STAATLICHES STUDIENSEMINAR F�R DAS LEHRAMT AN REALSCHULEN TRIER - DOC

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STAATLICHES STUDIENSEMINAR F�R DAS LEHRAMT AN REALSCHULEN TRIER - DOC Powered By Docstoc
					   STAATLICHES STUDIENSEMINAR FÜR DAS LEHRAMT AN REALSCHULEN TRIER




                           Unterrichtsentwurf
                   für den 2. Unterrichtsbesuch im Fach    Mathematik
gemäß § 10 der LVO über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen
                        vom 27. August 1997, i.d.F. vom 17. Juli 2002




Datum:
Schule:
Raum:
Klasse:
Zeit:

Fachlehrer:
Schulischer Ausbildungsleiter:
Fachleiter:




Thema:                 Wir üben für die Klassenarbeit – Ein Stationenlernen zum
                        Vertiefen der Inhalte der Grundbegriffe der Geometrie




       Stundenziel: Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im Umgang mit den
                    Grundbegriffen der Geometrie eigenverantwortlich verbessern.




Timo Djelassi
Auf der Ebest 24
54550 Daun
                                                                   ...............................................
                                                                       Datum / Unterschrift
1. Lerngruppenanalyse



 Beobachtungen zum Lernverhalten
 Die Klasse besteht aus 29 Schülerinnen und Schülern.        Der Lerngruppe werden in den Stationen
 Unter den Schülern ist das Sozialverhalten ausgeprägt       angemessene        stark     differenzierte
 und gut in einer fünften Klasse. Die Lernbereitschaft in    Aufgaben gestellt. Durch das gute
 der Klasse ist sehr hoch. Die Schülerinnen und Schüler      Sozialverhalten in der Klasse ist es
 sind gegenüber den Inhalten im Mathematikunterricht         möglich, die Schülerinnen und Schüler ihre
 aufgeschlossen. Die Leistungsdichte der Klasse ist          Stationen frei wählen zu lassen. Das
 eher heterogen.                                             Interesse der Lernenden soll durch einen
 Insgesamt ist das Leistungsbild der Klasse eher             situativen Rahmen (Lernzug) verstärkt
 überdurchschnittlich.                                       werden.




 Auffälligkeiten
 In   der    Klasse    sind    mehrere     Schüler     mit   Zur Unterstützung des Übungsprozesses
 Leistungsdefiziten. Ein Schüler ist besonders               erhalten     die    Lernenden     zusätzlich
 hervorzuheben, der durch Dyskalkukie, Legasthenie           Beispiele und Lösungen. Gerade für die
 und Winkelfehlsichtigkeit lernbeeinträchtigt ist. Diesem    schwächeren Schüler sind diese Lernhilfen
 Schüler bereitet es große Schwierigkeiten dem               notwendig. Hier werde ich auch als Berater
 Unterricht zu folgen.                                       zur       Verfügung        stehen.      Die
 Eine weitere Gruppe von drei Schülerinnen ist im            Arbeitsanweisungen müssen besonders
 mathematischen Bereich sehr schwach. Dabei zeigen           klar    und     präzise   formuliert   sein,
 sie schon Schwächen im Reproduzieren von                    gegebenenfalls auch durch Beispiele
 Leistungen.                                                 visualisiert werden.




 Förderschüler
                                                             Damit die stärkeren Schüler nicht
 Eine Gruppe von acht Schülern besucht einen                 unterfordert werden, gibt es an jeder
 Förderunterricht für leistungsstarke Schüler. Dabei         Station     Aufgaben     mit     höherem
 werden spezielle Themen des Mathematikunterrichts           Schwierigkeitsgrad. Außerdem können die
 aufgegriffen. Diese Schülergruppe zeichnet sich durch       stärkeren Schüler mehr Aufgaben je
 gute Mitarbeit im Unterricht und besondere                  Station üben. Als didaktische Reserve
 Lernbereitschaft aus.                                       halte ich eine Übungsarbeit für besonders
                                                             schnelle Schüler bereit.




