woche 06 2008 0202 0802 by oG0m3HE

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Tipps
Pressetexte für die
                                 6
Programmwoche
vom 2. bis 8. Februar 2008




                   Karneval
               im WDR Hörfunk

   - s. beigefügte PresseInformation -

Herausgegeben von
Pressestelle
Westdeutscher Rundfunk Köln
Stefanie Schneck
Appellhofplatz 1
50667 Köln
Telefon 0221 220 2075
Fax 0221 220 4910
stefanie.schneck@wdr.de



Fotos abrufbar unter www.ard-
foto.de
WDR 3, Samstag, 2. Februar 2008, 18.15 - 20.00 Uhr




Vesper




Lichtmess


Die Weihnachtsdekoration wird abgebaut. Am 2. Februar beendet die
Kirche mit einem Festtag die Weihnachtszeit. Der früher gebräuchliche
Name „Mariä Reinigung“ erinnert an die jüdische Vorschrift, nach der eine
Frau nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage als unrein galt. Die Frau musste
im Tempel ein Reinigungsopfer darbringen. Auch Maria pilgerte zu ihrer „
Reinigung“ in den Tempel und da Jesus ihr erstgeborener Sohn war, galt er
als Eigentum Gottes und musste von den Eltern mit einem Geld- oder
Tieropfer ausgelöst werden. Er wurde zum Priester gebracht und vor Gott
„dargestellt“ – daher auch der Name „Darstellung des Herrn“. Seit dem 5.
Jahrhundert stand eine Lichterprozession im Mittelpunkt – Lichtmess; in
vielen Kirchen werden noch heute die Kerzen für den ganzen Jahresbedarf
gewählt.


Die Vesper beschäftigt sich musikalisch mit dem Fest: Johann Sebastian
Bach erzählt von der Begegnung Simeons und Hannahs mit Jesus im
Tempel. Heinrich Ignaz Franz Biber beschrieb die „Darstellung des Tempels“
in einer Violinsonate oder Georg Philipp Telemann komponierte speziell zu
diesem Festtag eine Kantate.




Redaktion Werner Wittersheim
WDR 5, Samstag, 2. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Samstag, 2. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Der Friede von Guadelupe Hidalgo
(2.2.1848)
Eine Sendung von Irene Geuer


Die Geschichte ist die eines sehr seltsamen Vertrages. Amerika und Mexiko
hatten Krieg geführt. Am 2. Februar 1848 einigen sich die beiden Länder
auf einen Deal. Mexiko tritt an Amerika seine Nordhälfte ab. Dafür zahlt
Amerika 15 Millionen US-Dollar plus sämtliche Kriegsentschädigungen, die
Mexiko eigentlich hätte zahlen müssen. Geld für Boden? Nein, es ist Geld
für Macht. Denn hinter diesem Vertrag steht ein Mann, der insgesamt elf
Mal die Herrschaft in Mexiko innehatte. Sein Name: Antonio López de
Santa Anna. Er war Präsident und Diktator, Generalissimus und
„Allerhöchste Durchlaucht“. Er war ein berechnender Patriot und ließ für
seinen im Gefecht verlorenen Unterschenkel ein Grabmal bauen. Das
Körperteil wurde mit allen militärischen Ehren beigesetzt. Sein Holzbein
schwang er fortan als Zeichen seiner Opferbereitschaft. Santa Anna gab das
nördliche Mexiko auch her, um seine Macht zu erhalten. Dafür allerdings
hat er kein Denkmal bekommen.




Redaktion Michael Rüger
WDR 5, Krimi am Samstag, 2. Februar 2008, 10.05 - 11.00 Uhr




Krimi am Samstag




Blindband
Von Gilbert Adair
Aus dem Englischen von Thomas Schlachter
Bearbeitung Klaus Arriens
Regie Angeli Backhausen
Produktion WDR 2000


„Erblindeter Autor sucht Amanuensis“, lautet das Stellenangebot eines
vereinsamten Schriftstellers in der „Times“. Ohne Augen und ohne Gesicht,
eingesperrt in seinem Kopf, in die Einsamkeit seiner Gedanken, fürchtet der
einst gefeierte Literat nichts mehr als dunkle Räume und geschlossene
Türen. Getrieben von einer geradezu grotesken Furcht vor der Enge der
Finsternis (er hat Platzangst im Universum), sucht er verzweifelt nach einem
Weg, endlich wieder etwas zu Papier zu bringen. Wie muss ein Gehilfe
beschaffen sein, der dem mürrischen und reizbaren Dichter seine Augen
und seine Hände leiht? Was entsteht, wenn der eine sieht und der andere
denkt? Und was geschieht, wenn das menschliche Werkzeug auf einmal
seine eigenen Pläne verfolgt? Zwei Männer sitzen sich gegenüber, der eine
redet, der andere tippt. Seite um Seite entrollt sich die bedrohliche
Wahrheit um zwei verschränkte Schicksale, die sich in der Dichterklause
zusammengefunden haben, um zu beenden, was einmal begonnen wurde.


Gilbert Adair, geboren 1944, arbeitet als Schriftsteller, Filmkritiker und
Kolumnist (The Independent on Sunday) in London. Sein Roman „Liebestod
auf Long Island“ wurde mit John Hurt verfilmt. Zuletzt erschien von ihm
„Mord auf ffolkes Manor“ (2006).


Mit Hans Peter Hallwachs, Andreas Fröhlich, Heinrich Giskes und Peter
Nottmeier




Redaktion Natalie Szallies
WDR 5, Samstag, 2. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 05.03 - 06.00 Uhr




venus_fm – Das Frauenmagazin




Ratio statt Romantik
Immer mehr Beziehungen entstehen über das Internet
Von Julia Lührs


Die Partnersuche im Internet boomt. Eine Studie hat ergeben, dass in
Deutschland rund eine Million Beziehungen über das Internet entstanden
sind. Noch nie gab es so viele Singles wie heute. Jeder Fünfte lebt allein, in
manchen deutschen Großstädten sogar jeder Zweite. Die einen suchen im
Netz den Partner fürs Leben, andere ein flüchtiges Abenteuer oder nur
jemanden zum Reden. Soziologen der Universität Bamberg haben das
Beuteschema, also die Ansprüche bei partnersuchenden Männern und
Frauen im Netz untersucht: Trotz Emanzipation und steigender Bildung
suchen sich Frauen immer noch Ernährertypen. Männer wollen dagegen
lieber Partnerinnen, die ebenso gebildet sind wie sie selbst. Und am besten
blond. Schön und ungefährlich – bloß kein Amour fou. So die Ergebnisse
der Wissenschaftler. Aber wie haltbar sind Internetpartnerschaften?
Vielleicht bietet das Netz eine Authentizitätsgarantie, stößt man viel eher
zum wahren Kern vor. Angeblich sollen Ehen, die über das Internet
entstanden sind, länger halten als Lebensbündnisse aus dem wahren Leben.




Redaktion Verena Lutz/Ruth Dickhoven
WDR 5, Samstag, 2. Februar 2008, 16.05 - 17.55 Uhr
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 00.05 - 01.55 Uhr




Unterhaltung am Wochenende




„fremd“
Ein Stück von Alfred Dorfer
Aufnahme vom 19.10.2007 vom Köln Comedy Festival


Ist es noch Kabarett oder schon Theater? Die Frage erübrigt sich. Es ist
Alfred Dorfer. Der wie immer gekonnt zwischen Satire, Theater und
schräger Philosophie balanciert. Man kennt den unverwechselbaren Sprach-
und Spielartisten aus Wien mittlerweile im gesamten Sprachraum.
Der Titel deutet es schon an. Reicht die Biografie, die man lebt, aus? Oder
entsteht sie erst, wenn man die gelebte mit geträumten Biografien teilt?
Dorfer nimmt individuelle Lebenssituationen oder politische Finali und
erzählt sie bis zum Ursprung hin, klärt die Entstehung.
Er fragt sich und uns, welche eigenen Bilder man vor einer visuellen Welt
noch verteidigen kann und untersucht mit schwarzem Humor, was
geschieht, wenn den Menschen die eigenen Bilder abhanden kommen und
durch unentrinnbar aufgedrängte ersetzt werden. Was macht unsere
Freiheit zur Scheinfreiheit? Was die Demokratie zur Scheindemokratie?


„fremd“ ist nach den letzten Stücken „Alles Gute“ (1993), „Ohne Netz“
(1994), „Badeschluß“ (1996) und dem mit dem „Deutschen Kleinkunstpreis“
ausgezeichneten „heim.at“ (2000) ein weiterer Schritt in eine theatralische
Spielart, die sich den Etiketten entzieht.
Mit den hervorragenden Musikern Peter Herrmann, Günther Paal und
Lothar Scherpe.




