Definition Beschaffung:
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BESCHAFFUNG
Definition Beschaffung:
Die Planung der Beschaffung steht in Abhängigkeit vom Bedarf der Verbraucher
Planung nach dem Bereich
Beschaffungsplanung, Lagerplanung, Produktionsplanung, Absatzplanung, Finanzplanung,
Kostenplanung, Ergebnisplanung, Bilanzplanung, Personalplanung etc.
Beschaffungszeit: beginnt mit der Bestellung (Auftragsbestellung, Transport/Lieferzeit,
Warenannahme)
Durchlaufzeit: schließt sich an der Beschaffungszeit an und beginnt mit den Arbeitszeiten:
Förderzeiten (vom Arbeitsplatz zu nächsten), Arbeits-, Liege-, Kontroll- und Transportzeiten
Bedarfsermittlung:
Ermitteln aus Vergangenheitszahlen und derzeitigen Aufträgen
Feststehende Größe: Erfahrungswerte
Periode:
Willkürlich festgelegte Zeitspanne (wird vom Unternehmen selbst festgelegt)/richtet sich nach
Trends und Konjunktur
Beschaffungsplan besteht aus mehreren Teilplänen:
Sortiment-, Mengen-, Zeit-, Preis- und Lieferantenplanung (was, wie viel, wann, wie teuer, woher)
Ermittlung optimaler Bestellmengen:
= wenn Lager- und Bestellkosten am geringsten sind
Formel:
Xopt=200 x M x Kb:ExLhs
Xopt= optimale Bestellmenge
M= Jahresbedarfsmenge (wird auch mit Jb benannt)
200= feststehende Zahl
E= Einstandspreis pro Mengeneinheit (Epr)
Kb= Bestellkosten gleich Bestellung (Kbest oder Bk)
Lhs= Lagerhaltungskostensatz (Qlh)
Beispielaufgabe Bestimmung der optimalen Bestellmenge
Geschätzter Jahresbedarf 24.000 Stück
Einstandspreis/Stück: 1,50 €
Bestellkosten: 40,00 €
Lagerkostensatz 24%
Bestellmenge Anzahl der Bestell- Ø Lagerhaltungs- Gesamtkosten
Bestellungen kosten Lagerbestand kosten
in €
24.000 1 40 18.000 4.320 4.360
12.000 2 80 9.000 2.160 2.240
6.000 4 160 4.500 1.080 1.240
3.000 8 320 2.250 540 860
2.400 10 400 1.800 432 832
2.000 12 480 1.500 360 840
1.000 24 960 750 180 1.140
Die optimale Bestellmenge liegt bei 2.400 Stck, die optimale Bestellhäufigkeit bei 10 Bestellungen
Beispielaufgabe Bestimmung der optimalen Bestellmenge
Bestellkosten: 60,00 €
jährlicher Bedarf: 6000 Stck.
Einstandspreis/Stck: 4,00 €
Lagerhaltungskosten: 1/6 des durchschnittlichen Bestandswertes
Anzahl der 1 2 4 6 12
Bestellungen
Bestellmenge in 6.000 6.000 1.500 1.000 500
Stück
Ø Lagerbestand in 3.000 1.500 750 500 250
Stück
Ø Lagerbestand in € 12.000 6.000 3.000 2.000 1.000
Lagerhaltungskosten 2.000 1.000 500 333,33 166,67
Bestellkosten 60 120 240 360 720
Gesamtkosten 2.060 1.120 740 693,33 886,67
Eiserner Bestand/Sicherheitsbestand:
dient zur Abdeckung von Bestands-, Bedarfs- und Bestellunsicherheiten. Er steht für
unvorhergesehene Ereignisse zur Verfügung und darf daher zur laufenden Disposition nicht
verwendet werden.
Unsicherheiten können z. B. sein:
unvorhergesehene erhöhte Nachfrage (Aufträge)
Ausschuss in der Produktion
Lieferverzögerungen der Lieferanten
Meldebestand: Lagerbestand, bei dessen Erreichung neu bestellt werden muss
Formel: Eiserner Bestand + Absatz pro Tg. x Lieferzeit in Tg.)
Beispiel :
EB = 1
VT = 2 = 7 Meldebestand ( 2x3+1=7)
LT = 3
Veränderungen: aus Umsatz, Absatz pro Tg. oder Lieferdauer
Bestellpunktverfahren (Mengensteuerung)
Überwachung der Lagerabgänge und bei Erreichen des Bestellpunktes / Meldebestands Auslösen
einer Bestellung. Die Bestellmenge ist in der Regel immer gleich hoch - die Bestellungen erfolgen in
der Regel nicht in regelmäßigen Abständen.