 Methodische Kompetenz
                                                             Die Lerngruppe wird im Lernen an
 Die     Schülerinnen      und    Schüler    sind    im      Stationen für die Klassenarbeit üben. Dafür
 Mathematikunterricht für eine fünfte Klasse methodisch      sprechen die methodische Kompetenz der
 gut ausgebildet. Stationenlernen kennen die Schüler         Klasse,    sowie     das   Verhalten    der
 bereits aus der Grundschule. Die Arbeitsweise beim          Schülerinnen und Schüler im Unterricht.
 Lernen für eine Klassenarbeit ist den Schülern intuitiv     Die Schülerinnen und Schüler können
 klar. Die Arbeit in den verschiedenen Sozialformen          dabei eigenverantwortlich die Stationen
 funktioniert reibungslos.                                   wählen.
2. Didaktische Analyse

2.1 Einbettung des Themas in den Lehrplan
Das Thema Geometrie in Raum und Ebene ist in der fünften Klassenstufe unter der Leitidee 3 „Raum
und Form“ eingeordnet. Die Schüler sollen die Welt in Raum und Form erkennen, beschreiben und
begreifen. Für die Entwicklung des räumlichen Vorstellungsvermögens müssen die Schüler die
Grundbegriffe der Geometrie kennen lernen. Der Lehrplan sieht dafür 28 Stunden vor.

2.2 Stellenwert der Stunde in der Unterrichtseinheit
   1. Stunde       Was schon die Griechen konnten: Verbindungsstrecken/Diagonalen zeichnen
   2. Stunde       Die Senkrechte
   3. Stunde       „Fälle das Lot!“ = „Bestimme den Abstand“
   4. Stunde       Was ist eine Parallele
   5. Stunde       Übungen zu Parallele und Senkrechte
   6. Stunde       Wir üben für die Klassenarbeit – Ein Stationenlernen zum Vertiefen der Inhalte der
                   Grundbegriffe der Geometrie
   7. Stunde       Wir üben für die Klassenarbeit – Ein Stationenlernen zum Vertiefen der
                   Inhalte der Grundbegriffe der Geometrie
   Klassenarbeit   Klassenarbeit

Die Unterrichtsstunde liegt unmittelbar vor einer Klassenarbeit und dient der Wiederholung des bereits
Gelernten und der Vorbereitung auf die Klassenarbeit. Das Stationenlernen ermöglicht den Schülern
gezielt eigene Schwächen zu entdecken und daran zu üben. Die Lernenden erfahren, wie gut sie sich
bereits auf die Klassenarbeit vorbereitet haben.

2.3 Bedeutung des Themas für die Schüler
Eine gute Vorbereitung auf eine Klassenarbeit ist für die Schülerinnen und Schüler wichtig. Das
systematische Üben durch verschiedene Stationen ermöglicht den Schülern gezielt eigene Stärken
und Schwächen zu erkennen und daran zu arbeiten.
Die Festigung der Lerninhalte der Unterrichtseinheit im Langzeitgedächtnis ist für den weiterführenden
Geometrieunterricht in den folgenden Klassenstufen von großer Bedeutung.

2.4 Vorwissen der Schülerinnen und Schüler
Die Schülerinnen und Schüler sind ständig von Gegenständen umgeben, die parallele und senkrechte
Linien aufweisen (z. B. ein Fenster, Regale, Tische, Stühle, Türrahmen, Lineale, Bücher, Hefte,...).
Bereits jeder Bauklotz besteht aus Geraden, Senkrechten und Parallelen. Bauen Kinder mit diesen
Bausteinen Häuser, so werden diese bereits in einem Winkel von 90° gebaut. In den vorigen Stunden
wurden die Grundbegriffe der Geometrie erarbeitet.