Redaktion Hans Jacobshagen
WDR 3, Sonntag, 3. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr




WDR 3 PHON




WDR 3-Programmschwerpunkt „Kein Himmel ohne Hölle: Drogen“


„Zweimal fiel ich. Und ein drittes Mal“
Drogenhimmel / Drogenhölle
Ein Feature von Ingrid Strobl
Produktion WDR 2008


Harte Drogen werden assoziiert mit Sucht, Elend, Kriminalität. Sie
katapultieren die Konsumenten in den Himmel des Rausches. Und
schleudern sie in die Hölle der Sucht. Doch sie haben auch Literatur und
Musik beeinflusst, sie ziehen sich als Subtext durch die europäische und
amerikanische Kulturgeschichte.


Im frühen 19. Jahrhundert schrieben Thomas de Quincey und Samuel Taylor
Coleridge über die Wonnen und Qualen des Opiums. Die Werke von
William S. Burroughs prägten die Beat Generation: Rockpoeten wie Lou
Reed und Patti Smith und junge Lyriker wie Jim Carroll, der selbst
heroinabhängig war. Kokain inspirierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Schriftsteller, Maler, Musiker. Später die selbsternannten Eliten der Win-
Win-Gesellschaft. Gibt es ein Recht auf den Himmel des Rausches? Und
warum gelingt es so wenigen der Suchthölle zu entfliehen?




Redaktion Gisela Corves
Die Sendetermine des WDR 3-Programmschwerpunkts DROGEN:


WDR 3 PHON, Sonntag, 3. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
      „Zweimal fiel ich. Und ein drittes Mal“ Drogenhimmel / Drogenhölle
WDR 3 PHON, Montag, 4. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr
      Opium heilt alles – außer sich selbst. Abstieg einer göttlichen Droge.
WDR 3 DISKURS, Dienstag, 5. Februar, 22.00 - 23.00 Uhr
      Khat. Eine Droge in Zeiten der Globalisierung.
WDR 3, Sonntag, 3. Februar 2008, 18.15 - 19.00 Uhr




Ariadne – Ein Leitfaden durch die Musik




Ein musikalisches Zigeuner-Epos ? –
Liszts ungarische Rhapsodie Nr. 2
Von Antonia Ronnewinkel


Von den insgesamt 19 Ungarischen Rhapsodien Franz Liszts ist die zweite
bei weitem die populärste. Aufgrund ihrer atemberaubenden Virtuosität
wurde sie allzu oft als bravouröses Show-off-Stück missbraucht, was ihr
eine zweifelhafte Ehre einbrachte. Außerdem diente die cis-Moll-Rhapsodie
als Soundtrack für zahlreiche Zeichentrickfilme: Am bekanntesten sind Bugs
Bunny als Konzertvirtuose und natürlich Tom & Jerry, die auf der Klaviatur
Katz und Maus spielen. Selbst für Starpianisten wie den Chinesen Lang
Lang wurden solche Cartoons zu musikalischen Schlüsselerlebnissen.


Vorbild und Inspiration für Franz Liszt waren die Zigeunerkapellen, die Mitte
des 19. Jahrhunderts in Ungarn volkstümliche Musik spielten. Den Klang der
Geige, Klarinette und vor allem des Zymbals suchte Liszt auf dem Klavier
nachzuahmen; ebenso die Improvisation, glutvolle Leidenschaft und auf die
Spitze getriebene Bewegungsfreude. In einem Skizzenbuch notierte der
Komponist die Melodien und ihre Spielweise, um sie später in vielen seiner
Ungarischen Rhapsodien zu verarbeiten. Die zweite Rhapsodie allerdings
gründet sich allein auf Originalmelodien von Liszt selbst – als musikalisches
Epos der Zigeunermusik nachempfunden … nur noch besser, wie der Erfolg
zeigt.
Redaktion Hans Winking
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 7.05 - 7.30 Uhr
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 19.05 - 19.30 Uhr




Erlebte Geschichten




Alles was Recht ist
Uwe Wesel, Rechtsprofessor, wird 75
Eine Sendung von Ingo Zander


Es war Otto Schily, der Uwe Wesel auf den rechten Weg gebracht hat. Als
Wesel – der klassische Philologie zu studieren begonnen hatte – seine
Mutter vor Gericht zu vertreten hatte, musste er sich von seinem Freund
Otto Schily sagen lassen, er habe dabei große Fehler gemacht. „Und da
habe ich beschlossen, selbst Jura zu studieren“, sagt Wesel, am 2. Februar
1933 in Hamburg geboren. Der Rechtsprofessor, seit 1969 an der Freien
Universität in Berlin und in der heißen Studentenzeit dort Vize-Präsident,
hat sich bis heute mit seinen Büchern, darunter 1997 die „Geschichte des
Rechts“, in dem er auf 600 Seiten „grandios“ – wie „Die Zeit“ schrieb – 10
000 Jahre Rechtsgeschichte darlegte, einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet:
„Wesel ist als Polemiker ein ganz untypischer Rechtsprofessor, der Freude
daran hat, seine Überlegungen zuzuspitzen – manchmal bis hart an die
Grenzen dessen, was im deutschen Hochschullehrerwesen noch als seriös
akzeptiert wird. Das Ergebnis ist aber auch viel Klarheit. Er hat das Talent,
sich mit einfachen Worten verständlich zu machen. „Er ist ein Künstler …“,
lobte „Der Spiegel“.




Redaktion Mark vom Hofe
WDR 5, sonntags, 3. Februar - 9. März 2008, 7.30 - 8.00 Uhr
WDR 5, sonntags, 3. Februar - 9. März 2008, 22.05 - 22.35 Uhr




Feature Serie




Gute Gene – Schlechte Gene
Serie in 6 Folgen
Von Michael Lange und Martin Winkelheide


Groß oder klein, braune oder rote Haare, schwarze oder weiße Hautfarbe.
Unsere Erbanlagen bestimmen, wie wir aussehen, und sie beeinflussen
unsere Persönlichkeit. Sind wir eher aggressiv oder harmoniebedürftig,
risikofreudig oder vorsichtig? Die Macht der Gene scheint sehr groß zu sein.
Deshalb wollen Wissenschaftler die Sprache der Gene verstehen. Sie wollen
„gute“ von „schlechten“ Genen unterscheiden. Und sie beschäftigen sich
immer häufiger auch mit der Auswahl von Erbanlagen und dem
Einschleusen von Genen zur Heilung. Kritiker fürchten, eines Tages wird es
ihn geben, den gen-verbesserten Menschen.




Folge 1: Gene im Datenspeicher
         Von Michael Lange und Martin Winkelheide


Was machte Mozart zum musikalischen Wunderkind, Einstein zum
Physikgenie und Steffi Graf zur Tennisgöttin? Waren es die Gene, die
Erbanlagen, die sie von ihren Eltern und deren Vorfahren erhalten haben?
Wissenschaftler auf der ganzen Welt suchen nach Antworten. Sie
durchstöbern dazu die mehr als drei Milliarden Informationsbausteine des
menschlichen Erbguts. Hier vermuten sie verschlüsselte Informationen über
die Persönlichkeit jedes einzelnen. Aussehen, Krankheitsrisiken und sogar
Charakterzüge – ein einziges Haar würde zur Analyse ausreichen. In
wenigen Jahren könnte jeder Mensch seine gesamte persönliche
Erbinformation auf einem Datenstick erhalten.