Bestellmenge = konstant
Bestellzeitpunkt = variiert
Bestellrhythmusverfahren (Terminsteuerung)
Der Bestand wird nur in einem bestimmten periodischen Rhythmus überprüft. Die Bestellmenge
kann variieren. (z. B. bei Kleinmaterialien mit annähernd gleichem Verbrauch).
Bestellzeitpunkt = konstant
Bestellmenge = variiert
Stückliste: enthält Teile die man zur Herstellung eines Teiles benötigt
Verwendungsliste: wofür braucht man welches Teil Auflistung verschiedener Teile
ABC Analyse:
Materialklasse Menge in (%) Wert in (%)
A Güter Ca. 80 % Ca. 15 %
B Güter Ca. 35 % Ca. 15 %
Wertanalyse: ist auf die Kosten ausgerichtet und wird streng systemKunde (K
C Güter Ca. 50 % Ca. 5 %
Wertanalyse
Systematische Untersuchung eines Produktes durch ein Sachverständigen-Team mit dem Ziel, die
Herstellung des Produktes mit Hilfe kostengünstigerer Teile (alternative Werkstoffe, Verfahren,
Veredelungstechniken...) ausführen zu lassen, ohne dass dadurch die technische
Verwendungsmöglichkeit vermindert wird.
z. B. durch
Änderung der Konstruktion
Änderung des Herstellungsverfahrens
Verwendung anderer Materialien
Ziel: Die notwendige Funktion mit den einfachsten Mitteln und den niedrigsten Kosten zu erreichen
(Minimalprinzip)
Vorgehensweise:
Vorbereitungsphase
o Festlegung des Untersuchungsobjektes und des Untersuchungszeitraums
o Bestimmung der Teammitglieder
o Bereitstellung der erforderlichen Unterlagen
Informationsphase
o Beschreibung des Ist-Zustandes
o Benennung der notwendigen Funktionen
o Fixierung von überschlägigen Kostenzielen
o Kritik des Ist-Zustandes (Kosten, Funktionserfüllung)
Schöpferische Phase
o systematische Suche nach Alternativen (Brainstorming
o kritiklose Sammlung aller Vorschläge
o evtl. Erstellung eines Fragenkatalogs
Entscheidungsphase
o technische und wirtschaftliche Prüfung der Vorschläge
o Prüfung der Kombinationsmöglichkeiten
o Auswahl der günstigsten Lösung
o Formulierung sinnvoller Vorschläge an die Geschäftsleitung
Realisierung
o Sinnvollerweise wird die Realisierung der Projekte gemeinsam vom Wertanalyseteam
und der Geschäftsleitung begleitet
Bedarfsarten
Primärbedarf
Bedarf an verkaufsfähigen Einheiten, in der Regel = Enderzeugnisse. Bei
Ersatzteillieferungen auch Baugruppen oder Einzelteile. Der Primärbedarf wird ermittelt aus
o vorliegenden Kundenaufträgen
o zusätzlichem Bedarf aufgrund von Erfahrungswerten
Sekundärbedarf
Bedarf an Baugruppen, Teilen und Rohstoffen zur Fertigung des Primärbedarfs.
Ergibt sich aus Primärbedarf, indem für diesen eine Stücklistenauflösung durchgeführt wird.
Tertiärbedarf
Bedarf an Hilfsstoffen (gehen in das Erzeugnis ein, spielen wertmäßig eine untergeordnete
Rolle) und an Betriebsstoffen (gehen nicht in das Erzeugnis ein, werden aber zu dessen
Herstellung ge- oder verbraucht) und an Verschleißteilen (Werkzeuge, die nach Gebrauch
verschrottet werden oder Werkzeuge, die ergänzt werden für bestimmte Zwecke)
Zusatzbedarf
o Ersatzteile für den Endkunden
o Ausschuss / Schwund
o für Ungenauigkeit der Bedarfsvorhersage
Bruttobedarf
Gesamter Bedarf innerhalb einer Periode, ermittelt aus der Summe von Sekundärbedarf und
Zusatzbedarf
Nettobedarf
Bruttobedarf abzüglich disponierbarer Lagerbestand
Beispiel Brutto-/Nettobedarfsrechnung
Sekundär-/Tertiärbedarf
---------------------
= Bruttobedarf
- Lagerbestand
+ Reservierungen
- Bestellbestand
+ Sicherheitsbestand
---------------------
= Nettobedarf
Übungsaufgabe: Nettobedarfsrechnung
Neben anderen Teilen enthält das Erzeugnis E1 3 Stück der Materialdisposition T2. Der
Primärbedarf verteilt sich auf 6 Perioden (20, 25, 22, 25, 20, 24 Stück in der Reihenfolge der
Perioden).