2.5 Notwendige didaktische Reduktion
Die Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe, Grundbegriffe der Geometrie, begründet den
didaktischen Schwerpunkt der Stunde. Fertigkeiten im Bereich Geometrie sind für die äußere
Differenzierung bei der Schullaufbahnentscheidung weit weniger bedeutend, wie arithmetische
Fähigkeiten. Daher muss man davon ausgehen, dass die Leistungsdichte in einer fünften Klasse sehr
heterogen gestaltet ist. Die Lerngruppenanalyse zeigt bereits große Leistungsunterschiede. Dies gilt
für elementare geometrische Fähigkeiten wie der Umgang mit dem Geodreieck als auch für
technische Fertigkeiten wie sauberes und genaues Zeichnen. Das Leistungsspektrum erfordert eine
innere Differenzierung der Lerngruppe mit ausreichend Lernhilfen für die schwächeren Schüler und
schwierigeren Lernangeboten für die leistungsstärkeren Schüler.
2.6 Didaktischer Lösungsweg
Die Verbesserung der Fertigkeiten im Umgang mit geometrischen Grundbegriffen können die Schüler
über das Lernen an Stationen eigenverantwortlich erreichen. Zur Unterstützung des Lernprozesses
werden in den Aufgaben verschiedene Lerneingangskanäle angesprochen. Die Aufbereitung des
Lernstoffes ergibt sich demnach durch eine Binnendifferenzierung unter Berücksichtigung der
Lerntypen in der Klasse.
Die Eigenverantwortlichkeit des Lernens beginnt schon in der Auswahl der Stationen. Dabei ist das
kognitive Anspruchsniveau gleichmäßig auf die Stationen verteilt. Zu verschiedenen Stationen
ermöglicht eine Differenzierung in zwei Schwierigkeitsgrade und Hilfsangeboten eine Unterscheidung
zwischen den Leistungsstärken und –schwächen der Lernenden. Das wiederholende Üben in den
Aufgaben festigt die Inhalte und bereitet die Lerngruppe auf die Klassenarbeit vor.
Die Reflexion der ersten Lernstunde bewirkt dabei die Verbesserung der Lernqualität. Über die
abschließende Auswertung des Lernens an Stationen erhalten die Schüler eine zusätzliche
Rückmeldung über ihr Lernverhalten, sowie gegebenenfalls eine inhaltliche Verarbeitung der
verschiedenen Aufgaben.

2.7 Reflexion der ersten Stunde
Die stärkeren Schülerinnen und Schüler haben bereits sieben bis acht Stationen bearbeitet. Die
restlichen Schüler verteilen sich auf 3 bis fünf Stationen. Die große Differenz ergibt sich zum einen
aus dem unterschiedlichen Leistungsvermögen (siehe Lerngruppenanalyse) und aus den Stationen
selbst. Einige Stationen lassen sich schneller bearbeiten als andere. Als didaktische Reserve plane
ich für die zweite Stunde ein Arbeitsblatt ein, welches schnellere Schüler in der Stunde bearbeiten
können.
Organisation:
Die Lerngruppe hat angegeben, dass keine Schwierigkeiten bei der Bearbeitung der Stationen
aufgetreten sind. Während der Stunde hat sich jedoch gezeigt, dass bestimmte Arbeitsanweisungen
kaum oder gar nicht gelesen wurden. Daher bearbeiteten einige Schülerinnen und Schüler die
Aufgaben nach eigenem Ermessen. Die Korrektur des Verhaltens ist in der zweiten Stunde
anzustreben. Über ein Rollenspiel wurde geklärt, wie man mit einer Station umgehen muss.
Die Verteilung der Stationen an der Fensterfront hat dazu geführt, dass die Lernenden, die nahe dem
Fenster sitzen, gestört wurden. Zur Entzerrung der Laufwege werden die Tische verschoben.
Weiterhin verteile ich die Stationen auch auf den Bereich vor der Tafel. Weitere organisatorische
Hinweise ergeben sich aus der Reflexion auf den Lernebenen.
Inhaltlich-fachliche Ebene:
Die Lernenden haben intensiv gearbeitet und die Lerninhalte gut erschlossen. Gerade Schwierigkeiten
konnten schnell durch Impulse oder Hinweis auf die Lernhilfen und Lösungen behoben. Für die
Folgestunde werde ich die Lerngruppe dennoch auf die Überprüfung der Aufgaben hinweisen und
diese auch einfordern.
Methodisch-strategische Ebene
Die Arbeitsweise der Schüler entspricht den Erwartungen. Die Arbeitsruhe war eine angenehme
Lernatmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten einzeln, unterstützten sich jedoch zeitweise
gegenseitig mit dem Nachbartisch. Zur Vermeidung einer Partnerarbeit werden die Schüler nochmals
darauf hingewiesen, dass sie für sich für die Klassenarbeit lernen sollen.
Sozial-kommunikative Ebene:
Aus den Arbeiten der Schüler konnte man erkennen, dass die Arbeitsform (Einzelarbeit) weites
gehend eingehalten wurde. An den Stationen haben sich bei der Überprüfung der Lösungen
themenbezogene Gespräche ergeben.
Affektive Ebene:
Der situative Rahmen der Stunde ist bei den Schülern weniger angekommen, da die Lerngruppe das
Stationenlernen bereits aus der Grundschule kennt und auch als solches aufnimmt. Die Gestaltung
der Arbeitsblätter und der „goldenen Fahrkarten“ hat sich bewährt und weckt bei den Schülern ein
großes Interesse eine Station zu bearbeiten bzw. zu lösen. Das Lernen an Stationen bereitet den
Schülerinnen und Schülern Freude und schafft so zusätzlich eine angenehme Lernatmosphäre.
2.8 Sachanalyse