Redaktion Klaus-Dieter Oetzel




Folge 2 / 10. Februar:
Gene als Gesundheitsrisiko
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Sonntag, 3. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Der Geburtstag des finnischen Architekten Alvar Aalto
(3.2.1898)
Eine Sendung von Michael Struck-Schloen


So richtig populär wurde Alvar Aalto (1898-1976) nicht durch seine
ambitionierten Bauten, sondern durch die kleinen, beweglichen Dinge: den
waghalsig gebogenen Holzsessel für das Lungensanatorium in Paimio,
einen Teewagen mit auffällig großen Rädern und vor allem die „Savoy-
Vase“ von 1936, deren elegant geschwungene Form durch die traditionelle
Kleidung der Samenfrauen inspiriert wurde. Solche Liebe zum Detail und
zum menschlichen Maß prägte alle Bauten des finnischen Architekten –
nicht nur seine eigenen Wohnhäuser, in denen sich alte Bauernkultur und
handfeste Materialien zu einem „romantischen Funktionalismus“ vereinen.
Aaltos Krankenhäuser, Fabriken, Konzerthäuser und Universitätsgebäude
zielen hinter der Fassade immer auf den Ausgleich zwischen Individuum
und Gemeinschaft. Selbst die Hochhäuser im Berliner Hansaviertel oder in
der Neuen Vahr in Bremen werden bei ihm nie zu bloßen
„Wohnmaschinen“. Einer von Aaltos letzten realisierten Bauten steht im
Ruhrgebiet: das „Aaltotheater“ in Essen, einer der schönsten Theaterbauten
überhaupt.
Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 11.05 - 12.00 Uhr




Dok 5 – Das Feature



Wie ein anderer Planet
Norilsk im sibirischen Polargebiet
Ein Feature von Boris Schumatsky
Produktion Deutschlandradio Kultur 2007


Hier kann der Mensch eigentlich nicht leben. 300 Kilometer hinter dem
Polarkreis dauert der Winter neun Monate, die Temperatur sinkt auf minus
50 Grad. Die Luft ist dünn und giftig, der Boden zu Stein gefroren und vom
ewigen Wind glatt poliert. Ein anderer Planet.
Norilsk erreicht man mit dem Flugzeug. Schiffe kommen während des
kurzen Polarsommers entweder über den Jenissej oder über das Eismeer in
Begleitung von Atomeisbrechern. Hierher hatte der Sowjetstaat einst seine
Feinde verbannt. Unter der Stadt liegen gewaltige Vorkommen an Nickel,
Kupfer, Platin und Gold. Das von den Gulag-Häftlingen erbaute Kombinat
ist heute eines der profitabelsten Unternehmen Russlands und
Weltmarktführer in der Nickelproduktion. Was hält über 200.000 Menschen
an diesem ungastlichen Ort?




Redaktion Thomas Nachtigall
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 15.05 – 16.55 Uhr




SpielArt




Über Tage
Moderation Stefan Reusch


Wenn die Karnevalisten ausgelassen schunkeln, wird die SpielArt streng.
Streng chronologisch. Vom Montag bis zum Sonntag: Über Tage gibt es
viel zu erzählen. Woche für Woche retten wir uns von der
Montagsmüdigkeit in die trügerische Hoffnung des Mittwochslotto bis zum
Saturday Night Fever. Mit jedem Wochentag verbinden sich Geschichten,
Legenden und Tagträume. Hans Christian Andersen erzählt von einem
Festmahl, zu dem sich alle Wochentage eingefunden haben. Wie Herr
Kassella-Bantu am Rosenmontag im vollen Ernst zum „Ehrenneger der Stadt
Köln“ ernannt wurde, berichtet Matthias Ehlers. Die Band Tocotronic weiß,
wie ausgerechnet der chronisch unspektakuläre Donnerstag zum schönsten
Tag im Leben werden kann – auf jeden Fall besser als jeder
Sonntagsausflug mit der Familie von Ermanno Cavazzoni.


Die SpielArt erzählt Kalendergeschichten: Durch diesen Wochenrückblick
der besonderen Art führt Stefan Reusch.




Redaktion David Rother
WDR 5, Sonntag, 3. Februar 2008, 17.05 - 18.00 Uhr - Teil 1
WDR 5, Sonntag, 10. Februar 2008, 17.05 - 18.00 Uhr - Teil 2




Hörspielserie




Eis
Von James Follett
Aus dem Englischen von Hubert von Bechtolsheim
Komposition Matthias Thurow
Regie Heinz Dieter Köhler
Produktion WDR 1988


In einem geophysikalischen Labor in der Antarktis wird ein ungewöhnliches
Beben registriert. Der Forscher Glyn Sherwood hat den Verdacht, dass es
dadurch zu einer weiteren Naturkatastrophe gekommen sein könnte: Seiner
Meinung nach hat sich ein riesiges Eisstück vom Südpol gelöst. Da ihm der
Chef der Beobachtungsstation nicht glauben will, begibt Sherwood sich mit
zwei Kollegen heimlich auf eine Expedition zur fraglichen Stelle. Sie
entdecken eine riesige neue Bucht, doch von dem Eisberg ist nichts zu
sehen. Erst auf der Schiffsreise nach Hause finden die Wissenschaftler
zufällig den Beweis: Ihr Schiff kollidiert nur einen Segeltag von Kapstadt
entfernt mit dem Eisberg und kentert. Die Medien sind zunächst begeistert
von diesem neuen „weißen Atlantis“. Doch nach einiger Zeit erkennt man
die Bedrohung: Die Eisinsel von der Größe Grönlands bewegt sich auf das
amerikanische Festland zu. Manhattan ist in Gefahr ­ eine Kollision würde
katastrophale Auswirkungen haben. In einem verzweifelten Großeinsatz
werden zivile und militärische Schiffe zur Kurskorrektur der
überdimensionalen Eisscholle eingesetzt, aber der Erfolg bleibt bis zur
letzten Minute ungewiss.
James Follett, geboren 1939 im englischen Tollworth, arbeitete bis 1976 als
Schreibkraft beim britischen Verteidigungsministerium, ehe er sich ganz der
Schriftstellerei widmete. Er schrieb über 20 Romane (zuletzt „Return of the
Eagles“, 2004), mehrere Fernsehdrehbücher sowie zahlreiche Hörspiele für
die BBC.


Unter anderem mit Josef Tratnik, Matthias Ponnier, Susanne Tremper,
Michael Prelle, Hansjoachim Krietsch




Redaktion Natalie Szallies
WDR 3, Montag, 4. Februar 2008, 20.05 - 22.00 Uhr




WDR 3 Konzert




From Atlanta to Jamaica
Mit Karsten Mützelfeldt


Atlanta Jazz Band
Aufnahme aus dem WDR Funkhaus Wallrafplatz, Köln;
Monty Alexander “The Music of Bob Marley”
Aufnahme vom Jazzfestival Viersen


Ihr Wahlspruch “Old Jazz in New Colours” hat seit zwanzig Jahren
Gültigkeit: Die Atlanta Jazzband ist zwar eine feine, aber nicht reine
Dixieland-Band. Dafür sind die musikalischen Erfahrungen aller Beteiligten
zu unterschiedlich: von Alter bis Neuer Musik, von Varietee bis Free Jazz. Zu
ihnen gehören mit Trompeter Klaus Osterloh und Posaunist Bernt Laukamp
auch zwei Mitglieder der WDR Big Band Köln. Das Sextett feierte sein
Jubiläum an einem Ort, der den beiden Brass-Vertretern nur allzu vertraut
ist: im Kölner Funkhaus.


Der Name Monty Alexander steht vor allem für swingenden,
bluesdurchtränkten Mainstreamjazz. Doch dies ist nur eine Seite des
Pianisten: Die instrumentale Frohnatur, bereits 1961 von Jamaika in die USA
emigriert, widmet sich seit einigen Jahren wieder verstärkt seinen
musikalischen Wurzeln, Mento und Reggae. Beim Jazzfestival Viersen 2000
schlug sich dies auch in Besetzung und Instrumentierung nieder: Begleitet
wurde Monty Alexander von zwei sich abwechselnden Rhythmusgruppen –
eine amerikanische, verantwortlich für den Swing der Musik, und eine
jamaikanische, verantwortlich fürs Erbe eines Bob Marley.




Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Rosenmontag, 4. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr




WDR 3 PHON




WDR 3-Programmschwerpunkt „Kein Himmel ohne Hölle: Drogen“


Opium heilt alles – außer sich selbst
Abstieg einer göttlichen Droge
Ein Feature von Dieter Jandt
Produktion DLR 2004


Als göttliche Gabe wurde Rausch und Heilkraft des Schlafmohns in der
Antike gepriesen. Im frühen Mekka erholten sich Pilger bei einer Pfeife und
im Venedig des Mittelalters wurde opiumhaltige Tinkturen auf den Märkten
gehandelt. Doch Opium war und ist nicht nur Rausch-, sondern auch
Machtmittel: Die Briten setzten den freien Opiumhandel in China mit
Bajonetten durch und im Goldenen Dreieck zwischen Thailand, Laos und
Burma werden immer noch Kriege um die Heroinküchen geführt.
Im Zentrum des Features steht jedoch die Geschichte einer Illusion: des
gescheiterten Versuchs vieler Generationen, die heilende von der
zerstörenden Wirkung des Opiums zu trennen.