Der Zusatzbedarf beträgt pro Periode 5 Stück von T2. Zu Beginn der 1. Periode liegt ein
verfügbarer Lagerbestand von 110 Stück T2 und ein Bestellbestand von 60 Stück vor. Mit Eingang
der Bestellung wird in der 4. Periode gerechnet.
Führen Sie anhand dieser Daten eine Nettobedarfsrechnung durch. Achten Sie auf
systemgerechten Aufbau.
Gleitender Mittelwert:
Nur eine bestimmte konstante Anzahl von Perioden wird verwendet.
Nur eine bestimmte Anzahl der Letztverbraucher wird verwendet.
Für die Berechnung entfällt der älteste Verbrauchswert und ein neuer kommt hinzu
Beispiel
Monat Jan. Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.
Verbrauch 80 100 90 110 90 120 130 110 140 130 150 140
gleitender Mittelwert (unter Berücksichtigung der letzten 4 Monate)
gewichteter gleitender Mittelwert
(unter Berücksichtigung der letzten 4 Monate und der Gewichtung: Jun 0,1 / Jul 0,15 / Aug 0,3 /
Sept 0,45)
Prognose für Okt = 0,1 x 120 + 0,15 x 130 + 0,3 x 110 + 0,45 x 140
= 12 + 19,5 + 33 + 63 = 127,5 - 128
Prognose für Nov = 0,1 x 130 + 0,15 x 110 + 0,3 x 140 + 0,45 x 130
= 13 + 16,5 + 42 + 58,5 = 130
Prognose für Dez. = 0,1 x 110 + 0,15 x 140 + 0,3 x 130 + 0,45 x 150
= 11 + 21 + 39 + 67,5 = 138,5 - 139
Bestandsplanung/Vorratspolitik
Aufgabe der Materialwirtschaft ist Kosten durch die Bestände so niedrig wie Möglichkeit zu halten
und dennoch einen hohen Servicegrad (Lieferbereitschaft) zu erreichen (Zielkonflikt).
S und T Strategie
T= Zeitintervalle (konstante Bestellung)
S= Grundbestand (von mir selbst definierte Menge, die immer im Lager sein muss)
sST Strategie
s= Bestellpunkt In unterschiedlichen Intervallen, bei erreichen des Bestellpunktes
S= Grundbestand erfolgt eine Auffüllung auf den Grundbestand
(Bestellpunkt siehe Berechnung Meldebestand)
sST Strategie
s= Bestellpunkt
S= Grundbestand Überprüfung in konstanten Zeitintervallen des Bestandes. Bestellt
T= Zeitintervalle wird nur dann, wenn Bestellpunkt unterschritten ist. Aufgefüllt wird
auf den Grundbestand
sQ Strategie
s= Bestellpunkt
Q= Bestellmenge Immer gleiche Menge bestellen, wenn man Bestellpunkt
unterschritten hat
sQT Strategie
s= Bestellpunkt
Q= Bestellmenge In konstanten Zeitintervallen wird der Lagerbestand überprüft.
T= Zeitintervalle Ergibt sich eine Unterschreitung des Bestellpunktes wird die
Menge Q bestellt.
Bestandsplanung/Kennzahlen/Formeln
Beispiele
Sofort belieferbare Anforderungen in Höhe von 2800, nicht belieferbare in Höhe von 200. Gesucht:
Servicegrad.
Jahresverbrauch 40 Mio €. Jahresdurchschnittsbestand 8 Mio €
Gesucht: Lagerdauer und Umschlagshäufigkeit
Bestandsführung
In der Bestandsführung werden Zu- und Abgänge erfasst. So wird stets der aktuelle Lagerbestand
ermittelt.