Die Grundbegriffe der Geometrie werden zunächst in der ebenen Geometrie dargestellt. Die folgenden
Definitionen erklären die Beziehungen im ebenen, zweidimensionalen Raum.
Strecke
Die geradlinige Verbindung zweier Punkte A und B nennt man die Strecke mit den Endpunkten A und
B, bezeichnet als AB.
Gerade
Eine Gerade ist ein Grundelement der Geometrie, das durch zwei voneinander verschiedene Punkte
eindeutig bestimmt und nach beiden Seiten unbegrenzt ist.
Halbgerade
Ein Strahl, auch Halbgerade genannt, ist eine gerade Linie, die auf einer Seite begrenzt ist, sich aber
auf der anderen Seite ins Unendliche erstreckt. Strahlen (Halbgeraden) müssen demnach
unterschieden werden von Geraden, die beidseitig unbegrenzt sind, und von Strecken, die auf beiden
Seiten begrenzt sind.
Senkrechte
Eine Gerade g, die im Winkel von 90° auf einer anderen Geraden h steht, nennt man Senkrechte. Die
Benennung, die Gerade h steht senkrecht auf der Geraden g, bezeichnet man als h  g .
Parallele
Zwei Geraden g und h, die überall denselben Abstand haben, nennt man parallel zueinander und
schreibt: g h .
Schnittpunkt
Der Punkt, an dem eine Linie eine andere schneidet. Der Schnittpunkt gehört also mindestens zwei
Linien an.
Vieleck
Eine Fläche, die von Strecken begrenzt wird, heißt Vieleck.
Quadrat
Ein konvexes Viereck mit 4 gleich langen Seiten (a) und vier rechten Winkel.
Rechteck
Ein Rechteck ist ein gleichwinkeliges Viereck, dessen vier Innenwinkel rechte Winkel sind und die
gegenüberliegenden Seiten gleich lang sind.
3 Lernziele
Groblernziel:          Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im Umgang mit den
                       Grundbegriffen der Geometrie eigenverantwortlich verbessern.

Die Schülerinnen und Schüler sollen, …


Inhaltlich-fachliche Lernziele

       …        gedanklich mit den Grundbegriffen der Geometrie operieren
       …        an verschiedenen Aufgabentypen das erlernte Wissen anwenden können.
       …        geometrische Linien und Figuren mit Bleistift und Lineal zeichnen und konstruieren
       …        die abstrakt-geometrischen Zusammenhänge zwischen
                Anwendungsaufgabe und Regel erkennen.
       …        ihr Ergebnis interpretieren und es mit den Lösungen auf Plausibilität vergleichen.


Methodisch-strategische Lernziele

       …        eigenverantwortlich mit den verschiedenen Lernstationen gezielt an Stärken und
                Schwächen arbeiten.
       …        selbstständig die Zeit an den einzelnen Stationen effektiv nutzen und einteilen.
       …        mathematische Werkzeuge sinnvoll und verständig einsetzen.
       …        über das Lernen an Stationen eigenverantwortlich an eigenen Schwächen arbeiten
                und Stärken ausbauen.


Sozial-kommunikative Lernziele

       …        sich gegenseitig beim Üben durch Hilfestellungen unterstützen.
       …        Lösungswege bzw. Ergebnisse dokumentieren und nachvollziehbar darstellen.
       …        sich auf die Stationen angemessen verteilen und abwechselnd die Stationen
                bearbeiten.