Redaktion Thomas Nachtigall
Die Sendetermine des WDR 3-Programmschwerpunkts DROGEN:


WDR 3 PHON, Sonntag, 3. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
      „Zweimal fiel ich. Und ein drittes Mal“ Drogenhimmel / Drogenhölle
WDR 3 PHON, Montag, 4. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr
      Opium heilt alles – außer sich selbst. Abstieg einer göttlichen Droge.
WDR 3 DISKURS, Dienstag, 5. Februar, 22.00 - 23.00 Uhr
      Khat. Eine Droge in Zeiten der Globalisierung.
WDR 5, Montag, 4. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Montag, 4. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Die Uraufführung von Bertolt Brechts Theaterstück „Der gute Mensch
von Sezuan“
(4.2.1943)
Eine Sendung von Jutta Duhm-Heitzmann


Drei Götter besuchen die Erde, um nachzuprüfen, was denn dran ist an den
Klagen der Menschen über den miserablen Zustand der Welt. Sie suchen
wenigstens einen guten Menschen – doch der kann, so zeigt sich, nur
wirklich Gutes tun, wenn er auch die bösen Seiten in sich zulässt. Bert
Brechts Theaterstück „Der gute Mensch von Sezuan“ ist eine Parabel
darüber, dass man die Welt nur zum Besseren ändern kann, wenn man kein
blauäugiger Gutmensch mit Helfersyndrom ist.
Geschrieben hat Brecht das Stück Ende der 30er Jahre, uraufgeführt wurde
es am 4. Februar 1943 am Zürcher Schauspielhaus. Es ist eines der
wichtigsten Beispiele seines epischen Lehrtheaters – und viel aktueller, als
es die momentane Brecht-Rezeption vermuten lässt.




Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Montag, 4. Februar 2008, 20.05 - 22.00 Uhr




WDR 5 Spezial




Classics Underground
Präsentation Jürgen Becker
Mit Köbes Underground, Anne Rixmann, Biggi Wanninger, Bruno Schmitz,
Purple Schulz, WDR Rundfunkorchester Köln, Leitung Helmuth Froschauer
Aufnahme vom 20.5.2006 aus der Kölner Philharmonie


Was für eine Begegnung! Da treffen in der Kölner Philharmonie zwei ganz
unterschiedliche Klangkörper aufeinander. Die einen kommen aus dem
Kölner Untergrund, sind bekannt als subversive Miterfinder des alternativen
Kölschen Humors. Die anderen sind im In- und Ausland erfolgreiche
Orchestermusiker. Mit großem Engagement wurden Lieder aus der
Stunksitzung neu arrangiert. Diese Begegnung der zwei Welten hat sich als
fruchtbar erwiesen: Man spürt die Begeisterung der Musiker am
ungewöhnlichen Experiment. Sorgfältig wurden die Stücke ausgewählt,
denn nicht alles, was in der kleinen Besetzung gut funktioniert, eignet sich
für die opulente Form in der Philharmonie. Jürgen Becker, der schon oft mit
den Klangkörpern des WDR zusammengearbeitet hat, führt durch diesen
äußerst amüsanten Abend. Köbes goes Classic – und das WDR
Rundfunkorchester geht mit. Applaus!




Redaktion Hans Jacobshagen
WDR 5, Montag, 4. Februar 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 02.30 - 03.00 Uhr




Jazz twenty 5



Johnny Hodges & Wild Bill Davis
Ein Jazz-Traumpaar
Mit Prof. Bop


Obwohl heute fast vergessen, galten der hochsensible Ellington-Mann und
der eher brachiale Hammondorgel-Pionier in den 60ern vielen als ein
echtes Jazz-Traumpaar. Viele gemeinsame und auch erfolgreiche
Aufnahmen belegen dies. Prof. Bop präsentiert Preziosen aus dem
gemeinsamen Werk dieser beiden so unterschiedlichen Jazzgiganten.




Redaktion Bernd Hoffmann
1LIVE, Dienstag, 5. Februar 2008, 23.00 - 24.00 Uhr
1LIVE Plan B Soundstories


WDR 3, Montag, 25. Februar 2008, 23.05 - 24.00 Uhr
WDR 3 open: pop drei



Die Liebespopulistin
Von Bernadette La Hengst und Till Müller-Klug
Realisation die Autoren
Produktion WDR 2004


Reden können viele. Reden halten ist schon schwerer. Es sei denn, Sie
hören die selbstmotivierende Live-Sendung nach amerikanischem Vorbild:
BE A POPSTAR POPULIST! Hier kommen alle zu Wort: Rede-Profis und
Plaudertaschen, mutige Amateure und spontane Anrufer, Menschen mit
Botschaft und Möchtegerns mit Macke, Heldinnen und Helden der
Überzeugungsarbeit. Keine Aussprache ist zu feucht und kein Kunstgriff
bleibt unversucht: von perfide populistisch bis zärtlich zutextend, von
süßlich suggestiv bis sinnlich säuselnd, von rattenfängerisch bis
revoltierend.
BE A POPSTAR POPULIST! steigert das kommunikative Können und verrät
die neuesten Redetricks, sowohl für den privaten wie für den politischen
Gebrauch. Erleben Sie die Wirkung hautnah: Mit einer Hörerin der ersten
Stunde, die sich heute „Die Liebespopulistin“ nennt. Wo immer sie
auftaucht, ob im Fünfsternehotel, im Sozialamt oder in der Fußgängerzone,
hält sie aufrüttelnde Reden zur Lage unserer Emotion und macht mit
„pyromantischen“ Liebesliedern Furore.
Bernadette La Hengst, geboren 1967, ist als Schauspielerin, Musikerin und
freie Autorin über Berlin nach Hamburg gelangt. 2003 erhielt sie den
Künstlerinnenpreis Nordrhein-Westfalen.


Till Müller-Klug, geboren 1967, lebt in Berlin als Autor und Theatermacher.
Er schreibt Romane, Theaterstücke und Hörspiele, für den WDR zuletzt „Die
neue Lebensführung“. „Die Liebespopulistin“ wurde auch als Live-Show in
Berlin und Hamburg aufgeführt.


Mit Claudius Hagemeister, Bernadette La Hengst, Caroline Peters u.a.


Redaktion Isabel Platthaus




Das Hörspiel steht nach der Ausstrahlung befristet zum kostenlosen Download im
Internet. Informationen und Download unter www.wdr.de/radio sowie auf den
Internetseiten der jeweiligen Sender..
WDR 3, Dienstag, 5. Februar 2008, 15.05 - 17.00 Uhr




Musikpassagen




Ungeschickt
Mit Volker Frech


Man möchte im Boden versinken und jene Sekunden ungeschehen machen
– aber geschehen ist geschehen. Und weil unsere Umwelt ein besseres
Gedächtnis hat als uns lieb ist, begleiten uns solche kleinen Ungeschicklich-
keiten ein Leben lang. Da ist es tröstlich, dass auch prominenteren
Personen Pannen und Peinlichkeiten passieren. Die heutigen Musikpassagen
stecken also voller Missgeschicke und Malheurs – mehr zu verraten wäre
schon ungeschickt.




Redaktion Bernhard Wallerius
WDR 3, Dienstag, 5. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr



WDR 3 DISKURS



WDR 3-Programmschwerpunkt „Kein Himmel ohne Hölle: Drogen“


Khat
Eine Droge in Zeiten der Globalisierung
Ein Feature von Lorenz Rollhäuser
Produktion WDR 2006


Khat, das sind die frischen Triebe des gleichnamigen Baumes, die
traditionell auf der arabischen Halbinsel und in Ostafrika gekaut werden.
Ihre Wirkung ist anregend und ähnelt der eines Amphetamins. Bei Männern
wirkt es angeblich potenzsteigernd, weshalb sich auch die westliche
Medizin für Khat interessiert.