Mengenerfassung
welche Mengen befinden sich im Lager
o Fortschreibung
o Inventur
o Rückrechung
Werterfassung
wie hoch ist der Wert der gelagerten Güter
o Anschaffungswert
o Wiederbeschaffungswert
o Tageswert
o Verrechnungswert
Bestandsüberwachung
Kontrolle für Lieferfähigkeit
o Verfügbarkeitsüberwachung
o Bestandsmanagement
Sperrlager
Kennzahlen der Lagerhaltung
Zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit
Mengenerfassung
Fortschreibungsmethode (Skontrationsmethode)
Erfassen der Lagerzugänge durch Lieferscheine
Erfassen der Lagerabgänge durch Materialentnahmescheine (Entnahmedatum, Kostenart,
Kostenträger, Kostenstelle)
In der Regel Einsatz von EDV üblich
Ermittlung des buchmäßigen Lagerbestandes
Inventur
gesetzlich vorgeschrieben (bei Gründung, 1x jährlich, bei Veräußerung oder
Geschäftsaufgabe)
körperliche Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden nach Art, Wert, Menge
Ermittlung des IST-Bestandes (Soll-Ist-Vergleich)
Ursachenvorschung für Inventurdifferenzen
Sortimentsbereinigung
Saldo zwischen Inventurbestand und Buchbestand = Inventurdifferenz
Inventurarten
Stichtagsinventur
zum Ende des Geschäftsjahres (10 Tage vor- oder nach Bilanzstichtag)
Verlegte Inventur
zum Ende des Geschäftsjahre (3 Monate vor - 2 Monate nach Bilanzstichtag)
Rückrechnung und Fortschreibung zum Bilanzstichtag)
Permanente Inventur
jede Warenbewegung wird sofort erfasst (Warenwirtschaftssystem)
mind. 1x jährlich muss eine körperliche Bestandsaufnahme erfolgen
Stichprobeninventur
Aufnahme einer Stichprobe (muss repräsentativ sein)
anhand math. Verfahren wird auf Endwert hochgerechnet (Sand, Schrauben)
Rückrechnung (Retrograde Methode)
Der Verbrauch wird aus den Endprodukten errechnet anhand von Stücklisten
(Zerlegung des Produktes in Einzelteile und Baugruppen)
Einkauf
Der Begriff Einkauf wird enger gefasst als Beschaffung. Der Einkauf ist ein Teilbereich der
Beschaffung und ist aufgrund vorliegender Bedarfszahlen zuständig für die Beschaffung von
Anlagegüter
Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe
Fertig- und Halbfertigerzeugnisse
Dienstleistungen
Information
(nicht: Kapital und Arbeitkräfte!)
Arten des Einkaufs
Zentraler Einkauf
Bedeutet, dass alle einkaufsbezogenen Aktivitäten von einer zentralen Einkaufsabteilung, die für
alle Bereiche des Unternehmens Einkaufsaufgaben wahrnimmt, gesteuert werden.
Vorteile:
günstigere EK, Konditionen, aufgrund hoher Mengen
Einsatz qualifizierter Mitarbeiter
Bessere Übersicht / statistische Auswertungen
einheitliche Entscheidungen/Vorgehensweisen
einheitliches Sortiment
Nachteile:
lange Kommunikationswege
weiter Weg zum Bedarfspunkt
kein direkter Kontakt zum Lieferanten (Zweigstelle)
Motivation der Mitarbeiter sinkt (Zweigstelle)
keine lokalen Lieferanten
Dezentraler Einkauf
Liegt vor, wenn in einem Unternehmen ohne Rücksicht auf eine zentrale Einkaufsabteilung
eingekauft werden kann.
Vorteile /Nachteile = Gegensätzlich zum Zentralen Einkauf
Vier klassische Möglichkeiten der Einkaufsgliederung:
Funktionsbezogen
die Stellenbildung erfolgt nach Art der Tätigkeit (z. B. Anfragen, Bestellung, Terminüberwachung,
Reklamationsabwicklung, Dateneingabe und -pflege)
Objektbezogen
Die Stellenbildung erfolgt nach Art der zu beschaffenden Materialen (z. B. Produktionsmaterial,
Hilfs- und Betriebsstoffe, Investitionen, Dienstleistungen)
Markbezogen
Die Stellenbildung erfolgt nach Beschaffungsmärkten (z. B. Inland, Europa, weltweit)
Erzeugnisbezogen
Die Stellenbildung erfolgt nach einzukaufenden Teilen für die selbstgefertigten Endprodukte
Moderne Form der Einkaufsgliederung
Gestaltendes (kreatives) / verwaltendes (operatives) Prinzip
Die Stellenbildung erfolgt nach gestaltenden Aufgaben und nach den administrativen Aufgaben
Beispiel:
Einkaufsabwicklung - Beschaffungsvorgang
Überblick
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PUBLICADO EN LA GACETA OFICIAL DEL DISTRITO FEDERAL EL 6 DE AGOSTO ... - DOC
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