Affektive Lernziele

       …        durch die abwechslungsreichen Stationen Freude am Lernen finden.
       …        durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade bei den Aufgaben Selbstvertrauen für
                die Klassenarbeit gewinnen.
4 Methodische Analyse
Zur Form der Unterrichtsgestaltung
Der methodische Schwerpunkt der Stunde, das Lernen an Stationen ergibt sich aus der zu übenden
Vielfalt der Themen. Die Schüler kennen die Methode bereits aus der Grundschule (siehe
Lerngruppenanalyse). „Lernen an Stationen … beschreibt jeweils das zusammengesetzte Angebot
mehrerer Lernstationen, das die Lernenden im Rahmen einer übergeordneten Thematik … bearbeiten
                                           1
und unter Umständen selbst mitgestalten“
Das Stationenlernen ist zweistündig ausgelegt, damit die Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit
haben, die einzelnen Stationen zu bearbeiten.
Die Lernenden arbeiten einzeln, wie unter Bedingungen einer Klassenarbeit. Jeder Schüler sollte
eigene Problembereich bearbeiten können, denn in der Klassenarbeit erhalten die Schüler keine
Hilfestellungen mehr. Daher sollen auch die stärkeren Schüler keine Expertenfunktion übernehmen.
Schnellere und bessere Schüler können in der zweiten Stunde ein zusätzliches Arbeitsblatt
bekommen, welches alle Aufgabentypen beinhaltet.
Differenzierung
An den verschiedenen Stationen sind die Aufgaben differenziert, entweder nach Schwierigkeitsgrad
oder angebotener Lernhilfe. Die Schülerinnen und Schüler können so eigenständig Lernprogressionen
machen. Die Strukturierung der Lernangebote nach Lerneingangskanälen soll auf inhaltlicher Ebene
eine weitere Differenzierung ermöglichen.
Beim Stationenlernen bietet sich ein Helfersystem an, da die Schüler vorwiegend in Einzelarbeit üben
und die Stationen frei wählen können. Meine Rolle als Berater werde ich in der Stunde über die an
den Stationen angebotenen Lernhilfen wahrnehmen. Es ist anzustreben, dass die Lernenden die
Lösung ihres Problems selbst erkennen.
Einsatz von Lernmitteln
Zur Ansprache der Schüler über verschiedene Lernkanäle, hauptsächlich visuelle, kognitive und
haptische, setze ich unterschiedliche Materialien ein. Der Schwerpunkt der Aufgaben liegt bei der
Nutzung von Geodreieck und Bleistift, also über visuell-haptische Lernkanäle und zusätzlich auf
kognitiver Ebene. Durch die stetige Arbeit mit dem Geodreieck können die Schüler ihre technischen
Fertigkeiten und geometrischen Kenntnisse festigen. Die Übung mit den mathematischen Werkzeugen
ist für die Geometrie sehr wichtig und erfordert zudem ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit.
Das Nagelbrett zur Darstellung von geometrischen Figuren in der Ebene ermöglicht einen visuellen
und haptischen Zugang.
Mit einer Problemstellung oder einem Laufdiktat werden die Schüler auf kognitiv-intellektueller Ebene
angesprochen.
Öffnen und Schließen des Lernprozesses
Mit der Übungsphase öffnet sich der Lernprozess der in Progressionsstufen mit unterschiedlichen
Aufgaben die Lerngruppe auf die Klassenarbeit vorbereitet. Die Dokumentation auf dem Laufzettel
(„Fahrtenbuch“) zeigt den Fortschritt an. Der Lernprozess schließt sich in der Verknüpfung der
Auswertungsphase mit der Feedbackrunde. Hier werden gezielt Probleme angesprochen und
gegebenenfalls im Plenum besprochen.
Alternativen
Verschiedene Möglichkeiten in der Wahl der Stationen verändern die Übungsbedingungen. So
könnten die Schüler mehr über die haptischen Lernkanäle angesprochen werden. Über eine höhere
Realitätsnähe, zum Beispiel der Bestimmung einer Senkrechten mit einem Senkblei oder dem
Arbeiten mit einer Wasserwaage, könnten zusätzlich auf der motorischen und affektiven Ebene
Lernziele verwirklicht werden. Ich habe mich dagegen entschieden, weil das Lernen an Stationen die
Lerngruppe auf eine Klassenarbeit vorbereiten soll, die Aufgabentypen mit Geodreieck und Bleistift
beinhaltet. Weiterhin sind anwendungsorientierte Aufgaben im vorhergehenden Unterricht behandelt
worden.
Das Lernen in einer differenzierten Übungsstunde ermöglicht die gezieltere Übung an bestimmten
Stärken und Schwächen. Die Effektivität in einzelnen Themengebieten wäre für den einzelnen Schüler
höher. Die Wahl, das Üben für die Klassenarbeit über ein Lernen an Stationen durchzuführen liegt aus
folgenden Gründen näher. Die Schülerinnen und Schüler sind in einem breiteren Spektrum gefordert
Leistungen zu erbringen. Die Vielfalt der Übungen trainiert gleichzeitig den allgemeinen Umgang mit
den mathematischen Werkzeugen und die Technik zu verschiedenen Aufgaben. Beim Lernen an
Stationen sind die Lernenden eigenständiger in der Wahl der zu übenden Inhalte. Problembereiche
können gezielt angegangen und Stärken weiter ausgebaut werden. Weiterhin sind in einer
Klassenarbeit auch verschiedene Aufgaben zu den Grundbegriffen gefordert.