Dennoch ist Khat in Deutschland und weiten Teilen der Erde verboten, da
das pflanzliche Stimulans als Droge eingestuft wird. Legal ist es nur im
Jemen, in Äthiopien und in Kenia, wo es auch in großem Stil angebaut wird.
In Großbritannien und den Niederlanden ist es als „soft drug“ ebenfalls
legal – einstweilen jedenfalls.
Der Jahresumsatz von Khat oder Miraa, wie es in Kenia genannt wird,
beträgt geschätzte 500 Millionen Dollar. Doch der Handel mit den frischen
Trieben gestaltet sich schwierig: Kathinon, der Hauptwirkstoff, verfällt
innerhalb von
48 Stunden. 48 Stunden Zeit, um die Ware in alle Welt zu befördern. Denn
mit den Migrationsströmen der achtziger und neunziger Jahre ist Khat
global geworden.
Redaktion Leslie Rosin




Die Sendetermine des WDR 3-Programmschwerpunkts DROGEN:


WDR 3 PHON, Sonntag, 3. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
      „Zweimal fiel ich. Und ein drittes Mal“ Drogenhimmel / Drogenhölle
WDR 3 PHON, Montag, 4. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr
      Opium heilt alles – außer sich selbst. Abstieg einer göttlichen Droge.
WDR 3 DISKURS, Dienstag, 5. Februar, 22.00 - 23.00 Uhr
      Khat. Eine Droge in Zeiten der Globalisierung.
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Dienstag, 5. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Der Geburtstag des Malers Carl Spitzweg
(5.2.1808)
Eine Sendung von Jürgen Werth


Wer kennt ihn nicht – den armen Poeten, der sich vor den Wassertropfen
an seiner Decke mit einem Regenschirm schützt? Der verschrobene Mann
ist ein entfernter Verwandter des Kaktusliebhabers, des Bücherwurms und
des Bettelmusikanten. Diese Helden des Alltags haben eines gemeinsam:
Sie wurden von Carl Spitzweg gemalt. Der Autodidakt war mehr als ein
Idylliker der Versponnenheit. Freunde hatte er auch schon zu Lebzeiten,
Verehrer im 19. und 20. Jahrhundert. Weltruhm aber genießt sein Werk erst
seit etwa fünfzig Jahren.




Redaktion Michael Rüger
WDR 5, dienstags, 5. Februar - 11. März 2008, 14.10 - 15.00 Uhr


LILIPUZ – Radio für Kinder – Hörspiel


Die Räuber vom Liang Schan Moor
Hörspiel in 6 Folgen
Von Karlheinz Koinegg
Musik und Klangcollagen James Reynolds
Regie Martin Zylka
Produktion WDR 2003


„Wo seid ihr, Räuber der Vergangenheit? Wo bist du, großes China? Der
Wind meiner Erinnerung treibt mich durch Bambuswälder, durch die
Schluchten des Yangtse, über Bergwipfel und geheime Pfade zurück in die
Sümpfe des Liang Schan Moor! Dort wart ihr einst mächtig, und selbst der
Sohn des Himmels zitterte vor euch auf seinem Drachenthron!“ So beginnt
die abenteuerliche Geschichte der Räuber vom Liang Schan Moor – eine
Geschichte, die im Alten China von Mund zu Mund ging. Der chinesische
Dichter Schi Nai An hat sie im 13. Jahrhundert aufgeschrieben. Geheime
Botschaften, singende Pfeile, Menschenfresser, Flusspiraten – und ein junger
Räuberhäuptling namens Sung Kiang, dessen Tapferkeit und Edelmut nur
einem Robin Hood vergleichbar sind – und dessen Ruhm bei den Chinesen
bis heute weiterlebt. Denn Sung Kiang, den edlen „Regenspender von
Schantung“ und seine Freunde gab es wirklich! Wolkendrache und Magister
Listenstern, Geisterläufer, Höhlenmolch und Eiserner Büffel – das sind nur
fünf der Räubernamen, die bis heute ehrfurchtsvoll geflüstert werden, wenn
der Wind der Erinnerung um längst versunkene Hütten und Paläste streicht
– „über Bergeswipfel und geheime Pfade zurück in die Sümpfe des Liang
Schan Moor!“
Karlheinz Koinegg wurde 1960 am Niederrhein geboren und lebt heute in
Berlin. Für den WDR hat er viele Kinderhörspiele geschrieben, darunter „Die
Abenteuer und Irrfahrten des Odysseus“ (1998), „König Artus und die Ritter
der Tafelrunde“ (2005) und „Jesus und die Mühlen von Cölln“ (2006). Für
seine Bearbeitung von Tahar Ben Jellouns „Papa, was ist der Islam?“ erhielt
er 2004 den CIVIS-Preis der ARD.


Redaktion Ulla Illerhaus


Die Themen der Sendungen:


Teil 1 / 5.2.07 Der Eiserne Büffel
Teil 2 / 12.2.07 Die Schenke zum Singenden Pfeil
Teil 3 / 19.2.07 Überfall am Gelbschlammgrat
Teil 4 / 26.2.07 Der Spuktempel
Teil 5 / 4.3.07 Der Reis der langen Trennung
Teil 6 / 11.3.07 Die Goldene Schnur zum Himmel


„Die Räuber vom Liang Schan Moor“ ist beim Hörverlag erschienen und im
Buchhandel erhältlich.
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 16.05 - 17.00 Uhr
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 22.05 - 23.00 Uhr




Leonardo – Wissenschaft und mehr
Darin: Schwerpunkt




Angst vorm schwarzen Himmel
Die Vorhersage von Wolkenblitzen macht die Fliegerei sicherer
Von Lutz Reidt


Rund um den Erdball toben zu jederzeit etwa zwei- bis dreitausend
Gewitter, jede Sekunde zucken mehr als hundert Blitze durch die Luft. Die
meisten Blitze erreichen überhaupt nicht den Erdboden, sondern entladen
sich innerhalb der Wolken.
Dort können sie dem Luftverkehr gefährlich werden. Deshalb brauchen
Piloten eine zuverlässige Vorhersage von Wolkenblitzen und Schlechtwetter.
Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München haben das genaueste
Blitzortungssystem Europas entwickelt. Es soll auch die Frage beantworten,
woher die Gewitter eigentlich kommen. Eine These der Forscher: Der
Ursprung der Blitze liegt nicht in der Wolkendecke, sondern ein paar
Etagen höher im All.




Redaktion Wilfried Bommert
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 20.05 - 21.00 Uhr




Das Hörspiel am Dienstag




Der Magnetit
Von Sheila Hodgson
Aus dem Englischen von Lutz Liebelt
Regie Heinz-Wilhelm Schwarz
Produktion WDR 1990


Francis Lippiat, begabter Cambridge-Absolvent des Studienjahrgangs 1892,
erweist sich als talentierter Kaltnadel-Graveur. Seine Leidenschaft gilt der
lückenlosen zeichnerischen Konservierung alter englischer Abteien. Doch
nimmt er sich dabei eine bedenkliche Freiheit heraus: Auf sämtlichen
Friedhofsplänen dieser Klöster verzeichnet Lippiat – fast zwanghaft – einen
Grabstein mit der Inschrift „Lasset die Wasser steigen“. Allerdings hat eine
solche Grabplatte nur in der Abtei von Tregarth existiert. Eine
Flutkatastrophe hatte jedoch den Friedhof verwüstet und den Stein
fortgespült, nachdem ein Mensch dort verbrannt worden war.


Die Britin Sheila Hodgson (1921-2001) schrieb Drehbücher, Theaterstücke
und über einen Zeitraum von 30 Jahren zahlreiche Hörspiele für die BBC,
die in vielen Ländern ausgestrahlt worden sind.


Unter anderem mit Jürgen Thormann, Victor Neumann, Babett Arens, Alf
Marholm, Alois Garg




Redaktion Ursula Schregel
WDR 5, Dienstag, 5. Februar 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 6. Februar 2008, 02.30 - 03.00 Uhr




Jazz twenty 5



Songs of Wonderful Things
Der Pianist Malcolm Braff
Mit Anja Buchmann


Musikmachen ist für Malcolm Braff ein „privilegiertes Mittel, die Einheit mit
der Welt zu spüren, im Moment aufzugehen“. Der Pianist Malcolm Braff
wurde in Brasilien geboren, hat einen Großteil seiner Kindheit auf den
Kapverden und in Senegal verbracht und lebt heute in der Schweiz.
Besonders in zwei Trios macht er seit einigen Jahren auf sich aufmerksam:
„Braff-Oester-Rohrer“ und das „Malcolm Braff Trio Yele“. Letzteres betont in
seiner Besetzung mit Kontrabass und Djembe besonders die rhythmischen
und hymnisch-melodischen Aspekte der Musik – vielleicht ein Echo der
Kindheit Malcolm Braffs im afrikanischen Dakar.



Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Mittwoch, 6. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr




WDR 3 HOERSPIEL



Bilder & Klänge


Ich bin der Ursprung von allem
Von Ronald Steckel
Nach Texten von Kasimir Malewitsch
Aus dem Russischen von A. A. Hansen-Löve und T. Kleinbub
Komposition und Regie Ronald Steckel
Produktion DKultur/HR 2006


Das „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch sollte zum Antlitz einer
neuen, von Nützlichkeitsinteressen befreiten Zivilisation werden und
zugleich, als „Leer-“ oder „Nullstelle“, alle bisherige Kunst im doppelten
Sinne aufheben: „bewahren“ und „verschwinden lassen“.
Um die offenkundige Erklärungsbedürftigkeit der suprematistischen Kunst
bemühte sich Kasimir Malewitsch in zahlreichen Schriften. Er suchte nach
einem Begriff für eine Kunst, die nicht mehr gegenständlich war. Dieser
Begriff sollte dem Gottes in der Religion oder dem der „Schönheit“ in der
akademischen Kunst entsprechen. Jedes dieser Ideale ist, absolut gesehen,
ungegenständlich, so dass ihr gemeinsamer Nenner, die
Gegenstandslosigkeit, für Malewitsch das Höchste war: Suprematismus,
abgeleitet von dem lateinischen Wort Supremaia (Überlegenheit, Herrschaft
oder Oberhoheit).


