergangenheit und Zukunft, München: Piper, 1994
Eichmann in Jerusalem, München: Piper, 1977
Menschen in finsteren Zeiten, hrsg. von Usuia Ludz, München; Piper, 1989
Wahrheit und Lüge in der Politik. Zwei Essays, München: Piper, 1972
Macht und Gewalt, München: Piper, 1996
Zur Zeit. Politische Essays, hrsg. von Marie Luise Knott, Berlin: Rotbuch, 1986
Vom Leben des Geistes, Das Denken � Das Wollen, hrsg. von Mary McCarthy, München:
Piper.1998
Das Urteilen, hrsg. von Ronald Beiner, München: Piper 1998
Was ist Politik?, hrsg. von Ursula Ludz, München: Piper, 1989
Gesammelte Aufsätze und Artikel zu Zionismus und Nationalsozialismus, hrsg. von Eike
Giese und Klaus Bittermann: Nach Auschwitz. Essays und Kommentare 1, Berlin: Tiamat,
1989
Die Krise des Zionismus. Essays und Kommentare 2, Berlin: Tiamat 1989
Israel und der Antisemitismus: Aufsätze, Berlin: Wasenbach, 1991



Gefertigt von
Doris Nicolai
Wolfgang Grätz




                                                                                       15

				
DOCUMENT INFO
Shared By:
Categories:
Tags:
Stats:
views:11
posted:4/25/2012
language:German
pages:15