1
    Schülergerechtes Arbeiten in der Sekundarstufe I: Lernen an Stationen
5 Schwierigkeitenanalyse


 Wenige Schülerinnen und Schüler sind mit       Die Schülerinnen und Schüler kommen zu
 mehr als einer Station überfordert und haben   mir. Ich weise die Schüler zunächst auf die
 schon mehr als ein „blaues Kreuz“ gesetzt.     Hilfestellungen    bzw.    Lösungen     der
                                                Aufgaben hin. Gegebenenfalls gebe ich
                                                Impulse zur eigenständigen Lösung des
                                                Problems. Ist dies nicht möglich, erhalten
                                                die Lernenden gezielte Lösungsansätze.



 Der Großteil der Lerngruppe ist mit der        Die Problematik kann sich nur über einen
 Bearbeitung einer oder mehrerer Stationen      laufenden Prozess ergeben, in den immer
 überfordert.                                   mehr Lernende involviert werden. Zur
                                                Vermeidung dieser Situation ist ein
                                                rechtzeitiges Eingreifen notwendig. Durch
                                                gezielte Impulse       an   die  gesamte
                                                Lerngruppe zur Bearbeitung der Stationen
                                                oder durch den Hinweis auf die Lernhilfen /
                                                Lösungen verhindert die Problematik.
                                                Dabei können auch Schüler behilflich sein,
                                                welche die Station schon erfolgreich
                                                bearbeitet haben.



 Nicht alle Schüler schaffen es die Stationen   Die Lernenden können bei der Bearbeitung
 innerhalb   der    vorgegebenen    Zeit   zu   der Stationen selbst bestimmen, wie lange
 bearbeiten.                                    sie an einer Station arbeiten möchten. So
                                                können sie gezielt an eigenen Schwächen
                                                üben. Bei Zeitüberschreitung können die
                                                Schüler Aufgaben und Lösungen mit nach
                                                Hause nehmen und dort daran weiter
                                                üben.



 Durch Schwächen im motorischen Bereich         Die Lernenden mit Schwächen im
 können die Schülerinnen und Schüler            motorischen Bereich werden zunächst
 bestimmte Stationen nicht lösen.               über auditive Lernkanäle angeleitet und
                                                gegebenenfalls auf der haptischen Ebene
                                                durch Führen der Hand beim Anlegen des
                                                Geodreiecks und dem Zeichnen.
6. Literatur
Differenzieren im Unterricht; Paradies, Linser; Cornelsen, Berlin, 2005

Mathematik differenziert unterrichten, Wolfgang Krippner, Schroedel, Hannover, 1992

Schülergerechtes Arbeiten in der Sekundarstufe I: Lernen an Stationen

Schnittpunkt Mathematik - RLP, Klasse 5, Klett, Stuttgart, 1997

Schnittpunkt Mathematik - RLP, Klasse 5 Prüfauflage, Klett, Stuttgart, 2006

				
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