Kasimir Malewitsch (1878-1935), russischer Maler und Kunsttheoretiker, war
der Begründer des Suprematismus.
Ronald Steckel, geboren 1945, lebt seit 1968 als freier Schriftsteller,
Komponist und Regisseur in Berlin. Für den WDR realisierte er u. a. das
Hörstück „Auschwitz. Stimmen“ (2005) und zuletzt „Schwerkraft und Licht.
Hommage an Simone Weil“ (2007).


Mit Max Hopp




Redaktion Götz Schmedes




Nächster Sendetermin Bilder & Klänge am 5. März 2008:
Der Schatten und sein Schatten von Hubert Wiedfeld
Nach einem Exposé von René Magritte
WDR 4, Mittwoch, 6. Februar 2008, 21.05 - 22.00 Uhr




WDR 4 für Liebhaber -




Zauber der Melodien
„XXL“ - Unterhaltungsorchester im Großformat
Von Suitbert Kempkes


Bombastisch ist das Angebot der Instrumentalsendung von WDR 4 an
diesem Abend: Es werden die größten Klangkörper der internationalen
Orchesterszene aufgefahren.
In Deutschland hatte der Hamburger Orchesterchef Harry Hermann diesen
Größen-Rekord. Fast 20 Jahre lang leitete er beim NDR ein über 80-
köpfiges Orchester. Die Wurzeln des US-amerikanischen Orchesters „101
Strings“ liegen ebenfalls in Hamburg. Aber nicht immer nur machen die
Streicher den größten Teil eines solchen immens großen
Unterhaltungsorchesters aus. Für Schallplattenproduktionen gab es zum
Beispiel Orchester mit 50 Gitarren oder 21 Posaunen. Und manchmal legten
zwei Bigband-Chefs ihre Orchester zusammen und verdoppelten damit den
Klang. Freuen Sie sich auf eine Stunde mit diesen rekordverdächtigen XXL-
Orchestern.




Redaktion Andreas Herkendell
WDR 5, Mittwoch, 6. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Mittwoch, 6. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Der Geburtstag der englischen Anthropologin Mary Douglas Leakey
(6.2.1913)
Eine Sendung von Maren Gottschalk


Keine Schule wollte diese aufsässige Schülerin länger als ein paar Monate
erdulden, keine Gouvernante hielt es mit ihr aus. Als Mary Leakey dann mit
23 Jahren das studieren wollte, wofür sie voller Leidenschaft entbrannt war,
die Archäologie, lehnte Oxford ab. 50 Jahre später verlieh ihr dieselbe
Universität die Ehrendoktorwürde. Dazwischen lag ein Leben voller
Abenteuer, akribischer Arbeit und Entdeckerglück. Mary Leakey war nicht
nur eine der wichtigsten Paläoanthropologinnen, sie fand in Afrika
spektakuläre Zeugnisse der Menschheitsgeschichte: den 18 Millionen Jahre
alten Schädel des Menschenaffen Proconsul africanus, den Hominiden-
Schädel Zinjanthropus und die berühmten Fußspuren der Vormenschen von
Laetoli.




Redaktion Ronald Feisel
WDR 5, Mittwoch, 6. Februar 2008, 12.05 - 13.00 Uhr
WDR 5, Mittwoch, 6. Februar 2008, 21.05 - 22.00 Uhr




Scala – Aktuelles aus der Kultur




Schöner Ruhen
Neues Design für die letzte Reise
Von Cornelia Müller


Am Aschermittwoch soll man sich Gedanken über letzte Dinge machen.
Doch inzwischen gehört zu diesem Nachdenken immer öfter die Frage: Wie
soll es eigentlich aussehen – das Design für meine letzte Reise? Weil viele
nicht mehr im Standard-Sarg aus Eiche zu Grabe getragen und unter dem
Standard-Stein aus Granit zur letzten Ruhe gebettet werden wollen,
entdecken Beerdigungsunternehmer, Steinmetze, aber auch immer mehr
junge Designer das letzte Diesseitige vor dem Jenseits als Geschäft: Urnen
in Fußballform, farbige Särge, aufwändige oder amüsante Grabsteine sind
keine Ausnahme mehr.
Scala wirft einen Blick auf den Gottesacker und stellt fest: Tot sein ist
heutzutage auch eine ästhetische Frage.




Redaktion Markus Brügge
WDR 5, Mittwoch, 6. Februar 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar 2008, 02.30 - 03.00 Uhr




Jazz twenty 5



Lyrische Spuren
Die brasilianische Pianistin und Vokalistin Eliane Elias
Mit Lothar Jänichen


Vom lyrischten aller Jazz-Pianisten, von Bill Evans, ist sie ebenso inspiriert
wie von der Musik ihrer brasilianischen Heimat: die Pianistin Eliane Elias.
Seit 1989 hat sie sich auch als formidable Vokalistin profiliert. Aus einigen
Instrumental-Kompositionen hat sie mit eigenen Texten „Songs” gemacht.
Als Pianistin und als Vokalistin folgt sie nun den lyrischen Spuren ihres
großen Vorbildes.



Redaktion Bernd Hoffmann
1LIVE, Donnerstag, 7. Februar 2008, 23.00 - 24.00 Uhr - Teil 1
1LIVE, Donnerstag, 14. Februar 2008, 23.00 - 24.00 Uhr - Teil 2




1LIVE Plan B Krimi




Tod auf der Warteliste
Von Veit Heinichen
Komposition Zeitblom
Bearbeitung und Regie Harald Krewer
Produktion NDR 2004


Triest: Schnittstelle zwischen Ost und West, mediterrane Idylle und Ort
verbrecherischer Machenschaften. Hier operiert eine weit vernetzte
Organmafia, die freiwillige Spender aus Rumänien ein- und ausschleust. Ein
als exklusive Beauty-Klinik getarntes Krankenhaus übernimmt dann alles
Weitere. Das Geschäft ist lukrativ, zumindest für die einen. Doch eines
Tages geschieht ein folgenreicher Unfall. Ein aus der Klinik geflüchteter
Rumäne läuft ausgerechnet dem deutschen Kanzler beim Staatsbesuch vors
Auto und stirbt. Commissario Proteo Laurenti wird eingeschaltet. Kurz
darauf wird einer der Klinikärzte auf brutale Weise verstümmelt. Die
Fassade der Beauty-Farm beginnt zu bröckeln und Laurenti muss ein übles
Geflecht aus Korruption, Mord und Totschlag entwirren, um zum
eigentlichen Kern der Gewalt vorzudringen.


Veit Heinichen, geboren 1957, arbeitete als Buchhändler, war Mitbegründer
des Berliner Verlags und bis 1999 dessen Geschäftsführer. Er lebt als freier
Autor in Triest. Bisher ermittelt Commissario Proteo Laurenti in vier
Romanen, zuletzt in „Der Tod wirft lange Schatten“ (2005).
Mit Gerd Wameling, Herbert Knaup, Martina Gedeck, Heikko Deutschmann
u.a.




Redaktion Isabel Platthaus und Natalie Szallies
WDR 3, Donnerstag, 7. Februar 2008, 20.05 - 22.00 Uhr




WDR 3 Konzert




Südindische Klassik in Münster
Aufnahme vom 1. Februar 2008 aus dem Konzertsaal der Musikhochschule
Münster


Mit Karaikudi Subramaniam (Vina), Sankari Krishnan (Gesang), Trichur
Narendran (Mrdangam)


Tatsächlich waren sie Zeitgenossen der Wiener Klassiker vor und nach 1800
(Haydn, Mozart, Beethoven): die drei großen südindischen Komponisten, die
in keinem Konzertprogramm zwischen Bangalore, Chennai und Madurai
fehlen dürfen, die sogenannte Trias – Tyagaraja, Dikshitar und Shastri.


Im WDR 3 Konzert steht das uralte, feinbesaitete Zupfinstrument der Göttin
Saraswati im Mittelpunkt, die Vina, deren Bedeutung mit der nordindischen
Sitar zu vergleichen ist. Sie gilt daher auch als Laute, obwohl sie, genau
genommen, eine Zither ist.
Unter den Händen des berühmten Musikers Karaikudi Subramaniam
erweckt die Vina die heilige Kunst der drei Meister zum Leben, die in
gleichem Maße Sänger und Dichter waren wie Komponisten. Kein
Instrument hat größere Ähnlichkeit mit der menschlichen Stimme als die
Vina. Um so verzaubernder, wenn sie tatsächlich als Zwillingsschwester der
Gesangsstimme auftritt wie hier mit der Sängerin Sankari Krishnan, die
wiederum aus der Schule des berühmtesten Violinisten Südindiens kommt:
Lalgudi G. Jayaraman. Ein vielfältig verschlungenes Spiel mit der Tradition
instrumentaler und vokaler Praxis, verwoben mit einer rhythmischen
Komponente, die dem Puls der Moderne atemberaubend nahe steht:
Trichur Narendran ist ein gefragter Virtuose der Mrdangam, der zweifelligen
Röhrentrommel, die den perkussiven Kontrapunkt zu den melodischen
Linien entwickelt.




Redaktion Werner Fuhr
WDR 3, Donnerstag, 7. Februar 2008, 22.00 - 23.00 Uhr




WDR 3 ART




„La petite Jerusalem“
Jüdisches Musik- und Kulturleben in Paris
Musikfeature von Helena Rüegg
Produktion WDR 2008


In Pariser Vierteln wie dem Marais und Belleville, in Sarcelle, auch „La petite
Jerusalem“ genannt, gibt es viele Cafés, Restaurants und Museen, die sich
der jüdischen Kultur widmen.
Im Marais veranstaltet das Musée d’Art et d’Histoire du Judaïsme Konzerte,
Filmvorführungen, Ausstellungen und Lesungen für Groß und Klein. Die
Gedenkstätte Le Mémorial de la Shoah hält auf vielfältige Weise die
Erinnerung an den Holocaust aufrecht. In der Rue de Rosier liegt das Café
„Les Sept Lézards“. Hier wird im Keller Kleinkunst veranstaltet. Einige
Schritte weiter liegt die größte jiddischsprachige Bibliothek Europas La
Bibliothèque Medem, die auch eine Sammlung an Filmen und Tonträgern
aus 100 Jahren besitzt. Mit verschiedenen Angeboten wird dort versucht,
die jiddische Sprache wiederzubeleben: in Kochkursen, Seminaren,
Gesprächsrunden, Chorproben, Theater-Aufführungen – alles auf Jiddisch.
Am Boulevard de Belleville sind die Geschäfte auf der einen Straßenseite
„kosher“, auf der anderen „hallal“. Die Kunden, meist tunesische Juden und
Muslime, sind hier aufgewachsen und miteinander befreundet. Auch hier
gibt es viele Cafés, die jüdische und muslimische Musik fördern. Alle sind
Einwanderer verschiedenster Nationalitäten, die in Paris Zuflucht gefunden
haben und ihre jüdischen Wurzeln weiter pflegen.
Redaktion Dagmar Töpfer
WDR 3, Donnerstag, 7. Februar 2008, 23.05 - 24.00 Uhr




WDR 3 open: WortLaut




Words Don’t Come Easy
Eine kleine Stilkunde des Musikjournalismus
Von Felix Klopotek
Produktion WDR 2003


„Ich kann eigentlich gar nicht schreiben“, sagt Clara Drechsler, langjährige
SPEX-Redakteurin.


Schreiben über Musik ist eine kniffelige Angelegenheit, denn die Musikkritik
hat es schwerer als die Literatur-, Film- oder Theaterkritik: Es gibt keine
narrative Struktur, an der sie sich entlang hangeln kann. Schreiben über
Musik ist konfrontiert mit Klängen und Tönen, die in Worte übersetzt
werden wollen.


WDR 3 open: WortLaut stellt in einer kleinen Stilkunde vier Typen der
populären Musikkritik zusammen. Mit Musik und den ihr gewidmeten
Texten von Amiri Baraka, Helmut Salzinger, Rainald Goetz, Diedrich
Diederichsen, David Toop, Dietmar Dath, Clara Drechsler und Mark Sikora.




Redaktion Adrian Winkler
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar 2008, 9.05 - 9.20 Uhr
WDR 3, Donnerstag, 7. Februar 2008, 11.45 - 12.00 Uhr




ZeitZeichen



Der Geburtstag des Humanisten Sir Thomas More
(7.2.1478)
Eine Sendung von Marko Rösseler


„Humanist, Staatsmann, Märtyrer“ steht auf seinem Denkmal vor der „Old
Church“ im Londoner Stadtteil Chelsea. Bekannt ist er hierzulande meist als
Thomas Morus – unter diesem Namen veröffentlichte er sein Buch über
Utopia, eine Insel der Glücklichen, deren Einwohner in höchster
Zufriedenheit ohne Privatbesitz friedlich miteinander leben. „Utopia“
bedeutet übersetzt „Nirgendwo“ – und genauso wenig wie es die Insel gibt,
so wenig friedvoll war auch das Leben des Thomas More. Obwohl er nie in
den Staatsdienst wollte, wird er zum engen Berater Heinrichs VIII. Als sich
der König jedoch vom Papst lossagt und sich selbst zum Oberhaupt der
Englischen Kirche ernennt, verweigert More dem Herrscher den Eid. Er wird
eingekerkert und stirbt auf dem Schafott den Märtyrertod.




Redaktion Hildegard Schulte
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar, 2008, 12.05 - 13.00 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar, 2008, 21.05 - 22.00 Uhr




Scala – Aktuelles aus der Kultur




Die neuen Factories
Kunstproduktion in Serie
Von Elke Buhr


Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Ab dem 6. Februar beginnen bei
Christie’s und Sotheby’s die Frühjahrsauktionen für zeitgenössische Kunst.
Preisrekorde sind zu erwarten: Hauptsache, sie stammen von einem der
begehrten Stars des Marktes. Die Künstler reagieren auf die große
Nachfrage den Prinzipien des Kapitalismus entsprechend: Sie steigern ihre
Produktion. Sammler-Lieblinge wie der Däne Olafur Eliasson, der Berliner
Pop-Minimalist Anselm Reyle oder die französische Glamour-Meisterin
Sylvie Fleury beschäftigen mittlerweile zahlreiche Assistenten. Diese
übernehmen teilweise einen überraschend hohen Anteil des kreativen
Prozesses, und sie produzieren in Serie. Die Idee ist nicht neu: Schon
Rembrandt hatte eine Werkstatt, und Andy Warhol machte aus der Factory
ein ästhetisches Prinzip – mit großem Erfolg.
Während der Kunstmarkt in die Saison startet, schaut Scala hinter die
Kulissen der neuen Kunstfabriken.




Redaktion Nora Schattauer
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar 2007, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Donnerstag, 8. Februar 2007, 00.05 - 01.00 Uhr




WDR 5 LebensArt
Live mit Hörern und Experten




Schluss mit dem Schlemmen – Fasten


Am Aschermittwoch ist alles vorbei! Für immer mehr Menschen in
Deutschland gilt dies auch für die Nahrung. Für sie beginnt die Fastenzeit
und damit viele Tage der Enthaltsamkeit. Ob Fastenwandern, Fastenkuren
oder Fastengruppen – Gesinnungsgenossen zu finden ist bei all den
Angeboten nicht schwer. Doch wer glaubt, dass diese Menschen vor allem
den Gewichtsverlust anstreben, der irrt. Denn Fasten bedeutet mehr als
Abnehmen! Befürworter kennen keine effizientere Methode, den Körper
und die Seele zu reinigen und damit das Wohlbefinden zu steigern.


Ein Trend? Moderner Schnickschnack? Nein. Das Fasten begleitet uns
Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Und die Gründe sind vielfältig.
Für die einen hat es kulturelle, für die anderen spirituelle, religiöse Wurzeln.
Und manche nutzen das Fasten zudem zur Abkehr vom Überfluss.


Hörerinnen und Hörer können sich live von 15.05 - 16.00 Uhr an der
Sendung beteiligen über das kostenlose WDR 5 Hörertelefon 0800/5678-
555.




Redaktion Frank Höller
WDR 5, Donnerstag, 7. Februar 2008, 23.05 - 23.30 Uhr
WDR 5, Freitag, 8. Februar 2008, 02.30 - 03.00 Uhr




Jazz twenty 5



Szene NRW
Special: Der Kölner Bassist Robert Landfermann
Mit Thomas Loewner


Bassisten stehen im Jazz traditionell eher selten im Rampenlicht – und das,
obwohl kaum eine Besetzung ohne das rhythmisch-harmonische
Fundament der Tieftöner auskommt. So gesehen ist Robert Landfermann
ein typischer Vertreter seiner Zunft: Wenn er auf der Bühne steht, hält er
sich meist vornehm im Hintergrund auf. Unter Musikern gibt es jedoch
viele, die längst auf die Qualitäten des gerade mal 26-jährigen Bassisten
aufmerksam geworden sind. Landfermann ist Mitglied in vielen bekannten
Kölner Formationen: etwa in Michael Schriefls Ensemble „Shreefpunk“ oder
in den Trios der Pianisten Benjamin Schaefer und Pablo Held.




Redaktion Bernd Hoffmann
WDR 3, Freitag, 8. Februar 2008, 15.05 - 17.00 Uhr




Musikpassagen




Von Götterlist und Heldenmut – Germanische Mythen – musikalisch
betrachtet
Mit Richard Lorber


Der größte Schatz der Isländer ist die sogenannte Lieder-Edda, eine
Sammlung mit altnordischen Mythen. Sie wurde im 13. Jahrhundert
niedergeschrieben, ihre Wurzeln reichen jedoch weit zurück in die Zeit der
Wikinger und der Völkerbewegung. Die Geschichten der „Edda“
entsprechen in großen Teilen den Sagen des deutschen Nibelungenliedes.
Richard Wagner griff für das Libretto seines „Rings“ sowohl auf die „Edda“
als auch auf das Nibelungenlied zurück. Die „Edda“ besteht aus Götter- und
Heldenliedern. Die Götterlieder erzählen von alten germanischen Gottheiten
wie z.B. Odin oder Thor – dem Wotan und Donner des Nibelungenliedes.
Die Heldenlieder berichten vor allem von Sigurd und Brynhild, alias
Siegfried und Brünhilde. Außerdem gibt es in der „Edda“ auch Riesen,
Zwerge, Drachen, einen Goldschatz und natürlich einen Zauberring. „Von
Götterlist und Heldenmut“ – Germanische Mythen, in den Musikpassagen
heute musikalisch betrachtet.




Redaktion Susanne Ockelmann
WDR 3, Freitag, 8. Februar 2008, 23.05 - 24.00 Uhr




WDR 3 open: FreiRaum




Entschleunigen, aber sofort!
Schneckenpop mit Radiohead, Low & Co.
Von Martin Schlesinger


Die Zeiten, in denen sich Rockmusiker vor allem dem Prinzip „ schneller,
höher, weiter“ verpflichtet fühlten, sind längst vorbei. Wenn schon nicht
mehr klar ist, wo das Ziel ist, warum soll man sich dann noch beeilen?


Alan Sparhawk, der Sänger und Gitarrist der amerikanischen Band Low, die
als vorläufiger Höhepunkt des Zeitlupen-Rocks gehandelt wurde, beruft sich
auf den Komponisten Morton Feldman: „Der entscheidende Punkt ist, dass
ein anderes Zeitmaß gesetzt wird. Wenn das gelingt, nimmt man die Musik
anders wahr. Einzelne Worte und Töne bekommen mehr Gewicht, größere
Bedeutung und gehen nicht im Redeschwall und in Klangkaskaden unter.“
Auch die britischen Diskursrocker Radiohead setzen immer wieder
erfolgreich auf Slow Motion. Manche Electronica-Produzenten suchen gar
das Heil im „Einfrieren“ von Klängen und bemühen sich um eine klangliche
Entsprechung zur völligen Regungslosigkeit.


Martin Schlesinger versammelt in seiner Collage einige Vertreter der
„Neuen Bedächtigen“ von Ambient bis Doom Metal zu einem
elektrifizierten Lobgesang der Trägheit.




Redaktion Angela Großmann
WDR 5, Freitag, 8. Februar, 2008, 12.05 - 13.00 Uhr




Scala – Aktuelles aus der Kultur




Jan Wellem hat Geburtstag und ganz Düsseldorf feiert mit
Von Cornelia Müller


Jan Wellem – so nennen die Düsseldorfer bis heute ihren Kurfürsten Johann
Wilhelm II. von der Pfalz-Neuburg: Die vertrauliche Anrede belegt, wie sehr
der Kurfürst mit der kulturellen Identität der Düsseldorfer verknüpft ist. Am
19. April jährt sich sein Geburtstag zum 350. Mal. Das ganze Jahr 2008 ist
zum Jan-Wellem-Jahr erklärt worden – mit vielen Veranstaltungen, die an
den Fürsten und seine Zeit erinnern. Jan Wellem war ein prachtliebender
Barockfürst, davon zeugt sein majestätisches Reiterbild am Rathaus; er war
ein Förderer des Handwerks und der Künste, der Ruf Düsseldorfs als
Kunststadt geht auf ihn zurück. Den Auftakt der Geburtstagsfeierlichkeiten
bildet eine Ausstellung rund um das Leben und das Wirken Jan Wellems im
Düsseldorfer Stadtmuseum.
Scala folgt den Spuren, die der Kurfürst in Düsseldorf und Umgebung
hinterlassen hat.




Redaktion Nora Schattauer
WDR 5, Freitag, 8. Februar 2008, 15.05 - 16.00 Uhr
WDR 5, Samstag, 9. Februar 2008, 00.05 - 01.00 Uhr




Thema NRW – Studio Siegen




Zurück in der Heimat – und doch fremd
Aussiedler in NRW


Vor fast 20 Jahren begann der Exodus der Russlanddeutschen in die Heimat
ihrer Vorfahren. Zwischen 1989 und 2004 kamen mehr als 630.000 Spätaus-
siedler nach NRW. Sie sind Deutsche, aber oft nicht wirklich integriert. Sie
werden zumindest als fremd empfunden. Russlanddeutsche bleiben meist
unter sich, die Familien halten fest zusammen. Ihre Kultur ist nahezu
unbekannt und das Bild von ihnen auch in NRW häufig durch Vorurteile
bestimmt: In Erscheinung treten vor allem gewaltbereite junge Männer oder
streng christliche Familien. Andererseits gelten Russlanddeutsche als
beliebte Arbeitskräfte, die fleißig und loyal sind und es in wenigen Jahren
zum eigenen Haus gebracht haben. So haben sie in vielen Gemeinden in
NRW das Leben mitgeprägt.
Thema NRW schildert Lebenswege und geht auf Spurensuche.



Redaktion Brigitte Krämer und Klaus Tewes
WDR 5, Freitag, 8. Februar 2008, 20.05 - 21.00 Uhr
WDR 5, Krimi am Samstag, 9. Februar 2008, 10.05 - 11.00 Uhr




Der Krimi




Süßes Gift
Von Tom Peuckert
Regie Thomas Leutzbach
Produktion WDR 2002


Privatdetektiv Castor Troya singt im Männerchor, aber ob ihn das
prädestiniert, Erhellendes zum Tode des Dirigenten Georg von Berg zu
finden? Der künstlerische Leiter der „Waldstein-Festspiele“ ist während einer
Probe am Pult zusammengebrochen, und da seine Gattin einen anonymen
Brief erhalten hat, in dem eine natürliche Todesursache bezweifelt wird,
findet sich Troya wenig später im Kreis der verzweigten Waldstein-Familie
wieder, wo er sich als Neffe des Verstorbenen ausgibt. Die Waldsteins
stecken im Erbfolgekrieg: Der greise Otho Waldstein will als
uneingeschränkter Herrscher des Festspiel-Imperiums nicht weichen; darum
hat sein Sohn Marquard das Familienunternehmen bereits verlassen, um in
Amerika ein Konkurrenzfestival aufzubauen. Das Ränkespiel in der Familie
und immer neue Enthüllungen über den engen Kreis der selbsternannten
Kulturelite lassen Troya schon bald erkennen, dass die Behauptung des
anonymen Briefschreibers richtig ist: Nicht das süße Gift der Musik hat
Georg von Berg getötet. (Parallelen zum Clan Richard Wagners, dessen 125.
Geburtstag zu feiern ist, sind selbstverständlich nur zufällig.)
Tom Peuckert, geboren 1962 in Leipzig, studierte Theaterwissenschaft und
lebt als Autor, Theaterregisseur und -dramaturg in Berlin. Der WDR sendete
zuletzt sein Hörspiel „2009“ (2007).


Unter anderem mit Andreas Pietschmann, Gisela Zülch, Traugott Buhre,
Regine Vergeen, Rudolf Kowalski




Redaktion Georg Bühren

								
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